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Hardware- und Nachrichten-Links des 19./20. November 2016

Hardware Unboxed haben sich in einem kleinen, feinen Artikel damit beschäftigt, wie sich die GeForce GTX 1050 Ti gegen die altherwürdige GeForce GTX 680 schlägt – anno 2012 immerhin einmal das seinerzeitige Topmodell von nVidia. Beide Karten liegen in unserem Performance-Index auf dem gleichen Wert von 360%, die Benchmarks von Hardware Unboxed sehen allerdings einen gewissen Vorteil der GeForce GTX 1050 Ti von 7,1%. Hier dürfte (neben der kleinen Werksübertaktung des benutzten MSI-Modells) vor allem der Mehrspeicher der GeForce GTX 1050 Ti mit hineinspielen – noch exakter wäre dieser Test gewesen, hätte man gegen ein 4-GB-Modell der GeForce GTX 680 getestet (und jegliche Werksübertaktung vermieden). Nichtsdestotrotz ist es beeindruckend, wie tief nVidia diese einstmalige HighEnd-Performance der GeForce GTX 680 inzwischen anbietet – die GeForce GTX 1050 Ti ist schließlich klare Mainstream-Ware zu einem Preispunkt von 139 Dollar, während die GeForce GTX 680 seinerzeit für 499 Dollar vorgestellt wurde.

In einem anderen Artikel haben sich Hardware Unboxed der Performance der neuen Sub-200-Dollar-Lösungen angenommen – und mit einem Test von immerhin 25 Benchmark-Titeln sehr breit vermessen. Dabei hat man auch 2- und 4-GB-Versionen der Radeon RX 460 eingeladen, genauso war natürlich die generell nur mit 2 GB Speicher verfügbare GeForce GTX 1050 dabei. Die Bildqualitätssettings wurden allerdings dahingehend geregelt, das jene Speichermenge keinen besonders großen Performance-technischen Nachteil ergibt – gut zum Vergleich dieser 2-GB-Lösungen, allerdings natürlich für die ebenfalls mitgetestete Radeon RX 470 ein wenig handzahm. Leider wurden hierbei wiederum werksübertaktete Lösungen angesetzt (wenngleich mit üblicherweise geringfügigen Werksübertaktungen), so das der Vergleich nicht gänzlich korrekt ist. Das Endergebnis kommt überraschenderweise trotzdem sehr nahe an unseren FullHD Performance-Index heran – wohl eine Auswirkung des sehr breiten Benchmark-Feldes sowie des Umstands, das per Zufall alle Werksübertaktungen eine ähnlich (geringe) Übertaktungshöhe hatten. In jedem Fall kann man hieran wirklich gut sehen, was für Performance man derzeit im Sub-200-Dollar-Feld erhält.

460-2GB 460-4GB 1050 1050Ti 470
Schnitt der Benchmarks (460-2GB = 100%) 100% 106,4% 117,7% 136,3% 178,1%
Schnitt der Benchmarks (470 = 100%) 56,1% 59,8% 65,6% 76,3% 100%
FullHD Performance-Index 260% - 310% 360% 480%
Abweichung aktuelle Benchmarks vom Index gering - minimal minimal (Ausgangswert)

Die FAZ vermeldet Pläne der deutschen Bundesregierung, dem Bundeskartellamt zukünftig auch den Verbraucherschutz für das Internet als Aufgabe zu übertragen. Ob sich hieraus eine wirksame Verbesserung auf Verbraucher-Seite ergibt, bleibt zuerst den konkreten Beschluß und dann natürlich die praktische Arbeit abzuwarten – ganz besonders viel Hoffnung sollte man sich allerdings nicht machen, denn vollkommen unzuständig war das Bundeskartellamt für das Internet bisher auch nicht. Die besondere Schwierigkeit des Internets liegt natürlich darin, das die großen Marktteilnehmer meistens ausländische Unternehmen sind – und das Bundeskartellamt aus seiner Geschichte heraus primär auf die Regulierung des rein bundesdeutschen Marktes unter hier ansässigen Unternehmen ausrichtet ist. Gebraucht werden also zuerst Ansatzpunkte gegenüber diesen internationalen Unternehmen, hierzu könnte eine bessere Gesetzeslage durchaus nutzvoll sein. Ein schlagkräftiger und schnell reagierender Verbraucherschutz für das Internet könnte dann tatsächlich eine Wohltat gegenüber all zu viel Wildwuchs darstellen, wird aber auch mindestens genauso schwierig in die Praxis umzusetzen sein.

