
Von Jon Peddie Research kommen die Grafikkarten-Marktanteile für das vierte Quartal 2025, welche sich auf die seitens AMD, Intel & nVidia ausgelieferte Anzahl an Desktop-Grafikchips aller Segmente (inkl. Profi-Segment, aber ohne dedizierter HPC/AI-Beschleuniger) beziehen – und somit den B2B-Markt zwischen Grafikchip-Entwicklern und Grafikkarten-Herstellern abbilden, nicht den Endkunden-Markt zwischen Einzelhändlern und tatsächlichen Endabnehmern. Hierbei sollen im letzten Jahresquartal 2025 immerhin wieder 11,48 Mio. Grafikchips für Desktop-Grafikkarten verkauft worden sein, leicht unterhalb der Menge des vorhergehenden dritten Quartals 2025 liegend, aber klar besser als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dieses vierte Quartal 2024 war allerdings auch ein klares Übergangsquartal von der letzten zur aktuellen Grafikkarten-Generation, ist demzufolge nicht gänzlich als Vergleichsobjekt geeignet. Das abgeschlossene vierte Quartal 2025 zeigt sich hingegen mit seiner zurückgehenden Absatzmenge ebenfalls schon als ein Übergangsquartal – hin zu den Bedingungen der Speicherkrise, in welcher höhere Grafikkartenpreise die Stückzahlenabsätze stark fallen lassen.
| Desktop dGPU | Q4/2024 | Q1/2025 | Q2/2025 | Q3/2025 | Q4/2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Auslieferungsmenge | 8,4 Mio. Stück | 9,2 Mio. Stück | 11,6 Mio. Stück | 12,02 Mio. Stück | 11,48 Mio. Stück |
| AMD | 15% (~1,3M) | 8% (~0,7M) | 6% (~0,7M) | 7% (~0,8M) | 5% (~0,6M) |
| nVidia | 84% (~7,0M) | 92% (~8,5M) | 94% (~10,9M) | 92% (~11,1M) | 94% (~10,8M) |
| Intel | 1% (~0,1M) | 0% (<0,05M) | 0% (<0,06M) | 1% (~0,1M) | 1% (~0,1M) |
| Marktanteile basierend auf ausgelieferten Stückzahlen, Quelle: Jon Peddie Research | |||||
Die Auswirkungen der Speicherkrise dürften dann bei den nachfolgenden Quartalsberichten deutlicher zu sehen sein, eventuell auch die Marktanteile "komisch" beeinflussen. Jene fallen aber auch jetzt schon bzw. ziemlich genau seit dem Markteintritt der RTX50-Serie ausreichend seltsam aus, denn aktuell soll AMD mal wieder stark verloren haben und bei nur noch 5% weltweitem Marktanteil stehen – nVidia hingegen bei 94%. Dies ist so weit weg von der sichtbaren Realität bei den Einzelhändlern (und damit ist nicht nur die Mindfactory gemeint, welche natürlich nur eine Stimme unter vielen ist), dass es selbst den Analysten im Elfenbeinturm eigentlich langsam offensichtlich sein sollte, dass da etwas nicht stimmen kann. Zwar stehen AMDs vernünftigem bis hohem Marktanteil im Retail-Geschäft der westlichen Welt bekannterweise anderen Märkte mit deutlich geringeren AMD-Marktanteil gegenüber: Beispielsweise viele Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern, wo AMD nur schwer und überteuert zu bekommen ist, dort logischerweise keine echte Marktchance und tatsächlich vielleicht nur 5% Marktanteil hält. Und dann das ganze Geschäft mit Komplett-PCs, wo AMD faktisch nicht mehr präsent ist, wo vielleicht auch 99% nVidia-Marktanteil möglich sind.
