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Intel-Roadmap bestätigt Coffee Lake zwischen Kaby Lake und Cannon Lake

Es gab im Juli mal die Meldung über eine neue Intel-Generation zwischen "Kaby Lake" und "Cannon Lake" namens "Coffee Lake". Seinerzeit zeigte die japanische Quelle allerdings nicht die entsprechende originale Intel-Roadmap, war das ganze also noch etwas in der Schwebe. Die wahrscheinlich zugrundeliegende Intel-Roadmap (datiert schon vom April 2016) ist nun jedoch im AnandTech-Forum aufgetaucht – womit man die Coffee-Lake-Generation als durch offizielle Intel-Dokumente bestätigt ansehen kann. Mittels Coffe Lake wird Intel eine sogar vierte 14nm-Generation nach Broadwell, Skylake und Kaby Lake anbieten – erst mit Cannon Lake wird es erste Intel-Prozessoren unter der 10nm-Fertigung geben. Dabei erscheinen die ersten Cannon-Lake-Modelle terminlich sogar noch vor Coffe Lake – augenscheinlich wird dies dann aber nicht weitergeführt und dient die Cannon-Lake-Generation nur der Einstimmung auf die 10nm-Fertigung, welche dann erst mit der nachfolgenden Ice-Lake-Generation voll ausgefahren werden wird.

Coffee Lake wird primär die Aufgabe zufallen, der erste echte Intel-Konter gegenüber AMDs Zen-Prozessoren zu sein – denn die zeitgleich zu Zen herauskommenden Kaby-Lake-Prozessoren dürften dafür als reiner Skylake-Refresh zu handzahm sein. Mittels Coffee Lake wird Intel erstmals im normalen Consumer-Segment Sechskern-Prozessoren ins Portfolio aufnehmen, jene wird man sogar bis ins Mobile-Segment hin anbieten. Dies ist weniger, als was man angesichts von AMDs Achtkern-Offensive bei Zen erwarten könnte, aber womöglich ist angesichts der 14nm-Fertigung und der bei Intel ebenfalls mit verbauten integrierten Grafiklösungen nicht mehr möglich. In jedem Fall wird es bei Intel ab Coffee Lake wieder richtig interessant, dann geht es endlich auf breiter Front (zusammen mit AMD) in der Kernanzahl nach oben. Die Spieleentwickler – welche wegen der Konsolenspiele inzwischen Achtkerner gewöhnt sind – wird es freuen, hier kann sich im Laufe der Zeit durchaus ein Gewinn für Hardware-Hersteller wie auch Hardwarekäufer ergeben.

mögliche Intel-Zukunft  (spekulativ!)
aktuell 2017 2018 2019
Enthusiast
(140W TDP)
Broadwell-E (14nm) 6C/8C/10C Skylake-X (14nm) 6C/8C/10C
Kaby-Lake-X (14nm) 4C
? ?
Desktop
(35W-95W TDP)
Skylake (14nm) 2C/4C Kaby Lake (14nm) 2C/4C Coffee Lake (14nm) 2C/4C/6C Ice Lake (10nm) ?C
Notebooks
(15W-45W TDP)
Skylake (14nm) 2C/4C Kaby Lake (14nm) 2C/4C Coffee Lake (14nm) 2C/4C/6C Ice Lake (10nm) ?C
Ultrabooks
(15W TDP)
Skylake (14nm) 2C Kaby Lake (14nm) 2C Cannon Lake (10nm) 2C Ice Lake (10nm) ?C
Tablets
(4,5W TDP)
Skylake (14nm) 2C Kaby Lake (14nm) 2C Cannon Lake (10nm) 2C Ice Lake (10nm) ?C
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Umfrage-Auswertung: Wie ist der Ersteindruck zur Radeon RX 460?

