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Neuer Artikel: Grafikkarten-Marktüberblick Februar 2016

Der letzte Grafikkarten-Marktüberblick stammt noch vom September 2015 – höchste Zeit also für einen Blick auf das Geschehen im Grafikkarten-Markt Anfang des Jahr 2016. Zwar ist mit der Radeon R9 380X nur eine einzelne neue Grafikkarte hinzugekommen, dafür ist das komplette Radeon R200 Portfolio von AMD inzwischen in den Ruhestand gegangen, womit die Angebots-Portfolios beider Grafikchip-Entwickler nunmehr deutlich aufgeräumter ausschauen. Mit dem neuen Grafikkarten-Marktüberblick werden wir wie üblich versuchen, Ordnung in die bestehenden Angebote hineinzubringen: Spezifikationen, Stromverbrauch, Performance-Bewertung sowie aktueller Preispunkt sollen notiert, ausgewertet und bewertet werden. Hierbei wird auch eine Neufassung des "3DCenter 4K Performance-Index" helfen, welcher nun mit genaueren Zahlen arbeitet und auf einem neuen Basiswert (GeForce GTX 980 Ti = 100%) operiert ... zum Artikel.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 30./31. Januar 2016

WCCF Tech bringen eine AMD-offizielle Aussage zur (theoretischen) Rechenleistung der Radeon R9 Fury X2 – auf der VRLA hat Roy Taylor von AMD diesbezüglich 12 TeraFlops angegeben. Dies ist erstaunlich wenig, denn schon die vorhergehende Radeon R9 295X2 kam auf 11,5 TFlops – ausgehend vom kleineren Hawaii-Grafikchip. Eine Radeon R9 Fury X2 auf dem Vollausbau von zwei Fiji-Grafikchips würde mit arg niedrigen Taktraten antreten, wenn diese 12 TFlops passen sollen – im genauen ~732 MHz, was noch unterhalb der realen Taktraten der Radeon R9 Nano (~876 MHz) wäre. Es ist fast nicht vollstellbar, das AMD so tief heruntergeht, da würde sich eine solche DualChip-Karte kaum noch lohnen. Gut möglich, das jene AMD-Aussage eine bewußte Nebelkerze darstellt, um die Konkurrenz in Sicherheit zu wiegen und die Erwartungshaltung etwas nach unten zu dimmen. Ein simpler Fehler wäre genauso noch möglich, immerhin handelt es sich bei der AMD-Aussage nur um einen eingeschobenen, kurzestmöglichen Nebensatz – nicht auszuschließen, das hierbei schlicht die falsche Zahl genannt wurde (eventuell hatte Mr. Taylor ja schon die Rechenleistung des Fiji-Nachfolgers im Kopf).

Ein Forenposting bei Overclockers.co.uk legt nahe, daß die Speicherübertaktung bei AMDs Fiji-Grafikkarten nicht in einzelnen MegaHertz-Schritten möglich ist, sondern nur in sehr großen Schritte von 500 MHz zu 545,45 MHz zu 600 MHz zu 600,66 MHz. Jeder andere eingestellte Wert wird vom Grafikchip dahingehend interpretiert, als daß dann die jeweils nächstliegende dieser vier festen Taktraten benutzt wird. Konkret bedeutet dies, daß bis zu einem eingestellten Speichertakt von 522 MHz der reale Speichertakt bei 500 MHz bleibt – erst ab 523 MHz sollte der Fiji-Chip dann zu einem Speichertakt von 545,45 MHz wechseln. Die Information kommt aus solider Quelle, bleibt aber natürlich weitere Erfahrungen und Wortmeldungen hierzu abzuwarten. Generell ist darauf zu hoffen, das zukünftige Grafikkarten mit HBM-Speicher mehr Möglichkeiten zur Speicherübertaktung bieten werden als dies bei den Fiji-basierten Grafikkarten derzeit der Fall ist.