Der entscheidende Punkt liegt aber darin, dass alle diese Einwände schon länger existieren bzw. damit auch schon in früheren Marktanteils-Zahlen enthalten sind. Trotzdem ist AMD dort nie unter 10% gefallen – und nun soll plötzlich mit der eigentlich gut rezipierten und im Retail-Geschäft augenscheinlich erfolgreichen RDNA4-Generation plötzlich AMDs Marktanteile komplett unter die Räder gekommen sein? Dies passt vorn und hinten nicht zusammen – weil eben die gegen AMD sprechenden Effekte auch früher schon präsent waren, sich daran nichts geändert hat. Es wäre mittels RDNA4 eigentlich eher eine Marktanteilsbewegung leicht pro AMD zu erwarten gewesen, nicht eine stark gegen AMD laufende. Inzwischen ist auch genügend Zeit mit den neuen Generationen vergangen und dürften sämtliche die Geschäftszahlen irgendwie verzögernden oder verschiebenenden Effekte längst durch sein (Lagerbereinigungen, andere Abrechungsmodelle, etc). Doch trotzdem zeigt sich in den "offiziellen" Grafikkarten-Verkaufszahlen keinerlei RDNA4-Effekt, sondern im Gegenteil ein schweres Minus bei AMD. Wirklich glaubwürdig ist das nicht, auch wenn hier an dieser Stelle natürlich keine Beweise für diese Annahme vorliegen.
Daneben gibt es in einer zweiten Meldung seitens Jon Peddie Research noch die Zahlen zu allen PC-Grafikchips, was Desktop-Grafikkarten, extra Mobile-Grafiklösungen und alle integrierten Grafiklösungen einschließt, wobei letztere mengenmäßig üblicherweise mit 75-80% dominieren. Demzufolge ist das ganze auch eher eine Prozessoren-Auslieferungsstatistik, da die wenigsten der heutigen PC-Prozessoren noch ohne iGPU ausgeliefert werden. Logischerweise dominiert somit Intel das Feld über die schiere Menge seiner ausgelieferten PC-Prozessoren, während AMD hier etwas besser dasteht, da man mit extra Grafikchips und den eigenen iGPUs antreten kann und letztlich nVidia hier allein mit extra Grafikchips dagegenhalten muß. So gesehen ist nVidias Marktanteil von 23% ziemlich beachtbar, da jener Hersteller (derzeit) wie gesagt nicht im iGPU-Feld mitspielt. Besonders interessant ist diese Statistik allerdings auch wieder nicht, da die Leistungsfähigkeit der allermeisten iGPUs massiv unterhalb selbst von Einsteiger-Grafikkarten liegt und jene zudem keinen eigenen Umsatz erzeugen, da innerhalb eines PC-Prozessors verbaut und somit nicht einzeln erhältlich wie fakturierbar sind.
| alle PC-Grafikchips | Q4/2024 | Q1/2025 | Q2/2025 | Q3/2025 | Q4/2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Auslieferungsmenge | 78 Mio. Stück | 68,8 Mio. Stück | 74,7 Mio. Stück | 76,6 Mio. Stück | ~75,6 Mio. Stück |
| AMD | 18% | 17% | 14% | 15% | 18% |
| nVidia | 16% | 20% | 24% | 24% | 23% |
| Intel | 65% | 63% | 61% | 61% | 59% |
| Marktanteile basierend auf ausgelieferten Stückzahlen (inklusive iGPUs), Quelle: Jon Peddie Research | |||||
Generelle Hinweise:
Alle genannten Marktanteile beziehen sich (sofern nicht anders beschrieben) auf verkaufte Stückzahlen im weltweiten Markt an Grafikchips & Grafikkarten für Desktop-PCs, Notebooks und Server (inklusive professioneller Lösungen, nicht jedoch Spiele-Konsolen oder expliziter HPC/AI-Beschleuniger). Als Grafikchips werden hierbei immer auch in PC-Prozessoren verbaute integrierte Grafiklösungen mitgezählt, selbst wenn man jene nicht einzeln erwerben kann. Jene iGPUs stellen in der Gesamtabrechnung üblicherweise die dominierende Gruppe dar, womit sich auch die hohen Insgesamt-Marktanteile von Intel erklären. Alle Absatzzahlen beziehen sich augenscheinlich auf die Auslieferungen der Chip-Entwickler an ihre Abnehmer, nicht jedoch die Absatzzahlen des Einzelhandels an die Endkunden (die Datenquellen von JPR liegen offenbar in den Geschäftsberichten der Chip-Entwickler).
