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Hardware- und Nachrichten-Links des 17. November 2016

Heise rollen ein (vorgebliches) Problem von AMDs Grafikkarten aus, welches allerdings im eigentlichen ein Problem des HDMI-Standards darstellt. Denn auch mittels HDMI 2.0a/b steht HDMI zu wenig Bandbreite zur Verfügung, um 4K mit 60 fps samt 4:4:4 Farbabtastung und HDR wirklich normgerecht darzustellen – es fehlt hierfür ein minimales Stück an Bandbreite. AMDs behilft sich bei der Polaris-Serie derzeit damit weiter, HDR nur mit 8 Bit samt einem speziellen Dithering-Verfahren darzustellen, damit reicht die Bandbreite dann für diese hohe Anforderung. Interessanterweise wird jene Problematik bei der (ebenfalls AMD-gepowerten) Playstation 4 Pro anders gelöst – dort gibt es 10 Bit Farbtiefe, zur Reduzierung der Bandbreiten-Last wird aber eine Farb-Unterabtastung von 4:2:2 angesetzt. Laut der PC Games Hardware benutzt nVidia dieselbe Methode bei seinen Grafikchips. Und hier liegt dann auch der Clou der ganzen Meldung begraben: Das Problem ist eben nicht AMD-spezifisch, sondern betrifft alle Hersteller, welche unter 4K dann 60 fps mit 4:4:4 Farbabtastung und HDR über HDMI übertragen wollen.

In dieser hohen Qualität ist dies eigentlich nur mit DisplayPort 1.4 möglich, nicht aber mit HDMI. Das AMD hier zugunsten der reinen Möglichkeit die Übertragungsqualität etwas herunterschraubt, ist also nicht dem Hersteller anzulasten – ansonsten wäre diese Übertragung halt gar nicht möglich. Die anderen Hersteller müssen genauso tricksen – über den Weg kann man sicherlich streiten, aber erst nach Vorlage entsprechender Bilder kann man sich hierzu ein wirkliches Urteil erlauben. Im eigentlich Schuld sind hier die Fernseh-Hersteller sowie das HDMI-Standardisierungsgremium, welche eine nicht ausreichende Norm zum faktischen Standard im TV-Bereich erhoben haben. Auflösen läßt sich das ganze zwar einfach mit dem Verbau von DisplayPort 1.4 Anschlüssen, wie sie auch bei den neuesten Grafikkarten von AMD und nVidia durchgängig zu finden sind. Leider ist DisplayPort im TV-Bereich vollkommen unüblich, jene Anschlüsse wird es also nur bei PC-Displays geben. Die Fehlkalkulation liegt hier jedoch eindeutig auf Seiten der TV-Hersteller, welche sich auf eine Norm verlassen haben, die die gestellten Anforderungen nicht gänzlich bewältigen kann.

Laut WCCF Tech soll Summit Ridge seinen offiziellen Launch am 17. Januar 2017 haben – was jetzt nicht gänzlich unwahrscheinlich klingt, die CES am Jahresanfang eignet sich eher für einen größere Teaser bzw. eine Ankündungs-Show, aber für den eigentlichen Launch will AMD die Hardwaretester sicherlich wieder vor der heimischen Teststation (und nicht in Las Vegas) sehen. Den Launch weiterer Summit-Ridge-Modelle soll es dann im März 2017 geben – gut möglich, das AMD zum 17. Januar erst einmal nur ein paar Top-Modelle vorstellt und das breitere Produkt-Portfolio samt einer echten Lieferbarkeit dann im März bringt, dies entspricht auch anderen früheren Gerüchten. Daneben mischen WCCF Tech in ihre Meldung leider aber wieder einiges an Spekulationen – so, das es ein dem Core i7-6850K gleichwertiges Zen-Modell für zwischen 250-300 Dollar geben soll. Dies ergibt sich allerdings nicht aus dem kürzlichen Summit-Ridge-Fahrplan sowie auch nicht aus der aktuellen Gerüchtelage.

Dagegen eher stimmen sollte, das Zen derzeit bestenfalls einen Basetakt von 3.3 GHz sowie einen maximalen Turbo von 3.5 GHz erreicht, per Übertaktung sollen 4.2 GHz möglich sein (unter flüssigem Stickstoff sogar 5 GHz). Die genannten nominellen Taktraten passen passabel zu den Taktraten der letzten Zen-Samples – und würden im Vergleich mit den Taktraten von Intels Sechs- und Achtkernern ganz vernünftig aussehen. Sollte AMD dies hinbekommen und die bisherigen Berichte zur Pro-MHz-Performance halbwegs passen, dann hat AMD mit Zen bzw. Summit Ridge ein ganz heißes Eisen im Feuer. Sicherlich wird AMD viel darüber ausrichten, Intel mit mehr Rechenkernen zu attackieren – sprich, es treten voraussichtlich AMD Sechskerner vs. Intel Vierkerner sowie AMD Achtkerner vs. Intel Sechskerner an. Aber es ist letztlich Intels Entscheidung, wieviele CPU-Rechenkerne man den Consumenten zugängig macht – und wenn Intel hierbei AMD eine solch große Lücke offenläßt, dann erfolgt mit Zen nur ein Zurechtrücken des lange Zeit im CPU-Bereich brachliegenden Wettbewerbs.

