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AMD-eigene Benchmarks sehen die Radeon R9 Fury X um +9% vor der GeForce GTX 980 Ti

Unter anderem die PC Games Hardware zeigt die AMD-eigenen Benchmarks zur Radeon R9 Fury X, welche aus dem Reviewers Guide zur neuen, allerdings erst am 24. Juni zu erwartenden Enthusiasten-Grafikkarte stammen. Diese AMD-eigene Benchmarks wurden allesamt unter der 4K-Auflösung von 3840x2160 aufgenommen und zeigen die Resultate der Paarung GeForce GTX 980 Ti gegen Radeon R9 Fury X – was die neue AMD-Grafikkarte mit immerhin +9,0% über das gesamte Benchmark-Feld für sich entscheiden kann. Damit bestätigen sich grob die letzten Vorab-Benchmarks, welche ebenfalls eine gut 10%igen Performance-Differenz zwischen beiden Karten unter diversen 3DMark-Messungen ausgeworfen hatten, gerade unter der 4K-Auflösung.

Settings GeForce GTX 980 Ti Radeon R9 Fury X Gewinn
Assasins Creed: Unity 3840x2160 Medium FXAA 37,0 fps 39,3 fps +6,3%
Batman: Arkham Origins 3840x2160 8xMSAA 39,2 fps 46,2 fps +17,8%
Battlefield 4 3840x2160 Uktra 4xMSAA 46,6 fps 47,0 fps +0,9%
BioShock Infinite 3840x2160 Ultra+DoF 53,7 fps 53,9 fps +0,4%
Crysis 3 3840x2160 VeryHigh FXAA 34,1 fps 34,9 fps +2,1%
FarCry 4 3840x2160 Ultra SMAA 40,0 fps 45,3 fps +13,3%
Hitman: Absolution 3840x2160 High/Ultra FXAA 53,1 fps 55,9 fps +5,4%
Middle-Earth: Shadows of Modor 3840x2160 Ultra 44,4 fps 46,1 fps +3,8%
Sleeping Dogs 3840x2160 High FXAA 51,0 fps 62,4 fps +22,4%
Sniper Elite 3 3840x2160 Ultra 2xSSAA 35,0 fps 39,7 fps +13,4%
The Elder Scrolls V: Skyrim 3840x2160 Ultra 8xAA 81,7 fps 92,8 fps +13,6%
The Witcher 3: Wild Hunt 3840x2160 Ultra Hairworks=off 33,7 fps 38,0 fps +13,0%
Thief 3840x2160 VeryHigh 40,0 fps 41,9 fps +4,8%

Sicherlich sind Hersteller-eigene Benchmarks in aller Regel hinterfragenswert – aber AMD hat die Sache ganz gut gelöst, indem man ebenfalls die benutzten Settings vollständig zur Verfügung gestellt hat. Damit kann man diese Zahlen nicht nur nachprüfen, sondern auch AMD besonders liegende Einstellungen herausfiltern – wie beispielsweise Witcher 3 mit deaktiviertem Hairworks oder der Einsatz des generell AMD liegenden Sleeping Dogs. Doch selbst wenn man letzteres herausläßt, sinkt der Performance-Unterschied nur auf +7,9% – die reine Anzahl an Benchmark-Titeln verhindert, daß Benchmark-Ausreißer einen zu großen Einfluß nehmen. Insofern ist durchaus erwartbar, daß die nächste Woche real gemessene 4K-Performance der Radeon R9 Fury X ähnlich gut aussieht – und damit letztlich sogar die GeForce GTX Titan X geschlagen werden kann, da jene auf die GeForce GTX 980 Ti wie bekannt nur 4-5% oben drauf legen kann.

