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News des 18. August 2023

Von der PC Games Hardware kommt ein weiterer vollständiger Test zur Radeon RX 7900 GRE – womit nunmehr wenigstens drei westliche Reviews zu dieser Karte vorliegen. Dabei liegen die bei ComputerBase und PC Games Hardware aufgestellten Benchmark-Werte recht eng beinander, während jene von Hardware Unboxed doch einigermaßen klar davon abweichen. Da allerdings seitens Hardware Unboxed keinerlei Gewißheit (durch Dokumentationen oder klare Aussagen) darüber existiert, ob nicht für deren Benchmarks doch (teilweise) werksübertaktete Grafikkarten verwendet werden, läßt sich hieraus leider nichts ableiten – und gelten somit vorerst die Benchmark-Serien der beiden deutschsprachigen Quellen als maßgeblich.

6800XT vs 7900GRE vs 6950XT FullHD/1080p WQHD/1440p 4K/2160p
ComputerBase –10,9%     +1,4% –10,7%     +2,3% –11,5%     +2,8%
Hardware Unboxed @ YouTube –7,1%     +8,8% –9,0%     +6,0%
PC Games Hardware –9,0%     +2,2% –9,3%     +3,1% –10,5%     +2,7%
Differenz zur Radeon RX 7900 GRE: erster Wert 6800XT vs 7900GRE, zweiter Wert: 7900GRE vs 6950XT

Die gemittelte Performance zwischen CB- und PCGH-Zahlen ergibt im 4K-Index keine Änderung, im FullHD-Index eine minimale Anpassung nach unten hin (von vorher ~2350% auf nunmehr ~2340%). Bemerkenswert sind daneben die RayTracing-Benchmarks der PCGH: Unter Raster-Rendering liegt schließlich die Radeon RX 6950 XT durchgehend um 2-3% vor der Radeon RX 7900 GRE, doch unter RayTracing kehrt sich dies um: Um 4-7% (je nach Auflösung) gewinnt hier die Radeon RX 7900 GRE, beweist somit den gewissen RayTracing-Fortschritt der RDNA3-Architektur. Damit dürfte die Performance-Einordnung der Radeon RX 7900 GRE erst einmal abgeschlossen sein, vor einem tatsächlichen Retail-Erscheinen sind kaum noch größere Testberichte unter deren Beteilung zu erwarten. Der Retail-Start der Karte könnte im übrigen tatsächlich noch erfolgen, laut der PCGH denken einige AMD-Partern über entsprechende Angebote nach.

Radeon RX 7900 GRE Radeon RX 7900 XT Radeon RX 7900 XTX
Hardware 80 CU @ 256 Bit, 64 MB IF$ 84 CU @ 320 Bit, 80 MB IF$ 96 CU @ 384 Bit, 96 MB IF$
Taktraten 1287/1880/2245 MHz & 18 Gbps 1500/2000/2400 MHz & 20 Gbps 1900/2300/2500 MHz & 20 Gbps
Rohleistungen 46,0 TFlops & 576 GB/sec 51,6 TFlops & 800 GB/sec 61,4 TFlops & 960 GB/sec
Speicher 16 GB GDDR6 20 GB GDDR6 24 GB GDDR6
TDP 260W 315W 355W
Realverbrauch ~250W 309W 351W
FHD Perf.Index ~2340%  (aktualisiert) 2720% 2980%
4K Perf.Index ~372% 448% 530%
Listenpreis $649 $899 / 1049€ $999 / 1149€
Release 28. Juli 2023 13. Dezember 2022 13. Dezember 2022

Die ComputerBase versucht, einige der Zahlen & Prognosen zu nVidias "H100" HPC-Beschleuniger, welche die letzten Tage über zu lesen waren, wieder zurechtzurücken. So sollen die Auslieferungen von 550'000 Stück an H100-Beschleunigern noch dieses Jahr nicht wirklich eine Auslieferungs- oder Bestellmenge sein – sondern einfach nur eine Hochrechnung, wieviele an entsprechenden Packages die CoWoS-Fertigung von TSMC ausstoßen kann. Auch eine weitere genannte Zahl – 4 Millionen H100-Chips bis Ende 2024 – wurde als generell zu hoch in Zweifel gezogen. Zugleich wird die Kosten/Gewinn-Rechnung der letzten Tage angezählt, da jene zum einen weder Entwicklungs- noch Software-Kosten beinhaltet, zudem ganz generell die reine BOM ("Bill of Material") ein ungünstiger Ausgangspunkt für eine Gewinnrechnung darstellt.