Golem vermelden einen der ersten 10nm Smartphone-SoCs, welcher bei Samsung derzeit schon in der Massenfertigung ist: Der Snapdragon 835 von Chipentwickler Qualcomm soll allerdings erst im ersten Halbjahr 2017 in kaufbaren Produkten erscheinen, der eher ungenau angegebene Termin läßt natürlich alles von Frühling bis Sommer 2017 noch als möglich erscheinen. Zum gleichen Zeitpunkt dürften auch kaufbare Produkte mit ersten Samsung-eigenen 10nm-basierten Smartphone-SoCs erscheinen – aber eben auch nicht früher, was dann den möglichen Zeitrahmen für die Adaption der 10nm-Fertigung durch ernsthafte PC-Grafikchips wenigstens etwas eingrenzt. Vor einem dreiviertel Jahr später wird da nichts passieren – was frühestens den Jahreswechsel 2017/18 ergibt, eher anzunehmen das Frühjahr 2018.

Auf nVidia-Seite wird es damit umso wahrscheinlicher, das die Volta-Generation erst im Jahr 2018 antritt sowie das nVidia den Zwischenraum im Jahr 2017 mit einem Pascal-Refresh füllen wird – in Form der GeForce 2000 Serie auf Basis der bereits bekannten Pascal-Chips. AMD wird – auch wegen der Bindung an Auftragsfertiger GlobalFoundries – wie dieser die 10nm-Fertigung bekannterweise komplett auslassen und sich auf die möglichst schnelle Fertigstellung erster 7nm-Designs konzentrieren. Ob man damit dann wirklich früher herauskommen kann als nVidia bei der 7nm-Fertigung, bliebe abzuwarten – die Roadmaps von nVidias Chipfertigern Samsung und TSMC sind sehr recht aggressiv, bei Chipfertiger könnten trotz der zwischenzeitlichen Nutzung der 10nm-Fertigung letztlich genauso schnell zur 7nm-Fertigung gelangen wie eben GlobalFoundries.

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AMD bringt die Zen-basierten Summit-Ridge-Prozessoren in drei Modell-Linien in den Markt

Bei Chiphell ist eine AMD-Präsentationsfolie mit so etwas ähnlichem wie einem Summit-Ridge-Fahrplan aufgetaucht – mittels welchem AMD ausdrückt, welche grundsätzlichen Modell-Linien an Zen-basierten Summit-Ridge-Prozessoren angeboten werden sollen. AMD scheint dabei drei Summit-Ridge-Linien herausbringen zu wollen, derzeit skizziert als "SR3", "SR5" und "SR7" – wobei die Namen rein symbolische Bedeutung haben und von AMD sicherlich nicht direkt so im Verkauf benutzt werden dürften. Vielmehr geht man hierbei auf Intels drei Modell-Linien an Core-i-Prozessoren ein, sprich Core i3 (2C+HT), Core i5 (4C) und Core i7 (4C+HT). AMD könnte jenes Intel-Verkaufsmodell schlicht mit Vier-, Sechs- und Achtkernern kontern – wie man es eigentlich schon mit der Bulldozer-Architektur bzw. den darauf basierenden FX-Prozessoren so handhabt, wenngleich jene sich nicht wirklich mit Intels aktuellen Prozessoren anlegen können.

Denkbar sind natürlich auch noch völlig andere Auflösungen – gerade da AMD die (später im Jahr 2017 erscheinenden) Raven-Ridge-APUs als Vierkerner anlegt, könnte man auch versucht sein, Summit Ridge mindestens als Sechskerner zu bringen. Interessant ist der Punkt, das AMD alle seine Summit-Ridge-Prozessoren – inklusive also auch der kleinsten Linie "SR3" – bei Preislagen oberhalb von umgerechnet 220 Dollar verortet. Dies zeigt auch eher auf potente Prozessoren hin, welche sich vor Intels Vierkernern nicht verstecken müssen, sowie welche bedeutsam schneller als Intels Zweikerner sind. Mittels Zen-basierten Sechs- und Achtkernern dürfte dies natürlich viel einfacher zu realisieren sein, als wenn sich AMD auf einen Zweikampf der Vierkerner einlassen würde.

