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nVidia bringt mit "nVidia Image Scaling" einen eigenen offenen Upscaler in Konkurrenz zu AMDs FSR

Mit dem neuen GeForce-Treiber 496.76 bietet nVidia nunmehr ein weiteres Upscaling-Feature nach dem eigenen DLSS sowie AMDs FSR an: "nVidia Image Scaling" (NIS). Hierbei kopiert nVidia ein wenig AMDs FSR-Ansatz, denn bei NIS handelt es sich um nichts anderes als die grundsätzlich selbe Lösung mit grünem Anstrich: Ein spatialer Upscaler (sprich Rendering auf intern niedriger Auflösung und dann Hochskalierung auf die Zielauflösung zur Bildausgabe), ohne Verarbeitung von temporärer Komponente oder gar einer KI-Unterstützung. Allerdings peppt nVidia das ganze mittels dem Haus-eigenen Bildschärfungs-Tool "nVidia Image Sharpening" auf, welches bei NIS-Einsatz automatisch mit ins Spiel kommt und der für Upscaler typischen gewissen Weichzeichnung entgegenwirken soll. Da nVidias Schärfungstool bislang für gutklassige Ergebnisse steht und die Nachschärfung bei FSR in der Praxis als suboptimal gilt, wäre nVidias NIS somit AMDs FSR auf dem Papier überlegen – was natürlich besser den Praxisvergleich abzuwarten gilt.

AMD FSR nVidia NIS nVidia DLSS
offiziell unterstützte Grafikkarten AMD Radeon RX 400, 500, Vega, 5000 & 6000 Serien + alle AMD Ryzen APUs + nVidia GeForce 10, 16, 20 & 30 Serien nVidia GeForce 900, 10, 16, 20 & 30 Serien nVidia GeForce 20 & 30 Serien (nicht GeForce 16)
inoffiziell unterstützte Grafikkarten jede DirectX-11-Hardware derzeit nicht genau bekannt, aber sehr wahrscheinlich einige keine anderen
Spiel- oder Treiber-Feature muß von den Spielen als Option angeboten werden kann per nVidia-Treiber erzwungen oder von den Spielen als Option angeboten werden muß von den Spielen als Option angeboten werden
technische Ausgestaltung spatialer Upscaler mit Nachschärfung spatialer Upscaler mit Nachschärfung (letzteres eventuell nur auf offiziell unterstützten nVidia-Karten) Upscaler auf Basis von Deeplearning-Informationen und zusätzlich temporaler Komponente (ab v1.9)
rechtlicher Status OpenSource OpenSource proprietäres nVidia-Feature
Release 22. Juni 2021 16. November 2021 19. September 2018 (Turing-Launch)

Bei den gebotenen Modi hält sich NIS weitgehend an das, was schon von DLSS & FSR bekannt ist: Von den Skalierungs-Faktoren her ist vieles gleich, nur benutzt NIS dafür andere Bezeichnungen – bei NIS jeweils direkt nach dem Skalierungsgrad benannt. Allerdings gibt es bei NIS nicht mehr den UltraPerformance-Modus von DLSS mit 3facher Auflösungsskalierung, dafür aber einen "SuperUltra"-Modus mit nur noch 1,2facher Auflösungsskalierung. Die Modi dazwischen entsprechend dann ziemlich exakt dem, was von AMDs FSR geboten wird, abzüglich minimaler Rundungsdifferenzen kommen überall dieselben internen Rendering-Auflösungen heraus. Somit dürften sich die Performance-Ergebnisse gut zu FSR vergleichen lassen – sollten jedoch sowieso kaum abweichen, denn der Rechenaufwand für das Hochskalieren ist nicht besonders groß, womit etwaige Differenzen auf diesem Gebiet kaum ins Gewicht fallen werden. Selbst die NIS-eigene Nachschärfung dürfte kaum bemerkbar an Performance kosten.

Kantenskalierung AMD FSR nVidia NIS nVidia DLSS
NIS: "85%" - 85,0%  (x1,2) -
FSR & DLSS: "Ultra Quality" — NIS: "77%" 76,9%  (x1,3) 76,9%  (x1,3) -
FSR & DLSS: "Quality" — NIS: "67%" 66,7%  (x1,5) 66,7%  (x1,5) 66,7%  (x1,5)
FSR & DLSS: "Balanced" — NIS: "59%" 58,8%  (x1,7) 59,0%  (x1,7) 58,0%  (x1,7)
FSR & DLSS: "Performance" — NIS: "50%" 50,0%  (x2,0) 50,0%  (x2,0) 50,0%  (x2,0)
DLSS: "Ultra Performance" - - 33,3%  (x3,0)