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Launch der Radeon R300 Serie: Erste Testberichte gehen online

Mit der Radeon R300 Serie kommt heute das Brot- und Butter-Geschäft von AMDs neuem Grafikkarten-Angebot in den Handel, welches unsexy erscheinen mag, aber ebenfalls wichtig ist – im eigentlichen sogar wichtiger als die nachfolgenden Fury-Grafikkarten an der absoluten Leistungsspitze. Schließlich werden hiermit Lösungen für den Preisbereich von 100 bis 450 Euro geboten, wo der Hauptteil aller Grafikkarten verkauft wird. Natürlich muß sich die Radeon R300 Serie zuerst an der vorhergehenden Radeon R200 Serie messen, gerade da die zugrundeliegenden Grafikchip dieselben sind und laut den an dieser Stelle schon ausgebreiteten offiziellen Spezifikationen nur die Taktraten in geringem Umfang verändert wurden.

Wichtig ist bezüglich der neuen Radeon R300 Serie damit eine solide Einordnung im Performance-Feld der bekannten Lösungen (sprich die Ermittlung der exakten Abstände der einzelnen Karten zueinander), eine Prüfung des Stromverbrauchs auf etwaige Verbesserungen hin und dann vor allem eine Preis/Leistungs-Betrachtung basierend auf den Listenpreisen sowie den ersten einfliegenden Straßenpreisen, gerade im Vergleich zur Radeon R200 Serie. Sicherlich will alle Welt derzeit mehr Informationen (und vor allem Benchmarks) zu den Fury-Karten sehen, aber auch diese Aufgaben zu den Radeon R300 Modellen müssen erledigt werden. Die ersten Testberichte (primär zur Radeon R9 390X) tröpfeln nunmehr erstaunlich vereinzelt herein (die nachfolgende Linkliste wurde daher am frühen Abend um die neu hereingekommenen Testberichte ergänzt), die Diskussion zum Launch im Forum läuft derzeit schon – und zu einem späteren Zeitpunkt wird unsere diesen Launch analysierende Auswertung nachfolgen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 17. Juni 2015

Seitens Golem kommen die kompletten Präsentationsfolien zur Radeon R300 Serie, welche auch die Folien mit den offiziellen Spezifikationen enthalten. Jene offiziellen Spezifikationen wurden an dieser Stelle schon auf Basis der Angaben auf AMDs Produktwebseiten ausgeblättert – die Präsentationsfolien sind faktisch identisch, mit einer kleinen Ausnahme: Der Speichertakt der Radeon R7 360 wird seitens der entsprechenden Präsentationsfolie mit "nur" 3250 MHz angegeben (wie bei der Radeon R7 260X), auf AMDs Produkt-Webseiten steht dagegen nach wie vor eine Bandbreiten-Angabe, welche 3500 MHz entspricht. Vermutlich dürften es aber nicht mehr als jene 3250 MHz werden, dafür sprechen die Taktraten-Angaben zu diversen Herstellermodellen der Radeon R7 360.

AMD Radeon R7 360 Spezifikationen
AMD Radeon R7 360 Spezifikationen
AMD Radeon R7 370 Spezifikationen
AMD Radeon R7 370 Spezifikationen
AMD Radeon R9 380 Spezifikationen
AMD Radeon R9 380 Spezifikationen
AMD Radeon R9 390 & 390X Spezifikationen
AMD Radeon R9 390 & 390X Spezifikationen