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Wie stark fehlen 14/16nm HighEnd/Enthusiasten-Grafikkarten von AMD?

Wie bekannt dominieren im HighEnd- und Enthusiasten-Segment derzeit die Angebote von nVidia. Konkurrent AMD hat in der 14/16nm-Generation derzeit schlicht keine entsprechenden Grafikkarten aufgelegt, überläßt dieses Feld somit komplett nVidia. Was sicherlich die Frage herausfordert: Wie stark fehlen diese 14/16nm HighEnd/Enthusiasten-Grafikkarten von AMD – ob nur als Konkurrenzangebote zu nVidia oder aber für die eingeschworenen AMD-Enthusiasten, welche wirklich auf diese Modelle warten.

Warte wirklich händeringend darauf.
30% (549 Stimmen)
Es wäre wichtig, diese Option zu haben.
41% (761 Stimmen)
Nett, aber wahrscheinlich nur zu Konkurrenzzwecken interessant.
20% (361 Stimmen)
Uninteressant, da wohl zu spät erscheinend.
9% (175 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 1846
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Hardware- und Nachrichten-Links des 18. November 2016

Bei GameGPU hat man sich die Grafikkarten-Performance von "Call of Duty: Modern Warfare Remastered" angesehen – der aufgehübschten Version des 2007er Shooter-Hits. Trotz der neuen Optikpracht bleiben die Performane-Anforderungen maßvoll, wenn unter FullHD selbst eine GeForce GTX 750 Ti noch bei 43 fps herauskommt (im Originalspiel bei 107 fps liegend). Nur für höhere Auflösungen braucht es wirklich schnellere Grafikkarten: Unter WQHD reichen Radeon R9 280X & GeForce GTX 770 für jeweils 45 fps, unter UltraHD sind hierfür immerhin schon Radeon R9 Nano & GeForce GTX 980 vonnöten. Grafikkartenspeicher-seitig belegt das Spiel zwischen 4 GB (FullHD) und 6 GB (UltraHD) – wobei unklar ist, ob weniger Speicher wirklich Performance- oder Flüssigkeitsnachteile bedeutet, da keine Benchmarks mit 2-GB-Grafikkarten vorliegen (und moderne Spielengines die Tendenz haben, den Grafikkartenspeicher generell voll zu belegen, egal ob aus Performance- oder Flüssigkeitsgründen heraus notwendig). In jedem Fall läßt sich konstatieren, das Call of Duty: Modern Warfare Remastered eine dankbare Aufgabe für heutige Hardware ist, selbst jene des Einsteigerbereichs – eine 2007er Spieleengine (welche schon seinerzeit eher auf möglichst hohe Frameraten optimiert war) läßt sich eben nicht so sehr aufplustern, als daß jene fast 10 Jahre später jetzt plötzlich noch aktuelle Hardware schocken könnte.

WinFuture vermelden eine (halbe) Aussage von Microsoft-Manager Phil Spencer zur Preislage der Xbox Scorpio – mittels welcher jener ausdrückte, das die kommende neue Spielekonsole von Microsoft als HighEnd-Modell auch einen ebensolchen Preis haben wird. Genauer wurde dies nicht ausgeführt bzw. die weitere Aussage, das es mehr werden wird als bei der Xbox One S (299 Dollar), ist natürlich selbstverständlich angesichts des wesentlich höheren Hardware-Aufwands bei der Xbox Scorpio. Die spannende Frage hierbei lautet demzufolge: Wird es eventuell mehr als bei PS4 und PS4 Pro werden, welche zu ihrem Launch jeweils 399 Dollar kosteten? Die höherwertige Technik der Xbox Scorpio sowie der frühere Launchpreis der Xbox One von 499 Dollar spricht eigentlich eher dafür, das sich Microsoft erneut an einem höheren Preispunkt versuchen wird – und mit der wie gesagt höherwertigen Technik im Rücken könnte dieses Modell im Gegensatz zum früheren Zweikampf von Xbox One vs. PS4 sogar eine gewisse Zugkraft entwickeln.