In jedem Fall bleibt damit der Preisbereich der Core-i3-Prozessoren für AMDs nachfolgende Raven-Ridge-APUs frei, welche dann wie schon die bisherigen AMD-APUs mit Intels Core i3 um die Deutungshoheit im Mainstream-Segment ringen werden. Sofern die Zen-Architektur halbwegs griffig ist, sollte AMD hier ebenfalls gute Chancen haben, schon die letzten (noch Bulldozer-basierten) AMD-APUs waren ja eigentlich nicht schlecht und werden oftmals nur durch AMDs (deutlich) schlechtere Stellung im Markt (bei Distributoren, OEMs, PC-Herstellern) an besseren Verkaufszahlen gehindert. Für den Augenblick gilt die Konzentration natürlich erst einmal den Summit-Ridge-Prozessoren, deren größte Ausführung "SR7" auf dem Jahresanfang 2017 den Takt vorgeben soll – die jeweils kleineren Ausführungen "SR5" und "SR3" sollen dann mit gewissem, derzeit aber noch unbekannten Zeitabstand nachfolgen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 16. November 2016

Von Jon Peddie Research kommen die ersten Zahlen zu den GPU-Marktanteilen im dritten Quartal 2016 – zuerst einmal nur bezogen auf alle PC-GPUs, inklusive der mengenmäßig klar dominierenden integrierten Grafiklösungen. Das in diesem Feld Intel weiterhin bei über 70% Marktanteil herauskommt, ist somit wenig beachtenswert – viel eher interessant wäre, das sich zwischen AMD und nVidia eine gewisse Tendenz erkennen läßt, welche eventuell auch eine Aussage zu den Marktverhältnissen innerhalb der neuen 14/16nm-Generation enthält. Denn während AMD beim insgesamten Marktanteil minimal verlor, ging nVidias insgesamter Marktanteil um immerhin 2,2 Prozentpunkte nach oben – relativ gesehen sind dies gut +16% Zugewinn. Auch bei AMD und nVidia spielen integrierte Grafiklösungen noch eine gewisse Rolle (bei AMD wegen der verkauften APUs stärker als bei nVidia), aber dennoch darf man dies als Hinweis darauf verstehen, das nVidia in der 14/16nm-Generation nicht nur mehr verkauft hat als AMD, sondern eventuell sogar bei reinen Desktop-Grafikkarten an Marktanteilen hinzugewinnen konnte. Dies würde deutlich der Entwicklung in den letzten Quartalen widersprechen, als sich AMDs Marktanteil wieder etwas erholen konnte.

Allerdings umfassten die letzten Quartale noch kaum Verkäufe an 14/16nm-Lösungen, sondern waren eher vom Abverkauf an 28nm-Lösungen gezeichnet – wo nVidia womöglich eine gänzlich andere Abverkaufsstrategie als AMD gefahren ist bzw. natürlich auch die jeweils noch vorhandenen Lagerbestände eine Rolle spielen. Ab dem nun ausgewerteten dritten Quartal 2016 dürften die 28nm-Verkäufe aber kaum noch eine Rolle spielen – und zeigen sich nun die Schwächen von AMDs 14/16nm-Portfolio deutlicher: Die schnelleste neue AMD-Grafikkarte liegt bei einem Preispunkt von knapp unter 300 Euro, darüber hat man keinerlei (neue) Konkurrenzangebot gegenüber nVidia. Und auch im Mainstream-Segment ist man nun nicht übermäßig breit aufgestellt, zwischen Radeon RX 460 (ab 110 Euro) und Radeon RX 470 (ab 180 Euro) klafft doch eine erhebliche Preis- und Performancelücke. Als Einstieg in die 14/16nm-Generation ist AMDs Polaris sicherlich nicht schlecht, aber für ein komplettes Jahr ist das Angebot zu mager – da fehlt einfach die Vega-Generation, um Polaris primär nach oben hin zu ergänzen. Aus dieser Situation heraus würde es wenig verwundern, wenn AMD mit der 14/16nm-Generation zumindest derzeit dann doch wieder Marktanteile abgegeben hat.

