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Umfrage-Auswertung: Wie ist der Ersteindruck zur GeForce GTX 1060?

Mit einer Umfrage von Ende Juli sollte der erste Eindruck der Anwender und Grafikkartenkäufer zur GeForce GTX 1060 ermittelt werden. Die neue Midrange-Lösung von nVidia kommt mit 43,7% positivem Ersteindruck zuzüglich 36,2% durchschnittlichem Ersteindruck auf vernünftige Werte, ohne aber zu glänzen – was jedoch im Midrange-Bereich sowieso eher schwer ist, zumindest im Rahmen des 3DCenters. Grob gesehen ist die Stimmungslage zur GeForce GTX 1060 auf einem ähnlichen Niveau wie jene zur Radeon RX 480 – wobei selbige eher das Problem hatte, gerade im Ersteindruck durch die Stromverbrauchsproblematik noch viel verschenkt zu haben.

Die GeForce GTX 1060 ist dagegen ein ziemlich rundes Produkt – auch dadurch ausgedrückt, das es schwierig war, zu dieser Karte überhaupt Negativpunkte zu finden. Da fällt einem fast nur der für ein Midrange-Produkt eher grenzwertige Preispunkt nahe 300 Euro ein – bezogen auf die letzte Midrange-Generation, welche eher bei um die 200 Euro angesiedelt war, ist dies dann doch eine nette Preissteigerung. Von den Umfrage-Teilnehmern mit durchschnittlichem oder negativem Ersteindruck stimmten immerhin gleich 82,0% für diese Option. Dagegen nur 2,8% bemängelten die schwache Overclocking-Eignung (des Referenzdesigns oder gleichwertiger Karten), während weitere 15,2% einen anderen Grund für ihre durchschnittliche oder negative Stimmabgabe hatten.

Hier könnte die nVidia-Schwäche unter DirectX 12 & Vulkan mit hineinspielen, welche allerdings erst nach dem Umfragestart genauer ausformuliert wurde. Noch reicht es allerdings für die GeForce GTX 1060 zu einem potentiellen Kaufinteresse von 22,6% – was zwar unterhalb der gleich 30,2% der Radeon RX 480 liegt, aber dennoch einen guten und eher selten erreichten Wert darstellt. Nicht auszuschließen allerdings auch, das im Zuge der nunmehr ausgestandenen Stromverbrauchsproblematik bei der Radeon RX 480 sowie dieser natürlich auch die GeForce GTX 1060 betreffenden allgemeinen nVidia-Schwäche unter DirectX 12 & Vulkan beide Midrange-Lösungen inzwischen noch leicht anders bewertet werden, als eben zu ihren jeweiligen Ersteindrucks-Umfragen.

