Sapphire Radeon HD 5870 vs. Zotac GeForce GTX 285 & 295

Sonntag, 31. Januar 2010
 / von Leonidas & TechNickel
 

Mit dem Launch des RV870-Chips im September hat ATI unerwartet früh das DirectX11-Zeitalter eingeläutet – vor allem zu früh für die ATI-Kontrahenten Intel (Larrabee-Architektur, geplant für das erste Halbjahr 2010, inzwischen abgesagt) und nVidia (Fermi-Architektur, vorraussichtlich erstes Quartal 2010), womit ATI nun für einige Monate allein auf weiter Flur mit seinen ersten DirectX11-Beschleunigern steht. Daß der RV870-Chip zudem auch noch reichlich leistungsstark geworden ist und keine Konkurrenz von den bisherigen Beschleunigern der DirectX10-Klasse fürchten muß, tut ihr übriges für einen massiven Vorteil zugunsten von ATI über die nächsten Monate.

Allenfalls trübte anfänglich die schlechte Liefersituation diese glänzende Ausgangslage bei ATI wieder etwas ein – zwar waren die RV870-basierten Grafikkarten nie komplett ohne Nachlieferungen seitens der Grafikkartenhersteller (welche wiederum von ATI als Chipentwickler und TSMC als Chiphersteller abhängen), allerdings reichten die spärlichen Nachlieferungen bis dato nicht aus, um den erheblichen Stau an Vorbestellungen aufzulösen und den Einzelhändlern die Gelegenheit zu geben, auch mal ein paar Exemplare auf Lager zu legen. ATI hat inzwischen unter der Hand zugegeben, daß man gerade im Jahr 2009 deutlich mehr RV8xx-basierte Grafikkarten hätte ausliefern können, wenn man nur genügend Chips von TSMC bekommen hätte. Da aber von Intel und nVidia derzeit gar nichts an Konkurrenz kommt, ist dies wohl nur ein gewisser Schönheitsfehler. Und so lange dies so bleibt, kann der RV870-Chip ungehindert schalten und walten – und mit der ebenfalls veröffentlichten DualChip-Grafikkarte Radeon HD 5970 wurde nun sogar das obere HighEnd-Segment von ATI besetzt.

Wir wollen uns heute allerdings erst einmal der schnellsten SingleChip-Lösung auf Basis des RV870-Chips zuwenden, der Radeon HD 5870, welche uns in in Form der Verkaufsvariante von Sapphire vorliegt. Die Karte tritt mit einem Listenpreis von 399 Dollar an, was in Euroland derzeit Straßenpreise von zwischen 340 und 370 Euro ergibt. Damit ist die Radeon HD 5870 in jedem Fall eine klare HighEnd-Lösung mit dementsprechend natürlich begrenztem Marktpotential – denn nur ein gewisser Teil der Grafikkarten-Käufer ist bereit, so viel Geld für eine Grafikkarte auszugeben. Für alle anderen ist der Test einer solchen Spitzenkarte natürlich aber auch immer wieder interessant, um zu sehen, was technologisch derzeit machbar und kaufbar ist.

Aus den bisherigen Tests dieser Karte im Web läßt sich allerdings schon ein gewisses Problem ablesen: Die Karte ist unter Standard-Settings oftmals "zu schnell" – in dieser Form, daß unnötige hohe Frameraten unter den allermeisten Spielen erzeugt werden und es die kleinere Radeon HD 5850 oftmals genauso gut erledigen könnte. Sicherlich gibt es zwei bis drei Spieletitel, für deren Performance-Anforderungen selbst eine Radeon HD 5870 noch nicht perfekt ist, aber diese sind vom Performanceprofil her doch wirklich alleinstehend (beispielsweise Crysis). Ansonsten stellt sich für die Radeon HD 5870 wirklich eher die Frage, was man mit der überschüssigen Performance anfangen will – denn wenn man diese Frage nicht beantworten kann, würde sich eine kleinere Karte eventuell besser machen.

Eben diesem Punkt werden wir heute in unserem Artikel nachgehen. Die Grundansetzung war hierbei weniger, die Performancehöhen der Radeon HD 5870 zu ermitteln – erstens einmal hat der Vergleich von Frameraten überhalb von 60, 80, 100 fps keinen realen Nutzen und zweitens ist dieser Punkt doch mittlerweile ausreichend gut belegt. Demzufolge haben wir uns mit diesem Artikel eher darauf konzentriert, was denn aus einer Radeon HD 5870 maximal an Bildqualität herauszuholen ist – die Frage war also weniger, wieviel Bilder pro Sekunde sich in einer bestimmten Einstellung ergeben, sondern eher, ob sich unter einer hohen Bildqualitätseinstellung noch genügend Bilder pro Sekunde für ein flüssiges Spiel ergeben.

Konkret haben wir uns also stark auf Benchmarks mit 8x Multisampling Anti-Aliasing sowie Benchmarks unter Supersampling Anti-Aliasing konzentriert. Das Ziel war hierbei wie gesagt nicht, den Performancevorsprung in diesem Settings gegenüber den aktuellen nVidia-Grafikkarten zu ermitteln – diese sind sowieso zumeist zu langsam für diese Settings oder aber beherrschen diese nicht (Supersampling Anti-Aliasing ist auf nVidia-Grafikkarten nur inoffiziell und teilweise funktionierend möglich). Wichtig war uns der Punkt, festzustellen, bis zu welchem Setting eine Grafikkarte in einem Spiel noch flüssige Frameraten bietet. Auch wenn wir unsere Benchmarkwerte in die üblichen Balkendiagramme gepackt haben, liegt der Sinn des Tests also darin, zu ermitteln, welche Bildqualität mit den einzelnen Grafikkarten jeweils möglich ist.

Wir danken vorab den Herstellern Sapphire und Zotac für die freundliche Bereitstellung entsprechender Testsamples, ohne die dieser Test nicht möglich gewesen wäre.

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