Die kürzlich vermeldete Preisoffensive zur Radeon RX 470 seitens Grafikkarten-Hersteller PowerColor geht augenscheinlich HIS mit – deren Modell "RX 470 iCooler OC" nunmehr ebenfalls für ab 180 Euro angeboten wird. Sobald sich zwei Hersteller zu solch einer neuen Preislage bekennen – und nicht gleich unter dem ersten Ansturm der Bestellungen zusammenbrechen – wird sich eine neue generelle Preissituation kaum noch verhindern lassen. Jene sollte die Radeon RX 470 dann breitflächiger ab 180 Euro sehen, was dann auch gewisse Bewegungen bei anderen Grafikkarten auslösen kann: Eine Radeon RX 480 4GB ab 200 Euro wurde schon genannt – sollte sich dies durchsetzen, wäre natürlich auch die Radeon RX 480 8GB eigentlich dazu aufgefordert, preislich wieder etwas an ihre kleinere 4-GB-Schwester heranzurücken. Und natürlich würde eine Preissituation von ab 180 Euro bei der Radeon RX 470 es für die GeForce GTX 1050 Ti noch schwieriger machen, sich gut zu positionieren. Jene neue nVidia-Karte steht zwar inzwischen schon bei ab 150 Euro – aber nur 30 Euro Preisunterschied zur Radeon RX 470 (und ohne das eine psychologisch wichtige Preisschranke dazwischenliegt) machen das Kraut auch nicht fett, gerade bei dem erheblichen Performanceunterschied zwischen beiden Karten.

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Akitio Node bringt externes Grafikkarten-Gehäuse für 300 Dollar

Der japanische Zubehör-Hersteller Akitio hat mit dem "Node" ein eigenes externes Grafikkarten-Gehäuse mit Thunderbolt-3-Verbindung herausgebracht – und erweitert damit den Kreis der Hersteller solcherart Gerätschaften. Hinzu kommt der Punkt, daß das "Node" für einen Preispunkt von 299,99 Dollar das bislang preisgünstigste Thunderbolt-3-Gehäuse ist – was gemäß einer früheren Umfrage einen sehr gewichtigen Punkt für an externer Grafik interessierte Anwender darstellt. Noch ist die Preislage noch lange nicht dort, wo jene gemäß des Umfrageergebnisses oder auch der Hardware-Kosten eines solchen Gehäuses (sicherlich keine 100 Dollar) sein sollte – aber das Akitio Node stellt diesbezüglich wenigstens einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung dar. Bislang gibt es zwar noch keinen deutschen Händler für das Gehäuse, aber die verschiedenen Produkte von Akitio sind in aller Regel über Amazon auch in Deutschland beziehbar.

Technisch hat Akitio das ganze im übrigen recht einfach aufgebaut: Das Gehäuse ist alleinig für Grafikkarten in der Baugröße von bis zu 32cm Länge in DualSlot-Ausführung gedacht, welche mittels einer einfache Thunderbolt-3-Verbindung (40 GBit/sec = 5 GByte/sec) an das Notebook angebunden werden. Der verbaute PCI Express Steckplatz ist allerdings augenscheinlich nur mit 4 PCI Express 3.0 Lanes beschaltet, damit liegt die eigentliche Anbindungs-Bandbreite bei maximal 4 GB/sec – was allerdings keinen Beinbruch darstellt, im Notebook selber wird Thunderbolt 3 üblicherweise auch nicht besser angebunden. Das Gehäuse kommt mit einem 400-Watt-Netzteil daher, ist also auch für absolute Enthusiasten-Grafikkarten mit einem Stromverbrauch nahe 350 Watt geeignet. Weitere Anschlüsse hat man sich komplett gespart, das Node ist allein für den Zweck des Betriebs einer externen Grafikkarte gedacht.

Da AMDs XConnect-Technologie nicht erwähnt wird, dürfte das Akitio Node jedoch nicht die Beschleunigung des internen Notebook-Displays beherrschen, sondern allein die Beschleunigung eines externen Monitors. Auch warnt Akitio löblicherweise vor einem vorschnellen Einsatz mit einem nicht kompatiblen Notebook – und bietet eine eigene Kompatibilitäts-Liste an, welche allerdings derzeit reichtlich kurz ausfällt. Interessanter ist an dieser Seite ist der Hinweis darauf, das die Thunderbolt-Treiber eine eigene Reportfunktion besitzen, welche zweifelsfrei über die Möglichkeit zum Anschluß externer Grafikkarten aufklärt. Hier geht es wohl um das Zusammenspiel von Treiber-Version mit passendem Notebook-BIOS – aber in jedem Fall gibt es hiermit eine klare Ansage, ob mit einem bestimmten Notebook externe Grafik über Thunderbolt überhaupt möglich ist.

