12

Zen-basiertes Vierkern-Modul ist ~10% kleiner als ein Intel Vierkern-Modul

Noch nachzutragen ist die Berichterstattung seitens der EETimes und des japanischen PC Watch (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) über eine AMD-Präsentation zur Zen-Architektur auf der Halbleitermesse ISSCC. Interessant hiervon sind die AMD-eigenen Die-Shots eines einzelnen Core Complex (CCX) bestehend aus 4 Zen-Rechenkernen samt jeweils dediziertem Level2-Cache (4x 512 kByte) und dem gesharten Level3-Cache (8 MB), welches es bisher noch nicht in dieser Deutlichkeit gab. Daneben vergleicht AMD diesen CCX auch noch mit einem Intel-Vierkerner in ebenfalls der 14nm-Fertigung, sprich also Broadwell, Skylake oder Kaby Lake (wobei dies kaum einen Unterschied ergeben sollte). Zweck des Vergleiches ist ganz augenscheinlich AMDs Größenvorteil herauszustellen, denn trotz daß die von AMD eingesetzte 14nm-Fertigung von GlobalFoundries nicht ganz so feine Strukturen ermöglicht wie Intels eigene 14nm-Fertigung, liegt AMD bei diesem Vergleich eines Vierkern-Moduls mit nur 44mm² Chipfläche leicht unterhalb von Intel mit 49mm² Chipfläche.

Zu beachten wäre hierbei der Veranstaltungsrahmen, in welchem AMD diese Aussage getroffen hat – bei der ISSCC treffen sich primär Halbleiter-Experte, bei jenen wird jener Flächenvorteil AMDs als "positiv" gewertet werden. Aus Sicht des Anwenders kann man es dagegen durchaus umgedreht sehen: Mehr Fläche im reinen CPU-Kern könnte auf eine kraftvollere Architektur schließen lassen, muß also in jedem Fall keinen Nachteil darstellen. Abgerechnet die Level2- und Level3-Caches sind die vier CPU-Kerne jener Vierkern-Module aber immer noch bei AMD etwas kleiner mit 22mm² (AMD) gegen 26,3mm² (Intel). Angesichts der gröberen Strukturen samt kleiner Chipfläche würde es verwundern, wenn AMD da so viele Transistoren (und damit Funktionen) wie Intel unterbringt. Aber am Ende könnte auch allein die nicht ganz so breite FPU-Einheit von Zen (4x 128 Bit, bei Intel ab Skylake 2x 256 Bit oder 1x 512 Bit) den Unterschied ausmachen. In jedem Fall ist die kleinere Chipfläche kein echter Hinweis auf die Schlagkräftigkeit des Zen-Designs bzw. wären eine etwas größere Chipfläche (sofern sinnvoll eingesetzt) keinerlei Beinbruch.

Belang hat das ganze eher in Richtung Wirtschaftlichkeit und Profitabilität gedacht – wobei hier natürlich auch noch die Produktionskosten pro mm² Chipfläche (enorm) mit hineinspielen, welche zwischen Intel und AMD ebenfalls nicht identisch sein werden. Wer in dieser Frage einen Vorteil für sich hat, ist daher von außen her kaum zu ermitteln. Die ähnlichen Größen der Vierkern-Module zeigen allerdings darauf hin, das AMDs Ryzen am Ende mit konkurrenzfähigen Chipflächen erscheinen sollte – logischerweise nicht so klein wie Intels explizite Vierkern-Dies, aber auch nicht so "fett" wie das Bulldozer-Die mit gleich 315mm² Chipfläche. Oder kurz formuliert: AMDs Ryzen wird bei irgendwo zwischen 150-200mm² Chipfläche einen heutzutage "üblich" mittelgroßen Chip ergeben, die Produktionskosten dürften damit in einem Rahmen herauskommen, welche AMD eine hohe Marge und notfalls auch richtig niedrige Preise (für ausgesuchte Modelle) ermöglicht.

AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 08)
AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 08)
AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 05)
AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 05)
AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 06)
AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 06)
AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 07)
AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 07)
AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 10)
AMD Ryzen-Präsentation @ ISSCC (Slide 10)
10

Hardware- und Nachrichten-Links des 10. Februar 2017

Die PC Games Hardware hat ein paar erste Grafikkarten-Benchmarks zu Ghost Recon Wildlands mittels der Beta des OpenWorld-Shooters angefertigt. Das Spiel mag sehr hübsch anzusehen sein, hat aber doch noch einige Performance-Probleme und Engine-Bugs aufzuweisen, welche Publisher Ubisoft bis zum Spielrelease am 7. März 20147 tunlichst fixen sollte. Denn auf dem zweithöchsten Grafik-Preset "Very High" verschleudert Ghost Recon Wildlands schon Grafikkarten-Rohleistung wie verrückt, eine (werksübertaktete) GeForce GTX 970 kommt unter FullHD gerade einmal bei ~27 fps heraus, bei einer Radeon RX 470 sind es auch nur ~28 fps. Schöne Frameraten ab 40 fps gibt es erst ab einer GeForce GTX 1070 – dies allein unter FullHD ist schon ziemlich harsch, denn unter WQHD muß es somit für 40 fps schon eine (gut werksübertaktete) GeForce GTX 1080 sein und unter UltraHD erreicht selbst eine Titan X nur ~37 fps. Aufgrund der gut erkennbaren Engine-Bugs gibt es allerdings die Hoffnung, das die Spieleentwickler sich noch einmal ins Zeug legen und bis zum Release diese Bugs dann gelöst haben, wovon man sich auch eine Steigerung der allgemeinen Performance unter Ghost Recon Wildlands erhoffen kann.

