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News des 16. Januar 2026

Twitterer X86 is dead&back hat einen ersten Benchmark-Wert zu einem 10-Kerner von Bartlett Lake erspäht – und damit gleichzeitig den ersten Beweis der tatsächlichen Existenz von Prozessoren mit mehr als 8 Performance-Kernen bei Intel geliefert. Denn hier dürfte das 12-Kern-Die von Bartlett Lake verbaut sein, welches allein 12 Performance-Kerne aufweist – und keinerlei Effizienz-Kerne. Bisherige Ausführungen von "Bartlett Lake" basierten noch auf dem bekannten Raptor-Lake-Die, hatten also immer Effizienz-Kerne mit an Bord, doch hiermit gibt es erstmals bei Intel mehr als 8 Performance-Kerne auf einem reinem K-Kern-Silizium. Der getestete "Core 7 253PE" hat hiervon augenscheinlich nur 10 P-Kerne freigeschaltet, kann sich damit aber gut gegenüber dem 10-Kerner Core i5-14400 sowie dem 14-Kerner Core i5-14500 behauptet: Ersterer wird bei der Multithread-Performance klar geschlagen (+26,0%)), das MT-Ergebnis des 14-Kerners von Raptor Lake kann der 10-Kerner von Bartlett Lake dann noch leicht überbieten (+2,2%).

Core i5-14400 Core i5-14500 Core 7 253PE
Architektur Raptor Lake Raptor Lake Bartlett Lake
Kerne 6P+4E/16T 6P+8E/20T 10P/20T
L2+L3 Cache 9.5+20 MB 11.5+20 MB 20+33 MB
PassMark ST 3749 3945 3647
PassMark MT 25'236 31'121 31'802
gemäß der Ausführungen von X86 is dead&back @ X

Nicht so toll sieht hingegen das Singlethread-Ergebnis aus, an dieser Stelle liegt dieser Core 7 253PE gegenüber den auf maximal 4.7 bzw. 5.0 GHz laufenden Raptor-Lake-Vertretern etwas zurück. Hier dürfte sicherlich auch die Optimierung dieses speziellen CPU-Modells auf seinen Einsatzzweck im Edge-Bereich hineinspielen. Wenn man diese Prozessoren eher auf höhere Singlethread-Leistung optimieren würde, wären sicherlich auch gutklassige Gaming-Prozessoren aus Bartlett Lake zu ziehen – welche zudem mit dem Support für den Sockel LGA1700 sowie auch DDR4-Speicher glänzen könnten (DDR5 wird natürlich auch unterstützt). Als Nachrüster-Angebote für LGA1700-Besitzer, welche im Jahr 2026 wegen der Speicherkrise nicht auf ein neueres System umsteigen wollen, könnte Bartlett Lake durchaus interessant sein. Leider bleibt es bei der reinen Vermutung, nur Intel kann sicher wissen bzw. ermitteln, ob sich Bartlett Lake auch aus Gaming-Sicht gut nutzen lassen könnte. Nur dort ist diese CPU sinnvoll, denn mehr insgesamte CPU-Kerne gab es schon mit Alder Lake, an Bartlett Lake ist allein die hohe Anzahl an P-Kernen interessant.

VideoCardz berichten hingegen über neuere Cinebench-Ergebnisse zum Ryzen 9 9950X3D2, welcher bei Gigabyte vermessen wurden. Gegenüber den allerersten Cinebench-Werten, welche eher unterdurchschnittlich ausfielen, gibt es nun klare Zugewinne im Vergleich zum regulären Ryzen 9 9950X3D: +4,6% im Singlthread-Tests sowie +9,8% im Multithread-Test legt der Ryzen 9 9950X3D2 hierbei oben drauf, sicherlich auch (etwas) begünstigt durch die Overclocker-Platine von Gigabyte sowie den DDR5/8000-Speicher. Aber selbst damit sollte eigentlich kein solch klarer Performancegewinn unter dem Cinebench herauskommen, gerade wenn die nominellen Taktraten einen kleinen Abschlag beim kommenden Halo-Modell von Zen5/X3D sehen. Wenn da nicht vielleicht doch noch eine höhere TDP im Spiel sein sollte, sind diese Benchmark-Werte denkbarerweise nicht wirklich repräsentativ. Der Ryzen 9 9950X3D2 sollte eigentlich nur minimal anders performen als der reguläre Ryzen 9 9950X3D, der verdoppelte 3D V-Cache ist aus Performance-Sicht eher ein Gimmick und dürfte nur im Rahmen (sehr) weniger Prozentpunkte etwas bringen.

AMD Zen 5 Kerne L2+L3 3DVC Takt iGPU OC TDP/PPT Listenpreis Retail Release
Ryzen 9 9950X3D2 16C/32T 16+64 MB 128 MB 4.3/5.6 GHz 200/?W ? ? H1/2026
Ryzen 9 9950X3D 16C/32T 16+64 MB 64 MB 4.3/5.7 GHz 170/200W $699 / 769€ ab 664€ 12. März 2025
Ryzen 9 9900X3D 12C/24T 12+64 MB 64 MB 4.4/5.5 GHz 120/162W $599 / 659€ ab 562€ 12. März 2025
Ryzen 7 9850X3D 8C/16T 8+32 MB 64 MB 4.7/5.6 GHz 120/?W ? ? 29. Jan. 2026
Ryzen 7 9800X3D 8C/16T 8+32 MB 64 MB 4.7/5.2 GHz 120/162W $479 / 529€ ab 435€ 7. Nov. 2024
Hinweis: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen

