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Hardware- und Nachrichten-Links des 7. Januar 2021

In der Frage der Lieferbarkeit der Hardware-Neuvorstellungen vom Herbst/Winter 2020 hat sich gegenüber dem Stand von vor Weihnachten nicht viel getan: Die Radeon RX 6000 Karten haben nun inzwischen wenigstens einige dauerhafte Händler-Notierungen bekommen, quer durchs Programm gab es zudem einzelne kleinere Verbesserungen bei der Lieferbarkeit (bei der GeForce RTX 3060 Ti allerdings auch eine Verschlechterung). Vor allem aber hat sich preislich kaum etwas getan, oftmals sind die Händlerpreise sogar leicht angestiegen. Nahe des Listenpreises notieren somit nach wie vor nur diese Produkte, welche vernünftig lieferbar sind – wie Ryzen 7 5800X und GeForce RTX 3090. Bei den wirklich schlecht lieferbaren Produkten sind dagegen weiterhin Preisaufschläge auf den Listenpreis im Bereich von +30-60% zu beobachten. Lieferbarkeit und preisliche Übertreibung korrelieren hierbei eindeutig – was die Hoffnung aufrecht erhält, eines Tages tatsächlich einmal Ware zum Listenpreis zu sehen, wenn einfach nur deren Lieferbarkeit gegeben ist.

Launch Verfügbarkeit Listenpreis momentaner Straßenpreis
GeForce RTX 3080 17. Sept. 2020  (vor 16 Wochen) ★☆☆☆☆ $699 Herst: 1000-1500€FE: 699€
GeForce RTX 3090 24. Sept. 2020  (vor 15 Wochen) ★★★★☆ $1499 Herst: 1600-1850€FE: 1499€
GeForce RTX 3070 29. Okt. 2020  (vor 10 Wochen) ★★★☆☆ $499 Herst: 640-840€FE: 499€
Ryzen 9 5950X 5. Nov. 2020  (vor 9 Wochen) ★★☆☆☆ $799 950-1000€
Ryzen 9 5900X 5. Nov. 2020  (vor 9 Wochen) ★☆☆☆☆ $549 770-820€
Ryzen 7 5800X 5. Nov. 2020  (vor 9 Wochen) ★★★★☆ $449 470-520€
Ryzen 5 5600X 5. Nov. 2020  (vor 9 Wochen) ★★★☆☆ $299 350-400€
Radeon RX 6800 XT 18. Nov. 2020  (vor 7 Wochen) ☆☆☆☆☆ $649 Herst: 1100-1800€Ref: 649€
Radeon RX 6800 18. Nov. 2020  (vor 7 Wochen) ★☆☆☆☆ $579 Herst: 900-1100€Ref: 579€
GeForce RTX 3060 Ti 2. Dez. 2020  (vor 5 Wochen) ★☆☆☆☆ $399 Herst: 590-710€FE: 399€
Radeon RX 6900 XT 8. Dez. 2020  (vor 4 Wochen) ★☆☆☆☆ $999 Herst: 1600-1800€Ref: 999€

Interessant sind im Rückblick die Ergebnisse dreier älterer 3DCenter-Umfragen zur (seinerzeitigen) Vorschau auf nVidias Ampere-Generation vom März 2020. Seinerzeit waren nur die Hardware-Daten zum HPC/Compute-Chip GA100 (8192 FP32-Einheiten) bekannt und wurde das restliche Ampere-Portfolio hieraus interpoliert – was natürlich überhaupt nicht gepasst hat, wie man inzwischen weiss. Nichtsdestotrotz war manches Umfrage-Ergebnis recht zielgenau, wie das zum erwarteten Performance-Plus von Ampere: Jenes liegt real bei ca. +48% zwischen GeForce RTX 2080 Ti & GeForce RTX 3090 – und somit genau dort, wo die einfache Mehrheit der Umfrageteilnehmer die Ampere-Generation erwartet hatte. Die Umfrage zur Preislage der Ampere-Generation ging zudem eher von nochmals anziehenden Preislagen aus, in dieser Frage hat nVidia zumindest mit den Listenpreisen die Erwartung der Umfrageteilnehmer sogar mehrheitlich übertroffen (die aktuelle Lieferschwäche steht auf einem anderen Blatt und wird seitens der Hersteller auch nicht beabsichtigt sein). Nur bei der Umfrage zu den erwarteten Speichermengen hatte man mehr von nVidias Ampere-Generation erwartet – was nun aber AMDs RDNA2-Generation ausbügeln kann.

Gänzlich abweichend dieser früheren Erwartungen ist die Ampere-Generation also nicht herausgekommen, nur die Problematik der generell schlechten Lieferbarkeit bei allen Hardware-Neuvorstellungen vom Herbst/Winter 2020 hatte man vorher überhaupt nicht auf dem Radar. Dabei gab es in der (brodelnden) Gerüchteküche des Sommers 2020 durchaus 1-2 Hinweise hierauf, jenen wurde jedoch (leider) seinerzeit keine wesentliche Beachtung geschenkt. Generell hat man wohl auch darauf gehofft, dass die Hersteller schon wissen, was sie da tun, wenn man den Herbst 2020 mit Produkt-Vorstellungen geradezu zupflastert, welche zudem fast durchgehened auf der 7nm-Chipfertigung von TSMC basieren. Zumindest kann man angesichts des aktuellen Nichtlieferbarkeits-Debakels davon ausgehen, dass innerhalb der Hersteller-Industrie diese Problematik zukünftig eine höhere Gewichtung erhält. Dass Intel seine Rocket-Lake-Generation nunmehr nicht schon zum Jahresanfang vorstellt, sondern dies erst im März nach Erlangung der Lieferbarkeit tun wird, darf man als Hinweis darauf werten, dass die Hersteller die diesbezügliche Stimmungslage unter den Hardware-Käufern durchaus mitbekommen.

