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News des 4. Mai 2011

Die Marktforscher von Jon Peddie Research berichten zu den Grafikchip-Marktanteilen im ersten Quartal 2011, welche wie üblich Stückzahlen-basiert sind und alle Grafikchips inklusive der in Mainboard-Chipsätzen und Prozessoren integrierten Modelle umfaßt. Dies bedeutet genauso auch, daß eben jene integrierten Grafikchips die Statistik deutlich dominieren und daß diese Statistik keine echte Aussagekraft bezüglich der abgesetzten Grafikchips für Grafikkarten oder extra Mobile-Beschleuniger besitzt. Woher demzufolge nVidias Abrutschen und AMDs Gewinne stammen, läßt sich anhand dieser Zahlen nicht sagen – es können gute Verkäufe im Markt der extra Grafikchips sein, genauso gut aber auch die Einberechnung der ersten Chargen an Fusion-Prozessoren (AMD hat immerhin drei Millionen davon im ersten Quartal abgesetzt) mit integrierer Radeon-Grafik.

Grafikchip-Marktanteile Q1/2011

Wenn in Zukunft noch viel mehr AMD-Prozessoren mit integrierter Grafik ausgeliefert werden, dürften AMDs Marktanteile in dieser Statistik ganz automatisch weiter steigen und nVidias Marktanteile demzufolge zurückgehen – unabhängig von möglicherweise beiderseits steigenden Verkaufszahlen. Oder anders formuliert: Da der größte Teil von AMDs und Intels Prozessoren in Zukunft mit integrierter Grafik daherkommt (ab 2012 möglicherweise sogar das durchgehende CPU-Programm beider CPU-Entwickler), wird diese "Grafikchip-Statistik" immer mehr zu einer Prozessoren-Statistik mit einem gewissen Einschluß an "echten" Grafikchips, die aber kaum 30 Prozent der insgesamt verkauften Grafikchips darstellen. Die Aussagekraft dieser Zahlen geht also leider immer mehr gegen den Nullpunkt, sinnvolle Zahlen zu der Kräfteverteilung im Grafikchip-Markt finden sich dagegen in einem älteren Artikel sowie in einer neueren ergänzenden Newsmeldung.

Die ComputerBase hat einige Intel-Folien in der Hand, welche die 2012er CPU-Architektur "Ivy Bridge" schon ziemlich umfassend skizzieren. CPU-seitig ist Ivy Bridge schnell als 22nm-Refresh von Sandy Bridge beschrieben, die weiteren Unterschiede zu Sandy Bridge sind dann eher minimal: Erstmals bei Intel unterstützt der integrierte Speichercontroller DDR3/1600 auch ganz offiziell und zudem wird der integrierte PCI-Express-Controller dann schon PCI Express 3.0 beherrschen – damit könnte die nächste Grafikkarten-Generation von AMD (Southern Islands) und nVidia (Kepler) zum Jahreswechsel eventuell auch schon PCI Express 3.0 unterstützen. CPU-seitig wäre zudem noch der mit Ivy Bridge von Intel offensiv vertretene Support der Identity Proctection Technology (IPT) zu nennen, diese wurde bei Sandy Bridge eher verschämt nachgeliefert und ist auch jetzt noch nicht wirklich ausreichend dokumentiert.

Die wichtigen neuen Punkte zu Ivy Bridge liegen allerdings eher im Bereich der integrierten Grafikeinheit: Diese macht einen Architektursprung und stellt Intels siebente Generation dar (die Sandy-Bridge-Grafik ist die sechste Generation nach Intel-Zählweise) und beherrscht erstmals bei Intel dann DirectX11. Die reine Einheiten-Anzahl steigt (von derzeit maximal 12) auf maximal 16 Shader-Einheiten – wobei Intel anscheinend Varianten mit 6 oder 16 Shader-Einheiten plant. Unklar ist derzeit noch, ob dies Auslieferungs- oder echte Herstellungsvarianten sind, bei Sandy Bridge gibt es alle Varianten. Der früher zu Ivy Bridge genannte eingebettete Speicher zugunsten der integrierten Grafik wurde jedoch nicht erwähnt – ob Intel diesen gestrichen hat oder ob die früheren Meldungen einfach falsch waren, läßt sich derzeit noch nicht klären.

Da Intel zudem weitere Architektur-Verbesserungen verspricht und auch schon bei der Sandy-Bridge-Grafik viel nur über diesen Weg herausgeholt hat, könnte auch die Ivy-Bridge-Grafik wieder einen deutlichen Sprung nach vorn ergeben. Allerdings würde selbst ein Performance-Anstieg auf das Doppelte gegenüber der Sandy-Bridge-Grafik "HD Graphics 3000" im besten Fall nur AMDs neue LowCost-Grafiklösung Radeon HD 6450 GDDR5 knapp schlagen (siehe dazu die Übersichtstabelle mit der Performance der integierten und LowCost-Lösungen) – und im Jahr 2012 dürften AMD und nVidia dann schon mit neuen, auf Basis der 28nm-Fertigung deutlich leistungsfähigeren LowCost-Grafiklösungen anrücken. Intel bleibt also trotz aller Anstrengungen bei der eigenen integrierten Grafik weiterhin im LowCost-Feld stehen – und wahrscheinlich ist dies seitens Intel auch nicht anders gedacht, Intel sieht derzeit offenbar keinen größeren Marktbedarf für integrierte Grafik überhalb des LowCost-Segments.

