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nVidias DLSS5 soll ab Herbst für KI-gestützte Bildverbesserung sorgen

nVidia hat auf seiner Hausmesse GTC das im Herbst kommende "DLSS5" vorgestellt, welches neben den bisherigen DLSS-Features dann auch "3D Guided Neural Rendering" daherbringen wird. Für nVidia ist es nichts geringeres als die "Neuerfindung der Spielegrafik", praktisch kann man sich DLSS5 als die Echtzeit-Version einer KI-Bildverschönerung vorstellen, welche wie selbige mit einem bestehenden Grundbild arbeitet, nicht wie reine KI-Bilderzeuger das komplette Bild erfinden muß. nVidia preist als Vorteile insbesondere eine realistische Beleuchtung an, auf den Preview-Bildern fällt dies allerdings weniger klar auf, dort stechen vor allem die deutlich detaillierten Gesichter hervor. Selbiges gefällt allerdings nicht jedem, vielen geht der Charme des Originals bei dieserart Verbesserung verloren. Den Verbesserungsgrad kann der Spieleentwickler allerdings steuern, denkbarerweise hatte nVidia für seine Preview-Bilder die Regler aufs Maximum gedreht.


MouseOut: DLSS5 off (Originalbild), MouseOver: DLSS5 on (Originalbild) — Javascript benötigt!

Derzeit sind zu DLSS5 nur ein paar Preview-Bilder im nVidia-Blog zu sehen sowie gibt es bei der Digital Foundry @ YouTube das einzige Video-Material hierzu. Ein wirklich breiter Bildeindruck ist damit noch nicht möglich, die übermäßige Verbesserung der Gesichter ist allerdings bereits herausstechend und wird wie gesagt recht breit kritisiert. Anzunehmenderweise hatte nVidia ein freundlicheres Anwenderfeedback erwartet, hier trifft man auf (viel) mehr Puristen als gedacht, welche den ursprünglichen Grafikstil nicht verändert sehen wollen. Die ist sicherlich eine Geschmackssache, andere sehen an dieser Stelle durchaus sogar einen echten Sprung in der Bildqualität. Wahrscheinlich ist die Benutzung von bisher existierenden Spieletiteln als Demonstrationsobjekt einfach nur suboptimal, weil die DLSS5-Grafik bei diesen teilweise "verfremdend" aussieht. Bei Spielen, die gleich von Anfang an mit DLSS5 erscheinen, kommt dieser eher psychologische Effekt dann wahrscheinlich nicht mehr vor.

DLSS5 scheint erst einmal nur für die GeForce RTX 50 Serie zu erscheinen, in Stein gemeißelt ist dies aber noch nicht. Die Leistungsanforderungen scheinen aber sowieso enorm und eigentlich nicht für heutige Beschleuniger gedacht zu sein, denn die aktuelle DLSS5-Demo von nVidia wurde von zwei GeForce RTX 5090 Grafikkarten berechnet – eine für das normale Bild, eine nur für DLSS5. Bis zum tatsächlichen Start von DLSS5 irgendwann in diesem Herbst will nVidia die Leistungsanforderungen noch so weit reduzieren, dass auch "nur" eine GeForce RTX 5090 ausreicht – was aber dennoch recht viel klingt. Natürlich können auch hier wieder die konkreten Spiele mit geringeren Leistungsanforderungen für DLSS5 daherkommen, denkbarerweise ist auch dies für die Spieleentwickler steuerbar. Im Gegensatz zu vorherigen DLSS-Versionen bringt DLSS5 aber eben nicht mehr Performance mit sich, sondern ist ein reines Optik-Update – und verlangt dafür (nicht zu knapp) an zusätzlicher Rechenzeit.

Denkbarerweise war DLSS5 eigentlich für die nachfolgende GeForce RTX 60 Serie als primäres Feature gedacht. Jene erscheint nun grob ein Jahr später als geplant (ursprünglich Ende 2026 bis Anfang 2027), aber nVidia packt DLSS5 doch schon einmal aus – vielleicht, weil damit erscheinende Spieletitel terminlich fest geplant sind, oder auch einfach nur als Midlife-Booster für die GeForce RTX 50 Serie in reiner Software-Form. Die wahrscheinlich geplante Ansetzung für die RTX60-Serie würde jedenfalls die hohen Leistungsanforderungen erklären, denkbarerweise bringt der RTX50-Nachfolger hierfür explizit gedachte Hardware mit und kann sich dann deutlich von der DLSS5-Performance der GeForce RTX 50 Serie distanzieren. Insofern DLSS5 nicht gerade an der verfremdenden Gesichtsdarstellung stolpert, werden damit natürlich vor allem auch die Grafikkarten von AMD & Intel auf die Plätze verwiesen, denn nVidia will mit DLSS5 die faktisch überlegene Bildqualität liefern.

Zugleich stellt DLSS5 aber auch den Einstieg ins "Neural Rendering" dar, über welches viel geredet, welches aber sehr oft als noch einigermaßen in der Zukunft liegend betrachtet wurde. Und sicherlich übersteigt es die Hardwarepower heutiger und absehbarer Grafikkarten, wenn man eine faktisch ganze Grafik allein nur mittels KI erzeugen wollte. Der Einstieg gelingt nun aber vergleichsweise früh als reiner Bildverbesserer, welcher primär mit bereits vorhandener, konventioneller Grafik arbeitet – und jene nur "aufhübscht". Die reicht jedoch als Einstieg vollkommen auf, denn aus diesem Ansatz heraus kann man schrittweise mit der Zeit immer mehr machen – sprich mit immer weniger konventioneller Grafik und einem immer größeren Anteil generierter Grafik arbeiten, je nachdem wie es die zur Verfügung stehende Rechenleistung zuläßt. So gesehen ist DLSS5 anzunehmenderweise ein sehr bedeutsames Ereignis in der Entwicklung der Spielegrafik.