Das NIS-Feature steht offiziell allen nVidia-Grafikkarten ab der Maxwell-Generation (GeForce 900 Serie) zur Verfügung und kann für diese sogar über den nVidia-Treiber erzwungen werden – was der Anwendungsbreite des Features extrem zuträglich ist. Gleichfalls stellt nVidia sein NIS aber auch unter OpenSource, womit es Spiele-Entwickler in ihre Spiele einbauen und für andere Grafikkarten öffnen können. Wie breit der Support dort sein wird bzw. welche technischen Grundvoraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen, ist noch offen (bei AMDs FSR ist beispielsweise eine DirectX-11-Grafiklösung Voraussetzung). Genauso bleibt derzeit offen, ob es die NIS-eigene Nachschärfung womöglich nur für die offiziell unterstützten nVidia-Grafikkarten gibt – und nicht für andere Grafikkarten, welche regulär kein "nVidia Image Sharpening" unterstützen sollten. Zumindest theoretisch wäre somit denkbar, dass NIS auf AMD- und Intel-Grafikkarten dann etwas andere optische Ergebnisse liefert, weil dort (eventuell) die Nachschärfung fehlt oder auf eine andere, allgemeinere Nachschärfungsmethode zurückgegriffen werden muß.

Der Markteffekt von NIS ist damit derzeit noch nicht gut einzuschätzen, da wesentliche Informationen fehlen. Als dritte Upscaling-Methode und die zweite offene Methode kommt NIS zumindest vergleichsweise spät ins Spiel. Womöglich haben sich schon einige Spieleentwickler auf AMDs FSR eingeschossen, womöglich wollen viele Spieleentwickler nach DLSS und FSR nicht auch noch eine dritte Methode unterstützen. Dass man NIS per Treiber auf nVidia-Grafikkarten erzwingen kann, erhöht die praktische Wirkmacht des Features ungemeint, nimmt aber gleichzeitig auch den Druck von den Spielerentwicklern, sich diesbezüglich selber engagieren zu müssen. Dass auch von Intel mit "XeSS" noch ein eigener Upscaler kommen wird, macht die Entscheidung der Spieleentwickler nicht einfacher – womit man vorerst den Weg des geringsten Widerstands gehen und schlicht (wie bisher) FSR einbauen könnte.

Mit dem neuen GeForce-Treiber 496.76 bietet nVidia nunmehr ein weiteres Upscaling-Feature nach dem eigenen DLSS sowie AMDs FSR an: "nVidia Image Scaling" (NIS). Hierbei kopiert nVidia ein wenig AMDs FSR-Ansatz, denn bei NIS handelt es sich um nichts anderes als die grundsätzlich selbe Lösung mit grünem Anstrich: Ein spatialer Upscaler (sprich Rendering auf intern niedriger Auflösung und dann Hochskalierung auf die Zielauflösung zur Bildausgabe), ohne Verarbeitung von temporärer Komponente oder gar einer KI-Unterstützung. Allerdings peppt nVidia das ganze mittels dem Haus-eigenen Bildschärfungs-Tool "nVidia Image Sharpening" auf, welches bei NIS-Einsatz automatisch mit ins Spiel kommt und der für Upscaler typischen gewissen Weichzeichnung entgegenwirken soll. Da nVidias Schärfungstool bislang für gutklassige Ergebnisse steht und die Nachschärfung bei FSR in der Praxis als suboptimal gilt, wäre nVidias NIS somit AMDs FSR auf dem Papier überlegen - was natürlich besser den Praxisvergleich abzuwarten gilt.





AMD FSR
nVidia NIS
nVidia DLSS




offiziell unterstützte Grafikkarten
AMD Radeon RX 400, 500, Vega, 5000 & 6000 Serien + alle AMD Ryzen APUs + nVidia GeForce 10, 16, 20 & 30 Serien
nVidia GeForce 900, 10, 16, 20 & 30 Serien
nVidia GeForce 20 & 30 Serien (nicht GeForce 16)


inoffiziell unterstützte Grafikkarten
jede DirectX-11-Hardware
derzeit nicht genau bekannt, aber sehr wahrscheinlich einige
keine anderen


Spiel- oder Treiber-Feature
muß von den Spielen als Option angeboten werden
kann per nVidia-Treiber erzwungen oder von den Spielen als Option angeboten werden
muß von den Spielen als Option angeboten werden


technische Ausgestaltung
spatialer Upscaler mit Nachschärfung
spatialer Upscaler mit Nachschärfung (letzteres eventuell nur auf offiziell unterstützten nVidia-Karten)
Upscaler auf Basis von Deeplearning-Informationen und zusätzlich temporaler Komponente (ab v1.9)


rechtlicher Status
OpenSource
OpenSource
proprietäres nVidia-Feature


Release
22. Juni 2021
16. November 2021
19. September 2018 (Turing-Launch)