  positiv durchschn. negativ Kaufint.
Radeon RX 480 45,5% 30,0% 24,5% 30,2%
Radeon R9 Fury X 40,6% 37,0% 22,4% 11,6%
Radeon R9 Fury 62,3% 23,3% 14,4% 18,5%
Radeon R9 390X 28,6% 42,9% 28,5% 10,5%
Radeon R9 390 32,0% 35,9% 32,1% 13,9%
Radeon R9 380X 21,8% 47,0% 31,2% 8,1%
Radeon R9 380 36,5% 34,0% 29,5% 15,1%
Radeon R7 370 20,5% 27,6% 51,9% 6,7%
Radeon R7 360 24,5% 32,1% 43,4% 7,6%
Radeon R9 290X 67,9% 22,2% 9,9% 26,7%
Radeon R9 290 47,2% 29,3% 23,5% 27,9%
Radeon R9 280X 39,2% 37,5% 23,3% 19,5%
Radeon R9 285 26,4% 43,3% 30,3% 8,1%
Radeon R9 270X 46,6% 32,4% 21,0% 21,1%
Radeon R9 270 40,9% 33,1% 26,0% 16,3%
Radeon R7 265 34,5% 38,8% 26,7% 10,7%
Radeon HD 7990 36,9% 30,7% 32,4% 3,5%
Radeon HD 7970 "GHz" 33,4% 33,3% 33,3% 5,9%
Radeon HD 7970 66,5% 26,0% 7,5% 22,1%
Radeon HD 7950 71,1% 17,8% 11,1% 20,3%
Radeon HD 7850 & 7870 70,7% 19,2% 10,1% 27,8%
Radeon HD 7790 45,6% 37,2% 17,2% 13,4%
  positiv durchschn. negativ Kaufint.
GeForce GTX 1080 45,9% 28,6% 25,5% 12,2%
GeForce GTX 1070 44,0% 30,4% 25,6% 17,5%
GeForce GTX 1060 43,7% 36,2% 20,1% 22,6%
GeForce GTX Titan X 23,5% 29,8% 46,7% 2,4%
GeForce GTX 980 Ti 52,2% 24,2% 23,6% 12,7%
GeForce GTX 980 67,3% 20,5% 12,2% 24,7%
GeForce GTX 970 (Ersteindr.) 88,0% 7,6% 4,4% 52,4%
GeForce GTX 970 (Zweiteindr.) 13,0% 24,9% 62,1% 6,1%
GeForce GTX 960 14,6% 38,9% 46,5% 4,5%
GeForce GTX 950 23,1% 33,1% 43,8% 4,9%
GeForce GTX 780 Ti 60,2% 22,0% 17,8% 6,8%
GeForce GTX 780 47,5% 22,8% 29,7% 9,4%
GeForce GTX 770 45,6% 28,5% 25,9% 19,1%
GeForce GTX 760 31,5% 39,7% 28,8% 12,0%
GeForce GTX 750 & 750 Ti 49,4% 26,5% 24,1% 13,5%
GeForce GTX Titan 43,0% 23,2% 33,8% 4,3%
GeForce GTX 680 73,0% 17,7% 9,3% 16,3%
GeForce GTX 670 68,5% 19,6% 11,9% 24,9%
GeForce GTX 660 Ti 30,7% 40,4% 28,9% 9,3%
GeForce GTX 660 40,8% 37,2% 22,0% 16,8%
GeForce GTX 650 Ti "Boost" 33,1% 41,7% 25,2% 7,1%
GeForce GTX 650 Ti 20,0% 37,7% 42,3% 5,7%
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Hardware- und Nachrichten-Links des 2. August 2016

Der faktische "Nicht-Launch" der Titan X hat unter den interessierten Anwendern ein eher negatives Echo hervorgerufen – denn auch wenn die Titan X für die allermeisten Grafikkartenkäufer (schon allein wegen des Preispunkts) jenseits von Gut und Böse steht, gibt es dennoch eine kleine Gemeinde an eingeschworenen Hardware-Enthusiasten, die das ganze eher als Hobby-Erwerbung sieht. Jene wollen aber natürlich auch, wenn man schon einmal gutes Geld für sein Hobby ausgibt, entsprechend erstklassig bedient werden – und dies hat nVidia mit dem Launch der Titan X ganz gewiß nicht erreicht. Wenn man über AMDs (zweifelhafte) Tradition lästern kann, bei seinen Launches immer irgendein Fettnäpfchen zu treffen, so setzt nVidia dem ganzen in diesem Fall noch die Krone auf, indem es im eigentlichen gar keinen Launch gibt. Und jener wäre wohl auch nicht besonders gut für die Titan X ausgefallen, denn der Performance-Gewinn ist wohl nochmals etwas geringer als bei den vorherigen Titan-Lösungen: Zwar sind ~25-30% Mehrperformance überhaupt nicht schlecht für eine schnellere Grafikkarte, aber eher wenig, um darauf basierend gleich ein neues Performance-Segment begründen zu können.

HighEnd: GTX x80 Enthusiast: Titan Vergleich
Kepler GeForce GTX 680
Perf.Index 360%
499$
GeForce GTX Titan
Perf.Index 480%/~62%
999$
Perf.: +33%
Speicher: 2GB vs. 6GB
Preis: +100%
Maxwell GeForce GTX 980
Perf.Index 600%/77%
549$
GeForce GTX Titan X
Perf.Index 780%/105%
999$
Perf.: +33%
Speicher: 4GB vs. 12GB
Preis: +82%
Pascal GeForce GTX 1080
Perf.Index 960%/132%
699$
Titan X
Perf.Index ~1200-1250%/~165-175%
1200$
Perf.: +25-30%
Speicher: 8GB vs. 12GB
Preis: +72%

