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Hardware- und Nachrichten-Links des 20. Februar 2015

Laut PC Perspective bieten in den USA die großen Onlinehändler Amazon & Newegg inzwischen breitflächig Kompensationen auf den (früheren) Kauf einer GeForce GTX 970 an, welche sich üblicherweise zwischen 20-30% des Kaufpreises als Gutschrift bewegen. Dies bedeutet wohl, daß trotz das die Medien sich inzwischen zumeist anderen Themen zugewandt haben, das Nutzerinteresse an diesem Fall nach wie vor hoch ist – und die Händler letztlich durch die vielen Nutzerrückfragen zu diesem Schritt getrieben wurden. Zugleich darf man vermuten, daß gerade die genannten großen Händler nun ihrerseits Druck auf nVidia ausüben werden, sich zumindest an den Kosten für diese Kompensationen zu beteiligen – und gegenüber OEMs und Händler sollte nVidia aufgeschlossener sein als gegenüber Endkunden. Dies dürfte aber auch weiterhin ohne offizielle Wortmeldung seitens nVidia erfolgen, da nVidia die GTX970-Affäre ganz augenscheinlich blank auszusitzen versucht.

Die PC Games Hardware hat BIOS-Updates für Broadwell Desktop-Prozessoren entdeckt, welche Asus seinen Z97-Mainboards spendiert hat. Dies deutet erst einmal darauf hin, daß Intel weiterhin vorhat, Broadwell auch in den Desktop-Bereich zu entsenden – wenngleich eine Änderung an diesen Plänen noch in letzter Minute genauso wenig ausgeschlossen werden kann. Dabei erübrigt sich im eigentlichen die Diskussion, ob Broadwell für den Desktop nun noch antritt oder nicht: Der Sprung gegenüber Haswell ist Intel-typisch viel zu gering, um von Haswell ausgehend auf Broadwell aufzurüsten – und für Neukäufer ist die nur wenige Monate später erscheinende Skylake-Architektur interessanter, weil mit viel mehr Innovationen verbunden als Broadwell. Gerade da von Skylake nun ein komplettes Produktportfolio – inklusive also K-Modellen – erscheinen soll, braucht Broadwell im Desktop eigentlich niemand mehr großartig zu interessieren.

Gemäß DailyTech soll sich Microsoft nun doch wenigstens etwas bezüglich des Designstils von Windows 10 bewegen und wird in der finalen Version im Desktop-Einsatz wieder diverse AeroGlass-Effekte anbieten – seitens DailyTech schon einmal als "Modern Glass" tituliert. Konkret wird soll es sich um Glass- und Transparenz-Effekte handeln, welche Windows 10 wieder erhalten soll – wenngleich oftmals nicht in dem von Windows 7 her bekannten Ausmaß. Ob dies die grundsätzliche Kritik an der Designstilrichtung von Windows 10 verstummen läßt, darf bezweifelt werden – auch auf dem neuen, von Microsoft stammenden Foto sieht es immer noch prinzipiell wie ein Windows 8 aus – aber wenigstens werden damit die Optikwünsche vieler Nutzer erfüllt. Und je mehr Microsoft diese kleineren Zugeständnisse macht, um so mehr Nutzer werden am Ende auch bereit sein, die Kröte im ganzen zu schlucken bzw. mit dem Resultat letzlich leben zu lernen.

Golem berichten über die chinesische Spielekonsole "Obox", welche im Gegensatz zu anderen China-exklusiven Produkten Anfang 2016 den Sprung in die westliche Welt wagen will. Abweichend von Xbox One und Playstation 4 kann die Obox dabei dank HDMI 2.0 mit einer 4K-Bildausgabe auftrumpfen. Der Begriff "4K-Konsole" ist allerdings dennoch etwas übertrieben, denn die Hardware der Obox ist mit einem 32bittigem Tegra K1 weit unterhalb des Niveaus der aktuellen Spielekonsolen, vielleicht wird gerade so das Niveau der Wii U erreicht. Dafür dürfte die Obox aber wohl dank des Android 4.4 Betriebssystems Zugriff auf alle unter Android sowieso schon vorhandenen Spiele haben, hinzu kommen einige vom Hersteller selber entwickelte Spiele sowie eine Kooperation mit dem französischem Spielepublisher Gameloft. Ob man sich in der westlichen Welt gegenüber der wohl viel besseren Grafik von Xbox One und Playstation 4 durchsetzen kann, bleibt abzuwarten – vermutlich existiert hierzulande kein wirklich großer Markt für eine Billig-Spielekonsole, diesen Job übernehmen gewöhnlich Tablet & Smartphone.