Im übrigen gibt Akitio sogar eigene Performancewerte von externen Grafikkarten im Node vor, welche schon ausdrücken, das man durch die externe Anbindung etwas an Performance verliert. Dies ist bei Midrange-Grafikkarten wie der Radeon RX 480 noch nicht wirklich bedeutsam, hier gibt Akitio einen 3DMark11-Extreme-Wert von ~4600 vor, im Desktop-Gehäuse sind es dagegen 4820 Punkte (-5%). Die Differenz nimmt dann im HighEnd-Bereich zu, bei einer GeForce GTX Titan X (Maxwell) steht es ~7100 zu 7949 (-12%), bei der GeForce GTX 1080 dann ~7900 zu 10085 (-28%). Dies deutet an, das die intern (bei jeder Thunderbolt-3-Lösung) verwendeten 4 PCI Express 3.0 Lanes im Enthusiasten-Segment schon zu knapp werden, dort also erhebliche Performanceverluste drohen. Bis zu einer gutklassigen HighEnd-Lösung wie der GeForce GTX 1070 dürfte der Performanceverlust allerdings wohl im Rahmen bleiben – wobei das ganze trotzdem kein gutes Omen für die Zukunft darstellt, schließlich besteht der Zweck eines externen Grafikkarten-Gehäuses immer auch darin, zukünftig noch leistungsstärkere Grafikkarten zukaufen und einbauen zu können.

einsetzbar für Technik verfügbar Tests
Alienware Graphics Amplifier nur für einzelne Alienware-Notebooks: Alienware 13, 15 & 17 für Grafikkarten bis 375 Watt TDP (Netzteil 460W) und 26,7cm Baulänge (DualSlot), propietärer Anschluß auf PCI Express 3.0 x4 (4 GB/sec), Beschleunigung für internes wie externes Display bei Dell für 281 Euro
bei Amazon für 160 Dollar
Hardwareluxx
TechSpot
Akitio Node für alle Notebooks mit Thunderbolt 3 für Grafikkarten bis ~350 Watt TDP (Netzteil 400W) und 32,0cm Baulänge (DualSlot), standardmäßiger Anschluß auf Thunderbolt 3 über USB Typ C Stecker (5 GB/sec), Beschleunigung wohl nur für externes Display ab Dezember 2016 für 300 Dollar -
Asus ROG XG Station 2 wohl nur für spezielle Asus-Notebooks für Grafikkarten bis ~600 Watt TDP (Netzteil 680W) und 26,7cm Baulänge (DualSlot), propietärer Anschluß per 2x Thunderbolt 3 über USB Typ C Stecker (10 GB/sec) sowie eine extra Asus-Verbindung irgendwann im zweiten Halbjahr 2016 -
Gigabyte GP-T3GFx für alle Notebooks mit Thunderbolt 3 für Grafikkarten bis ~375 Watt TDP (Netzteil 420W) und 26,7cm Baulänge (DualSlot), standardmäßiger Anschluß auf Thunderbolt 3 über USB Typ C Stecker (5 GB/sec), Beschleunigung wohl nur für externes Display irgendwann im zweiten Halbjahr 2016 -
Magma ExpressBox 3T für alle Notebooks mit Thunderbolt 2 für Grafikkarten bis zusammen ~220 Watt TDP (Netzteil 250W) und 26,7cm Baulänge (TripleSlot), standardmäßiger Anschluß per Thunderbolt 2 (2,5 GB/sec), Beschleunigung nur für externes Display bei Amazon für 999 Dollar -
MSI GamingDock nur für das MSI-Notebook "GS30 Shadow" für Grafikkarten bis ~375 Watt TDP (Netzteil 450W) und 26,7cm Baulänge (DualSlot), propietärer Anschluß auf PCI Express 3.0 x16 (16 GB/sec), Beschleunigung für internes wie externes Display nur zusammen mit entsprechenden MSI-Notebooks Golem
Notebookcheck
MSI GamingDock Mini nur für das MSI-Notebook "GS30 Shadow" (weitere MSI-Notebooks sollen nachfolgen) für Grafikkarten bis ~275 Watt TDP (Netzteil 330W) und 26,7cm Baulänge (DualSlot), propietärer Anschluß auf PCI Express 3.0 x16 (16 GB/sec), Beschleunigung für internes wie externes Display nur zusammen mit entsprechenden MSI-Notebooks -
PowerColor Devil Box für alle Notebooks mit Thunderbolt 3 für Grafikkarten bis 375 Watt TDP (Netzteil 500W) und 31,0cm Baulänge (DualSlot), standardmäßiger Anschluß auf Thunderbolt 3 über USB Typ C Stecker (5 GB/sec) ab Jahresende 2016 für 379 Dollar bzw. 419 Euro ComputerBase
Razer Core für alle Notebooks per Thunderbolt 3 für Grafikkarten bis 375 Watt TDP (Netzteil 500W) und 26,7cm Baulänge (DualSlot), standardmäßiger Anschluß auf Thunderbolt 3 über USB Typ C Stecker (5 GB/sec), Beschleunigung nur für externes Display bei Razer für 500 Dollar Ultrabookreview
Sonnet Echo Express III-D für alle Notebooks mit Thunderbolt 2 für Grafikkarten bis zusammen 150 Watt TDP (Netzteil 300W, aber nur 1x 6pin-Anschluß) und 26,7cm Baulänge (TripleSlot), standardmäßiger Anschluß per 2x Thunderbolt 2 (5 GB/sec, nur ein Stecker wahrscheinlich ebenfalls möglich), Beschleunigung nur für externes Display bei Amazon für 1099 Euro Notebookcheck
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Hardware- und Nachrichten-Links des 15. November 2016

