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Hardware- und Nachrichten-Links des 20. Januar 2016

Ein interessantes Posting in unserem Forum beschäftigt sich mit den möglichen, zu erwartenden und ausrechenbaren Verbesserungen der GCN 2.0 Architektur in Form der Polaris-Architektur. Vieles liegt hierbei noch im Dunklen, da AMD zur Ankündigung der Polaris-Architektur nur aufgezählt hat, wo im Grafikchip man Verbesserungen anbringen will – und nicht, wie diese aussehen sollen. Zudem enthält diese AMD-Aufzählung faktisch alle relevanten Teile der bisherigen AMD-Grafikchips – wirklich viel schlauer wird man aus dieser Ankündigung also nicht. Das Forenposting geht da schon genauer darauf ein, was AMD tun könnte. Schon recht konkret ist dabei der Teil mit dem verbesserten Command Processor – weil es hierfür indirekte Anzeichen gibt: Bei den Konsolenchips für XBox One und Playstation 4 hat AMD in diese Richtung hin gearbeitet, selbige Arbeit könnte sich dann durchaus auch in der Polaris-Architektur wiederfinden. Der konkrete Vorteil läge in einer besseren Auslastung des kompletten Grafikchips – was nun gerade bei AMDs bisherigen GCN-Grafikchips als einer der Mangelpunkte gilt, wo man dafür aber bei einer zielgerichteten Verbesserung auch viel Fortschritt erreichen könnte.

Das koreanische Hardware Battle berichtet über im zweiten Quartal anstehende neue Mobile-Spitzenlösungen von nVidia: GeForce GTX 970MX & 980MX sollen dann GeForce GTX 970M & 980M beerben. In beiden Fällen setzt nVidia unwesentlich mehr Takt an, allerdings dafür jeweils einen Sprung bei der Anzahl der freigeschalteten Shader-Einheiten. Somit kommt die GeForce GTX 970MX auf 12,0% mehr Rohleistung als die GeForce GTX 970, die GeForce GTX 980MX dann auf 9,4% mehr Rohleistung als die GeForce GTX 980M (bezogen jeweils auf den Basetakt). In beiden Fällen ist äquivalent ein Performancezuwachs im oberen einstelligen Prozentbereich zu erwarten, ergo keine große Ablösung von GeForce GTX 970M & 980M, sondern eher ein einfacher Refresh. An die Performance der "GeForce GTX 980/Notebook" wird man natürlich trotzdem nicht herankommen, für diese Mobile-Lösung setzt nVidia den vollkommen unbeschnittenen GM204-Chip zu sogar ganz ansprechenden Taktraten an.

Derweil hat sich nVidia nach der Meldung, daß die GeForce GTX 970 bei der Steam Hardware-Umfrage den ersten Platz von Intels HD Graphics 4000 übernehmen konnte, laut der PC Games Hardware zu einem "leicht" provozierendem Facebook-Posting (inzwischen schon wieder gelöscht) hinreißen lassen: "#GTX970 also doch. 3.5 + 0.5 = ♥". Daß dies nicht gut gehen konnte, war eigentlich klar, ergo muß sich nVidia über den dadurch ausgelösten Spott und Ärger nicht wundern. Dabei ist der Grafikchip-Entwickler insgesamt betrachtet erstaunlich gut durch die GTX970-Affäre gekommen – denn auch wenn in Folge dessen kaum noch neue Hardwaretests zur GeForce GTX 970 angestellt wurden, verkaufte sich die Karte nach einem gewissen Einbruch und einigen Rücksendungen dann doch noch Bestseller-verdächtig über das Jahr 2016 hinweg. In der Praxis gab es auch recht wenige dem beschnittenen Speicher zuzuschreibende Probleme zu vermelden – wobei es in der Natur der Sache liegt, daß sich diese Probleme erst nach einiger Laufzeit und damit womöglich erst beim Zweitbesitzer der Karte zeigen werden.

Laut Heise gehen auch die Marktbeobachter von Gartner von einem schwachen PC-Markt im Jahr 2016 aus – und einer Erholung dann erst im Jahr 2017. Die Marktbeobachter von IDC hatten kürzlich eingerechnet Hybrid-Geräte sogar einen Zuwachs von 1-2% im Jahr 2016 prognostiziert, bei Gartner rechnet man eher mit einem Minus von 1% im laufenden Jahr – während es im Jahr 2017 laut Gartner dann um gleich 4% nach oben gehen soll. Dabei rechnet man mit einem positiven Einfluß von Windows 10, welches im Unternehmsbereich schneller adaptiert werden soll – hier dürften die Verunsicherungs-Maßnahmen seitens Microsoft sicherlich voll einschlagen. Andererseits ist es unklar, ob der Wechsel auf Windows 10 wirklich neue Hardware-Käufe auslöst – aber dies passiert im Unternehmensbereich womöglich wirklich mit höherer Chance als bei normalen Konsumenten. Die großen Impulse müssen aber eher wo anders herkommen – und die erste wirkliche Chance hierfür bietet erst AMDs Zen-Architektur, da Intel dieses Jahr wie bekannt kaum etwas interessantes neues bieten wird.