In unserem Forum ist dann noch die Präsentations-Folie zur Radeon R9 Nano in voller Schönheit aufgetaucht – welche auch den maximalen Stromverbrauch der Karte mit 175 Watt nennt. Die TDP dürfte darunter liegen und wird derzeit auf 150 Watt geschätzt – viel Overclocking-Reserven gibt es da (im Gegensatz zu den anderen Fury-Modellen) nicht, aber dies ist bei dieser Karte auch nicht so gedacht. Mit der Radeon R9 Nano soll faktisch das Performance-Niveau der Radeon R9 290X zu nahezu der Hälfte von deren Stromverbrauch geboten werden – keine Karte also für die allerhöchsten Performance-Ansprüche, aber eine ideale Lösung für begrenzte Platz-, Stromversorgungs- und Abluftverhältnisse, wie beispielsweise auch bei Gehäusen für externe Grafikkarten. Die teilweise zur Radeon R9 Nano genannten nur 2 GB HBM-Speicher dürften allerdings Nonsens sein – aufgrund des Aufbaus eines HBM-Stacks würde man dann auf die Hälfte des Speicherinterfaces verzichten, was der Karte enorm an Performance kosten würde. Bezüglich des Namens sind im übrigen noch nicht alle Messen gelesen: Es gibt auch AMD-Folien, wo die Karte "Radeon R9 Fury Nano" genannt wird – doch egal, ob das "Fury" nun im offiziellen Kartennamen auftaucht oder nicht, die Nano gehört so oder so zur Fury-Serie.

Ebenfalls in unserem Forum wird nochmals auf eine HBM-Präsentation hingewiesen, in welcher Speicherchiphersteller Hynix die Vorzüge des neuen Speichers ausführt. Der augenscheinliche Vorteil liegt angesichts des Fiji-Chips erst einmal darin, in der 28nm-Fertigung noch 4096 Shader-Einheiten auf ~600mm² Chipfläche quetschen zu können, ohne deswegen mit der Verlustleistung über 300 Watt gehen zu müssen. Das HBM-Interface des Fiji-Chips spart nicht nur ein gewisses Maß an Chipfläche gegenüber einem herkömmlichen GDDR5-Interface ein, sondern auch grob 50-80 Watt Strombedarf – nur damit konnte die Radeon R9 Fury X auf der gleichen TDP wie die (chiptechnisch um ein Viertel kleinere) Radeon R9 390X herauskommen. Interessanterweise verspricht Hynix für HBM-Speicher aber nicht nur geringeren Strombedarf und höhere Bandbreiten, sondern sogar niedrigere Latenzen (Seite 13 des PDFs) – allerdings ungünstigerweise verglichen nur mit gewöhnlichem DDR4-Speicher, so daß nicht klar ist, wie dieser Vergleich gegenüber GDDR5-Speicher ausgeht. In jedem Fall wird HBM (sowie der von Micron stammende, ähnlich aufgebaute Kontrahent HMC) die Zukunft des PC-Bereichs darstellen – und dies nicht nur bezogen auf Grafikkarten, sondern zukünftig mindestens auch auf APUs, wenn nicht sogar noch weitergehend.

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Erste 3DMark-Werte zu Radeon R9 390X, Fury & Fury X aufgetaucht

Es gab in der Vergangenheit zwar einige Vorab-Benchmarks zu Fiji-Grafikkarten, aber jene waren allesamt noch zu Zeiten aufgenommen, wo der exakte Grafikkartenname des Fiji-Chips noch nicht festgelegt wie auch nicht bekannt war. Die neuen, von der koreanischen Webseite IYD stammenden Benchmarks (dort nicht mehr zu finden, nur noch über den Google-Cache) zeigen hingegen bereits die exakten Grafikkartennamen "Radeon R9 Fury /X" an und sind demzufolge taufrisch. Leider gab es wieder einmal nur 3DMark-Werte – dafür ausgleichenderweise hinauf bis zu 8K-Auflösung von 7680x4320 Pixeln. Natürlich läßt sich derzeit die Echtheit dieser Zahlen nicht bestätigen – es kann nur die Zeit zeigen, ob diese Messungen korrekt sind bzw. zum insgesamten Performance-Bild der neuen Enthusiasten-Lösungen von AMD passen:

980 980Ti Titan X 290X 390X Fury Fury X
Speicherbestückung 4 GB 6 GB 12 GB 4 GB 8 GB 4 GB 4 GB
3DMark11 Performance 17566 21839 23278 15533 17091 21362 23308
3DMark11 Extreme 5685 7068 7533 5027 5531 6913 7543
3DMark13 SkyDiver 42279 54456 58557 36487 40926 53244 58865
3DMark13 FireStrike 13280 17105 18393 11461 12855 17110 19068
3DMark13 FireStrike Extreme 6237 8034 8639 5383 6038 8033 8955
3DMark13 FireStrike Ultra 3065 3949 4246 2645 2967 3947 4401
3DMark13 FireStrike Ultra 5K 1377 2219 2386 1188 1667 1773 1977
3DMark13 FireStrike Ultra 8K 149 241 1059 129 744 191 213
3DC Perf.Index 600% 730% 760% 520% ~560-580% ~700-730% ~770-810%
3DC 4K Perf.Index 75% 95% 100% 70% ~75-80% ~95% ~105%

In jedem Fall werden hiermit gewisse Vorgaben gemacht: Die Radeon R9 390X ordnet sich einmal mehr ca 11-12% vor der Radeon R9 290X ein – aber es ist unklar, welche 290X man hierbei genau benutzt hat, so daß der Performance-Unterschied zu den üblichen Hersteller-Modellen der 290X dann doch etwas kleiner ausfallen kann als jene 11-12%. Die Radeon R9 Fury X scheint in der Tat die GeForce GTX Titan X um 3-5% überrunden zu können – zumindest unter den 3DMark-Messungen, reale Spiele können aufgrund des geringen Abstandes dann auch andere Tendenzen aufzeigen. Und letztlich erscheint die Radeon R9 Fury ca. 10% schwächer als die Fury X herauszukommen – hier aber auch wieder mit dem Risiko, daß reale Spiele andere Differenzen ausweisen als ein 3DMark. Trotzdem wurden unter diesen Prämissen erst einmal entsprechende Prognosen für den 3DCenter Performance-Index abgegeben – welche somit die Radeon R9 Fury X leicht besser als die GeForce GTX Titan X, die Radeon R9 Fury auf Augenhöhe mit der GeForce GTX 980 Ti und die Radeon R9 390X etwas hinter der GeForce GTX 980 sehen.

Neben diesen ersten konkreteren Performance-Prognosen ist jenen Benchmark-Werten aber auch das Problem der Fury-Karten unter höheren Auflösungen als 4K zu entnehmen: Dann geht diesen 4-GB-Modellen augenscheinlich der Speicher aus, laufen GeForce GTX 980 Ti und Titan X sowie selbst die (mit 8 GB ausgerüstete) Radeon R9 390X plötzlich deutlich besser. Dies geht sogar soweit, daß unter 8K die Radeon R9 390X die Radeon R9 Fury X mit der mehr als 3fachen Performance regelrecht pulverisiert – wobei natürlich auch die anderen 4-GB-Grafikkarten dabei in ähnlicher Art und Weise "vernichtet" werden, dies ist kein auf die Fury-Karten beschränkter Effekt. Zudem wäre zu betonen, daß dieser Effekt unter 4K eben noch nicht vorhanden ist, nicht einmal andeutungsweise – erst ab 5K (und natürlich auch nur unter dem 3DMark13) fällt die Performance wegen Speichermangels so derart ab. All zu viel kann man daher aus diesen Zahlen noch nicht herauslesen – aber sie geben den Hinweis, daß heftige Performance-Verschlechterungen aufgrund Speichermangels bei Grafikkarten mit nur 4 GB Grafikkartenspeicher absolut möglich sind.

