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Gerüchteküche: RDNA5 wohl wieder nur für Mainstream & Midrange gedacht und erst nach Gaming-Rubin herauskommend

Im AnandTech-Forum (via WCCF Tech) plaudert der bekannte Nutzer 'Kepler_L2' aus dem Nähkästchen über AMDs RDNA5 – mit allerdings weniger guten Nachrichten. So soll AMD gezwungen sein, mit der RDNA5-Chipserie auf den Launch von nVidias "Gaming-Rubin" zu warten, da AMD der Halo-Part bei seinen NextGen-Grafikkarten fehlen würde. Dies bestätigt unsere frühere Vermutung, wonach die bisher bekannten Chip-Daten zu RDNA5 eher darauf hindeuten, dass AMD bei dieser Grafikchip-Generation wieder nur eine Mainstream/Midrange-Zielsetzung verfolgt. Zwar ist laut der Gerüchteküche beim großen AT0-Chip möglicherweise auch eine Gaming-Lösung angedacht, jene liegt jedoch weit unterhalb der maximalen Möglichkeiten des AT0-Chips – darauf hindeutend, dass selbiger eigentlich einen anderen Aufgabenzweck hat.

RDNA5 has been 2027 for a while, and they can't launch before NVIDIA anyway
Quelle:  Kepler_L2 @ AnandTech-Forum am 8. Januar 2026
 
It's not a strategy, they don't have a halo part to build the stack around.
Quelle:  Kepler_L2 @ AnandTech-Forum am 8. Januar 2026

Hierzu gab es inzwischen auch das Gerücht, dass AT0 letztlich primär für Cloud Gaming gedacht sein soll. Eine Zweitnutzung als Gaming-Lösung wäre somit eher nur Abfallverwertung – und vor allem für AMD nicht zwingend, diese AT0-basierte Gaming-Grafikkarte kann man bringen, oder aber es auch nicht tun. Damit ist eine AT0-basierte Gaming-Lösung aber eben auch nicht Teil der primären Produktplanung im Gaming-Bereich – für welche sowieso ein AT1-Chip zum Anschluß zwischen Midrange- und Enthusiasten-Bereich fehlen würde. In der Summe scheint AMD zuerst einmal wirklich rein an ein Mainstream/Midrange-Portfolio zu denken, jene AT0-basierte Gaming-Lösung wäre dann optional, macht aber keinen echten Portfolio-Sprung nach oben hin aus, dafür fehlen (wie gesagt) die zwischengelagerten HighEnd-Lösungen. All dies war aus der technischen Ansetzung her schon zu erahnen, der Forennutzer bestätigt nunmehr, dass AMD tatsächlich in diese Richtung denkt – RDNA5 primär wieder nur für Mainstream- und Midrange-Bedürfnisse.

bisher RDNA5/UDNA
- AT0
max. 12'288 SP @ 512-bit GDDR7
primär für professionelle Zwecke aufgelegt
mögliche Gaming-SKU angbl. 9856 SP @ 384-bit GDDR7
Navi 48
4096 SP @ 256-bit GDDR6
AT2
5120 SP @ 192-bit GDDR7
Navi 44
2048 SP @ 128-bit GDDR6
AT3
3072 SP @ 256-bit LPDDR5X
Navi 24
1024 SP @ 64-bit GDDR6
AT4
1536 SP @ 128-bit LPDDR5X
Hinweis: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen

Und eben deswegen scheint AMD auf den nVidia-Release warten zu wollen, da man mit seinem wiederum knappen Portfolio an RDNA5-Grafikkarten nicht riskieren kann, bei der Portfolio- und Preisgestaltung auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Es fehlt AMD hierbei schlicht die Bestimmungsmacht eigener Enthusiasten- und HighEnd-Beschleuniger. Zwar ist die Technik aller dieser Grafikchips nahe des Release bereits in Stein gegossen, Änderungen sind aber noch möglich bei Taktraten, Powerlimits und Preispunkten. Dies muß AMD nutzen, um sich solide gegenüber nVidia zu positionieren – denn wenn nicht, besteht die Chance, dass man fehlkaluliert, die Grafikkarten-Käufer nirgendwo positive Ansatzpunkte für AMDs neue Grafikkarten finden und jene somit vom Markt gleich gänzlich negiert werden. Dies könnte dann das echte Ende von AMD am Grafikkarten-Markt sein, so niedrig wie man derzeit (angeblich) beim Grafikkarten-Marktanteil liegt.