Microsoft Nintendo Sony
2013er Konsolen Xbox One
1,3 TFlops @ 68 GB/sec, 8 GB RAM, 499$ -> 399$
- Playstation 4
1,8 TFlops @ 176 GB/sec, 8 GB RAM, 399$ -> 349$
neue Einsteiger-Konsolen Xbox One S
1,4 TFlops @ 68 GB/sec, 8 GB RAM, 299$
Switch
angenommen ~0,5-0,8 TFlops, 4 GB RAM, ~200-250$
verfügbar ab März 2017
Playstation 4 Slim
1,8 TFlops @ 176 GB/sec, 8 GB RAM, 299$
neue HighEnd-Konsolen Xbox Scorpio
~6 TFlops @ 320 GB/sec, 12 GB RAM, ~450-500$
verfügbar ab Weihnachten 2017
- Playstation 4 Pro
4,2 TFlops @ 218 GB/sec, 9 GB RAM, 399$
verfügbar ab 10. November 2016

Allerdings muß Microsoft aus der vorhandenen höherwertigeren Technik dann auch wirklich mehr machen – einfach nur einen etwas leistungsfähigeren SoC zu einem höheren Preis anzubieten, reicht im Konsolen-Business (auch angesichts der Software-Kompatibilität zu den jeweiligen Vorgängermodell) nicht aus. Nichtsdestotrotz – 450 Dollar für die Xbox Scorpio sind angesichts der 399$ für die PS4 Pro absolut denkbar, auch 500 Dollar für die Xbox Scorpio noch nicht außerhalb des wahrscheinlichen. Würde Microsoft den gleichen Preis wie Sony ansetzen, müsste man hingegen voraussichtlich ein Minus bei der Hardware einkalkulieren – und die Zeiten von großen Hardware-Subventionen, die erst langfristig wieder eingespielt werden, sind sicherlich vorbei, das hat die aktuelle Konsolengeneration in ihrer Kurzlebigkeit gezeigt. Neben dem exakten Preis zur Xbox Scorpio bleibt zudem weiterhin der offizielle Preis der Nintendo Switch offen – erste Vorlaunch-Preise gehen in Richtung 230 Dollar, was angesichts der klar geringeren Hardware-Power der Nintendo-Konsole durchaus angemessen wäre.

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AMD legt zwei neue Spielebundle auf: Civilization VI für die Radeon RX 480, Doom (2016) für AM3-Mainboards

Chipentwickler AMD hat zwei neue Spielebundle aufgelegt: Zum einen gibt es für den Kauf einer Radeon RX 480 ab sofort "Civilization VI" umsonst, zum anderen für den Kauf eines AM3-Mainboards "Doom (2016)" umsonst. Letztgenannte Aktion dürfte das letzte Halali der bisherigen AMD-Prozessoren darstellen, da ab den jetzt in den Markt kommenden Bristol-Ridge-Prozessoren AMD bekannterweise schon auf den Sockel AM4 umstellt. Die AM3-Aktion lief schon am 27. Oktober 2016 los und wird bis zum 27. Januar 2017 durchgeführt, die RX480-Aktion läuft hingegen ab dem 15. November 2016 und endet am 15. Januar 2017 (oder früher, wenn die von AMD eingekauften Spiellizenzen aufgebraucht sind).

Wie üblich bei Spielebundle-Aktionen gilt auch hier, daß der genannten AMD-Hardware – gekauft bei einem an der Aktion teilnehmenden Händler – entsprechende Gutscheine beiliegen, welche auf einer speziellen AMD-Webseite dann in Download-Codes eingelöst werden können. Bei der Hardware-Bestellung ist auf das Vorhandensein eines entsprechenden AMD-Gutscheins in der Angebotsbeschreibung zu kontrollieren, da nicht jeder Händler an dieser Aktion teilnimmt und selbst bei den teilnehmenden Händler nicht jedes Produktangebot Teil dieser Aktion sein muß. Dies gilt insbesondere bei der AM3-Aktion, da hier laut AMD nur wertige AM3-Mainboards teilnehmen sollen.

