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Hardware- und Nachrichten-Links des 5. November 2019

Venture Beat haben mit AMDs CEO Lisa Su nach der Bekanntgabe der aktuellen Quartals-Zahlen über die AMD-Zukunft gesprochen – wobei auch die markante Aussage fiel, das AMD im kommenden Jahr 2020 sogar noch mehr bzw. wichtigere neue Produkte bringen will. Dies dürfte vergleichsweise einfach über die SoCs für die NextGen-Konsolen zu realisieren sein und wurde von AMD bezogen auf PC-Produkte auch nicht großartig weiter ausgeführt. Das einzige konkret genannte Produkt waren "next-generation mobile products", welche für Anfang 2020 versprochen wurden. Darunter verbirgt sich dann die Renoir-APU auf Basis von Zen 2 & Vega, mittels welcher AMD die Zen-2-Produktlinie abschließen wird. Augenscheinlich gibt es hierbei 6 CPU-Kerne samt 12 Shader-Cluster in einem weiterhin monolitischen Chip aus der 7nm-Fertigung von TSMC, womit AMD nachfolgend Intel im Mobile-Segment dann mal so richtig unter Druck setzen könnte. Die jetzigen 12nm-APUs "Picasso" auf Basis von Zen+ & Vega sind zwar schon gut und konkurrenzfähig, allerdings hat Intel nun auch mittels der Ice-Lake-Abkömmlinge erste eigene 10nm-Chips im Mobile-Rennen, ist AMD also zum Nachlegen gezwungen. Hinzukommend den Markteintritt von Navi 14 im Mobile-Segment will AMD nächstes Jahr sowieso stark im Mobile-Segment angreifen und (angeblich) sogar mittels Bundle-Angeboten einen gewissen Preis-Wettbewerb gegenüber Intel & nVidia eröffnen.

You’ll start to see our next-generation mobile products, as well, coming in early 2020.
Quelle:  AMDs CEO Lisa Su gegenüber Venuture Beat vom 3. November 2019

Davon abgesehen hat diese Meldung zum Erscheinungstermin der Renoir-APU natürlich bei den üblich verdächtigen Internet-Gazetten den Drang dazu ausgelöst, das ganze größer zu machen als es ist – und so betiteln WCCF Tech dies mit dem (angeblichen) "Ryzen 4000 Launch", wobei die von WCCF Tech abschreibenden Magazine dem wohl größtenteils folgen werden. Technisch gesehen ist dies nicht gänzlich falsch, aber sinngemäß handelt es sich natürlich nicht um die eigentliche "Ryzen 4000" Prozessoren-Serie, welche auf Basis von Zen 3 erst im dritten Quartal 2020 ansteht. Mehr oder weniger unbewußt legen WCCF Tech hierbei allerdings ganz gut den Finger in die Wunde – denn die Namensgebung von AMD ist natürlich arg mißverständlich und fordert solcherart halber Falsch-Meldungen geradezu heraus (Renoir kommt trotz Zen-2-Unterbau in Form der Modell-Serien "Radeon 4000U", "Ryzen 4000H" und Ryzen 4000G"). AMD sollte an dieser Stelle anfangen einzukalkulieren, das man mit fortschreitendem Markterfolg gerade in solcherart Disziplinen zukünftig nicht mehr mit den bisherigen Samthandschuben angefasst werden, sondern genauso hart wie Intel & nVidia beurteilt werden wird.

Raven Ridge Picasso Renoir ???
Verkaufsnamen Ryzen 2000 U/H/G Serien Ryzen 3000 U/H/G Serien Ryzen 4000 U/H/G Serien Ryzen 5000 U/H/G Serien
Fertigung 14nm GlobalFoundries 12nm GlobalFoundries 7nm TSMC 7nm+ TSMC
Aufbau monolitisch monolitisch wahrschl. monolitisch ?
CPU Zen 1, max. 4C Zen+, max. 4C Zen 2, angebl. max. 6C Zen 3, vermutl. max. 8C
iGPU Vega, max. 11 CU Vega, max. 11 CU Vega, vermutl. max. 12 CU vermutl. Navi
Release 26. Oktober 2017 6. Januar 2019 angekündigt Anfang 2020 unklar