Dieser Punkt hat den grundsätzlichen Effekt, dass jene Absatzzahlen früher passieren als das Geschehen am Endverbraucher-Markt. Der jetzt vom Grafikchip-Entwickler ausgelieferte (und damit in dieser Statistik bereits auftauchende) Grafikchip muß schließlich erst noch zur Grafikkarte verbaut, über den Distributor zum Einzelhandel gebracht und vom selbigen an den Endkunden ausgeliefert werden. Damit könnte ein Grafikchip in dieser Statistik beispielsweise schon im ersten Quartal als (vom Grafikchip-Hersteller) "verkauft" auftauchen, real aber vielleicht erst im zweiten Quartal tatsächlich zum Endkunden geliefert werden. Im Normalfall ergibt dies nur eine gewisse zeitliche Verschiebung, langfristig gesehen setzt sich alle diese Ware immer ab (bzw. wird notfalls so lange nichts nachbestellt, bis dies passiert ist).
Zu Zeiten einer größeren Marktverirrung (wie bei einem Cryptomining-Hype mit gleichzeitiger Chipkrise) können sich hingegen (zumindest temporär) deutlich unterschiedliche Absatzzahlen zwischen Chip-Hersteller und Endkundenmarkt ergeben: Denn über die vorhandenen Lagerbestände bei Einzelhändlern, Distributoren und Grafikkarten-Herstellern dauert es etwas, ehe der Überbedarf in den Auslieferungen der Grafikchip-Entwickler sichtbar wird. Jene liefern zugleich aber länger auf erhöhtem Niveau aus, als die ursächliche Krise andauert, denn nach deren Beendigung müssen alle Beteiligten schließlich ihre Läger wieder auffüllen. Die entsprechenden Ausschläge in der Verkaufsstatistik verlaufen also in diesen Sondersituationen zeitlich verschoben gegenüber dem Endverbrauchermarkt ab. Natürlich muß sich dies am Ende immer wieder ausgleichen, alle diese Verzerrungen können allein zeitlicher Natur sein.
| Desktop dGPU | Absatz-Menge | AMD | nVidia | Marktanteile | Umsatz | ASP |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Q4/2025 | 11,48 Mio. Stück | ~0,6M | ~10,8M | 5% vs 94% | ? | ? |
| Q3/2025 | 12,02 Mio. Stück | ~0,8M | ~11,1M | 7% vs 92% | 8,8 Mrd. $ | ~732$ |
| Q2/2025 | 11,6 Mio. Stück | ~0,7M | ~10,9M | 6% vs 94% | ? | ? |
| Q1/2025 | 9,2 Mio. Stück | ~0,7M | ~8,5M | 8% vs 92% | ? | ? |
| Q4/2024 | 8,4 Mio. Stück | ~1,3M | ~7,0M | 15% vs 84% | ? | ? |
| Q3/2024 | 8,1 Mio. Stück | ~0,8M | ~7,3M | 10% vs 90% | ? | ? |
| Q2/2024 | 9,5 Mio. Stück | ~1,1M | ~8,4M | 12% vs 88% | ? | ? |
| Q1/2024 | 8,7 Mio. Stück | ~1,0M | ~7,7M | 12% vs 88% | ? | ? |
| Q4/2023 | 9,5 Mio. Stück | ~1,8M | ~7,6M | 19% vs 80% | ? | ? |
| Q3/2023 | 8,9 Mio. Stück | ~1,5M | ~7,3M | 17% vs 81,5% | ? | ? |