Problematisch für die Titan X ist vor allem die Nähe zu werksübertakteten GeForce GTX 1080 Karten, gegenüber denen die Titan X nicht mehr wie früher mit viel mehr Speicher auftrumpfen kann – heuer ist die Differenz bei der Speichermenge zwar noch vorhanden, aber mit 8 GB vs. 12 GB nicht mehr so dramatisch. Eben aus dem Grund der Nähe zu werksübertakteten GeForce GTX 1080 Karten mißfällt es doch einigen Enthusiasten, das die Titan X nur im Referenzdesign erhältlich ist und das Umbauen zugunsten einer besseren Kühllösung immer mit dem Garantieverlust an einem 1300-Euro-Produkt einhergehen. Jenes Referenzdesign, was bei der GeForce GTX 1080 noch vernünftig funktioniert, ist mit der Titan X dann im übrigen schon in seinem Grenzbereich – Chip & Karte werden also mit dem Referenzdesign nicht wirklich ausgenutzt. Eventuell ist es nVidia eine Überlegung wert, künftig solcherart Grafikkarten "nackt" zu verkaufen – natürlich mit genormten Befestigungsmöglichkeiten für alternative Kühler, was eine andere Kühlerausstattung dann im Rahmen der Kartengarantie ermöglichen würde. Sofern dies nicht möglich ist, sollte nVidia in jedem Fall wieder über einzelne Retail-Modelle nachdenken, wo den Grafikkartenherstellern wenigstens alternative Kühler gestattet werden – das Interesse der Grafikkartenkäufer hierfür ist in jedem Falle vorhanden.

Die US-Regulierungsbehörde FCC, welche die Router-Hersteller zuerst dazu gezwungen hatte, die Einhaltung der US-Funkregularien auch bei alternativer Router-Firmware zu garantieren und damit als große Bedrohung für die Existenz eben dieser alternativer Router-Firmware angesehen wurde, zwingt laut der Netzpolitik die Router-Hersteller nun aber auch wieder dazu, jene alternative Router-Firmware nicht gleich ganz auszusperren. Dies kann man im Sinn der FCC als sinnvollen Kompromiß betrachten, sofern diese Regelung mit Leben erfüllt werden kann und die alternativen Router-Betriebssysteme nicht doch aussterben. Zwar sieht die Netzpolitik hierzu technisch unsinnig anmutende Zwänge zu DRM-Lösungen, nur um die Funkregularien durchsetzen zu können – aber an den Funkregularien führt letztlich kein Weg vorbei, das haben schon ganz andere versucht. Technisch gesehen könnten es die Router-Hersteller auch mit einer extra Firmware allein für das Funkmodul lösen, womit das eigentliche Router-Betriebssystem völlig frei sein könnte, wenn es sowieso nicht mehr an den Einstellungen des Funkmoduls herumspielen kann. Insgesamt wird man sich natürlich überraschen lassen müssen, welche praktische Regelung hier erreicht wird – aber es kann nicht gesagt werden, das die FCC nicht versuchen würde, den Konsumenten und deren Wünschen entgegenzukommen (im Gegensatz zur EU, wo wahrscheinlich gleich alles von oben herab mit drakonischen Verboten belegt werden wird).

Die Statistik-Dienstleister offerieren zum neuen Monat natürlich wieder neue Zahlen zur weltweiten Betriebssystem-Verbreitung für den abgelaufenen Monat Juli 2016 – und damit letztmalig noch zu Zeiten, wo das Kostenlosumstiegs-Angebot zu Windows 10 zumindest offiziell verfügbar war. Welche Auswirkungen dessen Auslaufen hat, dürfte sich daher erst in der nächsten Monats-Statistik zeigen. Im Juli gab es dagegen den noch einmal erwarteten kräftigen Schub zugunsten von Windows 10: Bei NetMarketShare ging es um 1,99% auf 21,13% hinauf, bei StatsCounter um 1,63% auf 23,53%. Klarer Verlierer war bei beiden Statistik-Dienstleistern Windows 7 mit einem Monatsverlust von immerhin 1,5-2%, während sich bei den anderen Betriebssystemen unüblicherweise eher wenig bewegte. Beide Statistiken zeigen natürlich nach wie vor einen Riesenunterschied zwischen Windows 7 und Windows 10: Bei NetMarketShare liegt das Verhältnis auf 47% zu 21%, bei StatsCounter immerhin schon auf 41% zu 24%. Da jetzt allerdings die Zeit ohne (zumindest offiziell verfügbarem) Kostenlosumstiegs-Angebot ansteht, dürfte der monatliche Zugewinn zugunsten von Windows 10 ab sofort viel kleiner ausfallen als in den letzten Monaten.

