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Hardware- und Nachrichten-Links des 7. März 2019

Die DigiTimes berichtet über hohe Lagerbestände bei den Grafikkarten-Herstellern, welche jene nun mittels Grafikkarten-Preissenkungen zu reduzieren versuchen. Teilweise soll dies jenen auch schon gelungen sein und die Grafikkarten-Absätze demzufolge derzeit wieder anziehen. Dies hört sich auf den ersten Blick ganz nett an und dürfte sicherlich auch für die einen oder andere knallige Schlagzeile gut sein – allerdings sind mit diesen "Preissenkungen" allein jene minimalen Abschläge gemeint, welche die Grafikkarten-Hersteller ihren Distributoren geben und welche nachfolgend im Einzelhandel den täglichen Cent-weisen Preiskrieg der Einzelhändler befeuern. Dies kann im Laufe der Zeit manchmal auch beachtbare Beträge ergeben, ist aber nicht das, was man eigentlich unter "Preissenkung" versteht. Dazu sind üblicherweise nur AMD und nVidia in der Lage, weil jene über die Abgabepreise für die Grafikchips (samt manchmal dem Grafikkartenspeicher) sowie ihre eigene Preisempfehlungen für die komplette Grafikkarte deren Straßenpreise zumeist weitgehend kontrollieren können. In der Praxis haben sich demzufolge bei den Preisen der Midrange-Grafikkarten seit dem Jahresanfang auch nur geringe Abschläge ergeben, wenn man den Preisstand von Mitte Januar zu Anfang März vergleicht. Diese DigiTimes-Meldung bezieht sich somit nur auf den kleinen Preiskrieg der Grafikkarten-Hersteller und Einzelhändler untereinander, nicht aber auf große, offizielle Preissenkungen seitens AMD und nVidia.

In AMDs gestern bereits thematisierter aktueller Investoren-Präsentation gibt man sich ziemlich freizügig mit der Nennung von noch nicht angekündigten Produkte – wie eben der dritten Threadripper-Generation. Um so interessanter ist dann, was für 2019 jedoch nicht genannt wurde – nämlich AMDs Navi-Generation (bis auf eine ältere Roadmap-Folie ohne konkreter Terminangabe). Da sich die Investoren-Präsentation auf alle AMD-Produkte bezieht und auch explizit alle im Einsatz befindlichen Grafiklösungen von AMD nennt, kann es daran nicht liegen. Damit stellt sich die Frage, wieso AMD dann Navi nicht mit für das Jahr 2019 erwähnt hat: Will man mit diesem Projekt eventuell noch etwas hinter dem Berg halten – was allerdings auch nichts mehr bringt, wenn alle Welt nach Navi fragt und AMD diesen Namen sogar während der CES-Keynote fallengelassen hat. Oder kommt Navi derart spät, das es nicht mehr im Jahr 2019 geschäftswirksam wird und es AMD demzufolge in dieser Investoren-Präsentation lieber ausgelassen hat. In jedem Fall ist damit wieder etwas in der Schwebe, ob der eigentlich in einer früheren Analystenkonferenz für dieses Jahr angekündigte Navi-Launch wirklich noch in diesem Jahr stattfindet bzw. in diesem Jahr dann auch zu kaufbaren Navi-Grafikkarten führt.

Gleichfalls fehlt in der AMD-Präsentation auch der Hinweis auf die Desktop-Ausführung der Picasso-APU – was den Planet 3DNow! zur Spekulation verleitet, das jene gestrichen sein könnte und dafür dann die nachfolgende Renoir-APU auf das vierte Quartal 2019 vorgezogen würde. Denkbar wäre diese Auslegung schon, schließlich kann "viertes Quartal" alles bedeuten: Von einem Launch Anfang Oktober samt echter Marktverfügbarkeit bis hin zu einem Paperlaunch zum Jahresende samt realer Produktverfügbarkeit erst im nächsten Jahr. Für AMD wäre sicherlich jeder frühere Termin besser, denn mit dieser 7nm-APU kann man den Hype um Zen 2 gut mitnehmen und dann zu den OEMs transportieren, wo diese APUs primär verbaut werden (sollen). Ob ein Termin noch in diesem Jahr für Renoir überhaupt realisierbar ist, steht dagegen auf einem ganz anderen Blatt – normalerweise hat sich AMD dieses Jahr mit Zen 2 und Navi schon ausreichend viel vorgenommen, da reicht unter Umständen nicht die Zeit für die Kombination dieser zwei Architekturen zu Renoir aus. Wie gesagt wäre jeder frühere Termin nur positiv, man sollte diesbezüglich aber besser seine Erwartungen niedrig halten und somit weiterhin von einem Renoir-Launch erst im Jahr 2020 (wahrscheinlich im Frühling) ausgehen.

