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nVidia stellt die GeForce GTX 1650 vor - mit Herstellerkarten, aber ohne unabhängigen Benchmarks

Mit der GeForce GTX 1650 bringt nVidia heute den (vorläufigen) Abschluß der Turing-Generation an den Start – und somit die erste Turing-Grafikkarte für Mainstream-Bedürfnisse zu einem Listenpreis von 149 Dollar. Wie erwartet wurde, tritt die Karte auf Basis eines teildeaktivierten TU117-Chips an, wobei von physikalisch vorhandenen 1024 Shader-Einheiten nur 896 für die GeForce GTX 1650 freigeschaltet sind. Diese Maßnahme war wohl notwendig, um das TDP-Ziel von 75 Watt einzuhalten, womit auch viele Standard-Ausführungen der GeForce GTX 1650 ohne extra PCI-Express-Stromstecker antreten. Nominell geht die GeForce GTX 1650 in das Preisfeld von GeForce GTX 1050 Ti und Radeon RX 560 hinein, dürfte gemäß diverser Vorab-Benchmarks diese früheren Mainstream-Lösungen auch sehr deutlich bei der Performance überflügeln, ohne deswegen beachtbar mehr Energie zu verbrauchen. Gemäß der aktuellen Marktsituation ist allerdings eher AMDs Radeon RX 570 der wahre Kontrahent zur GeForce GTX 1650 – ähnlich schnell, sicherlich viel energiehungriger, aber vor allem sehr gut unterhalb von 150 Euro verfügbar. Die im selben Performancefeld befindliche nVidia-Karte GeForce GTX 1060 3GB wird dagegen preislich derzeit so unattraktiv angeboten, das jene keinen Gegner für die GeForce GTX 1650 mehr darstellt – sogar unabhängig der Speicherproblematik.

GeForce GTX 1050 Ti GeForce GTX 1650 GeForce GTX 1060 3GB Radeon RX 570
Chip-Basis nVidia GP107 nVidia TU117 nVidia GP106 AMD Polaris 20
Architektur Pascal Turing ohne RT Pascal Polaris
Technik 2 Raster-Engines, 6 Shader-Cluster, 768 Shader-Einheiten, 48 TMUs, 32 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface (Vollausbau) 2 Raster-Engines, 14 Shader-Cluster, 896 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 32 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface (Salvage) 2 Raster-Engines, 9 Shader-Cluster, 1152 Shader-Einheiten, 72 TMUs, 48 ROPs, 192 Bit GDDR5-Interface (Salvage) 4 Raster-Engines, 32 Shader-Cluster, 2048 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface (Salvage)
Taktraten 1290/1392/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: ~1640 MHz)
1485/1665/4000 MHz 1506/1708/4000 MHz 1168/1244/3500 MHz
Rohleistungen 2,5 TFlops & 112 GB/sec 3,0 TFlops & 128 GB/sec 3,9 TFlops & 192 GB/sec 5,1 TFlops & 224 GB/sec
Speicher 4 GB GDDR5 4 GB GDDR5 3 GB GDDR5 4/8 GB GDDR5
FHD Perf.Index 360% geschätzt ~470-500% 530% 520%
TDP 75W 75W 120W 150W
Listenpreis 139$ 149$ - 169$ (4GB)
Straßenpreis 140-160 Euro ? 175-200 Euro 4GB: 120-135 Euro
8GB: 135-160 Euro
Release 25. Oktober 2016 23. April 2019 18. August 2016 18. April 2017

Wie bei den vorhergehenden Launches von GeForce GTX 1660 und 1660 Ti stellt nVidia für die GeForce GTX 1650 kein Referenzdesign bzw. keine Founders Edition zur Verfügung, springen die Grafikkartenhersteller allerdings mit einer Vielzahl an Modellen in die Bresche. Hierbei gibt es wieder einen bunten Strauß an Karten zu den Referenztaktraten sowie mit diversen Werksübertaktungen, Karten mit/ohne extra PCI-Express-Stromstecker und demzufolge zur nominellen TDP oder aber mit mehr Stromverbrauchs-Spielraum. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Launches stattete nVidia die Hardwaretester jedoch vorab nicht mit einem Presse-Treiber aus, womit die Karte vorab auch nur mit den regulären nVidia-Treibern betrieben werden konnte, welche die GeForce GTX 1650 bzw. den zugrundeliegenden TU117-Chip noch nicht kennen. Laut der PC Games Hardware läßt sich der aktuelle nVidia-Treiber zwar manuell einbinden, bringt dann jedoch nur eine unterirdische Spiele-Performance hervor – ist also gewiß nicht sinnvoll zum Benchmarken verwendbar. Insofern gibt es am heutigen Launchtag somit nur Trockenkost – und nicht die üblichen Benchmark-Flut, somit (erst einmal) auch keine nachfolgende Launch-Analyse unsererseits.

