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AMDs Ryzen 5 kommt mit vier Modellen schon am 11. April

AMD informiert derzeit seine Mainboard- und OEM-Partner augenscheinlich über den am 11. April anstehenden Launch (samt Marktstart) der Ryzen 5 Prozessoren – sprich der Vierkern- und Sechskerner-Modelle von Ryzen mit jeweils aktivem SMT (die Vierkerner ohne SMT werden im zweiten Halbjahr als "Ryzen 3" antreten). Videocardz zeigen hierzu die entsprechenden Präsentationsfolien, welche auch schon die allermeisten technischen Daten sowie die von AMD angesetzten Listenpreise bereithalten – einige Ergänzungen hierzu kommen noch von der ComputerBase. Gegenüber den Vorab-Informationen ändert sich in Details hier und da etwas, die grobe Marschrichtung wird jedoch eingehalten: Ryzen 5 wird schlicht jene Prozessoren zur Verfügung stellen, welche Intel auf der Breite des Kaby-Lake-Portfolios angreifen sollen.

Dafür bietet AMD vor allem die passenden Preispunkte von 169$ bis 249$ – dies entspricht bei Intel den Preislagen von Core i3-7350K (168$) bis Core i5-7600K (242$). Ob letzter Prozessor vom Ryzen-5-Topmodell "Ryzen 5 1600X" erreicht werden kann, ist dabei natürlich die große Frage: Die zwei CPU-Kerne weniger werden ihre Auswirkungen bei der Anwendungs-Performance haben, aber in dieser Disziplin hat der Core i5-7600K mangels besonders hohem Takt sowie ohne HyperThreading sowieso nicht seine Stärke. Bei der Spiele-Performance spricht eigentlich alles ganz automatisch für Intel – aber AMD könnte in diesem speziellen Fall vielleicht doch überraschen: Der Ryzen 5 1600X hat schließlich dieselben Taktraten wie ein Ryzen 7 1800X – und jener überrundet knapp die Spiele-Performance eines Core i5-7600K.

Man kann an dieser Stelle durchaus die These aufstellen, das sich ein Ryzen-Sechskerner mit gleichen Taktraten unter Spielen womöglich nur minimal schlechter schlagen dürfte – ironischerweise könnten über die stillgelegten zwei CPU-Kerne sogar mehr Platz unter Stromverbrauchs- und Temperatur-Limit existieren, um das XFR-Features öfters mal in der Praxis arbeiten zu sehen. Natürlich wird es auch Spiele geben, welche die zwei Mehrkerne des Achtkerners anzapfen können, ergo wird der Sechskerner kaum insgesamt schneller herauskommen können – aber wie gesagt ist eine Spiele-Performance knapp in der Nähe zum Ryzen 7 1800X für den Ryzen 5 1600X durchaus denkbar. Und dies würde ausreichend sein, um mit dem Core i5-7600K (zumindest ohne Übertaktung gerechnet) auch unter Spielen auf Augenhöhe operieren zu können. Gegenüber den kleineren Intel-Prozessoren dürfte es für AMD dann nochmals einfacher sein, denn jenen fehlt der K-Suffix und damit die Möglichkeit, mittels Übertaktung Ryzen unter Druck zu setzen.

Kerne Takt XFR unlocked L3-Cache TDP Listenpreis Kühler Straßenpreis Launch
Ryzen 7 1800X 8 +SMT 3.6/4.0 GHz 4.1 GHz 16 MB 95W 499$ ohne 540-560€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700X 8 +SMT 3.4/3.8 GHz 3.9 GHz 16 MB 95W 399$ ohne 400-430€ 2. März 2017
Ryzen 7 1700 8 +SMT 3.0/3.7 GHz 3.75 GHz 16 MB 65W 329$ Wraith Spire LED 350-360€ 2. März 2017
Ryzen 5 1600X 6 +SMT 3.6/4.0 GHz 4.1 GHz 16 MB 95W 249$ ohne ~270€ 11. April 2017
Ryzen 5 1600 6 +SMT 3.2/3.6 GHz 3.7 GHz 16 MB 65W 219$ Wraith Spire ~240€ 11. April 2017
Ryzen 5 1500X 4 +SMT 3.5/3.7 GHz 3.9 GHz 16 MB 65W 189$ Wraith Spire ~205€ 11. April 2017
Ryzen 5 1400 4 +SMT 3.2/3.4 GHz 3.45 GHz 8 MB 65W 169$ Wraith Stealth ~185€ 11. April 2017
Alle Ryzen-Prozessoren kommen im Sockel AM4 daher und sind damit nur auf Mainboards von AMDs 300er Chipsatz-Serie einsetzbar.

Zu den Cache-Größen hat sich die ComputerBase ein offizielles AMD-Statement eingeholt, wonach (fast) alle Ryzen 5 Modelle mit den vollen 16 MB Level2-Cache antreten werden – als Ausnahme hierzu kommt der Ryzen 5 1400 mit nur mit 8 MB Level3-Cache daher. Im übrigen hält sich AMD bei diesen Prozessoren weiterhin an die bereits prophezeite streng symetrische Teil-Deaktivierung von CPU-Kernen und Level3-Cache: Die Sechskerner nutzen von jedem Core-Cluster jeweils 3 CPU-Kerne, die Vierkerner von jedem Core-Cluster jeweils 2 CPU-Kerne. Damit wird also im Fall der Vierkerner nicht schlicht ein einzelner Core-Cluster komplett deaktiviert, wie dies als Möglichkeit durchaus im Raum stand.