Das Hardware-Jahr 2021 in der Vorschau

Sonntag, 3. Januar 2021
 / von Leonidas
 

Das zu Ende gegangene Hardware-Jahr 2020 hat den auch schon vorab erwarteten großen Schwung an Hardware-Vorstellungen auf Basis neuer Architekturen und Fertigungsverfahren gebracht. Als Spaßbremse hat sich allerdings die schwache Lieferbarkeit der meisten NextGen-Produkte gezeigt – dies ist ein Punkt, an welchem die Hersteller im Jahr 2021 arbeiten und somit das Jahr 2020 noch "vollenden" müssen. Die Hardware-Neuvorstellungen des Jahres 2021 sind dann zwar stark in der Anzahl, in vielen Fällen handelt es sich allerdings "nur" um Ausweitung des im Jahr 2020 neu begonnenen Portfolios auf andere Performance- und Preisbereiche. So stehen von AMD und von nVidia für das Jahr 2020 augenscheinlich keine neuen Architekturen an – jenen hatten ihren großen Auftritt bereits im Jahr 2020. Das Kontrastprogramm hierzu wird Intel liefern, welche gleich drei neue Architekturen in einem Jahr an den Start bringen wollen.

AMD Intel nVidia
CES 2021 Ryzen 5000 U/H
Mobile-Prozessoren bis 8C (Zen 2/3, 7nm)
Tiger Lake-H
Mobile-Prozessoren bis 8C (10nm)
GeForce RTX 30 Mobile
Mobile-Grafiklösungen (GA106/GA104, 8nm)
Januar 2021 GeForce RTX 3060
Midrange-Grafikkarte (GA106, 8nm)
Februar 2021 GeForce RTX 3080 Ti
Enthusiasten-Grafikkarte (GA102, 8nm)
Q1/2021 Radeon RX 6700 (Serie)
Midrange-Grafikkarten (Navi 22, 7nm)
Rocket Lake
Desktop-Prozessoren bis 8C (14nm)
GeForce RTX 3050
Mainstream-Grafikkarte (GA107, 8nm)
Frühling 2021 Ryzen Theadripper 5000
HEDT-Prozessoren bis 64C (Zen 3, 7nm)
GeForce RTX 3070 Ti
HighEnd-Grafikkarte (GA103, 8nm)
Frühling/Sommer 2021 Radeon RX 6600 (Serie)
Mainstream-Grafikkarten (Navi 23, 7nm)
DG2
Desktop-Grafikkarten (Xe-HPG, 6nm)
Sommer 2021 Ryzen 5000G
Desktop-APUs bis 8C (Zen 3, 7nm)
Sommer/Herbst 2021 Radeon RX 6500 (Serie)
Einsteiger-Grafikkarten (Navi 24, 7nm)
GeForce RTX 30 "SUPER"
Midrange/HighEnd-Grafikkarten (Ampere, 8nm)
Herbst 2021 Warhol
Desktop-Prozessoren (Zen 3+, 7nm)
Alder Lake
Mobile/Desktop-Prozessoren bis 8+8C (10nm)
eher Anfang 2022 Rembrandt
Mobile-Prozessoren (Zen 3+, 6nm)
Sapphire Rapids-X
HEDT-Prozessoren (10nm)
definitiv 2022 (oder sogar später) Zen 4 & RDNA3 Hopper/Lovelace
Anmerkung: Termin-Angaben basieren weitgehend auf Gerüchten & Annahmen

Bei AMD steht das Jahr 2021 klar im Zeichen der Ausweitung der Zen-3- und RDNA2-Architekturen auf weitere Produktsegmente. Auf Prozessoren-Seite wird es hierzu sicherlich noch weitere Desktop-Modelle zur Ryzen 5000 Serie geben, beispielsweise (preisgünstigere) non-X-Modelle. Jene sind derzeit terminlich allerdings noch nicht zu sehen, AMD dürfte hierbei eine bessere Lieferbarkeit der Zen-3-Prozessoren und zum anderen womöglich auch den Launch von Intels Rocket-Lake-Generation abwarten. Neue Produktserien wird es dann für zwei Bereiche geben: Zum einen bei den Mobile-Prozessoren in Form der Ryzen 5000 U/H Serien, welche womöglich schon zur CES 2021 offiziell vorgestellt werden. Zu beachten wäre hierbei, dass AMD innerhalb dieser neuen Mobile-Serie auch einen Zen-2-Refresh unter den Codenamen "Lucienne" & "van Gogh" auflegen wird, zuzüglich zur Zen-3-basierten APU "Cezanne" – alles zusammen im 5000er Nummerkreis und damit schwer zu unterscheiden. Wie beim Vorgänger wird die Ryzen 5000 U/H Serie bis zu 8 CPU-Kerne samt weiterhin einer Vega-Grafik aufbieten. Der Clou ist hierbei der Wechsel von Zen 2 auf Zen 3, was allerdings augenscheinlich für eine wirklich kräftige Mehrperformance sorgt.