Der Spiegel hat den neuesten Gesetzesentwurf zur Änderung des Telemediengesetzes vorliegen, welcher sich mit freien WLANs und der Störerhaftung bei jenen beschäftigt. Entgegen dem offiziell formulierten Ziel, in Deutschland mehr freie WLANs zu schaffen, würde die neue Rechtslage jedoch nur freie WLANs im gewerblichen Betrieb – wie von Unternehmen & Behörden – von der Störerhaftung ausnehmen, nicht jedoch privat betriebene freie WLANs. Unter letztere dürften dann leider auch Intitiativen wie die Freifunker fallen, welche rein technisch zwar die größten WLAN-Netze bilden, jedoch unter der neuen Rechtslage auch weiterhin keine Störerhaftung in Anspruch nehmen könnten. Aber selbst die unter die neue Rechtslage fallenden gewerblichen WLANs müssen den Zugriff von "außenstehende Dritten" durch Verschlüsselung verhindern. Dem ausgegebenen Ziel von flächendeckend freien WLAN-Netzen entsprechen alle diese Einschränkungen somit überhaupt nicht.

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Neuer 3DTester-Artikel: Für das Büro optimierte USB-Sticks

Im Geschäftsalltag müssen USB-Sticks andere Anforderungen erfüllen, als im privaten Umfeld. Der Markt hat dies längst erkannt und präsentiert hierfür zahlreiche spezialisierte USB-Sticks, die sich für solche Aufgaben gerüstet sehen. Klassische Bedürfnisse dürfen dabei aber nicht außen vor bleiben. Auch diese Speichersticks müssen sich also – neben ihrer Spezialisierung – in Sachen Geschwindigkeit, Qualität, Handhabe und Preis beweisen.

Für das Büro optimierte USB-Sticks

Wir wollen uns ein paar dieser speziellen Office-Sticks nächer ansehen, die Idee dahinter ergründen und feststellen, wie und ob sie sich für den Büro-Alltag eignen. Der Schwerpunkt unseres Test liegt daher in der Handhabung. Dennoch wollen wir auch klassische Merkmale wie die Geschwindigkeit nicht außer Acht lassen. In unserem Test findet sich der SanDisk Cruzer Orbit, der Verbatim Clip-it, der Toshiba TransMemory Black und der Xlyne File/it ... zum Artikel.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 19. Februar 2015

Laut den SweClockers (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) kommen unterhalb des Fiji-Chips in der Radeon R300 Serie nur Rebrandings – im genauen werden hierzu die Grafikchips Hawaii, Tonga und Bonaire genannt. Dies entspricht grob dem, was wir kürzlich zur Radeon R300 Serie geschrieben hatten – mit den kleinen Unterschieden, das wir "Grenada" als Hawaii-Umbenennung benannt sowie für das Mainstream-Segment "Trinidad" anstatt Bonaire genannt hatten. Bei Trinidad ist aber letztlich derzeit noch nicht klar, ob es sich hierbei nicht doch auch um ein Rebranding handelt – gemäß der technischen Daten wäre es dann eigentlich ein Rebranding von Pitcairn (da angeblich mit einem 256 Bit DDR Speicherinterface ausgerüstet), aber diesbezüglich ergeben sich aufgrund der unsicheren Informationslage noch einige Spielräume. Sofern sich SweClockers hoffentlich nicht auf unsere Meldung beziehen, sondern ihre eigenen Quellen haben, kann man es somit als bestätigt ansehen, daß AMD die Radeon R300 Serie nur mit einem wirklich neuen Grafikchip antreten wird – und selbst wenn man sich partiell irrt, dann mit maximal zwei neuen.

