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News des 25. Februar 2026

Tippgeber Gray @ X macht auf den Punkt aufmerksam, dass die zuletzt wieder genannten "Unified Cores" bei Intel nicht gänzlich zu einer einzelnen Kern-Sorte führen, Intel vielmehr die Unterscheidung zwischen P-, E- und LPE-Kernen mit diesen weiterführen wird. Im Gegensatz zu bisher verschwinden allerdings die Architektur-Unterschiede – und zwar nicht einfach nur mittels gleichem Feature-Set, sondern vollständig in Form einer tatsächlich einheitlichen Architektur. Die Differenz zwischen P-, E- und LPE-Kernen wird bei Intel zukünftig über unterschiedliche Power-Kurven gebildet: Die P-Kerne geeignet für höchstmögliche Taktraten, die E-Kerne für mittlere Taktraten und die LPE-Kerne für sehr niedrige Taktraten. Interessanter Nebenpunkt hierbei ist, dass diese neuen vereinheitlichen Kerne aus der bisherigen E-Kern-Entwicklung entnommen werden, nicht der P-Kern-Entwicklung. Dies wurde allerdings alles schon beim ersten Gerücht zu den "Unified Cores" gesagt, welche davon allerdings abweichend voraussichtlich zum Jahresende 2028 mit der "Titan Lake" Prozessoren-Architektur anstehen.

Intel's Unified Core doesn't drop P, E, and LPE cores
They share the same IP, but with different power curves

Quelle:  Gray @ X am 24. Februar 2026

Fertigung CPU-Architekturen max. Kerne HT/RU iGPU Sockel Ausrichtung Release
Alder Lake Intel 7 Golden Cove + Gracemont 8P+8E HT Xe LGA1700 Desktop & Mobile 4. Nov. 2021
Raptor Lake Intel 7 Raptor Cove + Gracemont 8P+16E HT Xe LGA1700 Desktop & Mobile 20. Okt. 2022
Raptor Lake Refresh Intel 7 Raptor Cove + Gracemont 8P+16E HT Xe LGA1700 Desktop & HX-Mobile 17. Okt. 2023
Meteor Lake Intel 4 Redwood Cove + Crestmont 6P+8E+2LPE HT Xe rein Mobile (kein HX) 14. Dez. 2023
Lunar Lake TSMC N3B Lion Cove + Skymont 4P+4LPE Xe2 rein UltraMobile 24. Sept. 2024
Arrow Lake TSMC N3B+N5 Lion Cove + Skymont 8P+16E (6P+8E+2LPE) Xe LGA1851 Desktop & Mobile 25. Okt. 2024
Meteor Lake Refresh Intel 3 Redwood Cove + Crestmont 2P+8E+2LPE HT Xe rein UltraMobile 6. Jan. 2025
Panther Lake Intel 18A Cougar Cove + Darkmont 4P+8E+4LPE Xe3 rein Mobile (kein HX) 6. Jan. 2026
Nova Lake TSMC N2+N3E Coyote Cove + Arctic Wolf 16P+32E+4LPE ? LGA1954 Desktop & Mobile Q4/26-Q1/27
Razor Lake ? Griffin Cove + Golden Eagle (?) ? ? ? LGA1954 ? Q4/27-Q1/28
Titan Lake ? Unified Cores (?) 48P+48E+4LPE (?) ? ? LGA1954 (?) ? Q4/28-Q1/29
Serpent Lake ? wie Titan Lake ? ? nVidia ? ? ?
Hammer Lake ? ? ? ? ? LGA1954 (?) ? Q4/29-Q1/30
Hinweis: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen: Fertigung bezogen jeweils nur auf die CPU- & GPU-Tiles