Zen Zen+ Zen 2
HEDT Threadripper 1000
2x Summit Ridge, 8-16C, August 2017
Threadripper 2000
2x Pinnacle Ridge, 12-32C, August 2018
Threadripper 3000
Castle Peak, angekündigt für H2/2019
Consumer Ryzen 1000
Summit Ridge, 4C-8C, März 2017
Ryzen 2000
Pinnacle Ridge, 4C-8C, April 2018
Ryzen 3000
Matisse, angekündigt für Jahresmitte 2019
Desktop-APU Ryzen 2000G
Raven Ridge, 2C-4C, Februar 2018
Ryzen 3000G
Picasso, bislang fehlend
Ryzen 4000G
Renoir, erwartet für Frühling 2020
Mobile-APU Ryzen 2000U/H
Raven Ridge, 2C-4C, Dezember 2017
Ryzen 3000U/H
Picasso, 2C-4C, Januar 2019
Ryzen 4000U/H
Renoir, erwartet für Frühling 2020

Im übrigen spricht derzeit so ziemlich gar nichts dafür, das Renoir als Zen2/Navi-APU bereits im Chiplet-Design der regulären Zen-2-basierten Prozessoren erscheinen wird, wie vom Planet 3DNow! derart angedacht: Denn AMD hatte die These von einem Matisse-basierten Core-Chiplet samt I/O-Chiplet und hinzukommenenden iGPU-Chiplet schon zum Jahresanfang direkt zurückgewiesen. Die Alternativthese mit einem Matisse-basierten Core-Chiplet samt einem kombinierten I/O+iGPU-Chiplet wäre noch denkbar, hat aber auch ihre Bremspunkte (macht nur bei einem I/O+iGPU-Chiplet unter 14nm Sinn, was dann aber die Grafiklösung sehr viel Fläche belegen lassen würde) und könnte man sinngemäß eigentlich auch vom AMD-Dementi abgedeckt sehen. Die Auflage von extra Chiplets nur für den APU-Bereich macht hingegen kaum Sinn, weil dann jegliche Kombinations-Möglichkeiten fehlen – es kommt sowieso alles in derselben Variante auf den Markt, da braucht man keine unterteilten Chips. Insofern spricht derzeit bei Renoir eigentlich alles für einen monolithischen Ansatz, selbst wenn die hiermit erstellten Produkte am Ende sogar zur "Ryzen 4000" Serie gehören werden. Den Chiplet-Ansatz dürfte es im APU-Bereich vermutlich erst dann geben, wenn weit auseinanderstehende Anforderungen abgedeckt werden sollen – und gleichzeitig auch der APU-Absatz dann derart hoch ist, auf das sich dies wirtschaftlich lohnt.

Die ComputerBase zeigt erste Benchmarks zum neuen Cinebench R20 aus der ComputerBase-Community, welche eine hohe Anzahl an verschiedenartigen Systemen bereithält. Interessant hierzu ist vor allem, welche Performance-Charakteristik der neue Benchmark aufweist, welcher wie sein R15-Vorgänger sicherlich schnell als Standard-Benchmarks speziell bei Leaks sowie anderen schnellen Performance-Beurteilungen benutzt werden wird. Diesbezüglich gibt es am Ende des ComputerBase-Artikels erste Zahlen – welche auf eine ziemlich ähnliche Skalierung des Cinbench R20 gegenüber dem Cinbebench R15 hindeuten. AMD verliert hierbei in der Multithread-Skalierung leicht gegenüber Intel, auch kommen die HEDT-Modelle von AMD minimal schlechter als normale Consumer-Prozessoren weg – aber grob gesehen bleibt alles beim alten, die Charakteristik als vergleichsweise moderat zwischen AMD und Intel stehender Benchmark mit allerdings guter Multikern-Ausnutzung bleibt dem Cinebench somit auch in der R20-Ausführung erhalten. Für ein Störfeuer sorgt derzeit nur ein wenig der Punkt, das der Benchmark offiziell nur im Microsoft-Store erhältlich ist und Webseiten mit alternativen Downloads sogar Ärger mit dem Cinebench-Schöpfer Maxon bekommen haben (ironischerweise ist derselbe Download bei TechPowerUp jedoch immer noch online).

Die DigiTimes berichtet über hohe Lagerbestände bei den Grafikkarten-Herstellern, welche jene nun mittels Grafikkarten-Preissenkungen zu reduzieren versuchen. Teilweise soll dies jenen auch schon gelungen sein und die Grafikkarten-Absätze demzufolge derzeit wieder anziehen. Dies hört sich auf den ersten Blick ganz nett an und dürfte sicherlich auch für die einen oder andere knallige Schlagzeile gut sein - allerdings sind mit diesen "Preissenkungen" allein jene minimalen Abschläge gemeint, welche die Grafikkarten-Hersteller ihren Distributoren geben und welche nachfolgend im Einzelhandel den täglichen Cent-weisen Preiskrieg der Einzelhändler befeuern. Dies kann im Laufe der Zeit manchmal auch beachtbare Beträge ergeben, ist aber nicht das, was man eigentlich unter "Preissenkung" versteht. Dazu sind üblicherweise nur AMD und nVidia in der Lage, weil jene über die Abgabepreise für die Grafikchips (samt manchmal dem Grafikkartenspeicher) sowie ihre eigene Preisempfehlungen für die komplette Grafikkarte deren Straßenpreise zumeist weitgehend kontrollieren können. In der Praxis haben sich demzufolge bei den Preisen der Midrange-Grafikkarten seit dem Jahresanfang auch nur geringe Abschläge ergeben, wenn man den Preisstand von Mitte Januar zu Anfang März vergleicht. Diese DigiTimes-Meldung bezieht sich somit nur auf den kleinen Preiskrieg der Grafikkarten-Hersteller und Einzelhändler untereinander, nicht aber auf große, offizielle Preissenkungen seitens AMD und nVidia.