Der Performance-Bericht von GameGPU zu Cyberpunk 2077 enthält auch (durchgehende) Benchmarks unter der "Low"-Bildqualität – womit sich der seltene Fall ergibt, auch einmal die offiziellen Minimum-Systemanforderungen nachprüfen zu können. Unter dieser Bildqualität kommen dann erst einmal wesentlich mehr an Alt-Beschleunigern noch mit, ist die nachfolgende Empfehlungs-Tabelle somit deutlich besser gefüllt als bei den AAA-Titeln auf bestmöglicher Bildqualität zuletzt üblich. Die offiziellen Minimum-Systemanforderungen des Spieleentwicklers bestätigen sich mit kleineren Abweichungen auf AMD-Seite, wo gemäß den vorliegenden Benchmarks wiederum ein leicht niedrigeres Stärke-Level als bei nVidia notwendig ist, um auf dieselben Frameraten zu kommen. Sofern unsere Interpolation stimmt, wäre damit sogar eine Radeon HD 7970 "GHz" aus dem Jahr 2012 in der Lage, den Titel noch mit halbwegs passablen Frameraten (auf der "Low"-Bildqualität) zu stemmen – was interessant wäre in der Praxis nachzuprüfen.

Grafikkarten-Empfehlungen für "Cyberpunk 2077" — auf "Low" Bildqualität
Minimum FullHD/1080p WQHD/1440p 4K/2160p
gedacht für FullHD @ "Low" jeweils "Low" Bildqualitäts-Preset auf durchschnittlich 35 fps
Grafik-RAM 3 GB VRAM 3 GB VRAM ~3-4 GB VRAM ~4 GB VRAM
Radeon RX 6000 Serie kleinste RDNA2-Lösung kleinste RDNA2-Lösung Richtung Navi-24-Chip Richtung Navi-23-Chip
Radeon RX 5000 Serie Radeon RX 5300 Radeon RX 5300 Radeon RX 5500 Radeon RX 5700
Radeon RX 500/Vega Serie Radeon RX 570 Radeon RX 560XT Radeon RX 580 4GB Radeon RX Vega 64
Radeon RX 400 Serie Radeon RX 470 Radeon RX 470D Radeon RX 480 8GB
Radeon R300/Fury Serie Radeon R9 390 Radeon R9 380X Radeon R9 390X
Radeon R200 Serie Radeon R9 290 Radeon R9 290X
Radeon HD 7000 Serie Radeon HD 7970 "GHz"
GeForce 30 Serie kleinste Ampere-Lösung kleinste Ampere-Lösung Richtung GA107-Chip Richtung GA106-Chip
GeForce 16/20 Serie GeForce GTX 1650 GDDR5 GeForce GTX 1650 GDDR5 GeForce GTX 1650 Super GeForce RTX 2060 Super
GeForce 10 Serie GeForce GTX 1060 3GB GeForce GTX 1060 3GB GeForce GTX 1070 GeForce GTX 1080 Ti
GeForce 900 Serie GeForce GTX 970 GeForce GTX 970 GeForce GTX 980 Ti
GeForce 700 Serie GeForce GTX 780 GeForce GTX 780
GeForce 600 Serie GeForce GTX Titan GeForce GTX Titan
Minimum gemäß den offiziellen Systemanforderungen; FullHD/1080p, WQHD/1440p & 4K/2160p gemäß der Benchmarks von GameGPU; alle dort nicht genannten Grafikkarten interpoliert gemäß des 3DCenter Performance-Index

Solcherart (rein theoretische) Interpolationen zu Alt-Generationen können durchaus passen – und können allerdings auch gewaltig danebengehen, wenn Architektur-Änderungen das übliche Performance-Bild maßgeblich durcheinanderwerfen. Allerdings ist dies bei nVidia eher zu erwarten als bei AMD, wo die GCN-Generationen doch näher aneinanderliegen als bei nVidia der seinerzeitige Wechsel der Architekturen von Kepler über Maxwell & Pascal zu Turing & Ampere. Aufgrund des langen Entwicklungszeitraum bei Cyberpunk 2077 ist allerdings eher weniger von einem solchen Effekt in diesem Fall auszugehen, das Spiel läuft schließlich offiziell sogar noch auf Windows 7 samt DirectX 11. In jedem Fall stellt Cyberpunk 2077 damit eine (auch in der Praxis erwiesen) höchsten Minimum-Anforderungen der letzten Zeit auf, ähnlich hohe Minimum-Anforderungen sind zuletzt nur von Watch Dogs: Legion, DiRT 5 & Assassin's Creed: Valhalla bekannt.