In einem Forumsthread wird derzeit diskutiert, wie gut eine stark übertaktete GeForce GTX 1080 der Titan X (Pascal) nahekommen kann – gerade, weil es zur GeForce GTX 1080 schließlich auch gute Werksübertaktungen bzw. Eigendesigns gibt, welche gerade zum Übertakten einladen. Damit hofft man dann die 40% mehr Shader-Einheiten der Titan X bestmöglich egalisieren zu können, setzt teilweise auch auf den (nominell) niedrigeren Takt der 1200-Dollar-Karte. Doch in der Praxis kann man die Titan X natürlich genauso hochziehen, selbst die angestrebten 2 GHz Chiptakt sind mit jener erreichbar – womit es beim alten Abstand zwischen GeForce GTX 1080 und Titan X bleibt, welcher mit ~40% mehr Rechenleistung und 50% mehr Speicherbandbreite nun nicht unerheblich ist und durch Taktspielereien nicht wirklich überbrückbar ist. Zu erwähnen sind noch die umfangreichen hierzu geposteten Benchmarks zu GeForce GTX 1080, Titan X und Titan X SLI auf ihren default-Taktraten, welche folgendes Performance-Bild ergeben:

GeForce GTX 1080 Titan X (Pascal) 2x Titan X (Pascal)
28 Spieletitel @ UltraHD, MaxedOut-Settings 73,4% 100% 155,6%
3DCenter UltraHD Performance-Index 132% 173% -

Das hierbei unter immerhin 28 Spieletiteln aufgestellte Performance-Bild entspricht nahezu dem unseres Performance-Indexes – es kommt auf default-Taktraten eine grob 30-35%ige Performancedifferenz zwischen GeForce GTX 1080 und Titan X heraus. Unter Übertaktung kann dies etwas zusammenrücken, da sich die GeForce GTX 1080 sicherlich einfacher übertakten läßt – aber wenn man alle Übertaktungsreserven auch auf der Titan X (dann mitels besserer Kühlung) aktiviert, dürfte das Ergebnis auch unter starker Übertaktung kaum anders ausfallen. Zu erwähnen wäre noch das vergleichsweise gute Abschneiden der SLI-Kombination aus gleich zwei Titan X Karten, welche trotz fehlenden SLI-Supports in 5 der 28 angesetzten Testtitel noch einen Performancegewinn von +55,6% gegenüber einer Einzelkarte erzielen konnte. Ganz ohne diese 5 "störigen" Spiele gerechnet liegt der SLI-Gewinn im übrigen bei immerhin +70,3%, was keine schlechte SLI-Effizienz ergibt.

Die sinnvollsten Erklärungen zur Frage, woher Intel die propgandierten 15% Mehrperformance bei einer weiteren 14nm-Generation herholen will, kommen wohl ebenfalls aus unserem Forum in Form der Diskussion zur Meldung: Aller Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei Intels Bezugspunkt dann doch wieder nur um Mobile-Prozessoren – sicherlich nicht auf Cannon Lake bezogen (da 10nm-Fertigung), sondern auf einen Kaby-Lake-Refresh primär für Mobile-Bedürfnisse. Bei diesen Mobile-Chips hat Intel dann auch weniger das Problem zu hoher Taktraten, wenn man nochmal 15% Performance aufgrund der nochmals verbesserten 14nm-Fertigung oben drauf legen will. Zudem deuten schon die in der Präsentationsfolie notierten Datumsangaben (Kaby Lake schon im zweiten Halbjahr 2016) eher auf Mobile-Chips – wobei in dieser Frage Intel natürlich auch ziemlich "kreativ" vorgehen könnte, wie dies bei Präsentationsfolien nun einmal so üblich ist.

Nichtsdestotrotz bedingt auch die reale Existenz dieses Kaby-Lake-Refreshs eine ziemliche Umgestaltung der Intel-Roadmap, welche bislang für den Jahreswechsel 2017/18 eigentlich fest mit Cannon Lake als Zweikerner und Coffee Lake als Vier- und Sechskerner belegt war. Augenscheinlich kommt da eine oder gar beide dieser Chip-Generationen zu spät – worauf sich Intel nunmehr veranlaßt gesehen hat, doch noch einen Kaby-Lake-Refresh einzuschieben (obwohl Kaby Lake selber nichts anderes als ist ein klarer Refresh). Wie sich dies entwirren läßt, ist noch nicht ganz klar – eine Verschiebung von Cannon Lake (wegen weiteren Schwierigkeiten mit der 10nm-Fertigung) wäre eher anzunehmen, eine Verschiebung von Coffee Lake hingegen ziemlich tragisch für Intel (weil die dort gebotenenen Sechskerner die beste Option gegenüber AMDs Ryzen darstellen). In jedem Fall scheint es als gegeben, das Intel im Mobile-Segment für den Jahreswechsel 2017/18 tatsächlich nochmals Kaby Lake (und damit Skylake) auspackt – bei den Desktop-Modellen der Core iX-8000 Serie sollte es gänzlich aussehen, aber dies ist inzwischen wieder unbestimmt.

