Sapphire Radeon HD 6970 vs. Palit GeForce GTX 570

Samstag, 9. April 2011
 / von Leonidas & Mr. Lolman
 

Nach einiger Zeit schicken wir uns beim 3DCenter mal wieder zu einem (umfangreichen) Grafikkarten-Test an. Heute soll es dabei um die Sapphire Radeon HD 6970 sowie die Palit GeForce GTX 570 im direkten Wettstreit gehen. Beide Grafikkarten agieren im Segment von knapp unter 300 Euro und stellen damit die gute Möglichkeit eines direkten Vergleichs sowohl der Karten selber als auch der unterschiedlichen Ansätze von AMD und nVidia im generellen dar.

Vorab sei ausdrücklicher Dank den Unternehmen ausgesprochen, welche mit ihren Teststellungen diesen Hardware-Test erst möglich gemacht haben: Sapphire stellte uns dabei seine Radeon HD 6970, während von Caseking die Palit GeForce GTX 570 kam.

Logo Sapphire Logo Caseking

Jetzt ist der Zweikampf Radeon HD 6970 vs. GeForce GTX 570 natürlich nicht neu – seit dem Launch der Radeon HD 6950 & 6970 Karten im Dezember wird dieses Gefecht ausgetragen. Allerdings dürfte uns dieser Vergleich wohl noch lange über das Jahr 2011 begleiten, denn so wie es aussieht, haben beide Grafikchip-Entwickler ihr Pulver bei der Entwicklung neuer 40nm-Grafikchips endgültig verschossen und werden sich erst mit den 28nm-Grafikchips kurz vor Jahresschluß 2011 wieder entscheidende Marktbewegungen ergeben. Bis zu diesem Zeitpunkt kann und muß man sich mit der aktuellen Situation am Grafikkartenmarkt wohl einrichten.

Trotzdem gibt es natürlich schon ein umfangreiches Artikelwerk in die Richtung gerade des Vergleichs dieser beiden Karten hin. Im allgemeinen werden dabei Radeon HD 6970 und GeForce GTX 570 als von der Performance her in etwa gleichwertig angesehen – wobei wir schon bei der Launchanalyse der Radeon HD 6950 & 6970 Karten herausgestrichen hatten, daß die AMD-Karten je nach gewählten Setting und Auflösung doch sehr unterschiedliche Performancewerte abwerfen können. Leider ist dies in der Masse an Standard-Benchmarkparcours ein wenig untergegangen und auch heute noch testet man die Radeon HD 6970 doch zumeist eher lieblos mit Standard-Settings wie 1920x1200 4x Anti-Aliasing durch und formuliert basierend darauf eine Performance-Einschätzung.

Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht allein wegen der ungewöhnlichen Performancecharakteristik speziell der Radeon HD 6950 & 6970 Karten nicht wirklich zielführend, sondern geht unserer Meinung nach auch an der Lebenswirklichkeit der Käufer von HighEnd-Grafikkarten vorbei. Sicherlich gibt in dieser Käufergruppe auch Nutzer, welche die gekauften Karten schlicht auf 4x Anti-Aliasing betreiben, sich nicht um weitere Bildqualitäts-Verbesserungen kümmern und einfach nur die hohen bis extrem hohen Bildraten genießen. Allerdings hätte es dann eine 200-Euro-Karte auch getan, weil flüssiger als flüssig muß es nicht sein – und daß die hohen Bildraten einer HighEnd-Karte mehr Reserven für die Zukunft bedeuten, ist auch kein besonders zugkräftiges Argument, weil gerade im HighEnd-Bereich die Karten viel schneller gewechselt werden als im Mainstream-Bereich.

Sapphire Radeon HD 6970 Palit GeForce GTX 570
Chipbasis AMD RV970/Cayman, 2640 Millionen Transistoren in 40mn auf 389mm² Chip-Fläche nVidia GF110, ca. 3000 Millionen Transistoren in 40nm auf ca. 520mm² Die-Fläche
Technik DirectX 11, 2 Raster Engines, 1536 VLIW4 Shader-Einheiten, 96 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface (bis GDDR5) DirectX 11, 4 Raster Engines, 480 (1-D) Shader-Einheiten, 60 TMUs, 40 ROPs, 320 Bit DDR Interface (bis GDDR5)
Taktraten 880/2750 MHz 732/1464/1900 MHz
Speicherausbau 2048 MB GDDR5 1280 MB GDDR5
Layout DualSlot DualSlot
Kartenlänge 275mm 267mm
Stromanschlüsse 1x 6pol. + 1x 8pol. 2x 6pol.
TDP/MGCP <300W 219W
Idleverbrauch 22W 24W
Spieleverbrauch 205W 199W
Preislage 280-300 Euro 270-300 Euro

