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Reloaded: Spiele-Benchmarks zur Radeon RX480 aufgetaucht

Nachdem der erste Versuch in diese Richtung hin gründlich schiefgegangen ist, riskieren wir einen zweiten Versuch mit neuen, diesesmal wohl echten Spiele-Benchmarks zur Radeon RX480. Jene stammen aus dem polnischen Printmagazin "CD-Action", stammen augenscheinlich aus deren Launch-Test (was den kleinen Bruch des NDAs erklärt, das Printmagazin kam minimal früher als der Launch) und liegen logischerweise nur in gedruckter Form vor, Videocardz haben eine Kopie des ganzen. Getestet wurden hierbei die drei Spiele Metro: Last Light Redux, The Witcher 3 und World of Tanks jeweils auf FullHD, WQHD und UltraHD, zuzüglich gibt es Messungen unter dem 3DMark13. Jene wurden zwar verwirrend beschriftet, gemäß den Meßwerten dürfte hierbei jedoch durchgehend der FireStrike-Test in den drei Stufen Normal (FullHD), Extreme (WQHD) und Ultra (UltraHD) benutzt worden sein. Die 3DMark13-Werte dürften jedoch nur insgesamt-Werte darstellen, keine expliziten Graphics-Werte – was allerdings in Ordnung geht, da alle Messungen auf demselben Testsystem aufgenommen wurden.

Leider wurde hier nur gegen ab Werk übertaktete Varianten der Radeon R9 380X und GeForce GTX 970 verglichen, was jede Performance-Einordnung erheblich erschwert. Die Übertaktung der benutzten Radeon R9 380X ist zudem nicht bekannt – aber regulärerweise ist hier nur mit 1-3% Mehrperformance zu rechnen, da die meisten Werksübertaktungen der Radeon R9 380X nur im Bereich von 20-60 MHz Mehrtakt liegen. Die benutzte GeForce GTX 970 ist hingegen viel interessanter, es handelt sich hierbei um eine Zotac GTX970 AMP! Omega, welche abweichend vom Referenztakt 1050/1178/3500 MHz gleich mit 1202/1304/3522 MHz sowie einem aufgerissenen Power-Limit antritt. Jener Mehrtakt von ~11-15% reicht in der Praxis des früheren Tests von Tech-Review für eine Mehrperformance von stattlichen 15,1% – was diese spezielle 970er Karte auf das Performance-Niveau der GeForce GTX 980 und teilweise sogar leicht darüber hievt. Dies wäre bei der Betrachtung dieser Benchmarks logischerweise zu beachten, grob kann man die dort getestete GeForce GTX 970 zumindest außerhalb der UltraHD-Auflösung mit einer GeForce GTX 980 (oder leicht besser) gleichsetzen:

FullHD 3DM13 FS Metro: LLR Witcher 3 WoT FullHD-Index
GeForce GTX 970 (OC @ Niveau 980+) 9410 49 fps 52 fps 107 fps 106,2%
Radeon RX480 9468 45 fps 50 fps 95 fps 100%
Radeon R9 380X (geringes OC) 7765 33 fps 40 fps 97 fps 83,2%
WQHD 3DM13 FS Metro: LLR Witcher 3 WoT WQHD-Index
GeForce GTX 970 (OC @ Niveau 980+) 4980 28 fps 39 fps 91 fps 107,9%
Radeon RX480 4891 26 fps 37 fps 78 fps 100%
Radeon R9 380X (geringes OC) 4021 18 fps 30 fps 66 fps 78,8%
UltraHD 3DM13 FS Metro: LLR Witcher 3 WoT UltraHD-Index
GeForce GTX 970 (OC @ Niveau 980+) 2660 12 fps 23 fps 43 fps 109,1%
Radeon RX480 2616 10 fps 22 fps 39 fps 100%
Radeon R9 380X (geringes OC) 2172 7 fps 18 fps 32 fps 78,8%