In der Frage der (offiziell) fehlenden Grafik-Treiber für Kaby Lake unter Windows 7 hilft eventuell der neueste Grafik-Treiber von Intel (v15.45.14.4590) höchstselber weiter: Jener vereint die Grafik-Treiber von Skylake und Kaby Lake in einem Treiberpaket, welche für Windows 7, 8.1 und 10 gedacht sind. Es gibt für Windows 7/8.1 zwar nur Treibereinträge für Skylake-basierte Grafikeinheiten, aber die Treibereinträge für Kaby-Lake-basierte Grafikeinheiten (für Windows 10) stehen direkt darunter – und laden somit zur Treiber-Modifikation regelrecht ein. Normalerweise sollte es ausreichend sein, jene Treibereinträge für Kaby-Lake-basierte Grafikeinheiten im Absatz von Windows 7 bzw. Windows 8.1 einzufügen sowie deren Benennung entsprechend zu verändern – zumindest sollte sich der Treiber dann auch unter Windows 7/8.1 auf Kaby Lake installieren lassen, alle benötigten Dateien sind schließlich vorhanden. Ob das ganze danach funktioniert, käme auf den Test an – aber es gibt auf den ersten Blick kein echtes Argument, wieso das nicht funktionieren sollte. Die Entscheidung Intels zur Supporteinstellung gegen Windows 7/8.1 hat letztlich ja keinerlei technische Grundlagen, sondern soll für Intel einfach nur die Support-Arbeit ein wenig erleichtern.

10

Intel verspricht für die dritte 14nm-Generation "Core iX-8000" nochmals 15% Mehrperformance

Im Rahmen eines kürzlichen "Investor Meetings" hat Intel schon seine kommende Core i7-8000 Serie promotet – immerhin garniert mit einem Releasetermin von "zweites Halbjahr 2017" und der Kampfansage von +15% Performance gegenübber der (Kaby-Lake-basierten) Core i7-7000 Serie. Wenn das ganze nicht tatsächlich erneut unter der 14nm-Fertigung von Intel stattfinden sollte, hätte an dieser Stelle alles auf Cannon Lake hingewiesen – diese erste 10nm-Generation hat als einzige einen per Intel-Roadmap bestätigten Releasetermin kurz vor Jahresschluß 2017. Daß es sich bei Cannon Lake nur um Zweikerner handelt, wäre auch kein Stolperstein, denn im Ultrabook-Bereich laufen jene genauso als "Core i7" – der Stolperstein ist wie gesagt die Fertigungstechnologie, welche Cannon Lake von dieser neuen Intel-Präsentationsfolie zuverlässig ausschließt.

Intels eigentlich als Ryzen-Konter vermutete Coffee-Lake-Generation ist allerdings nur eine schwache Option – denn für den Sprung von Vierkernern auf Sechskernern im Consumer-Segment dürfte Intel sicherlich nicht nur die angebenen 15% Mehrperformance prognostizieren wollen, da müsste eigentlich mehr dastehen (über den geringeren Takt von CPUs mit mehr Rechenkernen geht das vielleicht sogar auf, aber so ehrlich sind die Hersteller meistens nicht). Zudem stand Coffee Lake gemäß der letzten Intel-Roadmap klar erst auf dem zweiten Quartal 2018 – und Hardware-Generationen regelrecht vorziehen ist heutzutage nicht mehr wirklich drin, dafür sind alle Zeitplanungen viel zu knapp gestrickt. Somit könnte es am Ende doch darauf hinauslaufen, das die Gerüchte zum Jahresschluß über einen "Kaby-Lake-Refresh" korrekt sind und Intel jenen tatsächlich noch in diesem Herbst in Form der Core iX-8000 Serie ansetzen will.

Nur wie Intel da 15% Mehrperformance herausholen will, ist wirklich fraglich – denn einen solchen Taktratenspielraum hat zumindest Kaby Lake nicht mehr. Wenn man ausgehend vom Core i7-7700K (4.2/4.5 GHz) noch 15% Mehrleistung herausholen wollte, dafür aber keine IPC-Verbesserungen zur Verfügung hat und es somit nur per Taktrate lösen kann – dann müsste sich ein solcher "Core i7-8700K" bei mindestens 4.9/5.2 GHz Takt einfinden. Dies ist allerdings schon eine Taktrate von gutklassigen Übertaktungen zum Core i7-7700K – und nicht jede CPU macht diesen Takt überhaupt mit. Intels nochmals verbesserte 14nm-Fertigung müsste dann tatsächlich soviel zulegen können, das regelrecht jeder ausgelieferter Prozessor diesen hohen Takt oberhalb der 5-GHz-Marke mitmachen – nicht undenkbar, aber doch einigermaßen riskant, da Fortschritte in der Fertigungstechnologie sich kaum vorab derart gut kalkulieren lassen. Sollte Intel tatsächlich diesen Takt erreichen können, dürfte dies dann aber auch zu Lasten des Overclocking-Spielraums gehen – hier wäre dann kaum noch ein solcher zu sehen.