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AMD Geschäftsergebnisse Q4/2015: Klarer Absturz manifestiert sich nun auch in den Jahreszahlen

Chipentwickler AMD hat seine Geschäftsergebnisse für das vierte Quartal 2015 sowie das Gesamtjahr 2015 vorgelegt, welche einmal mehr desaströs aussehen. Im abgelaufenen vierten Quartal 2015 erreichte man mit 958 Millionen Dollar Umsatz zum zweiten Mal in diesem Jahr nicht die Milliarden-Grenze, womit auch der ganze kleine "Aufschwung" des dritten Geschäftsquartals wieder in sich zusammenfällt. Im genauen musste AMD im Vergleich vom vierten zum dritten Geschäftsquartal 2015 einen Umsatzverlust von -9,7%, hinnehmen, während die Verlustzahlen beim nominellen sowie operativen Gewinn wenigstens deutlich zurückgingen. Ähnlich sieht es beim Vergleich zum Vorjahresquartal aus: Hierbei wurden gleich 22,7% weniger Umsatz "erzielt", wenngleich wiederum wenigstens die Verlustzahlen deutlich reduziert werden konnten. AMD lag aber trotzdem auch im vierten Quartal 2015 noch recht klar im Minus, was langfristig dann auch auf die Barreserven des Unternehmens gehen dürfte.

Q4/2014 Q1/2015 Q2/2015 Q3/2015 Q4/2015
Umsatz 1239 Mio. $ 1030 Mio. $ 942 Mio. $ 1061 Mio. $ 958 Mio. $
Gewinn -364 Mio. $ -180 Mio. $ -181 Mio. $ -197 Mio. $ -102 Mio. $
operativer Gewinn -330 Mio. $ -137 Mio. $ -137 Mio. $ -158 Mio. $ -49 Mio. $
Für exakte Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.

AMDs Kerngeschäft mit CPUs, APUs und GPUs kam im vierten Quartal 2015 auf 470 Mill. Dollar Umsatz bei 99 Mill. Dollar operativem Verlust, während die SemiCustom-Sparte mit den Konsolenchips sowie Server- und Embedded-Lösungen auf 433 Mill. Dollar Umsatz und 59 Mill. Dollar operativem Gewinn herauskam. Der Umsatz mit Konsolenchips ist im Vergleich zu den Vorquartalen jeweils etwas gesunken – was aber durchaus zu erwarten war, da die diesbezüglichen Lizenzeinnahmen üblicherweise im Laufe der Zeit absinken. Eher bedenklich ist der erhebliche Absturz von AMDs Kerngeschäft, welches zu AMDs Glanzzeiten durchaus einmal das Dreifache (!) an Umsatz hervorbrachte.

Insofern ist es wenig verwunderlich, wenn sich diese über das gesamte Jahr 2015 schlechten AMD-Geschäftszahlen nun auch in einem schwer negativem Geschäftsergebnis 2015 niederschlagen: Erzielte AMD im Jahr 2014 noch 5,51 Mrd. Dollar Umsatz, so waren es im Jahr 2015 nur noch 3,99 Mrd. Dollar – ein Rückgang von 27,6%. Hierfür zeichnet maßgeblich das Kerngeschäft mit einem annualen Rückgang von 42% verantwortlich, die SemiCustom-Sparte verlor annual nur 8%. Mit den nunmehr sogar knapp unter 4 Milliarden Dollar Umsatz ist AMD sehr tief gefallen – selbst in den Krisenjahren 2008 & 2009 gab es deutlich stärkere Umsätze. Wenigstens kann AMD zu seinen Gunsten verbuchen, daß man nicht mehr wie früher noch bei zurückgehenden Umsatzzahlen sofort sehr erhebliche Verluste im Milliarden-Bereich aufhäuft.

Umsatz Gewinn operativer Gewinn
2007 6,01 Mrd. $ -3,38 Mrd. $ -2,87 Mrd. $
2008 5,76 Mrd. $ -3,11 Mrd. $ -1,51 Mrd. $
2009 5,40 Mrd. $ 0,30 Mrd. $ 0,66 Mrd. $
2010 6,50 Mrd. $ 0,47 Mrd. $ 0,85 Mrd. $
2011 6,57 Mrd. $ 0,49 Mrd. $ 0,37 Mrd. $
2012 5,43 Mrd. $ -1,18 Mrd. $ -1,06 Mrd. $
2013 5,30 Mrd. $ -0,08 Mrd. $ 0,10 Mrd. $
2014 5,51 Mrd. $ -0,40 Mrd. $ -0,13 Mrd. $
2015 3,99 Mrd. $ -0,66 Mrd. $ -0,48 Mrd. $
Für exakte Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.

Trotzdem sind die von AMD für das Jahr 2015 notierten roten Zahlen weiterhin beachtlich und dürften daher langfristig auch die Barreserven des Unternehmens in Grenzbereiche drücken. Leider liegen hierzu (noch) keine aktuellen Zahlen vor – die letzten Wasserstandsmeldungen zum Thema basierten zudem auch noch auf anderen, höheren Verlustzahlen bei AMD und sind somit inzwischen schon wieder überholt. Insofern verbietet es sich, ohne exaktes Zahlenmaterial nunmehr Spekulationen über die langfristige Zahlungsfähigkeit von AMD aufzustellen. Allerdings muß auch klar gesagt werden, daß der Leidensweg von AMD nunmehr noch nicht zu Ende ist, sondern AMD eher denn vor einem Übergangsjahr steht, in welchem kaum etwas geschäftlich herausragend positives passieren dürfte.

Konkret hat AMD für das Geschäftsjahr 2016 die Opteron A1100 MiniServer-Lösungen, die Bristol Ridge APUs und die Polaris-Grafikchips in petto – die Zen-Architektur kann man gleich einmal herausrechnen, denn jene wird allerhöchstens im vierten Quartal 2016 geschäftswirksam, und dann vermutlich auch nur teilweise. Sofern jetzt die Polaris-Architektur nicht über alle Erwartungen hinaus zündet, ist dies kein Portfolio, womit man wirklich nach oben hin ausbrechen könnte – eher denn ist ein ähnlicher Geschäftsverlauf wie im abgelaufenen Jahr zu erwarten. AMD selber geht im übrigen für das erste Quartal 2016 von weiter sinkenden Zahlen aus, mit allerdings steigenden Zahlen im zweiten Halbjahr 2016 und einem insgesamt positiven Geschäftsjahr 2016.