Der größere Teil der Käufer von HighEnd-Grafikkarten dürfte allerdings daran interessiert sein, diese teuren Hardware-Objekte auch wirklich auszunutzen. Dazu werden alle möglichen Bildqualitäts-Settings hochgesetzt, wie Texturenqualität und Anti-Aliasing in seinen verschiedensten Ausprägungen, hinzu kommen teilweise spezielle Spielkonfigurationen und Texturenmods zum Einsatz. Im Endeffekt geht es dabei nur darum, die in vielen Spiele klar überschüssigen Frameraten eines heutigen HighEnd-Beschleunigers in mehr Bildqualität umzuwandeln.

Und genau diesem Punkt wollen wir uns mit dem heutigen Testbericht nähern: Zwar wird es auch die üblichen "Standard-Benchmarks" auf 1920x1200 und 2560x1600 mit 4x Anti-Aliasing geben (die Auflösung von 1680x1050 haben wir uns angesichts des klaren HighEnd-Anspruchs der beiden getesteten Grafikkarten geschenkt), daneben haben wir aber viel mehr Zeit investiert in sozusagen "freie Benchmarks". Dabei wurden nicht stur gewisse Settings auf allen Benchmark-Spielen durchgezogen, sondern wurde vielmehr versucht, das jeweilige Maximum an Bildqualität unter einer allerdings spielbaren Framerate herauszuarbeiten. Wenn dabei (beispielhaft) am Ende die eine Grafikkarte eine spielbare Framerate nur bis 8x (gewöhnlichem) Multisampling Anti-Aliasing erzielen konnte, die andere dafür aber eine spielbare Framerate noch bis 8x Coverage Sampling bzw. Enhanced Quality Anti-Aliasing bot – dann ist dies genau das, was wir mit diesem Test darstellen wollen.

Wie am vorherigen Beispiel zu sehen, haben wir uns dabei nicht mit den gewöhnlichen Anti-Aliasing-Modi zufriedengegeben, sondern wollten etwas tiefer gehen: Sowohl Coverage Sampling Anti-Aliasing (CSAA) seitens nVidia als auch das neue Enhanced Quality Anti-Aliasing (EQAA) seitens AMD kommen zum Einsatz – und dann natürlich Supersampling Anti-Aliasing in seinen verschiedensten Ausprägungen, sofern möglich. Gerade in diesem Feld kann man sich – sofern ausreichende Frameraten vorhanden sind – sehr gut mittels Mischmodi aus Super- und Multisampling austoben, was wir mit diesem Test ebenfalls getan haben. Das Ziel ist dabei immer die Annäherung an das, was maximal an Bildqualität aus unseren beiden Testkandidaten herauszuholen ist – nachfolgende (hier ausnahmsweise verkleinerte) Benchmark-Diagramme sollen dabei einfach mal als Beispiel dienen, was man nachfolgend von diesem Artikel erwarten kann (Klick öffnet jeweils das Originalbild):

 Bad Company 2 – Multisampling
6970 vs. 570 – BF:BC2 – Multisampling
 Bad Company 2 – Supersampling
6970 vs. 570 – BF:BC2 – Supersampling

Nachdem wir den geneigten Leser nun (hoffentlich) dieserart angespitzt haben, sei aber auch auf gewisse Nachteile dieses Artikels hingewiesen: Auch mangels entsprechender Möglichkeiten werden wir in diesem Artikel keine expliziten Messungen zu Verlustleistung und Geräuschentwicklung der beiden Testkandidaten durchführen, zudem werden wir die zugrundeliegenden Grafikchips hier nicht neu betrachten. Ersteres machen andere Webseiten besser – verwiesen sei hierzu auf die ausführlichen Messungen seitens HT4U zur Radeon HD 6970 sowie zur GeForce GTX 570, zweiteres bietet kaum spannenden Stoff, welcher nicht schon früher ausreichen behandelt worden wäre. Dieser Artikel wird sich ausdrücklich nur auf die Performance der beiden Testkandidaten konzentrieren, wie schon vorab angesprochen mit primärem Augenmerk auf sehr hohe Bildqualitäts-Settings.