Aktionszeitraum Inhalt des Spielebundles
Radeon RX 480 15. November 2016 bis spätestens 15. Januar 2017 Spiel "Civilization VI"  (Einlöse-Webseite)
AM3-Mainboard 27. Oktober 2016 bis spätestens 27. Januar 2017 Spiel "Doom (2016)"  (Einlöse-Webseite)
GeForce GTX 1070 & 1080
GeForce GTX 1070 "Mobile" & 1080 "Mobile"
20. September 2016 bis spätestens 30. Oktober 2016 Spiel "Gears of War 4"  (Einlöse-Webseite)
Radeon R9 390 & 390X 15. September 2016 bis spätestens 15. November 2016 Spiel "Doom (2016)"  (Einlöse-Webseite)
Anmerkung: Aktion gilt nicht in Deutschland
Radeon RX 480 13. September 2016 bis spätestens 18. Oktober 2016 Upgrade von "Battlefield 1" auf die "Early Enlister Deluxe Edition"
GeForce GTX 970, 980 & 980 Ti
GeForce GTX 1060, 1070 & 1080
GeForce GTX 970M, 980M & 980/Notebooks
GeForce GTX 1060 "Mobile", 1070 "Mobile" & 1080 "Mobile"
24. August 2016 bis spätestens 19. September 2016 "Paragon Game Ready Pack" mit 1000 Paragon-Coins für "Paragon"  (Einlöse-Webseite)
FX-6xxx & FX-8xxx Prozessoren 23. August 2016 bis spätestens 14. November 2016 Spiel "Deux Ex: Mankind Divided"  (Einlöse-Webseite)
GeForce GTX 950 & 960
GeForce GTX 950M & 960M
9. August 2016 bis spätestens 3. Oktober 2016 ein von zwei Spielen: "Dead By Daylight" oder "Hard Reset Redux"  (Einlöse-Webseite)
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Hardware- und Nachrichten-Links des 17. November 2016

Heise rollen ein (vorgebliches) Problem von AMDs Grafikkarten aus, welches allerdings im eigentlichen ein Problem des HDMI-Standards darstellt. Denn auch mittels HDMI 2.0a/b steht HDMI zu wenig Bandbreite zur Verfügung, um 4K mit 60 fps samt 4:4:4 Farbabtastung und HDR wirklich normgerecht darzustellen – es fehlt hierfür ein minimales Stück an Bandbreite. AMDs behilft sich bei der Polaris-Serie derzeit damit weiter, HDR nur mit 8 Bit samt einem speziellen Dithering-Verfahren darzustellen, damit reicht die Bandbreite dann für diese hohe Anforderung. Interessanterweise wird jene Problematik bei der (ebenfalls AMD-gepowerten) Playstation 4 Pro anders gelöst – dort gibt es 10 Bit Farbtiefe, zur Reduzierung der Bandbreiten-Last wird aber eine Farb-Unterabtastung von 4:2:2 angesetzt. Laut der PC Games Hardware benutzt nVidia dieselbe Methode bei seinen Grafikchips. Und hier liegt dann auch der Clou der ganzen Meldung begraben: Das Problem ist eben nicht AMD-spezifisch, sondern betrifft alle Hersteller, welche unter 4K dann 60 fps mit 4:4:4 Farbabtastung und HDR über HDMI übertragen wollen.

In dieser hohen Qualität ist dies eigentlich nur mit DisplayPort 1.4 möglich, nicht aber mit HDMI. Das AMD hier zugunsten der reinen Möglichkeit die Übertragungsqualität etwas herunterschraubt, ist also nicht dem Hersteller anzulasten – ansonsten wäre diese Übertragung halt gar nicht möglich. Die anderen Hersteller müssen genauso tricksen – über den Weg kann man sicherlich streiten, aber erst nach Vorlage entsprechender Bilder kann man sich hierzu ein wirkliches Urteil erlauben. Im eigentlich Schuld sind hier die Fernseh-Hersteller sowie das HDMI-Standardisierungsgremium, welche eine nicht ausreichende Norm zum faktischen Standard im TV-Bereich erhoben haben. Auflösen läßt sich das ganze zwar einfach mit dem Verbau von DisplayPort 1.4 Anschlüssen, wie sie auch bei den neuesten Grafikkarten von AMD und nVidia durchgängig zu finden sind. Leider ist DisplayPort im TV-Bereich vollkommen unüblich, jene Anschlüsse wird es also nur bei PC-Displays geben. Die Fehlkalkulation liegt hier jedoch eindeutig auf Seiten der TV-Hersteller, welche sich auf eine Norm verlassen haben, die die gestellten Anforderungen nicht gänzlich bewältigen kann.