Demzufolge liegt die Strategie nahe, nVidia sich zuerst positionieren zu lassen, um nachfolgend genauer zu wissen, wo man die konkreten RDNA5-basierten Grafikkarten hinstellt – sowohl vom Produkt- als auch Preispunkt. Dies zwingt AMD dann allerdings auch dazu, auf den Release von "Gaming-Rubin" bzw. der GeForce RTX 60 Serie zu warten bzw. die Entwicklung der eigenen NextGen-Grafikkarten terminlich darauf hin abzustimmen. Im dümmsten Fall führt dies dazu, dass nVidia mit den ersten Modellen der GeForce RTX 60 Serie erst Ende 2027 herauskommt, das volle RTX60-Portfolio allerdings erst Anfang 2028 bietet – und AMD dann erst im Jahr 2028 reagieren kann bzw. neue Grafikkarten herausbringt. Dies muß nicht passieren, die aktuelle Terminlage zu "Gaming-Rubin" vom zweiten Halbjahr 2027 kann letztlich auch "Sommer 2027" bedeutet. Aber noch vor nVidia scheint AMD generell nicht launchen zu wollen, eben weil man bei RDNA5 augenscheinlich kein volles Grafikkarten-Portfolio bieten kann und sich auch wegen des geringen Marktanteils generell nicht in einer Bestimmungsmacht sieht.

Die einzige gangbare Alternative mit dem geplanten RDNA5-Portfolio würde wohl in einer preislichen Herausforderung nVidias liegen – was AMD allerdings seit einiger Zeit bewußt vermeidet, weil dies letztlich gegenüber nVidia nichts bringt. AMD hat in den letzten Jahren zwar nVidia immer wieder beim Preis maßvoll unterboten, dies aber nie übertrieben, um augenscheinlich bewußt keine nVidia-Reaktion und damit einen echten Preiskampf heraufzubeschören. Natürlich läßt sich dies letztlich als eine "Wettbewerbs"-Situation beschreiben, wo sich die zwei Anbieter eines Oligopols auch ohne direkte Absprachen "einigen" – zum Nachteil echten Wettbewerbs. Jenen könnte AMD aber wahrscheinlich gar nicht durchhalten, worauf 'Kepler_L2' dann in einem Nachtrag eingeht. Denn nVidia verdient nach wie vor prächtig an Grafikkarten, wobei darin auch der (enorme) Vorteil enthalten ist, die Entwicklungskosten auf eine viel höhere Anzahl an produzierten Grafikchips aufteilen zu können (ein für die Konkurrenz nicht aufholbarer Pluspunkt durch den hohen Marktanteil).

NVIDIA margins are massive and they can counter almost anything with a price drop. What AMD needs is something that is in a difference performance bracket altogether, like the 9800X3D is.
Quelle:  Kepler_L2 @ AnandTech-Forum am 8. Januar 2026

nVidia hat somit in einem seitens AMD eventuell vom Zaun gebrochenen Preiskampf die klar besseren Voraussetzungen, könnte wohl sogar weit niedrigere Preise als AMD gehen. Dabei ist noch nicht einmal eingerechnet, dass nVidia wegen des viel größeren und nochmals profitableren AI-Geschäfts derzeit auf Unmengen an Cash sitzt, sich somit einen eventuellen Preiskampf im Grafikkarten-Markt ohne Probleme und sogar wirklich lange leisten könnte. Leider verhindert diese Ausgangslage effektiv, dass es in diesem Markt derzeit tatsächlich zu lebendigen Wettbewerb kommt. AMD bräuchte gemäß der Meinung von 'Kepler_L2' für ein Aufbrechen der nVidia-Dominanz eher ein überraschend überlegenes Produkt – wie die X3D-Modelle im CPU-Bereich. So etwas fällt aber nicht vom Himmel und AMD hatte im CPU-Markt auch das Glück, dass Intel in der Phase der ewigen Vierkern-Prozessoren sehr träge geworden war und Jahre benötigte, um überhaupt wieder Anschluß zu finden. Da muß den AMD-Ingenieuren im Grafikchip-Bereich schon etwas sehr außergewöhnliches einfallen, damit ein solches Ausnahmeprodukt für den Grafikkarten-Bereich gelingt – denn nVidia mag genau austarieren, wieviel Performance es in den Consumer-Bereich hineinbringt, läßt bei der reinen Technik-Entwicklung aber mitnichten nach.