17

GeForce GTX 1050 & 1050 Ti kommen am 25. Oktober für 109$ bzw. 139$

Videocardz können anhand einer geleakten Präsentationsfolie sowohl gewisse technische Daten zu den GP107-basierten Mainstream-Grafikkarten GeForce GTX 1050 & 1050 Ti bestätigen, als auch bringen einen neuen Launchtermin in Form des 25. Oktober 2016 (für beide Karten) sowohl offizielle Listenpreise ins Spiel. Erst einmal bestätigt die geleakte Präsentationsfolie die grundsätzlichen Daten der beiden neuen Grafikkarten: Die GeForce GTX 1050 tritt mit 640 Shader-Einheiten und 2 GB GDDR5-Speicher an, die GeForce GTX 1050 Ti mit 768 Shader-Einheiten und 4 GB GDDR5-Speicher. Da das Speicherinterface schon sicher mit 128 Bit GDDR5 bekannt ist (etwas anderes passt nicht zu den genannten Speichermengen), ergeben sich die restlichen technischen Daten wie TMUs und ROPs daran fast automatisch – und können somit als nahezu fest angesehen werden. Abzuwarten bliebe noch, wieviele Raster-Engines der GP107-Chip mit sich bringt – nachdem der nächsthöhere GP106-Chip hiervon nur 2 Stück hat und der GP107 Vorgänger-Chip GM107 mit nur einer Raster-Engine auskam, könnten es beim GP107-Chip auch wieder nur eine Raster-Engine sein (sicherlich ausreichend bei maximal 768 Shader-Einheiten).

Beide Grafikkarten kommen wie bekannt mit einem Stromverbrauch von unter 75 Watt daher, bringen also in der Referenzvariante keinen extra Stromstecker mit sich. Die meisten Grafikkarten-Hersteller dürften damit mindestens zwei Varianten von zumindest der GeForce GTX 1050 Ti auflegen – eine referenzmäßige ohne Stromstecker und eine werksübertaktete Variante mit extra Stromstecker und hochgesetztem Power-Limit. Insbesondere letzteres dürfte beide GP107-basierte Karten deutlich beflügeln, da die Referenz-Taktraten im Bereich von 1300 bis 1450 MHz im Sinne der bisherigen Pascal-Generation erstaunlich niedrig liegen, der GP107-Chip allerdings erwiesenermaßen durchaus taktfreudig bis Richtung 1800 MHz ist. 30% Taktratengewinn durch eigene Übertaktung erscheinen hierbei durchaus als möglich – was in schätzungsweise 20% Mehrperformance gegenüber einer Referenzkarte münden könnte, ab einem gewissem Maß dürfte dann natürlich das nur 128 Bit breite Speicherinterface limitierend wirken.

Mit dieser (prognostiziert) guten Overclocking-Eignung werden GeForce GTX 1050 & 1050 Ti sicherlich Pluspunkte sammeln können – aber als typische Mainstream-Beschleuniger müssen sich jene Karten zuerst über den Preis verkaufen lassen. Hierbei macht nVidia bei der kleineren GeForce GTX 1050 keine Gefangenen und setzt jene auf den Preispunkt der Radeon RX 460 von 109$ – bei allerdings einer voraussichtlich gewissen Mehrperformance. Die Radeon RX 460 kann hiergegenüber allerhöchstens ihre 4-GB-Varianten ins Feld führen, während es die GeForce GTX 1050 wohl fest nur mit 2 GB Grafikkartenspeicher geben soll. Doch jene 4-GB-Varianten der Radeon RX 460 kosten auch mehr und gehen eher ins Preisfeld der GeForce GTX 1050 Ti. AMD dürfte ergo gezwungen sein, mit dem Erscheinen der GeForce GTX 1050 die Preise für die Radeon RX 460 zu reduzieren – und zwar sowohl jene der 2-GB- als auch jene der 4-GB-Varianten. Eventuell wäre es für AMD auch sinnvoll, hierzu noch ein extra Polaris-11-Modell in Form einer (hypothetischen) Radeon RX 465 aufzulegen, um sich nach dem GP107-Launch wieder effektiver im Mainstream-Segment zu positionieren.

Radeon RX 460 GeForce GTX 1050 GeForce GTX 1050 Ti Radeon RX 470
Chipbasis AMD Polaris 11 nVidia GP107 nVidia GP107 AMD Polaris 10
Architektur GCN4, DirectX 12 Feature-Level 12_0 Pascal, DirectX 12 Feature-Level 12_1 GCN4, DirectX 12 Feature-Level 12_0
Technik 2 Raster-Engines, 896 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface (Salvage) 1 Raster-Engine (?), 640 Shader-Einheiten, 40 TMUs, 32 ROPs (?), 128 Bit GDDR5-Interface (Salvage) 1 Raster-Engine (?), 768 Shader-Einheiten, 48 TMUs, 32 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface (Vollausbau) 4 Raster-Engines, 2048 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR GDDR5-Interface (Salvage)
Taktraten 1090/1200/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: ~1170 MHz)
angbl. 1354/1455/? MHz angbl. 1290/1382/3500 MHz 926/1206/3300 MHz
(Ø-Chiptakt: ? MHz)
Speicherausbau 2/4 GB GDDR5 2 GB GDDR5 4 GB GDDR5 4/8 GB GDDR5
off. Verbrauch <75W (TBP) 75W (GBP) 75W (GBP) 120W (TBP)
FullHD Perf.Index 260% gesch. ~290-320% gesch. ~340-360% 480%
Listenpreis 109$ (2 GB) 109$ 139$ 179$
angbl. Preissenkung auf 169$
Launch 8. August 2016 25. Oktober 2016 25. Oktober 2016 5. August 2016

Denn die GeForce GTX 1050 Ti scheint der Radeon RX 460 nach den letzten Benchmarks deutlich davonzuziehen und geht damit von Performance und Preis her eher in den Zwischenraum zwischen Radeon RX 460 und 470. Allerdings ist jener Zwischenraum derart breit, das sich die GeForce GTX 1050 Ti dort inklusive Werksübertaktungen und Eigenübertaktungen tummeln kann, ohne voraussichtlich das Performanceniveau der Radeon RX 470 erreichen zu können. Dafür sind die Abstände wohl zu groß – die GeForce GTX 1050 Ti bleibt also im Mainstream-Segment, die Radeon RX 470 im (unteren) Midrange-Segment. Zudem dürfte die kürzlich kolportierte kleine Preissenkung zur Radeon RX 470 die GeForce GTX 1050 Ti maßgeblich stören, da dann für deren Listenpreis von 139$ nur noch ein (nomineller) Preisabstand von 30 Dollar zwischen beiden Karten liegt. Aufgrund des deutlich größeren Performancepotentials der Radeon RX 470 liegt da immer die Versuchung nahe, eher zur Radeon RX 470 als zur GeForce GTX 1050 Ti zu greifen. Trotz also daß die GeForce GTX 1050 Ti ein spannendes Angebot im Mainstream-Markt werden sollte, dürfte jene nicht unerheblich an der harten Konkurrenzsituation zur Radeon RX 470 zu knabbern haben.