Dies werden natürlich viele Grafikkarten-Käufer nicht gerade gutheißen – schließlich ist der Vergleich zu nVidias Maxwell-Generation gerade so schön, welche aus mindestens drei neuen Grafikchips bestehen wird. Vergessen wird dabei jedoch, daß nVidia in aller Regel – die Maxwell-Generation ist hierzu die Ausnahme – zu einer Grafikchip-Generation immer zwei Grafikkarten-Generationen auflegt, wo also dieselben Chips noch einmal für eine komplett neue Grafikkarten-Serie rebrandet werden (Beispiele: Fermi als GeForce 400 & 500, Kepler als GeForce 600 & 700). Jeder Grafikchip-Entwickler hat also seine eigene Rebranding-Strategie – wobei nVidias Strategie den Vorteil hat, wenigstens ab und zu mal mit komplett neuen Grafikchips in den Markt zu kommen, während AMD bei seiner Strategie ständig irgendwelche Rebranding-Lösungen mit sich herumschleppt. Auflösen lassen wird sich dies erst mit der kommenden 14/16nm-Fertigung ab dem Jahr 2016: Dann werden die noch vorhandenen 28nm-Lösungen aufgrund erheblicher Nachteile bei Energieeffizienz und Herstellungskosten hoffentlich schnell und vor allem durchgehend abgelöst werden.

Im Zuge der anlaufenden 14nm-Fertigung von Samsung hat Intel betont, daß seine 14nm-Fertigung natürlich doch noch einmal etwas kleiner ist als die entsprechenden Angebote von Samsung und TSMC. Bei Heise gibt es eine entsprechende Übersicht ausgewählter Größen-Parameter, wonach Intel unter 14nm immer noch gute 19% kleiner ist als Samsung, bei einem beliebten Flächenvergleich sind es immerhin noch 9,7% weniger Chipfläche. Daß sich die Ansätze verschiedener Halbleiter-Fertiger bei der nominell gleichen Fertigungsstufe etwas unterscheiden, ist jedoch nicht wirklich neu – und am Ende zählt sowieso allein das herauskommende Ergebnis. Zudem steht Intel auch nicht in direktem Wettbewerb mit GlobalFoundries, Samsung und TSMC, da sich Intel bislang kaum als Auftragsfertiger profilieren konnte (und auch für viele Fertigungsaufträge aufgrund des direkten Konkurrenzverhältnisses mit dem Auftraggeber kaum geeignet ist). Eher interessant an den ganze Größenangaben ist da schon, wie weit alle Auftragsfertiger von den offiziell angebenen 14 bzw. 16 Nanometern weg sind: Die kleinsten benannten Abstände liegen bei 42nm (Intel) bzw. 48nm (Samsung & TSMC).

Gemäß dem Swiss IT Magazine wird Microsoft den Windows-XP-Support für (zahlende) Business-Kunden ab dem April glatt doppelt so teuer machen: Anstatt 200 Dollar pro Gerät und Jahr werden es dann 400 Dollar pro Gerät und Jahr – die Obergrenze pro Unternehmen bzw. Organisation steigt dann ebenfalls von 250.000 auf 500.000 Dollar. Dies macht bei den ganz großen Unternehmen & Behörden wohl nicht so viel aus, bei kleineren Unternehmen wird es dagegen teuer – auf ein paar Jahre gerechnet kann man dafür komplett neue Computer kaufen, anstatt weiterhin auf Windows XP gefangen zu sein. Dies dürfte wohl auch Microsoft erste Intention bei dieser Maßnahme gewesen sein, schließlich will man Windows XP schon seit Jahren zurückdrängen und hat dabei bislang nur eher maßvolle Erfolge erzielen können. Nebennutzen der Preissteigerung sind natürlich die höheren Einnahmen bei jenen Microsoft-Kunden, die aus irgendwelchen nachvollziehbaren Gründen wirklich bei Windows XP bleiben müssen.