Die ComputerBase hat sich (noch im alten Jahr) angesehen, was ein Core i7-6700HQ aus Intels Skylake-Generation maximal im Vergleich zu Desktop-Prozessoren leisten kann. Hierzu wurde ein Medion-Notebook benutzt, wo diese Mobile-CPU nicht temperaturgedrosselt wird – was allerdings bei anderen Notebooks mit dieser CPU oftmals der Fall ist. Mit vier Rechenkernen samt HyperThreading und auf Taktraten von 2.6/3.5 GHz wird unter Anwendungs-Benchmarks immerhin 77% des Performanceniveaus eines Core i7-6700K (4.0/4.2 GHz) erreicht – was angesichts von 65% bis 83% von dessen Taktraten ein sehr anständiger Wert ist. Damit liegt diese Mobile-CPU dann (grob) gleichauf mit der Performance der bekannten Desktop-Modelle Core i7-3770K, Core i5-4690 oder Core i5-6600K, etwas schneller sogar als FX-8350, Core i7-2600K oder Core i5-6500. Bei der integrierten "HD Graphics 530" kommt hingegen sogar ein sehr ähnliches Ergebnis gegenüber dem Desktop heraus: Core i7-6700HQ und Core i7-6700K trennen hier nur 2,8% zugunsten des Desktop-Modells, begründet durch die 100 MHz mehr GPU-Takt beim Core i7-6700K.

Mittels der Ankündigung von neuen externen GPU-Gehäusen seitens Asus & Razer ist auch ein Dinosaurier-alter Thread in unserem Forum zum neuen Leben erwacht – das Thema "externe Grafik" wurde hierbei schon seit dem Jahr 2005 diskutiert, ehe die Diskussion dann im Jahr 2008 langsam abstarb. Der Neustart der Diskussion dreht sich um die Frage, wann sich externe Grafik endlich durchsetzt. Doch hierzu zeichnet sich (derzeit) kein freundliches Bild ab, ohne größere Anstrengungen seitens der Herstellerindustrie könnte das Thema ewig in seiner Nische bleiben – noch dazu, wo es inzwischen Massenmarkt-kompatible Alternativen wie Cloud-Gaming gibt. Es ist auch nach wie vor zu bezweifeln, das sich die Hersteller das exzellente Geschäft mit Gaming-Notebooks durch diese Idee zerstören lassen wollen – wobei es für die Chiphersteller sogar noch um mehr geht, hier steht das gesamte Preisgefüge bei Mobile-Chips zur Disposition, wenn sich externe Grafik etablieren würde.

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Wie lautet die persönliche Empfehlung: Auf die 14/16nm-Grafikkarten warten?

Nachdem inzwischen ziemlich klar ist, das in der aktuellen 28nm-Generation nichts mehr entscheidend neues an Grafikkarten kommen wird, die 14/16nm-Generation dagegen ab Sommer 2016 zu erwarten ist, stellt sich die Frage, ob man auf jene 14/16nm-Grafikkarten warten sollte – oder doch (bei Bedarf) jetzt noch kaufen kann/soll. Zu bedenken wäre hierbei, daß die Enthusiasten-Modelle der 14/16nm-Generation wohl erst spät im Jahr 2016 oder womöglich gar erst im Jahr 2017 antreten werden, der Anfang der 14/16nm-Generation also von den (etwas kleineren) HighEnd-Modelle gemacht wird – welche voraussichtlich nur etwas schneller als die aktuellen Enthusiasten-Modelle der 28nm-Generation ausfallen werden, aber nicht dramatisch schneller. Gleichfalls gilt einzurechnen, daß Grafikkarten neuer Generationen üblicherweise anfänglich recht teuer gehandelt werden, das also die "alte" Generation bei Erscheinen der neuen Generation vom Preis/Leistungs-Verhältnis her nicht wirklich geschlagen werden muß.

