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Die Grafikkarten-Performance unter Call of Duty: Advanced Warfare

Bei Golem, der ComputerBase und der PC Games Hardware hat man sich mit der Grafikkarten- und CPU-Performance unter dem neuesten Call-of-Duty-Titel "Advanced Warfare" beschäftigt. Die langjährige Spieleserie arbeitet immer noch mit der id Tech 3 Engine, welche allerdings inzwischen weitgehend umgeschrieben und angepast wurde, insbesondere die beiden letzten CoD-Titel haben hier größere Sprünge erzielt. Inzwischen läuft nichts mehr unterhalb einer DirectX-11-Grafikkarte mit 64-Bit-Windows und einer CPU mit mehr als drei Threads (Zweikerner mit HyperThreading oder aber Vierkerner). Dies bedeutet allerdings nicht, daß "Advanced Warfare" zur Optik-Spitze gehören würde oder besonders viel Hardware-Einsatz benötigt – man bietet eine zeitgemäße Grafik, schließt aber mit den Hardware-Anforderungen (zielgemäß) möglichst wenig potentielle Käufer aus.

Dafür sorgen auch die Anti-Aliasing-Optionen, welche kein (leistungsfressendes) Multisampling Anti-Aliasing bieten, sondern nur die Wahl zwischen den wenig Performance verlangenden Modi FXAA bzw. SMAA oder aber dem wie üblich leistungsfressenden Supersampling Anti-Aliasing lassen. Da letzteres für die meisten Grafikkarten dann doch zuviel Rohpower erfordert, gibt es im eigentlichen nur die Wahl zwischen FXAA und SMAA, wobei aufgrund des negierbaren Performanceverlusts bei beiden Methoden die optisch schönere vorzuziehen wäre – ergo SMAA 2Tx, welches eine temporale Komponente zur Bekämpfung von Flimmer-Effekten enthält und von allen Testern als beste der "normalen" Anti-Aliasing-Methoden genannt wurde.

Die ComputerBase und die PC Games Hardware haben sich dann jeweils ein WorstCase-Szenario zum Ausmessen der Grafikkarten-Performance von Call of Duty: Advanced Warfare herausgesucht, wobei jenes der ComputerBase angesichts der erzielten Frameraten deutlich niedriger liegt und daher nachfolgend als Maßstab benutzt wurde. Eingerechnet wurden hierbei auch schon die Treiberverbesserungen, welche AMD mit dem Beta-Treiber 14.11.1 bietet und welche von der ComputerBase separat ausgemessen wurden. Die weiteren neuen Treiber-Versionen – bei AMD die Beta 14.11.2, bei nVidia die Treiber 344.65 und 344.75 – nehmen dagegen keinen Bezug auf Call of Duty: Advanced Warfare, dürften also keine bedeutsamen weiteren Performance-Verbesserungen für diesen Titel aufweisen.

Call of Duty: Advanced Warfare – 1920x1080 MaxQuality & SMAA 2Tx (Quelle: ComputerBase)
AMD HD5/6000 AMD HD7000 AMD R200 nVidia GF4/500 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 5850
6870
560 650Ti
30-39 fps 5870
6950
7790 260
260X
470
560Ti
560Ti-448
570
480
650Ti-Boost 750
750Ti
40-49 fps 6970 7850 265 580 660
660Ti
50-59 fps 7870
7870-Boost
7950
7950-Boost
270
270X
670 760
ab 60 fps 7970
7970-GHz
280
285
280X
290
290X
680
Titan
770
780
Titan Black
780Ti
970
980

