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Die Intel-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal sowie Gesamtjahr 2025

Chip-Entwickler Intel hat seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2025 und somit auch das Gesamtjahr 2025 vorgelegt. Im letzten Jahresabschnitt hat Intel mit 13,674 Mrd. Dollar Quartalsumsatz knapp seine vorherige Prognose (12,8-13,6 Mrd. $) geschlagen, konnte damit aber auch nur um +0,2% gegenüber dem vorherigen Quartal zulegen, verlor sogar leicht um –4,1% gegenüber dem Umsatz des Vorjahreszeitraums. Ausgangspunkt hierfür dürfte sein, dass Intels neue Prozessoren-Generation "Panther Lake" vergleichsweise spät in den Markt kommt, nicht bereits mit dem Jahresschlußquartal, sondern erst im weiteren Verlauf des ersten Quartals 2026. Damit sieht man den Effekt der entsprechenden Vorproduktion noch nicht einmal an den Zahlen der Foundry-Sparte (Intels Eigenfertigung bei der Intel Foundry wird Konzern-intern fakturiert) – klar darauf hinweisend, dass im vierten Quartal 2025 noch so gut wie nichts an "Panther Lake" aus Intels eigener 18A-Fertigung gekommen sein kann. Auf der Gewinnseite brachte das vierte Quartal 2025 wieder einmal ein gewisses Minus beim nominellen Gewinn mit sich, wobei das Vorquartalsergebnis sowieso durch Sondereffekte deutlich aufgepumpt war. Der operative non-GAAP-Gewinn ging zwar auch zurück, bliebt aber grundsätzlich auf der Höhe vom Vorquartal – darauf hinweisend, dass es für Intel abseits der Sondereffekte vergleichsweise anständig läuft.

Q4/2024 Q1/2025 Q2/2025 Q3/2025 Q4/2025
Umsatz 14'260 Mio. $ 12'667 Mio. $ 12'859 Mio. $ 13'653 Mio. $ 13'674 Mio. $
(nomineller) Gewinn –153 Mio. $ –887 Mio. $ –3024 Mio. $ 4270 Mio. $ –333 Mio. $
Bruttomarge 39,2% 36,9% 27,5% 38,2% 36,1%
operativer non-GAAP-Gewinn 1368 Mio. $ 690 Mio. $ –503 Mio. $ 1524 Mio. $ 1205 Mio. $

Die Umsatz-Auflistung der einzelnen Intel-Sparten sieht nur kleinere Bewegungen sowohl von Quartal-zu-Quartal als auch von Quartal-zu-Vorjahreszeitraum. Die einzige Ausnahme liegt unter "all other", wo Intel ab dem dritten Quartal 2025 die Ausgliederung von Altera (als wieder eigenständiges Unternehmen) zu verzeichnen hatte, womit der Umsatz des vierten Quartals in dieser Sparte deutlich abfiel. Als weiterhin dickstes Problem der einzelnen Intel-Sparten bleibt das heftige Mißverhältnis zwischen Umsatz und Kosten bei der "Intel Foundry" bestehen. Auch dieses Quartal gab es hier bei 4,507 Mrd. Dollar Umsatz zu 7,016 Mrd. Dollar Kosten ein großes Minus von 2,5 Mrd. Dollar zu verzeichnen – was die anderen Intel-Sparten dann ausgleichen mussten. Vermutlich ist Intels Fertigung nunmehr sowieso bei der Kostenlage "ausoptimiert" (früher waren es bis zu 10 Mrd. Dollar Quartalskosten), aus den Minuszahlen kommt jene nun erst mit tatsächlichen Aufträgen heraus. Hierfür wird Panther Lake ab dem Jahr 2026 (vermutlich) einen guten Ansatzpunkt liefern, denkbarerweise sind hierfür am Ende aber auch externe Aufträge vonnöten. Zudem hat Intel mit diesen Quartalszahlen auch die Neuberechnung der Quartalsergebnisse nach Aufspaltung der früheren NEX-Sparte abgeschlossen, gibt es nunmehr wieder durchgehend (passende) Vergleichswerte zum Vorjahreszeitraum.