Von dieser Warte aus klingt das ganze dann doch sehr gewagt – gerade wenn man es jetzt schon prognostiziert und damit gleich öffentlich das Risiko eingeht, später nicht entsprechend liefern zu können. Dies eröffnet letztlich einigen Seitentheorien zu diesem Kaby-Lake-Refresh eine Tür: Denkbar wäre beispielsweise, das Intel doch wieder ein paar IPC-Verbesserungen mitbringt, seit Skylake (auch nur minimal) ist in dieser Frage schließlich nicht viel passiert. Auch eine "Secret Sauce" wäre denkbar – und wenn jene "nur" in einer neuen Struktur des Level-2/3-Caches besteht, wie sie mit Skylake-X bereits kommt. Da Intel augenscheinlich schon vor Jahresende 2016 an diesen Kaby-Lake-Refresh gedacht hat, wäre das Zeitfenster für die Auflage eines extra Dies gerade noch so haltbar. Verwundern würde allerdings, das eine Prozessoren-Generation mit eigenen Verbesserungen dann keinen eigenen Codenamen erhält.

Zudem ist der Einsatz von Sechskernern dann letztlich auch nicht gänzlich auszuschließen: Denn der von Intel für die Performanceprognose angesetzte Sysmark skaliert üblicherweise nicht besonders gut mit Vielkern-Prozessoren, im Sysmark 2014 Overall-Test liegt beispielsweise ein vierkerniger Core i7-7700K (4C+HT, 4.2/4.5 GHz) sogar deutlich (+16%) vor einem sechskernigen Core i7-6850K (6C+HT, 3.6/3.8 GHz). Selbst ein richtig auf Takt gebrachter Sechskerner könnte unter diesem Benchmark also kaum glänzen – so gesehen könnte man die von Intel prognostizierten 15% Mehrperformance speziell unter dem Sysmark am Ende auch mit einem deutlich potenteren Sechskerner erreichen. Damit sind wir allerdings endgültig im Feld der Spekulationen angelangt – derzeit ist einfach noch kein gutes Modell sichtbar, wie Intel jene 15% Mehrperformance erreichen will. Allerdings scheint bei Intel alles darauf hinauszulaufen, das die CPU-Roadmaps des letzten Jahres inzwischen über Bord geworfen wurden und sich die Intel-Zukunft möglicherweise gänzlich anders gestaltet als bisher vorhergesagt.

Nachtrag vom 10. Februar 2017

Die sinnvollsten Erklärungen zur Frage, woher Intel die propgandierten 15% Mehrperformance bei einer weiteren 14nm-Generation herholen will, kommen wohl aus unserem Forum in Form der Diskussion zur Meldung: Aller Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei Intels Bezugspunkt dann doch wieder nur um Mobile-Prozessoren – sicherlich nicht auf Cannon Lake bezogen (da 10nm-Fertigung), sondern auf einen Kaby-Lake-Refresh primär für Mobile-Bedürfnisse. Bei diesen Mobile-Chips hat Intel dann auch weniger das Problem zu hoher Taktraten, wenn man nochmal 15% Performance aufgrund der nochmals verbesserten 14nm-Fertigung oben drauf legen will. Zudem deuten schon die in der Präsentationsfolie notierten Datumsangaben (Kaby Lake schon im zweiten Halbjahr 2016) eher auf Mobile-Chips – wobei in dieser Frage Intel natürlich auch ziemlich "kreativ" vorgehen könnte, wie dies bei Präsentationsfolien nun einmal so üblich ist.

Nichtsdestotrotz bedingt auch die reale Existenz dieses Kaby-Lake-Refreshs eine ziemliche Umgestaltung der Intel-Roadmap, welche bislang für den Jahreswechsel 2017/18 eigentlich fest mit Cannon Lake als Zweikerner und Coffee Lake als Vier- und Sechskerner belegt war. Augenscheinlich kommt da eine oder gar beide dieser Chip-Generationen zu spät – worauf sich Intel nunmehr veranlaßt gesehen hat, doch noch einen Kaby-Lake-Refresh einzuschieben (obwohl Kaby Lake selber nichts anderes als ist ein klarer Refresh). Wie sich dies entwirren läßt, ist noch nicht ganz klar – eine Verschiebung von Cannon Lake (wegen weiteren Schwierigkeiten mit der 10nm-Fertigung) wäre eher anzunehmen, eine Verschiebung von Coffee Lake hingegen ziemlich tragisch für Intel (weil die dort gebotenenen Sechskerner die beste Option gegenüber AMDs Ryzen darstellen). In jedem Fall scheint es als gegeben, das Intel im Mobile-Segment für den Jahreswechsel 2017/18 tatsächlich nochmals Kaby Lake (und damit Skylake) auspackt – bei den Desktop-Modellen der Core iX-8000 Serie sollte es gänzlich aussehen, aber dies ist inzwischen wieder unbestimmt.

