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Umfangreiche weitere Händler-Preise zu AMDs Ryzen-Prozessoren aufgetaucht

Nach den Preisen britischer Händler von letzter Woche sind nun gleich von mehreren Quellen neuen Händlerpreise zu AMDs Ryzen-Prozessoren aufgetaucht: Preise aus Belgien, Frankreich und Thailand runden das Preisbild zu Ryzen inzwischen ziemlich gut ab. Der Thai-Händler hat bisher die vollständigste Preisliste und notiert (auf seiner Webseite) zudem erneut die zuerst in China genannten Taktfrequenzen – womit wir selbige somit als bestätigt ansehen. Anzumerken sei noch zu den Thai-Preisen, das jene wahrscheinlich ohne die landesübliche 7% Mehrwertsteuer genannt wurden – ansonsten wären jene Preise auch viel zu niedrig. In jedem Fall läßt sich anhand der vorliegenden gesammelten Preisnotierungen verschiedener Händler schon ganz gut ermessen, wo die deutschen Straßenpreise für Ryzen ungefähr landen sollten.

Danach wagt sich AMD nicht all zu weit nach oben hinaus, allein die beiden Spitzenmodelle Ryzen 7 1700X & 1800X liegen im Preisbereich von Intels Broadwell-E, der Rest liegt im Preisbereich von Intels normalen Consumer-Prozessoren der Kaby-Lake-Serie. Dabei geht AMD sogar in Konkurrenz zu den größeren Core-i3-Modellen von Intel, deckt also von HighEnd bis Mainstream vom Start weg einen großen Preis- und Performancebereich ab. Ob dies alles allerdings schon am Launchtag lieferbar ist, wäre eher zu bezweifeln – die europäischen Händler haben bislang immer nur die drei Achtkerner gelistet, keine anderen Modelle. Bezüglich des Launchdatums schwingt das Pendel im übrigen (einmal mehr) zurück zum 28. Februar 2017: Darauf lautet jedenfalls beim belgischen Einzelhändler das Datum, ab welchem man Ware an Lager haben will.

Kikatek. BLT China Centralpoint PC21 Thailand DE-Preis
Anmerkungen: britischer Händler, inkl. 20% MwSt. britischer Händler, inkl. 20% MwSt. unklare chinesische Quelle belgischer Händler, inkl. 21% MwSt. französischer Händler, inkl. 20% MwSt. Thai-Händler, whrschl. ohne (7%) MwSt. -
Quellen: Videocardz Videocardz 3DC-Forum Videocardz Reddit 3DC-Forum eigene Schätzung
Ryzen 7 1800X
8C +SMT, 3.6/4.0 GHz, 16 MB L3, XFR
£480,84
(€565)
£490,29
(€576)
¥4399
(€603)
€603,79 €536,17 ฿18790
(504€)
540-580€
Ryzen 7 1700X
8C +SMT, 3.4/3.8 GHz, 16 MB L3, XFR
£375,19
(€441)
£381,72
(€449)
¥3199
(€439)
€470,69 €416,76 ฿13490
(362€)
420-450€
Ryzen 7 1700
8C +SMT, 3.0/3.7 GHz, 16 MB L3
£311,81
(€367)
£316,59
(€372)
¥2599
(€356)
€385,99 €345,13 ฿11990
(322€)
350-380€
Ryzen 5 1600X
6C +SMT, 3.3/3.7 GHz, 16 MB L3, XFR
- - ¥1999
(€274)
- - ฿9790
(263€)
280-310€
Ryzen 5 1500
6C +SMT, 3.2/3.5 GHz, 16 MB L3
- - ¥1799
(€247)
- - ฿8590
(231€)
250-270€
Ryzen 5 1400X
4C +SMT, 3.5/3.9 GHz, 8 MB L3, XFR
- - ¥1599
(€219)
- - ฿7490
(201€)
220-240€
Ryzen 5 1300
4C +SMT, 3.2/3.5 GHz, 8 MB L3
- - ¥1399
(€192)
- - ฿6590
(177€)
190-210€
Ryzen 3 1200X
4C, 3.4/3.8 GHz, 8 MB L3, XFR
- - ¥1199
(€165)
- - ฿5590
(150€)
160-180€
Ryzen 3 1100
4C, 3.2/3.5 GHz, 8 MB L3
- - ¥999
(€137)
- - ฿4890
(131€)
140-150€
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Hardware- und Nachrichten-Links des 14. Februar 2017