Aufgrund der geringen Benchmark-Anzahl sowie der ab Werk übertakteten Vergleichs-Grafikkarten sind die Werte leider nicht besonders eindeutig: Gemessen an der GeForce GTX 970 käme die Radeon RX480 nominell auf einen Performance-Index von 570-580%, was erst einmal sehr gut wäre. Allerdings ist bei dieser Zahl der Unsicherheitsfaktor am höchsten, da sich die benutzte ab Werk übertaktete GeForce GTX 970 ihrerseits nur eher grob einordnen läßt. Gemessen an der Radeon R9 380X käme die Radeon RX480 nominell auf einen Performance-Index von nur 480-510%, was dagegen eher schwach wäre. Allerdings ist hierfür die Performance-Anomalie unter World of Tanks hauptverantwortlich, ohne diesen Benchmark käme die Radeon RX480 ausgehend von der Radeon R9 380X auf einen Performance-Index von 510-520%. Dies ist immer noch nicht wirklich gut, läge aber knapp am unteren Rand der Erwartungen. Da zudem zur benutzten Radeon R9 380X überhaupt nichts über deren angesetzte Taktraten bekannt ist, kann auch dieser Wert letztlich nicht auf die Goldwaage gelegt werden.

Damit bleibt es dabei, das wir auch knapp vor Launch – und selbst mit diesen ersten Launch-Ergebnissen – noch nicht genau wissen, wo die Radeon RX480 letztlich herauskommt. Die mittlere Prognose von vor einiger Zeit lautet weiterhin auf ~540-570% – hier ist die Wahrscheinlichkeit am größten, das die Radeon RX480 in dieser Performance-Spanne landet, aber es kann natürlich auch knapp außerhalb dieser Spanne sein. Es wird Aufgabe der Launchtests sein, möglichst viele Benchmarks zur Performance der Radeon RX480 sowie der umliegenden Karten desselben Performancefelds zu liefern, so das wir eine gute Datenbasis vorfinden, um jene Benchmarks in unserer folgenden Launch-Analyse miteinander zu verrechnen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 27. Juni 2016

Mit den kürzlich an dieser Stelle geposteten Spiele-Benchmarks zur Radeon RX480 sind wie leider (deutlich) ins Fettnäpfchen getreten – jene sind eine Fälschung, wie der Chefredakteur der betreffenden Webseite im AnandTech-Forum klar zum Ausdruck gebracht hat. Leider hat da sich jemand die Arbeit gemacht, extra mit Photoshop die Benchmark-Diagramme von DDWorld zu fälschen – mit erfundenen Resultaten dazu, womit unsere gesamte Meldung von vorn bis hinten hinfällig wird. Es bleibt uns damit nur übrig, uns für diese Fehlmeldung zu entschuldigen – welche wie üblich aus Dokumentationszwecken online bleibt. Im übrigen deutet der verwendete Wortlaut des Chefredakteurs von DDWorld zu den benutzten Daten ("bad data") darauf hin, das die realen Benchmarks zur Radeon RX480 besser aussehen als bei dieser Fälschung dargestellt – soweit es sich noch lohnt, zwei Tage vor Launch darüber zu spekulieren. Jener Launch wird im übrigen seitens PC Perspective mit einem Livestream mit AMDs Radeon-Boss Raja Koduri begangen werden, welcher am 29. Juni um 18:30 starten wird. Der Launch selber sollte um 15 Uhr (deutscher Zeit) über die Bühne gehen.