Eine Umfrage von Ende August beschäftigte sich mit dem Ersteindruck zur Radeon RX 460, der bislang kleinsten Grafikkarte der 14/16nm-Generation. Klar dem Mainstream-Segment zuzuordnende Beschleuniger kommen üblicherweise in diesen Umfrage nicht so gut weg, insofern sind die von der Radeon RX 460 erzielten 42,8% positiver Ersteindruck bei immerhin noch 36,8% durchschnittlichem Ersteindruck sowie nur 20,4% negativem Ersteindruck doch schon ganz vernünftige Werte. Gegenüber dem, was AMD zuletzt in dieser Preis- und Performanceregion geboten hatte, sind diese Werte in jedem Fall ein deutlicher Fortschritt – und im Massenmarkt, wo dann eher der Preispunkt zählt, ist die Radeon RX 460 derzeit sowieso als einziges 14/16nm-Angebot ihrer Preis- und Performanceregion konkurrenzlos.

Als primärer Problempunkt der Karte wird (mit 63,8% der Stimmen) von den Umfrageteilnehmern mit durchschnittlichem oder negativem Ersteindruck die etwas zu schmal geratene Performance angesehen. Hier verwundert in der Tat, wieso AMD keinen Vollausbau des Polaris-11-Chips mit zudem höheren Taktaten ins Rennen geschickt hat, gerade da zur nächsthöheren Radeon RX 470 doch ein gerade zu extremer Performanceunterschied existiert (Perf.Index 260% zu 480% = +85%). Als weiterer Problempunkt (mit 29,7% der Stimmen) wird die etwas zu hohe Preislage der 4-GB-Ausführung gesehen, welche insbesondere zum Launch der Karte viel zu nahe an der 150-Euro-Marke lag – und damit nicht gerade weit entfernt von den Preislagen der (viel schnelleren) Radeon RX 470 von ab 210 Euro. In der Zwischenzeit scheinen sich die Preise der Radeon RX 460 etwas nach unten zu orientieren, vielleicht läßt sich mit der Zeit ein preislicher Abstand zur Radeon RX 470 herausarbeiten, welcher besser zum (sehr erheblichen) Performanceabstand zwischen beiden Karten passt.

Nichtsdestotrotz reicht es für die Radeon RX 460 zu einem potentiellen Kaufinteresse von 11,0% – für eine Mainstream-Grafikkarte ist dies im Rahmen des 3DCenters eine gute Wertung, die meisten früheren Mainstream-Lösungen lagen klar unterhalb dieser Wertung. Hier dürfte natürlich auch die derzeitige Konkurrenlosigkeit der Radeon RX 460 mit hineinspielen – vorangetrieben auch durch den Punkt, das es bei den Abverkaufsangeboten der 28nm-Generation nichts gibt, was dieser Karte gefährlich werden könnte. Wettbewerb in diesem Marktfeld wird es dann erst wieder mit der kommenden GeForce GTX 1050 auf Basis von nVidias GP107-Chip (voraussichtlich) ab Mitte Oktober geben.

