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Neue Intel Prozessoren-Roadmap präzisiert die kurz- und mittelfristigen Intel-Pläne für das Jahr 2016

Die SweClockers bringen eine neue Intel Prozessoren-Roadmap daher, welche irgendwie irrtümlich mit für "Desktop-Prozessoren" gedacht betitelt ist, am Ende jedoch Intels komplette Planungen für das Consumer-Segment zwischen dem vierten Quartal 2015 und dem vierten Quartal 2016 aufzeigt. Damit ist diese Roadmap hochaktuell und wohl ziemlich akkurat an, was die kurz- und mittelfristige Zukunft bei Intel bringen wird Ein eingebundener Produktions-Fahrplan macht zudem einige der genannten Termine klarer – bzw. eher den noch gar nicht so genau festzulegenden Launch diverser neuer Intel-Produkte deutlich.

Denn obwohl beispielsweise Broadwell-E in der (oben stehenden) eigentlichen Roadmap am Anfang des zweiten Quartals 2016 (und damit dem April 2016) eingezeichnet ist, ergibt der (unten stehende) Produktionsfahrplan ein Zeitfenster von 17. bis 24. Kalenderwoche 2016 (April bis Juni), worauf der Launch-Zeitpunkt von Intel selbst auch inzwischen auf das späte zweite Quartal 2016 eingeschätzt wird. Anders formuliert: Aller Wahrscheinlichkeit nach zieht Intel Broadwell-E vom bisher wahrscheinlichen CeBIT-Termin nunmehr auf die Computex, welche wie üblich Anfang Juni 2016 über die Bühne gehen wird.

Dies hängt auch mit eher fliegenden Start des Skylake-Refreshs "Kaby Lake" zusammen, welcher trotz des Status als (nahezu) reine Refresh-Generation trotzdem nicht als großer Launch an einem einzelnen Tag vorgestellt werden wird. Vielmehr sind im Sommer 2016 die ersten Notebook-Modelle mit zwei Rechenkernen sowie TDPs von 15 und 28 Watt zu erwarten, während das Desktop-Portfolio mit zwei und vier Rechenkernen sowie TDPs von 35, 65 und 95 Watt gar erst im vierten Quartal 2016 zu erwarten ist: Die Vierkerner dürften frühestens im Oktober 2016 den Anfang machen, die Zweikerner werden dann frühestens kurz vor Jahresschluß 2016 folgen – gut möglich, daß daraus dann auch erst der Januar 2017 wird. Damit kommt Kaby Lake faktisch noch später als erwartet – was man als deutliches Zeichen dafür werten kann, daß die nachfolgende Cannonlake-Architektur (in erstmals der 10nm-Fertigung) nun nicht unbedingt gleich am Jahresanfang 2017 ansteht. Bisher spricht man bezüglich Cannonlake von Sommer 2017 – aber auch hier ist ein Launch in mehreren Wellen zu erwarten, welcher sich dann sicherlich bis zum Jahresende 2017 hinziehen wird.

Als weitere Bestätigung des späten Kaby-Lake-Launches sowie damit des (vergleichsweise) langen Lebenszyklus der aktuellen Skylake-Generation kann man den späten Launch von Skylake-Vierkernern mit GT4e-Grafiklösung im Zeitfenster viertes Quartal 2016 bis erstes Quartal 2017 deuten – zu diesem Zeitpunkt soll es eigentlich schon Kaby Lake in breiter Ausführung geben, aber womöglich wird jener Skylake-Refresh nicht mit dieser GT4e-Grafiklösung aufgelegt. Dahinter verbirgt sich der Skylake-Maximalausbau an Grafik-Ausführungseinheiten von 72 Stück (vergleichsweise 576 Shader-Einheiten bei AMD oder nVidia) samt einem eingebetteten eDRAM von bis zu 128 MB Größe. Leider will Intel das ganze wieder nur auf eine TDP von 65 Watt limitieren – was angesichts der leistungsfähigen integrierten Grafik auf vergleichsweise niedrige Prozessoren-Taktungen hindeutet.

Hierbei scheint an Intel immer noch etwas die Begeisterung der Enthusiasten-Szene ob der (hochinteressanten) Performance der Broadwell Desktop-Modelle speziell im Spieleeinsatz vorbeigegangen zu sein, wo der integrierte eDRAM trotz klar niedrigerer CPU-Taktraten für konkurrenzfähige Resultate und teilweise sogar Spitzenplazierungen zugunsten von Broadwell sorgte. Die aus dieser Sicht ideale CPU würde natürlich besser eine kleine GT2-Grafklösung tragen, dafür auf jeden Fall den eDRAM – und dann eben ordentliche CPU-Takraten samt einer TDP von 95 Watt aufweisen. Aber Intel muß derzeit natürlich nicht das liefern, was der Markt oder die Enthusiasten-Szene gerne hätte – es reicht, sein Programm irgendwie herunterzuspielen, von AMD kommt derzeit (leider) bis zum Launch der Zen-Architektur Ende 2016 nur minimale bis gar keine Gegenwehr. Demzufolge ist es auch kein Wunder, daß Intel gemäß dieser neuen Roadmap und auch anderer Anzeichen seine Release-Fahrpläne eher etwas streckt – man ist derzeit nicht zur maximalen Performance gezwungen und kann es sich vielmehr leisten, das eine oder andere bewußt in der Hinterhand zu behalten.