Beispielsweise bei einem halben Prozent Zugewinn pro Monat (samt etwas weniger als einem halben Prozent Verlust pro Monat seitens Windows 7) dauert es noch gute zwei bis zweieinhalb Jahre, ehe Windows 10 dann Windows 7 endlich erreichen kann – irgendwo bei 34-35% Verbreitungsgrad, was nun auch nicht gerade berühmt ist. Im Gamer-Bereich mag die Sache längst entschieden sein, aber im Massenmarkt dürfte Windows 7 die Hardware- und Softwarehersteller noch einige Jahre mit sehr beachtbar hohen Prozentanteilen begleiten. Wahrscheinlich wird Windows 7 bis kurz vor dessen Supportende Januar 2020 noch mit über 20% Verbreitungsgrad gut dabei sein – ein ähnlicher Fall wie bei Windows XP, welches auch viel länger genutzt wurde als seitens Microsoft gedacht und gewünscht. Wahrscheinlich dürfte auch erst kurz vor diesem Termin Windows 10 in der weltweiten Verbreitung nahe der 50-Prozent-Marke ankommen, da Windows 7 wie gesagt ein starker Kontrahent bleibt und in deren Schatten andere Betriebssysteme wie MacOS, Linux und ChromeOS immer weiter zulegen können und mit der Zeit (kumuliert) ebenfalls auf beachtbare Nutzeranteile kommen dürften.

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Launch der Titan X: Lieferbarkeit, aber keine Testberichte

Während AMD bislang gerade einmal eine einzige 14nm-Grafikkarte in Form der Radeon RX 480 herausgebracht hat, ist nVidia mit seinen 16nm-Angeboten schon wesentlich weiter: GeForce GTX 1070 und GeForce GTX 1080 besetzen derzeit erfolgreich und konkurrenzlos das HighEnd-Segment, im Midrange-Bereich gibt nVidia AMD mit der GeForce GTX 1060 Paroli. Mit der ab heute lieferbaren Titan X besetzt man hingegen ein nochmals in der 14/16nm-Generation bislang unbeackertes Marktsegment: Als neue Enthusiasten-Lösung erwartet der Käufer für die happigen 1200 Dollar Listenpreis natürlich eine über alles erhabenen Performance samt einer passenden Speicherausstattung. Um so erstaunlicher ist, das nVidia nunmehr zum offiziellen Launch zwar eine Verfügbarkeit über seinen eigenen Online-Shop vermelden kann (für einen deutschen Preis von 1299 Euro) – es jedoch so gut wie keine Testberichte zur neuen Karte gibt.

Bislang gibt es diesbezüglich einzig allein etwas seitens GameStar und PCWorld zu lesen – beiderseits keine umfangreichen Testberichte und sicherlich nicht dazu geeignet, darauf basierend die Titan X nunmehr tiefergehend in ihren Details zu betrachten. Vielmehr kann man derzeit leider nur ein paar Informationsfetzen zur Karten-Performance zusammentragen, dies dann auch unter Einrechnung der seitens Videocardz offerierten 3DMark13-Resultate. Mehr als eine Bestätigung der vorab schon getätigten Performance-Prognose kommt dabei allerdings auch nicht heraus – es gibt derzeit schlicht zu wenige Meßwerte, um jene Performance-Prognose schon genauer abfassen zu können oder gar schon eine solide Performance-Abschätzung liefern zu können:

Performance-Aussage hochgerechneter Perf.Index
3DCenter vorherige Schätzung auf Basis der technischen Daten FullHD:  grob ~1200-1250%
4K:  grob ~165-175%
GameStar Durchschnitt von drei Spieletests: +31,8% @ 4K gegenüber der GeForce GTX 1080 (aber nur +15,8% gegenüber einer guten Werksübertaktung der GeForce GTX 1080) 4K:  Richtung ~174%
PCWorld Durchschnitt von vier Spieletests: +24,4% @ 5K als SLI-Gespann gegenüber einem SLI-Gespann von werksübertakteten GeForce GTX 1080 Karten nicht wertbar
Videocardz 3DMark13 FireStrike: +23,4% @ FullHD sowie +29,5% @ 4K gegenüber der GeForce GTX 1080 FullHD:  Richtung ~1180%
4K:  Richtung ~171%