  positiv durchschn. negativ Kaufint.
Radeon RX 480 45,5% 30,0% 24,5% 30,2%
Radeon RX 470 59,6% 29,1% 11,3% 26,2%
Radeon RX 460 42,8% 36,8% 20,4% 11,0%
Radeon R9 Fury X 40,6% 37,0% 22,4% 11,6%
Radeon R9 Fury 62,3% 23,3% 14,4% 18,5%
Radeon R9 Nano 68,3% 17,6% 14,1% 9,3%
Radeon R9 390X 28,6% 42,9% 28,5% 10,5%
Radeon R9 390 32,0% 35,9% 32,1% 13,9%
Radeon R9 380X 21,8% 47,0% 31,2% 8,1%
Radeon R9 380 36,5% 34,0% 29,5% 15,1%
Radeon R7 370 20,5% 27,6% 51,9% 6,7%
Radeon R7 360 24,5% 32,1% 43,4% 7,6%
Radeon R9 290X 67,9% 22,2% 9,9% 26,7%
Radeon R9 290 47,2% 29,3% 23,5% 27,9%
Radeon R9 280X 39,2% 37,5% 23,3% 19,5%
Radeon R9 285 26,4% 43,3% 30,3% 8,1%
Radeon R9 270X 46,6% 32,4% 21,0% 21,1%
Radeon R9 270 40,9% 33,1% 26,0% 16,3%
Radeon R7 265 34,5% 38,8% 26,7% 10,7%
Radeon HD 7990 36,9% 30,7% 32,4% 3,5%
Radeon HD 7970 "GHz" 33,4% 33,3% 33,3% 5,9%
Radeon HD 7970 66,5% 26,0% 7,5% 22,1%
Radeon HD 7950 71,1% 17,8% 11,1% 20,3%
Radeon HD 7850 & 7870 70,7% 19,2% 10,1% 27,8%
Radeon HD 7790 45,6% 37,2% 17,2% 13,4%
  positiv durchschn. negativ Kaufint.
Titan X (Pascal) 19,6% 24,1% 56,3% 3,7%
GeForce GTX 1080 45,9% 28,6% 25,5% 12,2%
GeForce GTX 1070 44,0% 30,4% 25,6% 17,5%
GeForce GTX 1060 43,7% 36,2% 20,1% 22,6%
GeForce GTX Titan X 23,5% 29,8% 46,7% 2,4%
GeForce GTX 980 Ti 52,2% 24,2% 23,6% 12,7%
GeForce GTX 980 67,3% 20,5% 12,2% 24,7%
GeForce GTX 970 (Ersteindr.) 88,0% 7,6% 4,4% 52,4%
GeForce GTX 970 (Zweiteindr.) 13,0% 24,9% 62,1% 6,1%
GeForce GTX 960 14,6% 38,9% 46,5% 4,5%
GeForce GTX 950 23,1% 33,1% 43,8% 4,9%
GeForce GTX 780 Ti 60,2% 22,0% 17,8% 6,8%
GeForce GTX 780 47,5% 22,8% 29,7% 9,4%
GeForce GTX 770 45,6% 28,5% 25,9% 19,1%
GeForce GTX 760 31,5% 39,7% 28,8% 12,0%
GeForce GTX 750 & 750 Ti 49,4% 26,5% 24,1% 13,5%
GeForce GTX Titan 43,0% 23,2% 33,8% 4,3%
GeForce GTX 680 73,0% 17,7% 9,3% 16,3%
GeForce GTX 670 68,5% 19,6% 11,9% 24,9%
GeForce GTX 660 Ti 30,7% 40,4% 28,9% 9,3%
GeForce GTX 660 40,8% 37,2% 22,0% 16,8%
GeForce GTX 650 Ti "Boost" 33,1% 41,7% 25,2% 7,1%
GeForce GTX 650 Ti 20,0% 37,7% 42,3% 5,7%
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Hardware- und Nachrichten-Links des 12. September 2016

Bei der PC Games Hardware und dem Tech Report hat man sich auch noch die DirectX-12-Performance unter Deus Ex: Mankind Divided angesehen – mit dem gleichen enttäuschenden Resultat, das nichts schneller wurde, sondern meistens alles sogar langsamer lief. Die PCGH kam zudem noch zu der Erkenntnis, das der integrierte Benchmark des Spiels wenig über die reale Spielperformance aussagt und im Fall von DirectX 12 sogar zur Fehlannahme verführt, jene wäre der DirectX-11-Performance halbwegs gleichwertig. Zugleich wird auch ein DirectX-12-Trailer von Microsoft kritisiert, welcher die Vorteile von DirectX 12 anhand eben jener Benchmark-Szene aus Deus Ex: Mankind Divided aufzeigen soll, dafür jedoch DirectX-11-Rendering nur vollkommen benachteiligt darstellt. Dabei liegt das Hauptproblem von DirectX 12 unter Deus Ex: Mankind Divided laut beiden Artikeln noch nicht einmal bei der reinen Framerate – sondern hingegen dem viel unruhigeren Frameratenfluß, sprich unregelmäßigeren Frametimes unter DirectX 12. Als Vorzeigetitel für die neue API taugt Deus Ex: Mankind Divided kaum etwas – man wird wohl eher froh sein müssen, wenn hier eines Tages eine zu DirectX 11 wirklich vergleichbare Performance geboten werden kann.