Zum gestern angeschnittenen Thema der Radeon Pro Duo mit HBM2-Speicher kommt aus unserem Forum der wertvolle Hinweis, das eine solche Lösung gar nicht so einfach zu erstellen wäre: Weil HBM2-Speicher sehr viel mehr Chipfläche belegt, muß zumindest die Anordnung der Chips auf dem Interposer geändert werden – das ganze ist also nicht einfach damit getan, die HBM1- durch die HBM2-Chips an identischer Stelle zu ersetzen. Technisch wäre es allerdings nicht unmöglich, da das Speicherinterface des Fiji-Chips beide Speichersorten versteht und der benutzte Interposer ausreichend groß ist für den Fiji-Chip und zwei HBM2-Speicherchips. Gegen die Auslegung "HBM2 auf Fiji" spricht am Ende jedoch ein anderes in der SiSoft Benchmark-Datenbank gefundenes Ergebnis mit der gleichen technischen Beschreibung – und allerdings einem Datum bereits vom Mai diesen Jahres. Zu diesem frühem Zeitpunkt sollte AMD allerdings noch kein HBM2-Speicher mit gleich 1000 MHz Takt vorgelegen haben, selbst nVidia verwendet für den GP100-Chip nur 700 MHz Speichertakt. Ergo ist das ganze mit höherer Wahrscheinlichkeit schlicht eine fehlerhafte Auslesung seitens der SiSoft-Tools – dumm nur, das hier derart fehlerhaft ausgelesen wurde, das der erzeugte Fehler sogar einen eigenen Sinn ergibt.

Bei der kürzlichen Auswertung von nVidias Geschäftsergebnissen fehlte sicherlich noch die Nennung des Großauftrags für Nintendo zur Lieferung des Switch-SoCs. Jener dürfte wohl in der Tegra-Sparte von nVidia verbucht werden, auch wenn dies – ähnlich wie bei AMDs Konsolenchips – keine Standardware ist, sondern ein auftragsspezifisch erstellter Chip. Allerdings dürften angesichts des Verkaufsstarts der Nintendo Switch erst im März 2017 die ersten Aufträge für die Vorproduktion der Konsole erst jetzt abgearbeitet werden, das abgelaufene dritte Finanzquartal ist da wohl noch zu früh, um bereits größere geschäftliche Effekte durch diesen Konsole-Auftrag vermelden zu können. Für die kommenden Quartale dürfte es hingegen ein gewisses Plus in nVidias Tegra-Sparte durch Nintendo Switch ergeben – sicherlich aber nicht so ausgeprägt wie bei AMD, welche mehr als einen Konsolen-Deal aufzuweisen haben und wo die Konsolen-SoCs auch leistungsfähiger sind, also auch deutlich mehr kosten. Im allerbesten Fall wäre ein Plus von grob 100 Mill. Dollar Quartalsumsatz zugunsten von nVidia denkbar – was ironischerweise angesichts der neuen Höhen des nVidia-Umsätze gar nicht mehr so groß auffallen würde.

Die PC Games Hardware hat sich mit dem Stand der Steam Machines beschäftigt und gibt dazu auch einige Aussagen seitens Alienware-Besitzer Dell wieder. Mittels seiner Marke "Alienware" war Dell einstmals weit vorn dabei beim Start der Steam Machines – inzwischen ist das Interesse eher erloschen und auch der Handel führt kaum noch solcherart Geräte. Die von Dell angebrachte Begründung ist aber eher schon als Teil des Problems anzusehen: So hat man (angeblich) mit den Linux-basierten Steam Machines auf die Abwendung Microsofts vom Gamer durch Windows 8 reagiert – was man unter Windows 10 & DirectX 12 nun nicht mehr der Fall sein soll. Man sieht die Sache derzeit eher so, mittels der Steam Machines Microsoft wieder auf den richtigen Weg gestubst zu haben. Jene Erklärung klingt aber eher nach nachträglicher Schönfärberei einer letztlich nicht gezündeten Idee – denn allein schon Valve als eigentlicher Vater der Steam Machines wird über die Entwicklungen bei Windows 10 überhaupt nicht begeistert sein (hat Microsoft mit dem Windows-Store doch eine neue Konkurrenz zu Steam eröffnet).