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Die offiziellen Spezifikationen zu AMDs Radeon R300 Serie

AMD war bislang erstaunlich schweigsam bezüglich exakter Spezifikationen zum Radeon R300 Portfolio, mittels eines internen Dokuments und den AMD Produkt-Webseiten lassen sich aber doch fast alle Punkte zu diesen erst am morgigen 18. Juni offiziell startenden Grafikkarten schon jetzt ermitteln. Große Überraschungen gibt es nicht mehr, allein die gleich 3500 MHz Speichertakt der Radeon R7 360 erscheinen ein wenig seltsam – noch dazu wo Herstellermodelle am Start sind, welche unterhalb dieses Speichertakts liegen (Update: hat sich inzwischen als höchstwahrscheinliche Fehlinformation herausgestellt, real sind es wohl 3250 MHz). AMD scheint hier diesesmal die Taktraten auch nach unten hin freigegeben zu haben – was dann sicherlich für haufenweise sich von den Spezifikationen her klarer, aber rein praktisch nur geringfügig unterscheidender Karten sorgen dürfte.

Radeon R7 360 Radeon R7 370 Radeon R9 380 Radeon R9 390 Radeon R9 390X
Chipbasis AMD Bonaire, 2,08 Mrd. Transistoren in 28nm auf 160mm² Chipfläche AMD Pitcairn, 2,8 Mrd. Transistoren in 28nm auf 212mm² Chipfläche AMD Tonga, 5,0 Mrd. Transistoren in 28nm auf 359mm² Chipfläche AMD Hawaii, 6,2 Mrd. Transistoren in 28nm auf 438mm² Chipfläche
Architektur GCN 1.1, DirectX 12.0 & Mantle GCN 1.0, DirectX 11.2a & Mantle GCN 1.2, DirectX 12.0 & Mantle GCN 1.1, DirectX 12.0 & Mantle
Technik 2 Raster-Engines, 768 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface 2 Raster Engines, 1024 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface 4 Raster-Engines, 1792 Shader-Einheiten, 112 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface 4 Raster-Engines, 2560 Shader-Einheiten, 160 TMUs, 64 ROPs, 512 Bit DDR Interface 4 Raster-Engines, 2816 Shader-Einheiten, 176 TMUs, 64 ROPs, 512 Bit DDR Interface
Taktraten ≤1050/3250 MHz ≤975/2800 MHz ≤970/2850 MHz ≤1000/3000 MHz ≤1050/3000 MHz
Speicherausbau 2 GB GDDR5 2-4 GB GDDR5 2-4 GB GDDR5 8 GB GDDR5 8 GB GDDR5
Stromstecker 1x6pol. 1x6pol. 2x6pol. 1x6pol. & 1x8pol. 1x6pol. & 1x8pol.
TDP 100W 110W 190W 275W 275W
TrueAudio
FreeSync
VSR
Perf.Index ~180-190% ~250% ~340-350% ~480-520% ~560-580%
4K-Index - - - ~65-70% ~75-80%
Listenpreis 109$ 149$ 199$ 329$ 429$
EU-Preis 115€ 160€ 210€ 350€ 450€

Die Euro-Preise entstammen dabei einer Meldung seitens Golem, entsprechend aber ziemlich exakt der normale Umrechnung Dollar zu Euro samt des Aufschlags der Mehrwertsteuer. Allerdings bleibt bei Radeon R7 370 & R9 380 weiterhin unklar, für welche Speicherbestückung jene Listen- und Europreise dann gemeint sind. Der Rest der Angaben läßt sich AMDs Webseite und Pressemitteilungen entnehmen – bestätigt wie gesagt durch ein internes Dokument, welches zusätzlich noch die jeweiligen TDP-Angaben nennt. Jenen ist dann auch zu entnehmen, daß alle vorherigen Träume über eventuell optimierte Grafikchips nicht der Realität entsprechen – die beiden Hawaii-basierten Radeon R9 390 /X Modelle werden mit 275 Watt TDP genannt, die Tonga-basierte Radeon R9 380 mit 190 Watt TDP, gleichlautend zu ihren Vorgängern aus der Radeon R200 Serie.