Bezüglich jener Radeon RX480 vermeldet die PC Games Hardware im übrigen die Aussage von Grafikkarten-Hersteller Sapphire, wonach diese neue AMD-Grafikkarten für Besitzer einer Radeon R9 390, Radeon R9 390X, GeForce GTX 980 oder GeForce GTX 980 Ti keine sinnvolle Anschaffung darstellen soll – sondern eher ein Sidegrade statt eines Upgrades. Dies untermauert nochmals die Performance- und Preisansetzung dieser kommenden neuen AMD-Grafikkarte als im Performance-Bereich zwischen Radeon R9 390 & 390X bzw. GeForce GTX 970 & 980 befindlich, aber eben deutlich günstiger als jene. Die Radeon RX480 ist somit ein gutes Upgrade für Besitzer solcher Karten wie Radeon HD 7850/7870/7950/7970, Radeon R9 270/270X/280/285X/280X, Radeon R9 380/380X, GeForce GTX 660/670/680, GeForce GTX 760/770 und GeForce GTX 950/960 (sowie kleineren Karten). Und hier liegt natürlich bei aller Liebe zu den schnelleren HighEnd- und Enthusiasten-Modellen der Großteil des Grafikkarten-Marktes – und für AMD damit eine gute Chance auf Steigerung der Marktanteile, gerade da nVidia der Radeon RX480 derzeit noch nichts entgegensetzen kann. Zwar wird später wohl eine GeForce GTX 1060 auf GP106-Basis kommen, aber jene wird sich dann auch erst einmal an den von der Radeon RX480 gesetzten Maßstäben orientieren müssen.

Zum kürzlich genannten AMD 48-Kern-Prozessor in 7nm und anschließend unseren Bedenken, das AMD bzw. Chipfertiger GlobalFoundries gar nicht so schnell auf die 7nm-Fertigung wechseln kann, kommt aus unserem Forum der Einwand, das AMD eventuell einen schnellen Schritt in Richtung einer nominell so genannten 7nm-Fertigung unternehmen wird – entweder unter Auslassung der 10nm-Fertigung oder aber mittels eines Designkniffs, welcher keinen echten 7nm-Prozeß ergibt, aber zumindest eine klare Verbesserung gegenüber dem standardmäßigen 10nm-Prozeß. Zur Untermauerung kommt von Electronics Weekly eine Meldung, wonach GlobalFoundries sich intensiv um diesen 7nm-Prozeß bemühen soll, angegeben wird hierzu auch eine Flächenersparnis von 60% gegenüber der 14nm-Fertigung. Dies ist mehr als bei einem üblichen Fertigungsnode-Sprung (~50% Flächenreduktion), aber auch wieder zu wenig für den kompletten Verzicht auf eine Fertigung und damit die Differenz zwischen drei Fertigungsnodes (~75% Flächenreduktion).

Die angegebenen 60% liegen vielmehr irgendwo in der Mitte zwischen einer besseren und zwei besseren Nodes und untermauern damit die aufgestellte These, GlobalFoundries wolle so etwas wie eine 7nm-Sparlösung auflegen – die dann den Vorteil hätte, viel früher als die Konkurrenz kommen zu können. Aber natürlich ist in diesen Fragen noch extrem viel in der Schwebe, sind alle Planungen unter dem Vorbehalt der rechtzeitigen Ausführung zu sehen und kann sich daher die letztlich herauskommende Realität sehr deutlich von allen früheren Planungen unterscheiden. Um dies weiter im Blick zu haben, dürfte es jedoch genügen, die aktuellen 10nm-Planungen von GlobalFoundries zu beobachten – ob dieses Fertigungsverfahren kommt und wie breit es eingesetzt werden wird. Je weniger GlobalFoundries letztlich mit dem 10nm-Prozeß anfängt, um so höher liegen danh die Chancen, das 7nm bei GlobalFoundries sehr viel früher kommt, als bei anderen Chipfertigern. Und wie immer gilt: "7nm" bedeutet bei einem Chipfertiger etwas anderes als bei einem anderen Chipfertiger – und Bauteile mit nur 7nm Kantenlänge sind da jeweils kaum vorhanden, meistens sind die Strukturen doch viel größer.

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Umfrage-Auswertung: Wie ist der Ersteindruck zu Intels Broadwell-E?

Mit einer Umfrage von Mitte Juni konnte man seine Meinung über Intels Broadwell-E abgeben. Intels neue Enthusiasten-Generation kam dabei allerdings nicht gut weg, nur 16,0% positiver Ersteindruck bei gleich 48,3% negativem Ersteindruck sind selbst für die höhere Preisklasse dieser Prozessoren ein schwaches Ergebnis. Von Intels diversen Prozessoren-Angeboten kam nur Ivy Bridge E seinerzeit ähnlich schlecht weg, schon das nachfolgende Haswell-E war dagegen schon wieder deutlich besser – eine klare Maßgabe, das es trotz der höheren Preisklasse dieser Prozessoren durchaus machbar ist, ein spannendes Angebot auf die Beine zu stellen.

