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nVidia stellt Mobile- und MaxQ-Varianten von GeForce RTX 2060, 2070 & 2080 vor

Grafikchip-Entwickler nVidia hat mit der CES seine bekannten Turing-Beschleuniger nun auch für das Notebook-Geschäft freigegeben. Konkret wurden dabei GeForce RTX 2060, 2070 und 2080 auch für mobile Bedürfnisse vorgestellt, deren Auslieferung (in Form erster entsprechender Notebooks) ab dem 29. Januar starten soll. Wie zuletzt bei nVidia üblich, tragen die neuen Mobile-Beschleuniger die grundsätzlichen Hardware-Eigenschaften ihrer Desktop-Pendant zu leicht (reguläre Mobile-Varianten) bzw. stark (MaxQ-Varianten) reduzierten Taktraten. Leider bietet nVidia in dieser Frage bei den Mobile-Beschleunigern der Turing-Generation ein ziemliches Spezifikations-Wirrwarr an, nachdem dies bei den Mobile-Beschleunigern der Pascal-Generation noch vergleichsweise eindeutig gelöst war: So gibt es keine klar voneinander abgegrenzten Spezifikationen für Mobile- und MaxQ-Varianten mehr, ergo ist für den Notebook-Käufer vorab noch viel weniger klar zu sehen, was man da wirklich erhält.

GeForce RTX 2080 MaxQ & Mobile GeForce RTX 2080 Desktop (Ref.)
Hardware TU104, 2944 SE @ 256 Bit GDDR6 TU104, 2944 SE @ 256 Bit GDDR6
Taktraten konfigurierbar 735-1380/1095-1590/≤3500 MHz 1515/1710/3500 MHz
Speicherausbau 8 GB GDDR6 8 GB GDDR6
TDP konfigurierbar 80 bis 150+ Watt (GSP) 215 Watt (GCP)
UltraHD Perf.Index je nach Taktrate ~100-150% 180%

Der hohe Spielraum bei Taktraten und TDP, welchen nVidia sich zugesteht, macht auch jede Performance-Bewertung anhand der Rohdaten extrem volatil – letztlich kann man nur einen groben Performance-Bereich nennen, in welchem sich die verschiedenen Mobile- und MaxQ-Varianten irgendwo drin befinden sollten. Dies trifft insbesondere auf die GeForce RTX 2080 Mobile/MaxQ zu, deren TDP-Spielraum von 80-150 Watt reicht und damit (sofern man dies ausnutzen würde) einen sehr breiten Performance-Bereich abdecken könnte. Bei GeForce RTX 2070 Mobile/MaxQ und GeForce RTX 2060 Mobile/MaxQ sind die entsprechenden Spielräume dann kleiner, womit die Performance dieser Karten dann wenigstens halbwegs klar beschreibbar ist – die GeForce RTX 2080 Mobile/MaxQ ist hingegen eine klassische Wundertüte. Die offiziellen Taktraten-Angaben spielen bei diesen Rechnungen im übrigen eine stark untergeordnete Rolle, da sich die Performance aller dieser Mobile-Beschleuniger ganz automatisch an deren jeweiligen Power- und Temperatur-Limits ausrichtet (wobei das gesetzte Power-Limit üblicherweise der TDP entspricht, bei diesen Mobile-Beschleunigern neuerdings "Graphics Subsystem Power" genannt). Änderungen an der Performance sind hierbei nur mittels anderer Power-Limits zu erreichen, ein einfaches Umtakten hat hingegen keinerlei Effekt.

GeForce RTX 2070 MaxQ & Mobile GeForce RTX 2070 Desktop (Ref.)
Hardware TU106, 2304 SE @ 256 Bit GDDR6 TU106, 2304 SE @ 256 Bit GDDR6
Taktraten konfigurierbar 885-1215/1185-1440/≤3500 MHz 1410/1620/3500 MHz
Speicherausbau 8 GB GDDR6 8 GB GDDR6
TDP konfigurierbar 80 bis 115 Watt (GSP) 175 Watt (GCP)
UltraHD Perf.Index je nach Taktrate ~90-115% 146%

Auffallend ist, das die TDPs der mobilen Turing-Beschleuniger in ihrem Maximum neuerdings weiter von der TDP des Desktop-Standards wegliegen, als dies noch unter Pascal der Fall – sprich, die Performance-Differenz zwischen den besten Mobile-Varianten und dem Desktop-Standard sollte unter Turing wiederum größer ausfallen. Diese Kalkulation kann sich natürlich noch leicht abschwächen, je nachdem um wieviel niedriger nVidia die Chipspannungen der Mobile-Ausführungen ansetzt und somit überproportional an Strom spart. Hierzu müssen entsprechende Tests zeigen, wie nah die besten Mobile-Varianten wirklich am Desktop-Standard liegen. Die Notebook-Hersteller haben laut nVidia bereits mehr als 40 entsprechende Notebooks in Vorbereitung, wovon 17 davon MaxQ-Ausführungen sein sollen – wobei "MaxQ" bei diesen Mobile-Beschleunigern auf Turing-Basis wie gesagt nicht mehr genau definiert ist. Aufgrund der extrem variablen Spezifikationen speziell zu GeForce RTX 2070 Mobile/MaxQ sowie GeForce RTX 2080 Mobile/MaxQ bleibt Interessenten an entsprechenden Notebooks wohl nichts anderes übrig, als intensiv entsprechend aussagekräftige Tests zu studieren, um deren reale Grafikpower besser einschätzen zu können.

GeForce RTX 2060 MaxQ & Mobile GeForce RTX 2060 Desktop (Ref.)
Hardware TU106, 1920 SE @ 192 Bit GDDR6 TU106, 1920 SE @ 192 Bit GDDR6
Taktraten 960/1200/≤3500 MHz 1365/1620/3500 MHz
Speicherausbau 6 GB GDDR6 6 GB GDDR6
TDP konfigurierbar 80 bis 90 Watt (GSP) 160 Watt (GCP)
UltraHD Perf.Index je nach Taktrate ~80-95% geschätzt ~125%

Nichts gesagt wurde dann zu weiteren bzw. kleineren Mobile-Lösungen mit Turing-Unterbau, sprich auf Basis der noch nicht offiziell vorgestellten Turing-Chips TU116 (GeForce GTX 1160/1660) und TU117 (GeForce GTX 1150/1550). Mit selbigen sollten sich eher denn auch noch wirklich mobile Geräte erstellen lassen, die vorgenannten Lösungen sind dagegen nur für echte Gaming-Notebooks sowie DTRs (Desktop Replacements) interessant. nVidia dürfte die entsprechenden TU116/TU117-Lösungen sicherlich bereits in Vorbereitung haben, voraussichtlich kommen jene noch im Verlauf des Frühjahrs 2019 in den Markt. Sicherlich wartet nVidia diesbezüglich erst einmal die Vorstellung entsprechender Desktop-Lösungen ab, und legt deren Mobile-Varianten dann ein bis zwei Monate später nach. Damit sollte nVidia bis vor den Sommer 2019 ein komplettes Portfolio an neuen Desktop- und Mobile-Beschleunigern auf Turing-Basis im Markt haben, einzig allein das LowCost-Segment scheint von Turing nicht bedient zu werden – dies müssen (nicht unüblich bei nVidia) dann Beschleuniger aus früheren Grafik-Generationen übernehmen.