Laut WCCF Tech soll Summit Ridge seinen offiziellen Launch am 17. Januar 2017 haben – was jetzt nicht gänzlich unwahrscheinlich klingt, die CES am Jahresanfang eignet sich eher für einen größere Teaser bzw. eine Ankündungs-Show, aber für den eigentlichen Launch will AMD die Hardwaretester sicherlich wieder vor der heimischen Teststation (und nicht in Las Vegas) sehen. Den Launch weiterer Summit-Ridge-Modelle soll es dann im März 2017 geben – gut möglich, das AMD zum 17. Januar erst einmal nur ein paar Top-Modelle vorstellt und das breitere Produkt-Portfolio samt einer echten Lieferbarkeit dann im März bringt, dies entspricht auch anderen früheren Gerüchten. Daneben mischen WCCF Tech in ihre Meldung leider aber wieder einiges an Spekulationen – so, das es ein dem Core i7-6850K gleichwertiges Zen-Modell für zwischen 250-300 Dollar geben soll. Dies ergibt sich allerdings nicht aus dem kürzlichen Summit-Ridge-Fahrplan sowie auch nicht aus der aktuellen Gerüchtelage.

Dagegen eher stimmen sollte, das Zen derzeit bestenfalls einen Basetakt von 3.3 GHz sowie einen maximalen Turbo von 3.5 GHz erreicht, per Übertaktung sollen 4.2 GHz möglich sein (unter flüssigem Stickstoff sogar 5 GHz). Die genannten nominellen Taktraten passen passabel zu den Taktraten der letzten Zen-Samples – und würden im Vergleich mit den Taktraten von Intels Sechs- und Achtkernern ganz vernünftig aussehen. Sollte AMD dies hinbekommen und die bisherigen Berichte zur Pro-MHz-Performance halbwegs passen, dann hat AMD mit Zen bzw. Summit Ridge ein ganz heißes Eisen im Feuer. Sicherlich wird AMD viel darüber ausrichten, Intel mit mehr Rechenkernen zu attackieren – sprich, es treten voraussichtlich AMD Sechskerner vs. Intel Vierkerner sowie AMD Achtkerner vs. Intel Sechskerner an. Aber es ist letztlich Intels Entscheidung, wieviele CPU-Rechenkerne man den Consumenten zugängig macht – und wenn Intel hierbei AMD eine solch große Lücke offenläßt, dann erfolgt mit Zen nur ein Zurechtrücken des lange Zeit im CPU-Bereich brachliegenden Wettbewerbs.

Golem vermelden einen der ersten 10nm Smartphone-SoCs, welcher bei Samsung derzeit schon in der Massenfertigung ist: Der Snapdragon 835 von Chipentwickler Qualcomm soll allerdings erst im ersten Halbjahr 2017 in kaufbaren Produkten erscheinen, der eher ungenau angegebene Termin läßt natürlich alles von Frühling bis Sommer 2017 noch als möglich erscheinen. Zum gleichen Zeitpunkt dürften auch kaufbare Produkte mit ersten Samsung-eigenen 10nm-basierten Smartphone-SoCs erscheinen – aber eben auch nicht früher, was dann den möglichen Zeitrahmen für die Adaption der 10nm-Fertigung durch ernsthafte PC-Grafikchips wenigstens etwas eingrenzt. Vor einem dreiviertel Jahr später wird da nichts passieren – was frühestens den Jahreswechsel 2017/18 ergibt, eher anzunehmen das Frühjahr 2018.

