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AMDs Kaveri wird CPU und iGPU einen "unified" Speicherzugriff bieten

AMD hat für die APUs des Jahres 2014 eine weitere Stufe des eigenen HSA-Ansatzes (früher das "Fusion"-Konzept) angekündigt: Mittels Heterogeneous Uniform Memory Access (hUMA) steht der iGPU primär der komplette Systemspeicher offen, nicht mehr nur ein abgekapselter Teil hiervon. Hinzu kommen einige interessante Nebenpunkte wie das Auslesen von Cache-Werten (die wohlgemerkt noch nicht im Speicher stehen) durch den jeweils anderen Chip, was unnötige Schreib- und Lesezugriffe in den Speicher spart. Prinzipiell gesehen hat AMD ein solches Konzept schon auf älteren Roadmaps angedeutet, jetzt breitet man dieses Konzept halt nur genauer aus und benennt die dafür vorgesehenen APUs. Klar ist schon, daß Sonys PS4 einen "unified" Speicherzugriff beherrscht – die ebenfalls Jaguar-basierten Kabini- und Temash-APUs scheinen aber noch kein hUMA mitzubringen, AMD setzt im APU-Bereich den hUMA-Start mit der Kaveri-APU für Anfang 2014 fest.

Einen ganzen Schwung an hUMA-Präsentationsfolien kann man sich u.a. bei Hot Hardware oder dem Planet 3DNow! geben, während der Heise Newsticker das Wirkprinzip und die Details wohl am besten erklärt hat. Auf dem Papier sieht das ganze auch durchaus gut aus mit möglicherweise sogar beachtbarem Performance-Effekt zugunsten von APUs mit hUMA-Technologie. Problematisch ist normalerweise der Punkt, daß Anwendungs- und Spieleprogrammier für LowCost-Hardware wie eben AMDs APUs selten eine Extrawurst braten, sprich ihre Anwendungen und vor allem Spiele selten auf diese Hardware hin optimieren. Dies kann man gut an der praktischen Ausnutzung der GPGPU-Fähigkeiten von AMDs APUs sehen – welche faktisch nicht vorhanden ist.

Allerdings kommen AMD in diesem speziellen Fall die aktuellen Konsolen-Deals zu den NextGen-Konsolen Xbox 720 und PS4 entgegen – speziell die PS4 wird in jedem Fall über eine Art von "unified" Speicherzugriff verfügen, von der Xbox 720 darf aufgrund der ähnlichen Hardware dasselbe angenommen werden. Damit steht vornehmlich im Spielebereich eine (mehr als ausreichende) kritische Masse zur Verfügung, womit sich die Spieleprogrammier mit diesem Punkt befassen und jenen bei ihrer Spielentwicklung einplanen werden. Platt formuliert nützt hierbei die Konsolen-Programmierung wohl auch noch AMDs APUs im PC-Bereich – welche dadurch beschleunigt werden dürften. Die ganz großen Sprünge sind damit sicherlich nicht drin, dafür ist die APU-Hardware einfach zu schwach, aber immerhin dürfte das hUMA-Feature somit nicht gleich mehrere Jahre benötigen, um halbwegs angewandt zu werden.

Zu erwähnen wäre noch ein Seiteneffekt zugunsten normaler (diskreter) GPUs: Auch diese können laut AMD den "unified" Speicherzugriff erreichen – wobei leider nicht genauer ausgeführt wurde, unter welchen Bedingungen aka welcher Hardware dies möglich ist. Höchstwahrscheinlich gilt dies nur für zukünftige AMD-Grafikkarten, welche zusammen mit einer AMD-APU als Prozessor betrieben werden – sprich, es muß durchgehend AMD-Technik am Start sein. Auch in diesem Fall könnte sich mit der Zeit ein gewisses Performanceplus einstellen, wenn die Spieleprogrammierer diesen speziellen Modus berücksichtigen.