10

23 von 40 Antiviren-Programmen höhlen https-Verbindungen aus und verschlechtern damit die PC-Sicherheit

Nach einer Heise-Meldung werfen Sicherheitsforscher ausgerechnet den Herstellern von Antiviren-Software grobe Fahrlässigkeit bei der Verarbeitung von https-Verbindungen vor: Fast die Hälfte der untersuchten Programme mischten sich in die dafür notwendige TLS-Verbindung ein, mit dem Effekt, das fast ausschließlich eine erhebliche Verschlechterung der TLS-Sicherheit "erreicht" wurde. Hintergrund hierfür ist natürlich der Drang der Antiviren-Hersteller, ihre Kunden auch vor Schadprogrammen auf verschlüsselt ausgelieferten Webseiten zu schützen – nur im eigentlichen ist der https/TLS-Schutz gar nicht dafür gedacht, irgendwo (auch zu legalen Zwecken) aufgebrochen zu werden. In jedem Fall sind die dafür eingesetzten Methoden der Antiviren-Hersteller teilweise so absurd, das eben eine klare Sicherheits-Verschlechterung erreicht wird – sprich, die Antiviren-Software selber macht das System unsicherer. Konkret werden durch die verringerte TLS-Sicherheit "Man-in-the-Middle"-Attacken begünstigt, welche jetzt weniger denn typischen Viren weiterhilft, worüber sich allerdings die "Anbieter" von gefälschten Banken-Webseiten freuen werden.

Da es sich hierbei um ein systematisches Problem handelt und nicht um einen singulären Bug, dürfte es auch kaum eine schnelle Lösung geben – für die Antiviren-Hersteller zählt das ganze ja sogar als Feature und wird damit nicht als Problem angesehen. Einen Sinneswandel könnten somit nur die Käufer und Nutzer von Antiviren-Software erreichen, indem man schlicht mit den Füßen abstimmt. Leider sind solcherart Einwände für die meisten Anwender dann doch (viel) zu technisch, um breit Beachtung zu finden – und typische Antiviren-Tests produzieren in aller Regel nur wenig aussagende Zahlen über die Schutzquote gegenüber einer möglichst superbreiten Viren-Datenbank (inklusive auch Labor-Viren, die "in Freiheit" gar nicht vorkommen), widmen sich aber weniger den eigentlichen Brennpunkten der Antiviren-Technologie. Dazu gehört heutzutage in erster Linie eben, welche Sicherheitslöcher Antiviren-Software selber reißt – der Fall der https-Verbindungen ist da nicht wirklich alleinstehend.

40 Antiviren-Programme im Test zur https/TLS-Sicherheit
Antiviren-Programme, welche sich in TLS-Verbindungen einklinken und dabei die PC-Sicherheit verschlechtern (9) AVG Zen 1.41, AVG Internet Security 2015-6, Bitdefender Internet Security 2016, Bitdefender Total Security Plus 2016, Bitdefender AV Plus 2015-16, Bullguard Internet Security 16, Dr. Web Security Space 10, Kaspersky Internet Security 16, Kaspersky Total Security 16
Antiviren-Programme, welche sich in TLS-Verbindungen einklinken und dabei die PC-Sicherheit deutlich verschlechtern (15) Avast AV 11.7 (Mac), Bitdefender AV Plus 2013, Bullguard Internet Security 15, CyberSitter 11, Dr. Web Antivirus 11 (Mac), ESET NOD32 AV 9, G DATA Total Security 2015, G DATA Internet Security 2015, G DATA Antivirus 2015, Kaspersky Internet Security 16 (Mac), KinderGate Parental Control 3, Net Nanny 7 (Windows & Mac), PC Pandora 7, Qustodio Parental Control 2015 (Mac)
Antiviren-Programme, welche sich in TLS-Verbindungen einklinken und dabei die PC-Sicherheit nicht verschlechtern (2) Avast AV 10, Avast AV 11
Antiviren-Programme, welche sich nicht in TLS-Verbindungen einklinken (15) 360 Total, Ahnlabs V3 Internet Security, Avira AV 2016, Comodo Internet Security, F-Secure Safe, K7 Total Security, Malwarebytes, McAfee Internet Security, Microsoft Windows Defender, Norton Security, Panda Internet Security 2016, Security Symantec Endpoint Protection, Tencent PC Manager, Trend Micro Maximum Security 10 & Webroot SecureAnywhere
Quelle: "The Security Impact of HTTPS Interception" (PDF)

Ganz generell betrachtet befindet sich Antiviren-Software derzeit klar auf dem absteigenden Ast – einige Sicherheitsexperten sprechen sogar davon, das deren Schadpotential inzwischen größer als deren Nutzwirkung ist. Ob der Rat zur Deinstallation allerdings etwas ist, was man Otto Normalsurfer wirklich beigeben kann, darf diskutiert werden – ein fähiger System-Admin mag eventuell ohne Antiviren-Scanner auskommen, aber für Otto Normalsurfer ist es mangels Selbstbeherrschung und "Brain.exe" oftmals der allereinzigste Schutz. Für den Normalbürger wäre wohl eher eine Empfehlung sinnvoll, welches weglenkt von überbordenden "Total-Security-alles-in-einem-Wollmilchsau-Programmpaketen", da deren Tendenz immer in einer Art "Überschutz" ohne Rücksicht auf Konsequenzen besteht. Gegen einen feinen, kleinen, ressourcensparenden Virenscanner, der sich nur meldet, wenn es wirklich Bedarf zum Nutzereingriff gibt, ist auf einem Normalbürger-PC schwerlich etwas einzuwenden – insbesondere angesichts heutiger gesetzlicher Anforderungen, welche ohne (aktuelle) Updates, Virenscanner und Firewall schnell mal den Anwender als "mitverantwortlich" ansehen.