Eine klarer verständliche Erläuterung, aus welchem Blickwinkel nVidia seine Lieferpriorisierungen im RTX50-Portfolio ansetzt, liefert eine von WCCF Tech erstellte Infografik basierend auf einem Bericht seitens Tom's Hardware: Es geht nVidia schlicht um den Umsatz pro Gigabyte VRAM – eben weil die lieferbare Speichermenge begrenzt ist und somit diese limitierte Ressource so gut wie möglich verteilt werden muß. Intern dürfte nVidia sicherlich genauere Rechnungen aufstellen, welche auch den Punkt "Profit pro Gigabyte VRAM" einschließen – aber dies ist von außen her natürlich nicht nachzustellen. Dabei basiert die Infografik von WCCF Tech selbst nur auf groben Angaben, benutzt beispielsweise den offiziellen Listenpreis der RTX50-Beschleuniger, nicht tatsächliche Einzelhandelspreise. Das ganze ist rein schematisch zu sehen, die reale Kalkulation wird genauer ausfallen und könnte in der Höhe einzelner Balken somit abweichen.

Die großen Differenzen sind allerdings auch mit einer genaueren Kalkulation nicht zu überbrücken – ganz besonders deutlich im Fall der GeForce RTX 5060 Ti: Da kostet das 16-GB-Modell nicht gerade wesentlich mehr als das 8-GB-Modell, verbraucht aber die doppelte Menge des knappen Grafikkartenspeichers. Dies ist klar der ungünstige Fall für nVidia in der Speicherkrise 2026. Somit ist die GeForce RTX 5060 Ti 16GB wohl auch vermutlich jenes Modell, welches nVidia nachfolgend am geringsten liefern dürfte. Alle HighEnd-Modelle ab der GeForce RTX 5080 sehen hingegen gut aus, hier wird der benötigte VRAM bestmöglich in Umsatz umgewandelt. Sollte die GDDR-Knappheit noch stärker anziehen, dürfte sich nVidia primär der Fertigung nur noch der HighEnd-Lösungen zu wenden, da man somit am wenigsten an Umsatz verliert sowie die knappe Ressource des VRAM am besten nutzt. Dass derzeit vor allem auch die Preise der HighEnd-Modelle der RTX50-Serie anziehen, kommt für nVidia als weiterer Pluspunkt oben drauf.

Bei dieser Gelegenheit wäre unbedingt noch einmal die frühere Gerüchteaussage zurückzuweisen, nVidia würde keine Bundles von Grafikchip + VRAM mehr an die Grafikkarten-Hersteller abgeben. Dies ist die übliche Abgabeform von AMD & nVidia seit vielen Jahren, da somit ein gewisser Großeinkauf der Grafikchip-Entwickler bei den Speicherchip-Herstellern garantiert werden kann, was sich auch in niedrigeren Preislagen (oder höheren Gewinnen) niederschlagen sollte. Hierzu gab es im November das Gerücht, dass nVidia diese Abgabeform auflösen wollte. Alle neueren Infos sprechen allerdings dagegen, gerade erst haben Tom's Hardware hierzu mit dem Gigabyte-CEO Eddie Lin gesprochen. Danach bekommt Gigabyte auch weiterhin die bekannten Bundles aus Grafikchip + VRAM von nVidia, der Modus Operandi dürfte somit auch bei den anderen größeren Grafikkarten-Herstellern unverändert sein. Das seinerzeitige Gerücht war somit falsch – und sollte ergo nicht mehr beachtet oder zitiert werden.

Additionally, Lin noted that Gigabyte continues to receive bundled memory from Nvidia with its GPUs. Rumors have swirled that Nvidia is no longer providing board makers with memory, which would portend a dire situation for smaller-scale players if they were forced to buy memory on the open market. Other vendors could be subject to different agreements and conditions with Nvidia, but we haven't received any confirmation from vendors that Nvidia is no longer bundling memory.
Quelle:  Tom's Hardware am 16. Januar 2026

Eben dieser Punkt der weiterhin existierenden Bundle-Lieferungen ermöglicht nVidia auch, derzeit preislich korrigierend aufzutreten. Wie WCCF Tech auf Basis mehrerer Industriequellen berichten, gibt nVidia derzeit nicht alles der höheren GDDR-Preise an die Grafikkarten-Hersteller weiter, sondern nimmt wohl einen Teil der gestiegenen Kosten auf sich selbst – um somit den Anstieg der Grafikkarten-Preise wenigstens etwas abzubremsen. Wie stark dieser Effekt ist, bleibt allerdings ungenannt. Denkbarerweise erhöht nVidia den Bundle-Preis um mindestens den höheren Kostenpunkt, verzichtet aber auf einen entsprechend höheren (absoluten) Gewinnanteil, reduziert also seine relative Gewinnmarge. nVidia kann sich dies natürlich locker leisten, da kommen die wirklichen Gewinne aus ganz anderen Feldern, selbst wenn die Grafikkarten-Sparte weiterhin hochprofitabel unterwegs ist. Die eigentliche Problematik entspringt aber sowieso nicht den höheren Preisen, sondern den geringeren GDDR-Lieferungen seitens der Speicherchip-Hersteller – was die insgesamt mögliche Absatzmenge an Grafikkarten limitiert.