Auf nVidia-Seite wird es damit umso wahrscheinlicher, das die Volta-Generation erst im Jahr 2018 antritt sowie das nVidia den Zwischenraum im Jahr 2017 mit einem Pascal-Refresh füllen wird – in Form der GeForce 2000 Serie auf Basis der bereits bekannten Pascal-Chips. AMD wird – auch wegen der Bindung an Auftragsfertiger GlobalFoundries – wie dieser die 10nm-Fertigung bekannterweise komplett auslassen und sich auf die möglichst schnelle Fertigstellung erster 7nm-Designs konzentrieren. Ob man damit dann wirklich früher herauskommen kann als nVidia bei der 7nm-Fertigung, bliebe abzuwarten – die Roadmaps von nVidias Chipfertigern Samsung und TSMC sind sehr recht aggressiv, bei Chipfertiger könnten trotz der zwischenzeitlichen Nutzung der 10nm-Fertigung letztlich genauso schnell zur 7nm-Fertigung gelangen wie eben GlobalFoundries.

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AMD bringt die Zen-basierten Summit-Ridge-Prozessoren in drei Modell-Linien in den Markt

Bei Chiphell ist eine AMD-Präsentationsfolie mit so etwas ähnlichem wie einem Summit-Ridge-Fahrplan aufgetaucht – mittels welchem AMD ausdrückt, welche grundsätzlichen Modell-Linien an Zen-basierten Summit-Ridge-Prozessoren angeboten werden sollen. AMD scheint dabei drei Summit-Ridge-Linien herausbringen zu wollen, derzeit skizziert als "SR3", "SR5" und "SR7" – wobei die Namen rein symbolische Bedeutung haben und von AMD sicherlich nicht direkt so im Verkauf benutzt werden dürften. Vielmehr geht man hierbei auf Intels drei Modell-Linien an Core-i-Prozessoren ein, sprich Core i3 (2C+HT), Core i5 (4C) und Core i7 (4C+HT). AMD könnte jenes Intel-Verkaufsmodell schlicht mit Vier-, Sechs- und Achtkernern kontern – wie man es eigentlich schon mit der Bulldozer-Architektur bzw. den darauf basierenden FX-Prozessoren so handhabt, wenngleich jene sich nicht wirklich mit Intels aktuellen Prozessoren anlegen können.

Denkbar sind natürlich auch noch völlig andere Auflösungen – gerade da AMD die (später im Jahr 2017 erscheinenden) Raven-Ridge-APUs als Vierkerner anlegt, könnte man auch versucht sein, Summit Ridge mindestens als Sechskerner zu bringen. Interessant ist der Punkt, das AMD alle seine Summit-Ridge-Prozessoren – inklusive also auch der kleinsten Linie "SR3" – bei Preislagen oberhalb von umgerechnet 220 Dollar verortet. Dies zeigt auch eher auf potente Prozessoren hin, welche sich vor Intels Vierkernern nicht verstecken müssen, sowie welche bedeutsam schneller als Intels Zweikerner sind. Mittels Zen-basierten Sechs- und Achtkernern dürfte dies natürlich viel einfacher zu realisieren sein, als wenn sich AMD auf einen Zweikampf der Vierkerner einlassen würde.

In jedem Fall bleibt damit der Preisbereich der Core-i3-Prozessoren für AMDs nachfolgende Raven-Ridge-APUs frei, welche dann wie schon die bisherigen AMD-APUs mit Intels Core i3 um die Deutungshoheit im Mainstream-Segment ringen werden. Sofern die Zen-Architektur halbwegs griffig ist, sollte AMD hier ebenfalls gute Chancen haben, schon die letzten (noch Bulldozer-basierten) AMD-APUs waren ja eigentlich nicht schlecht und werden oftmals nur durch AMDs (deutlich) schlechtere Stellung im Markt (bei Distributoren, OEMs, PC-Herstellern) an besseren Verkaufszahlen gehindert. Für den Augenblick gilt die Konzentration natürlich erst einmal den Summit-Ridge-Prozessoren, deren größte Ausführung "SR7" auf dem Jahresanfang 2017 den Takt vorgeben soll – die jeweils kleineren Ausführungen "SR5" und "SR3" sollen dann mit gewissem, derzeit aber noch unbekannten Zeitabstand nachfolgen.

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