Bei Golem hat man sich die AMD A12-9800 "Bristol Ridge" APU im Test angesehen bzw. gegen deren Vorgänger aus der Kaveri-Reihe verglichen. Im CPU-Bereich liegt das neuere System dabei nur unwesentlich vorn – hier liegt der Vorteil eher darin, das man dies alles nunmehr zu einem real niedrigeren Stromverbrauch bekommt. Im iGPU-Bereich hat Bristol Ridge dann deutlichere Vorteile (+17%), welche primär auf höheren Chip-Taktraten, einer modernern GCN-Ausführung und dem schnelleren DDR4-Speicher beruhen. Das Anwendungsgebiet sind Klein-PCs ohne extra Grafiklösung, denn dort sind die Intel-Grafiklösungen nicht schnell (und vor allem nicht kompatibel) genug. Sobald es allerdings nur etwas mehr sein soll, kommen sicherlich andere Lösungen ins Spiel – jede Einsteiger-Grafiklösung bietet schließlich ein Vielfaches dieser Grafikleistung, zudem hat Intel seine neuen Pentiums mit HyperThreading nunmehr derart gut positioniert, das es die AMD-APUs wieder einmal sehr schwer haben.

Dies dürfte wohl auch der Grund dafür sein, das AMD entgegen aller früheren Ankündigungen seine "Bristol Ridge" Desktop-Prozessoren bislang immer noch rein nur an OEMs ausliefert, es zu diesen keinerlei Retail-Listungen gibt. Augenscheinlich spart sich AMD jenen Schritt nunmehr wohl gänzlich und versucht eher, sich auf seine neuen Produkte (Ryzen & Raven Ridge) zu konzentrieren. Dies bedeutet dann aber auch, das AMD seine letzten beiden APU-Generationen "Carrizo" und (das darauf basierende) "Bristol Ridge" faktisch gesehen gar nicht in den Desktop geführt hat. Die letzten AMD-APUs, mittels welchen AMD wirklich etwas im Desktop erreichen wollte, stammen noch aus der Kaveri-Generation des Jahres 2014. Seitdem hat AMD in diesem eigentlich wichtigen Geschäftsfeld immer weiter an Boden verloren – es wird also wirklich Zeit, daß dann im Herbst diesen Jahres mit "Raven Ridge" die ersten Zen-basierten APUs erscheinen und AMD vielleicht mal wieder im großen Markt der Komplett- und Einsteiger-PCs mitspielen kann.

Der Leak umfangreicher Entwickler-Dokumentationen im NeoGAF-Forum bringt letzte Gewißheit zur Hardware der Nintendo Switch: Es bleibt bei den schon bekannten vier Cortex-A57 ARMv8-Kernen mit maximal 2.0 GHz sowie der nVidia-Grafiklösung auf Maxwell-2-Basis mit 256 Shader-Einheiten und maximal 1 GHz Takt samt 4 GB Speicher mit 25,6 GB/sec Speicherbandbreite (dürfte somit ein DualChannel-Interface mit DDR3/1600 ergeben). Die Taktraten der finalen Konsole weichen demgegenüber wie bekannt noch einigermaßen ab, die maximalen 1 GHz Grafikchip-Takt fährt Nintendo nicht aus, es sind nur bestenfalls 768 MHz im Docked-Modus. Damit liegt die Rechenleistung der Nintendo-Konsole bei eher mageren 393 GFlops – in der jüngeren Vergangenheit ist kein nVidia-Grafikchip mit einer derart niedrigeren Rohleistung zu finden, dies sind grob nur ein Drittel des Niveaus der GeForce GTX 750 (non-Ti).