Im Endeffekt haben sich alle Beteiligten bei den Steam Machines die Sache wohl viel zu einfach vorgestellt bzw. sich jeweils auch auf die anderen Beteiligten verlassen: Die PC-Hersteller darauf, das Valve als Namensgeber für eine ausreichende Zugkraft garantiert, Valve wiederum darauf, das die Spieleentwickler schneller zu Linux finden würden – und die interessierten Beobachter darauf, daß das ganze als einziges Konkurrenzangebot zum Microsoft-Monopol doch irgendwie automatisch Anklang finden müsste. Mißachtet wurde dabei, das die Steam Maschines primär von den PC-Herstellern dazu benutzt wurden, eher teure Gaming-PCs zusammenzustellen, deren Nutzwert rein praktisch deutlich unterhalb denen von normalen Gaming-PCs mit Windows zurückblieb – was nutzt die schnelle Grafiklösung, wenn deren Linux-Performance zu wünschen übrig läßt bzw. wenn der Spielesupport unter Linux nach wie vor mangelhaft ist. Die ganze These, das es ein Komplett-Angebot sein muß, was die Sache zugunsten von Linux richtet, hat sich somit letztlich als falsch herausgestellt – wobei man einschränkenderweise sagen kann, das der Versuch durchaus gutzuheißen wäre. Denn jener Versuch hat eindeutig werden lassen, was vorher eigentlich schon bekannt war: Die Angebotspräsentation spielt für Linux-Gaming noch keine Rolle, so lange die Basics nicht in ausreichender Form zur Verfügung stehen.

So kann man sich über besonders hübsche Gaming-PCs für Linux dann Gedanken machen, wenn Linux-Gaming erst einmal rollt – und damit dies passiert, muß weiterhin die Grundlagen-Arbeit an erster Stelle stehen. Sofern Valve das ganze wirklich weiterhin verfolgen will (sollte man eigentlich angesichts der geschäftlichen Bedrohung durch den Windows-Store), führt kein Weg an intensiver und zeitraubender Arbeit an den Basics vorbei: Spieleentwickler vom Linux-Support überzeugen, notfalls eigenständig Linux-Portierungen durchführen, mit den Grafikchip-Entwickler bezüglich deren Linux-Unterstützung zusammenarbeiten. Für Valve mag dies jetzt eher wie eine wenig rentable Fleißübung erscheinen, aber es kann durchaus in einer mittel- und langfristigen Zukunft die Situation auftreten, das Microsoft versucht, Valves Steam aus dem Markt zu drängen – nicht direkt, dies wäre wettbewerbswidrig, aber auf technologischer Basis mittels der UWP-Plattform. Wenn Valve in dieser potentiellen Zukunft keine eigene technische Basis zur Verfügung hat, hätte man langfristig keine Chance gegenüber Microsoft, würde zwangsläufig vom Markt verschwinden. Linux-Gaming ist gerade angesichts von UWP die einzige sichere Chance von Valve, langfristig die Steam-Plattform betreiben zu können – gerade deswegen ist die vorstehende Erklärung ziemlicher Nonsens, Windows 10 hätte da irgendetwas besser gemacht als Windows 8.

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Weitere Modell-Daten zum Kaby-Lake-Portfolio (inkl. des Core i3-7350K) bekannt

Bei CPU-World hat man sich mit Preorder-Preisen zu Intels Kaby-Lake-Generation beschäftigt – und hat gleichzeitig einen ganzen Haufen an Modelldaten zu den Zweikern-Varianten dieser Prozessoren-Generation anzubieten. Bei jenen geht Intel etwas konservativer mit der Taktratensteigerung vor: Alle Core-i3-Prozessoren erhalten 200 MHz Mehrtakt, alle Pentium- und Celeron-Prozessoren dagegen nur 100 MHz Mehrtakt. Dennoch durchbricht der Core i3 damit erstmals die Taktrate von 4 GHz – und bekommt laut CPU-World tatsächlich ein ungelocktes Modell in Form des Core i3-7350K spendiert. Wie kürzlich schon ausgedrückt dürfte dieser Prozessor, welcher übertaktet die kleineren Vierkerner durchaus unter Druck setzen könnte, Intel jedoch kaum stören, da nach Kaby Lake bei Intel (endlich) der Schritt zu mehr CPU-Rechenkernen ansteht, Zweikern-Prozessoren also in den kommenden Jahren dann komplett unmodern werden sollten. Von anderen Quellen wird diese CPU im übrigen mit Taktraten von 4.0/4.2 GHz angegeben, sprich mit einem aktiven Turbo-Feature. Dies entspricht allerdings nicht den Daten von CPU-World, welche den Basetakt des Core i3-7350K mit 4.2 GHz nennen – und der bisherigen Praxis seitens Intel, Core-i3-Prozessoren des Desktop-Segments keinen Turbo-Modus zu spendieren.