Nichtsdestotrotz hat der Neuheitswert einer neuen Grafikkarten-Generation immer etwas für sich und greift man üblicherweise ungern zur "alten" Generation, wenn die neue Generation bereits am Horizont steht. Mit dieser Umfrage soll diese Überlegung quantifiziert werden – am Beispiel dessen, was der Umfrage-Teilnehmer selber einem Antworten suchenden Hardware-Käufer empfehlen würde. Wenn man also gefragt wird, ob man jetzt noch im 28nm-Portfolio kaufen oder aber auf die 14/16nm-Generation warten soll – wie lautet dann die eigene, ganz persönliche Empfehlung?

Generelle Empfehlung zu warten.
45% (1005 Stimmen)
Unentschieden - hängt von der konkreten Bedarfssituation ab.
38% (838 Stimmen)
Generelle Empfehlung jetzt zu kaufen - weil 2016 keine neuen Enthusiasten-Modelle zu erwarten sind.
3% (59 Stimmen)
Generelle Empfehlung jetzt zu kaufen - weil die Einstiegspreise der 14/16nm-Generation hoch sein werden.
5% (102 Stimmen)
Generelle Empfehlung jetzt zu kaufen - weil warten kann man immer.
10% (213 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 2217
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Hardware- und Nachrichten-Links des 29. Januar 2016

Mit dem Release des nVidia-Treibers 361.75 fällt auf, daß nVidia seine Ankündigung vom Oktober 2015, die (frei verfügbaren) Game-Ready-Treiber zugunsten von rein über das nVidia-Tool "GeForce Experience" ladbaren Treibern abzuschaffen, bislang nicht umgesetzt hat. Schließlich zählt der 361.75er nVidia-Treiber laut den Release Notes durchaus als "Game-Ready-Treiber" für Rise of the Tomb Raider und The Division (Beta). Dies erstaunt etwas, denn üblicherweise lassen sich die Hersteller auch von starkem Gegenwind bzw. klaren Stellungnahmen der User nicht beeindrucken – wobei die Reaktion auf User-Rückmeldungen durchaus als sinnvoll erscheint, um größere Eigentore zu verhindern. Derzeit ist unklar, ob das ganze nur ein temporärer Spaß ist, die Umsetzung der nVidia-Ankündigung also einfach später noch erfolgt – oder aber ob diese nVidia-Idee nun wider Erwarten doch gänzlich aufgehoben ist.

Die PC Games Hardware hat sich die Grafikkarten-Performance unter der Beta von "The Division" angesehen. Die hierfür verwendete Snowdrop-Engine zeichnet eine ganz gute Grafik auf den Bildschirm, auch wenn es in einigen Vorabvideos dann doch wieder etwas besser aussah – allerdings sind in der aktuellen Beta-Version auch noch nicht alle Grafikoptionen maximierbar. Ohne Gameworks-Effekte, aber ansonsten maximaler Bildqualität unter FullHD braucht es ungefähr eine Radeon R9 290, um auf knapp 40 fps zu kommen – eine GeForce GTX 970 liegt knapp drunter, eine GeForce GTX 980 deutlich drüber. Dabei war schon ein angepasster nVidia-Treiber im Spiel, allerdings noch kein angepasster AMD-Treiber. Die Grafikkarten-Performance des Spiels könnte bis zum eigentlichen Release und durch neue Grafikkarten-Treiber noch besser werden, allerdings dürften die derzeit noch nicht maximierbaren Grafikoptionen auch wiederum mehr Rohleistung verlangen. Ein endgültiges Urteil ist damit derzeit noch nicht fällbar – allenfalls kann man den Titel als "klar hardwarefressend" einordnen.

Seitdem der Virencheck-Dienst VirusTotal auch BIOS-Updates analysiert, ergeben sich da "lustige" Entdeckungen: Wie Heise ausführen, wurden hierbei schon mehrfach Windows-Dateien und Sicherheitszertifikate entdeckt. Teilweise handelt es sich hierbei um "legale" Anwendungen wie für einen Diebstahlsschutz (welcher aber auch anders realisiert werden könnte), größtenteils sind es aber eher unerwünschte Software-Beigaben seitens des Geräteherstellers, welche somit selbst nach dem Neuaufsetzen eines Betriebssystems noch im System verbleiben. Sicherlich ist mit UEFI besseres möglich, aber rein in der Praxis wird UEFI seitens der Geräte-Hersteller eben nicht zum besseren Schutz der Anwender eingesetzt, sondern primär zum Eigenvorteil der Hersteller selber. Erschreckend dabei ist, daß noch nicht einmal die Hersteller von Retail-Komponenten hiervon Abstand nehmen – Heise fanden unerwünschte Beigaben auch im BIOS-Update eines stinknormalen Asus Z170-A Retail-Mainboards.