Microsoft Nintendo Sony
2013er Konsolen Xbox One
1,3 TFlops @ 68 GB/sec, 8 GB RAM, 499$ -> 399$
- Playstation 4
1,8 TFlops @ 176 GB/sec, 8 GB RAM, 399$ -> 349$
neue Einsteiger-Konsolen Xbox One S
1,4 TFlops @ 68 GB/sec, 8 GB RAM, 299$
Switch
0,4 TFlops @ 26 GB/sec, 4 GB RAM, 299$
verfügbar ab März 2017
Playstation 4 Slim
1,8 TFlops @ 176 GB/sec, 8 GB RAM, 299$
neue HighEnd-Konsolen Xbox Scorpio
~6 TFlops @ 320 GB/sec, 12 GB RAM, ~450-500$
verfügbar ab Weihnachten 2017
- Playstation 4 Pro
4,2 TFlops @ 218 GB/sec, 9 GB RAM, 399$
verfügbar ab 10. November 2016

Logischerweise ist dies dann auch sehr deutlich unterhalb der Hardware-Möglichkeiten von Xbox One und Playstation 4 – die Switch ist Hardware-mäßig derart niedriger angesiedelt, das eher der Vergleich zu Xbox 360 (240 GFlops) und Playstation 3 (400 GFLops) passt. Bis auf die verdoppelte Speicherbandbreite sind selbst Nintendo-intern die Fortschritte minimal: Auch die Wii U hatte schon 352 GFlops Rechenleistung und 2 GB RAM aufzubieten. Die Spieleentwickler werden sich auf der Switch sehr anstrengen müssen, um von Xbox One und Playstation 4 kommende Spieletitel für diese Konsole umzusetzen – und sicherlich wird es Fälle geben, wo man den Aufwand hierfür als zu groß erachtet. Im Sinne der Mobilität der Switch war sicherlich nicht viel mehr möglich, ergo muß Nintendo nunmehr mit dem Vorhandenen leben und zusehen, daß man insbesondere das eigene Software-Angebot gut hinbekommt. Der große Kontrahent der beiden bestehenden Spielekonsolen wird die Switch damit aber voraussichtlich nicht sein können – gerade da Nintendo nun keine gute Wahl beim Preis getroffen hat und auch das Switch-Zubehör doch ziemlich teuer aussieht.

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Erste Ryzen-Benchmarks unter dem 3DMark13 FireStrike Physics-Test aufgetaucht

Seitens Videocardz sind weitere Ryzen-Benchmarks aufgetaucht – welche augenscheinlich der Benchmark-Datenbank von Futuremark entstammen und einige Physics-Werte vom 3DMark13 FireStrike-Test enthalten. Die 3DMark13-Komplettwerte oder auch -Grafikwerte sind natürlich für Ryzen nicht zu gebrauchen, da eben zum Test von Grafikkarten gedacht – doch der Physics-Wert ist abweichend davon eine reine Prozessoren-Aufgabe und wird wegen seiner Gaming-Nähe auch gern zur Leistungsbestimmung von CPUs im Gaming-Einsatz verwendet. Hierbei werden diverse Physik-Kalkulationen auf der CPU laufen gelassen – eine Aufgabe, welche die CPU auch im realen Spielealltag schultern muß, insofern geht dieser (natürlich trotzdem theoretische) Tester durchaus schon in eine richtige Richtung.