Für den Hardlaunch einer sogar explizit vorab angekündigten Grafikkarte ist dies einigermaßen schwach. Selbst wenn nVidia die Karte gern eher im DeepLearning-Bereich sehen würde, sollte doch klar sein, das in der Enthusiasten-Gemeinde ungeachtet des wie immer absurden Preispunkts echtes Interesse zugunsten der Titan X existiert. Zudem ist die Karte unter den richtigen Bedingungen (sprich Konzentration auf die 4K-Auflösung oder höher) auch mit grob +30% Performanceplus gegenüber der GeForce GTX 1080 sowie der größeren Speichermenge sicherlich eine entsprechende Betrachtung wert – und hat damit nicht einen so seltsam anmutenden Launch mit einer Lieferbarkeit nur über nVidias eigenen Online-Shop und jedoch keinerlei Berichterstattung zur Karte selber verdient.

Dabei dürften gerade die Frage interessieren, wie viel aus der Titan X noch herauszuholen ist – schließlich kommt eine gut werksübertaktete GeForce GTX 1080 der Titan X schon ziemlich nahe, im GameStar-Test hatte die Enthusiasten-Lösung dann nur noch +15,8% Mehrperformance gegenüber der (werksgetweakten) HighEnd-Lösung. Hierbei wäre allein schon interessant, welches Power-Limit die Titan X trägt, wie nahe sie diesem in der Praxis kommt und wieviel Spielraum beim Power-Limit der nVidia-Treiber zur Titan X hergibt. Auch die Fragen nach den durchschnittlich erreichten Boost-Taktraten, der realen Stromaufaufnahme sowie der Geräuschbelastung können damit am heutigen Tag leider nicht beantwortet werden – und müssen somit später nachgereicht werden, wenn es entsprechend aussagekräftige Testberichte zu lesen gibt.

GeForce GTX Titan X GeForce GTX 1080 Titan X
Chipbasis nVidia GM200 nVidia GP104 nVidia GP102
Fertigung 8 Mrd. Transistoren in 28nm auf 601mm² Chipfläche bei TSMC 7,2 Mrd. Transistoren in 16nm auf 314mm² Chipfläche bei TSMC 12 Mrd. Transistoren in 16nm auf 471mm² Chipfläche bei TSMC
Architektur Maxwell 2, DirectX 12 Feature-Level 12_1 Pascal, DirectX 12 Feature-Level 12_1
Features Vulkan, DSR, SLI, PhysX, G-Sync Vulkan, Asynchonous Compute, DSR, SLI, PhysX, G-Sync
Technik 6 Raster-Engines, 3072 Shader-Einheiten, 192 TMUs, 96 ROPs, 384 Bit GDDR5-Interface, 3 MB Level2-Cache (Vollausbau) 4 Raster-Engines, 2560 Shader-Einheiten, 160 TMUs, 64 ROPs, 256 Bit GDDR5X-Interface, 2 MB Level2-Cache (Vollausbau) bestätigt: 3584 Shader-Einheiten, 384 Bit GDDR5X-Interface
angenommen: 224 TMUs, 96 ROPs
Taktraten 1000/1075/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: 1067 MHz)
1607/1733/2500 MHz
(Ø-Chiptakt: 1694 MHz)
1417/1531/2500 Hz
(Ø-Chiptakt: ? MHz)
Speicherausbau 12 GB GDDR5 8 GB GDDR5X 12 GB GDDR5X
Layout DualSlot DualSlot DualSlot
Kartenlänge 27,0cm 27,0cm 27,0cm
Stromstecker 1x 6pol. + 1x 8pol. 1x 8pol. 1x 6pol. + 1x 8pol.
off. Verbrauch 250W (GCP) 180W (GCP) 250W (GCP)
Ausgänge DualLink DVI-I, HDMI 2.0 (kein HDCP 2.2), 3x DisplayPort 1.2 DualLink DVI-D, HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.2 (DP-1.4-ready) DualLink DVI-D, HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.2 (DP-1.4-ready)
FullHD Perf.Index 780% 960% gesch. ~1200-1250%
4K Perf.Index 105% 132% gesch. ~165-175%
Listenpreis 999$ 699$ 1200$
Straßenpreis 1070-1130€ 680-730€ 1299€
Release 17. März 2015 17. Mai 2016 2. August 2016
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Die Entwicklung der Grafikkarten-Preise 1999-2016

