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Hardware- und Nachrichten-Links des 26. Mai 2015

Einen weiteren Hinweis auf die Verwendung von Rebrandings in AMDs Radeon R300 Portfolios liefern AnandTech in Form der Entdeckung des Cape-Verde-Chips in einem neuen MacBook, welcher dort als "Radeon R9 M370X" läuft. Über Device-ID, Hardware-Daten und GPU-Z konnte inzwischen bestätigt werden, daß derselbe Grafikchip, welcher schon für die Radeon HD 7700 Serie (von Februar 2012) verwendet wurde, nun auch noch mit in die Radeon R300 & M300 Serien hinübergeschleppt wird. Jener Cape-Verde-Chip ist natürlich technologisch nicht mehr auf "neu" trimmbar, selbst mit neuen Treibern werden bei diesem Checklisten-Features wie DirectX 12 (in Hardware) und FreeSync in jedem Fall fehlen. Natürlich zeigt diese Entdeckung nicht an, daß AMD jenen Grafikchip auch für die kommenden Desktop-Varianten verwenden will – aber daß man diesen Grafikchip überhaupt weiterverwendet, kann als Bestätigung dafür angesehen werden, daß es alsbald keinen moderneren LowCost-Grafikchip von AMD geben wird.

Über neues Futter im Streit zwischen AMD und nVidia über Hairworks in The Witcher 3 berichtet die PC Games Hardware in zwei Meldungen: Zuerst kommt nVidia zu Wort – mit einigen beschwichtigenden und erklärenden Aussagen, welche aber nur zum Teil zufriedenstellen können. Gerade die vielen Punkte der nVidia-Rede, welchen man einfach so zustimmen kann, haben leider wenig bis gar nichts mit dem konkreten Problem unter The Witcher 3 zu tun. Die Antwort von AMD fährt dagegen erneut große Geschütze in Form einer konkret erfaßbaren Anschuldigung auf: Danach hätte nVidia die Tesselation unter Hairworks bewußt auf den Faktor 64 gestellt, weil dies für nVidias Maxwell-Chips kein größeres Leistungsproblem ergeben würde – obwohl dieser Tesselations-Faktor aus Qualitätssicht allerdings unsinnig erscheint, laut AMD der Tesselations-Faktor 16 keinen echten Bildqualitäts-Unterschied gegenüber dem Tesselations-Faktor 64 zeigen würde. Mit dem Tesselations-Faktor 16 würden dann nicht nur AMDs Grafikkarten, sondern auch nVidias eigene Kepler-Grafikkarten deutlich performanter laufen – nVidia hätte also bewußt unsinnig optimiert zugunsten allein von Maxwell und gegen die Masse der Gamer auf anderen nVidia- sowie auf AMD-Grafikkarten.

Insbesondere die nVidia-Optimierung gegen die eigenen Kepler-User (welche derzeit noch in der großen Überzahl gegenüber den Maxwell-Usern sein dürften) ist ein harter Tritt vors Schienbein und dürfte einige nVidia-User der Illusion berauben, daß wenn dann nVidia doch immer nur zugunsten des grünen Lagers arbeitet. Vor einem endgültigen Urteil wäre es an dieser Stelle aber natürlich schöner, wenn irgendeine Webseite diese nun klar erfaßbaren Anschuldigungen gründlich gegenprüft. Und selbst wenn AMD mit diesen Anschuldigungen letztlich Recht haben sollte, kann nVidia dann doch wenigstens einen kleinen Mäkelpunkt anbringen: Wenn, dann hätte AMD diese Problematik ohne öffentlich geführten Streit vor zwei Monaten mit dem Spieleentwickler ausdiskutieren können – anstatt jetzt so überrascht aus der Wäsche zu schauen und vor allem die AMD-Nutzer mit einer mangelhaften (Hairworks-)Performance in einem der wichtigsten Spieletitel des Jahres dastehen zu lassen.

Aus dem AnandTech-Forum kommt eine derzeit vielzitierte und vieldiskutierte Präsentation zu Intels Skylake-basierten Xeon-Prozessoren, welche bei Intel unter dem Plattform-Codenamen "Purley" laufen. Aus der kleinsten Linie dieser Server-Prozessoren dürfte Intel dann wieder die E-Linie der Core-Prozessoren für den Consumer-Bereich schnitzen, spricht Skylake-E – womit diese Präsentation dann auch und gerade für Hardware-Enthusiasten interessant ist. In jener Präsentation verspricht Intel auch einige Fortschritte bei Skylake-EP/EX: Gleich sechs Speicherkanäle (ergo ein HexaChannel-Interface), massig PCI Express Lanes in der CPU und im Mainboard-Chipsatz sowie mit "UPI" eine schnellere Chipsatz-Anbindung. Im genauen sind diese Fortschritte aber nur für die MultiSockel-Prozessoren so genannt – niemand kann damit sicher sagen, ob jene auch bei den SingleSockel-Prozessoren angesetzt werden.

Gut möglich also, daß sich da gar nichts ändert und Skylake-E nur dieselben Vorteile bieten wird wie der "normale" Skylake gegenüber den bisherigen Intel-Architekturen. Mit dem früher für die Server-Versionen von Skylake versprochenem PCI Express 4.0 wird es im übrigen nichts werden, trotz guter Aufstockung bei der Anzahl der PCI Express Lanes bleiben Skylake-EP/EX beim PCI Express 3.0 Standard. Dies könnte allerdings auch mit Verzögerungen bei der PCI Express 4.0 Spezifikation zusammenhängen, welche trotz länger zurückliegender Vorankündigung nun erst Ende 2016 final werden soll. In der Intel-Roadmap ist Skylake-EP (und damit Skylake-E) für SingleSockel-Systeme im übrigen erst tief im Jahr 2017 eingezeichnet, zu diesem Zeitpunkt dürfte ergo im normalen Mainstream/Performance-Segment bereits die Nachfolge-Architektur "Cannonlake" in der 10nm-Fertigung verfügbar sein und Intel damit dem bisherigen Prinzip treu bleiben, die Enthusiasten-Modelle immer erst viel später als die Mainstream/Performance-Modelle zu bringen.