Und in der Tat könnten einige dieser Meldungen einfach nur wegen der Schlagzeilen-Trächtigkeit entstanden, bezüglich der dahinterstehenden Fakten jedoch ungenau sein. Insbesondere Börsen-Blätter haben sich zudem bislang noch nie den Ruf erworben, feine Details aus der Chipfertigung besonders korrekt dargestellt zu haben. Nichtsdestotrotz dürfte die Tendenz stimmen, auch wenn die konkret genannten Zahlen vielleicht nicht passen: nVidia wird mit Aufträgen zu HPC/KI-Beschleunigern zugeworfen und erwartet deswegen einen massiven Umsatzsprung für das zweite Quartal sowie (anzunehmenderweise) das Restjahr. Zugleich trägt dieses Profi-Equipment natürlich massive Gewinnanteile, welche sich bei vollen Auftragsbüchern eher denn erhöhen als denn reduzieren. Dass nVidia deswegen seine Fertigung an Gaming-Grafikchips nicht gleich wegwirft, war sowieso eine Schnappsidee bzw. wurde bereits an dieser Stelle geradegerückt.

Von YouTuber RedGamingTech kommen (angebliche) zusätzliche Spezifikationen zur PlayStation 5 Pro, welche die bekannten und aus einer vergleichsweise soliden Quelle stammenden Spezifikationen um einige Details erweitern. So wird erstmals der CPU-Part genannt, jener soll 8 CPU-Kerne der Zen-4-Generation umfassen. Daneben gibt es wieder 16 GB GDDR6-Speicher, hinzukommend allerdings eine ungenannte Menge an DDR5-Speicher, welche anzunehmenderweise rein für das Betriebssystem gedacht ist. Der Grafik-Part wird aktualisiert auf die Nutzung der RNDA3 oder RDNA 3.5, mit den schon bekannten 60 Shader-Clustern. Hier ergibt sich allerdings die wichtige Anmerkung, dass dies wohl die reine Hardware-Gestaltung sein soll – sprich, Sony für die Verkaufsversionen durchaus mit etwas weniger als jenen 60 Shader-Clustern operieren könnte.

PS5 "Digital Edition" PlayStation 5 PlayStation 5 Pro
Prozessor 8C/16T Zen 2 @ ≤3.5 GHz 8C/16T Zen 4 @ >3.6 GHz
Grafiklösung 36 CU RDNA2 @ ≤2.23 GHz (≤10,3 TFlops) ≤60 CU RDNA3/3.5 >2.7 GHz
Speicherinterface 256 Bit GDDR6 @ 14 Gbps (448 GB/sec) 18 Gbps
Speicherausbau 16 GB GDDR6 16 GB GDDR6 + extra DDR5
Festplatte 825 GB NVMe-SSD @ 5,5 GB/sec (8-9 GB/sec mit Kompression) ?
Laufwerk keines 4K UHD BluRay ?
Listenpreis $399.99 / 399,99€
ab Aug 2022: 449,99€
$499.99 / 499,99€
ab Aug 2022: 549,99€
?
Release 12. November 2020 (Europa: 19. Nov.) angbl. November 2024
Hinweis: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basierend auf Gerüchten & Annahmen.

Die Hauptaussage des YouTubers liegt allerdings in der (angeblich) massiven RayTracing-Leistung der PS5Pro – was gleichzeitig auch den vakantesten Punkt darstellt. Denn erstens einmal kann man an dieser Stelle schnell dem Firmen-Marketing erliegen, welche diesen RayTracing-Boost vielleicht nur gegenüber der regulären PlayStation 5 sieht – welche mit der RDNA2-Architektur ohne Infinity Cache diesbezüglich eher schwach aufgestellt ist. Und zweitens bringen RDNA 3/3.5 ohne weitere Änderungen erst einmal keine mit nVidia wirklich gleichwertige RayTracing-Performance hervor, dafür müsste man dann tatsächlich "SemiCustom" machen und zusätzliche Hardware-Einheiten integrieren. Die Frage ist, ob Sony so viel Einsatz für eine Zwischengeneration machen will, welche möglicherweise nicht einmal einen Xbox-Kontrahenten haben wird. In jedem Fall ist es einfach, von einem "RayTracing-Monster" zu reden – relevant ist jedoch nur, wie stark sich dies im Vergleich zu vorhandenen RayTracing-Lösung einordnen kann.