Testwerte standen dabei von drei sehr unterschiedlichen Ryzen-Prozessoren zur Verfügung: Ein Vierkerner mit nominell 3.2/3.4 GHz, ein Sechskerner mit nominell 3.3/3.7 GHz sowie ein Achtkerner mit nominell 3.4/3.8 GHz ("Ryzen 7 1700X") – letzteres Modell lief dann auch noch einmal extra übertaktet auf 4.0 GHz mit. Der Turbo-Modus dürfte bei allen Ryzen-Prozessoren aktiv gewesen sein, da zu diesem späten Zeitpunkt sicherlich keine Testsamples mehr ohne Turbo-Modus existieren – nur über die Aktivierung der automatischen Übertaktungsfunktion XFR gibt es keine Information, dies hängt am Ende wahrscheinlich auch noch am jeweils verwendeten Mainboard. Als Vergleichswerte dienten einige 3DMark13-Messsungen von Tom's Hardware, welche durchaus als passend erscheinen – allenfalls die dargebrachte Optikform ist vielleicht suboptimal, da mittels jener weniger deutlich wird, welche Prozessoren nun auf ihren default-Taktraten und welche übertaktet liefen.

(Technik) (Listenpreis) 3DM13 FS Physics (Index) 3DM13 FS Physics @ OC
Core i7-6950X Broadwell-E, 10C +HT, 3.0/3.5 GHz $1569 21576 116% -
Core i7-6900K Broadwell-E, 8C +HT, 3.2/3.7 GHz $999 18635 100% -
Ryzen 7 1700X Zen, 8C + SMT, 3.6/3.8 GHz ~$400 17878 96% 20249 @ 4.0 GHz
Core i7-6850K Broadwell-E, 6C +HT, 3.6/3.8 GHz $587 16711 90% 18961 @ 4.2 GHz
Core i7-6800K Broadwell-E, 6C +HT, 3.4/3.6 GHz $412 15872 85% -
Ryzen 5 Zen, 6C + SMT, 3.3/3.7 GHz ? 15271 82% -
Core i7-7700K Kaby Lake, 4C +HT, 4.2/4.5 GHz $339 14208 76% 15571 @ 4.8 GHz
Ryzen 3 Zen, 4C +SMT (?), 3.2/3.4 GHz ? 10177 55% -

Ein wenig in Form gebracht und mit einem Index versehen wird klar, das jene Physics-Werte des 3DMark13 FireStrike-Tests auch wieder in etwa dieselben Resultate hervorbringen wie die früheren Ryzen-Benchmarks seitens Canard PC und auch die kürzlichen PassMark-Werte zu Ryzen: Das zweitschnellste Ryzen-Modell in Form des "Ryzen 7 1700X" kommt knapp in die Nähe des Core i7-6900K, das Ryzen-Spitzenmodell "Ryzen 7 1800X" könnte diesen Zweikampf demzufolge vielleicht sogar für sich entscheiden – in jedem Fall wird es ein Ringen auf Augenhöhe unter diesem viele Prozessorenkerne stark bevorzugenden Benchmark. Der mitgetestete Ryzen-Sechskerner schlägt sich dann auch noch sehr gut, jener dürfte immerhin auch noch deutlich günstiger als die Intel-Sechskerner liegen und eher im Preisbereich des Core i7-7700K herauskommen.

Nur der Ryzen-Vierkerner fällt hierbei viel klarer ab – wobei nicht sicher ist, ob neben den geringen Taktraten bei diesem möglicherweise auch noch SMT fehlte, das Benchmark-Resultat sieht ziemlich danach aus. Jener Ryzen-Vierkerner muß aber sowieso nicht in den Ring mit den schnellsten Intel-Prozessoren (auch nicht dem Core i7-7700K) steigen, sondern wird sein Betätigungsfeld eher im Preisbereich der Intel-Modelle Core i5-7400 & Core i5-7500 (sofern mit SMT) oder Core i3-7300 & Core i3-7350K (sofern ohne SMT) finden – und dafür dürfte dessen Performance wohl ausreichend sein. Hier wird es vor allem darauf ankommen, welche konkreten Preise AMD für diese kleineren Ryzen-Prozessoren aufruft – was derzeit wie betont noch nicht ganz sicher ist.