Daneben hat Intel als "most significant Technology Announcement of the Year" dreidimensionale Transistoren bei der 22nm-Fertigung angekündigt, was dann auch die vorgenannte Ivy-Bridge-Architektur betrifft. Bei diesen dreidimensionalen Transistoren wird schlicht und ergreifend nun auch die Höhe auf dem Wafer ausgenutzt – die Transistoren wachsen ein wenig in die Höhe, womit weniger Breite und Länge benötigt wird, was Fläche auf dem Die spart und damit die Produktionskosten senkt. Intel verspricht beim Wechsel von der 32nm- auf die 22nm-Fertigung damit eine verdoppelte Packdichte, könnte also die doppelte Transistorenanzahl auf derselben Die-Größe unterbringen oder aber dieselbe Transistorenanzahl auf der halbierten Die-Größe – gut für Intels Kostenlage, denn gerade Ivy Bridge dürfte nur maßvoll mehr Transistoren auf die Waage bringen als Sandy Bridge.

Daneben sollen die dreidimensionale Transistoren auch klare Vorteile bezüglich der möglichen Taktfrequenzen und der Leckströme haben, insofern könnte der Wechsel von 32nm auf 22nm ein ungewöhnlich großer Schritt in Intels Chipfertigung werden (was nicht bedeutet, daß Intel die entstehenden Vorteile zugunsten schnellerer Prozessoren auch ausreizt – momentan macht Intel diesbezüglich nicht mehr als notwendig ist). Bei den anderen Chipfertigern großer Chips für Prozessoren und Grafikkarten dürfte die zukünftige Entwicklung kaum anders ausfallen, ganz generell sprach man schon jahrelang davon, daß in der Nähe einer Strukturbreite von ca. 20nm diese dreidimensionalen Transistoren benötigt werden würden – da die rein zweidimensionale Verkleinerung der Transistoren zwar kleinere Die-Flächen ermöglichte, aber einen immer geringer werdenden Vorteil bei Taktfrequenzen und Stromverbrauch brachte. Schon mittelfristig werden TSMC (Grafikchips für AMD und nVidia) sowie GlobalFoundries (Prozessoren für AMD) also nicht um ähnliche Ansätze herumkommen.

Die Marktforscher von Jon Peddie Research berichten zu den Grafikchip-Marktanteilen im ersten Quartal 2011, welche wie üblich Stückzahlen-basiert sind und alle Grafikchips inklusive der in Mainboard-Chipsätzen und Prozessoren integrierten Modelle umfaßt. Dies bedeutet genauso auch, daß eben jene integrierten Grafikchips die Statistik deutlich dominieren und daß diese Statistik keine echte Aussagekraft bezüglich der abgesetzten Grafikchips für Grafikkarten oder extra Mobile-Beschleuniger besitzt. Woher demzufolge nVidias Abrutschen und AMDs Gewinne stammen, läßt sich anhand dieser Zahlen nicht sagen - es können gute Verkäufe im Markt der extra Grafikchips sein, genauso gut aber auch die Einberechnung der ersten Chargen an Fusion-Prozessoren (AMD hat immerhin drei Millionen davon im ersten Quartal abgesetzt) mit integrierer Radeon-Grafik.



Wenn in Zukunft noch viel mehr AMD-Prozessoren mit integrierter Grafik ausgeliefert werden, dürften AMDs Marktanteile in dieser Statistik ganz automatisch weiter steigen und nVidias Marktanteile demzufolge zurückgehen - unabhängig von möglicherweise beiderseits steigenden Verkaufszahlen. Oder anders formuliert: Da der größte Teil von AMDs und Intels Prozessoren in Zukunft mit integrierter Grafik daherkommt (ab 2012 möglicherweise sogar das durchgehende CPU-Programm beider CPU-Entwickler), wird diese "Grafikchip-Statistik" immer mehr zu einer Prozessoren-Statistik mit einem gewissen Einschluß an "echten" Grafikchips, die aber kaum 30 Prozent der insgesamt verkauften Grafikchips darstellen. Die Aussagekraft dieser Zahlen geht also leider immer mehr gegen den Nullpunkt, sinnvolle Zahlen zu der Kräfteverteilung im Grafikchip-Markt finden sich dagegen in einem älteren Artikel sowie in einer neueren ergänzenden Newsmeldung.

