
AMD hat seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2025 sowie damit auch das Gesamtjahr 2025 vorgelegt, welches AMD zu einem ziemlich positiven Abschluß gebracht hat. Denn in diesem vierten Quartal 2025 wurde die vorherige Prognose von 9,6 Mrd. Dollar Quartalsumsatz mit tatsächlich dann 10,3 Mrd. Dollar klar überboten – und AMD legt mit diesem neuen Quartalsrekord erstmals überhaupt einen Quartalsumsatz im 10stelligen Bereich hin (was lange Zeit nur Intel und erst seit neuerem auch nVidia vorbehalten war). Das Umsatzwachstum betrug somit +11,1% gegenüber dem Vorquartal sowie +34,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In ähnlichem Maßstab stiegen dann die Gewinnzahlen, wobei der Vergleich des nominellen Gewinns gegenüber dem Vorjahreszeitraum wenig zweckmäßig ist, da seinerzeit erhebliche Sonderposten diese Gewinnabrechnung schmälerten. Der operative non-GAAP-Gewinn drückt es wohl besser aus, was hier wirklich erwirtschaftet wurde: +27,5% zum Vorquartal sowie +40,9% zum Vorjahreszeitraum.
| Q4/2024 | Q1/2025 | Q2/2025 | Q3/2025 | Q4/2025 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 7658 Mio. $ | 7438 Mio. $ | 7685 Mio. $ | 9246 Mio. $ | 10'270 Mio. $ |
| (nomineller) Gewinn | 482 Mio. $ | 709 Mio. $ | 872 Mio. $ | 1243 Mio. $ | 1511 Mio. $ |
| Bruttomarge | 51% | 50% | 40% | 52% | 54% |
| operativer non-GAAP-Gewinn | 2026 Mio. $ | 1779 Mio. $ | 897 Mio. $ | 2238 Mio. $ | 2854 Mio. $ |
Die Einzelsparten bei AMD entwickelten sich dabei sowohl gegenüber Vorquartal als auch Vorjahreszeitraum recht unterschiedlich: Die DataCenter-Sparte mit Epyc- und Instinct-Produkten lief generell gut, mit starken Zuwächsen gegenüber beiden Vergleichszeiträumen (+39% gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Ähnliches trifft auf die Client-Sparte mit den Ryzen-Prozessoren zu, wenngleich auf minimal niedrigeren Niveau (+34% gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Die Embedded-Sparte legte nur minimal gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu (+3%), konnte damit aber wenigstens den klaren Umsatzrückgang über die vorherigen drei Quartale wieder ausgleichen. Das Sorgenkind ist hingegen weiterhin die Gaming-Sparte mit den Radeon-Grafikkarten und Spielekonsolen-SoCs: Zwar gibt es hier gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen satten Zuwachs von +50% zu verzeichnen, die zwei direkt vorhergehenden Quartal war AMD in dieser Sparte allerdings schon einmal deutlich besser unterwegs, man hat hier vom dritten zum vierten Quartal um immerhin –35% eingebüßt.
AMD verlor hierzu allerdings kein Wort, sondern konzentrierte sich allein auf den (positiven) Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Insofern bleibt die Rätselei, welche der beiden hauptsächlichen Produktgruppen dieser Sparte für dieses Ergebnis verantwortlich ist. Normalerweise sollten speziell die Konsolen-SoCs derart tief in einem Konsolen-Zyklus eigentlich nicht mehr für große Sprünge sorgen können. Andererseits lassen Microsoft und Sony im zweiten und dritten Quartal regelmäßig für das Weihnachtsgeschäft vorproduzieren, welches dem vierten Quartal immer einen drastisch höheren Konsolen-Absatz beschert. Ob dies ausreichend zur Erklärung dieser großen Sprünge ist, darf allerdings zweifelt werden, die AMD-Zahlen des Jahres 2024 deuten diesbezüglich auf keinen beachtbar großen Effekt hin. Somit bleibt fast nur die Erklärung übrig, dass AMD im Jahresschlußquartal tatsächlich deutlich weniger Grafikchips verkauft haben muß als zur Jahresmitte.