Dabei stürzt Broadwell-E – nicht ganz unerwartet – über die hohe und von Intel bei Broadwell-E nochmals erhöhte Preislage der ganzen Plattform: Gleich 59,1% der Umfrage-Teilnehmer mit durchschnittlichen oder negativen Ersteindruck stimmten für diese Option als primären Bremsklotz bei Broadwell-E. Beachtbar sind weiterhin auch jene 28,3%, denen primär ein Acht- oder Zehnkerner zu einem bezahlbaren Preis fehlt. In der Summe sind dies gleich 87,4% der Umfrage-Teilnehmer mit durchschnittlichen oder negativen Ersteindruck, welche in der einen oder anderen Form etwas am Preispunkt auszusetzen haben. Intel hat es diesesmal augenscheinlich dann doch übertrieben – abzuwarten bleibt natürlich noch, ob zu der negativen Stimmung dann auch noch zurückgehende Verkäufe kommen, dies ist sicherlich kein Automatismus.

Beim (potentiellen) Kaufinteresse kommt Broadwell-E jedoch mit nur 3,1% der abgegebenen Stimmen auf den bislang niedrigsten ermittelten Wert – niedriger als bei Ivy Bridge E und sogar niedriger als bei AMDs initialem Bulldozer-Angebot. Ganz allgemein ist auffallend, das die Zustimmungswerten zu allen neuen Intel-Angeboten zuletzt klar zurückgingen – sprich, nicht nur bei den E-Prozessoren, sondern auch den "normalen" Modellen. Aber natürlich musste Intel in den letzten Jahren auch nicht viel mehr tun als eben das gebotenen: Das OEM-Geschäft rollt für Intel auch so, AMD ist als Wettbewerber im Prozessoren-Bereich immer weiter in den Hintergrund gerückt – womit Intel lieber höhere Margen mitgenommen hat als AMD auf Teufel komm raus bei der Performance noch weiter zu überrunden. Nun aber wird es höchste Zeit, das AMD mit den kommenden Zen-Prozessoren Intel zu einer Angebotszäsur zwingt, in deren Folge auch Intel wieder mehr bieten dürfte als nur jährlich mickrige Updates (zu dann stark erhöhten Preisen).

positiv durchschnittlich negativ Kaufinteresse
AMD Bobcat 71,3% 18,2% 10,5% ?
AMD Temash & Kabini 68,5% 19,4% 12,1% 51,3%
AMD Llano 57,9% 26,8% 15,3% 41,6%
AMD Trinity (Mobile) 50,9% 28,8% 20,3% 42,1%
AMD Richland 47,7% 34,7% 17,6% 27,4%
AMD Kaveri 53,1% 32,4% 14,5% 35,5%
AMD Bulldozer 6,8% 26,5% 66,7% 5,6%
AMD Vishera 28,2% 44,6% 27,2% 17,8%
Intel Sandy Bridge 75,9% 14,4% 9,7% 51,4%
Intel Ivy Bridge 40,5% 43,5% 16,0% 27,3%
Intel Ivy Bridge E 13,3% 39,6% 47,1% 3,6%
Intel Haswell 15,6% 46,3% 38,1% 9,8%
Intel Haswell-E 42,0% 36,3% 21,7% 13,5%
Intel Skylake 24,9% 47,8% 27,3% 16,6%
Intel Broadwell-E 16,0% 35,7% 48,3% 3,1%
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Hardware- und Nachrichten-Links des 25./26. Juni 2016