| Q2/2023 | 6,44 Mio. Stück | 1,13M | 5,17M | 17,5% vs 80,3% | ? | ? |
| Q1/2023 | 6,26 Mio. Stück | ~0,7M | ~5,3M | 12% vs 83,7% | ? | ? |
| Q4/2022 | 7,16 Mio. Stück | ~0,8M | ~6,2M | 12% vs 86% | ? | ? |
| Q3/2022 | 6,89 Mio. Stück | 0,69M | 5,94M | 10,0% vs 86,2% | 3,7 Mrd. $ | ~537$ |
| Q2/2022 | 10,4 Mio. Stück | ~2,1M | ~8,2M | 20% vs 79,6% | 5,5 Mrd. $ | ~529$ |
| Q1/2022 | 13,38 Mio. Stück | ~3,2M | ~10,1M | 24% vs 75% | 8,6 Mrd. $ | ~643$ |
| Q4/2021 | 13,19 Mio. Stück | ~3,0M | ~10,2M | 22,8% vs 77,2% | 12,4 Mrd. $ | ~940$ |
| Q3/2021 | 12,72 Mio. Stück | ~2,7M | ~10,0M | 21% vs 79% | 13,7 Mrd. $ | ~1077$ |
| Q2/2021 | 11,47 Mio. Stück | ~2,3M | ~9,2M | 20% vs 80% | 11,8 Mrd. $ | ~1029$ |
| Q1/2021 | 11,8 Mio. Stück | ~2,4M | ~9,4M | 20% vs 80% | 12,4 Mrd. $ | ~1051$ |
| Q4/2020 | 11,0 Mio. Stück | ~1,9M | ~9,1M | 17% vs 83% | 10,6 Mrd. $ | ~964$ |
| Q3/2020 | 11,5 Mio. Stück | ~2,6M | ~8,9M | 23% vs 77% | 5,6 Mrd. $ | ~487$ |
| Q2/2020 | 10,0 Mio. Stück | ~2,2M | ~7,8M | 22% vs 78% | 4,2 Mrd. $ | ~420$ |
| Q1/2020 | 9,5 Mio. Stück | ~2,9M | ~6,6M | 30,8% vs 69,2% | 2,7 Mrd. $ | ~284$ |
| Q4/2019 | 11,7 Mio. Stück | ~3,6M | ~8,1M | 31,1% vs 68,9% | 3,9 Mrd. $ | ~333$ |
| Q3/2019 | 10,5 Mio. Stück | ~2,8M | ~7,7M | 27,1% vs 72,9% | 2,8 Mrd. $ | ~267$ |
| Q2/2019 | 7,4 Mio. Stück | ~2,4M | ~5,0M | 32,1% vs 67,9% | 2,0 Mrd. $ | ~270$ |
| Q1/2019 | 8,9 Mio. Stück | ~2,0M | ~6,9M | 22,7% vs 77,3% | 2,8 Mrd. $ | ~315$ |
| Q4/2018 | 8,8 Mio. Stück | ~1,7M | ~7,1M | 18,8% vs 81,2% | 2,8 Mrd. $ | ~318$ |
| Q3/2018 | 9,9 Mio. Stück | ~2,5M | ~7,4M | 25,7% vs 74,3% | 2,5 Mrd. $ | ~253$ |
| Q2/2018 | ~12,2 Mio. Stück | ~4,4M | ~7,8M | 36,1% vs 63,9% | 3,2 Mrd. $ | ~262$ |
| Q1/2018 | ~15,6 Mio. Stück | ~5,4M | ~10,2M | 34,9% vs 65,1% | 5,0 Mrd. $ | ~321$ |
| Q4/2017 | ~14,8 Mio. Stück | ~5,0M | ~9,8M | 33,7% vs 66,3% | ? | ? |
| Q3/2017 | ~15,4 Mio. Stück | ~4,2M | ~11,2M | 27,2% vs 72,8% | ? | ? |
| Q2/2017 | ~12,1 Mio. Stück | ~3,7M | ~8,4M | 30,3% vs 69,7% | ? | ? |
| Q1/2017 | ~9,5 Mio. Stück | ~2,6M | ~6,9M | 27,5% vs 72,5% | ? | ? |
| Q4/2016 | ~13,4 Mio. Stück | ~4,0M | ~9,4M | 29,5% vs 70,5% | ? | ? |
| Q3/2016 | ~12,7 Mio. Stück | ~3,7M | ~9,0M | 29,1% vs 70,9% | ? | ? |
| Q2/2016 | ~9,3 Mio. Stück | ~2,8M | ~6,5M | 29,9% vs 70,0% | ? | ? |
| Q1/2016 | ~11,6 Mio. Stück | ~2,6M | ~9,0M | 22,8% vs 77,2% | ? | ? |
| basierend auf Daten seitens Jon Peddie Research; ASP = Average Selling Price = Durchschnittspreis; Umsätze & ASPs zu Endverbraucher-Preisen (ohne MwSt) | ||||||