Sowohl die ComputerBase als auch Expreview haben auf der Computex erste Exemplare der "GeForce GTX 760 Ti" entdeckt, welche wohl zur Mitte des Juni zu erwarten ist. Zu der früher schon genannten Karte existieren allerdings immer noch keine genaueren Hardware-Daten, nur das Speicherinterface mit 256 Bit DDR Breite und die Speichermenge von 2 GB GDDR5-Speicher sind bekannt. Das Design gleicht in jedem Fall der GeForce GTX 670 – und auf deren Leistungsniveau wird die GeForce GTX 760 Ti auch allgemein erwartet. Vermutlich wird es also 1344 Shader-Einheiten an dem genannten 256 Bit DDR Speicherinterface geben – die jeweiligen Taktrate werden dann entscheiden, ob die GeForce GTX 760 Ti langsamer oder schneller zur Hardware-technisch gleichen GeForce GTX 670 ausfällt.
Gegenüber der ComputerBase hat nVidia die GeForce 700 Serie gegenüber dem Argument verteidigt, hierbei alten Wein in neuen Schläuchen zu bekommen: Laut nVidia geht es bei einer neuen Generation nicht zwingend um eine neue Architektur oder neue Chips, sondern in erster Linie um das bessere Preis/Leistungs-Verhältnis. Ironischerweise hat AMD dem ganzen sogar beigepflichtet – wobei AMD ja selber in dieser Frage bezüglich der Architektur-gleichen Trinity & Richland nicht unbeleckt ist. Noch ironischer ist, daß die "Fachpresse" diesen Umstand, daß nVidia im Grafikkarten-Bereich schon seit Jahren versucht, einer regelrecht neuen Architektur einen Refresh auf Basis derselben Architektur und am besten sogar derselben Chips nachfolgen zu lassen, erst jetzt mit der GeForce 700 Serie so richtig realisiert.
Schließlich war dies bei den GeForce 400 & 500 Serie der Fermi-Architektur auch nichts anderes – die Hardware- und Performance-Unterschiede waren zwar seinerzeit größer, dies hing aber an in der originalen GeForce 400 Serie deaktivierten Hardware-Einheiten und nicht an einer Weiterentwicklung bei der GeForce 500 Serie. Selbst bei der früheren GeForce 8/9 Generation hatte nVidia schon versucht, weitgehend ohne neue Grafikchips zwei Generationen füllen zu können – die GeForce 200 Serie existierte dann schlicht sogar zwei Generationen lang mit Refresh-Chips nur im Rahmen derselben Serie. Im Endeffekt läuft bei nVidia alles darauf hinaus, mit nur einer Hardware-Entwicklung zwei Jahre bzw. zwei Generationen füllen zu können – die GeForce 700 Serie ist aus dieser Sicht überhaupt nichts besonderes, sondern nur das, was nVidia schon seit Jahren in ähnlicher Form baut.
Im Haswell-Review von HardOCP gibt es noch einmal eine schöne Aussage zu den generellen Haswell-Übertaktungsaussichten, bezogen auf einen Test seitens Asus mit mehreren hundert Prozessoren: Danach kam der Großteil der getesteten Haswell-Prozessoren selbst mit einer Wasserkühlung nur auf 4.5 GHz Takt, bemerkbare Anteile dann noch auf 4.6 und 4.7 GHz, während 4.8 GHz Takt nur noch ein Bruchteil der Testexemplare erreichten. Ohne Wasserkühlung dürften die Ergebnisse selbst mit hochwertiger Luftkühlung noch etwas niedriger liegen, so daß der bisherig genannte Durchschnittswert von 4.4 GHz für eine Haswell-Übertaktung als auf keinen Fall zu hoch angesetzt gelten kann. Etwas in der Schwebe sind allerdings noch die angegebenen Durchschnittswerte für Sandy & Ivy Bridge, welche laut der Foren-Diskussion in der Praxis höher liegen sollen als die derzeit notierten 4.5 GHz (was noch genauer zu eruieren sein wird).