Und am Ende könnten diese Preissteigerungen auch eine ganz profane Ursache haben: Je mehr Nutzer aus diesem Programm aussteigen, um so höher müssen die Preise für die verbleibenden Nutzer ausfallen – schließlich kostet die Microsoft-Arbeit am Windows-XP-Support höchstwahrscheinlich genauso viel, egal wie viele Kunden das Windows-XP-Supportprogramm noch hat. In jedem Fall deutet die Preissteigerung den verbliebenen Nutzern an, wohin der Weg geht: Nämlich daß es eines Tages unendlich teuer werden wird, Windows XP noch am Leben zu erhalten – und daß man daher besser verstärkt nach anderen Lösungen suchen sollte. Insbesondere für diverse Behörden, welche einfach nur aus Nachlässigkeit die Umstellung weg von Windows XP viel zu spät angefangen haben, dürfte dies ein nützlicher Warnhinweis sein (sofern man nicht schon längst im "sind-alles-eh-nur-Steuergelder"-Modus ist).

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nVidia wird die Treiber-Übertaktung von mobilen Maxwell-Chips wieder zulassen

In einer schnellen Entscheidung hat nVidia in seinem GeForce-Forum angekündigt, die seit kurzem bestehende Übertaktungs-Sperre für Maxwell-basierte Mobile-Grafiklösungen mit dem nächsten Treiber-Release im März wieder aufzuheben. Erstaunlicherweise zählen die von nVidia hierzu vorgebrachten Argumente der (angeblichen) Systeminstabilität sowie der Reduzierung der Langlebigkeit nun nicht mehr – wobei man immer schon darüber diskutierte, das jene Argumentation eigentlich nur vorgeschoben sei. Nun scheint sich aber zumindest jenes Problem in Wohlgefallen auflösen zu lassen:

Our recent driver update disabled overclocking on some GTX notebooks. We heard from many of you that you would like this feature enabled again. So, we will again be enabling overclocking in our upcoming driver release next month for those affected notebooks.

If you are eager to regain this capability right away, you can also revert back to 344.75.
Quelle: nVidia

Dabei konnte man durchaus nVidias ursprünglicher Argumentation folgen, das Notebooks – bis auf Einzelfälle von vom Hersteller stark heruntergetakteten Grafikchips – eigentlich nicht wirklich für das Übertakten von Grafikchips gedacht sind und keinesfalls seitens des Notebook-Herstellers diesbezüglich getestet werden. Im Gegensatz zu einem Desktop-System existiert in einem Notebook auch keine natürliche Reserve bei Kühlleistung, Netzteil-Stärke und Luftzirkulation, ist eine Übertaktung also immer mit einem gewissen Risiko unwägbarer Folgen verbunden. Um jenes Risiko zu vermindern, wäre eine Übertaktungssperre durchaus nicht verkehrt – natürlich niemals nachträglich, sondern immer nur bei neuen Produkte und immer auch mit der Möglichkeit, daß sich der Notebook-Hersteller bei einzelnen Produkten eigenverantwortlich darüber hinwegsetzen kann.

Aber möglicherweise war hier nVidia der insgesamte Eindruck wichtiger, unabhängig davon wie wenige Notebook-Nutzer wirklich übertakten: Wenn nVidias Mobile-Lösungen keinerlei Übertaktung unterstützen, AMDs Mobile-Lösungen hingegen schon, dann ergibt dies nur für wenige Notebook-Käufer einen echten Unterschied beim konkreten Produktkauf, läßt aber für alle Marktteilnehmer nVidias Mobile-Lösungen als "nicht gleichwertig" zu AMDs Mobile-Lösungen dastehen. Dieser Punkt ist rein psychologischer Natur, weil wie gesagt nur ein Bruchteil der Nutzer wirklich im Notebook übertaktet – aber eben dennoch für alle Nutzer vorhanden und zudem überaus klar dastehend. An dieser Stelle angekommen haben dann wohl die Markenstrategie-Verantwortlichen bei nVidia übernommen und die ganze Aktion zurückgepfiffen.