Letzteres wäre aber auch keine Kunst angesichts der überaus schwachen Zahlen des Geschäftsjahrs 2015 – es muß eher AMDs Ziel sein, so bald als möglich wieder in Richtung 6 Milliarden Dollar Jahresumsatz und mehr zu marschieren (zuletzt erreicht anno 2011). Auf den aktuell 4 Milliarden Dollar Jahresumsatz ist der Entwickler von CPUs, APUs, GPUs und Konsolenchips schließlich sogar kleiner als nVidia – welche wie bekannt nur GPUs im Programm haben. Ein etwaiger Ausbruch der AMD-Geschäftszahlen nach oben hin wird aber wie angedeutet frühestens im Jahr 2017 erfolgen können, wenn die Zen-Architektur breit im Markt steht (und natürlich nur bei gutem Gelingen des Zen-Projekts).

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Hardware- und Nachrichten-Links des 19. Januar 2016

Samsung hat bekanntgegeben, die Massenproduktion von HBM2-Speicher gestartet zu haben – womit man sogar vor HBM-Erfinder Hynix liegt, welche zwar sicherlich ebenfalls HBM2 haben, derzeit aber noch nicht dessen Massenproduktion vermelden konnten. Samsung fertigt seinen HBM2-Speicher als Stack mit 4 einzelnen (gestapelten) Speicher-Dies zu einer Gesamtkapazität von 4 GB und später im Jahr 2016 auch 8 GB pro Stack. An einem 2048 Bit DDR HBM2-Interface sind somit 8 oder 16 GB Speicherbestückung mit einer Speicherbandbreite von 512 GB/sec möglich (Speicherbandbreite wie beim Fiji-Chip), an einem 4096 Bit DDR HBM2-Interface wären dann sogar Speicherbestückungen von 16 oder 32 GB mit einer Speicherbandbreite von 1024 GB/sec realisierbar. Auch wenn alle möglichen Sonderformen sicher auch schon mit HBM1 machbar gewesen wären – erst mit HBM2 stellt die Speicherindustrie das Ganze derart standardmäßig her, auf daß die Adaption durch die Grafikchip-Entwickler vereinfacht und deren (nicht unerhebliche) Kosten gesenkt werden können.

Die interessante sich hieraus ergebende Frage ist dann, ob diese Meldung seitens Samsung ausreichend dafür ist, auch noch die aktuellen Fiji-basierten Grafikkarten – oder wenigstens die Radeon R9 Fury X2 – mit gleich 8 GB Speicher (pro Grafikchip) auszustatten. Das Speicherinterface des Fiji-Chips soll diesbezüglich flexibel sein – und selbst wenn es nicht den höheren Speichertakt von HBM2 verträgt (1000 MHz anstatt 500 MHz bei HBM1), wäre dies kein Problem, da die aktuellen Fiji-basierten Grafikkarten nicht mehr Speicherbandbreite durch einen höheren Speichertakt benötigen. Die Schwierigkeit liegt vielmehr im großen Kapazitätssprung zwischen HBM1 und HBM2: Ein Grafikchip mit vier Speicherstacks wie beim Fiji-Chip kommt unter HBM1 auf 4 GB Speicher, unter HBM2 auf mindestens 16 GB. Erstens würde diese Speichermenge wohl zu teuer werden und zweitens will AMD seine aktuellen Grafikchips sicherlich nicht mehr mit solch zukunftsweisenden Speichermengen ausstatten – irgendwann will man schließlich auch einmal neue Grafikchips verkaufen, da stört so etwas nur. Insofern ist es arg unwahrscheinlich, das die aktuellen Fiji-basierten Grafikkarten noch einmal eine Speicheraufrüstung erhalten.

Denkbar wäre dies allein bei der noch nicht releasten Radeon R9 Fury X2 – und dies auch nur, wenn man jene leicht umdesignt: Anstatt 4 Speicherstacks nur noch 2 Speicherstacks mit jeweils 4 GB Speicher pro Stack, was dann 8 GB Speicher pro Grafikchip ergeben würde. Dafür kann man dann nur die Hälfte des Speicherinterfaces nutzen (von 4096 auf 2048 Bit DDR), was zwingend durch den höheren Speichertakt von HBM2 ausgeglichen werden müsste – ansonsten würde die Speicherbandbreite erheblich leiden. In der Summe würde man dann gegenüber den bisherigen Fiji-basierten Grafikkarten die doppelte Speichermenge pro Grafikchip zur selben Speicherbandbreite erhalten – was für eine DualChip-Lösung sicherlich nützlich wäre. Auch hier steht allerdings der Kostenpunkt als Spaßbremse im Raum – bei einer DualChip-Lösung wären dann gleich 16 GB HBM2 zu verbauen, was den Kartenpreis in Extrembereiche treiben könnte. Es bleibt abzuwarten, für was AMD sich diesbezüglich entscheidet – die sichere Wahl ist hier natürlich, daß es keine Änderungen an der Radeon R9 Fury X2 gibt und jene konventionell mit 2x 4 GB HBM1-Speicher erscheint.