Die ComputerBase hat einige Intel-Folien in der Hand, welche die 2012er CPU-Architektur "Ivy Bridge" schon ziemlich umfassend skizzieren. CPU-seitig ist Ivy Bridge schnell als 22nm-Refresh von Sandy Bridge beschrieben, die weiteren Unterschiede zu Sandy Bridge sind dann eher minimal: Erstmals bei Intel unterstützt der integrierte Speichercontroller DDR3/1600 auch ganz offiziell und zudem wird der integrierte PCI-Express-Controller dann schon PCI Express 3.0 beherrschen - damit könnte die nächste Grafikkarten-Generation von AMD (Southern Islands) und nVidia (Kepler) zum Jahreswechsel eventuell auch schon PCI Express 3.0 unterstützen. CPU-seitig wäre zudem noch der mit Ivy Bridge von Intel offensiv vertretene Support der Identity Proctection Technology (IPT) zu nennen, diese wurde bei Sandy Bridge eher verschämt nachgeliefert und ist auch jetzt noch nicht wirklich ausreichend dokumentiert.

Die wichtigen neuen Punkte zu Ivy Bridge liegen allerdings eher im Bereich der integrierten Grafikeinheit: Diese macht einen Architektursprung und stellt Intels siebente Generation dar (die Sandy-Bridge-Grafik ist die sechste Generation nach Intel-Zählweise) und beherrscht erstmals bei Intel dann DirectX11. Die reine Einheiten-Anzahl steigt (von derzeit maximal 12) auf maximal 16 Shader-Einheiten - wobei Intel anscheinend Varianten mit 6 oder 16 Shader-Einheiten plant. Unklar ist derzeit noch, ob dies Auslieferungs- oder echte Herstellungsvarianten sind, bei Sandy Bridge gibt es alle Varianten. Der früher zu Ivy Bridge genannte eingebettete Speicher zugunsten der integrierten Grafik wurde jedoch nicht erwähnt - ob Intel diesen gestrichen hat oder ob die früheren Meldungen einfach falsch waren, läßt sich derzeit noch nicht klären.

Da Intel zudem weitere Architektur-Verbesserungen verspricht und auch schon bei der Sandy-Bridge-Grafik viel nur über diesen Weg herausgeholt hat, könnte auch die Ivy-Bridge-Grafik wieder einen deutlichen Sprung nach vorn ergeben. Allerdings würde selbst ein Performance-Anstieg auf das Doppelte gegenüber der Sandy-Bridge-Grafik "HD Graphics 3000" im besten Fall nur AMDs neue LowCost-Grafiklösung Radeon HD 6450 GDDR5 knapp schlagen (siehe dazu die Übersichtstabelle mit der Performance der integierten und LowCost-Lösungen) - und im Jahr 2012 dürften AMD und nVidia dann schon mit neuen, auf Basis der 28nm-Fertigung deutlich leistungsfähigeren LowCost-Grafiklösungen anrücken. Intel bleibt also trotz aller Anstrengungen bei der eigenen integrierten Grafik weiterhin im LowCost-Feld stehen - und wahrscheinlich ist dies seitens Intel auch nicht anders gedacht, Intel sieht derzeit offenbar keinen größeren Marktbedarf für integrierte Grafik überhalb des LowCost-Segments.

Daneben hat Intel als "most significant Technology Announcement of the Year" dreidimensionale Transistoren bei der 22nm-Fertigung angekündigt, was dann auch die vorgenannte Ivy-Bridge-Architektur betrifft. Bei diesen dreidimensionalen Transistoren wird schlicht und ergreifend nun auch die Höhe auf dem Wafer ausgenutzt - die Transistoren wachsen ein wenig in die Höhe, womit weniger Breite und Länge benötigt wird, was Fläche auf dem Die spart und damit die Produktionskosten senkt. Intel verspricht beim Wechsel von der 32nm- auf die 22nm-Fertigung damit eine verdoppelte Packdichte, könnte also die doppelte Transistorenanzahl auf derselben Die-Größe unterbringen oder aber dieselbe Transistorenanzahl auf der halbierten Die-Größe - gut für Intels Kostenlage, denn gerade Ivy Bridge dürfte nur maßvoll mehr Transistoren auf die Waage bringen als Sandy Bridge.

Daneben sollen die dreidimensionale Transistoren auch klare Vorteile bezüglich der möglichen Taktfrequenzen und der Leckströme haben, insofern könnte der Wechsel von 32nm auf 22nm ein ungewöhnlich großer Schritt in Intels Chipfertigung werden (was nicht bedeutet, daß Intel die entstehenden Vorteile zugunsten schnellerer Prozessoren auch ausreizt - momentan macht Intel diesbezüglich nicht mehr als notwendig ist). Bei den anderen Chipfertigern großer Chips für Prozessoren und Grafikkarten dürfte die zukünftige Entwicklung kaum anders ausfallen, ganz generell sprach man schon jahrelang davon, daß in der Nähe einer Strukturbreite von ca. 20nm diese dreidimensionalen Transistoren benötigt werden würden - da die rein zweidimensionale Verkleinerung der Transistoren zwar kleinere Die-Flächen ermöglichte, aber einen immer geringer werdenden Vorteil bei Taktfrequenzen und Stromverbrauch brachte. Schon mittelfristig werden TSMC (Grafikchips für AMD und nVidia) sowie GlobalFoundries (Prozessoren für AMD) also nicht um ähnliche Ansätze herumkommen.