Noch drastischer ist der Automobil-Hack, welchen nochmals Heise vermelden: Da reichte seinerzeit das Abspielen einer korrumpierten Musikdatei im Autoradio aus, um die Fahrzeugsteuerung inklusive Motor und Türen übernehmen zu können. Der Fall liegt inzwischen 5 Jahre zurück und der betroffene Autohersteller in Form von General Motors hat jene Sicherheitslücke längst geschlossen – aber viele andere sind sicher noch vorhanden. Das eigentliche Problem ist hier eher, daß es sich nicht um eine Sicherheitslücke im eigentlichen Sinne handelt – also einen regelrechten Fehler. Vielmehr gab es hierbei schlicht gar kein Sicherheitskonzept, welches das Einsteigen hätte schwerer bis unmöglich gemacht hätte. Und leider muß konstatiert werden, daß die Fahrzeughersteller derzeit weiterhin eher an solchen Symptomen herumdoktern, als denn "Security-by-Design" zu bieten. Daß man die Möglichkeit zu Updates als "Sicherheitsgewinn" verkauft, ist unabhängig des Nutzwerts von Sicherheitsupdates ein Hinweis darauf, daß hierbei der Autofahrer weiterhin als Betatester durch die Gegend fährt.

Eine gewisse Aufmerksamkeit erregt derzeit die Verschwörungstheorie-Formel eines Wissenschaftlers – welche die Zeit errechnet, nach welche eine Verschwörung angesichts der Anzahl eingeweihter Personen hätte aufgedeckt werden müssen, weil eben einer der Beteiligten redet. Wie der Spiegel ausführt, hat man diese Formel dann auch einigen bekannten Verschwörungstheorien gegenübergestellt – welche hierbei nicht gut aussehen, bei zu vielen Mitwissen und über einen langen Zeitraum ist faktisch keine Verschwörung haltbar. Allerdings kann diese Formel wohl auch nur als Anlaß genommen werden, es zukünftig einmal richtig zu machen – denn allein nur die Anzahl an (angenommenen) Mitwissern und die Zeit sind keine ausreichenden Werte für eine wirklich solide Berechnung. Wichtige Punkte fehlen hier: Erstens der konkrete Grad der Mitwisserschaft, zweitens die Möglichkeit, Mitwisser unter Schweigensdruck zu setzen – wenn man sucht, wird man da noch mehr finden. Am Ende könnte eine Formel stehen, die derart solide ist, daß man damit nämlich auch das Gegenteil nahelegen könnte: Das gewisse Verschwörungstheorien (rechnerisch) wahr sein könnten – selbst wenn sich daraus dann natürlich niemals ein Beweis zimmern läßt.

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Die Grafikkarten-Performance unter Rise of the Tomb Raider

Seitens der PC Games Hardware, der ComputerBase und SweClockers kommen Betrachtungen zur Grafikkarten-Performance unter Rise of the Tomb Raider, deren umfangreiche Benchmarks wir hiermit zum Anlaß nehmen wollen, zugunsten eines generellen und vollständigen Performane-Bildes zu diesem Titel miteinander zu verrechnen. Ganz allgemein wird das Spiel auf Basis der hauseigenen Foundation-Engine von Spieleentwickler Crystal Dynamics sowohl spielerisch als auch von der Optik her gelobt. Einziger großer Kritikpunkt sind die unzureichenden Anti-Aliasing-Optionen: Entweder nur die Weichzeichner FXAA oder SMAA – oder gleich das extrem leistungsfressende Supersampling Anti-Aliasing, welches dann aber (unter Rise of the Tomb Raider) noch nicht einmal wirklich gut wirkt. Da SMAA erst per Patch nachgereicht wurde, basieren alle aktuell verfügbaren Benchmarks noch auf FXAA – SMAA hat aber erfahrungsgemäß knapp dieselbe Performance:

Rise of the Tomb Raider – 1920x1080 MaxQuality & FXAA  (Quellen: PCGH, ComputerBase & SweClockers)
AMD HD7000 AMD R200 AMD R300 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 7970 280
285
770 960-2GB
30-35 fps 7970-GHz 280X 380
380X
960-4GB
35-39 fps 780
40-49 fps 290
290X
390
390X
Nano
Fury
Titan Titan Black
780Ti
970
50-59 fps Fury X 980
ab 60 fps 980Ti
Titan X

Unter FullHD und der höchsten Bildqualität (mit FXAA) zeigt der Titel schon seine Krallen: Das komplette "echte" Mainstream-Segment hat hier kaum eine Chance, operiert (unter schlauchenden Szenen) im besten Fall an der 25-fps-Grenze herum – zu wenig für eine Notierung. Entweder eine aktuelle Performance- oder eine frühere HighEnd-Grafikkarte stellen hier schon das Minimum dar – rein nur für FullHD ist dies schon eine starke Ansage. Will man es wirklich flüssig ab 40 fps, bleibt nur noch modernes HighEnd-Material übrig, was bei AMD acht Modelle und bei nVidia sechs Modelle bieten – an der absoluten Leistungsspitze allerdings mit klarem Vorteil für die nVidia-Modelle. Ansonsten ist das Feld in der Breite eher leicht zugunsten von AMD liegend – beispielsweise beim Kuriosum, daß die GeForce GTX 960 mit 4 GB Speicher auf eine klar bessere Performance als deren 2-GB-Version kommt, während die Speichermenge bei den AMD-Grafikkarten (und auch früheren Kepler-Modellen) augenscheinlich keine besondere Rolle spielt.

Rise of the Tomb Raider – 2560x1440 MaxQuality & FXAA  (Quellen: PCGH, ComputerBase & SweClockers)
AMD HD7000 AMD R200 AMD R300 nVidia GF600 nVidia GF700 nVidia GF900
25-29 fps 290 Titan 780
Titan Black
30-35 fps 290X 390 780Ti 970
35-39 fps 390X
Nano
Fury
40-49 fps Fury X 980
50-59 fps 980Ti
Titan X

Unter WQHD wird der Performancehunger des Spiels noch viel deutlicher: Gerade einmal vier Grafikkarten knacken die 40-fps-Grenze (wieder mit deutlichem Vorteil für nVidia an der absoluten Leistungsspitze), mehr als 60 fps schafft hier sogar niemand mehr. Selbst für "Einsteiger-Frameraten" ab 25 fps werden echte HighEnd-Modelle benötigt, nicht einmal die altehrwürdige GeForce GTX Titan erreicht hier das 30-fps-Land. Rise of the Tomb Raider empfiehlt sich schon an dieser Stelle für Tests mit den (in einigen Monaten) kommenden 14/16nm-Beschleunigern – gerade wenn man so vermessen sein sollte, hier noch Supersampling Anti-Aliasing zuschalten zu wollen. Gleiches gilt für die Idee, das Spiel unter UltraHD auf der bestmöglichen Bildqualität (flüssig) betreiben zu wollen – dafür reicht keiner der heutigen Beschleuniger, wenn die GeForce GTX 980 Ti gemäß aller drei Testartikel hierbei gerade einmal so über die 30-fps-Grenze kommt.

