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Hardware- und Nachrichten-Links des 22. März 2016

Sieht man sich die letzten beiden Performance-Überblicksartikel zu Far Cry Primal und The Division mit Blick auf das große Gesamt-Performancebild an, so fällt auf, das selbst unter einfachem FullHD die bestmögliche Bildqualität heutiger AAA-Titel nur noch mit HighEnd-Grafikkarten neuerer Bauart realisierbar ist. Die Chance also, mit einer Radeon R9 280X & 380X oder GeForce GTX 780 & 960 unter diesen und ähnlich fordernden Titeln 40 fps im Schnitt zu erreichen, ist eher mager – und natürlich in der Zukunft weiter stark abnehmend. Den Einstieg unter FullHD auf bester Bildqualität bieten heutzutage erst Grafikkarten vom Schlage Radeon R9 290 & 390 oder GeForce GTX 780 Ti & 970. Jene waren einstmals dazu gedacht, höhere Auflösungen zu befeuern oder entsprechende Frameraten-Reserven zu bieten – davon ist heuer nun nichts mehr übrig geblieben, höhere Auflösungen sind dann allein das Feld der echten Enthusiasten-Modelle geworden. Die Performance-Anforderungen sind seit dem Release der aktuellen Spielekonsolen deutlich benerkbar und vor allem stetig nach oben gegangen.

Daß dies derzeit so augenfällig wird, hat aber natürlich auch damit zu tun, das die 28nm-Generation ungewöhnlich lange dauert – den Startschuß zu dieser gab schließlich schon die originale Radeon HD 7970 im Dezember 2011. Innerhalb der mehr als vier Jahre seitdem wurde die Performance der vorhergehenden 40nm-Generation (bestes Modell: GeForce GTX 580 auf Perf.Index 280%) inzwischen nicht nur verdoppelt, sondern mit der GeForce GTX Titan X (Perf.Index 760%) sogar fast verdreifacht. Für den Zeitrahmen von vier Jahren ist dies dennoch eher schwach, innerhalb einer solchen Zeitspanne hätte man mittels zweier neuer Fertigungsstufen (anstatt nur einer) auch eine Performance-Vervierfachung erreichen können. Durch die weggelassene 20nm-Fertigung hat natürlich die nachfolgende 14nm-Fertigung durchaus die Chance, einen höheren Performanceschub als nur eine Verdopplung zu bringen – ob dies eintritt, wird man sehen müssen. Gebraucht wird dieser Performanceschub in der Praxis ziemlich augenscheinlich, denn die Hardware-Anforderungen kommender AAA-Titel dürften sicherlich auch weiterhin zunehmen (und dann irgendwann auch den aktuellen Performancestand von Radeon R9 290 & GeForce GTX 970 angreifen).

Golem berichten über die Ausführungen von Valve auf der Games Developer Conference (GDC) zur Performancesteigerung unter VR-Gaming. Dabei wurden verschiedene Engine-Tricks vorgestellt – die meisten basieren dabei schlicht darauf, für typisches VR-Gaming nicht notwendige oder weniger wichtiger Renderingschritte einzusparen. Als zusätzliche Ausweichmöglichkeit wurde jedoch "Asynchronous Reprojection" genannt, teilweise auch als "Asynchronous Time Warp" bezeichnet: Hierfür wird das nachfolgende Bild einfach anhand des fertigen vorherigen Bilds benutzt, nur einfach mit neuen Positionsdaten. Dies ergibt logischerweise Darstellungsfehler an den Rändern und andere Anomalien, ist aber eventuell besser als einen kurzfristigen Frameratendrop (gerade bei VR-Gaming) hinnehmen zu müssen. Alle diese Möglichkeiten gehen aber auch nur in die Richtung, noch einmal ein paar Reste an Performance zusammenzukratzen – keineswegs aber dahin, plötzlich den Stein der Weisen zur Frage des VR-Renderings entdeckt zu haben. Insbesondere die (theoretische) Idee, die zwei für VR-Rendering notwendigen Bilder letztlich aus dem Rendering eines einzelnen Bildes zu erzeugen, scheint immer noch weit in der Theorie zu stecken.

Eine Meldung seitens des italienischen Bits 'n' Chips, welche eigentlich nur aussagt, das AMD für seine im Jahr 2017 antretenden, Zen-basierten "Raven Ridge" APUs die südkoreanische Firma "Amkor" als Hersteller des Packages ausgewählt hat, wird von anderen Stellen im Internet dahingehend gedeutet, das diese APUs dann bereits ziemlich sicher mit HBM-Speicher antreten würden. Bits 'n' Chips haben dies allerdings nicht derart ausgesagt – sondern nur darauf hingewiesen, das Amkor auch das Packacking für AMDs Fiji-Chip erledigt, welcher wie bekannt HBM-Speicher neben sich trägt. Amkor ist zudem ein generell mit GlobalFoundries und weniger mit TSMC zusammenarbeitender Packaging-Dienstleister, insofern sagt diese Wahl nichts eindeutiges über HBM-Speicher bei den Raven-Ridge-APUs aus. Jene werden mit 1024 Shader-Einheiten neuerer GCN-Bauart erwartet (wahrscheinlich Polaris-Niveau, ergo GCN 4.0) und könnten daher sicherlich gut von einem HBM-Speicherinterface profitieren. Andererseits ist es fraglich, ob die HBM-Speichertechnik bereits im Jahr 2017 derart günstig sein wird, auf das man jene schon bei Mainstream-Prozessoren zu Verkaufspreisen von 70-150 Dollar beilegen kann. Über HBM-Speicher auf AMD-APUs wird zwar gern spekuliert und dies wird auch sicherlich die Zukunft darstellen – nur ob dies bereits bei "Raven Ridge" eintrifft, ist mangels handfester Hinweise hierzu doch eher fraglich.