9

Hardware- und Nachrichten-Links des 9. Februar 2017

Seitens HardOCP wird nochmals (und mit Nachdruck) das Gerücht genährt, AMD würde seine Grafikchip-Technologie an Intel lizensieren – womit Intel dann Intel-CPUs mit AMD-iGPU auflegen kann. Bislang klang dies ziemlich weit hergeholt, mit den neuen Präzisieren wird das ganze allerdings realer und somit sogar nicht einmal unwahrscheinlich: Danach wird Intel mitnichten einen AMD-Grafikchip direkt in seine Intel-Prozessoren integrierten (die Anpassungen hierfür würden wohl Jahre benötigen), sondern schlicht mittels eines MultiChip-Moduls einen Grafikchip von AMD neben seine eigene CPU aufs Trägermaterial pappen. Jener AMD-Grafikchip muß dann nicht einmal von Intel selber gefertigt werden, sondern könnte auch nur zugeliefert sein (möglicherweise Polaris 12) – AMD wird natürlich versuchen, sich dabei so wenig wie möglich in die Karten schauen zu lassen. Als Ursache der ganzen Aktion dürfte wohl die Streichung von Intels eigenen GT4-Grafiklösungen anzubringen sein – jene wurde einstmals bei Skylake eingeführt, aber letztlich nur selten verbaut.

Wahrscheinlich wegen des geringen Absatzes bei gleichzeitig hohen Kosten für dieses extra herzustellende Prozessoren-Die hat Intel bislang keine GT4-Grafik mehr bei Kaby Lake in Planung – und löst dieses Problem zukünftig wohl eleganter: Denn mittels des MultiChip-Moduls bringt Intel am Ende dieselbe Performance auf die Strecke und reduziert die Kostenlage dramatisch, da eben kein Prozessoren-Die mit dicker GT4-Grafiklösung extra hierfür aufgelegt werden muß. Was Intel trotz dieses betriebswirtschaftlichen Vorteils zu diesem ungewöhnlichen Deal mit AMD getrieben haben mag, dürfte noch zu eruieren sein – gut möglich, das hierbei Spezialinteressen dahinterstecken wie beispielsweise Druck durch Apple zugunsten von mehr Grafikleistung auf allerdings noch kleinerem Raum. In jedem Fall dürfte jene "Intel-APU" einen der ungewöhnlichsten PC-Chips seit langem ergeben – und damit erneut bestätigen, das in der IT-Welt manchmal auch die zuerst unglaubwürdigsten Gerüchte eine Realisierungs-Chance haben. Hochinteressant könnten hier natürlich auch die langfristigeren Auswirkungen sein, wenn AMD und Intel eventuell mehr daraus machen als nur diesen einen Deal.

Nachdem AMD bislang mit Ryzen mehr oder weniger alles richtig gemacht hat, kommt nun ein gewisser Tiefschlag mit der Nachricht seitens der PCWorld, es würde nun doch keine Windows-7/8-Treiber für Ryzen geben. Die bisherigen Aussagen hierzu seien wohl fehlgedeutet worden – zwar hat AMD Ryzen auf Windows 10 wie auf Windows 7 evaluiert, offizielle Treiber und Support soll es jedoch nur für Windows 10 geben. Dies mag nun weniger als drei Jahre vor dem Supportende von Windows 7 irgendwie als betriebswirtschaftlich sinnvolle Entscheidung gelten können – und dennoch steht die Frage im Raum, ob es AMD wirklich so viel kosten würde, auch Windows-7-Treiber für Ryzen zu pflegen (vermutlich nämlich eher nicht). Der Mehraufwand zum Windows-10-Treiber ist eher geringfügig, es handelt sich bei Ryzen schließlich nur um eine reine Prozessor/Chipsatz-Kombination, welche eigentlich nur stabil laufen muß – ständige neue Treiber-Releases wie bei integrierter Grafik werden von AMD dabei gar nicht erwartet.

Gänzlich ohne Treiber (wie bei Kaby Lake theoretisch möglich) wird es im übrigen bei Ryzen auch nicht gehen können: Kaby Lake nutzt hierfür einfach die vorhandene Basis mittels Skylake, was fehlt ist dann nur ein Grafik-Treiber bzw. geht es maximal um den Verlust der neuen Features der Kaby-Lake-Videoeinheit. Ryzen ist hingegen ein gänzlich neues Ökosystem (Sockel AM4 mit 300er Mainboard-Chipsätzen), welches sicherlich grundsätzliche Treiber braucht, damit Windows überhaupt startet bzw. die Performance der Hardware ordentlich ausgenutzt werden kann. Gänzlich ohne Windows-7-Treiber für die 300er Chipsätze wird es also nicht gehen können. Zugunsten der eisernen Windows-7-Nutzer kann man eventuell auf inoffizielle, nicht supportete Treiber hoffen – allerdings findet sich in der Aussage von AMD kein Wort zu "offiziellen" Treiber (welche die Existenz von inoffiziellen Treiber nahelegen können) – dies haben PCWorld nur in ihrer Artikelüberschrift so notiert. Ein (dato ungewisser) Bristol-Ridge-Treiber für Windows 7 würde an dieser Stelle möglicherweise auch weiterhelfen, die Mainboard-Chipsätze sind schließlich identisch zu Ryzen und der Mini-Chipsatz in der CPU selber nahezu gleich zwischen beiden Prozessoren. Ob dies der Intention von AMD entspricht und ob es somit inoffizielle Ryzen-Treiber für Windows 7 geben wird, muß aber derzeit offenbleiben.