Alle Testartikel setzten im übrigen bereits auf den angepassten nVidia-Treiber 361.75, jedoch noch nicht auf einen extra für Rise of the Tomb Raider angepassten AMD-Treiber – jener soll in Form des Crimson-Hotfixes 16.1.1 alsbald erscheinen. Aller Vermutung nach dürften mit diesem AMD-Treiber die Performancewerte gerade von AMDs Topmodellen etwas freundlicher und damit näher an den nVidia-Topmodellen ausfallen, hier hängen gerade die Fiji-basierten Grafikkarten doch irgendwie noch etwas in den Seilen. Ob sich mit dem kommenden AMD-Treiber an der Performance der kleineren AMD-Modelle etwas ändert, bliebe dagegen abzuwarten, denn diese laufen eigentlich schon ganz gut und sind teilweise sogar ihren typischen nVidia-Pendants etwas voraus.

Nachtrag vom 2. Februar 2016

Bei der ComputerBase sowie der PC Games Hardware hat man den neuen AMD-Treiber Crimson 16.1.1 unter "Rise of the Tomb Raider" nachgetestet – ohne daß sich dadurch allerdings etwas an der grundsätzlichen Performanceaussage zu diesem Spiel ändern würde. Denn beiderseits hatte man nur arg geringe bis maximal mittelprächtige Performancezugewinne durch den neuen Treiber zu verzeichnen: Unter FullHD regelmäßig im Rahmen der Meßungenauigkeit bei bestenfalls +2%, unter WQHD und UltraHD dann teilweise mit Zugewinnen von bis zu +9% – teilweise aber auch wieder zurückfallend auf Zugewinnen von nur +1%. An dem Performance-Überblick für Rise of the Tomb Raider wird dies nichts ändern – wobei der neue AMD-Treiber trotzdem empfehlenswert für Spieler dieses Titels ist, da die unter dem vorherigen Treiber teilweise bemerkbaren leichten Stotterer mit dem Crimson 16.1.1 Treiber augenscheinlich behoben wurden.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 28. Januar 2016

An der Gerüchtefront in unserem Forum ist es derzeit noch ziemlich ruhig: Weder bei AMDs Polaris noch bei nVidias Pascal läßt sich derzeit (mangels Vorhandensein) über handfeste Informationen zu diesen neuen Grafikchip-Architekturen reden – womit (gerade bei nVidia) die Diskussion über Releasestrategien und Terminpläne in den Vordergrund rückt. Auf der einen Seite stehen dabei diejenigen User, welche auf die vorhandenen 14/16nm-Chips aus dem Smartphone-Segment sehen und daher eher zeitige Releases erwarten – auf der anderen Seite diejenigen User, welche auf den erhöhten Kostenbedarf von großen Grafikchips á 300-600mm² Chipfläche unter der neuen 14/16nm-Fertigung hinweisen und daher eher späte Releases (bis ins Jahr 2017 hingehend) erwarten. Sicher ist nur, das beide Grafikchip-Entwicker eher früher als später mit einer neuen Generation herauskommen wollen – denn in die letzte 28nm-Generation wird beiderseits augenscheinlich nicht mehr viel investiert werden.

Bei AMD steht hierzu nur noch die Radeon R9 Fury X2 an, welche als Prestigeprojekt nun unbedingt herausgebracht werden muß, nachdem man sich zuletzt mehrfach zu dieser Karte bekannt hat. Alle anderen eventuellen Programmlücken bleiben wahrscheinlich so wie sie sind, bis dann die Polaris-Generation erscheint. Dies bedeutet auch, daß die in China verfügbaren Radeon R7 370X und Radeon R9 390 4GB nicht mehr weltweit releast werden – genauso, wie es vom Bonaire-Chip innerhalb der Pirate-Islands-Generation keinen Vollausbau mehr geben wird (die Radeon R7 360 ist wie bekannt teildeaktiviert). Bis auf die Radeon R9 Fury X2 ist die Pirate-Islands-Generation für AMD augenscheinlich abgeschlossen – wobei die Diskussion über diese DualChip-Karte dann doch noch dafür gereicht hat, den Spekulationsthread zu AMDs Pirate Islands im 3DCenter-Forum auf die Rekordmarke von (über) 1 Million Views zu heben – eine starke Leistung, welche zudem das grundsätzlich vorhandene Interesse an AMD-Technik sehr deutlich bekräftigt (worauf AMD unbedingt aufbauen sollte).