Obwohl natürlich aufgrund des Rebranding-Status reichlich "unsexy", macht AMD mit diesem Portfolio der Radeon R300 Serie trotzdem vieles richtig: Der alte Tahiti-Chip wird endgültig aufs Altenteil geschoben, womit featuretechnisch nur noch der Pitcairn-Chip der Radeon R9 370 nicht mehr mithalten kann (fehlend: DirectX 12 in Hardware sowie FreeSync und TrueAudio). Zumindest die Preise der drei schnelleren Modelle gehen wohl in Ordnung: Gerade die Radeon R9 390 erscheint sehr interessant, wenn jene tatsächlich mit 8 GB Speicher für 350 Euro und der Performance der Radeon R9 290X erscheinen sollte. Bei der Radeon R9 390X muß man dagegen noch sehen, wie hoch die Mehrperformance gegenüber der Radeon R9 290X wirklich ausfällt und ob sich damit deren Mehrpreis rechtfertigen läßt. Bei der Radeon R9 380 sieht es jetzt schon ganz passend aus – wenn zu den genannten 210 Euro dann sogar noch 4-GB-Modelle erscheinen sollten, wäre diese Tonga-basierte Grafikkarte urplötzlich sehr interessant fürs Performance-Segment.

Wie gesagt fallen demgegenüber die beiden langsameren Modelle etwas ab: Die Radeon R7 370 ist für 160 Euro teurer und langsamer als eine Radeon R9 270X – eine denkbar ungünstige Kombination. Die Radeon R7 360 wird zum ähnlichen Preis hingegen nicht an die Performance der Radeon R7 260X heranreichen können, auch hier stimmt der gewählte Preispunkt einfach noch nicht. Allerdings sind etwas zu teuer in den Handel gehende Mainstream-Modelle nichts ungewöhnliches, dies regelt sich im Normalfall in ein paar Wochen von alleine. Generell gilt für die gesamte Radeon R300 Serie sowieso, daß der interessierte Grafikkarten-Käufer hier immer zur featuregleichen Radeon R200 Serie schauen und eventuellen Schnäppchen-Angeboten aus dieser "alten" Serie problemlos den Vorzug geben kann.

Nachtrag vom 17. Juni 2015

Seitens Golem kommen die kompletten Präsentationsfolien zur Radeon R300 Serie, welche auch die Folien mit den offiziellen Spezifikationen enthalten. Jene offiziellen Spezifikationen wurden an dieser Stelle schon auf Basis der Angaben auf AMDs Produktwebseiten ausgeblättert – die Präsentationsfolien sind faktisch identisch, mit einer kleinen Ausnahme: Der Speichertakt der Radeon R7 360 wird seitens der entsprechenden Präsentationsfolie mit "nur" 3250 MHz angegeben (wie bei der Radeon R7 260X), auf AMDs Produkt-Webseiten steht dagegen nach wie vor eine Bandbreiten-Angabe, welche 3500 MHz entspricht. Vermutlich dürften es aber nicht mehr als jene 3250 MHz werden, dafür sprechen die Taktraten-Angaben zu diversen Herstellermodellen der Radeon R7 360.

AMD Radeon R7 360 Spezifikationen
AMD Radeon R7 360 Spezifikationen
AMD Radeon R7 370 Spezifikationen
AMD Radeon R7 370 Spezifikationen
AMD Radeon R9 380 Spezifikationen
AMD Radeon R9 380 Spezifikationen
AMD Radeon R9 390 & 390X Spezifikationen
AMD Radeon R9 390 & 390X Spezifikationen
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Die offiziellen Spezifikationen zur Radeon R9 Fury X und dem Fiji-Chip

Von überall her flattert die Präsentationsfolie mit den offiziellen Spezifikationen zur Radeon R9 Fury X herein, bestätigt inzwischen auch durch die Angaben auf AMDs Produkt-Webseiten. Alle Vorab-Prognosen mit 4096 Shader-Einheiten an einem 4096 Bit DDR HBM1-Speicherinterface samt 4 GB HBM1-Speicher waren demnach korrekt – genauso ist der Fiji-Chip aufgebaut und wird die Radeon R9 Fury X im Vollausbau des Fiji-Chips erscheinen. Offen waren allerdings noch einige Detailfragen, welche sich nun auch klären lassen: Die Anzahl der Raster Engines nennt AMD nicht offiziell, aber aus einem inoffiziell aufgetauchten Blockdiagramm lassen sich die weiterhin nur 4 verbauten Raster-Engines erkennen – wie bei den Vorgänger-Chips Tonga und Hawaii, welche allerdings jeweils deutlich weniger Shader-Einheiten damit füttern müssen.