Im Desktop-Bereich dürfte es irgendwann im Frühling den Launch von "Ryzen Threadripper 5000" mit bis zu 64 CPU-Kernen auf Zen-3-Basis geben, nachdem AMD das Server-Segment mit der Zen-3-Auskopplung "Milan" ab dem ersten Quartal bedienen will. Vermutlich im Sommer, wenn die Fertigung der "Cezanne"-APU ordentlich läuft, dürfte dessen Desktop-Pendant "Ryzen 5000G" nachfolgen. Bei dieser Desktop-APU kann sich AMD nicht wesentlich mehr Zeit lassen, denn für Anfang 2022 "droht" die nächste APU-Generation mit dann endlich RDNA2-Unterbau. Vermutlich für den Herbst 2021 steht ein Zen-3-Refresh mit dem inoffiziellen Namen "Zen 3+" an, da Zen 4 ziemlich klar erst eine Sache des Jahres 2022 sein wird. Unter dem Codenamen "Warhol" soll es hierbei eine neue Serie an Desktop-Prozessoren geben, unter dem Codenamen "Rembrandt" neue Mobile-APUs. Letztere kommen vermutlich aber erst zum Jahresanfang 2022 und je nachdem wie spät Zen 3+ im Kalender ansteht, läuft dies alles (inklusive "Warhol") schon unter dem Verkaufsnamen der "Ryzen 6000" Serie. Über die konkreten Änderungen von "Warhol" wird derzeit noch gerätselt, "Rembrandt" wird hingegen 8 CPU-Kerne mit einer RDNA2-Grafik verbinden und zudem die 6nm-Fertigung von TSMC benutzen. Die nachfolgende Zen-4-Architektur ist hingegen eher tief im Jahr 2022 zu erwarten, womit dieser Zen 3+ Refresh auch eine gewisse zeitliche Lücke schließt.

Auf Grafikkarten-Seite wird AMD die weiteren RDNA2-Grafikchips Navi 22, 23 & 24 nacheinander in den Markt bringen, wobei zu den konkret darauf basierenden Grafikkarten derzeit fast nur Annahmen und kaum exakte Daten existieren. "Navi 22" kündigt sich derzeit bereits an, dürfte sicherlich im ersten Quartal erscheinen und womöglich von AMD auf der CES 2021 schon erwähnt werden. Hiervon kann man sich Midrange-Lösungen auf dem Performance-Niveau von GeForce RTX 3060 & 3060 Ti und zu Speichermengen von gleich 10-12 GB versprechen, wahrscheinlich unter dem Verkaufsnamen der "Radeon RX 6700" Serie. Im Rahmen Frühling/Sommer sollte dann "Navi 23" nachfolgen, dessen Hardware gemäß ersten Angaben vergleichsweise nahe an "Navi 22" dran liegen soll und als "Radeon RX 6600" Serie erscheinen könnte. Womöglich liegt hier auch eine Spezialisierung auf den Mobile-Einsatz vor, dies bleibt abzuwarten. "Navi 24" kommt dann wohl erst im Sommer/Herbst und dürfte neue Einsteiger-Lösungen abgeben, vermutlich unter dem Verkaufsnamen der "Radeon RX 6500" Serie. Denkbar sind jeweils auch noch Salvage-Ausführungen zu Navi 23 & 24, dies läßt sich derzeit mangels griffiger Hardware-Informationen zu diesen RDNA2-Grafikchips noch nicht sinnvoll skizzieren. Alle drei genannten AMD-Grafikchips dürften zudem über das Jahr verteilt auch als Mobile-Lösungen erscheinen.