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Umfrage-Auswertung: Welches PC-Spiel wird 2017 am meisten erwartet?

Noch nachzureichen vom Jahresanfang ist die Auswertung der Umfrage zu den am meisten im Jahr 2017 erwarteten PC-Spielen. In einem ausgesprochen breiten Teilnehmerfeld stachen dabei insbesondere Mass Effect: Andromeda mit 18,6% der Stimmen sowie Star Citizen: Squadron 42 mit 14,2% der Stimmen klar hervor, der Rest der Stimmen verteilte sich dann ziemlich gut. Beachtenswert sind diesbezüglich jene grob 30% der Umfrageteilnehmer, welche nicht für einen der in der Top 12 notierten Spieletitel votiert haben – es scheint dieses Jahr also eine eher größere Auswahl an interessanten Spieletiteln anzustehen. Der Top-Titel in Form von Mass Effect: Andromeda stand im übrigen schon letztes Jahr an der Spitze dieser Umfrage, wurde dann aber wie bekannt nicht mehr im Jahr 2016 herausgebracht.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 13. Februar 2017

AMD hat für die kommende GDC 2017 (27. Februar bis 3. März in San Francisco) eine "Capsaicin & Cream" Veranstaltung angekündigt. Jene soll am 28. Februar über die Bühne gehen und beeinhaltet einen einstündigen Livestream ab 10:30 Morgens Ortszeit (19:30 deutscher Zeit). Das primäre Thema soll dabei in Richtung Spiele, Grafik-Effekte und VR gehen – gut möglich allerdings, das AMD auch etwas zum Thema "Ryzen" sagt, und wenn jenes nur angeschnitten wird. Größere Hoffnungen auf Aussagen zu "Vega" braucht man sich dagegen kaum machen – jene Grafikchip-Generation ist noch ein paar Monate entfernt und AMD dürfte derzeit sogar ziemlich froh sein, das zuerst einmal Ryzen ganz dick im Kalender steht, um nicht immer wieder auf das Fehlen von Vega hingewiesen zu werden. Eher wären wie gesagt gewisse Ryzen-Teaser zu erwarten – wobei der Termin der Veranstaltung am 28. Februar nahelegt, daß das eigentliche Ryzen-Launchdatum nicht gerade am gleichen Tag ist, möglicherweise wieder auf dem schon genannten 2. März 2017.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte sich dann auch klären lassen, ob die derzeit herumfliegenden Taktraten und Preise zu Ryzen korrekt sind. Wir hatten es in unserer letzten Portfolio-Übersicht (noch) vermieden, diese Taktraten und Preise zu notieren, da jene augenscheinlich einer eigenerstellten Unterlage entstammen (drittes Bild unten im Posting) und die Quelle des ganzen nicht erkennbar ist. Nichtsdestotrotz wurden jene Taktraten im Web weit übernommen, bezüglich der Preise gibt es inzwischen sogar mehrere "konkurrierende" Umrechnungen auf westliche Währungen – all dies basiert allerdings nach wie vor auf dieser einzelnen eigenerstellten Unterlage. Leider werden damit dann teilweise schon mit fester Stimme angebliche US-Listenpreise der Ryzen-Prozessoren propagandiert – dies gibt die vorliegende Unterlage jedoch mitnichten her, jene enthält nur (recht hoch angesetzte) chinesische Preise, welche sich nur allerhöchstens grob auf Preise in westlichen Währungen umrechnen lassen. Aufgrund der zeitlichen Nähe von Ryzen und einigen schon bekannten Eckdaten spricht sicherlich vieles dafür, daß diese Angaben dann doch irgendwie passen – aber eine weitere Bestätigung dessen wäre schon schön, ehe man beginnt das Fell des Bären zu verteilen.