| Umsätze | Q4/2024 | Q1/2025 | Q2/2025 | Q3/2025 | Q4/2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Data Center (Epyc & Instinct) | 3859 Mio. $ | 3674 Mio. $ | 3240 Mio. $ | 4341 Mio. $ | 5380 Mio. $ |
| Client (Ryzen) | 2313 Mio. $ | 2294 Mio. $ | 2499 Mio. $ | 2750 Mio. $ | 3097 Mio. $ |
| Gaming (Radeon & Konsolen-SoCs) | 563 Mio. $ | 647 Mio. $ | 1122 Mio. $ | 1298 Mio. $ | 843 Mio. $ |
| Embedded | 923 Mio. $ | 823 Mio. $ | 824 Mio. $ | 857 Mio. $ | 950 Mio. $ |
Dies wäre vielleicht denkbar in diese Richtung hin, dass seinerzeit der Anfangsbedarf nach dem Launch der Radeon RX 9000 Serie gestillt wurde bzw. bei den Grafikkarten-Herstellern und in der Handelskette entsprechende Lagerbestände aufgebaut wurden – und dann im vierten Quartal eben nur noch der "normale" Verkauf lief. Der Effekt der Speicherkrise bzw. der GDDR-Knappheit dürfte hingegen im vierten Quartal 2025 kaum schon in derart großem Maßstab gewirkt haben, dies betrifft wenn dann höchstens den Dezember und damit nur einen gewissen Teil des Abrechnungszeitraums. Wie auch immer sind dies keine guten Vorzeichen für die Ermittlung der Grafikkarten-Verkaufszahlen seitens Jon Peddie Research, wo AMD in den geschäftlich vergleichsweise guten Jahresmittequartalen 2025 nur bei 6% bzw. 7% Marktanteil für Desktop-Grafikchips herauskam. AMD könnte sich vor einer weiteren Abwertung in dieser Statistik wohl nur dann retten, wenn nVidia ebenfalls deutlich weniger Grafikchips im vierten Quartal verkauft haben sollte – was sich erst Richtung Monatsende mit der Vorlage der nächsten nVidia-Geschäftszahlen ergibt.
Für das Gesamtjahr 2025 hat AMD dennoch nichts anderes als positives zu berichten: Der Umsatz wuchs um +34% auf einen neuen, klaren Jahresrekord, während der nominelle Gewinn (ebenfalls ein Jahresrekord) sogar um gleich +164% nach oben ging (wieder forciert durch viele im Jahr 2024 wirkende Sonderposten). Vor allem aber hat AMD damit das Umsatz-Plateau der Jahre 2022-24 erfolgreich durchbrochen und strebt nun nach neuen Ufern. Für das erste Jahresquartal 2026 prognostiziert man einen Umsatz von 9,8 Mrd. Dollar (±300 Mio. $), was für ein erstes Quartal recht stark wäre und AMD (bei Gelingen) ermöglichen sollte, auch wieder für das Jahr 2026 einen neuen Jahresumsatzrekord anzupeilen – dann vermutlich im Bereich oberhalb 40 Mrd. Dollar liegend. Damit würde man Intel im übrigen schon ziemlich naherücken, welche sich derzeit eher seitwärts bewegen und bei welchen daher noch nicht einmal sicher ist, ob jene wieder bei (etwas) oberhalb 50 Mrd. Jahresumsatz herauskommen. Für exakte Prognosen zum Gesamtjahr 2026 ist es aber natürlich noch etwas zu früh, gerade weil sich die geschäftlichen Effekte der laufenden Speicherkrise erst genauer mit den Geschäftszahlen des ersten Quartals einschätzen werden lassen.