Chip Hardware Speicher Listenpreis Status Release
Radeon RX 6900 XT Navi 21 XTX 80 CU @ 256 Bit 16 GB GDDR6 $999 veröffentlicht 8. Dezember 2020
Radeon RX 6800 XT Navi 21 XT 72 CU @ 256 Bit 16 GB GDDR6 $649 veröffentlicht 18. November 2020
Radeon RX 6800 Navi 21 XL 60 CU @ 256 Bit 16 GB GDDR6 $579 veröffentlicht 18. November 2020
Radeon RX 6700 XT Navi 22 XT 40 CU @ 192 Bit 12 GB GDDR6 $399 Gerücht Q1/2021
Radeon RX 6700 Navi 22 XL 32-36 CU @ 160-192 Bit 10-12 GB GDDR6 $299-$349 Gerücht Q1/2021
Radeon RX 6600 XT Navi 23 28-32 CU @ 128 Bit 8 GB GDDR6 $199-$249 Gerücht Frühling/Sommer 2021
Radeon RX 6500 XT Navi 24 20-24 CU @ 128 Bit 8 GB GDDR6 $149-$199 Gerücht Sommer/Herbst 2021
Anmerkung: Hardware-Daten & Preise zu noch nicht veröffentlichten Grafikkarten basieren weitgehend auf Gerüchten & Annahmen

Von nVidia ist im Jahr 2021 genauso der Ausbau des im Jahr 2020 angefangenen Ampere-Portfolios zu erwarten – wobei nVidia durchgehend terminlich etwas früher dran ist als AMD und im Herbst womöglich sogar einen gewissen Refresh der "GeForce RTX 30" Serie auflegen kann. Den Jahresstart wird zuerst einmal die "GeForce RTX 30 Mobile" Serie zur CES 2021 geben, zu welcher sich kürzlich sogar schon erste Hardware-Daten eingefunden haben. Weitere Mobile-Lösungen zur Abrundung des Angebots nach unten hin dürfen dann im Verlauf des Jahres nachfolgen. Im Desktop-Bereich geht es dagegen Mitte/Ende Januar mit der GA106-basierten "GeForce RTX 3060" weiter, welche augenscheinlich in zwei Speicherausführungen erscheint – 6 und 12 GB. Die größere von beiden war sicherlich nicht derart geplant und dürfte nVidias (schnelle) Reaktion auf die mit dem Navi-22-Chip gebotenen Speichermengen darstellen. Inwiefern die kleinere der beiden GA106-Lösungen eventuell unter dem Verkaufsnamen "GeForce RTX 3050 Ti" erscheint, ist noch nicht ganz sicher, zuletzt deutete sich eher das besser klingende "GeForce RTX 3060 6GB" an.

Zum nochmals kleineren GA107-Chip ist hingegen noch kein genauerer Termin bekannt, aber irgendwann im Rahmen des ersten Quartals sollte die darauf basierende "GeForce RTX 3050" sicherlich erscheinen. Jene bringt – sofern nVidia hier nicht doch noch eine andere Entscheidung trifft – die eher unglückliche Speicherbestückung von nur 4 GB mit sich, was nicht nur deutlich weniger ist als AMDs Radeon RX 6000 Karten (vermutlich) aufbieten werden, sondern heutzutage auch schon ernsthafte Performance-Probleme verursachen kann. Daneben steht Ende Februar mit der "GeForce RTX 3080 Ti" eine erste Portfolio-Ergänzung an, welche nahezu die Performance der GeForce RTX 3090 und eine ordentliche Speichermenge von 20 GB zu einem Preispunkt von 999 Dollar bieten soll. Eine weitere Portfolio-Ergänzung ist die vermutlich im Frühling folgende "GeForce RTX 3070 Ti" auf Basis des nachgeschobenen GA103-Chips. Hiermit dürfte eine Lösung zwischen GeForce RTX 3070 & 3080 samt einer neuen Konkurrenz zur Radeon RX 6800 geboten werden, welche zudem mit der Speichermenge von 10 GB nicht mehr ganz so deutlich gegenüber AMDs Angeboten zurückhängt.

