Frage 1 - Die Weltwirtschaftskrise

Samstag, 14. November 2009
 

Vor der Wirtschaftskrise sind wir alle gleich. Denn mittels Domino-Effekt werden nahezu alle Unternehmen weltweit mit in diesen Strudel gezogen, der nicht selten auch die Existenz bedroht. So hat laut neuesten Zahlen die Wirtschaftskrise weltweit über 10.000.000.000.000 US-Dollar verschlungen und 60.000.000 Arbeitsplätze vernichtet. Doch gleichzeitig werden Krisen-Situationen oft auch als große Chance gesehen. Man erhält die Möglichkeit das Unternehmen neu zu strukturieren und vor allem die Kunden aufzusammeln, die der Konkurs-gegangene Mitbewerber verloren hat.


Welche Auswirkungen hat die Weltwirtschaftskrise auf Ihr Unternehmen?

Maciej Wieczorek (Zotac): In einigen Regionen haben wir in der Vergangenheit einen Rückgang in den Verkaufszahlen verzeichnet, allerdings konnten wir in den letzten Monaten feststellen, dass die Talsohle deutlich durchschritten ist und wir in diesem Jahr die Abverkauftszahlen des letzten Jahres übertreffen werden.
Aileen Tober (Digittrade/Axle): Von der Welt-Wirtschaftskrise sind wir nur bedingt betroffen: Kaufentscheidungen dauern länger und Aufträge werden etwas häufiger abgebrochen. Da wir aber bereits im letzten Jahr damit begannen unser Produktportfolio kontinuierlich zu erweitern, sprechen wir auch immer neue Käufergruppen an. Unsere breite Auswahl an Grafikkarten und Netzteilen animiert beispielsweise sogar Besitzer von sehr alten Rechnern zum Aufrüsten, da sie problemlos kompatibel sind. Für unsere neuen High-Security-Medien interessieren sich zum Beispiel Wirtschaftsunternehmen, die ihre hochsensiblen Daten sicher verwart wissen möchten.
Michael Fischer (Gainward): Wir wurden nur im Zeitraum März-Mai betroffen.
Silke Lapp (PNY): Wie bei jedem Hersteller weltweit hat die Krise auch bei uns Auswirkungen. Aufgrund unserer verschiedenen Produktreihen sind wir jedoch verhältnismäßig gut positioniert. Endkonsumenten versuchen, ihre IT-Ausgaben zu reduzieren und wollen gleichzeitig ihre Ausstattung länger nutzen als vorher. Da wir über eine komplette Produktreihe an Upgrade-Komponenten (im Grafikbereich) verfügen, bieten wir ihnen eine qualitativ hochwertige Lösung, damit sie von neuen Technologien zu attraktiven Preisen profitieren.
Sascha Heinrich (MSI): Wie auch andere Unternehmen sind wir von der Wirtschaftskrise betroffen. Vor allem in den Sommermonaten war eine gebremste Kauflaune der Endkunden festzustellen. Mit dem richtigen Mix aus innovativen Produkten, hoher Qualität und attraktiven Preisen war MSI aber für die Krise besser aufgestellt als mancher Mitbewerber. Dadurch konnten wir die Krise auch als Chance für Wachstum sehen. Die Nachfrage nach unseren Produkten hat inzwischen deutlich angezogen und wir profitieren davon, dass Endkunden Investitionen nur aufgeschoben anstatt völlig gestrichen haben.
Selene Tian (Leadtek): It did affect our business but now we are ready to arise again by introducing new range of products.
Georgios Kopanidis (Mushkin): Der Umsatz ist stark zurückgegangen, jedoch haben wir immer noch gute Zahlen auf dem Weltmarkt.
Dan Forster (Sapphire): Natürlich hat die Krise auch im IT-Markt Ihre Spuren hinterlassen. Aber als eines der etablierten Unternehmen und durch das breite Spektrum an Kunden und Regionen welche wir abdecken, hat SAPPHIRE weniger Einbußen gehabt als viele andere.
Frances Peng (Manli): Although Manli is founded in 1996, Manli focused business on OEM. In 2008, Manli jointed venture with PCPartner and then stratege shifted from aiming OEM bussiness to develop retail market, so Manli is new in retail market. Manli is not affected by global enconomic crisis, on the contrary, Manli benifits from it. In the past 1-2 years, most major IT companies are affected by the economic cirisis, so this gives Manli a good chance to get into the retail market. Manli sales in Q1-Q3 2009 is 300% growth compared with Q1-Q3 2008.

Quintessenz

Beständigkeit ist eine strickte Notwendigkeit im Geschäftsleben. Wenn Beständigkeit nicht gegeben ist, kann nur Flexibilität ein Unternehmen erhalten. Dabei darf nicht nur die unmittelbare Existenz das anvisierte Ziel sein, auch der weitere Verlauf des Unternehmens muss berücksichtigt werden. Gemeint ist damit die Zeit nach der Krise. Entscheidungen zu treffen, die lediglich für den Moment das Unternehmen retten, sind keineswegs akzeptabel. Es muss langfristig gedacht werden, selbst oder gerade in einer Krise.

Durch ihre permanent-starken Wachstumszahlen ist die IT-Branche noch glimpflich davon gekommen. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Anzahl der eingesetzten PCs auf weltweit über 1 Milliarde verdoppelt. Im Jahr 2015 soll dann schließlich sogar die 2 Milliarden-Hürde genommen werden. Dieser ständige scheinbar unerschöpfliche Wachstum hat den Computerherstellern den Hals gerettet, indem es für sie die Wirtschaftskrise abschwächte. So verzeichnen viele Hersteller Einbrüche im Umsatz und Rückgänge bei den Gewinnen. Doch selbst in den schlimmsten Fällen konnte man doch zumindest eine schwarze Null verbuchen. Vereinzelt zeigen sich sogar Ausbrecher, die Ihre Chance nutzen und gar einen deutlichen Wachstum hinlegen. Alles in allem besteht also keine Gefahr, dass die expandierende Entwicklung aufgehalten wird oder das ein IT-Hersteller ins Straucheln gerät. Und falls doch ein Unternehmen in sich zusammenfällt, war weit mehr als nur die Wirtschaftskrise ein treibender Faktor.

Die hier anwesenden Hersteller bestätigen es. Die Wirtschaftskrise war für sie schlimmstenfalls ein gemeinsames Tief, dass kurzzeitig andauerte, aber nun auch schon überwunden scheint. Ob es nach dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft, erneut zu einer Tiefstimmung kommt, die ähnliche Auswirkungen zeigt, bleibt abzuwarten. Zumindest aber, trifft sie die Unternehmen nun nicht mehr unvorbereitet. Gerüstet für das Unwetter, dass vielleicht noch kommen wird, konzentriert man sich wieder auf das Tagesgeschäft. Denn Krise hin oder her, im Geschäftsleben lauern viele Gefahren. Da kommt es auf eine mehr oder weniger auch nicht so drauf an.