Eine bei der chinesischen VR-Zone (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) aufgetauchte neue Intel-Roadmap zeigt an, was der Prozessorenbauer bis ins Jahr 2014 im Desktop-Segment plant. Dies entspricht weitgehend bisher schon bekannten Informationen, die Neuerungen liegen dann im Detail. Markante Punkte des in der Roadmap aufgezeigten Zeitraumes werden die Vorstellung von Ivy Bridge E zum Jahresende 2013, die Vorstellung eines Haswell-Refresh zur Jahresmitte 2014 und die Vorstellung von Haswell-E zum Jahresende 2014 sein.
Wie zu erwarten war, enthält die Roadmap keine Broadwell-Prozessoren – welche allerdings im Gegensatz zu den Aussagen der VR-Zone auch nicht verschoben wurden, sondern im Normalfall termingerecht zur Jahresmitte 2014 erscheinen sollten. Jene dann erstmals in 14nm gefertigten Broadwell-Prozessoren wird Intel allerdings nur im Mobile-Segment anbieten (im Desktop-Segment möglicherweise in verlöteter Form rein für OEMs), das Fehlen jener Prozessoren im Desktop-Segment ist eine bewusste produktpolitische Entscheidung Intels und kein Hinweis auf eine Verschiebung der gesamten Broadwell-Generation. Im Desktop-Segment erscheinen an dieser Stelle dann halt Refresh-Modelle von Haswell – sprich, es wird schlicht etwas mehr Taktrate für Haswell geben.
Interessant ist letztlich noch die Nennung von Haswell-E für das Jahresende 2014, weil hierfür (zumindest teilweise) erneut der Sockel 2011 von Sandy Bridge E und Ivy Bridge E genannt wird. Die konkrete Benennung in der Roadmap lautet "LGA 2011-3" und ist somit nicht ganz eindeutig – es könnte sich sowohl um einen generell abweichenden Sockel handeln als auch um zwei verschiedene Sockel (2011 und 2013) für zwei verschiedene Speichersorten. Schließlich wird Intel bei gewissen Server-Modellen von Haswell erstmals einen Support für DDR4-Speicher anbieten, ergo wäre es durchaus denkbar, daß mit Haswell-E hier ein erster Vorstoß von DDR4-Speicher ins Consumer-Segment unternommen wird.
| LowPower | Mainstream/Performance | Enthusiast | |
|---|---|---|---|
| Iststand | Cedarview 32nm, 2 Atom-Rechenkerne PowerVR-Grafik, DirectX 9 SingleChannel DDR3/1066 |
Haswell 22nm, 2-4 Haswell-Rechenkerne Intel-Grafik mit 10, 20 oder 40 Recheneinheiten sowie optionalem eDRAM, DirectX 11.1 Sockel 1150, DualChannel DDR3/1600 (Modell-Liste) |
Sandy Bridge E 32nm, 4-6 Sandy-Bridge-Rechenkerne keine integrierte Grafik Sockel 2011, QuadChannel DDR3/1600 (Modell-Liste) |
| September 2013 | Ivy Bridge E 22nm, 4-6 Ivy-Bridge-Rechenkerne keine integrierte Grafik Sockel 2011, QuadChannel DDR3/1866 |
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| H1/2014 | Valleyview 22nm, 2-4 Silvermont-Rechenkerne (neue Architektur) Intel-Grafik mit 4 Recheneinheiten, DirectX 11.0 DualChannel DDR3/1333 |
Broadwell 14nm (Refresh zu Haswell) nur im Mobile-Segment |
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| Ende 2014 | Haswell-E 22nm, Haswell-Rechenkerne keine integrierte Grafik Sockel 2011 mit QuadChannel DDR3 Sockel 2013 mit QuadChannel DDR4 |
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| H1/2015 | Airmont 14nm (Refresh zu Valleyview) |
Skylake 14nm (neue Architektur) |
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| 2016 | Skymont 10nm (Refresh zu Sky Lake) |
Zwei verschiedene Sockel bei Haswell-E und damit eine Wahlmöglichkeit des Käufers würden das ganze zudem abfedern können, wenn die Preise für DDR4-Speicher anfänglich noch zu hoch liegen sollten – eine sehr vorsichtige und damit allerdings auch wahrscheinliche Vorgehensweise Intels zur Markteinführung von DDR4-Speicher. Bei einem möglichen Markterfolg könnte dann die nächste Prozessoren-Generation für das Jahr 2015 – Skylake – eventuell schon ein DDR4-Speicherinterface in den Markt der "normalen" Consumer-Prozessoren bringen. Dies ist allerdings derzeit reine Spekulation, auch Intel dürfte sich in dieser Frage eher treiben lassen und sehen, was der Markt (zu welchem Preis) bereit ist anzunehmen.