Von der offiziellen Spezifikationsliste bestätigt werden dagegen die erwarteten 256 Textureneinheiten – und allerdings nur 64 Raster Operation Units (ROPs). Auch hier hatte man teilweise mehr erwartet, da der Hawaii-Chip schon 64 ROPs bietet – andererseits galt jene Anzahl beim Hawaii-Chip auch als leicht zu viel, insofern könnte dieselbe Anzahl beim Fiji-Chip nunmehr doch durchaus passend sein. Die TDP der Radeon R9 Fury X liegt bei 275 Watt, versorgt wird jene mit zwei 8poligen Stromsteckern – wobei das gesamte Grafikkarten-Design laut offizieller AMD-Angabe auf eine Strombelastung von bis zu 500 Watt ausgelegt ist. Die Checklisten-Features VSR, FreeSync, TrueAudio werden allesamt geboten, nur beim Thema HDMI zeigt man eine kleine Schwäche: Es gibt laut Nachfrage von Heise weiterhin nur HDMI 1.4a – nVidias letzte Karten sind da schon weiter, dort wird HDMI 2.0 geboten (wichtig für den Anschluß eines 4K-Fernsehers per HDMI mit 60 Hz Bildwiederholrate – mit HDMI 1.4a gibt es da maximal 30 Hz).

    AMD Radeon R9 Fury X

  • offiziell:  AMD Fiji-Chip (Vollausbau)
  • sicher:  28nm-Fertigung von TSMC
  • offiziell:  8,9 Milliarden Transistoren auf 596mm² Chipfläche
  • wahrscheinlich:  GCN-Architektur 1.2, Hardware-Support für DirectX 12.0
  • offiziell:  4 Raster-Engines
  • offiziell:  4096 Shader-Einheiten in 64 Shader-Cluster
  • offiziell:  256 Textureneinheiten (TMUs)
  • offiziell:  64 Raster Operation Units (ROPs)
  • offiziell:  4096 Bit DDR HBM1-Speicherinterface
  • offiziell:  4 GB HBM1-Speicher
  • offiziell:  Taktraten von ≤1050/500 MHz
  • offiziell:  Support für VSR, FreeSync, LiquidVR, FRTC, TrueAudio, Eyefinity, HD3D, CrossFire & HDMI 1.4a
  • offiziell:  2x8pol. Stromstecker & 275W TDP (das Design ist für bis zu 500W Stromverbrauch ausgelegt)
  • Performance-Richtung:  Gegner von GeForce GTX 980 Ti & Titan X
  • Launchtermin:  24. Juni 2015
  • Listenpreis:  649 Dollar (~700 Euro)

Am Ende hat eine der vielen herumschwirrenden Folien – bei PCOnline finden sich noch einige zusätzliche – dann doch noch einen gewissen Kracher zu bieten: Der Fiji-Chip ist tatsächlich (offiziell) 596mm² groß geworden – weit mehr als frühere AMD-Chips und faktisch genauso groß wie nVidias GM200-Chip (601mm²). Beide Grafikchip-Entwickler nutzen damit das, was in der 28nm-Fertigung machbar ist, nun wirklich bis an die Grenzen aus – mehr Performance ist unter dieser Fertigungstechnologie dann ganz sicher nicht zu erwarten.

AMD Fiji Chipdaten
AMD Fiji Chipdaten
AMD Fiji Blockdiagramm
AMD Fiji Blockdiagramm
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