Noch vor den Zen-2-basierten APUs stehen dann erst einmal Zen-2-basierte HEDT-Prozessoren in Form der Ryzen Threadripper 3000 Serie an. Jene will AMD im November bringen, wobei ursprünglich wohl der 5. November als Ankündigungs- und der 19. November als Launch-Termin vorgesehen waren. Laut Videocardz verschiebt sich dies nunmehr leicht auf den 7. November als Ankündigungs- und den 25. November als eigentlichen Launch-Termin. Zu diesem Zeitpunkt wird AMD sowohl den 24-Kerner Ryzen Threadripper 3960X als auch den 32-Kerner Ryzen Threadripper 3970X offiziell vorstellen, der augenscheinlich gleich mit 64 CPU-Kernen antretende Ryzen Threadripper 3990X soll dann im Januar 2020 nachfolgen. Die von Videocardz hierzu beigebrachte AMD-Unterlage (mit der alten Terminlage) bestätigt in jedem Fall diese drei Produktnamen, wobei sich die (nicht genannte) Anzahl der jeweils gebotenen CPU-Kerne eigentlich von selber ergibt, wenn man das kleinste Modell "Ryzen Threadripper 3960X" auf 24 CPU-Kernen ansetzt (was ja auch schon so bestätigt wurde).

Kerne unl. verl. L2+L3 TDP Release
Ryzen Threadripper 3990X whrschl. 64C/128T whrschl. 32+256 MB whrschl. 280W angebl. Januar 2020
Ryzen Threadripper 3970X whrschl. 32C/64T whrschl. 16+? MB ? angebl. 25. November 2019
Ryzen Threadripper 3960X 24C/48T 12+? MB ? angebl. 25. November 2019
Threadripper 3000 setzt auf den abweichenden Sockel TR4+ bzw. sTRX4, was augenscheinlich neue Mainboards auf Basis des TRX40-Chipsatzes erfordert.

Abzuwarten bleibt in dieser Frage hingegen noch, wie sich AMD zum Thema der Sockel-Wahl erklärt, welche nun augenscheinlich doch auf den komplett abweichenden Sockel TR4+ bzw. neuerdings nunmehr "sTRX4" hinausläuft. Dies ergibt in jedem Fall die Pflicht zu neuen Mainboards und ein Durchbrechen der Kompatibilität mit bisherigen Threadripper-Prozessoren und -Mainboards. Ob dies wegen der bis zu 64 CPU-Kerne oder/und gestiegener TDP passiert, darf AMD gern erklären – wobei eingerechnet werden darf, das AMDs ursprüngliches Kompatibilitäts-Versprechen nur für den Sockel AM4 galt und für den (bisherigen) Threadripper-Sockel TR4 nie ein derartiges Versprechen abgegeben wurde. Gleichfalls gilt abzuwarten, in welcher Form der augenscheinlich zweite neue Sockel "sWRX8" genutzt werden wird – welcher augenscheinlich für die Prozessoren-Modelle mit Achtkanal-Speicherinterface Benutzung finden soll. Gut möglich, das selbiges gar nicht bei den vorstehend genannten Threadripper-Modellen zum Einsatz kommt (auch nicht beim 64-Kerner), sondern das AMD hierfür extra CPU-Modelle auflegt, sprich möglicherweise neue WX-Modelle. Jene würden dann mit selber Kern-Anzahl, nur eben aktiviertem Achtkanal-Speicherinterface und für den Sockel sWRX8 erscheinen – sicherlich aber nicht vor Anfang 2020.

Etwas weiter in die Zukunft blickend, wird in unserem Forum über einen möglichen Zwischenschritt AMDs nach Zen 3 spekuliert – sprich, anstatt direkt danach Zen 4 anzusetzen, gibt es womöglicherweise noch ein Zen 3+ . Selbiges stellt man sich schlicht als Zen 3 auf einer neuen Plattform vor, sprich im Sockel AM5 mit Support von PCI Express 5.0 und DDR5-Speicher – womit AMD den anstehenden Plattform-Wechsel auf zwischen Zen 3 und Zen 4 verlagern würde. Der Hauptgrund für ein potentielles Zen 3+ liegt allerdings in den Entwicklungs- und Release-Zeiträumen der bisherigen Zen-Architektur, welche trotz den angestrebten jährlichen Produkt-Veröffentlichungen immer leicht mehr als ein Jahr Zeit in Anspruch genommen haben: Zen 1 im März 2017, Zen+ im April 2018, Zen 2 im Juli 2019 – und Zen 3 augenscheinlich erst zur Mitte des dritten Quartals 2020. Die Differenzen sind jeweils gering, aber der insgesamte Unterschied schaukelt sich natürlich mit der Zeit auf und drückt den Release neuer Zen-Generationen immer weiter zurück im Jahr – bis hin zu einem Zeitpunkt, wo es AMD vielleicht vorzieht, mit einer neuen Generation lieber gleich zum nächsten Jahresanfang herauszukommen.