Analyst Jukan erwartet zu nVidias Hausmesse GTC (16.-19. März) die Vorstellung von "Feynman", der nächsten HPC/AI-Architektur nach "Rubin". Zwar ist letztere noch nicht einmal wirklich ausgeliefert (soll im zweiten Halbjahr 2026 passieren), aber nVidia ist gewöhnlich früh dran mit diesem Vorstellungen im HPC/AI-Feld, wo es immer auch um die Außenwirkung geht. Sicher ist die Sache damit aber noch nicht, nVidia könnte auch einfach nur den Refresh "Rubin Ultra" vorstellen, gerade da die Feynman-Auslieferung für das zweite Halbjahr 2028 angesetzt ist und damit eine Feynman-Vorstellung auf der GTC erst im März 2027 vollkommen ausreichend wäre. Aber wie gesagt geht es hier immer auch um die Außendarstellung und zugleich hatte der nVidia-Chef für die kommende GTC mehrere Chips versprochen, "welche die Welt bisher noch nicht gesehen hat". Irgendetwas wirklich neues muß da also dabei sein – wobei "Rubin CPX" beweist, dass dies auch unerwartete Nebenprojekte sein können, die sprudelnden Gewinne des HPC/AI-Segments machen dies jederzeit möglich.

Golem berichtet über die Anstrengungen von PC-Hersteller HP, mit der Speicherkrise fertig zu werden bzw. in selbiger die PC-Preise nicht zu stark ansteigen zu lassen. Das hierbei gesagte dürfte aber eher zur Anleger-Beruhigung dienen, denn mit ein paar Prozenten Nachlaß auf andere eingekaufte Komponenten wird man den übermäßigen Preisanstieg im Speicherbereich nicht im Ansatz kompensieren oder auch nur irgendwie schön lackieren können. Im vierten Quartal lag der Anteil der Speicher-Komponenten am PC-Herstellungspreis bei HP noch bei 15-18% (unklar, ob rein auf RAM bezogen oder aber RAM+SSD zusammengerechnet), derzeit sollen es gleich 35% sein. Daraus läßt sich im übrigen auch die Preissteigerung des Speichers sowie des gesamten PCs hochrechnen: Die Speicherkomponenten haben HP somit gemittelt +172% mehr gekostet, was bei einer Rechnung von RAM+SSD grob der Preisübertreibung des Einzelhandels entspricht, wenn es dagegen rein auf RAM bezogen ist, klar unterhalb dieser liegen würde. Zugleich muß damit der PC-Preis gemittelt um +28% gestiegen sein (davon ausgehend, dass sich die Preise anderer Komponenten nicht verändert haben), was dann schon heftig ist.

Einkaufspreise bei HP Q4/2025 Q1/2026 Differenz
Speicherkomponenten 15-18% Anteil 35% Anteil +171%  (+145-205%)
restliche Komponenten 82-85% Anteil 65% Anteil
gesamter PC-Preis 100% 128%  (126-131%) +28%  (+26-31%)
Hochrechnung gemäß HP-Aussagen

Allerdings fallen teilweise im Zuge der Speicherkrise die Preise anderer Komponenten, weil der Absatz allgemein schwach ist und die Hersteller nicht mit so einem klaren Geschäftsabfall gerechnet haben – gerade da jetzt regulärerweise die Zeit der letzten Umrüstungen von Windows 10 auf 11 anstehen sollte, man eigentlich für ein anziehendes PC-Geschäft kalkuliert hatte. Ergo wird dies mit den +28% vielleicht nicht ganz stimmen, die Realität könnte etwas niedriger ausfallen. Als Gegenargument darf gelten, dass nun auch die Grafikkarten-Preise spürbar angezogen haben, dies von HP sicherlich nicht als "Speicherkomponente" eingeordnet wird und dies somit die Gesamtrechnung (je nachdem ob eine extra Grafiklösung verbaut wird) auch wieder ungünstig beeinflussen kann. Zumindest ist klar, dass eine Preissteigerung von PCs und Notebooks um grob +30% in jedem Fall zu sinkenden Absätzen führen wird – was die Hersteller für das erste Quartal schließlich selber prognostizieren bzw. auch schon beklagen. Zumindest scheint HP bereits Komponenten-Lieferverträge für das komplette Jahr 2026 zu besitzen, muß also für dieses Jahr wahrscheinlich keine weiteren Preissteigerungen ansetzen – egal wie sich die Speicherpreise weiter entwickeln sollten.