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Die Grafikkarten-Performance unter Grey Goo

Die PC Games Hardware hat sich die Grafikkarten-Performance unter Grey Goo angesehen, dem neuen Echtzeitstrategie-Spiel unter Beteiligung einiger C&C-Veteranen. Nicht untypisch für Echtzeitstrategie ist unter 1920x1080 sehr vieles CPU-limitiert – erst unter der 4K-Auflösung von 3840x2160 tritt jene CPU-Limitierung zurück, wenngleich dort nur wenige HighEnd-Grafikkarten die 30-fps-Marke überspringen. Unter der FullHD-Auflösung von 1920x1080 erreichen schnellere Grafikkarten wie gesagt umgehend das CPU-Limit von knapp über 60 fps, dafür aber kommen natürlich auch viele Mainstream-Modelle noch ganz vernünftig mit:

Grey Goo – 1920x1080 MaxQuality + FXAA (Quelle: PCGH)
AMD HD7000 AMD R200 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 7770 250X 650Ti
30-39 fps 7790
7850
260
260X
650Ti-Boost
660
750
750Ti
40-49 fps 7870 265
270
660Ti 760
50-59 fps 7870-Boost
7950
7950-Boost
270X
280
285
670
680
770 960
ab 60 fps 7970
7970-GHz
280X
290
290X
Titan 780
Titan Black
780Ti
970
980

Durch die hohe CPU-Limitierung wird versteckt, daß das Spiel auf AMD-Grafikkarten etwas besser läuft als auf nVidia-Grafikkarten – wenigstens daran zu sehen, daß die Anzahl der notierten AMD-Grafikkarten etwas größer ausfällt als die Anzahl der notierten nVidia-Grafikkarten. Auf nVidia-Seite haben zudem die Maxwell-basierten Beschleunigern – was auch die GeForce GTX 750 Serie einschließt – ein paar Vorteile gegenüber den Kepler-basierten Beschleunigern. Die von der PC Games Hardware daneben angestellten CPU-Skalierungstests ergeben daneben den Punkt, daß das Spiel zwar auf (Intel-basierten) Zweikerner immer noch gut läuft, durchschnittliche Frameraten ab 60 fps aber selbst einem Core i7-4790K eine Übertaktung abverlangen. Die in der Tabelle genannten Frameraten sind also nur erreichbar, wenn gleichzeitig auch eine sehr potente CPU im System ist.

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nVidia Geschäftsergebnisse Q4/2014: Rekorde an nahezu allen Fronten

Mittels seiner Geschäftsergebnisse für das vierte Quartal (welches bei nVidia abweichend vom Kalender von November bis Januar läuft) sowie das Gesamtjahr 2014 (welches bei nVidia das fiskalische Jahr 2015 darstellt) konnte Grafikchip-Entwickler nVidia auch mal wieder etwas positives vermelden: Umsätze und Gewinne lagen sowohl für das Quartal als auch für das Gesamtjahr überall besser als in den jeweiligen Vergleichzeiträumen sowie nahezu durchgehend auf Rekordniveau. Gegenüber dem Vorquartal konnte der Umsatz um 9%, der nominelle Gewinn um 31% und der operative Gewinn um 38% gesteigert werden – wohlgemerkt ausgehend von einem schon hohen Niveau im vierten Kalenderquartal 2013. Die Zugewinne auf das Gesamtjahr sind noch beachtlicher: +13% beim Umsatz, +43% beim nominellen Gewinn sowie +53% beim operative Gewinn sprechen die überdeutliche Sprache, daß es nVidia derzeit wirtschaftlich blendend geht.

Q4/2013 Q1/2014 Q2/2014 Q3/2014 Q4/2014
Umsatz 1144 Mio. $ 1103 Mio. $ 1103 Mio. $ 1225 Mio. $ 1251 Mio. $
Gewinn 147 Mio. $ 136 Mio. $ 128 Mio. $ 173 Mio. $ 193 Mio. $
operativer Gewinn 166 Mio. $ 151 Mio. $ 163 Mio. $ 213 Mio. $ 231 Mio. $
Für Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.

Klarer Hauptträger des exzellenten Geschäftsverlaufs im vierten Quartal war die GPU-Sparte, welche erstmals bei über 1 Milliarde Dollar Quartalsumsatz herauskam (1073 Mill. $) – dies ist nun sogar mehr als das dreifache dessen, was die GPU-Sparte bei AMD erwirtschaftet. Das Tegra-Geschäft lief hingegen wieder einmal schwächer (112 Mill. $), nachdem es zur Jahresmitte eher nach einem gewissen Rebound dieser Sparte aussah. Hier muß nVidia weiterhin zusehen, besser in die Spur zu kommen, schließlich kann man technologisch einiges – dies muß sich dann aber irgendwann auch in klingende Münze umwandeln lassen. Zudem war und ist das Tegra-Geschäft als langfristig zweites Stützbein von nVidia gedacht, davon ist jenes mit einem aktuellen Verhältnis von nahezu 1:10 zum GPU-Geschäft wieder einmal sehr weit entfernt.