Hinzuzufügen zur Meldung über den eingeschränkten Prozessoren-Support bei Windows 7/8 sei noch der Punkt, daß sich die diesbezügliche Microsoft-Aussage wohl primär auf einen vollständigen und durch Microsoft zertifizierten Support bezieht – es also weniger um Probleme oder gar Risiken auf Abstürze etc. geht, sondern vielmehr die vollständige Ausnutzung der Features neuer Prozessoren. Und dies ist eine altbekannte Einschränkung, wenn man neue Hardware mit älteren Betriebssystemen paart – da kann es passieren, daß das eine oder andere Feature nicht läuft, weil das Betriebssystem darauf nicht vorbereitet ist. Beispielsweise unterstützt auch erst Windows 10 (ab dem Herbst-Update) das Skylake-Feature "SpeedShift", welches im Mobile-Einsatz sogar regelrecht mehr Performance bringt. DAS ist ein gutes Beispiel dafür, was Microsoft (allem Anschein nach) wirklich gemeint hat – und weniger denn Probleme, die dann zu nicht mehr funktionierenden Rechnern führen. Aber natürlich bleibt der Verdacht, daß Microsoft sich bewußt derart verschwubelt ausgedrückt hat, um die Windows 7/8 Nutzer zu verunsichern und damit Windows 10 zuzutreiben.

Dieser Schuß dürfte hoffentlich wenigstens zum Teil nach hinten losgehen, denn die Art und Weise der Darbietung ist nicht geeignet, sich Freunde zu machen – und Microsoft steht bei den verbleibenden Windows-7-Nutzern sowieso derzeit nicht gerade auf einem hohen Ansehen. Eher denn sollte dieser erneute Nadelstich Microsofts zum Nachdenken darüber anregen, ob man nicht mit dem eigenen System besser zu Linux umziehen sollte – oder wenigstens teilweise umziehen sollte, wenn man sich bezüglich des Gaming-Parts noch nicht sicher genug ist (sprich DualBoot mit Windows). Bei Microsoft ist ja diesbezüglich absolut keine Besserung zu sehen oder zu erwarten, ergo kann der von Microsoft genervte Windows-7-Nutzer sich durchaus wirklich einmal die Frage stellen, wie lange man sich derartiges noch antun muß. Linux-Hilfe wird man in unserem Forum immer finden, für den Einstieg lohnt der Blick in den Erfahrungsbericht eines Windows-Umsteigers (mit weiterführend einigen Tipps zu guten Umsteiger-Distributionen).

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Weitere Lebenszeichen von AMDs Polaris-Generation

Über das 3DCenter-Forum wurden zwei weitere Lebenszeichen von AMDs Polaris-Generation entdeckt: Zum einen wird in die nächste Version des Hardwareinformations-Tools HWiNFO eine Erkennung der AMD-Grafikchips Ellesmere, Baffin und Greenland aufgenommen werden. Gemäß der kürzlichen Meldung zu den 2016er AMD-Grafikchips "Polaris 10" und "Polaris 11" deutet sich immer mehr an, das Ellesmere und Baffin wohl dasselbe sind – sprich Polaris 10, das eine im Desktop- und das andere im Mobile-Gewand, da AMD für letzteres üblicherwese extra Codenamen vergibt. Greenland dürfte dann natürlich Polaris 11 entsprechen – wobei derzeit noch nicht ganz klar ist, wozu diese mehreren Codenamen für denselben Chip dienen sollen. Eventuell ist das eine (Ellesmere, Baffin und Greenland) aber nur für den AMD-internen Gebrauch, während hingegen das andere (Polaris 10, Vega 10 und Polaris 11) vielleicht schlicht die offiziellen Bezeichnungen sind, die auch nach außen so kommuniziert werden sollen.

Zum anderen wurden mal wieder nach Indien einfliegende Grafikkarten-Lieferungen erspäht: Dazu zählen zuerst gleich 24 Stück Grafikkarten mit Codename "C980" und einem Zollwert von ~560 Euro (pro Karte). Dies entspricht den schon zuletzt genannten Lieferungen, welche allgemein dem Greenland-/Polaris-11-Chip zugeschrieben werden und demzufolge AMDs kommendes HighEnd-Angebot innerhalb der Polaris-Generation darstellen dürften. Und zweitens gab es 15 Grafikkarten mit dem bisher noch nicht genannten Codenamen "D000" zu einem Zollwert von ~420 Euro (pro Karte) zu sehen. Derzeit läßt sich darauf noch kein genauer Reim machen – aber die Vermutung liegt nahe, daß es sich hierbei um (weiter) abgespeckte Varianten des Polaris-11-Chips handelt, welche schlicht niedrigere Preisbereiche beackern sollen.

In dieser Frage wird es für AMD allerdings augenscheinlich schwierig, ein vollständiges Portfolio mit diesen nur zwei Polaris-Chips im Jahr 2016 zu erstellen (für das Jahr 2017 sind weitere Polaris-Chips zu erwarten) – dafür ist der Polaris-11-Chip einfach zu hoch angesetzt und der Polaris-10-Chip einfach zu niedrig. Mittels besonders drastischer Abspeckungen kann AMD mit dem Polaris-11-Chip sicherlich noch gewisse Teile des Midrange-Segments besetzen, aber besonders effektiv ist dies dann nicht mehr (vergleichsweise teurer Chip zu Mainstream-Preislagen). Insofern ist eher zu erwarten, daß AMD hier im Jahr 2017 noch einen Midrange-Chip nachschiebt, um diese Lücke im Polaris-Portfolio besser zu besetzen als nur mit stark abgespeckten HighEnd-Varianten. Zudem dürften in der zweiten Jahreshälfte 2016 auch noch die bisherigen HighEnd-Lösungen von AMD in dieser Midrange-Lücke abverkauft werden. Ein wirklich vollständiges Polaris-Portfolio wird damit für das Jahr 2016 jedoch immer unwahrscheinlicher, jenes dürfte es vermutlich erst ab Anfang 2017 geben.