Eine gewisse Diskussion entspannt sich derzeit in unserem Forum zur Frage der Taktraten von AMDs 4C/6C-Ryzen-CPUs bzw. deren Differenzierung gegenüber den Spitzenmodellen. Hierzu wird gern die These vorgebracht, das die kleineren Varianten des Ryzen-Portfolios eigentlich entsprechend höher getaktet werden können als das 8C-Spitzenmodell – schließlich ist mit nur 4 oder 6 aktiven Rechenkernen mehr Platz unter der gegebenen TDP. Ganz grundsätzlich falsch ist diese Überlegung nicht, denn AMDs vorhergehenden Bulldozer-Prozessoren folgten teilweise diesem Prinzip: Sowohl mit dem originalen Bulldozer-Portfolio als auch der späteren Vishera-Ausbaustufe mit Piledriver-Rechenkernen waren letztendlich (minimal) taktstärkerer Vierkerner als Sechskerner im AMD-Angebot. Den Takt der schnellsten Achtkerner (auch ohne der Übertreibungen in Form von FX-9370 & FX-9590) konnten diese abgespeckten Prozessoren aber dennoch nie ganz erreichen.

Bei Ryzen gehen alle Vorzeichen nunmehr in diese Richtung, das die kleineren Modelle ebenfalls nicht ganz so gut getaktete erscheinen und auch (mittels Overclocking) nicht ganz so gut hochgetrieben werden können wie die Achtkerner. Gut möglich, das AMD gerade am Anfang noch einige Unterschiede in der Produktion hat (besonders gut und besonders schlecht taktbare Exemplare) und daher gezwungen ist, für die Ryzen-Vierkerner/Sechskerner eben jene etwas schlechteren Dies zu verwenden – weil alle guten Dies für die Achtkerner und deren hohen Taktraten gebraucht werden. Als weiterer Stolperstein gilt der Punkt, daß das Ryzen-Design höchstwahrscheinlich nur für eine gewisse Spitzen-Taktrate gut ist, welche unabhängig der Anzahl der freigeschalteten CPU-Kerne greift. Damit wären zwar gleich schnell taktende Ryzen-Vierkerner/Sechskerner zumindest technisch möglich (aber keine höher taktenden) – aber wie gesagt muß AMD auch die nicht ganz so taktfreudigen Dies absetzen, insofern erscheint diese Zuordnung der taktschwächeren Dies bei den Vier- und Sechskernern als weitgehend natürlich.

9

Ryzen-Modellnamen, -Daten und -Preise tauchen bei britischen Händlern auf

Das kürzlich berichtete, von uns jedoch anfänglich nicht ganz für voll genommene Ryzen-Namesschema scheint sich nun doch (in jedem Fall teilweise) zu bestätigen, nachdem bei gleich mehreren Onlinehändlern entsprechend lautende Listungen aufgetaucht sind. Ob das Ryzen-Portfolio in ganz dieser Breite auftaucht, wie es Pokde notiert hatten, ist damit nicht bestätigt, bislang wurden nur einige der Ryzen-Topmodelle gelistet. Videocardz bringen hierzu die beste Zusammenfassung – deren Hintergrund besteht in einer Listung beim britischen Distributor Ingram Micro, welche die einzelnen Onlineshops dann per automatischen Datenbank-Update übernommen haben. Selbst die Preise scheinen automatisch gebildet zu sein, eine pauschale Händlermarge wurde hierbei per Skript draufgeschlagen. Trotzdem gelten die Preislistungen als vergleichsweise hoch, insbesondere der zitierte Onlinehändler BLT ist eigentlich für vergleichsweise hohe Preise bekannt. Zum Glück stellt Videocardz inzwischen auch das Original seitens des Distributor selber zur Verfügung, welcher die Ryzen-Prozessoren wie folgt listet:

Die hierbei genannten Preise sind natürlich ohne Mehrwertsteuer, welche allerdings im Vereinigten Königreich mit 20% ähnlich ausfällt wie in der Bundesrepublik (19%). Hinzu kommen noch die Händermargen – BLT hat an dieser Stelle beispielsweise ~12% draufgeschlagen, der andere von Videocardz zitierte britischen Retailer Kikatek (Link auf das Ryzen-Angebot läuft leider inzwischen ins Leere) hingegen nur ~10%. Dies erscheint wiederum nicht gerade als besonders hoher Händleraufschlag und entgegen dem Ruf von BLT sollte man daher besser davon ausgehen, das sich wenigstens die Preise von Kikatek dann als durchaus real auch für den deutschen Einzelhandel ergeben sollten. Neben diesen sehr konkurrenzfähig aussehenden Preisen sind dann natürlich vor allem die technischen Aussagen interessant, welche diese Listungen enthalten: Denn bei allen drei angebotenen Modellen soll es sich um Achtkerner handeln – gut möglich also, das AMD anfänglich nur diese bringt und alle anderen Prozessoren des Portfolios nachreicht.

