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Hardware- und Nachrichten-Links des 21. Mai 2020

Eine Aussage zum Marktgeschehen auf dem Grafikkarten-Markt seitens der DigiTimes wird weithin als Hinweis auf den Release der nächsten Grafikkarten-Generationen von AMD & nVidia in diesem September genommen – insbesondere bezogen auf AMDs Navi 2X Generation, zu welcher bislang noch kein Releasetermin vorlag. Allerdings wird diese Terminlage seitens der DigiTimes nur im Nebensatz erwähnt und sollte daher nicht unbedingt auf die Goldwaage gelegt werden, das eigentliche Thema jener Meldung war schließlich ein anderes. Danach verkaufen die Grafikkarten-Hersteller in der üblicherweise eher mau laufenden ersten Jahreshälfte erstaunlich viel an Grafikkarten (wie auch in Deutschland zu sehen), getrieben natürlich über die nahezu weltweiten Stay-Home-Anordnungen. Nichtsdestotrotz geht die DigiTimes allerdings von kommenen Preissenkungen aus, damit sich die Läger auch wirklich leeren, bevor dann im Herbst bis Jahresende (terminlich unsererseits bewußt defensiv formuliert) die nächste Grafikkarten-Generation erwartet wird. All dies sind natürlich nur Annahmen, man achte diesbezüglich auf die exakte Wortwahl ("expected" aka "erwartet") – und auch wenn die DigiTimes gewöhnlich sehr gut informiert ist, muß die genannte Terminlage natürlich nicht exakt zutreffen.

The first half of a year has been usually the slow season for graphics cards, but this year the coronavirus pandemic-triggeed stay-at-home needs has shored up demand. With AMD and Nvidia set to launch their next-generation GPUs in September, graphics cards vendors are expected to cut prices for older-generation products, stimulating demand further in third-quarter 2020.
Quelle:  DigiTimes am 21. Mai 2020

Heise bringen noch ein paar Details zu nVidias "A100" HPC-Lösung bzw. des zugrundeliegenden GA100-Chips: Selbiger ist (nVidia-bestätigt) in seinen Grafik-Funktionen komplett, ergo hat sich nVidia hierbei nichts an Raster-Engines oder den ROP-Einheiten gespart, wie bekannt fehlen allein die RayTracing-Einheiten. Damit ist der Chip generell als Grafik-Beschleuniger geeignet – denkbar wäre hierzu der Einsatz bei Spielestreaming-Diensten. Derzeit sind basierend auf dem GA100-Chip aber nur HPC-Beschleuniger angedacht, womit selbst die Verwendung als Quadro-Lösung in Frage zu stellen ist. Hierfür wird nVidia augenscheinlich seine weitere Ampere-Chips ansetzen, möglicherweise ist der GA100 auch zu groß, zu teuer und zu stromfressend für einen Einsatz auf regulären Grafikkarten. Daneben wäre noch zu erwähnen, das die Menge an Level2-Cache Chip-seitig bei 48 MB liegt (anstatt wie zuerst genannt 40 MB), genauso wie in einem (möglichen) Vollausbau bis zu 48 GB HBM2-Speicher verbaut sein können. Zudem wäre noch auf die Heise-Meldung zur Aufgabe des Markennamens "Tesla" seitens nVidia hinzuweisen, womit klarer wird, das die "A100" HPC-Lösung eigentlich eine Fortführung der früheren Tesla-Beschleuniger von nVidia darstellt – nunmehr aber eben ohne diesen Markennamen.

Zu den kürzlichen Grafik-Benchmarks zu Tiger Lake merkt die Diskussion zur Meldung (völlig korrekt an), das hierbei zu wenig auf den realitätsverschleiernden Faktor solcherart Skalierungs-Messungen unter dem 3DMark eingegangen wurde. Denn in der Tat skaliert der 3DMark13 meistens nahezu perfekt mit der Grafikleistung, was gerade im Fall integrierter Grafiklösungen tödlich ist, weil dabei unter dem 3DMark kaum eine CPU-Last existiert und somit unnatürlich hohe Teile des TDP-Limits der iGPU zufließen können. Sowohl TDP-Limitationen als auch den Faktor der Speicherbandbreite können 3DMark-Messungen üblicherweise nur sehr ungenügend abbilden, unterscheiden sich in diesem Punkt dann sehr deutlich von realen Spielen. Zum ersten Überblick über die Performance von extra Grafikkarten mag dies reichen, bei iGPUs liegen die 3DMark-Resultate dann aber üblicherweise weit davon entfernt, wie es sich später unter realen Spiele-Benchmarks präsentiert. Hinzukommend soll wohl das allgemeine Performance-Niveau von Tiger Lake unter dem 3DMark gar nicht so berauschend sein, wie einer Aufstellung von Rogame @ Twitter zu entnehmen ist, welche auf diversen bekannten Benchmarks sowie einem Benchmark-Leak zu Tiger Lake U in der Maximal-Konfiguration mit 96 EU (768 SP) basiert:

CPU-Technik iGPU-Technik TDP 3DM13 FS
TGL-U Tiger Lake, 4C/8T 96 EU (768 SP), LP4x 28W 4514 = 180%
Ryzen 7 4800U Renoir, 8C/16T, 1.8/4.2 GHz Vega 8 (512 SP), LP4x üblw. 15W 3906 = 150%
Ryzen 7 4700U Renoir, 8C/8T, 2.0/4.1 GHz Vega 7 (448 SP), LP4x üblw. 15W 3464 = 133%
Core i7-1065G7 Ice Lake, 4C/8T, 1.3/3.9 GHz 64 EU (512 SP) @25W 3241 = 125%
Ryzen 5 4500U Renoir, 6C/6T, 2.3/4.0 GHz Vega 6 (384 SP), LP4x üblw. 15W 3192 = 123%
Ryzen 5 4600U Renoir, 6C/12T, 2.1/4.0 GHz Vega 6 (384 SP), DDR4 üblw. 15W 2897 = 111%
Core i7-1065G7 Ice Lake, 4C/8T, 1.3/3.9 GHz 64 EU (512 SP) >15W 2600 = 100%
gemäß den Ausführungen von Rogame @ Twitter mit Benchmark-Werten des 3DMark13 FireStrike

Die hierbei herauskommenden Relationen der iGPUs bzw. der Mobile-Prozessoren untereinander sind deutlich niedriger als beim vorstehend thematisierten Benchmark-Leak seitens Notebookcheck: Wo dort zwischen Ice Lake 15W und Tiger Lake 28W eine Performance-Differenz von immerhin ca. +140% erreicht wurde (= das 2,4fache), zeigt die Aufstellung von Rogame für die gleiche Situation "nur" +80% (das 1,8fache) an – was für den üblicherweise im Zahlenbereich recht genauen 3DMark eine erhebliche Abweichung darstellt. Insofern wird derzeit genauso auch die Korrektheit des Notebookcheck-Leaks angezweifelt, neben dem Hinweis auf die systematische Schwäche dieser 3DMark-Werte zur Performance-Beurteilung von iGPUs. Zu erwähnen wäre, das natürlich auch bei den Rogame-Zahlen Tiger Lake letztlich AMDs Renoir schlägt. Die Performance-Differenz ist mit +20% allerdings nicht gewaltig und dürfte sicherlich auch durch das höhere TDP-Budget von Tiger Lake begünstigt sein. Leider ist zu den Renoir-Zahlen nicht bekannt, auf welcher TDP jene Notebooks wirklich liefen – sollten es aber tatsächlich nur die default-mäßigen 15 Watt sein, dann hat Renoir weiterhin seine Chance, auf denselben 28 Watt auch noch Tiger Lake zu überrunden.

Eine Aussage zum Marktgeschehen auf dem Grafikkarten-Markt seitens der DigiTimes wird weithin als Hinweis auf den Release der nächsten Grafikkarten-Generationen von AMD & nVidia in diesem September genommen - insbesondere bezogen auf AMDs Navi 2X Generation, zu welcher bislang noch kein Releasetermin vorlag. Allerdings wird diese Terminlage seitens der DigiTimes nur im Nebensatz erwähnt und sollte daher nicht unbedingt auf die Goldwaage gelegt werden, das eigentliche Thema jener Meldung war schließlich ein anderes. Danach verkaufen die Grafikkarten-Hersteller in der üblicherweise eher mau laufenden ersten Jahreshälfte erstaunlich viel an Grafikkarten (wie auch in Deutschland zu sehen), getrieben natürlich über die nahezu weltweiten Stay-Home-Anordnungen. Nichtsdestotrotz geht die DigiTimes allerdings von kommenen Preissenkungen aus, damit sich die Läger auch wirklich leeren, bevor dann im Herbst bis Jahresende (terminlich unsererseits bewußt defensiv formuliert) die nächste Grafikkarten-Generation erwartet wird. All dies sind natürlich nur Annahmen, man achte diesbezüglich auf die exakte Wortwahl ("expected" aka "erwartet") - und auch wenn die DigiTimes gewöhnlich sehr gut informiert ist, muß die genannte Terminlage natürlich nicht exakt zutreffen.


The first half of a year has been usually the slow season for graphics cards, but this year the coronavirus pandemic-triggeed stay-at-home needs has shored up demand. With AMD and Nvidia set to launch their next-generation GPUs in September, graphics cards vendors are expected to cut prices for older-generation products, stimulating demand further in third-quarter 2020.
Quelle:  DigiTimes am 21. Mai 2020