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Microsoft schränkt den Prozessoren-Support für Windows 7/8 (rein offiziell) ein

Für reichlich Aufregung sorgt derzeit ein Blog-Eintrag seitens Microsoft, mittels welcher älteren Windows-Versionen der Support für neue Prozessoren "gestrichen" wird. Pro Forma besteht Microsoft schlicht darauf, daß es uneingeschränkten Support für neue Hardware nur noch beim jeweils aktuellen Windows gibt, sprich bei Windows 10 – und empfiehlt daher Käufern neuer Hardware, insbesondere mit Intels Skylake-Architektur, den Wechsel auf eben jenes Windows 10. Für die Nutzer von Windows 7 & 8.1 garantiert Microsoft die Unterstützung von Skylake nur bis zum Juli 2017 und offiziell nur für die von Microsoft genannten Notebooks und Komplett-PCs. Nach diesem Juli 2017 erhalten PCs mit Windows 7 & 8.1 nur noch bei "allerkritischsten Fehlern" einen Skylake-bezogenen Patch – und dies auch nur, wenn jener Patch nicht die Betriebssicherheit und Kompatibilität auf anderen Prozessoren gefährdet. Jegliche Sicherheitspatches sind hiervon natürlich ausgenommen, jene wird es bis zu den bekannten Terminen ganz regulär geben.

Noch etwas eindeutiger ist es im Fall von neuen Prozessoren – jene wird Microsoft generell nur noch auf seinem jeweils aktuellen Windows (offiziell) unterstützen, also derzeit nur bei Windows 10. Dies trifft insbesondere auf die kommende Skylake-Refresharchitektur "Kaby Lake" sowie AMDs kommende neue APU-Generation "Bristol Ridge" zu – und dies obwohl beide neuen Prozessoren-Generationen technologisch auf schon bekannten Prozessoren-Generation (Intel Skylake und AMD Carrizo) basieren bzw. im Fall von AMD wohl noch nicht einmal ein eigenes Silizium darstellen. Aber dies trifft natürlich auch auf alle echten Neuentwicklungen zu, wie AMDs kommende Zen-Architektur: Jene werden Microsoft-offiziell nur von Windows 10 unterstützt werden. Was deren Hersteller hierzu sagen, bleibt davon natürlich unbenommen: Wenn AMD bespielsweise für Bristol Ridge oder/und Zen noch entsprechende Windows-7/8-Mainboardtreiber anzubieten gedenkt, dann übernimmt AMD höchstselber in diesem Fall den Support (und auch alle Nachfolgen). Intel selber bietet beispielsweise seine Mainboardtreiber für Skylake-unterstützende Mainboards auch noch für Windows 7/8 an – und bestätigt damit indirekt, daß jene Prozessoren für diese Betriebssysteme gedacht sind sowie unter diesen einwandfrei laufen.

Denn was sich jetzt erst einmal wie eine große Einschränkung seitens Microsoft anhört, ist für die Praxis nicht wirklich bedeutsam: Prozessoren-bedingte Fehler sind eher selten, dafür testen deren Hersteller jene Prozessoren vorher zu gründlich aus. Insbesondere nach einer gewissen Laufzeit ist die Chance, daß später noch neue Fehler gefunden werden, arg gering – und wenn, dann kommen diese Fehler meistens nur in sehr seltenen Konstellationen vor, betreffen also kaum die Allgemeinheit. Gerade weil dies so ist, will sich Microsoft hier aus dem offiziellen Support stehlen: Jener erfordert eine Menge Validierungsarbeit dafür, daß die Chance, einen Fehler in nur einer speziellen Prozessoren-Architektur zu finden, jedesmal höchst minimal ist. Zudem gilt, daß es auch bei anderen Betriebssystemen diesen zurückgehenden Support für neue Hardware nach Ablauf einer gewissen Laufzeit gibt: Dies gibt es beispielsweise äquivalent für ältere Linux-Versionen, wo man für den (vollständigen) Support neuer Hardware eben auch zu einer neueren Version wechseln muß, da die ältere Version nur eine gewisse Zeit lang gepflegt wird. Auch bei Android, iOS und MacOS wird neue Hardware regelmäßig erst ab einer gewissen Betriebsystem-Version unterstützt bzw. ist der Support neuer Hardware für alte Betriebsystem-Versionen sogar regelrecht unüblich.

Alles in allem kann man hier durchaus die Kirche im Dorf lassen. Das Microsoft-Blogposting ist primär für Unternehmenskunden gedacht, welche Komplett-Geräte ordern, die auf offiziellen Microsoft-Supportlisten stehen. Kein Endanwender geht diesen Weg – vor dem Kauf bei Microsoft nachzusehen, ob Microsoft den gewünschten PC auf irgendeiner Supportliste stehen hat. In diesem Sinne ist auch die Einschränkung des Skylake-Supports unter Windows 7/8.1 zu sehen: Microsoft will im eigentlichen nicht, das jene Kombination gekauft wird – weil man natürlich Windows 10 promoten will und Windows 7 diesbezüglich gern mal bewußt als "stahlender Altmüll" dargestellt wird. Dies bedeutet nicht, das es irgendwelche Probleme mit neuer Hardware unter Windows 7 geben wird oder daß solches in Zukunft zu erwarten wäre – dies würde im Fall des Falles auch eher auf die Komponentenhersteller zurückfallen, was sich jene angesichts der (wohl noch auf Jahre hin) klaren Dominanz von Windows 7 bei der weltweiten Nutzung einfach nicht leisten können. Für den Fall, daß es hier also doch noch ein Problem geben sollte, kann man auch noch mit Patches seitens der Komponentenhersteller rechnen.