Wie erwartet, hat Intel die noch fehlenden Zweikern-Modelle der Haswell-Architektur für den Notebook- sowie ganz besonders für den Ultrabook-Bereich schnell nachgereicht – schließlich dürfte sich dort der größere Teil des Notebook-Geschäfts und natürlich das komplette Ultrabook-Geschäft abspielen, was zusammen derzeit der Umsatzträger "Nummer 1" in einem Markt mit klar zurückgehendem Desktop-Anteil darstellt. Daß Intel irgendwelche Probleme mit den Zweikern-Haswells haben sollte, kann damit auch als "zurückgewiesen" betrachtet werden – die Zweikern-Modelle für den Desktop werden schlicht erst deswegen im vierten Quartal in den Markt treten, damit die ersten Produktionschargen ganz allein dem wichtigerem Mobile-Segment gehören.
| Notebooks 2C | Kerne | Taktraten | L3 | integrierte Grafik | TDP | Listenpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i7-4558U | 2 + HT | 2.8 GHz (TM 3.3 GHz) | 4 MB | HD 5100 (40AE) @ 200 MHz (TM 1200 MHz) | 28W | 454$ |
| Core i5-4288U | 2 + HT | 2.6 GHz (TM 3.1 GHz) | 3 MB | HD 5100 (40AE) @ 200 MHz (TM 1200 MHz) | 28W | 342$ |
| Core i5-4258U | 2 + HT | 2.4 GHz (TM 2.9 GHz) | 3 MB | HD 5100 (40AE) @ 200 MHz (TM 1100 MHz) | 28W | 342$ |
| Core i3-4158U | 2 + HT | 2.0 GHz | 3 MB | HD 5100 (40AE) @ 200 MHz (TM 1100 MHz) | 28W | 342$ |
| Alle Haswell-Prozessoren unterstützen offiziell maximal DDR3/1600-Speicher. | ||||||
Beachtenswert ist, daß Intel im Zweikern-Segment zwar einige Lösungen mit der großen GT3-Grafiklösung mit ihren gleich 40 Ausführungseinheiten auffährt, dort jedoch nirgendwo den eingebetteten Speicher mit oben drauf legt – jenen gibt es nur bei den Vierkern-Modellen mit GT3-Grafiklösung. Dies irritiert etwas, da der eDRAM als extra Chip gefertigt wird und daher eigentlich mit jedem der verschiedenen Haswell-Chips kombiniertbar erscheint – zudem ist gerade das Zweikern-Segment der primäre Einsatzort einer integrierten Grafiklösung. Im Desktop-Segment ist deren praktischer Einsatz generell zu bezweifeln und wer sich ein Notebook mit Mobile-Vierkerner zulegt, der dürfte dort kaum auf Varianten treffen, wo keine extra Grafiklösung beiliegt. Es darf hier also durchaus die Frage aufgestellt werden, ob die guten Performance-Werte der "Iris Pro 5200" genannten GT3-Grafiklösung mit eDRAM jemals in der Praxis abgerufen werden.
