
YouTuber Daniel Owen bringt klarere Aussagen zur Technik hinter DLSS5 bzw. vor allem dazu, was jenes als Input benutzt, basierend auf Aussagen von nVidias Jacob Freeman. Und in der Tat und auch abweichend von anderen offiziellen Aussagen nVidias wird nur das vorherige Bild sowie die Bewegungsvektoren als Input für DLSS5 benutzt – anders formuliert fehlen DLSS5 somit die Informationen der Spiele-Engine und der Figuren/Objekt-Modelle zur jeweiligen Szene. Wie schon mit der ersten Berichterstattung zu DLSS5 vermutet, arbeitet das ganze wie ein KI-Bildverschönerer – es erkennt eigentlich nicht, was es da verschönert, sondern macht einfach mal los, auf Basis seines umfangreichen Trainings, aber immer in Richtung der Mittelwerte aus diesen Trainingsdaten gepolt. So gesehen sind diverse Bildfehler und eine sichtbare "Yassifizierung" der DLSS5-Bilder vollkommen normal, dies ist bei KI-Bildgeneratoren auch nicht anders, wenn man jene nicht mit den richtigen Prompts zur tatsächlich gewünschten Bildstimmung füttert. Auch erscheinen die derzeit vorliegenden Eingriffsmöglichkeiten der Spieleentwickler als zu gering angesetzt, wirklich schlagkräftig ist faktisch nur die Funktion, ganze Bildbereiche von der DLSS5-Aufhübschung auszuschließen.
– DLSS5 takes a 2D frame plus motion vectors as input.
– DLSS5 is trained end to end to understand complex scene semantics such as characters, hair, fabric, and translucent skin along with the environment lighting conditions like front lit, back lit or overcast all by analyzing a single frame.
– The underlying geometry is unchanged.
– DLSS5 only takes the rendered frame and motion vectors as inputs. Materials are inferred from the rendered frame.
– Developers will have detailed controls such as intensity and color grading. Artists can use these controls to adjust blending, contrast, saturation, and gamma, and determine where and how enhancements are applied to maintain the game's unique aesthetic. Developers can also mask specific objects or areas to be excluded from enhancement.
Quelle: nVidia's Jacob Freeman, zitiert von Daniel Owen @ YouTube am 19. März 2026
Um hier wirklich etwas zu erreichen, ohne die Intention der Spieledesigner zu unterminieren, müssten DLSS5 weit mehr Daten zur Verfügung stehen als nur diese so genannten "Screenshots". Teilweise wurde dieser Stelle schon darüber nachgedacht, dass DLSS5 für eine solche KI-Bildverschönerung Zugriff auf Objektdaten haben muß, um deren vom Spieleentwickler angedachtes Aussehen korrekt erfassen zu können. Dazu könnten sicherlich auch noch Daten zur Szenen- und Figurstimmung kommen, damit die KI-Bildverschönerung nicht gerade die Szenenatmosphäre total verhunzt. Augenscheinlich ist nVidia hier den (technisch) einfachstmöglichen Weg gegangen und hat sich dabei vor allem bezüglich des Interesses der Nutzergemeinde an KI-Technik maßgeblich verkalkuliert. Nun ist das Kind tief in den Brunnel gefallen und bevor nVidia dies tatsächlich erkennt und nicht gerade die Kritiker schlicht für "doof" erklärt, wird es schwer werden, dies wieder geradezubiegen. Bei so viel Gegenwind, wie nVidia derzeit entgegenschlägt, dürfte es auch kein Selbstläufer sein, DLSS5 am Markt durchzusetzen sowie die Sache ausreichend zu kitten.
Analyst Jukan @ X berichtet über fernöstliche Gerüchte zu einer Intel Prozessoren-Preiserhöhung von +10% gegenüber seinen OEM-Abnehmern zum Monatsende. Basis soll wohl eine Intel-Verlautbarung an seine Abnehmer sein, ergo dürfte dies mit einiger Sicherheit real werden. Dies ist allerdings nicht mit einer Änderung der Listenpreise zu verwechseln, jene bleiben in aller Regel unangetastet, trotz Branchen-interner Preisänderungen. Es geht hier um den Intel-Abgabepreise in seinem B2B-Geschäft mit den großen PC-Herstellern und Distributoren, welcher üblicherweise in Form von Rabatten auf den Listenpreis ermittelt wird. Faktisch dürfte Intel schlicht jene Rabatte reduzieren und somit den Einkaufspreise der OEM-Hersteller und Großhändler erhöhen. Je nachdem wieviel Spielraum jene dann haben, müssen selbige dann auch ihre eigenen Abgabepreise erhöhen – im üblicherweise knapp kalkulierten PC-Geschäft bzw. in der Handelkette bis hinunter zum Einzelhandel sollte dies normalerweise entprechende Preiserhöhungen bedeuten. Ausgangspunkt der Intel-Preiserhöhungen sollten wohl höhere Fertigungskosten für Intel sein.