Eine Zwischen-Generation, welche sich nur um eine neue Plattform kümmert (ergo keine neuen Prozessoren-Dies erfordert) wäre da durchaus passend, um den Release-Fahrplan zurückzusetzen bzw. für die nachfolgenden Zen-Generationen dann wieder Starts in der jeweils ersten Jahreshälfte zu ermöglichen. Natürlich steht dies etwas entgegen AMDs aktueller Roadmap, welche kein Zen 3+ kennt, sondern direkt nach Zen 3 dann Zen 4 sieht – daher ist das ganze auch nur eine reine Spekulation. Andererseits ist AMDs aktuelle Prozessoren-Roadmap zeitlich durchaus noch etwas vage: Zen 4 könnte man sowohl als für das Jahr 2022 als auch vor dem Jahr 2022 angesetzt begreifen. Wahrscheinlich wurde dies sogar bewußt derart vage formuliert, um kurzfristige Roadmap-Änderungen zu ermöglichen, ohne damit in Erklärungsnöten vor allem gegenüber Aktionären zu kommen, für welche solcherart Roadmaps durchaus relevant sind. Im Endeffekt ermöglicht die aktuelle Prozessoren-Roadmap von AMD sogar alle drei Auslegungsformen: Zen 4 erst im Jahr 2022, ob nun mit Zen 3+ dazwischengeschoben oder nicht – und natürlich auch Zen 4 noch innerhalb des Jahres 2021. Eine genauere Terminfestsetzung hierzu kann sich erst nach einer TapeOut-Meldung zu Zen 4 bzw. einer Änderung des Roadmap-Status ergeben – wie beispielsweise zu Zen 3 die Mai-Roadmap die Status-Meldung "on track" ausgab, die September-Roadmap dann hingegen "Design Complete".

AMD Prozessoren-Architektur Roadmap 2017-2022
Venture Beat haben mit AMDs CEO Lisa Su nach der Bekanntgabe der aktuellen Quartals-Zahlen über die AMD-Zukunft gesprochen - wobei auch die markante Aussage fiel, das AMD im kommenden Jahr 2020 sogar noch mehr bzw. wichtigere neue Produkte bringen will. Dies dürfte vergleichsweise einfach über die SoCs für die NextGen-Konsolen zu realisieren sein und wurde von AMD bezogen auf PC-Produkte auch nicht großartig weiter ausgeführt. Das einzige konkret genannte Produkt waren "next-generation mobile products", welche für Anfang 2020 versprochen wurden. Darunter verbirgt sich dann die Renoir-APU auf Basis von Zen 2 & Vega, mittels welcher AMD die Zen-2-Produktlinie abschließen wird. Augenscheinlich gibt es hierbei 6 CPU-Kerne samt 12 Shader-Cluster in einem weiterhin monolitischen Chip aus der 7nm-Fertigung von TSMC, womit AMD nachfolgend Intel im Mobile-Segment dann mal so richtig unter Druck setzen könnte. Die jetzigen 12nm-APUs "Picasso" auf Basis von Zen+ & Vega sind zwar schon gut und konkurrenzfähig, allerdings hat Intel nun auch mittels der Ice-Lake-Abkömmlinge erste eigene 10nm-Chips im Mobile-Rennen, ist AMD also zum Nachlegen gezwungen. Hinzukommend den Markteintritt von Navi 14 im Mobile-Segment will AMD nächstes Jahr sowieso stark im Mobile-Segment angreifen und (angeblich) sogar mittels Bundle-Angeboten einen gewissen Preis-Wettbewerb gegenüber Intel & nVidia eröffnen.


You’ll start to see our next-generation mobile products, as well, coming in early 2020.
Quelle:  AMDs CEO Lisa Su gegenüber Venuture Beat vom 3. November 2019