Bezüglich der Preislagen von Kaby Lake ergaben die Ermittlung seitens CPU-World anhand von Preorder-Preisen dann einen sehr überzeugenden Hinweis darauf, das Intel wahrscheinlich die vollkommen gleichen Listenpreise wie bei Skylake benutzten wird. Preissteigerungen bei Kaby Lake sind angesichts des klaren Refresh-Status gegenüber Skylake sowie den grob zeitgleich zum Jahresanfang 2017 antretenden Zen-Prozessoren von AMD sowieso nicht angebracht – und Preissenkungen hat man bei Intel lange nicht mehr gesehen, dies dürfte man allein schon aus Gründen des Gesichtsverlusts zu vermeiden versuchen. Offen bleibt somit eigentlich nur noch der Preispunkt des Core i3-7350K – wobei hier aufgrund der Preislagen von Core i3-7320 bei voraussichtlich 149$ sowie Core i5-7400 bei voraussichtlich 182$ gar nicht einmal so viel Spielraum verbleibt. Ein zu hoher Preis des ungelockten Zweikerners dürfte eher schwer zu vermitteln sein, gerade wenn angesichts allgemein hoher Taktraten dessen Übertaktungsspielraum als eher mittelmäßig einzuschätzen ist. Der bislang vorliegende einzelne Preorder-Preis von 177,34 Dollar geht leider eher in die Richtung, wenig preisliche Attraktivität zugunsten des Core i3-7350K zu erzeugen.

Kerne Basetakt max. Turbo unlocked L3 TDP Skylake-Vorgänger
Core i7-7700K 4 + HT 4.2 GHz 4.5 GHz 8 MB 95W Core i7-6700K: 4C+HT, 4.0/4.2 GHz, 339$
Core i7-7700 4 + HT 3.6 GHz ? - 8 MB 65W Core i7-6700: 4C+HT, 3.4/4.0 GHz, 303$
Core i5-7600K 4 3.8 GHz 4.2 GHz 6 MB 95W Core i5-6600K: 4C, 3.5/3.9 GHz, 242$
Core i5-7600 4 3.5 GHz ? - 6 MB 65W Core i5-6600: 4C, 3.3/3.9 GHz, 213$
Core i5-7500 4 3.4 GHz ? - 6 MB 65W Core i5-6500: 4C, 3.2/3.6 GHz, 192$
Core i5-7400 4 3.0 GHz ? - 6 MB 65W Core i5-6400: 4C, 2.7/3.3 GHz, 182$
Core i3-7350K 2 + HT 4.2 GHz - 4 MB ? kein vergleichbares Modell im Skylake-Portfolio
Core i3-7320 2 + HT 4.1 GHz - - 4 MB ? Core i3-6320: 2C+HT, 3.9 GHz, 149$
Core i3-7300 2 + HT 4.0 GHz - - 4 MB ? Core i3-6300: 2C+HT, 3.8 GHz, 138$
Core i3-7100 2 + HT 3.9 GHz - - 3 MB ? Core i3-6100: 2C+HT, 3.7 GHz, 117$
Pentium G4620 2 3.7 GHz - - 3 MB ? Pentium G4520: 2C, 3.6 GHz, 86$
Pentium G4600 2 3.6 GHz - - 3 MB ? Pentium G4500: 2C, 3.5 GHz, 75$
Pentium G4560 2 3.5 GHz - - 3 MB ? Pentium G4400: 2C, 3.3 GHz, 64$
Celeron G3950 2 3.0 GHz - - 2 MB ? Celeron G3920: 2C, 2.9 GHz, 52$
Celeron G3930 2 2.9 GHz - - 2 MB ? Celeron G3900: 2C, 2.8 GHz, 42$
Alle Kaby-Lake-Prozessoren kommen im Sockel 1151 daher, für welche offiziell Mainboards auf Basis von Intels 200er Chipsatz-Serie benötigt werden. Mainboards auf Basis von Intels 100er Chipsatz-Serie werden Kaby Lake – nach BIOS-Update – aber genauso tragen können.
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