Mit dem Launch der ersten 14/16nm-Grafikkarten – und dabei insbesondere der Spitzenmodelle GeForce GTX 1080 und Titan X – wollen wir eine entsprechende Meldung vom April aktualisieren und um eben diese zwei Grafikkarten ergänzen (die GeForce GTX 980 Ti wurde seinerzeit schon auf vielfachen Wunsch hin zugefügt). Das neue Diagramm zeigt wohl noch besser an, wohin die Reise bei nVidia zumindest im Bereich der jeweiligen Spitzenlösungen geht – derzeit ganz klar in Richtung deutlich höherer Spitzenpreislagen. Die Differenz zu vorher über ein Jahrzehnt grob gehaltenen Preislagen ist so augenfällig, das hierbei nicht nur Profitinteressen seitens nVidia, sondern natürlich auch die stark steigenden Kosten beim Chipdesign und der Halbleiterfertigung eine Rolle spielen dürften:

Gleichfalls läßt sich nunmehr nVidia grundsätzliche Releasestrategie im HighEnd/Enthusiasten-Segment klarer erkennen, nachdem hierzu inzwischen (nahezu) drei Beispiele aus den jüngeren Grafikkarten-Generationen vorliegen: Zuerst kommt grundsätzlich ein neuer HighEnd-Chip, welcher aber nur auf dem zweitbesten Grafikchip des neuen Portfolios basiert. Jener schlägt die alten Enthusiasten-Lösungen und geht zumindest anfänglich für eine HighEnd-Lösung mit ziemlich hohen Preispunkt an den Start – der Preis kann später bei Erscheinen von noch schnelleren Grafikkarten oder entsprechender Konkurrenz-Produkte allerdings sinken. Mit einigem zeitlichen Abstand kommt eine Titan-Lösung mit klar höherer Performance, basierend auf dem wirklich besten Grafikchip des neuen Portfolios. Jene kommt üblicherweise mit einem monströsen Preispunkt daher, welcher sich aber auch durch deren alleinige Performance-Führerschaft zumindest erklären läßt.

Kepler Maxwell Pascal
zuerst vorgestellte HighEnd-Lösung GeForce GTX 680
22. März 2012
Perf.Index 360%   –   499$
GeForce GTX 980
19. Sept. 2014
Perf.Index 600%   –   549$
GeForce GTX 1080
17. Mai 2016
Perf.Index 960%   –   699$
später vorgestellte Enthusiasten-Lösung GeForce GTX Titan
21. Febr. 2013
Perf.Index 480%   –   999$
GeForce GTX Titan X
17. März 2015
Perf.Index 780%   –   999$
Titan X
2. August 2016
Perf.Index ?   –   1200$
zuletzt vorgestellte kleinere Enthusiasten-Lösung GeForce GTX 780 Ti
7. Nov. 2013
Perf.Index 520%   –   699$
GeForce GTX 980 Ti
31. Mai 2015
Perf.Index 750%   –   649$
GeForce GTX 1080 Ti (?)

Und mit nochmals einigem zeitlichen Abstand folgt dann eine Salvage-Lösung basierend auf dem besten Grafikchip des neuen Portfolios, üblicherweise mit dem "Ti"-Suffix gekennzeichnet. Jene bietet eine Performance meistens in der Nähe zur jeweiligen Titan-Lösung an. Normalerweise wird die Ti-Lösung im Gegensatz zur Titan-Lösung auch für Werksübertaktungen freigegeben, womit dann sogar eine out-of-the-box-Performance oberhalb der entsprechenden Titan-Grafikkarte erreicht werden kann. Der Clou der Ti-Lösung liegt im niedrigeren Preis – zumindest gemessen an der Titan-Lösung, denn hoch bleibt der Preis natürlich trotzdem. Wer warten kann (und diesem Schema vertraut), der dürfte ergo mit einer theoretischerweise noch kommenden "GeForce GTX 1080 Ti" auf GP102-Basis am besten fahren, nicht mit der (wieder einmal) deutlich überteuerten Titan X.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 1. August 2016