Bei nVidias Maxwell-Generation ergibt sich hingegen ein noch klareres Bild: Derzeit sind keine weiteren Maxwell-Beschleuniger (bis vielleicht für LowCost-Bedürfnisse) geplant. Alle früheren Spekulationen über eine GeForce GTX 960 Ti oder GeForce GTX 965 (zwischen GeForce GTX 960 und 970 liegend) sowie eine GeForce GTX Titan X2 (DualChip-Lösung auf GM200-Basis) haben bislang nicht zu irgendwelchen Anzeichen der realen Existenz dieser Karten geführt – und jetzt, im Jahr 2016 angelangt, wird es tagtäglich immer unwahrscheinlicher, das nVidia in dieser Frage noch einmal etwas tut. nVidia verkauft derzeit gut, wirklich große Angebotslücken sind nicht zu sehen bzw. lassen sich durch den bekannten nVidia-Bonus gut überspielen. Die für beide Grafikchip-Entwickler zu beobachtende Konzentration der Diskussion auf die jeweiligen 14/16nm-Architekturen ist demzufolge durchaus nachvollziehbar – unter der 28nm-Fertigung wird ziemlich sicher nichts mehr entscheidendes kommen.

Die PC Games Hardware hat sich versucht, in Frage des Skylake-Supports für Windows 7/8.1 mit AMD, Intel und Microsoft in Verbindung zu setzen – bekam aber nur entweder Marketing-Neusprech oder gleich gar keine Antworten auf die gestellten Fragen zu hören. Anscheinend existiert hier ein große Interesse der Hersteller an der damit andauernden Nutzerverunsicherung – ansonsten hätte man schließlich die gestellten Fragen endlich einmal in klärender Art und Weise beantworten können. Man kann hier durchaus den Verdacht aufwerfen, daß das ganze Drama nicht einfach nur auf einer unbedachten Aktion seitens Microsoft basiert, sondern hingegen regelrecht derart geplant wurde. Wer den Verschwörungstheorie-Generator anwerfen will, kann beispielsweise darüber nachdenken, daß dies eine Konzessions-Entscheidung von Microsoft gegenüber den PC-Herstellern war – weil jene durch den Launch von Windows 10 nichts gewonnen haben, im Gegensatz zum Launch früherer Microsoft-Betriebssysteme. Microsoft dürfte diese Konzession natürlich auch aus Eigeninteresse gern gegeben haben, denn so wird das Augenmerk auf Windows 10 noch größer.

Vor allem aber wird eine Situation wie seinerzeit bei Windows XP verhindert, welches von Nutzern und Herstellern so liebevoll über die Jahre gepflegt wurde, auf daß Windows Vista daran zerschellte und Windows 7 erst nach vielen Jahren Einsatz jenes Windows XP überrunden konnte. Daß Windows XP mit irgendwelcher neuen Hardware nicht zurechtkommen würde, was dabei nie ein Thema – so lange es (in westlichen Gefilden) noch genügend Anwender gab, haben dann halt die Gerätehersteller entsprechende Treiber auf die Beine gestellt. Genau diesen Weg dürfte Microsoft für Windows 7 unbedingt verhindern wollen – das sich die verbliebenen Nutzer daran festklammern, selbst neue Systeme damit ausrüsten und durch die weiterhin hohe Nutzerbasis dann eben auch die Hersteller- und Zubehörindustrie mitzieht. Ob jene Planung aufgeht, wird man sehen müssen – rein praktisch dürfte es keine Hinderungsgründe gegen Windows 7 geben, so lange es dafür entsprechende Hardware-Treiber gibt. Intels Kaby Lake (mit neuen Mainboard-Chipsätzen), AMDs Zen und die beiden Grafikchip-Architekturen des Jahres – AMD Polaris und nVidia Pascal – werden hierzu wertvolle Hinweise geben, inwiefern man Windows 7 wirklich noch auf neuer Hardware verwenden kann.

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