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nVidia bereitet die GeForce GT 930 mit drei verschiedenen Grafikchips vor

WCCF Tech wollen (ungenannte) chinesische Quellen aufgetan haben, welche von einer kommenden LowEnd-Lösung im Rahmen der GeForce 900 Serie berichten – der GeForce GT 930, welche irgendwann im ersten Quartal 2016 antreten soll. Für diese Karte kommt aber nicht (verspätet) nun doch noch ein neuer Maxwell-2-Chip zum Einsatz, sondern nVidia wird sich hierbei an den vorhandenen LowEnd-Chips bedienen und damit angeblich 3-4 verschiedene Kartenversionen auf Basis drei verschiedener Grafikchips auflegen. Dabei werden interessanterweise sogar Grafikchips unterschiedlicher Grafikchip-Architekturen verwendet – die GeForce GT 930 wird es also auf Basis von Fermi-, Kepler- und Maxwell-Grafikchips geben.

Die von WCCF Tech hierzu präsentierten Daten sind nicht gänzlich frei von kleinen Ungereihmtheiten: So gibt es den GK208-Chip nicht mit 128 Bit DDR Speicherinterface, der Vollausbau dieses Grafikchips trägt nur ein 64bittiges Speicherinterface. Zudem erscheint der Listenpreis der Kepler-Ausführung der GeForce GT 930 angesichts deren Leistungspotentials als viel zu hoch – angemessen wäre hierbei ein ähnlicher Preis wie bei der Fermi-Ausführung der GeForce GT 930, sprich 60 Dollar. Aufgrund fehlender Angaben zu den Taktraten läßt sich das Performance-Potential dieser LowEnd-Grafikkarten zwar derzeit nur schätzen, aber insbesondere aufgrund der vorliegenden Werte zu früheren GF108- und GK208-Lösungen kann man hierbei schon recht solide Schätzungen treffen:

nVidia GeForce GT 930
Basis: GF108 Basis: GK208 Basis: GM108
Chipbasis nVidia GF108, 0,58 Mrd. Transistoren in 40nm auf 114mm² Chipfläche nVidia GK208, ~1 Mrd. Transistoren in 28nm auf 87mm² Chipfläche nVidia GM108, ~1.1 Mrd. Transistoren in 28nm auf ~90mm² Chipfläche
Architektur Fermi, DirectX 12 Feature-Level 11_0 Kepler, DirectX 12 Feature-Level 11_0 Maxwell 1, DirectX 12 Feature-Level 11_0
Technik 1 Raster-Engine, 96 Shader-Einheiten (mit verdoppeltem Shader-Takt), 16 TMUs, 4 ROPs, 128 Bit Interface 1 Raster-Engine, 384 Shader-Einheiten, 16 TMUs, 8 ROPs, 64 Bit Interface 1 Raster-Engine, 384 Shader-Einheiten, 24 TMUs, 8 ROPs, 64 Bit Interface
Speicherausbau bis zu 2 GB DDR3 bis zu 4 GB DDR3 bis zu 4 GB DDR3 oder GDDR5
TDP 50W 15W DDR3: 25W
GDDR5: 40W
3DC Perf.Index geschätzt ~45-50% geschätzt ~50-60% geschätzt ~80-130%
Listenpreis 60$ 90$ (???) 80-85$

Daraus ergibt sich, daß die Fermi- und Kepler-Ausführungen der GeForce GT 930 wirklich nur LowEnd sind – mit einer Performance, welche heutzutage von erstklassigen integrierten Lösungen klar überboten wird, selbst die moderne Standardware im integrierten Bereich dürfte eine ähnliche Performance aufweisen. Diese Grafikkarten sind primär für Anwendungsfälle gedacht, wo schlicht mehr Monitoranschlüsse benötigt werden oder zur Aufrüstung von älteren PCs. Dafür erscheinen die Preislagen der Fermi- und Kepler-Ausführungen der GeForce GT 930 allerdings trotzdem noch zu hoch, derartig leistungslose Einsteiger-Karten sollten sich eigentlich eher im Preisbereich von 40 Dollar/Euro wiederfinden.

Nicht gänzlich uninteressant ist hingegen die Maxwell-Ausführung der GeForce GT 930, da hierbei erstmals der GM108-Chip im Desktop-Segment benutzt wird – bisher wurde jener nur im Mobile-Segment verkauft. Mit nur 384 Shader-Einheiten und 64 Bit DDR Speicherinterface liegt man zwar deutlich niedriger als bei den 640 Shader-Einheiten und 128 Bit DDR Speicherinterface des nächstgrößeren GM107-Chips – aber letzterer konnte mit GeForce GTX 750 & 750 Ti einige Erfolge im Mainstream-Segment feiern. Eine GM108-basierte GeForce GT 930 sollte unter der Nutzung von GDDR5-Speicher und anständigen Taktraten durchaus das Potential haben, in einen guten LowCost-Bereich bei einem Performance-Index von bis zu ~130% herauszukommen. Die ebenfalls mit diesem Grafikchip antretenden DDR3-Varianten dürften durch diesen Speicher jedoch maßgeblich verlieren, bei schwachen Taktraten kann der Performance-Index solcherart Lösungen auf nur noch ~80% heruntergehen.

Dafür gibt es dann allerdings auch sehr niedrige TDPs von 25W (DDR3) bzw. 40W (GDDR5) – wobei die Differenz nicht direkt aus dem verwendeten Speicher resultiert (DDR3- und GDDR5-Speicher verbrauchen nur ein paar Watt, da können keine Differenz von gleich 15 Watt herauskommen). Vielmehr wartet die Karte mit DDR3-Speicher zu oft auf ihren Speicher und kann daher den Grafikchip nicht voll ausfahren, die Differenz bei der TDP resultiert also aus einer geringeren Arbeitslast auf dem Grafikchip selber. Mit GDDR5-Speicher ausgerüstet könnte sich hier durchaus eine schlagkräftige LowCost-Lösung ergeben – welche allerdings natürlich trotzdem (bei weitem) nicht ausreicht, um die aktuelle Spiele-Generation sinnvoll zu beschleunigen. Das ganze ist ein Angebot für besonders preisgünstige PCs mit dennoch gewisser Spielefähigkeit – wer richtige Gamer-Lösungen wünscht, findet dann üblicherweise im Mainstream-Segment für nur einen nur geringfügig höheren monetären Einsatz deutlich ansprechendere Angebote.