Videocardz zeigen ein paar Vorab-Benchmarks zur Titan X unter dem 3DMark13 FireStrike. Hierbei lag die kommende neue Enthusiasten-Grafikkarte von nVidia unter dem Performance-Test (FullHD) um +23,4% vor einer GeForce GTX 1080, unter dem Ultra-Test (4K) waren es dagegen gleich +29,5%. Es dürfte sich hierbei um Overall-Scores handeln, nicht um reine GPU-Scores – sprich, die benutzte CPU wird hierbei mit hineinspielen und dabei vor allem die Werte unter FullHD etwas limitieren. Beide Performancewerte liegen jedoch weiterhin grob auf dem Niveau der zur Ankündigung der Titan X geschätzten Mehrperformance von +25-30% zur GeForce GTX 1080. Ein genauerer Ausblick lohnt an dieser Stelle dann schon nicht mehr, schließlich soll die Titan X schon am 2. August wohl um 15 Uhr deutscher Zeit offiziell antreten. Gemäß Videocardz soll nVidia allerdings recht wenige Testsamples versandt haben, so daß es keinen so breiten Launch geben wird wie bei den anderen 14/16nm-Grafikkarten bisher zu sehen. "Recht wenige Testsamples" kann natürlich auch nur bedeuten, das es anstatt Richtung 100 Stück eben nur 20-30 sind – womit zu hoffen ist, das die Anbieter der gewöhnlicherweise umfangreicheren und damit informationstechnisch ergiebigeren Tests weiterhin unter dieser verknappten Auswahl sind.

Laut der DigiTimes wird es eine offizielle Vorstellung der Mobile-Lösungen der Pascal-Generation zur kommenden Gamescom vom 17.-21. August geben. Scheinbar sind dann schon erste entsprechende Notebook-Designs dabei – ob jene sofort danach auslieferungsreif sind, wird man sehen müssen. Gemäß der DigiTimes verzichtet nVidia in der Tat auf das "M"-Suffix bei seinen neuen Mobile-Lösungen – auch wenn es hierzu in der Vergangenheit widersprüchliche Informationen gegeben hatte. Dummerweise scheint die damit einhergehende (falsche) Suggestion einer gleichwertigen Performance zwischen Desktop- und Mobile-Lösungen schon verfangen zu haben, denn die DigiTimes notiert genau diese falsche Performance-Aussage einer (angeblichen) Gleichwertigkeit. Ob jene unter den Bedingungen von Notebooks und im Zeitalter von sich selbst beim Chiptakt regelnden Grafikchips erreicht werden kann, daran wäre dann jedoch ein (sehr großes) Fragezeichen zu stellen. Regulärerweise takten schon in vergangenen nVidia-Generationen die Mobile-Grafikchips in der Gaming-Praxis letztlich nur auf ihrem Base-Takt, der Boost-Takt wurde nur sporadisch erreicht.

Wie dies angesichts der hohen Taktraten sowie den großen Unterschieden zwischen Base- und Boost-Takt bei der Pascal-Generation anders aussehen soll, muß offenbleiben bzw. wäre generell zu bezweifeln. Sicherlich kann man mit ausgefeilten Kühllösungen das ganze so weit treiben, das letztlich doch Desktop-Taktraten und damit Desktop-Performance im Notebook erreicht werden – aber dies wird einzelnen Produkten des HighEnd-Marktes vorbehalten bleiben und vor allem bei den günstigeren Mobile-Lösungen niemals zu erreichen sein. Eben deswegen war die Namens-Differenz zwischen GeForce xxx und GeForce xxxM immer auch ein guter Hinweis darauf, was einen da erwartete – und mit dem Wegfallen dieser Differenz bzw. des "M"-Suffix' wird es den Käufern nochmals schwieriger gemacht, eine solide Entscheidung zutreffen. Es bleibt natürlich die wirkliche Vorstellung, die offiziellen Spezifikationen sowie die ersten Praxistests abzuwarten, aber für den Augenblick sieht das Weglassen des "M"-Suffix' höchst ungünstig für nVidia aus – und bestätigt sich dies alles, darf sich nVidia über eine entsprechend harsche Wortwahl nicht wundern.