Videocardz zeigen das neue AMD Overclocking-Tool in mehreren Bilder, welche schon einiges über die gebotene Funktionalität aussagen. Man kann augenscheinlich für alle 8 Taktraten-Stufen sowohl Taktrate als auch die dafür angesetzte Chipspannung einzeln regeln, ähnliche Einstellungen für den Speichertakt und die Lüftergeschwindigkeit kommen hinzu. Dies sieht schon einmal sehr gut und griffig aus – auch wenn die letzten Übertaktungsresultate zur Radeon RX480 dann doch wieder arg durchschnittlich ausfielen: Bei der PC Games Hardware wurde trotz klimatisierten Raumes keine 1400 MHz erreicht – die kürzlichen Gerüchte über mehr als 1500 MHz und bis zu 1800 MHz Chiptakt entpuppen sich immer mehr als Seemannsgarn (oder gar Gegen-Marketing seitens der Konkurrenz). Dabei sind selbst 1350 MHz Chiptakt ein sehr vernünftiges Ergebnis gemessen an dem anderen Designansatz von AMD (Packdichte vor Taktrate) und dem Ausgangspunkt in Form der letzten 28nm-Grafikchips von AMD, welche im Auslieferungszustand auch nicht höher als 1050 MHz Chiptakt daherkamen nd übertaktet meistens vor der 1200-MHz-Marke kapitulieren mussten.

Mit einer anderen Meldung haben Videocardz die dato vorliegenden 3DMark13-Werte zur Radeon RX480 aufbereitet und analysiert. Hier gibt es in den Futuremark-Datenbanken augenscheinlich sogar schon eine ganze Menge an Werten, so das man für einen Vergleich inzwischen auf einen soliden Mittelwert zurückgreifen kann. Jener Mittelwert läuft dann im übrigen wieder mit Taktraten ≤1266/4000 MHz, so dass vorbehaltlich einer größeren Überraschung dies dann doch die Referenz-Taktraten der Radeon RX480 sein sollten. Der beste Übertaktungswert war hingegen (bei der Performance) ca. 13-14% besser und lief auf Taktraten von ≤1379/4400 MHz – mit einer selten so hoch ausfallenden Speicherübertaktung ausgehend von nominell schon auf 4000 MHz laufendem GDDR5-Speicher. Die angegebenen Werte sind leider immer nur Insgesamt-Werte und keine Graphics-Werte – was den Vergleich zu anderen Messungen erschwert bzw. eher nur die Werte unter sehr hohen Auflösungen (geringerer CPU-Einfluß) gut vergleichbar macht.

Aber generell bleibt alles im selben Feld wie schon zu den allerersten 3DMark-Messungen der Radeon RX480: Die Karte kommt unter dem 3DMark gut weg, erreicht dort ein Performance-Niveau etwas oberhalb von Radeon R9 390X und sogar GeForce GTX 980. Dies schwächt sich allerdings mit steigenden Auflösungen wieder ab, hier kann besonders die Radeon R9 390X (aufgrund ihres doppelt so breiten Speicherinterfaces) besser zulegen und unter der 4K-Auflösung sogar vorbeiziehen (Vergleichswerte bei TweakPC). Die ganz besondere Aussagekraft sollte diesen 3DMark-Messungen jedoch kaum zukommen, gerade nunmehr nur noch wenige Tage vor dem Launch am 29. Juni 2016: Dann werden Benchmark-Suiten über (möglichst viele) Spieletitel übernehmen, nicht mehr diese letztlich doch nur synthetischen 3DMark-Messungen. Und da kann es wieder ganz anders aussehen – gerade da AMD für Polaris 11 & 10 deutlich an der GCN-Architektur herumgeschraubt hat und damit die alten Vergleichsgrößen nicht mehr wirklich aussagekräftig sind. Zur echten Performance-Bestimmung von Polaris 11 & 10 braucht es halt diese umfangreichen Tests, die Zeit der ungefähren Prognosen geht dagegen zu Ende.