| Ultrabooks | Kerne | Taktraten | L3 | integrierte Grafik | TDP | Listenpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i7-4650U | 2 + HT | 1.7 GHz (TM 3.3 GHz) | 4 MB | HD 5000 (40AE) @ 200 MHz (TM 1100 MHz) | 15W | 454$ |
| Core i7-4550U | 2 + HT | 1.5 GHz (TM 3.0 GHz) | 4 MB | HD 5000 (40AE) @ 200 MHz (TM 1100 MHz) | 15W | 454$ |
| Core i7-4500U | 2 + HT | 1.8 GHz (TM 3.0 GHz) | 4 MB | HD 4400 (20AE) @ 200 MHz (TM 1100 MHz) | 15W | 398$ |
| Core i5-4350U | 2 + HT | 1.4 GHz (TM 2.9 GHz) | 3 MB | HD 5000 (40AE) @ 200 MHz (TM 1100 MHz) | 15W | 342$ |
| Core i5-4250U | 2 + HT | 1.3 GHz (TM 2.6 GHz) | 3 MB | HD 5000 (40AE) @ 200 MHz (TM 1000 MHz) | 15W | 342$ |
| Core i5-4200U | 2 + HT | 1.6 GHz (TM 2.6 GHz) | 3 MB | HD 4400 (20AE) @ 200 MHz (TM 1000 MHz) | 15W | 287$ |
| Core i5-4200Y | 2 + HT | 1.4 GHz (TM 1.9 GHz) | 3 MB | HD 4400 (20AE) @ 200 MHz (TM 850 MHz) | 11,5W | 304$ |
| Core i3-4100U | 2 + HT | 1.8 GHz | 3 MB | HD 4400 (20AE) @ 200 MHz (TM 1000 MHz) | 15W | 287$ |
| Core i3-4010U | 2 + HT | 1.7 GHz | 3 MB | HD 4400 (20AE) @ 200 MHz (TM 1000 MHz) | 15W | 287$ |
| Core i3-4010Y | 2 + HT | 1.3 GHz | 3 MB | HD 4200 (20AE) @ 200 MHz (TM 850 MHz) | 11,5W | 304$ |
| Alle Haswell-Prozessoren unterstützen offiziell maximal DDR3/1600-Speicher. | ||||||
Es ist noch die Intel-Erklärung zum "USB 3.0 Bug" von Haswell nachzureichen: Danach handelt es sich um keinen generellen Bug, vielmehr mag der USB-Controller der Haswell Mainboard-Chipsätze schlicht einen einzelnen anderen USB-Controller nicht, welcher ausschließlich auf diversen USB 3.0 Sticks verbaut wurde. Sobald beide USB-Controller zusammentreffen und ein Haswell-basierter Computer aus seinem Schlafmodus erwachen soll, kann es – als einzige Auswirkung – passieren, daß der USB-Stick neu erkannt wird anstatt wie regulär als schon im System angemeldet gilt. Dies würde sich durch die Windows-Meldung eines neu erkannten Wechseldatenträgers bemerkbar machen, einzelne Programme (genannt wurde der Adobe Reader) könnten auch bei einer vor dem Schlafmodus auf dem USB-Stick geöffneten Datei eine Fehlermeldung ausgeben. Ein Datenverlust droht aber nicht – weswegen Intel auch die Mainboard-Chipsätze in ihrem "fehlerhaften" C1-Stepping verkauft, ein gefixtes C2-Stepping wird es dann im August geben. Ein echter Fehler scheint das ganze allerdings nicht zu sein, noch dazu wo die Auswirkungen minimal und alle größeren Datenträger wie externe Festplatten sowieso nicht betroffen sind.
Zu den Haswell-Xeons mit den interessanten Preislagen wäre dagegen korrigierenderweise noch anzumerken, daß in der ursprünglichen Meldung die TurboMode-Taktraten der drei Xeon-Modelle zu niedrig angegeben waren (auf Basis eines offensichtlich veralteten Intel-Dokuments): Die Intel-Webseiten selber geben die beiden Modelle E3-1240 V3 und E3-1245V nunmehr exakt auf den Taktfrequenzen des Core i7-4770 von 3.4 GHz bzw. maximal 3.8 GHz Takt unter dem TurboMode an. Damit werden diese Prozessoren nochmals attraktiver, da sie nunmehr das gleiche wie der Core i7-4770 zum niedrigeren Preis anbieten. Der Xeon E3-1230 V3 läuft mit 3.3/3.7 GHz um jeweils 100 MHz langsamer, bietet einen dafür aber nochmals niedrigeren Preispunkt an.
Gegenüber der PC Games Hardware hat AMD den Trinity/Richland-Nachfolger "Kaveri" für den Anfang des vierten Quartals bestätigt – und zwar im inkompatiblen Sockel FM2+, welcher wegen Änderungen an der Stromversorgung von Kaveri notwendig wurde (genaueres zur Sockelkompatibilität gibt es in einer zweiten Meldung der PCGH). Interessant ist, daß Kaveri ursprünglich doch einmal mit drei Shader-Clustern und damit 192 Shader-Einheiten samt dem Support von GDDR5-Speicher geplant gewesen war, dies jedoch (zugunsten von zwei Shader-Clustern und damit 128 Shader-Einheiten samt einem DDR3-Speicherinterface) fallengelassen wurde – was beiderseits früheren Gerüchten entspricht. Noch viel interessanter wäre natürlich zu wissen, ob hiervon irgendetwas deaktiviert im finalen Kaveri-Design steckt, um dann beispielsweise in einer späteren Ausbaustufe reaktiviert zu werden.