According to industry sources on the 19th, Intel has notified major customers that it intends to raise PC CPU prices by the end of this month. The price hike is said to cover most of the key products across Intel’s diverse CPU lineup.
Quelle: Jukan @ X am 19. März 2026, in Wiedergabe & Übersetzung eines Artikels von Etnews
Gleichfalls kann Intel sich dies in einigen Produktsparten aber auch schlicht leisten, denn im Server-Bereich kann selbst Intel derzeit nicht genügend für die (im AI-Boom) klar gestiegene Nachfrage produzieren. Auch im Mobile-Segment ist Intels Marktstellung ausreichend gut, dass man da jederzeit mit gewissen Preiserhöhungen durchkommt. Zudem ist der Zeitpunkt natürlich günstig, weil derzeit alle Preiserhöhungen auf kriegerische Weltereignisse geschoben werden können (selbst wenn jene im konkreten Fall vielleicht nur marginal wirksam sind). In die Gefahr, beim Endkundenpreis deutlich oberhalb seiner offiziellen Listenpreise herauszukommen, gerät Intel dabei vermutlich nirgendwo: Im Server- und Mobile-Bereich gibt es selbige Listenpreise sowieso nicht bzw. haben jene im Rahmen ganzer Geräte keine Bedeutung. Und bei seinen Desktop-Prozessoren hatte Intel zuletzt im Einzelhandel regelmäßig klar niedrigere Endkundenpreise als die umgerechneten Listenpreise angeboten, mittels einer Preiserhöhung würde sich das Einzelhändler-Preisniveau somit nur wieder den Listenpreisen annähern. Noch ist aber unklar, wie breit diese Intel-Preiserhöhungen sind bzw. ob da jede Produktgruppe gleichermaßen betroffen ist.
Gemäß Bloomberg will Speicherhersteller Samsung zukünftig Speicherlieferungs-Langzeitverträge über 3-5 Jahre vergeben – im klaren Gegensatz zu den zuletzt eher zurückgehenden Längen dieser Langzeitverträge. Der Hintergrund dieser Änderung liegt wohl primär darin, dass man sich damit gegenüber neuerlichen Marktveränderungen absichert in einem Zeitraum, wo man selber stark in den Fabrikausbau investieren wird. Zugleich bedeutet dies aber auch, dass man bei Samsung die Zeiten weiter nach oben galoppierender Preise wohl als beendet ansieht. Denn in diesen gingen die Laufzeiten der Langzeitverträge beachtbar zurück, wurden anstatt der vorher üblichen Jahresverträge teilweise nur noch Quartalsverträge geschlossen. Dies ermöglichte es den Speicherherstellern, in einem absehbar kurzen Zeitraum immer wieder mit neuen Preiserhöhungen anzukommen bzw. den allgemeinen Preistrend des Speichermarktes auch bei diesen Langzeitverträge zeitnah mitzugehen. Langzeitverträge über 3-5 Jahre sind hingegen ein deutlicher Hinweis darauf, dass Samsung keine beachtbaren Preissteigerungen mehr erwartet.
Samsung Electronics Co. is considering a shift toward multi-year contracts for memory chips, a much longer timeframe than is typical that may help stabilize supply and ease concerns about a shortage of the essential components. The company is considering lengthening contracts from the current quarterly or annual agreements to as much as three to five years, co-CEO Jun Young-hyun told shareholders at the company’s annual general meeting.
Quelle: Bloomberg am 18. März 2026
Dies muß natürlich überhaupt nicht bedeuten, dass die Speicherpreise deswegen sinken werden bzw. führen gerade die langlaufenden Langzeitverträge dazu, dass dies nicht passieren wird. Denn damit wird ein gewisses Preisniveau zementiert – und selbst wenn es etwas niedriger als aktuelle Spotpreise sein sollte, dann bleibt da doch nicht viel Spielraum für Preissenkungen. Und bei der Laufzeit von 3-5 Jahren wird sich dann im Rahmen selbiger nichts entscheidendes bei den Speicherpreisen bewegen können, das einmal erreichte hohe Plateau somit weitgehend gehalten werden. Nur wenn sich die Speicherpreise gänzlich südwärts entwickeln würden, wäre dies nicht von Belang, denn dann fressen die Abnehmer lieber die Vertragsstrafe (von teilweise 30% der Gesamtsumme) und beenden den Langzeitvertrag vorzeitig. So richtig erfreulich ist diese Meldung somit nicht, bedeutet jene doch zuerst die Zementierung des aktuellen Preisniveaus über mehrere Jahre hinweg. Gestützt wird dies zugleich über Aussagen seitens SK Hynix, welche laut Finanzmarktwelt eine vollständige Stabilisierung des Speichermarkts nunmehr kaum vor dem Jahr 2030 (!) sehen.