15

Hardware- und Nachrichten-Links des 15. Oktober 2020

Zur GeForce RTX 3080 20GB wäre noch zu erwähnen, dass die gestern genannte Preislage von 849-999 Dollar je nach Kartenausführung und Höhe der Werksübertaktung zwar gegenüber der regulären GeForce RTX 3080 nicht ganz so freundlich aussieht – gegenüber der GeForce RTX 3090 dagegen umso mehr. Schließlich liegen sowieso nur +12% Performance zwischen regulärer 3080 und 3090, unter RayTracing kann dies wie bekannt auf +14% nach oben gehen. Sicherlich sind die aktuell vorliegenden Ampere-Karten zu wenig taktfreudig, um diese durchaus nicht große Differenz mittels einer werksübertakteten Karten überwinden zu können – aber wenn man die Differenz auf einen einstelligen Prozentwert reduziert und dies dann unterhalb von 1000 Dollar/Euro abliefert, hat die GeForce RTX 3090 faktisch ausgedient. Deren primärer Vorteil in Form der überlegenen Speichermenge existiert schließlich im Vergleich zur GeForce RTX 3080 20GB nicht mehr – welche somit die klar bessere Wahl gegenüber der GeForce RTX 3090 darstellt.

GeForce RTX 3080 GeForce RTX 3080 20GB GeForce RTX 3090
Technik Ampere GA102, 6 Raster-Engines, 68 Shader-Cluster, 320 Bit GDDR6X-Interface Ampere GA102, 6 Raster-Engines, 68 Shader-Cluster, 320 Bit GDDR6X-Interface Ampere GA102, 7 Raster-Engines, 82 Shader-Cluster, 384 Bit GDDR6X-Interface
Taktraten 1450/1710 MHz & 19 Gbps vermtl. 1450/1710 MHz & 19 Gbps 1400/1700 MHz & 19,5 Gbps
Speichermenge 10 GB GDDR6X 20 GB GDDR6X 24 GB GDDR6X
4K Perf.Index 325% vermtl. 325% 364%
Listenpreis $699 angbl. $849 $1499
Preis/Performance 191% auf $849:  158% 100%

Die ComputerBase berichtet über ein 450-Watt-BIOS, welches EVGA nachträglich für die "EVGA GeForce RTX 3080 FTW3 Ultra" herausgegeben hat. Mit diesem BIOS wird nicht das defaultmäßige Power-Limit der Karte (von 380W) verändert, dafür allerdings das maximal einstellbare Power-Limit im Übertaktungsbetrieb von 380 auf 450 Watt deutlich nach oben geschoben. Was sich auf den ersten Blick exzellent anhört, ist allerdings innerhalb der Ampere-Generation mitnichten ein Selbstläufer: Bei der GeForce RTX 3090 gibt es mit der Asus Strix OC bereits eine ähnliche Grafikkarte (Power-Limit 390W, maximal 480W), welche allerdings unter Übertaktung dann nur extrem schwach um +3,4% zulegen kann. Das hohe Power-Limit wurde dabei kaum wirklich ausgelastet, wenn eine MSI-Karte mit maximal 385 Watt gerade einmal -1,3% schwächer unter Übertaktung als diese Asus-Karte herauskommt. Dieses einzelne Beispiel muß für die vorgenannte EVGA-Karte nichts sagen, noch dazu wo es sich bei jener um eine GeForce RTX 3080 (und keine 3090) handelt. Aber es zeigt darauf hin, dass man unter Ampere nicht von automatisch deutlich besseren Übertaktungsergebnissen ausgehen kann, nur weil ein sehr freizügiges Power-Limit anliegt.

Gemäß Heise soll die kürzlich von Chipdesigner Imagination Technologies (ImgTec) vorgestellte PowerVR B-Series an Grafikchips auch für einen Gaming-Einsatz auf dem Desktop gedacht sein. Dies ist eine vergleichsweise mutige Aussage, denn in der angeführten ImgTec-Pressemitteilung findet sich das Wort "Gaming" überhaupt nicht. (Fehler vom Amt: Natürlich beeinhaltet diese Pressemitteilung das Wort "Gaming" – interessanterweise aber nur in Form von "Cloud Gaming"). Auch in der (gestern schon verlinkten) Technik-Beschreibung zur PowerVR B-Series seitens Golem ist diese oder eine ähnliche Wortwahl nicht zu finden. Zudem deutet diverse Details darauf hin, dass das ganze in den hohen Ausbaustufen eher für professionelle Anwendungszwecke gedacht ist – selbst wenn sich die kleineren Chip-Ausführungen weiterhin als Grafik-Beschleuniger (primär für das Mobile-Segment) verwenden lassen. Die hohen Ausbaustufen sollen schließlich auf vier Chiplets mit einer theoretischen Rechenleistung von (insgesamt) 6 TFlops FP32 basieren, was grob dem Rechenleistungs-Niveau von GeForce RTX 2060 oder Radeon RX 5600 XT entspricht.

