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Erste Trinity-Benchmarks mit A10-5800K Prozessor

Aus dem chinesischen PCEva Forum (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) stammen erste Benchmarks eines Trinity-Prozessors, im genauen des Topmodells A10-5800K mit vier Piledriver-Rechenkernen auf 3.8 GHz Nominaltakt, 4.2 GHz TurboCore-Takt sowie Radeon HD 7660D Grafiklösung mit 384 VLIW4 Shader-Einheiten auf 800 MHz Takt (Liste der geplanten Trinity-Modelle). Jener Trinity-Prozessor wurde mit dem A8-3850 aus AMDs Llano-Portfolio verglichen, welcher seine vier K10-basierenden Rechenkerne mit 2.9 GHz taktet und eine Radeon HD 6550D mit 400 VLIW5 Shader-Einheiten auf 600 MHz beherbergt (Liste der aktuellen Llano-Modelle).

Llano A8-3850 Trinity A10-5800K
3DMark06 CPU 3814 4304 +12,8%
3DMark06 GPU SM2.0 2139 3285 +53,6%
3DMark06 GPU SM3.0 2552 4067 +59,4%
SuperPI 1M 26,039 sec 23,775 sec +9,5%

In der Summe dieser kurzen Benchmarks läßt sich sagen, daß das Topmodell von Trinity gegenüber Llano (das Topmodell ist hier der A8-3870K mit gleicher Grafikeinheit wie der getestete A8-3850, aber mit 100 MHz mehr CPU-Takt) ca. 10 Prozent mehr CPU-Performance und ca. 50 bis 60 Prozent mehr GPU-Performance erbringen sollte. Gegenüber der letzten Aufstellung zur GPU-Leistung integrierter Grafiklösungen ist dies sogar etwas mehr als zu erwarten war – daher sind auch besser ausführlichere Tests zur GPU-Leistung von Trinity abzuwarten, eher man gleich eine 50prozentige Steigerung gegenüber Llano als festen Tatbestand ausruft. Daß Trinity in jedem Fall eine absolut deutlich höhere GPU-Performance als Llano bieten wird, läßt sich aber dennoch jetzt schon sagen.

Bei der CPU-Performance kommt dagegen nur ein arg kleiner Schritt nach vorn heraus – wenn man sich den Taktratenvorteil von Trinity ansieht, ist das Ergebnis sogar eher niederschmetternd. Runde 11 Prozent Performancevorteil bei einem Taktvorteil zwischen 31 Prozent (Nominaltakt) und 45 Prozent (TurboCore) sind regelrecht schwach und zeigen eine weiterhin nicht konkurrenzfähige Pro/MHz-Leistung der verbauten Piledriver-Rechenkerne an – von welchen sich AMD ja eigentlich recht viel versprochen hatte. Allerdings scheint Piledriver durchaus zu wirken: Sieht man sich frühere HT4U-Benchmarks eines FX-4100 (3.6 GHz nominal, 3.8 GHz TurboCore) gegen einen A8-3850 an, so liegt dort der Bulldozer-Prozessor bei reinen CPU-nahen Benchmarks (Spiele unter LowQuality) sogar um ca. 4 Prozent zurück. Mit etwas mehr Takt wie eben beim A10-5800K (3.8 GHz nominal, 4.2 GHz TurboCore) wäre für Bulldozer in diesem Benchmark-Setting nur ein ungefährer Gleichstand drin.

Wenn der A10-5800K also in den vorstehenden Benchmarks eine um ca. 11 Prozent höhere CPU-Performance aufzeigt, dann sieht man hierbei das unmittelbare Wirken der Piledriver-Rechenkerne – welche im Trinity-Prozessor sogar ohne Level3-Cache auskommen müssen. Bezogen auf die kommenden FX-Prozessoren mit Piledriver-Rechenkernen (und Level3-Cache) kann man bei diesen von einer ca. 15prozentigen Steigerung der Pro/MHz-Performance ausgehen – und bei jenen gibt es dann schließlich auch noch die Sechskern- und Achtkern-Modelle, was deutlich besser zur Bulldozer-Architektur passt. Piledriver wird also seinen prognostizierte Performancegewinn hinlegen – aber augenscheinlich auch nicht mehr und damit benötigt AMD weiterhin hohe Taktraten bei FX-Prozessoren und Trinity-Modellen, um auf eine vergleichbare CPU-Performance zu kommen.