WCCF Tech berichten hingegen über einen in Fernost aufgetauchten Benchmark-Leak zur Radeon RX480 – welcher sich bei näherem Ansehen als ein paar Gaming-Videos unter Zuhilfenahme dieser Karte entpuppt, aber faktisch keine konkreten Daten oder gar vergleichende Daten liefert. Man kann natürlich versuchen, diese Benchmarks nachzustellen, aber eine wirklich seriöse Aussage wird daraus nicht mehr. Etwas erstaunlich ist es, das gerade die Leaker aus Fernost, die oftmals schon ein paar Tage vor offiziellem Launch Zugriff auf neue Hardware haben, dann immer wieder bei ihren Leaks derart ungare Standardkost abliefern – anstatt es einmal richtig zu machen und die Grafikkarte nach allen Regeln der Kunst durchzutesten. Aber natürlich ist es auch verständlich, wenn angesichts von neuer Hardware im Rechner dann erst einmal der Probier- und Spieltrieb durchkommt – und am Ende kauft man sich das ganze natürlich zum Benutzen und nicht zum reinen Testen.

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In welchem Preisbereich werden Grafikkarten gekauft?

Mit dieser Umfrage soll der Preisbereich ermittelt werden, in welchem die Grafikkarten-Käufer üblicherweise suchen. Als Antwortoptionen werden verschiedene preisliche Abstufungen angeboten – zuzüglich einer Angabe, welche festlegt, wie strikt man die jeweilige Preisobergrenze befolgt: Versucht man nur, im persönlichen Preisbereich zu bleiben, verschiebt dies aber je nach vorliegendem Angebot durchaus einmal – oder arbeitet man mit einer festen Preisobergrenze, welche faktisch niemals durchbrochen wird?

versuche bei unter 100 Euro zu bleiben
1% (47 Stimmen)
versuche bei unter 150 Euro zu bleiben
3% (125 Stimmen)
versuche bei unter 200 Euro zu bleiben
15% (543 Stimmen)
versuche bei unter 300 Euro zu bleiben
31% (1144 Stimmen)
versuche bei unter 400 Euro zu bleiben
15% (566 Stimmen)
versuche bei unter 550 Euro zu bleiben
7% (263 Stimmen)
versuche bei unter 700 Euro zu bleiben
4% (147 Stimmen)
feste Preisobergrenze 100 Euro
0% (11 Stimmen)
feste Preisobergrenze 150 Euro
1% (23 Stimmen)
feste Preisobergrenze 200 Euro
2% (81 Stimmen)
feste Preisobergrenze 300 Euro
8% (278 Stimmen)
feste Preisobergrenze 400 Euro
4% (130 Stimmen)
feste Preisobergrenze 550 Euro
2% (66 Stimmen)
feste Preisobergrenze 700 Euro
1% (47 Stimmen)
überhaupt keine Preisbegrenzung
5% (195 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 3666
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Hardware- und Nachrichten-Links des 23./24. Juni 2016

Videocardz zeigen einen GPU-Z-Screenshot der Radeon RX480 mit angeblich sogar aus unabhängiger Quelle bestätigten Daten: Danach tritt die Polaris-10-basierte Karte (neben erneut genannten Taktraten von ≤1266/4000 MHz ohne allerdings weiterhin einen offiziellen Basetakt) mit den erwarteten 144 Textureneinheiten an – was sich im bekannten GCN-System von jeweils 64 Shader- und 4 Textureneinheiten pro Shader-Cluster natürlich von selbst ergibt, bisher aber noch einer Bestätigung wartete. Abweichend (und auch unabhängig) hiervon liegt die Anzahl der Raster Operation Units (ROPs) nunmehr bei nur 32 Stück – wie beim früheren Pitcairn-Chip, aber nur auf der Hälfte des vorherigen Haiwaii-Chips (64 ROPs an einem 512 Bit GDDR-Speicherinterface). Ein Grund hierfür dürfte sicherlich im kleineren Speicherinterface von Polaris 10 zu suchen sein, ein anderer Grund in der insgesamten Einordnung dieses neuen AMD-Grafikchips nicht mehr in der HighEnd-, sondern der Performance-Klasse: Und da ist die WQHD-Auflösung das absolut höchste der Gefühle, schaut man eher in Richtung FullHD.

