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AMDs Kaveri-APU kommt am 14. Januar 2014 auf deutlich niedrigeren Taktraten

Auf seinem "AMD Developer Summit 2013" hat Prozessoren- und Grafikchip-Entwickler AMD neue Daten zu den kommenden Kaveri-APUs bekanntgegeben, welche erstmals die Steamroller-Rechenkerne sowie eine GCN-basierte Grafiklösung tragen werden. AMD wird Kaveri nunmehr am 14. Januar 2014 in den Markt schicken, die früheren Ideen von einem DDR4-Support sind inzwischen lange vom Tisch. Allerdings liegen die Launch-Taktraten deutlich unter dem, was AMD früher einmal für Kaveri prognostizierte: Mitte 2012 gab AMD noch eine insgesamte Rechenleistung von 1050 GFlops für Kaveri an, was angenommen 4.0 GHz CPU-Takt einen iGPU-Takt von 900 MHz ergeben würde. Nunmehr sollen es aber nur noch 855,7 GFlops für Kaveri werden, was sich in 118,4 GFlops für die CPU und 737,3 GFlops für die iGPU aufteilt. Die Kaveri-Taktraten lauten demzufolge auf 3,7 GHz CPU-Takt und 720 MHz iGPU-Takt – was in beiden Fällen noch unterhalb dem Richland-Standard liegt.

Zwar besteht die theoretische Möglichkeit, daß AMD hier nur mit den jeweiligen Base-Taktraten gerechnet hat – aber dies ist eine wirklich kleine Chance, denn bisher hat AMD für Angaben zur theoretischen Rechenleistung immer nur den Turbo-Takt angesetzt (was aus Marketing-Sicht auch logisch ist, ergibt es schließlich die größeren Zahlen). Im iGPU-Bereich mag der vergleichsweise niedrige Takt nicht gänzlich stören, denn AMD bietet hier deutlich mehr Shader-Einheiten und zudem die klar effizientere Architektur. Trotzdem muß natürlich die Leistungsprognose für die Kaveri-Grafikeinheit deutlich nach unten korrigiert werden – ein Performanceplus von 20% gegenüber Richland sind wohl drin, viel mehr allerdings nicht. Im CPU-Bereich ist der Taktraten-Rückschritt dagegen besonders schmerzlich, weil somit alle potentiellen Vorteile der Steamroller-Rechenkerne wieder aufgefressen werden und AMD sich bei der CPU-Performance wohl wieder nur auf der Stelle bewegt.

Llano Trinity Richland Kaveri
Fertigung 32nm GlobalFoundries 32nm GlobalFoundries 32nm GlobalFoundries 28nm GlobalFoundries
CPU-Unterbau 4 Husky-Rechenkerne der K10.5-Architektur 4 Piledriver-Rechenkerne der Bulldozer-Architektur 4 Piledriver-Rechenkerne der Bulldozer-Architektur 4 Steamroller-Rechenkerne der Bulldozer-Architektur
CPU-Takt maximal 3.0 GHz maximal 4.2 GHz (unter TurboCore) maximal 4.4 GHz (unter TurboCore) maximal 3.7 GHz (unter TurboCore)
Grafikeinheit 400 VLIW5 Shader-Einheiten mit maximal 600 MHz Takt, DirectX 11.0 384 VLIW4 Shader-Einheiten mit maximal 800 MHz TurboCore-Takt, DirectX 11.0 384 VLIW4 Shader-Einheiten mit maximal 844 MHz TurboCore-Takt, DirectX 11.0 512 (1D) Shader-Einheiten (auf GCN-Basis) mit maximal 720 MHz TurboCore-Takt, DirectX 11.2b
Speicherinterface 128 Bit DDR3, maximal DDR3/1866 128 Bit DDR3, maximal DDR3/1866 128 Bit DDR3, maximal DDR3/2133 128 Bit DDR3, maximal DDR3/2133
APU-Rechenl. (AMD-Progn.) - 819 GFlops - 1050 GFlops
APU-Rechenl. (real) 576 GFlops 749 GFlops 789 GFlops 856 GFlops
GPU-Rechenl. (AMD-Progn.) - ca. 707 GFlops - ca. 922 GFlops
GPU-Rechenl. (real) 480 GFlops 614 GFlops 648 GFlops 737 GFlops
3D-Performance - +23% gegenüber Llano (real) +9% gegenüber Trinity (real) grob +20% gegenüber Richland (geschätzt)
Sockel FM1 FM2 FM2 FM2+
Launch 14. Juni 2011 Mobile: 15. Mai 2012
Desktop: 2. Oktober 2012
Mobile: 12. März 2013
Desktop: 5. Juni 2013
14. Januar 2014

Woran es liegt, daß AMD bei Kaveri die Taktraten so deutlich von 4.0 GHz & 900 MHz auf nun nur noch 3.7 GHz & 720 MHz herunterschrauben muß, ist derzeit unklar. Als Übeltäter kommt derzeit fast nur GlobalFoundries neue 28nm-Fertigung in Frage, welche bislang noch unerprobt ist und daher vielleicht einige Zeit benötigt, ehe jene auf Touren kommt. In diesem Fall wäre es durchaus möglich, daß GlobalFoundries in einigen Monaten dann auch schnellere Taktungen in der Lage ist herzustellen. Gleichzeitig wäre es aber auch denkbar, daß der Kaveri-Chip wegen der wiederum deutlich breiteren Grafikeinheit einfach zu groß geworden ist und damit automatisch zu viel Strom verbraucht, innerhalb des gesetzten TDP-Limits (von wahrscheinlich wiederum maximal 100 Watt) einfach nicht höher getaktet werden darf. In jedem Fall läßt sich die lange verschobene Kaveri-Architektur damit nicht mehr so großartig an, wie dies in der Vergangenheit noch teilweise so erschien.