Umsätze Q4/2024 Q1/2025 Q2/2025 Q3/2025 Q4/2025
Client Computing  (CCG, "Consumer-Sparte") 8769 Mio. $ 7629 Mio. $ 7871 Mio. $ 8535 Mio. $ 8193 Mio. $
Data Center and AI  (DCAI, "Server-Sparte") 4351 Mio. $ 4126 Mio. $ 3919 Mio. $ 4117 Mio. $ 4737 Mio. $
Intel Foundry  ("Fertigungs-Sparte") 4340 Mio. $ 4667 Mio. $ 4417 Mio. $ 4235 Mio. $ 4507 Mio. $
all other 1113 Mio. $ 943 Mio. $ 1053 Mio. $ 993 Mio. $ 574 Mio. $
Hinweis: Die Intel-eigene Fertigung wird auch für Intel-Produkte fakturiert, womit die kumulierten Umsätze aller Intel-Einzelsparten höher aus als der Unternehmens-Gesamtumsatz ausfällt.

Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnete Intel einen Jahresumsatz von 52,853 Mrd. Dollar, somit minimal hinten den 53,101 Mrd. Dollar vom Vorjahr liegend. Freundlicherweise kann man sagen, dass damit die scharfe Abwärtstendenz der Jahre 2022/23 gestoppt ist, aber natürlich könnte man sich von Intel dann schon mehr erwarten als nur ein Abstoppen des Negativtrends. Auf der Gewinnseite steht für das Gesamtjahr 2025 mit 26 Mio. Dollar nomineller Unternehmensgewinn ebenfalls nichts, womit man hausieren gehen könnte. Wenigstens liegt damit das grauenhafte Jahr 2024 hinter Intel, wo man – größtenteils aber natürlich wegen Sondereffekten – ein Jahresminus von 19,2 Mrd. Dollar (!) verzeichnen musste. Wirklich gut war 2025 aber dennoch nicht für Intel, selbst 2023 bot mit 54,2 Mrd. Dollar Umsatz zu 1,7 Mrd. Dollar Gewinn die besseren Geschäftszahlen. Intel ist derzeit weiterhin weit weg von seinem "Normalzustand", wo man zwischen 2010 und 2022 mit jährlichen Gewinnzahlen von 8-21 Mrd. Dollar eine regelrechte "Gewinnmaschine" war. Natürlich war dies auch der seinerzeit überragenden Marktstellung Intels und damit teilweise auch technologischem Stillstand geschuldet – eine Situation, welche nach dem Ansturm von AMDs Ryzen-Prozessoren (ab dem Jahr 2017) so schnell nicht wiederkommen wird.

Derzeit muß Intel vielmehr zusehen, technologisch wieder interessantes zu bieten und gleichzeitig die Intel Foundry mit Aufträgen zu füttern, so dass deren heftige Minuszahlen verkleinert werden. Das erste Jahresquartal 2026 scheint diesbezüglich wenig hilfreich zu werden, denn Intel prognostiziert in selbigen nur 11,7-12,7 Mrd. Dollar Umsatz – was in der Spitze gerade so das Vorjahresquartal erreichen würde. Da könnte man sich vom Marktstart sowie Foundry-Produktionsstart von Panther Lake schon mehr erwarten als nur das. Aber natürlich sind alle Produktlaunches des Jahres 2026 unter dem Vorbehalt der allgegenwärtigen Speicherkrise zu sehen, wo aufgrund der damit einhergehenden höheren PC-Preise das gesamte Absatzvolumen unter Druck steht. Dieser schlechten Ausgangslage wird sich Intel wie auch die anderen großen Hersteller kaum entziehen können, womit die Vorzeichen auf ein geschäftlich erfolgreiches Jahr nicht wirklich gut stehen. Zudem ist Panther Lake auch eine reine Mobile-Generation, womit deren Hebel einfach kleiner ist als beim 2027 nachfolgenden "Nova Lake". Bestenfalls kann Intel im Geschäftsjahr 2026 auf kleiner Flamme wachsen, vielleicht ergibt sich zusätzlich eine positive Entwicklung bei der Intel Foundry – auf viel mehr ist unter diesen Voraussetzungen kaum zu hoffen.