Hierfür sind dann weder ganz breite Speicherinterfaces noch besonders viele ROPs vonnöten, insofern ergibt das ganze einen sinnvollen Aufbau des Polaris-10-Chips. Trotzdem bleibt die Frage, ob diese ROP-Anzahl die Polaris-10-Grafikkarten nicht hier und da etwas an Performance kosten wird. Nominell ist von nVidias Konter in Form des GP106-Chips zwar auch nicht wesentlich mehr zu erwarten – bei dem kolportierten 192 Bit GDDR5-Speicherinterface dürften es auf nVidia-Seite wohl 48 ROPs werden. Zuzüglich der deutlich höheren Taktraten der nVidia-Chipdesigns kann da aber doch schon ein deutlicher Unterschied in der ROP-Power zugunsten von nVidia herauskommen – wie gesagt, gänzlich ohne Performanceeffekt dürfte diese knappe ROP-Anzahl bei Polaris 10 nicht ausgehen. Aber wahrscheinlich dürfte sich AMD schlicht zugunsten der größtmögliche Effizienz entschieden haben – sprich, der vermutliche Performanceeffekt von gleich 64 ROPs deckt wohl nicht die dafür notwendige größere Chipfläche und damit den höheren Kosteneinsatz ab.

In einer weiteren Meldung zeigen Videocardz zudem einige Tweets seitens AMDs Grafik-Chef Raja Koduri mit klarem Bezug zum später kommenden Vega 10 Grafikchip. Hierzu hatte der AMD-Chef mit einem AMD-Designteam in Shanghai einen Vega-bezogenen Meilenstein zu feiern – was alles mögliche bedeuten kann, aber zumindest andeutet, das jener zweite Teil von AMDs 14/16nm-Generation auf dem Weg ist und auch nicht gerade Ewigkeiten nach Polaris 11 & 10 zu erwarten sein wird. Dies könnte man als Bestätigung einer früheren Meldung über den Vega-10-Chip bereits im Oktober 2016 ansehen – aber AMD hat natürlich nichts über konkrete Terminlagen gesagt, in dieser Frage bleibt die weitere Entwicklung schlicht abzuwarten. Auch eine weitere frühere Meldung über 4096 Shader-Einheiten bei Vega 10 (aka Greenland) läßt sich derzeit weiterhin nicht bestätigen – ist allerdings anhand der nunmehr bekannten Anzahl der Shader-Einheiten des nächstkleineren AMD-Chips (Polaris 10 bei 2304 Shader-Einheiten) umso wahrscheinlicher.

Mit Vega 10 dürfte AMD somit durchaus so etwas wie eine Neuauflage des Fiji-Chips (4096 Shader-Einheiten an einem 4096 Bit HBM1-Interface) unter kleinerer Fertigung wagen – eventuell mit einem anderem Speicherinterface (2048 Bit) durch die Nutzung von HBM2-Speicher, aber weiterhin mit ähnlicher Speicherbandbreite. Über die kleinere Fertigung kann man sicherlich auch auf höhere Chiptaktraten kommen, so das die Rechenleistung gegenüber dem Fiji-Chip bemerkbar ansteigen würde. Den Hauptteil des (anzustrebenden) Performancesprungs müssten in diesem Fall dann allerdings wirklich die Verbesserungen der vierten GCN-Ausführung bringen – denn immerhin würde jener verbesserte Fiji-Chip dann mit der Zielsetzung antreten, sich mit dem nVidia GP104 und damit der GeForce GTX 1080 anzulegen, welche sich ihrerseits um immerhin 32-43% besser als das schnellste Fiji-Produkt (Radeon R9 Fury X) positionieren konnte. Mit faktisch derselben Hardware und nur besseren Taktraten sowie einem Effizienzgewinn durch die neue GCN-Ausbaustufe so viel aus Vega 10 herausholen, erscheint als schweres Brot für AMD – insofern bleibt doch abzuwarten, ob sich Vega 10 wirklich mit dem GP104-Chip anlegen kann.

