22

Gerüchteküche: Hardware-Spezifikationen zum GeForce RTX 30 "SUPER"-Refresh aufgetaucht

Vom üblicherweise mit sehr zuverlässigen Angaben operierenden Twitterer & Leaker Kopite7kimi kommen die Hardware-Spezifikationen zum GeForce RTX 30 "SUPER"-Refresh für den Desktop-Bereich – was nichts bezüglich des entsprechenden Mobile-Refreshs aussagt, dort kommen ganz andere Hardware-Konfigurationen zum Einsatz. Im Desktop-Bereich wird nVidia laut diesen Daten zumeist nur kleinere Fortschritte gegenüber der originalen GeForce RTX 30 Serie aufbieten, bis auf einen Fall geht es nur um maximal zwei Shader-Cluster mehr: Die GeForce RTX 3090 Super also mit 84 Shader-Clustern gegenüber bisher 82 bei der regulären GeForce RTX 3090, die GeForce RTX 3080 Super dann mit 70 Shader-Clustern gegenüber bisher 68 bei der regulären GeForce RTX 3080. Letztere gewinnt über eine Verbreiterung des Speicherinterface (auf die vollen 384 Bit des GA102-Chips) dann noch zwei Gigabyte Speicher hinzu – was die einzige Speichermengen-Verbesserung bei dieser Refresh-Generation bleibt.

3090S   10752  24GB G6X
3080S   8960   12GB G6X
3070S   5888   8G G6X
3060S   5632   12G G6
Although I doubt the specs of some of them and the name of 90S.

Quelle:  Kopite7kimi @ Twitter am 22. September 2021

Die Veränderungen der beiden darunterliegenden Super-Lösungen verwundern dann etwas: Die GeForce RTX 3070 Super soll allein GDDR6X-Speicher hinzubekommen, die Hardware-Konfiguration bleibt dagegen gleich – obwohl der zugrundeliegende GA104-Chip noch zwei weitere Shader-Cluster zum Aktivieren anbieten könnte. Bei der notierten GeForce RTX 3060 Super ist hingegen die Chance auf einen Übermittlungsfehler ziemlich groß, auch der Twitterer zweifelt augenscheinlich deren (angebliche) Hardware-Daten an: Denn mit gleich 44 Shader-Clustern würde die GeForce RTX 3060 Super nicht nur einen ungewöhnlich massiven Sprung gegenüber den 28 Shader-Clustern der regulären GeForce RTX 3060 hinlegen, sondern vor allem auch der GeForce RTX 3070 Super viel zu nahe kommen: Sicherlich mit 2 Shader-Clustern weniger und einem kleinem Speicher-Interface, dafür aber mit 12 GB anstatt der 8 GB Speicher der 3070er Serie für ein Midrange-Modell auf der Speicher-Seite viel attraktiver.

Denkbar, dass die zugrundeliegende Information auf Basis der Shader-Cluster (44) lautet und hierbei ein Schreibfehler vorliegt, vielleicht also nur 34 Shader-Cluster bei der GeForce RTX 3060 Super gemeint sind. Genauso denkbar wäre allerdings auch eine Auflösung auf Basis des bisher verwendeten GA106-Chips – dann wäre die GeForce RTX 3060 Super auf maximal 30 Shader-Cluster limitiert, würde somit denselben Hardware-Sprung hinlegen wie bei den 3080er & 3090er Grafikkarten. Zu allen Hardware-Veränderungen könnte dann durchaus noch ein gewisses Taktraten-Plus bei Chip und Speicher hinzukommen. Allerdings liegen hierzu derzeit noch keine Informationen vor und insbesondere die Möglichkeiten zu mehr Chiptakt scheint wohl Fertigungs-technisch ziemlich limitiert zu sein. Mit einer höheren Chipspannung könnte nVidia natürlich immer noch etwas herauspressen, dies würde dann allerdings beim Stromverbrauch wiederum negativ auffallen.

