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Gerüchteküche: Intel bringt nächstes Jahr "Comet Lake" mit 10 CPU-Kernen für das Consumer-Segment

Aus dem taiwanesischen Forum PTT.cc kommend frisst sich derzeit das Gerücht über eine neue Intel Prozessoren-Generation durchs Internet, welche augenscheinlich zwischen Coffee Lake und dem eigentlich für das Jahresende 2019 geplanten Ice Lake eingeschoben werden soll: Mittels "Comet Lake" (CML) soll dann im Consumer-Segment (sprich noch außerhalb der extra HEDT-Modelle) ein Zehnkern-Prozessor angeboten werden – interessanterweise weiterhin in der 14nm-Fertigung. Ausgangspunkt für dieses Gerücht sind die Postings von Foren-User 'chrisdar' – was laut der PC Games Hardware allerdings eine solide Quelle mit bekannten (und passenden) Leaks in der Vergangenheit darstellt. Jener Foren-User scheint seine Informationen von einem Meeting bei einem von Taiwans vielen Mainboard- und Zubehörherstellern herzuhaben, in welchem jene Comet-Lake-Generation derart genannt wurde:

I heard that CML-S 10C.
Comet Lake-S 14nm 10C only mentioned at the meeting.
But the supply current needs 250A to 10C.
CFL-S 8C has to be 19XA. XX Lake 10C pulls a 250A, but it doesn't matter.

Quelle:  User 'chrisdar' im PTT.cc-Forum am 8. November 2018 (maschinelle Übersetzung ins Englische)

Bislang galt es eigentlich als gesichert, das Intel zum Jahresanfang 2019 mittels des zweiten Teil des Coffee-Lake-Refreshs die Core i-9000 Serie komplettiert – und sich nachfolgend darauf konzentriert, zum Jahresende 2019 endlich die ersten 10nm-Prozessoren unters Volk zu bringen. Eine weitere Prozessoren-Generation noch im Jahr 2019 läßt sicherlich die Überlegung offen, das Intels 10nm-Pläne wieder einmal nicht aufgehen und Intel somit nochmals zum Mittel einer Refresh-Generation mit mehr CPU-Kernen greifen muß – wie ja auch Coffee Lake nichts anderes als dies ist (sprich ein Skylake-Refresh mit mehr CPU-Kernen). Denkbar auch, das Intel zwar tatsächlich 10nm-Prozessoren zum Jahresende 2019 liefern kann, dies dann aber nur Mobile-Modellen werden und das Desktop-Segment eine andere Lösung benötigt. Gegen diese These spricht allerdings, das Golem "Comet Lake" erst kürzlich dem Ultrabook-Bereich zugeordnet haben. Wirklich klar ist es damit derzeit noch nicht, was nun den Anlaß zu Comet Lake gegeben hat und wie sich Intels mittelfristige Roadmap damit ändert – wahrscheinlich wird sich diese Information auch erst ergeben, wenn (eines fernen Tages) Ice Lake wirklich herauskommt.

Wie in der originalen Aussage schon angemerkt, dürfte Comet Lake mit 10 CPU-Kernen unter weiterhin der 14nm-Fertigung nicht ohne höheren Strombedarf zu realisieren sein. Denn die (leider nur stichpunktartigen) Anmerkungen kann man durchaus dahingegend auslegen, das Intel jene Comet-Lake-Zehnkerner nicht wirklich bei ihrem Stromverbrauch limitiert, sondern das in der Spitze dann auch 25% mehr Stromverbrauch stehen kann (gleichlautend wie die Anzahl der CPU-Kerne ansteigt). Ob dies noch mit aktuellen Mainboards realisierbar ist, bleibt unklar – wobei mittels Comet Lake bei Intel dann eigentlich schon wieder der üblichen Sockel-Wechsel nach zwei CPU-Generationen anstehen könnte, welcher sowieso neue Mainboards erfordert. Dennoch würde man für Consumer-Prozessoren mit diesem Verbrauch sicherlich schon in ungesunde Bereiche hineingehen, selbst wenn diese Prozessoren unter typischen Office-Aufgaben oder auch im Spieleeinsatz (da dort zumeist eine Grafikkarten-Limitierung vorherrscht) ihren Maximalverbrauch natürlich nie erreichen. An dieser Stelle wird dann insbesondere der Quervergleich mit AMDs 2019er Prozessoren interessant, denn dort sollte deren 7nm-Fertigung eigentlich dafür sorgen, das eine Desktop-übliche TDP nicht maßlos (wie beim Coffee-Lake-Refresh) durchbrochen wird.

Jene 2019er AMD-Prozessoren basierend auf der Zen-2-Architektur dürften wohl letztlich den Grund dafür darstellen, das Intel das Jahr 2019 nicht allein mit den Coffee-Lake-Prozessoren durchhalten will. Denn entweder ist Ice Lake terminlich zu spät oder aber zu wenig potent – in jedem Fall soll es nun ein Intel-Zehnkerner gegenüber Ryzen 3000 richten. Dies kann man genauso auch als Hinweis darauf ansehen, das AMD im Consumer-Bereich zukünftig ebenfalls mehr als 8 CPU-Kerne anbieten wird – die Zen-2-Generation soll ja im generellen Maßstab die Kern-Anzahl verdoppeln können (wobei nicht gesagt ist, das AMD diese Möglichkeiten auch gleich komplett ausfährt). Sofern AMD seine Pläne bei Zen 2 halbwegs erfüllen kann, wird es für Intel in jedem Fall schwer, mit 14nm-Technik noch mithalten zu können – ob nun mittels des Coffee Lake Refreshs mit 8 CPU-Kernen oder aber mittels Comet Lake mit 10 CPU-Kernen. Derzeit geht man allgemein von einem Jahresmitte-Start von Comet Lake aus – die originale Quelle gibt hierzu keinen Hinweis, aber dieser Termin wäre angesichts der bisherigen Releasestrategie von Intel sicherlich naheliegend.

AMD Intel
Januar 2019 - zweite Welle von Coffee Lake (Consumer, 14nm)
Frühjahr 2019 Ryzen 3000G (Zen+, APU, 12nm) -
Frühling/Sommer 2019 Threadripper 3000 (Zen 2, HEDT, 7nm) Cascade Lake (HEDT, 14nm)
Sommer 2019 - Comet Lake (Consumer, 14nm)
Sommer/Herbst 2019 Ryzen 3000 (Zen 2, Consumer, 7nm) -
Die Angaben dieser Tabelle sind natürlich rein spekulativ.