Der Planet 3DNow! fügt zum Thema "Ryzen unter Windows 7" die wichtige Information an, das die letzten AMD Chipsatz-Treiber angeblich schon fast alle für Ryzen benötigten Windows-7-Treiber beeinhalten. Fehlend soll derzeit nur die integrierte Netzwerk-Lösung sein – was wahrscheinlich die kleinste Sorge wäre, denn hierbei wird üblicherweise Fremd-IP von Realtek oder Broadcomm verwendet, wo man letztlich deren Treiber verwenden kann. Was sich auf den ersten Blick gut anhört, muß sich allerdings erst noch in der Praxis beweisen – hier käme es auf den Test eines zukünftigen Ryzen-Besitzers mit Windows 7 an. Ob sich solcherart Bastellösungen allerdings breit bewähren können, wäre am Ende dennoch noch zu bezweifeln – ohne offizielle Treiber seitens AMD dürfte das Aufkommen von Windows 7 auf Ryzen eher minimal ausfallen. Für den professionellen Bereich geht es sowieso gar nicht ohne offizielle Treiber – wobei hier vielleicht sogar noch ein größeres Interesse für Windows 7 auf Ryzen existieren könnte, welches AMD mit seiner Entscheidung pro rein Windows 10 allerdings links liegen läßt.

Die PC Games Hardware weist auf den interessanten Punkt hin, daß das langjährige Grafik-Lizenzabkommen zwischen Intel und nVidia in diesem März auslaufen und nicht verlängert werden wird. Mittels dieses Lizenzabkommens hält sich Intel primär Rechtsstreitigkeiten zu Grafik-Patenten vom Hals – ob da wirklich ein Technologietransfer stattfindet, ist nicht bekannt und eher unwahrscheinlich. Sicher ist allenfalls, das Intel (aus demselben Grund) ein neues Grafik-Lizenzabkommen benötigt – und nachdem es mit nVidia nun wohl nicht mehr weitergeht, dürfte das neue Abkommen demzufolge mit AMD abgeschlossen worden sein. Für AMD bedeutet dies ein paar Lizenzzahlungen im zweistelligen Millionenbereich pro Quartal, ansonsten bleibt wohl eher alles beim Alten. Allenfalls die kürzlich wieder aufgewärmte Geschichte von Intel-Prozessoren mit AMD-Grafikchip dürfte wohl als (interessanter) Zweitnutzen aus diesen Lizenzgesprächen entstanden sein.

Als Ausdruck seiner neuen Strategie "Data Center first" will Intel laut Golem zukünftig auch eine Umschichtung bei neuen Fertigungsverfahren vornehmen: Während jene bei Intel bisher immer zuerst für neue Consumer-Prozessoren zum Einsatz kamen, sollen nunmehr Server-Prozessoren zuerst auf neue Fertigungsverfahren umgesetzt werden. Was sich auf den ersten Blick wenig bedeutsam anhört, wäre für Intel ein großer Paradigmen-Wechsel – schließlich hat Intel gerade in der letzten Dekade sehr von den erzielten Fortschritten in der Fertigungstechnologie profitiert und wäre die herausragende Stellung Intels im Prozessoren-Markt ohne diese Vorteile kaum erreichbar gewesen. Wenn man diese Vorteile nunmehr der Server-Sparte zuschiebt, wird selbige sicherlich noch lukrativer für Intel arbeiten können – allerdings bedeutet es auch, das Consumer-Prozessoren auf Basis neuer Fertigungsverfahren eigentlich entsprechend später antreten. Dies überrascht dann doch etwas – gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wo im Consumer-Segment AMD mit der Zen-Architektur einen neuen, schlagkräftigen Herausforderer aufbaut.