GeForce RTX 30 Sommer-Nachschlag "SUPER"-Refresh
GeForce RTX 3090 Super
GA102, 7 GPC, 84 SM, 10'752 FP32, 384 Bit, 24 GB GDDR6X
GeForce RTX 3090
GA102, 7 GPC, 82 SM, 10'496 FP32, 384 Bit, 24 GB GDDR6X, $1499
GeForce RTX 3080 Ti
GA102, 7 GPC, 80 SM, 10'240 FP32, 384 Bit, 12 GB GDDR6X, $1199
GeForce RTX 3080 Super
GA102, 6 GPC, 70 SM, 8'960 FP32, 384 Bit, 12 GB GDDR6X
GeForce RTX 3080
GA102, 6 GPC, 68 SM, 8'704 FP32, 320 Bit, 10 GB GDDR6X, $699
GeForce RTX 3070 Ti
GA104, 6 GPC, 48 SM, 6'144 FP32, 256 Bit, 8 GB GDDR6X, $599
GeForce RTX 3070
GA104, 6 GPC, 46 SM, 5'888 FP32, 256 Bit, 8 GB GDDR6, $499
GeForce RTX 3070 Super
GA104, 6 GPC, 46 SM, 5'888 FP32, 256 Bit, 8 GB GDDR6X
Auflösung "A":  GeForce RTX 3060 Super
GA104, 6 GPC, 44 SM, 5'632 FP32, 192 Bit, 12 GB GDDR6
GeForce RTX 3060 Ti
GA104, 5 GPC, 38 SM, 4'864 FP32, 256 Bit, 8 GB GDDR6, $399
Auflösung "B":  GeForce RTX 3060 Super
GA104, 5 GPC, 34 SM, 4'352 FP32, 192 Bit, 12 GB GDDR6
Auflösung "C":  GeForce RTX 3060 Super
GA106, 3 GPC, 30 SM, 3'840 FP32, 192 Bit, 12 GB GDDR6
GeForce RTX 3060
GA106, 3 GPC, 28 SM, 3'584 FP32, 192 Bit, 12 GB GDDR6, $329
Anmerkung: Alle Hardware-Daten zum GeForce RTX 30 "SUPER"-Refresh basieren derzeit rein auf Gerüchten & Annahmen.

Abgesehen von der Geschichte mit der GeForce RTX 3060 Super, deren wirkliche Hardware-Daten sich noch klären müssen, läßt sich anhand dieser Ansetzung des "SUPER"-Refreshs durchaus schon die Portfolio-Planung von nVidia erahnen: Die originalen GeForce RTX 30 Karten dürften mit den Refresh-Modellen aus dem Markt gehen – sofern die GeForce RTX 3060 Super nach Auflösung "B" gebaut wird, betrifft dies auch die GeForce RTX 3060 Ti. Selbst vom Sommer-Nachschlag dürfte die GeForce RTX 3070 Ti voraussichtlich die Waffen strecken, da zu nahe an der GeForce RTX 3070 Super liegend. Die GeForce RTX 3080 Ti hat hingegen auch weiterhin ihre Berechtigung und dürfte womöglich als einzige der derzeit bestehenden Ampere-Karten auch weiterhin gebaut und ausgeliefert werden (möglicherweise auch die GeForce RTX 3060).

Dies läßt nVidia durchaus die Möglichkeit offen, die Preislagen des "SUPER"-Refreshs eher am Niveau von GeForce RTX 3070 Ti & 3080 Ti zu orientieren: GeForce RTX 3070 Super auf vielleicht 599 Dollar (wie die GeForce RTX 3070 Ti), GeForce RTX 3080 Super vielleicht auf 799-899 Dollar und GeForce RTX 3090 vielleicht auf 1599-1799 Dollar. Dies sind natürlich derzeit nur Spekulationen unsererseits und es bleibt eine reale Preisangabe abzuwarten – welche es üblicherweise aber erst kurz vor Release geben wird. Da die Grafikkarten-Straßenpreise inzwischen dauerhaft massiv über den Listenpreisen liegen, lohnt es sich für die Grafikchip-Entwickler jedoch, mittels höherer Listenpreise lieber mehr davon selber abzugreifen – anstatt den zusätzlichen Gewinn allein bei Grafikkarten-Herstellern, Distributoren und Einzelhändlern "liegenzulassen". Mangels großartiger technischer Fortschritte bei diesem "SUPER"-Refresh erscheint diese Listenpreis-Erhöhung derzeit auch als einziger plausibler Grund für dessen Auflage.

Doch selbst wenn nVidia mit dem GeForce RTX 30 "SUPER"-Refresh die Listenpreise erhöht, dürfte selbige weitaus kleiner als die aktuelle Straßenpreis-Übertreibung ausfallen – und sich vor allem an den Straßenpreisen vermutlich nichts substantielles verschlechtern. Eine GeForce RTX 3090 Super könnte trotz höherem Listenpreis letztlich den gleichen Straßenpreis wie die jetzige GeForce RTX 3090 tragen. Die höheren Listenpreise werden nur dann wirklich eine Auswirkung haben, wenn es eines Tages tatsächlich mal wieder Listenpreis-Niveau im Einzelhandel gibt. Möglicherweise fällt dies dann unter die Kategorie "kleineres Übel" – denn eine GeForce RTX 3080 Super 12GB kaufbar für 800-900 Euro wäre immer noch das wesentlich bessere Angebot als derzeit eine GeForce RTX 3080 10GB für real ab 1300 Euro. Vielleicht kann nVidia schon zum voraussichtlichen Launchtermin des "SUPER"-Refreshs mit dem Jahreswechsel 2021/22 eine bessere Lieferbarkeit erreichen, dann hätten wenigstens alle etwas von dieser Refresh-Generation.