Und am Ende sei darauf verwiesen, daß man auch in der Vergangenheit regelmäßig regelmäßig uralte, lange nicht mehr gepflegte Betriebssysteme mit neuer Hardware paaren konnte (insbesondere neue Prozessoren), ohne daß es dabei zu gravierenden Problemen gekommen wäre – jene Probleme macht vielleicht inkompatible Anwendungssoftware, aber nicht das Betriebssystem selber. Insofern ist das ganze vielleicht als kleine Guerilla-Aktion des Microsoft-Marketings zu sehen, welche die Windows-7/8-Anwender bewußt verunsichern und so zu Windows 10 treiben soll – oder auch als einfach schiefgelaufenes, weil zu sehr an die große Glocke gehängtes Posting, welches sich eher an institutionelle Käufer von Unternehmens-PCs wendet als an den normalen Konsumenten. In jedem Fall hat das ganze momentan keine echten praktischen Auswirkungen und es muß klar gesagt werden: Wenn Skylake derzeit problemlos unter Windows 7 läuft – dann wird dies auch in der Zukunft so sein. Dies ist nicht einmal abhängig vom Supportende an Sicherheitsupdates im Januar 2020 (bei Windows 7) bzw. Januar 2023 (Windows 8.1), denn auch danach wird sich an der grundsätzlichen Lauffähigkeit von Skylake-Maschinen unter Windows 7 nichts ändern.

Was mit Bristol Ridge, Broadwell-E, Kaby Lake und Zen unter Windows 7/8 passiert, bleibt hingegen den Punkt abzuwarten, ob AMD und Intel hierfür entsprechende Mainboardtreiber zur Verfügung stellen werden. Passiert dies, dann existiert halt seitens der Prozessorenhersteller selbst ein offizieller Support unter Windows 7/8. Perspektivisch wird es für neue Prozessoren-Architekturen aber automatisch irgendwann keine Treiber mehr für ältere Betriebssystene geben – dies ist der Lauf der Welt und kein böser Wille seitens Microsoft oder der Hardwarehersteller, welche in dieser Frage sowieso nur dem folgen, wo ihre Kunden letztlich sind. Auch zu Windows XP wurde der Hardware-Support teilweise schon vor dem Ende des Supports an Sicherheitsupdates (im April 2014) von einigen Hardware-Herstellern eingeschränkt, insofern ist dies keine gänzlich unbekannte Situation. In der restlichen Lebensperspektive, welche Windows 7 bis zum Januar 2020 bzw. Windows 8.1 bis zum Januar 2023 noch haben, sind zumindest für derzeit existierende PC-Systeme keine Probleme zu erwarten. Allenfalls werden zukünftig vielleicht die Möglichkeiten eingeschränkt, neue Hardware noch mit Windows 7/8 zu paaren – dies bliebe allerdings die konkreten Fälle abzuwarten, derzeit trifft dies noch nirgendwo zu.

Nachtrag vom 19. Januar 2016

Hinzuzufügen zu dieser Meldung über den eingeschränkten Prozessoren-Support bei Windows 7/8 sei noch der Punkt, daß sich die diesbezügliche Microsoft-Aussage wohl primär auf einen vollständigen und durch Microsoft zertifizierten Support bezieht – es also weniger um Probleme oder gar Risiken auf Abstürze etc. geht, sondern vielmehr die vollständige Ausnutzung der Features neuer Prozessoren. Und dies ist eine altbekannte Einschränkung, wenn man neue Hardware mit älteren Betriebssystemen paart – da kann es passieren, daß das eine oder andere Feature nicht läuft, weil das Betriebssystem darauf nicht vorbereitet ist. Beispielsweise unterstützt auch erst Windows 10 (ab dem Herbst-Update) das Skylake-Feature "SpeedShift", welches im Mobile-Einsatz sogar regelrecht mehr Performance bringt. DAS ist ein gutes Beispiel dafür, was Microsoft (allem Anschein nach) wirklich gemeint hat – und weniger denn Probleme, die dann zu nicht mehr funktionierenden Rechnern führen. Aber natürlich bleibt der Verdacht, daß Microsoft sich bewußt derart verschwubelt ausgedrückt hat, um die Windows 7/8 Nutzer zu verunsichern und damit Windows 10 zuzutreiben.

Dieser Schuß dürfte hoffentlich wenigstens zum Teil nach hinten losgehen, denn die Art und Weise der Darbietung ist nicht geeignet, sich Freunde zu machen – und Microsoft steht bei den verbleibenden Windows-7-Nutzern sowieso derzeit nicht gerade auf einem hohen Ansehen. Eher denn sollte dieser erneute Nadelstich Microsofts zum Nachdenken darüber anregen, ob man nicht mit dem eigenen System besser zu Linux umziehen sollte – oder wenigstens teilweise umziehen sollte, wenn man sich bezüglich des Gaming-Parts noch nicht sicher genug ist (sprich DualBoot mit Windows). Bei Microsoft ist ja diesbezüglich absolut keine Besserung zu sehen oder zu erwarten, ergo kann der von Microsoft genervte Windows-7-Nutzer sich durchaus wirklich einmal die Frage stellen, wie lange man sich derartiges noch antun muß. Linux-Hilfe wird man in unserem Forum immer finden, für den Einstieg lohnt der Blick in den Erfahrungsbericht eines Windows-Umsteigers (mit weiterführend einigen Tipps zu guten Umsteiger-Distributionen).