Aufgrund der guten Geschäftszahlen nVidias über das ganze Jahr hinweg fallen die Zahlen für das Gesamtjahr natürlich ebenfalls überaus gut und nahezu durchgehend auf Rekordniveau aus. nVidia ist nunmehr das dritte Jahr in Folge über der Grenze von 4 Milliarden Dollar Umsatz herausgekommen und hat dabei mit dem 2014er Ergebnis sogar die Summe von 5 Milliarden Dollar Umsatz im mittelfristigen Visier. Ab dieser Marke könnte man dann sogar AMD gefährlich werden, welche derzeit weit unter einstigen Höhen bei ca. 5,5 Mrd. Dollar Umsatz herumlavieren – und AMD hat wohlgemerkt nicht nur ein GPU-, sondern auch ein CPU- sowie Konsolenchip-Geschäft.

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Umsatz 4,09 Mrd. $ 3,42 Mrd. $ 3,32 Mrd. $ 3,54 Mrd. $ 3,99 Mrd. $ 4,28 Mrd. $ 4,12 Mrd. $ 4,68 Mrd. $
Gewinn 0,79 Mrd. $ -0,03 Mrd. $ -0,07 Mrd. $ 0,25 Mrd. $ 0,58 Mrd. $ 0,56 Mrd. $ 0,43 Mrd. $ 0,63 Mrd. $
operativer Gewinn 0,83 Mrd. $ -0,07 Mrd. $ -0,10 Mrd. $ 0,25 Mrd. $ 0,64 Mrd. $ 0,64 Mrd. $ 0,49 Mrd. $ 0,76 Mrd. $
Für exakte Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.

Allerdings dürfte das Jahr 2015 für nVidia nominell gesehen wohl eher keinen großen Durchbruch mit sich bringen, dafür sind die Impulse durch neue Produkte einfach zu gering. Am Jahresanfang kam hierzu die GeForce GTX 960 in den Handel – welche aber erst einmal beweisen muß, daß sie im Massengeschäft wirklich gut ankommt, nachdem die Karte unter Enthusiasten nur eher schlechte Bewertungen erhalten hat. Die weitere Grafikchip-Roadmap sieht dann noch den Enthusiasten-Chip GM200 im zweiten Quartal auftauchen – aber danach dürften im Jahr 2015 nur noch Programmergänzungen der GeForce 900 Serie erscheinen. Ob jene nVidia so stark befeuern können, daß es zu neuen Höhenflügen reicht, wäre erst einmal zu bezweifeln. Bezogen auf das GPU-Geschäft scheint das kommende Jahr 2016 interessanter für nVidia zu werden, in diesem wird die Pascal-Architektur in der 14/16nm-Fertigung erwartet.

Zudem könnte sich der nVidia-Geschäftsverlauf bis zu einem gewissen Grad auch durch die GTX970-Affäre eintrüben – wobei stark abzuwarten bleibt, ob die diesbezügliche Stimmungslage im Enthusiasten-Segment irgendetwas bezüglich der ingesamten Verkaufszahlen ausrichten kann, welche natürlich klar vom Massenmarkt dominiert werden. Kleinere Auswirkungen hierdurch sind nicht unmöglich, größere Auswirkungen kämen dann schon überraschend. Davon abgesehen bleibt nVidia zur weiteren Umsatzsteigerung im Jahr 2015 immer noch die Möglichkeit größerer Tegra-Verkäufe – gerade weil diese Sparte derzeit mal wieder eher unterdurchschnittlich läuft, ergibt sich umgedreht natürlich auch ein viel größeres Potential, hieraus etwas bedeutsames zu machen. In der Summe der Dinge ist von nVidia für 2015 grob ein ähnlicher Geschäftsverlauf wie 2014 zu erwarten – ein deutlich besserer Geschäftsverlauf könnte sich wohl nur einstellen bei ungewöhnlichen Ereignissen oder aber einem deutlichen Sprung der Tegra-Sparte.

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