Nach dem Vega-10-Chip sollte sich noch der Vega-11-Chip anschließen, welcher als nochmals mächtiger und AMDs eigentliche Enthusiasten-Lösung innerhalb der 14/16nm-Generation angesehen wird. Von diesem ist eine Ausnutzung der maximal möglichen Chipfläche (sprich wiederum in Richtung 600mm²), mehr Shader-Einheiten und aber vor allem die Rückkehr aller für professionelle Zwecke notwendigen Features zu erwarten – denn nach dem in dieser Frage nahezu unnutzbaren Fiji-Chip braucht AMD sicherlich auch mal wieder eine wirkliche HPC-Lösung, gerade in Konkurrenz zu nVidias neuem HPC-Chip GP100. Während nVidia jedoch erstmals gleich zwei Enthusiasten-Chips mit getrennten Aufgaben auflegen wird (GP100 rein für HPC, GP102 rein fürs Gaming), dürfte AMD im Vega-11-Chip beide Funktionen vereinen wollen – was dann letztlich auch die Anzahl der maximal möglichen Shader-Einheiten etwas limitiert, welche derzeit auf grob 6000 geschätzt wird. Vega 11 dürfte allerdings auch einer der letzten Grafikchips der initialen 14/16nm-Welle sein und ist kaum vor dem Frühjahr 2017 zu erwarten.

Ausgehend von einer Meldung seitens WCCF Tech berichten derzeit einige Webseiten über angeblich bereits feststehende Listenpreise der Radeon RX460 und RX470 von 99$ (RX460 2GB) bzw. 119$ (RX460 4GB) sowie 149$ (RX470 4GB) bzw. 179$ (RX470 8GB). Allerdings handelt es sich hierbei augenscheinlich um eine reine Annahme seitens WCCF Tech, ohne dafür eine konkrete Quelle oder einen Hinweis zu haben – faktisch ein Platzhalter, bis echte Informationen vorliegen. Natürlich kann man diese Preislagen zu Radeon RX460 & RX470 annehmen, jene sind von der Höhe her auch nicht weit her geholt (wir haben es zuletzt etwas defensiver gesehen) – aber in jedem Fall liegt hier mitnichten bereits eine klare Informationen oder gar die Bestätigung zu einem AMD-offiziellen Listenpreis vor. Zudem ist generell noch unsicher, ob es überhaupt eine Radeon RX470 mit 8 GB Speicher geben wird – diese Karte wurde zwar angenommen, aber nirgendwo ernsthaft bestätigt (das AMD-eigene Vorserien-Benchmarks mit dieser Speicherbestückung laufen, ist keine Aussage zu den Retailmodellen).

Aufgrund der wahrscheinlich eng aneinanderliegenden Preispunkte dieser RX400-Karten ist es denkbar, das eine hypothetische Radeon RX470 8GB letztlich so viel kostet wie eine Radeon RX480 4GB – und dann wäre bis auf entschiedene Nutzer höherer Auflösungen eventuell doch die Mehrperformance der Radeon RX480 dem Mehrspeicher vorzuziehen. In jedem Fall könnte man sich aus Gründen der Angebotsstraffung vorstellen, das AMD höchstselbst die Radeon RX470 nur mit 4 GB plant – ob dann die Grafikkarten-Hersteller auf eigene Faust noch eine 8-GB-Version nachschieben, dürfte jenen überlassen sein, wird aber bei einem offiziell nicht protegiertem Produkt immer etwas länger dauern und wohl auch etwas mehr kosten als der durchaus spartanisch zu nennende Mehrpreis zwischen Radeon RX480 mit 4 GB und mit 8 GB Speicher (+30 Dollar/Euro). Wie gesagt sind diese ganzen aktuellen Listenpreis-Meldungen zu Radeon RX460 & RX470 unter den großen Vorbehalt zu stellen, das die Ausgangs-Webseite in Form von WCCF Tech letztlich nur eine Platzhalter-Annahme zu deren Preisen zum besten gegeben hat.

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