BSN berichten von TSMCs 2013er Technology Symposium über die zukünftigen von TSMC angebotenen Fertigungsverfahren, welche der Auftragsfertiger allerdings (natürlich) wieder in den allerleuchtendsten Farben malt. Die hierzu gezeigte Roadmap mit den Fixpunkten 20nm in 2013, 16nm in 2014 und 10nm in 2016 entspricht allerdings der schon im Januar gezeigten TSMC-Fertigungsroadmap – und unsere Einschätzung hierzu deckt sich genauso: Zwischen Fertigstellung eines neuen Fertigungsverfahrens und der Auslieferung von in Massenfertigung hergestellter entsprechender Chips vergehen einige Monate, bei großen Grafikchips tendentiell mehr als bei kleinen SoCs. Die kürzliche Meldung über erste Qualcomm-SoCs seitens der 20nm-Fertigung von TSMC erst zum Ende des ersten Halbjahres 2014 zeigt deutlich an, daß zwischen Roadmap und Realität der Auslieferung finale Produkte durchaus ein gutes Jahr liegen kann.
Die Gerüchte gibt es schon seit einigen Wochen, wirklich glaubwürdig war dies jedoch nie: Bulldozer-Prozessoren mit 5 GHz fallen schon allein deswegen aus dem Rahmen, weil handelsübliche FX-8350 Prozessoren sich nur mit Mühe an den Rand von 5 GHz übertakten lassen, ohne 5 GHz allerdings zu erreichen – von der dabei explodierenden Stromaufnahme einmal ganz abgesehen. AMD hat es augenscheinlich dennoch geschafft, denn im Rahmen der Computex hat Mainboard-Hersteller Gigabyte mit der Vorstellung eines für diese Prozessoren geeigneten Mainboards jene faktisch bestätigt, wie die SweClockers (mittels klarem Fotobeweis) aufzeigen können.
Dabei sollen ein FX-8770 mit noch unbekannten Taktraten sowie ein FX-9000 mit 4.8 GHz Base-Takt und 5.0 GHz TurboCore-Takt in den Markt kommen – gegenüber dem bisherigen Topmodell FX-8350 mit 4.0 GHz Base-Takt und 4.2 GHz TurboCore-Takt ein Sprung um immerhin jeweils 800 MHz. Dafür soll aber auch TDP von 125W auf satte 220W hochgehen, was spezielle Mainboards – wie eben jenes Gigabyte-Modell – mit entsprechend starken Spannungswandlern erfordert. Auch das Kühlsystem müsste angepasst werden, möglicherweise liefert AMD diese Prozessoren auch gleich nur mit Wasserkühlung ab Werk aus. Über die Preislage dieser beiden neuen Prozessoren ist dagegen noch nichts bekannt – den Spott für AMD, nur mit nahezu verdoppelter Stromaufnahme gegenüber Intel irgendwie eine vergleichbare Performance hinzubekommen, dürfte es in jedem Fall kostenlos oben drauf geben.