Bei Heise berichtet man von einem weiteren Schleichweg zu einem kostenlosen Windows 10: Die ISO-Dateien, welche man (logischerweise) auch weiterhin bei Microsoft mittels des Media Creation Tools herunterladen kann, aktzeptieren nach wie vor noch Lizenzschlüssel von Windows 7, 8 und 8.1 – allerdings nur diejenigen der zueinander passenden Edition (Starter, Bing & Home ergeben Windows 10; Pro & Ultimate ergeben Windows 10 Pro). Damit sieht es fast danach als, als wollte Microsoft den Nutzern diese Möglichkeit des verspäteten Windows-10-Upgrades offenlassen – in Alternative zu der Variante, den Zeitraum des Kostenlosumstiegs-Angebots ganz offiziell zu verlängern. So oder so wird Microsofts Zielsetzung sowieso eher darin liegen, die Nutzer erst einmal an Windows 10 zu binden – neue Lizenzen kann man auch mittels neuen Rechnern verkaufen, dies passiert ziemlich automatisch. Der Gewinn für Microsoft liegt in der steigenden Bedeutung der Windows-10-Plattform und damit des Windows Stores als dessen offiziellem Softwareshop. Die Einnahmen, welche Microsoft hofft eines Tages über die Windows-Store-Nutzungsgebühren von den Software-Herstellern zu beziehen, sind sicherlich auf ein Vielfaches dessen zu schätzen, was Microsoft jetzt an eventuellen Lizenzeinnahmen bei Windows 10 liegenläßt.

Wo Zuckerbrot ist, da ist auch garantiert die Peitsche nicht weit weg – in diesem Sinne berichten Gulli über das zu Windows 10 anstehende "Anniversary Update", was die Abschaltbarkeit von Werbung unter Windows 10 aus dem Optionsmenü entfernen wird. Damit werden Windows-10-Nutzern ab dem Einspielen dieses Updates (verfügbar ab 2. August) personalisierte App-Empfehlungen im Startmenü angezeigt – hierfür wird natürlich vorher erst einmal der Nutzer analysiert und dessen Daten an Microsoft frei Haus geliefert. Genauso wird sich die Funktion "Windows Tipps" nicht mehr abschalten lassen. Diese beiden Einschränkungen betreffen alle Ausführungen von Windows 10 bis auf die Enterprise-Edition, welche allerdings regulär nicht einzeln erhältlich ist. Man kann diese Einschränkungen (wie Gulli) zwar als gewissen Ausgleich für den kostenlosen Umstieg auf Windows 10 sehen – gänzlich korrekt ist diese Auslegung allerdings nicht: Denn jene betrifft schließlich auch Käufer von neuen Windows-10-PCs (mit integrierter Lizenz) sowie die Käufer eine 1a Retail-Lizenz – wobei gerade letztere die Brille aufhaben, sich zuerst eine teure Volllizenz gekauft zu haben und nun dennoch mit Datenspionage und Werbung belästigt zu werden.

Wenigstens nicht gänzlich gegen die eigenen Kunden gerichtet ist dagegen die demnächst anstehende weitere Windows-10-Einschränkung, nach welcher keine unsignierten Treiber mehr zugelassen werden. Wie WinFuture ausführen, betrifft dies allerdings keinerlei Altinstallationen von Windows 10 (und damit nicht bestehende Systeme), sondern nur Neuinstallationen ab dem Build 1607 (was dem kommenden "Anniversary Update" entspricht) sowie neuere Treiber (erstellt ab dem 29. Juli 2016). Insofern ist es vielleicht interessant, schnellstmöglich noch Windows-10-ISOs herunterzuladen, welche vor diesem Build 1607 erstellt wurden. Offiziell gesehen geht es bei dieser Microsoft-Maßnahme natürlich um die hehre Sicherheit, inoffiziell dürfte eher die weitere Verminderung von Abstürzen und natürlich das Langziel, die Hardware-Entwickler und ihre Treiber stärker an Microsoft zu binden, die eigentliche Zielsetzung sein. Aus Nutzersicht ist das ganze eher zweischneidig, weil es genügend Anwendungszwecke für unsignierte Treiber gibt – und dem hätte Microsoft durchaus mit einem "Experten-Schalter" Rechnung tragen können. So verbaut sich Microsoft aber mehr und mehr das einst sehr offene Windows-Betriebssystem – mit dem Risiko, das die Nutzer eines Tages dorthin abwandern, wo solcherart Gängeleien einfach unüblich sind.

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