Kerne Takt SMT unlocked XFR L3-Cache TDP Preislage *
Ryzen 7 1800X 8 ?/4.0 GHz
(Basetakt mglw. 3.6 GHz)
16 MB 95W ~560 Euro (ohne Kühler)
Ryzen 7 1700X 8 ?/3.8 GHz
(Basetakt mglw. 3.4 GHz)
? ? 16 MB 95W ~435 Euro (ohne Kühler)
Ryzen 7 1700 8 ?/3.7 GHz ? ?
(whrsl. nein)
16 MB 65W ~360 Euro (mit Wraith-Kühler)
Alle Ryzen-Prozessoren kommen im Sockel AM4 daher und sind damit nur auf Mainboards von AMDs 300er Chipsatz-Serie einsetzbar.
* vermutlicher deutscher Straßenpreis basierend auf den britischen Preislistungen

Es sind schon einige technische Angaben zu sehen, welche – sofern nicht ausversehen fehlerhaft in die Datenbank eingegeben – einigermaßen tief blicken lassen ins kommende Ryzen-Portfolio (leider fehlen die Basetaktraten komplett). In jedem Fall bestätigt sich somit das seitens Pokde genannte Ryzen-Namensschema – wenngleich mit der minimalen Abweichung, daß das vorangestellte "R" fehlt, das Topmodel also nicht "Ryzen R7 1800X" heißt, sondern schlichter "Ryzen 7 1800X". Nichtsdestotrotz hätte sich AMD an dieser Stelle wahrlich etwas besseres einfallen lassen können, wirklich inspirierend sehen diese Verkaufsnamen nun nicht gerade aus. Aber die einzelne "7" musste wahrscheinlich einfach hereingenommen werden, um die angestrebte Konkurrenz zu Intels Core-i7-Prozessoren klarzumachen (weswegen es auch keine "9" gibt wie bei der Radeon-Serie üblich). Davon abgesehen bereitet derzeit der "X"-Suffix noch größere Probleme bezüglich einer griffigen Erklärung – am unlocked-Status kann es kaum hängen, jenen sollen laut klaren AMD-Aussagen alle Ryzen-Prozessoren innehaben.

Es bleiben damit als mögliche Erklärungsansätze SMT (Simultaneous Multithreading) oder XFR (Extended Frequency Range) – wobei zu letzterer automatischen Übertaktungstechnologie schon bekannt ist, das AMD jene nur bei einigen wenigen Spitzenmodellen einzusetzen gedenkt. Rein denkbar, aber eher weniger wahrscheinlich wäre noch die Variante, daß "X" schlicht und ergreifend bedeutet, das kein Kühler mitgeliefert wird – was ja auch die Praxis darstellt. Dafür bräuchte AMD allerdings keine um gleich 30 Watt höhere TDP für einen nur geringfügigen Mehrtakt – die beiden X-Prozessoren müssen also etwas erheblich besser können, um diese technische Differenz rechtzufertigen. Beide Auflösungen – SMT und XFR – würden hierbei passend sein, denn beide Features werden mehr Performance bringen und daher mehr Strom fressen, XFR als Übertaktungsfunktion vielleicht sogar mehr als SMT. Auch beide Features gleichzeitig nur bei den X-Modellen ist genauso noch möglich – hier wird man schlicht neue, bessere Informationen abwarten müssen.

Wie das restliche Ryzen-Portfolio aussieht, ist damit natürlich noch lange nicht gesagt, aber das von Pokde offerierte Namensschema dürfte hierbei generell greifen: Es kommen noch die Linien "Ryzen 5" mit sehr wahrscheinlich Sechskerner und möglicherweise Vierkernern sowie "Ryzen 3" mit sehr wahrscheinlich Vierkerner. Ob es die große Namensvielfalt geben wird wie von Pokde beschrieben, bliebe abzuwarten – hier schwingt durchaus die Möglichkeit mit hinein, das Pokde genau jene jetzt geleakten Infos über die Modelle 1700, 1700X und 1800X auch hatten und sich den Rest einfach zusammengereimt haben. Gerade da wir derzeit über die exakte Differenzierungs-Technologie zwischen X-Modell und non-X-Modell nur eher raten können, muß offenbleiben, ob sich so viele Modelle gerade im unteren Bereich des Portfolios überhaupt lohnen können.

Denn AMD geht bei Ryzen preislich doch sehr aggressiv vor: Sicherlich soll das Spitzenmodell um die 560 Euro kosten, aber schon der kleinste Achtkerner soll für 360 Euro weggehen – dafür gibt es bei Intel nur Vierkerner und noch nicht einmal das kleinste Modelle der E-Plattform (welches sowieso nur ein Sechskerner ist). Alle anderen Ryzen-Modelle (Sechs- und Vierkerner) werden sich unterhalb dieser Preislagen ansiedeln müssen – und hinunter bis auf 150 Euro will AMD sicherlich auch nicht gehen, dies wäre dann das Territorium der später im Jahr erscheinenden Raven-Ridge-APUs (auf Zen-Basis natürlich). All zu viele Prozessoren passen nicht in diese Preisspanne von oberhalb 150 Euro bis unterhalb 360 Euro – insofern bleibt streng abzuwarten, ob AMD sein Ryzen-Portfolio so stark ausbreitet wie von Pokde prognostiziert. Genauso bleibt natürlich abzuwarten, ob AMD nicht doch noch den einen oder anderen Sechskerner in sein initiales Launch-Portfolio packt. In jedem Fall ist es nunmehr eher wahrscheinlich, das AMD anfänglich eher mit einem straffen Portfolio antritt und den Portfolio-Ausbau dann im Laufe der Zeit (und bei besserer Lieferbarkeit) vornimmt.

Inhalt abgleichen