Laut dem chinesischen BenchLife (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) kämpfen die 2017er Prozessoren in Form von Intels Kaby Lake und AMDs (Zen-basiertem) Summit Ridge mit weiteren Verzögerungen. So scheint Intel Lieferprobleme bei Kaby Lake zu haben, womit womöglich der Launchtermin in Form der CES-Messe (Las Vegas, 5-8. Januar 2017) weiterhin gehalten werden kann, die Prozessoren dann aber für einige Zeit nur schlecht verfügbar wären. Alternativ könnte Intel den (bislang sowieso nur angenommenen) Launchtermin auch weiter nach hinten verschieben, momentan ist diesbezüglich schließlich noch nichts fest. Bei AMDs Zen scheint sich hingegen inzwischen als Launchtermin der Februar 2017 herauszukristallisieren – was auch wieder bedeutet, das es direkt für den Jahresanfang 2017 wohl Lieferprobleme geben dürfte. Auch bei AMDs Zen ist allerdings ein Frühstart zur CES mit anschließend erst einmal schlechter Verfügbarkeit weiterhin nicht vom Tisch – weil sich beide Chipentwickler normalerweise die gute Gelegenheit nicht entgehen lassen, das neue Jahr mit einem Paukenschlag (eben auf der CES) zu beginnen.

Gemäß The Motley Fool könnte Intels 7nm-Fertigung durchaus erst im Jahr 2021 oder 2022 erscheinen – entsprechende Anzeichen für diese Verschiebung hat man einer Intel-Stellenanzeige entnommen. Dies passt natürlich gut zur bekannten Information, das Intels 10nm-Fertigung weiter verschoben wurde, derzeit auf dem Jahr 2018 (mit der Cannon-Lake-Generation) steht. Hinzu gerechnet den Punkt, das Auftragsfertiger TSMC kürzlich die Massenfertigung seines 7nm-Prozesses für das Jahr 2018 angekündigt hat, liegt hier durchaus der Eindruck nahe, Intel würde seine (traditionelle) Führerschaft in der Halbleiterfertigung verlieren. Allerdings zeigen sich hierbei wohl nur die unterschiedlichen Prozeß-Strategien der Halbleiterfertiger: Intel will mit seinen neuen Fertigungsverfahren (wie gehabt) jeweils erhebliche technische Fortschritte hinlegen – und läßt sich dafür dann notfalls auch mehr Zeit. Die anderen Halbleiterfertiger, welche zum Großteil als reine Auftragsfertiger gegeneinander konkurrieren, legen hingegen eher zielgrichtet aller zwei Jahre eine neue Fertigungsstufe auf – und leben mit diesem Fortschritt, welcher bis dahin zu erzielen ist, egal ob dieser dann geringer wird als zwischen früheren Prozeß-Generationen. Die Prozeß-Technologien der einzelnen Halbleiterfertiger, die früher eigentlich schon überhaupt nicht an ihren Nanometer-Namen zu vergleichen waren, werden somit nochmals weniger vergleichbar – oder ganz kurz formuliert: 7nm TSMC im Jahr 2018 dürfte etwas wirklich anderes sein als 7nm Intel im Jahr 2021.