Nachtrag vom 25. Januar 2016

Zum Thema des Skylake-Supports für Windows 7/8.1 hat Microsoft nun eine Liste mit (bis zum 17. Juli 2017) unterstützten Skylake-Systemen vorgelegt – welche allerdings nur auf ausgewählte PC-Systeme von Dell, HP, Lenovo & NEC verweist und demzufolge eher eine Alibi-Funktion erfüllt als denn wirklich ernst genommen werden kann. Allerdings wird hiermit nunmehr klarer, worum es hierbei wirklich geht – nicht um die grundsätzliche Unterstützung von Skylake-Systemen unter Windows 7/8.1, sondern nur um die vollständige und Microsoft-zertifizierte Unterstützung, was eine völlig andere Güteklasse darstellt. Weder das Thema der Sicherheitsupdates noch das Thema des grundsätzlichen Prozessoren-Supports unter Windows 7/8.1 werden hiervon berührt – obwohl Microsoft diese unterbewußte Intention augenscheinlich gern mitzunehmen versucht, um die Nutzer von Windows 7/8.1 zu verunsichern und damit zum Wechsel auf Windows 10 zu verführen. Wie gesagt gilt hierfür aber die einfache Maßgabe: So lange der Hersteller des passenden Mainboard-Chipsatzes weiterhin entsprechende Treiber anbietet, funktionieren diese Prozessoren problemlos auch unter Windows 7 und 8.1.

Nachtrag vom 28. Januar 2016

Die PC Games Hardware hat sich versucht, in Frage des Skylake-Supports für Windows 7/8.1 mit AMD, Intel und Microsoft in Verbindung zu setzen – bekam aber nur entweder Marketing-Neusprech oder gleich gar keine Antworten auf die gestellten Fragen zu hören. Anscheinend existiert hier ein große Interesse der Hersteller an der damit andauernden Nutzerverunsicherung – ansonsten hätte man schließlich die gestellten Fragen endlich einmal in klärender Art und Weise beantworten können. Man kann hier durchaus den Verdacht aufwerfen, daß das ganze Drama nicht einfach nur auf einer unbedachten Aktion seitens Microsoft basiert, sondern hingegen regelrecht derart geplant wurde. Wer den Verschwörungstheorie-Generator anwerfen will, kann beispielsweise darüber nachdenken, daß dies eine Konzessions-Entscheidung von Microsoft gegenüber den PC-Herstellern war – weil jene durch den Launch von Windows 10 nichts gewonnen haben, im Gegensatz zum Launch früherer Microsoft-Betriebssysteme. Microsoft dürfte diese Konzession natürlich auch aus Eigeninteresse gern gegeben haben, denn so wird das Augenmerk auf Windows 10 noch größer.

Vor allem aber wird eine Situation wie seinerzeit bei Windows XP verhindert, welches von Nutzern und Herstellern so liebevoll über die Jahre gepflegt wurde, auf daß Windows Vista daran zerschellte und Windows 7 erst nach vielen Jahren Einsatz jenes Windows XP überrunden konnte. Daß Windows XP mit irgendwelcher neuen Hardware nicht zurechtkommen würde, was dabei nie ein Thema – so lange es (in westlichen Gefilden) noch genügend Anwender gab, haben dann halt die Gerätehersteller entsprechende Treiber auf die Beine gestellt. Genau diesen Weg dürfte Microsoft für Windows 7 unbedingt verhindern wollen – das sich die verbliebenen Nutzer daran festklammern, selbst neue Systeme damit ausrüsten und durch die weiterhin hohe Nutzerbasis dann eben auch die Hersteller- und Zubehörindustrie mitzieht. Ob jene Planung aufgeht, wird man sehen müssen – rein praktisch dürfte es keine Hinderungsgründe gegen Windows 7 geben, so lange es dafür entsprechende Hardware-Treiber gibt. Intels Kaby Lake (mit neuen Mainboard-Chipsätzen), AMDs Zen und die beiden Grafikchip-Architekturen des Jahres – AMD Polaris und nVidia Pascal – werden hierzu wertvolle Hinweise geben, inwiefern man Windows 7 wirklich noch auf neuer Hardware verwenden kann.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 18. Januar 2016

WCCF Tech haben sich von AMD eine indirekte und eine direkte Bestätigung eingeholt, daß der Grafikchip-Entwickler auch in Zukunft zweigleisig bei der Speichertechnologie fahren wird – eingesetzt werden sollen zukünftig sowohl HBM 1/2 als auch GDDR5. Dabei fiel auch die klare Aussage, daß HBM-Speicher derzeit aufgrund der Kostenlage noch nicht für alle Marktsegmente sinnvoll einsetzbar ist – womit des Pudels Kern benannt ist, denn nach der Verbesserung der HBM-Spezifikation auf HBM2 ist jener Speicher nunmehr flexibel genug für alle Anwendungsfelder. Es scheitert allerdings am hohen Preispunkt – einmal abgesehen davon, daß sich die für LowCost- und Midrange-Lösungen benötigten Bandbreiten eben auch anders erreichen lassen, dafür nicht zwingend HBM notwendig ist. Vermutlich muß HBM-Speicher schlicht erst einmal für mehrere erfolgreiche Chip-Projekte Verwendung finden, danach wird die steigende Produktionsmenge jene Preisreduzierungen erlauben, welche nachfolgend auch einen breiteren HBM-Einsatz ermöglichen werden. Aller Vermutung nach dürfte dies aber erst mit der (im Jahr 2018 zu erwartenden) 10nm-Grafkchip-Generation passieren, da die 14/16nm-Grafikchips sicherlich allesamt schon fertig designt und nach heutigen Möglichkeiten ausgerichtet sind, egal ob jene vielleicht erst im Jahr 2017 erscheinen werden. GDDR5X wurde im übrigen seitens AMD nicht erwähnt – aber wenn AMD jene GDDR5-Weiterentwicklung einsetzen wollte, würde man dies sicherlich derzeit noch nicht offiziell sagen wollen.

