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Neue Benchmarkwerte zur GeForce GTX 1050 Ti sehen die GP107-Karte auf dem Performanceniveau der GeForce GTX 960

Original von Chiphell kommend, berichten MyDrivers (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) über neue Benchmark-Werte zur GeForce GTX 1050 Ti – welche im Gegensatz zu den allerersten Benchmarks unter dem 3DMark11 nun wenigstens unter dem 3DMark13 aufgenommen wurden. Benutzt wurde hierfür eine Hersteller-Karte, welche offiziell mit 1354/1468/3500 MHz und damit etwas werksübertaktet lief (Referenztakt sind 1290/1382/3500 MHz, +6,2% beim Boosttakt). Vor allem aber dürfte die benutzte Karte über ein höheres Power-Limit als die Referenzkarte verfügen, da ein extra 6poliger Stromstecker verbaut wurde. Damit dürfte die benutzte GeForce GTX 1050 Ti anzunehmenderweise 5-10% Performance auf das Referenzmodell oben drauf legen – die genannten offiziellen Taktraten können hierzu leider nur als schwacher Anhaltspunkt angesehen werden, relevant hierfür ist allein die (nicht bekannte) Erhöhung des Power-Limits.

Erschwerend kommt hinzu, das der teilweise benutzte 3DMark13 FireStrike im Ultra-Setting natürlich unpassend für eine GeForce GTX 1050 Ti ist – und vor allem für die nur mit 2 GB Speicher antretenden GeForce GTX 950 & 960 speicherlimitiert daherkommt, was keinen vernünftigen Vergleich zuläßt (eine GeForce GTX 1060 6GB erreicht hierbei einen GPU-Wert von 2909 Punkten). Brauchbar sind hingegen die Werte zum 3DMark13 TimeSpy, welche trotz der Werksübertaktung der benutzten GeForce GTX 1050 Ti wenigstens eine gewisse Richtung vorgeben. Zieht man die vorliegenden Ergebnisse zusammen, sieht es inzwischen durchaus so aus, als würde die GeForce GTX 1050 Ti nicht leicht unterhalb des Performanceniveaus der GeForce GTX 960 herauskommen, sondern vielmehr auf deren Performanceniveau oder sogar leicht darüber. Angesichts von nur 768 Shader-Einheiten und der Beibehaltung des 128 Bit GDDR5-Speicherinterfaces beim zugrundeliegenden GP107-Chip wäre dies eine reife Leistung der GeForce GTX 1050 Ti.

GeForce GTX 950 GeForce GTX 960 GeForce GTX 1050 Ti
Technik 768 Shader-Einheiten, 48 TMUs, 32 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface, 1024/1188/3300 MHz 1024 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 32 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface, 1127/1178/3500 MHz angbl. 768 Shader-Einheiten, 48 TMUs, 32 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface, 1290/1382/3500 MHz
3DMark11 Perf. (insg.) 9263  (OC) 10882 10054
(+8,5%  /  -7,6%)
3DMark11 Extreme (insg.) 2985  (OC) 3470 3867
(+29,5%  /  +11,4%)
3DMark13 FireStrike Ultra (insg.) 981  (OC, speicherlimitiert) 992  (speicherlimitiert) 1895  (OC)
3DMark13 FireStrike Ultra (GPU) 860  (OC, speicherlimitiert) 859  (speicherlimitiert) 1853  (OC)
3DMark13 TimeSpy (insg.) 1891 2395 2513  (OC)
(+32,9%  /  +4,9%)
3DMark13 TimeSpy (GPU) 1851 2173 2370  (OC)
(+28,0%  /  +9,1%)
FullHD Performance-Index 290% 340% geschätzt ~340-360%
Quelle der Messungen: GeForce GTX 1050 Ti von WCCF Tech & MyDrivers, GeForce GTX 950 & 960 von TweakPC & ComputerBase

Allerdings ist diese neue Performance-Prognose zur GeForce GTX 1050 Ti leider stark fehleranfällig. Das Referenzmodell ohne extra Stromstecker und mit demzufolge auf bestenfalls 75 Watt gesetztem Power-Limit könnte dann eben doch noch deutlich anders reagieren als die Herstellermodelle mit extra Stromstecker und vor allem (deutlich) hochgesetztem Power-Limit. In dieser Frage gibt es im übrigen Entwarnung bezüglich der Produktionsqualität des GP107-Chips aus Samsungs 14nm-Fertigung zu vermelden. Die niedrigen offiziellen Taktraten haben sicherlich die Frage aufkommen lassen, ob Samsungs 14nm-Fertigung nicht zu derart hohen Taktraten wie die 16nm-Fertigung von TSMC in der Lage sein könnte – was angesichts von Übertaktungsversuchen dieser GeForce GTX 1050 Ti Karte mit real anliegendem Boosttakt von 1797 MHz nicht mehr als Erklärung taugt.

Augenscheinlich hat nVidia die Taktraten von GeForce GTX 1050 & 1050 Ti sehr bewußt derart niedrig angesetzt, um eben die Schwelle von 75 Watt GBP nicht zu überschreiten. Für die Herstellerdesigns mit extra Stromstecker und richtig hohem Power-Limit ergibt dies damit jedoch die Möglichkeit, sehr satt an Performance auf das Referenzmodell oben drauf legen zu können. Einen wahrscheinlich gleich um 30% Chiptakt übertaktbaren Grafikchip sieht man auch nicht aller Tage – etwas schade nur, das dies bei einem klaren Mainstream-Modell passiert, welches zudem ab einer gewissen Aufgabenhöhe schnell an seiner Speicherbandbreite hängen dürfte. In guten Fällen können eigenübertaktete GeForce GTX 1050 Ti Karten auf eine 20%ige Mehrperformance gegenüber dem Referenzmodell hoffen – was in etwa ein Performanceniveau zwischen Radeon R9 380X und GeForce GTX 780 ergeben sollte.