Gemäß SamMobile soll sich Samsung in Gesprächen mit AMD und nVidia über eventuelle Smartphone-Grafikchips dieser beiden eher PC-basierten Chipentwickler befinden. Angeblich will Samsung bei zukünftigen Smartphone-SoCs mehr bieten als nur die ARM-Standardgrafik in Form der Mail-basierten Grafikdesigns – wie es auch bei Qualcomm (ARM-basierte Eigenentwicklung) und Apple (PowerVR-basiert) üblich ist. Eine Samsung-CPU mit einer fremden Grafiklösung im Rahmen eines Smartphone-SoCs zu verbinden, dürfte dabei nicht trivial werden – denn normalerweise setzen diese SoCs auf eine sehr hohe Integrationsdichte, werden heutzutage üblicherweise als ein Chip hergestellt. Um dies für einen Smartphone-SoC zu realisieren, müsste Samsung regelrecht nur die Designs von AMD- oder nVidia-Grafikchips einkaufen – und ob sich AMD & nVidia so tief in die Karten schauen lassen wollen, bliebe abzuwarten. AMD und nVidia haben bisher ähnliche Projekte ausschließlich komplett im eigenen Haus realisiert – entweder mit eigenen CPU-Lösungen oder ARM-basierten Standard-CPUs, welche man wie bekannt einfach lizenzieren kann.

Davon abgesehen schwebt über dem ganzen Ansatz auch noch die Frage, wieviel Sinn "mehr Power" in einem Smartphone-SoC noch macht, ausgehend von dem hohen Stand, denn gerade Qualcomm, Samsung und Apple bereits erreicht haben. Dafür, das die Marketing-Abteilung dann beim Release etwas von "höherer Leistung" schwadroniert, braucht man schließlich keine großen technischen Investitionen tätigen, das bekommt das Marketing allein über das Vollschreiben von Papier (bzw. von Webseiten) hin. Große Ansätze, das Samsung bei der praktischen Grafikpower oder auch der insgesamten SoC-Power etwas fehlen würde, gibt es zudem auch nicht – eher schon das Gegenteil, die Leistungskraft der Spitzen-SoCs von Samsung ist derart gut, das man auch mit jahrealten Spitzen-Smartphones immer noch sehr flüssig arbeiten kann. Für Nischenanwendungen wie VR etc. würde man zwar sicherlich wesentlich mehr Leistung verbraten können – aber Nischenanwendungen sind keine Geschäftstreiber, mehr (reale) Leistungsfähigkeit für Smartphone-SoCs derzeit einfach nichts, von welchem irgendwelche größeren Auswirkungen auf Verkaufszahlen und Geschäftsverlauf zu erwarten sind. Die Smartphone-Hersteller sind längst an dem Punkt angelangt, wo die trotzdem gebotene Mehrleistung bei jeder neuen Geräte-Generation eher denn zum Marketing-Instrument geworden ist, als denn wirklich gebraucht werden würde.

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Die Systemanforderungen zu ReCore

Spielepublisher Microsoft hat die offiziellen PC-Systemanforderungen zu "ReCore" bekanntgeben. Das am 16. September 2016 erscheinende Action-Adventure wird allein für Windows 10 erscheinen, obwohl es kein DirectX 12 unterstützt – technologisch ist das Spiel "nur" auf dem Level von DirectX 11. Aufgrund dieser technischen Ansetzung wäre auch ein späterer Release für andere Windows-Betriebssysteme vorstellbar – was natürlich derzeit nur eine Spekulation darstellt. Eventuell läßt Microsoft so etwas nur bei Projekten großerer Studios zu, während Recore von den Indieentwicklern Comcept sowie Armature Studio kommt. Die offiziell genannten Hardware-Anforderungen sind dabei etwas konfus: Auf CPU-Seite werden mit minimal Core i5-3550 und empfohlen Core i5-4570 im Prinzip leistungsgleiche Modelle genannt. Natürlich kann dies wirklich so gedacht sein, dies wäre dann jedoch eine ziemliche Besonderheit.