Wie verzweifelt manche Elektronikhersteller sind, Speicherlieferungs-Rahmenverträge abzuschließen zu können, verdeutlicht eine diesbezügliche Ankedote von Apple bei Samsung, vorgetragen von Analyst Jukan. Danach wollte Apple sich den LPDDR5X für die iPhone-17-Serie von Samsung liefern lassen und konferierte demzufolge mit dem Speicherhersteller bezüglich der Preislage. Samsung selber wollte dabei eigentlich nur eine 60%ige Preiserhöhung durchdrücken, begann die Verhandlung allerdings mit einer 100%igen Preiserhöhung – in der festen Absicht, im Laufe der Verhandlung dann auf +60% heruntergehen zu können. Doch Apple nahm sofort das erste Angebot jener glatten Preisverdopplung an, versuchte nicht einmal den Speicherpreis zu drücken. Die reine Versorgung mit Speicher war Apple hierbei wichtiger als der Preispunkt – was natürlich aus Sicht des Geräteherstellers richtig ist, denn ohne Speicher keine iPhone-Fertigung und die Kunden des iPhones sind nicht in diesem Rahmen preissensitiv wie bei vielen anderen Elektronikprodukten.

Die Digital Foundry spricht ein Thema an, was derzeit schon verstärkt durch die Foren geistert: Müssen sich die Spieleentwickler in der Speicherkrise entsprechend anpassen, sprich ihre Spiele derzeit nicht weiter steigenden VRAM-Mengen anpassen. So lautet jedenfalls die oft vorgebrachte Hoffung im Sinne dessen, "das es so sein müsste". Ob dies funktionieren kann, steht auf einem anderen Blatt, die Spieleentwickler haben sich als erstaunlich Erkenntnis-träge in derart Fragen erwiesen. Zugleich gilt ja immer auch, das Spieleentwicklung eine Sache mehrer Jahre ist und man bei später erscheinenden Titeln auf das zum Releasetermin vielleicht schon erfolgte Ende der Speicherkrise hoffen kann. Bei demnächst herauskommenden Titeln ist die technische Entwicklung hingegen vielleicht bereits länger abgeschlossen und man hätte dann Schwierigkeiten, dies noch einmal im größeren Feld umzuändern. Insofern ist es fraglich, ob die Spieleentwickler wirklich auf die Speicherkrise reagieren wollen.

If publishers want to satisfy the maximum audience, they cannot simply write off 8GB users as legacy.
Quelle:  Digital Foundry am 25. Februar 2026

Ein zugkräftiges Argument hierzu hatte die Digital Foundry dann aber doch vorzubringen: Die bisher gern seitens der Spieleentwickler angesetzte Abwehrreaktion, die PCs von Spielern mit "nur" 8 GB VRAM als veraltet abzutun, funktioniert in der Speicherkrise nicht mehr wirklich – weil eben die Aufforderung zum Neukauf wegen zu geringer VRAM-Ausstattung nicht mehr so einfach zu realisieren ist wie vor der Speicherkrise (immerhin haben sich gerade die Preise der Mainstream-Beschleuniger mit mehr als 8 GB VRAM deutlich erhöht). Auch wenn es dem "immer höher, immer weiter" der Branche widerspricht, ergibt sich hiermit also doch ein zusätzlicher Anreiz für die Spieleentwickler, mehr zugunsten gerade der 8-GB-Nutzer zu tun. Zumindest dürfte nunmehr in der Speicherkrise der (vorhersehbare) Aufschrei bei einer VRAM-fressenden Grafikgestaltung stärker ausfallen und kommt das übliche Gegenargument "kauf Dir doch endlich eine größere Grafikkarte" nochmals viel schlechter. Dies sollte dann doch selbst in den Pfennig-fuchsenden Führungsebenen der Spieleentwickler irgendwie ankommen sowie verarbeitet werden – mit allerdings der Betonung auf "sollte".