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Hardware- und Nachrichten-Links des 3. Januar 2018

Beim TechSpot ist man mal wieder der Frage nachgegangen, wieviel PC-Hauptspeicher fürs Gaming als sinnvoll erscheinen – was gerade im Zuge der aktuell vergleichsweise hoch liegenden Speicherpreise durchaus eine interessante Fragestellung darstellt. Normalerweise holt man aus Speicher-Benchmarks im Spiele-Bereich nicht gerade viel an Differenzen heraus, in diesem Fall ergibt sich durch die Auswertung der 1% und 0,1% minimalsten fps-Werte allerdings sehr beachtbare Ansatzpunkte (zumindest bei den getesteten und vergleichsweise neuen Spieletiteln Assassin's Creed: Origins, Battlefield 1 und Call of Duty: WWII). Denn bei diesen Minimum-Frameraten reagiert alles unterhalb von 16 GB doch recht klar, auch wenn dort noch nicht der Bereich von -10% Performancedifferenz erreicht wird. Dies passiert dann bei nur 4 GB Speicherausbau, wo teilweise ganz extreme Frameratendrops gemessen wurden und selbst die reine durchschnittliche Framerate mit grob -8% bemerkbar betroffen ist.

4GB 8GB 16GB 32GB
GeForce GTX 1060 6GB  (average) -7,7% -0,2% ±0 100%
GeForce GTX 1060 6GB  (0,1% Minimum) -31,7% -7,5% -0,4% 100%
GeForce GTX 1060 3GB  (average) -8,2% -3,9% -0,4% 100%
GeForce GTX 1060 3GB  (0,1% Minimum) -60,6% -5,8% -0,5% 100%
basierend auf den FullHD-Benchmarks des TechSpots

Die hieraus mitnehmbare Regel ist demzufolge einfach aufzustellen: Gaming-Systeme ab Midrange-Klasse sollten heutzutage durchaus schon mit gleich 16 GB Speicher ausgerüstet sein (für HighEnd- und Enthusiasten-Systeme stellt sich diese Frage dagegen sicherlich gar nicht erst). Mit nur 8 GB Speicherausbau kann man zwar auch noch leben, aber dies ist erkennbar schon mit gewissen Nachteilen verbunden und daher sollte in solchen Fällen eine zukünftige Aufrüstung ins Auge gefasst werden. 4 GB ist keinerlei sinnvolle Speicherbestückung mehr für den Gaming-Einsatz, aber dies ergibt sich ja auch schon aus den Hardware-Anforderungen heutiger Spieletitel. Mehr als 16 GB braucht man hingegen derzeit eigentlich nicht, die Differenzen zu 32 GB Hauptspeicher liegen überall bestenfalls im Bereich von einem halben Prozentpunkt und sind daher klar negierbar. Hierfür müssen schon neue PC-Spiele mit klar höheren Anforderungen erscheinen, um für 32 GB Hauptspeicher (außerhalb von Spezialfällen oder entsprechender Anwendungs-Software) einen belegbaren Sinn aufzuzeigen.

Bei Phoronix hat man sich angesehen, was der Meltdown-Bug unter dem Einsatzort virtueller Maschinen an Performance kostet. Prinzipbedingt soll Meltdown hier besonders schädlich wirken, anfänglich redete man von bis zu -30% Performanceverlust. Die Benchmarks von Phoronix auf Basis einer Ubuntu-Installation mit 16 virtuellen CPUs können dies allerdings nicht bestätigen, hierbei ergab sich in den 8 angetretenen Benchmarks ein Performanceverlust von gemittelt nur -3,5%, die Einzelwerte reichen von -1,2% bis -8,1%. Unter speziellen Aufgabestellungen kann es natürlich auch einmal zu größeren Performanceverlusten kommen – aber die (anfängliche) Befürchtung mancher Server-Leute, das man nun erheblich an Hardware nachordern müsse, erscheint damit doch etwas übertrieben. Ein echtes Performance-Problem durch "Meltdown" dürfte damit nur in Einzelfällen auftreten – und die eigentliche Problematik für Intel liegt somit eher darin, daß das ganze zu einem ungünstigen Zeitpunkt daherkommt, da der von "Meltdown" nicht betroffene Kontrahent AMD gerade jetzt wieder im Server-Segment mitspielen will.

Die Zahlen zur weltweiten Betriebssystem-Verteilung (für PCs) haben für den Dezember 2017 nur teilweise beachtbare Veränderung ergeben: Beim mehr die westliche Welt abbildenden Statistikdienstleister StatsCounter liegen Windows 7 und Windows 10 nach geringen Änderungen gegenüber dem November nunmehr perfekt gleichauf, Windows 10 hat aber noch nicht die Führerschaft übernommen – die mediale Ausschlachtung dieser mit höherer Wahrscheinlichkeit sowieso (grundsätzlich) falschen Statistik verschiebt sich also um einen Monat. Der eher den kompletten globalen Stand abbildende Statistikdienstleister NetMarketShare sah hingegen Windows 7 um nur -0,04% (gegenüber dem November) verlierend auf nunmehr 43,08% Verbreitungsgrad, Windows 10 hingegen gut um +0,98% hinzugewinnend auf nunmehr 32,93% Verbreitungsgrad. Für NetMarketShare ist selbiger Zugewinn doch vergleichsweise hoch – und würde dennoch, auch wenn sich selbiger über das Jahr 2018 halten lassen würde, bedeuten, das es bei NetMarketShare erst im Jahr 2019 zum wirklichen Wechsel des Führungsstabs von Windows 7 im Windows 10 kommen wird. Spätestens im Jahr 2019 dürften sich diese Wechseltendenzen dann sowieso verschärfen, da dann das Supportende zu Windows 7 im Januar 2020 in sichtbare Nähe rückt.