Bei den Grafikkarten-Anforderungen nennt die offielle Webseite als Empfehlung zudem die ziemlich weit auseinanderliegenden Radeon R9 290X (Perf.Index 530%) und GeForce GTX 780 (Perf.Index 440%) gemeinsam – während frühere Versionen dieser Anforderungenliste zuerst von einer GeForce GTX 970 (Perf.Index 510%) sprachen. In diesem Fall haben wir die (sinnigere) letzte Lösung angesetzt – im Fall der CPUs uns jedoch mangels anderslautender Meldung an die offizielle Sprachregelung gehalten. So oder so sind die Systemanforderungen für ReCore durchaus erfüllbar: Die minimalen Anforderungen gehen auf das Niveau von heutigen Mainstream-Lösungen – mit einfach nur Wert auf einer Vierkern-CPU von Intel. Und die System-Empfehlungen wollen – wie zuletzt häufig der Fall – einen gutklassigen Gaming-PC mit aktueller Midrange-Technik sehen. Interessant sind allerhöchsten die Hauptspeicher-Anforderungen, welche selbst dem Mainstream-Gamer eben schon 8 GB nahelegen – und dem Midrange-Gamer gleich schon 16 GB. Diese Tendenz zu mehr Hauptspeicher gab es in letzter Zeit öfters einmal – inzwischen kann man diesbezüglich durchaus von einem neuen Standard sprechen.

minimale Anforderungen empfohlene Anforderungen
Ziel-Auflösung keine Angabe keine Angabe
Betriebssystem Windows Vista     Windows 7     Windows 8.0     Windows 8.1     Windows 10     Linux
32/64-Bit 32-Bit     64-Bit
Prozessor AMD K10 4C
AMD K10 6C
AMD Bulldozer 4C
AMD Bulldozer 6C
AMD Bulldozer 8C    (ab ~4.5 GHz)
AMD Mainstream-APU 4C
Intel Core 2 Quad
Intel Core i3 (2C+HT)
Intel Core i5 (4C)    (ab ~3.5 GHz)
Intel Core i7 (4C+HT)
Intel Core i7-E (6C/8C/10C)
AMD K10 4C
AMD K10 6C
AMD Bulldozer 4C
AMD Bulldozer 6C
AMD Bulldozer 8C    (ab ~4.5 GHz)
AMD Mainstream-APU 4C
Intel Core 2 Quad
Intel Core i3 (2C+HT)
Intel Core i5 (4C)    (ab ~3.5 GHz)
Intel Core i7 (4C+HT)
Intel Core i7-E (6C/8C/10C)
RAM 8 GB 16 GB
Festplatte keine Angabe
Grafik-API DirectX 11     DirectX 12     OpenGL     Vulkan
Grafikkarte AMD Radeon HD 5000
AMD Radeon HD 6000ab 6970
AMD Radeon HD 7000ab 7870
AMD Radeon R200ab 265
AMD Radeon R300ab 370
AMD Radeon R400ab 460
nVidia GeForce 400ab 480
nVidia GeForce 500ab 570
nVidia GeForce 600ab 660
nVidia GeForce 700ab 760
nVidia GeForce 900ab 950SE
nVidia GeForce 1000ab 1060-3GB
AMD Radeon HD 5000
AMD Radeon HD 6000
AMD Radeon HD 7000
AMD Radeon R200ab 290X
AMD Radeon R300ab 390
AMD Radeon R400ab 480-4GB
nVidia GeForce 400
nVidia GeForce 500
nVidia GeForce 600
nVidia GeForce 700ab Titan Black
nVidia GeForce 900ab 970
nVidia GeForce 1000ab 1060-6GB
Grafik-RAM 2 GB 4 GB
Anmerkung: Die angegebenen Anforderungen zu Prozessor und Grafikkarte stellen eine eigene Interpolation der offiziellen Anforderungen dar.
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Hardware- und Nachrichten-Links des 10./11. September 2016