Gut möglich allerdings, das Intel hiermit auch auf die (erheblichen) Schwierigkeiten reagiert, welche es beim Start der 14nm-Fertigung und derzeit dem Start der 10nm-Fertigung gab und gibt: Hierbei mussten am Ende ganze CPU-Generationen und Roadmaps verschoben werden, nur weil deren neue Fertigung noch nicht reif für den Masseneinsatz war. Zieht Intel hingegen seine Server-Produkte vor, sind deren Zeitpläne weit weniger kritisch, die anfangs zu liefernden Mengen auch (sehr) viel kleiner – und kann damit eher so etwas wie ein fliessender Start eines neuen Fertigungsverfahrens erreicht werden. Möglicherweise liegt hier der Clou an der ganzen Sache: Intel ist bei neueren Fertigungsverfahren nicht mehr in der Lage, an einem festen Launchtag sofort Millionenstückzahlen eines neuen Portfolios liefern zu können – und startet eine neue Fertigung daher lieber mit Chips, welche nicht solch riesigen Kapazitäten benötigen und zudem noch den Vorteil haben, lukrativer für Intel zu sein. So gesehen macht dieser Strategiewechsel gleich doppelt Sinn für Intel bzw. kommt fast an eine Notwendigkeit heran. Und möglicherweise würden die Consumer-Prozessoren auch bei einer "Consumer first" Strategie letztlich nicht schneller in den Markt kommen können, Intel müht sich mit seinen neuen Fertigungsverfahren wie zu sehen doch sehr.

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Erste Ryzen 7 1700X PassMark-Benchmarks zeigen erneut auf eine (sehr) konkurrenzfähige Performance

Über das Wochenende sind in der Benchmark-Datenbank von PassMark einige neue Werte eines Ryzen-Prozessors aufgetaucht. Eine erste Veröffentlichung hierzu fand sich im AnandTech-Forum ein, wurde dort aber inzwischen gelöscht und ist nur noch als Kopie einsehbar. Laut den geposteten technischen Daten wurde dabei der Achtkerner "Ryzen 7 1700X" mit 3.4/3.8 GHz auf einem A320-Mainboard getestet – womit das XFR-Feature wohl nicht aktiv war (Übertaktung nur auf X300, B250 & X370 möglich). Das Problem dieser ersten Veröffentlichung liegt im Vergleich eines unübertakteten Ryzen-Prozessors gegenüber Intel-Kontrahenten mit teilweise starken Overclocking-Aufschlägen. Demzufolge kam es zu einer zweiten Veröffentlichung dieser Benchmarks mit dann passenden Gegen-Benchmarks von Intel-Prozessoren auf deren default-Taktraten seitens Videocardz. Bei dieser zweiten Veröffentlichung wurden nun auch mehr Benchmark-Werten aus dem "Performance Test 9.0" von PassMark gepostet, zudem sollen alle Prozessoren auf ihren default-Taktraten samt Turbo-Modus gelaufen sein – nominell also ein fairer Vergleich.

Problematisch und auch Thema der Diskussion über diese Benchmarks ist allerdings der PassMark schon selber – der Benchmark ist nicht gerade für besonders konsistente Ergebnisse bekannt, schon abweichende Speicherkonfigurationen oder auch der Wechsel von HDD auf SSD können sich bei diesem erheblich auf einzelne Tests auswirken. Das Ryzen-Ergebnis muß man dabei gar nicht einmal anzweifeln – aber die Vergleichswerte wurden eben nicht unter vergleichbaren Bedingungen ermittelt, sondern schlicht aus der vorhandenen Benchmark-Datenbank bei PassMark gezogen. Da kann man gute Werte, aber eben auch "Nieten" herausziehen – wirklich genau könnte man das nur ermitteln, wenn es eine Person komplett gegentestet. Insofern ist die Spielbreite dieser Tests im Vergleich zu anderen synthetischen Testern vergleichsweise groß – das wäre bei der Betrachtung dieser Werte immer mit einzurechnen.