Der Chiplets-Ansatz ist zwar technologisch hochinteressant, dürfte aber letztlich zu der Problematik führen, dass diese Beschleuniger kaum für übliche PC-Grafik Einsatz finden können, da dort inzwischen (unter DirectX 12 wie Vulkan) alle MultiChip-Lösungen vom Spieleentwickler selbstätig mit eigenem Support bedacht werden müssen. In der Praxis macht das (bis auf wenige Ausnahmen) niemand, weil die Abdeckungsrate mit MultiChip-Lösungen viel zu gering ist und die wenigen MulitChip-Nutzer üblicherweise doch sowieso mit Spitzen-Grafikkarten unterwegs sind – es lohnt sich also doppelt nicht für die Spieleentwickler, hierin Arbeitszeit zu investieren. Außerhalb dessen kann man Chiplets natürlich trotzdem in spezialisierten Fällen (Simulatoren, Spiele-Automaten) für Spiele-Grafik nutzen, ansonsten bleibt jederzeit die Anwendungsform für professionelle Zwecke offen. Auch die Wahl des Lizenznehmers in Form von "InnoSilicon", einem chinesischem Hersteller von Cryptomining-Hardware, deutet wenig darauf hin, dass nun plötzlich unter Windows verwendbare Desktop-Grafikkarten aus dieser Richtung her zu erwarten wären. Bis zum Release erster realer Hardware auf Basis der PowerVR B-Serie im zweiten Halbjahr 2021 ist allerdings sowieso noch etwas Zeit, um diese Fragen zu klären.

Nach dem zum 3. Oktober ausgelaufenenen letzten CPU-Spielebundle hat AMD ein neues Spielebundle für AMD-Prozessoren aufgelegt, welches ausgewählten Spitzen-Modellen eine Lizenz für "Far Cry 6" samt (nicht genau spezifizierter) Ingame-Items zukommen läßt. Jenes Angebot startet für die Zen-2-Modelle Ryzen 7 3800XT, Ryzen 9 3900XT & 3950X am 20. Oktober, für die Zen-3-Modelle Ryzen 7 5800X, Ryzen 9 5900X & 5950X zu deren Release-Tag am 5. November – und läuft dann jeweils bis Jahresende 2020. Das genannte Spiel ist allerdings erst am 18. Februar 2021 zu erwarten – womit durch den Vorlauf aber zumindest ein (sinngemäßer) Doppelkauf vermieden werden kann. Dass AMD bei dieser Aktion auch Zen-2-Modelle weiterhin bedenkt, darf man zudem als deutlichen Hinweis darauf ansehen, dass beide Modellserien vorerst gemeinsam am Markt existieren bzw. die Zen-2-Modelle vorerst die Rolle der non-X-Modelle im Zen-3-Portfolio einnehmen werden. AMD hat innerhalb der Zen-Ära eine gewisse Tradition darin, für den Einsteiger-Bereich bzw. die an Preis/Leistung orientierten CPU-Käufer immer die jeweils früheren CPU-Modelle zu offerieren, bei Zen 3 scheint man dieses Portfolio-Modell weiterpflegen zu wollen.

AMD "Far Cry 6" Spielebundle
teilnehmende Hardware Aktionszeitraum Inhalt des Spielebundles
Ryzen 7 5800X, Ryzen 9 5900X & 5950X 5. November bis 31. Dezember 2020, Gutscheine einlösbar bis 30. Januar 2020 Spiel "Far Cry 6" in der Standard-Edition, zuzüglich (nicht genau spezifizierter) Ingame-Items
Ryzen 7 3800XT, Ryzen 9 3900XT & 3950X 20. Oktober bis 31. Dezember 2020, Gutscheine einlösbar bis 30. Januar 2020
Hinweis: Nicht jeder Händler nimmt an allen Aktionen teil und selbst bei den teilnehmenden Händlern muß nicht jedes Produktangebot Teil der konkreten Aktion sein.
Zur GeForce RTX 3080 20GB wäre noch zu erwähnen, dass die gestern genannte Preislage von 849-999 Dollar je nach Kartenausführung und Höhe der Werksübertaktung zwar gegenüber der regulären GeForce RTX 3080 nicht ganz so freundlich aussieht - gegenüber der GeForce RTX 3090 dagegen umso mehr. Schließlich liegen sowieso nur +12% Performance zwischen regulärer 3080 und 3090, unter RayTracing kann dies wie bekannt auf +14% nach oben gehen. Sicherlich sind die aktuell vorliegenden Ampere-Karten zu wenig taktfreudig, um diese durchaus nicht große Differenz mittels einer werksübertakteten Karten überwinden zu können - aber wenn man die Differenz auf einen einstelligen Prozentwert reduziert und dies dann unterhalb von 1000 Dollar/Euro abliefert, hat die GeForce RTX 3090 faktisch ausgedient. Deren primärer Vorteil in Form der überlegenen Speichermenge existiert schließlich im Vergleich zur GeForce RTX 3080 20GB nicht mehr - welche somit die klar bessere Wahl gegenüber der GeForce RTX 3090 darstellt.





GeForce RTX 3080
GeForce RTX 3080 20GB
GeForce RTX 3090





Technik
Ampere GA102, 6 Raster-Engines, 68 Shader-Cluster, 320 Bit GDDR6X-Interface
Ampere GA102, 6 Raster-Engines, 68 Shader-Cluster, 320 Bit GDDR6X-Interface
Ampere GA102, 7 Raster-Engines, 82 Shader-Cluster, 384 Bit GDDR6X-Interface



Taktraten
1450/1710 MHz & 19 Gbps
vermtl. 1450/1710 MHz & 19 Gbps
1400/1700 MHz & 19,5 Gbps



Speichermenge
10 GB GDDR6X
20 GB GDDR6X
24 GB GDDR6X



4K Perf.Index
325%
vermtl. 325%
364%



Listenpreis
$699
angbl. $849
$1499



Preis/Performance
191%
auf $849:  158%
100%