Unser Forum hat in Form von AMD Fiji Die-Shots mal wieder etwas sehr feines zu bieten: OC_Burner hat den Fiji-Chip von seinem Interposer befreit, nachfolgend freigelegt und dann derart beleuchtet, das man auch ordentlich etwas sehen kann – herausgekommen sind hochauflösende Bilder vom Fiji-Chip, den HBM-Speicherchips, dem Interposer und natürlich auch dem Weg dahin, inklusive Weichkochen des Chip-Packages auf einer Herdplatte und anschließendem Abschleifen der Chipcover-Schichten. Hierfür musste eine defekte Radeon R9 Nano herhalten – und OC_Burner (erreichbar u.a. über das Forum) sucht natürlich ständig weitere defekte Grafikkarten und Prozessoren, um deren Grafikchips nachfolgend freizulegen. Echte Überraschungen bieten die neue Die-Shots des Fiji-Chip im übrigen nicht, jener sind allerdings teilweise wohl sogar besser herausgearbeitet als das, was Chipworks früher einmal (frei verfügbar) herausgegeben hatte.

AMD Fiji Die-Shot (1)
AMD Fiji Die-Shot (1)
AMD Fiji Die-Shot (2)
AMD Fiji Die-Shot (2)

Bei Phoronix hat man sich mit der Radeon RX 480 unter Linux (sowie einer Radeon R9 Fury) bzw. deren Treibern im Vergleich zu Windows 10 beschäftigt. Hierfür kamen sowohl der AMDGPU-PRO-Treiber als auch der reine OpenSource-Treiber unter Mesa 12.1 zum Einsatz. Über das gesamte Benchmarkfeld varieren die Ergebnisse stark, die Endwertung wird trotz 9 Einzeltests sehr stark durch extreme Ausreißer geprägt: Alles zusammengerechnet erzielt der AMDGPU-PRO-Treiber mit der Radeon RX 480 nur 68,5% der Performance von Windows 10, der Mesa-12.1-Treiber auch nur auf 69,3%. Nimmt man allein den extremsten Ausreißer in Form von Tomb Raider aus der Wertung, geht das Ergebnis auf 94,2% bzw. 86,6% hinauf. Auch in diesen verbleibenden acht Benchmarks finden sich dann starke Ausreißer – die Werte sind also keineswegs auf die Goldwaage zu legen, sondern man kann eher nur die groben Tendenzen mitnehmen. Die grobe Tendenz ist demnach, das die Linux-Treiber zwar Performance kosten, dies aber bei weitem nicht mehr so stark ist wie früher einmal. Dafür wird es aber häufiger einmal vorkommen, das es eine gegenüber Windows völlig abweichende Performance gibt – und genau mit der Arbeit an diesem Phänomen dürfte man die Linux-Treiber langfristig dahingehend verbessern, letztlich eine bis auf 5-10% zu Windows vergleichbare Performance zu zeigen.

Netzpolitik beschäftigen sich in zwei Meldungen – No.1 & No.2, zu erwähnen hierzu auch die Wortmeldungen von Internet-Law und CRonline – mit einem kürzlichen Urteil des Europäischen Gerichtshofs, welches die Linkfreiheit in der EU in Gefahr stellt. Dabei ist das Urteil in Bezug auf den zugrundliegenden Fall durchaus nachzuvollziehen: Ein holländisches Online-Magazin hatte auf urheberrechtlich geschütztes Material auf einer dritten Webseite verwiesen. Nachdem der Urheberrechtsinhaber die Inhalte auf jener dritten Seite hatte löschen lassen und damit der Link des holländischen Online-Magazins ins Leere lief, setzten jene den Link nachfolgend auf eine andere Quelle mit demselben urheberrechtlich geschützten Inhalt. Da das holländische Online-Magazin vom Urheberrechtsinhaber schon beim ersten Link auf dessen Widerrechtlichkeit hingewiesen wurde, hat man beim zweiten Link somit bewußt und bekannterweise auf urheberrechtlich geschütztes Material verlinkt – konnte sich also nicht mit "Nichtwissen" ob der urheberrechtlichen Schutzansprüche herausreden.