Core i7-7700K Core i7-6800K Core i7-6850K Core i7-6900K Core i7-6950X Ryzen 7 1700X
(Technik) Kaby Lake, 4C +HT, 4.2/4.5 GHz Broadwell-E, 6C +HT, 3.4/3.6 GHz Broadwell-E, 6C +HT, 3.6/3.8 GHz Broadwell-E, 8C +HT, 3.2/3.7 GHz Broadwell-E, 10C +HT, 3.0/3.5 GHz Zen, 8C +SMT, 3.4/3.7 GHz, no XFR
CPU Mark 12415 14786 15364 18465 19676 15084
CPU Mark – Integer Math 21371 27587 28637 37168 42698 39672
CPU Mark – Prime Numbers 32 53 57 66 79 37
CPU Mark – Compression 17145 20116 22421 29105 33157 24723
CPU Mark – Physics 714 1034 1068 1272 1543 726
CPU Mark – CPU Single Thread 2625 2205 2216 2307 2022 2046
CPU Mark – Floating Point Math 8693 11522 12834 16651 18720 14807
CPU Mark – Encryption 2881 2984 3192 4061 4658 3865
CPU Mark – Sorting 10156 12462 13098 16787 19038 15204
Index (ohne Prime/Physics/ST) 60,6% 73,2% 78,4% 100% 112,6% 90,8%
Listenpreis $339 $412 $587 $999 $1569 ~$400

In jedem Fall bedingt eine solide Betrachtung dieser Werte den Ausschluß der Teilmessungen "Prime Numbers" und "Physics", da jene in sogar extremen Maßstab von der Hauptspeicher-Latenz abhängen. Verrechnet man den Rest der Messungen (außer dem SingleThreaded-Ergebnis wohlgemerkt) miteinander, kommt der Ryzen 7 1700X gut vor Core i7-6800K (+24%) und Core i7-6850K (+16%) heraus, liegt aber immer noch beachtbare 10% hinter Intels eigenem Achtkerner Core i7-6900K zurück. Da AMD gegenüber diesem aber eigentlich eher den (nochmals um ~5% höher getakteten) Ryzen 7 1800X zur Verfügung hat und bei diesem Test aller Wahrscheinlichkeit nach die automatische Übertaktungsfunktion XFR nicht aktiv war, könnte sich AMD am Ende unter diesen Tests vielleicht sogar noch etwas besser darstellen als derzeit zu beobachten. Wirklich genauer braucht man es aufgrund der vorgenannten Spielbreite dieser PassMark-Tests aber wirklich nicht prognostizieren.

Dabei sind diese zu sehenden Tests eigentlich schon wirklich gut für AMD, betrachtet man vor allem die jeweiligen Preispunkte: AMDs 400-Dollar-CPU versägt alles bei Intel bis zum Preispunkt von 587 Dollar und kommt nicht einmal schlecht an Intels 999-Dollar-Modell heran. Für diesen Preispunkt ist dies schon nahezu ein Erdrutschsieg – ganz egal ob AMD dafür einen Achtkerner gegen Intels Sechskerner einsetzen muß und Intels eigener Achtkerner nominell immer noch schneller ist. Es zeigt daneben das Potential der kleineren Ryzen-Modelle an, welche dann zu nochmals klar niedrigeren Preispunkten Intels Produktangebot im Preisbereich von 200-350 Dollar/Euro gehörig ins Schwitzen bringen sollten. Zu erwähnen wäre an dieser Stelle auch, das diese neuen Benchmarks trotz der vorgenannten Spielbreite absolut im Rahmen der früheren Benchmarks seitens Canard PC bzw. den daraus resultierenden Performance-Abschätzungen liegen. Somit zeigen derzeit alle halbwegs belastbaren Benchmark-Werte zu Ryzen in die ziemlich gleiche Richtung, kann man sich der Schlagkraft von Ryzen nunmehr inzwischen weitgehend sicher sein.

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