Dabei ist durchaus in Frage zu stellen, ob es einfach nur ein Fehler seitens nVidia war, diesen Presse-Treiber nicht vorab zur Verfügung zu stellen. So etwas passiert bei langjährig eingefahrenen Verfahrensweisen eigentlich nicht bzw. würde sich schließlich spätestens nach Beschwerde eines der üblicherweise drei Dutzend Hardwaretester umgehend lösen lassen (zudem steht der passende nVidia-Treiber 430.39 nunmehr punktgenau zum Launch-Zeitpunkt zur Verfügung). Das dies nicht bereits früher passiert ist, deutet eher darauf hin, das nVidia versucht, die Performance der GeForce GTX 1650 bewußt zu verstecken. Dabei dürfte die Karte nVidia-intern vermutlich sogar ziemlich gut wegkommen, aber im Zweikampf mit der Radeon RX 570 beim vor allem im Mainstream-Segment wichtigen Punkt des Performance/Preis-Verhältnisses vermutlich nur zweiter Sieger werden. Durchaus denkbar, das nVidia dieser Bloßstellung durch einen "trockenen" Launch zuvorkommen wollte – damit wird in allen Launch-Meldungen der Fachpresse nicht gleich der Punkt des schlechteren Performance/Preis-Verhältnisses notiert, wie dies ansonsten bei einem richtigen Launch normal wäre. Wirklich etwas ändern wird diese Strategie am Gesamtbild natürlich nicht, denn auch mit später hereintröpfelnden Benchmark-Ergebnissen wird sich letztlich noch ein solides Performance-Bild zur GeForce GTX 1650 formen lassen.

Für den Augenblick läßt sich damit noch nicht mehr zur GeForce GTX 1650 sagen, allenfalls die PC Games Hardware sowie Tom's Hardware bietet mit ihren Artikeln bereits erste Erkenntnisse – aber wie gesagt noch ohne Benchmarks. Speziell bei Tom's Hardware gibt es auch schon erste Stromverbrauchsmessungen zur Karte – allerdings vorgenommen an einem werksübertakteten MSI-Modell mit extra PCI-Express-Stromstecker samt höherem Power-Limit von 85 Watt, womit diese Messung somit nicht für ein Kartenmodell auf Referenztakt repräsentativ ist. Nichtsdestotrotz ergab der Stromverbrauchstest mit der MSI GeForce GTX 1650 "Gaming X" einen Spiele-Stromverbrauch von nur 78,5 Watt, wurde das Power-Limit also (Turing-untypisch) nicht ausgenutzt. Dies könnte darauf hindeuten, das Modelle zum Referenztakt mit einem Power-Limit von klar unterhalb 75 Watt antreten – was auch sinnvoll erscheint, da aus der primär benutzten 12V-Schiene des PCI-Express-Slots spezifikationsgerecht eigentlich nur 66 Watt herauszuholen sind. Hoffentlich bieten die in der nächsten Zeit erscheinenden (verspäteten) Launchreviews zur GeForce GTX 1650 die hierzu noch fehlenden Erkenntnisse an.

Mit der GeForce GTX 1650 bringt nVidia heute den (vorläufigen) Abschluß der Turing-Generation an den Start - und somit die erste Turing-Grafikkarte für Mainstream-Bedürfnisse zu einem Listenpreis von 149 Dollar. Wie erwartet wurde, tritt die Karte auf Basis eines teildeaktivierten TU117-Chips an, wobei von physikalisch vorhandenen 1024 Shader-Einheiten nur 896 für die GeForce GTX 1650 freigeschaltet sind. Diese Maßnahme war wohl notwendig, um das TDP-Ziel von 75 Watt einzuhalten, womit auch viele Standard-Ausführungen der GeForce GTX 1650 ohne extra PCI-Express-Stromstecker antreten. Nominell geht die GeForce GTX 1650 in das Preisfeld von GeForce GTX 1050 Ti und Radeon RX 560 hinein, dürfte gemäß diverser Vorab-Benchmarks diese früheren Mainstream-Lösungen auch sehr deutlich bei der Performance überflügeln, ohne deswegen beachtbar mehr Energie zu verbrauchen. Gemäß der aktuellen Marktsituation ist allerdings eher AMDs Radeon RX 570 der wahre Kontrahent zur GeForce GTX 1650 - ähnlich schnell, sicherlich viel energiehungriger, aber vor allem sehr gut unterhalb von 150 Euro verfügbar. Die im selben Performancefeld befindliche nVidia-Karte GeForce GTX 1060 3GB wird dagegen preislich derzeit so unattraktiv angeboten, das jene keinen Gegner für die GeForce GTX 1650 mehr darstellt - sogar unabhängig der Speicherproblematik.





GeForce GTX 1050 Ti
GeForce GTX 1650
GeForce GTX 1060 3GB
Radeon RX 570




Chip-Basis
nVidia GP107
nVidia TU117
nVidia GP106
AMD Polaris 20


Architektur
Pascal
Turing ohne RT
Pascal
Polaris


Technik
2 Raster-Engines, 6 Shader-Cluster, 768 Shader-Einheiten, 48 TMUs, 32 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface (Vollausbau)
2 Raster-Engines, 14 Shader-Cluster, 896 Shader-Einheiten, 56 TMUs, 32 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface (Salvage)
2 Raster-Engines, 9 Shader-Cluster, 1152 Shader-Einheiten, 72 TMUs, 48 ROPs, 192 Bit GDDR5-Interface (Salvage)
4 Raster-Engines, 32 Shader-Cluster, 2048 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface (Salvage)


Taktraten
1290/1392/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: ~1640 MHz)
1485/1665/4000 MHz
1506/1708/4000 MHz
1168/1244/3500 MHz


Rohleistungen
2,5 TFlops & 112 GB/sec
3,0 TFlops & 128 GB/sec
3,9 TFlops & 192 GB/sec
5,1 TFlops & 224 GB/sec


Speicher
4 GB GDDR5
4 GB GDDR5
3 GB GDDR5
4/8 GB GDDR5


FHD Perf.Index
360%
geschätzt ~470-500%
530%
520%


TDP
75W
75W
120W
150W


Listenpreis
139$
149$
-
169$ (4GB)


Straßenpreis
140-160 Euro
?
175-200 Euro
4GB: 120-135 Euro
8GB: 135-160 Euro


Release
25. Oktober 2016
23. April 2019
18. August 2016
18. April 2017