Leider sind die europäischen Richter einigermaßen übers Ziel hinausgeschossen, da die Urteilsbegründung nicht Anstoß am Ablauf der Ereignisse nimmt – also dem Setzen des zweiten Links trotz klaren Wissens ob der urheberrechtlichen Schutzansprüche – sondern allein daran, daß es sich hierbei um ein kommerzielles Online-Magazin handelt. Vielleicht mag dies in anderen EU-Ländern anders geregelt sein, aber in Deutschland tritt eine "gewerblicher" Tätigkeit schon bei minimalsten Dingen ein, es muß noch nicht einmal eine Gewinnerzielungsabsicht hierfür vorhanden sein. Jenes Urteil auf Deutschland umgesetzt würde bedeuten, jede kleine Webseite oder Blog müsste eigentlich erst einmal jeden Link vollständig rechtlich gegenprüfen, ganz egal ob jener nur aus Dokumentationsgründen gesetzt wäre. Möglicherweise wollten dies die EU-Richter gar nicht aussagen, aber dies läßt sich gemäß vielfältiger Fachkommentare nunmehr aus diesem Urteil herausinterpretieren. Zugleich wird hierbei angemängelt, daß die in früheren Urteilen noch zu findende Ausnahmeregelung zugunsten der Pressefreiheit in diesem Urteil überhaupt nicht mehr berücksichtigt wurde – und daß allein dieser Punkt ausgereicht hätte, um die Sache wieder komplett umzudrehen. Es bleibt nur zu hoffen, das die Auswirkungen dieses Richterspruchs eher gering bleiben, weil sich lokale Richter vielleicht anders entscheiden und umgedreht nur wirklich wichtige Fälle bis zum EU-Gerichtshof kommen.

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Als wie relevant wird AMDs Vorteil unter DirectX 12 & Vulkan angesehen?

Diese Umfrage bezieht sich auf den früheren Artikel mit einer positiven Performanceprognose zugunsten von AMD-Hardware unter der Nutzung der Grafik-APIs DirectX 12 & Vulkan. Hierbei wurde prognostiziert, das die Radeon RX 480 im Laufe der Zeit an der GeForce GTX 1060 vorbeiziehen wird, die Performancedifferenz zwischen Ist-Zustand und Zukunftsprognose liegt bei immerhin ~13% Zugewinn für AMD über die Zeit. Die sich daraus ergebende Frage lautet somit: Als wie relevant wird diese zukünftige Performance-Verbesserung zugunsten von AMD angesehen? Auf der einen Seite sind +13% nicht von der Hand zu weisen, auf der anderen Seite wird dies nicht über Nacht und die nächsten Monate passieren, sondern regelrecht Jahre benötigen – und in der Zwischenzeit wird die jetzt gekaufte Hardware schließlich benutzt. Manch ein Nutzer wird somit schon zur nächsten Grafikkarte gewechselt haben, wenn eines Tages die Radeon RX 480 wirklich die GeForce GTX 1060 überholt. Sehr wichtig zu dieser Frage ist also, wie kurz- oder langfristig man persönlich seine Grafikkarten nutzt bzw. wie schnell man jene wechselt.

Sehe es als "Gamechanger" an, welcher klar zugunsten von AMD spricht.
19% (385 Stimmen)
Sicherlich ein mittlerer Pluspunkt für AMD, aber noch kein "Gamechanger".
47% (956 Stimmen)
Sehe es eher als nur als kleineren Pluspunkt für AMD an.
19% (393 Stimmen)
Dies liegt zu weit in der Zukunft, um wirklich relevant zu sein.
14% (293 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 2027
Inhalt abgleichen