Generell läuft Call of Duty: Advanced Warfare mit halbwegs potenter Hardware schon erstklassig schnell, selbst ohne der Verbesserungen durch den genannten Beta-Treiber kommt alles ab der Radeon R9 285 sowieso auf über 60 fps. Die Treiber-Verbesserungen dienten dann nur dazu, die Balkenlänge freundlicher im direkten Vergleich gegenüber nVidia zu gestalten, bringen jedoch keine höhere Spielbarkeit, denn jene war vorher schon in erstklassiger Form gegeben. Eine kleinere nVidia-Tendenz kann der neueste CoD-Titel (erneut) nicht verleugnen, aber angesichts der allgemein hohen Frameraten und der eher geringen Unterschiede ist diese Tendenz wohl negierbar. Eher auffallend ist, daß die neueren Architekturen – bei AMD ab der Radeon HD 7000 Serie, bei nVidia ab der Kepler-Generation – deutlich besser wegkommen als ältere Beschleuniger. Genauso ist zu erkennen, daß die vorhandene Speichermenge (unter 1920x1080) noch keinen beachtbaren Einfluß hat, wenn selbst Radeon HD 5870, GeForce GTX 470 und GeForce GTX 560 Ti noch passabel mitkommen.

Call of Duty: Advanced Warfare – 2560x1600 MaxQuality & SMAA 2Tx (Quelle: ComputerBase)
AMD HD5/6000 AMD HD7000 AMD R200 nVidia GF4/500 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 6950 7790 260X 560Ti-448
570
480
660Ti-Boost 750Ti
30-39 fps 6970 7850
7870
265
270
580 660
660Ti
760
40-49 fps 7870-Boost
7950
7950-Boost
7970
270X
280
285
670
680
770
50-59 fps 7970-GHz 280X Titan 780
ab 60 fps 290
290X
Titan Black
780Ti
970
980

Unter 2560x1600 geht die Performance – typisch für CoD – sehr spürbar nach unten, alle Grafikkarten verlieren zwischen 25-30% an fps. Zudem scheinen die kleineren Grafikkarten mit wenig Speicherbandbreite bzw. kleinen Speicherinterfaces stärker betroffen zu sein, Radeon R7 260X und GeForce GTX 750 Ti verlieren mit am meisten. Vakant ist daneben, ob unter dieser Auflösung Grafikkarten mit nur 1 GB Grafikkartenspeicher noch gut mitkommen – eventuell verlieren jene hier schon stärker, dies kann aber mangels entsprechender Tests weder bestätigt noch dementiert werden. Im Vergleich zwischen AMD und nVidia gibt es hier sogar eine kleine Überraschung: Unter 2560x1600 kommt AMD mit dem neuen Beta-Treiber etwas besser weg als erwartet. Die GeForce GTX 980 bleibt zwar an der absoluten Leistungsspitze, direkt dahinter kommt allerdings schon die Radeon R9 290X – noch vor GeForce GTX 780 Ti und GeForce GTX 970.

Die ComputerBase sowie die PC Games Hardware bieten dann noch weiterführende Benchmarks zum einen unter 4K (3840x2160), wo sich AMD nochmals etwas besser positionieren kann, sowie unter Supersampling Anti-Aliasing, wo die Messungen zu den üblich erwartbaren Ergebnissen führen. In beiden Fällen erreichen aber nur noch eine Handvoll Grafikkarten das 40-fps-Land, noch weniger dann 50 fps oder mehr. Mit absoluter Spitzen-Hardware erscheinen 4K oder Supersampling Anti-Aliasing unter Call of Duty: Advanced Warfare durchaus realisierbar, hierzu zählen Radeon R9 290 & 290X auf AMD-Seite, sowie GeForce 780 Ti, 970 und 980 auf nVidia-Seite.

Bezüglich der benötigen CPU-Performance erscheint Call of Duty: Advanced Warfare hingegen arg genügsam zu sein, deutliche Taktraten-Unterschiede oder aber die Limitierung eines Achtkern-Prozessors auf nur vier aktive Rechenkerne machen kaum einen Unterschied aus, das Spiel läuft trotzdem nahezu immer in Grafikkarten-Limits hinein. Um so unverständlicher erscheint die Entscheidung der Spieleentwickler, beim Start das Vorhandensein von vier logischen Prozessoren (echter Vierkerner oder Zweikerner mit HyperThreading) abzufragen und ansonsten einfach den Spielstart zu verweigern. TweakPC berichten hierzu über einen Spieler-erstellten Fix, mit welchem das Spiel dann auch auf gewöhnlichen Zweikern-Prozessoren startet – unter möglicherweise nur minimalen Leistungseinbußen, eine gute Grafikkarte natürlich vorausgesetzt.

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