| Takt | Technik | TDP | Listenpreis | Release | |
|---|---|---|---|---|---|
| FX-9000 | 4.8 GHz (TC max. 5.0 GHz) | 8 Vishera-Kerne (4 Module), 8 MB L2, 8 MB L3 | 220W | ? | Sommer 2013 |
| FX-8700 | unbekannt | 8 Vishera-Kerne (4 Module), 8 MB L2, 8 MB L3 | 220W | ? | Sommer 2013 |
| FX-8350 | 4.0 GHz (TC max. 4.2 GHz) | 8 Vishera-Kerne (4 Module), 8 MB L2, 8 MB L3 | 125W | 195$ | |
| FX-8320 | 3.5 GHz (TC max. 4.0 GHz) | 8 Vishera-Kerne (4 Module), 8 MB L2, 8 MB L3 | 125W | 153$ | |
| FX-6350 | 3.9 GHz (TC max. 4.2 GHz) | 6 Vishera-Kerne (3 Module), 6 MB L2, 8 MB L3 | 125W | 132$ | |
| FX-6300 | 3.5 GHz (TC max. 4.1 GHz) | 6 Vishera-Kerne (3 Module), 6 MB L2, 8 MB L3 | 95W | 112$ | |
| FX-4350 | 4.2 GHz (TC max. 4.3 GHz) | 4 Vishera-Kerne (2 Module), 4 MB L2, 8 MB L3 | 125W | 122$ | |
| FX-4300 | 3.8 GHz (TC max. 4.0 GHz) | 4 Vishera-Kerne (2 Module), 4 MB L2, 4 MB L3 | 95W | 108$ | |
| Alle Bulldozer/Vishera-Prozessoren kommen im Sockel AM3+, welcher durch die AMD-Chipsätze der 7er, 8er und 9er Serien bedient wird. Als Speicher wird durchgängig maximal DDR3/1866 (offiziell) unterstützt. | |||||
Dabei ist die interessantere Frage, ob AMD mit diesem Taktraten-Sprung überhaupt etwas gewinnt – immerhin muß mehr Takt nicht zwingend zu mehr Performance in gleichem Maßstab führen, hängt dies an dem Punkt der Taktraten-Effizienz einer jeden Prozessoren-Architektur ab. Ausgehend von den bekannten Taktraten sollte ein FX-9000 bestenfalls 20% schneller als ein regulärer FX-8350 herauskommen, abzüglich von Effizienzverlusten können aber auch nur 15% Mehrperformance herauskommen. Und dies führt sofort zur nächsten Frage, ob dies denn überhaupt ausreichend ist – ausgehend vom eben nur passablen Leistungsniveau eines FX-8350 – um wirklich mit Intel konkurrieren zu können.
| FX-8350 | FX-9000 (Prognose) |
3770K | 4770K | |
|---|---|---|---|---|
| Anwendungs-Performance | 81,9% | 94-98% | 93,1% | 100% |
| Spieleunterstützungs-Performance | 71,3% | 82-85% | 92,4% | 100% |
Wenn man hierzu ausgehend von dem, was in den Haswell-Launchtests zum FX-8350 sowie zu den Intel-Topmodellen ausgemessen wurde, den FX-9000 versucht zu interpolieren, kommt man zu dem Ergebnis, daß ein FX-9000 mit 4.8/5.0 GHz Takt dem Haswell-Topmodell Core i7-4770 zwar sehr nahe kommen, jenes aber nicht überflügeln würde. Jeglicher Versuch von AMD, mit einem solchen Sondermodell für irgendeinen Wind zu sorgen, sollte allerdings natürlich wenigstens von diesem einem Erfolg auf der Performance-Seite begleitet sein – nur dann könnte man über die exorbitante Stromaufnahme und den (wahrscheinlich) genauso exorbitanten Preis hinwegsehen. Die 5 GHz erscheinen sehr viel – doch wahrscheinlich benötigt AMD am Ende noch mehr, um das eigentliche Ziel eines Performance-Kings zu erreichen.
Mit der Computex hat AMD am Morgen des 5. Juni auch seine eigentlich schon im März für das Mobile-Segment vorgestellte Richland-Architektur in Ablösung der Trinity-Architektur auch für Desktop-Belange in den Markt entlassen. Bei Richland handelt es sich wie bekannt nur um einen Refresh zu Trinity auf Basis derselben Technik – es gibt nur mehr Taktrate, welche allerdings mit runden +5% auf CPU- und iGPU-Seite nominell sehr handzahm ausfällt. Erstaunlicherweise holt AMD jedoch deutlich mehr aus dieser Ansetzung heraus als zu erwarten wäre: Die CPU-Leistung steigt zwar nur marginal, die iGPU-Leistung jedoch um grob 20 Prozent – was insbesondere nach Intels starken Auftritt mit der integrierten Haswell-Grafik wichtig für AMDs Ruf als Hersteller der besten integrierten Grafiklösungen ist. Die ersten Testberichte füllen schon das Web, eine Launch-Diskussion im Forum läuft ebenfalls schon – und eine Launch-Analyse unsererseits folgt, sobald der Wahn mit klar zu vielen Launches & Nachrichten rund um die Computex etwas abebbt.