Phoronix vermelden eine Einschränkung des Vulkan-Supports für ältere AMD-Grafikkarten unter Linux: Wohl nur AMD-Grafikkarten ab GCN 1.2 werden einen entsprechenden Vulkan-Treiber für Linux erhalten, sprich Grafikkarten basierend auf den Grafikchips Tonga, Fiji und nachfolgende. Damit wird der Großteil der GCN-basierten Grafikkarten von einem Vulkan-Treiber für Linux ausgeschlossen – was aber womöglich rein technische Hintergründe hat und keine böse Absicht darstellt. Zudem kann von dieser Meldung nicht auf die AMD-Vorgehensweise unter Windows geschlossen werden – hier ist eigentlich ein breiter Vulkan-Support zu erwarten, denn nur wenn die Grafikchip-Entwickler hier einen Großteil der Spieler mitnehmen, wird die Vulkan-API überhaupt eine Chance bei den Spieleentwicklern bekommen. Dies schließt gerade den Vulkan-Support unter Windows 7/8 ein, denn hier sitzen die meisten User, welche (mangels DirectX 12 für Windows 7/8) von Vulkan profitieren könnten. Unter Linux sind nach wie vor wohl zu wenige Spieler, um da große Ressourcen in den Support zu stecken, gerade für ältere Software. Zukünftig sollte man sich diesbezüglich allerdings keine Blößen geben – denn wenn Vulkan Erfolg hat, wird selbiges das Thema "Gaming unter Linux" automatisch vermehrt anschieben.

Gemäß DigiTimes hat Auftragsfertiger TSMC erneut seine sehr aggressive Releasestrategie zu zukünftigen Fertigungsverfahren bekräftigt: Nachdem die Erstfertigung von 10nm-Chips bereits im laufenden ersten Quartal 2016 beginnen soll und die Erstfertigung von 7nm-Chips dann in ersten Jahreshälfte 2018, soll auch die 5nm-Fertigung in einem 2-Jahres-Abstand nachfolgen, sprich im Jahr 2020. Ohne daß dies genau genannt wurde, dürften diese Termine jedoch allein für die Riskfertigung gelten, von einer echten Massenfertigung sind diese Verfahren zu den genannten Zeitpunkten dann noch grob ein ganzes Jahr entfernt. Gleichfalls gab man erhebliche Fortschritte bei der EUV-Lithographie bekannt, welche dann wohl endlich für die 5nm-Fertigung von TSMC zur Verfügung stehen wird. Bezüglich aller genannten Termine ist allerdings zu erwarten, daß TSMC die Fortschritte der Fertigungsverfahren eher etwas zurückschraubt, um diese aggressive Releasestrategie halten zu können – während beispielsweise Intel den umgekehrten Weg geht und an den gesetzten Fortschritten festhält und dafür dann mit einem größeren zeitlichen Abstand zwischen zwei Fertigungsverfahren lebt. Die Fertigungsverfahren der einzelnen Halbleiterhersteller werden damit vom Namen her natürlich nochmals mehr unvergleichbar – irgendwann ist vielleicht auch der Punkt erreicht, wo (sinnbildlich) Intel 7nm dann TSMC 5nm entspricht.

Laut der PC Games Hardware existieren Hinweise, das beim kommenden Action-Spiel "The Division" schon dessen Medium-Bildqualität auf dem PC der Bildqualität einer Xbox One überlegen sei. Dies ist starker Tobak, denn der Titel dürfte auf dem PC sicherlich noch die eine oder andere Bildqualitätsstufe mehr als nur "Medium" bieten – hinzu kommen auf dem PC höhere Auflösungen und eventuell (entsprechend leistungsfähige Hardware vorausgesetzt) auch Downsampling/Supersampling Anti-Aliasing als weitere die Bildqualität verbessernde Maßnahmen. Aber letztlich würde dies nur im Lauf der Welt liegen, wenn Spielekonsolen, die jetzt schon arge Probleme mit der eigentlich angestrebten FullHD-Auflösung haben, auch bei der gezeigten Grafikqualität gegenüber dem PC zurückfallen – die verbauten Grafikchips bei Xbox One und Playstation 4 entsprechen halt grob dem Niveau Radeon HD 7790 (Perf.Index 185%) bis Radeon HD 7850 (Perf.Index 225%), was heutzutage auch auf dem PC nur noch bei den wenigsten neuen Spiele-Titeln für ein flüssiges Spiel unter der bestmöglichen Grafikqualität in FullHD reicht. Zudem haben die heutigen Spielekonsolen aufgrund der technologischen Nähe zum PC auch den früher zu beobachtenden Effekt der besseren Programmierung auf Basis von LowLevel-APIs und dem Herantasten der Spielentwickler an alle Hardware-Grenzen größtenteils verloren – so viel Zeit hat heute kein Entwickler mehr, um dies noch zu realisieren, da wird notfalls schlicht die Renderauflösung reduziert. Alle Systeme haben dennoch ihre Berechtigung – schon allein wegen der unterschiedlichen bedienten Spielegenres.

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