Generell in der Schwebe und zuletzt erneut erwähnt ist dann ein "SUPER"-Refresh zur GeForce RTX 30 Serie, wobei die entsprechenden "SUPER"-Modelle ihre regulären Vorgänger glatt ersetzen dürften. Die Zielsetzung sollte hierbei darin liegen, zum gleichen Preispunkt etwas mehr Performance aufzubieten, vielleicht nach Möglichkeit auch mehr Grafikkartenspeicher – sprich, mittels eines etwas besseren Preis/Leistungs-Verhältnisses die Konkurrenz-Angebote von AMDs Radeon RX 6000 Serie stärker unter Druck zu setzen. Derzeit im Gespräch sind "GeForce RTX 3070 Super" und "GeForce RTX 3080 Super" mit vermutlich jeweils etwas kräftigeren Hardware-Daten gegenüber ihren non-Super-Vorgängern. Natürlich hat nVidia noch viel Zeit, sich andere Hardware-Konfigurationen zu überlegen, könnte der "SUPER"-Refresh auch noch einige mehr Karten enthalten. Das einzige, was ziemlich sicher nicht kommt, sind aktualisierte Grafikchips – weil dies zu viel Aufwand bedeutet und sich üblicherweise auch lange vorher ankündigt (wovon derzeit nichts zu sehen ist). Abseits davon ist zu diesem "SUPER"-Refresh derzeit noch alles möglich – andere Namen, andere Karten, andere Hardware-Konfigurationen.

Chip Hardware Speicher Listenpreis Status Release
GeForce RTX 3090 GA102-300 82 SM @ 384 Bit 24 GB GDDR6X $1499 veröffentlicht 24. September 2020
GeForce RTX 3080 Ti GA102-250 82 SM @ 320 Bit 20 GB GDDR6X $999 Indizien Ende Februar 2021
GeForce RTX 3080 Super GA102 70-72 SM @ 384 Bit 12 GB GDDR6X $699 Gerücht Sommer/Herbst 2021
GeForce RTX 3080 GA102-200 68 SM @ 320 Bit 10 GB GDDR6X $699 veröffentlicht 17. September 2020
GeForce RTX 3070 Ti GA103-300 58 SM @ 320 Bit 10 GB GDDR6X $599 Gerücht Frühling 2021
GeForce RTX 3070 Super GA104/GA103 48-50 SM @ 256-320 Bit 8-10 GB GDDR6 $499 Gerücht Sommer/Herbst 2021
GeForce RTX 3070 GA104-300 46 SM @ 256 Bit 8 GB GDDR6 $499 veröffentlicht 29. Oktober 2020
GeForce RTX 3060 Ti GA104-200 38 SM @ 256 Bit 8 GB GDDR6 $399 veröffentlicht 2. Dezember 2020
GeForce RTX 3060 12GB GA106-400 30 SM @ 192 Bit 12 GB GDDR6 $299-349 Indizien Mitte/Ende Januar 2021
GeForce RTX 3060 6GB GA106-300 28-30 SM @ 192 Bit 6 GB GDDR6 $249-299 Indizien Mitte/Ende Januar 2021
GeForce RTX 3050 GA107-300 18 SM @ 128 Bit 4 GB GDDR6 $179-199 Indizien Q1/2021
Anmerkung: Hardware-Daten & Preise zu noch nicht veröffentlichten Grafikkarten basieren weitgehend auf Gerüchten & Annahmen

Im Gegensatz zu AMD & nVidia hatte Intel im Jahr 2020 nicht viel neues zu bieten – und holt dafür im Jahr 2021 zum großen Gegenangriff aus. Den Anfang macht wahrscheinlich zur CES 2021 mittels "Tiger Lake-H" noch eine Portfolio-Ergänzung, welche allerdings mit bis zu 8 CPU-Kernen die Tiger-Lake-Architektur erst wirklich ausfährt. Hierbei dürfte sich ein interessanter Zweikampf mit AMD ergeben, welche ebenfalls zum Jahresstart mit neuen Mobile-Prozessoren antreten werden. Im weiteren Verlauf des ersten Quartals wird dann mit "Rocket Lake" die erste richtige neue Architektur antreten: Hierbei setzt Intel auf die "Cypress Cove" CPU-Kerne mit Abstammung von den "Sunny Cove" CPU-Kernen der Ice-Lake-Generation, hinzu gibt es erstmals bei Intel PCI Express 4.0. Die derzeit herumfliegenden Benchmark-Werte sehen vielversprechend aus, Intel wird mit diesem Architektur-Unterbau endlich wieder einen kräftigen IPC-Sprung generieren können. Ein Nachteil ist allerdings die nochmals verwendete 14nm-Fertigung, womit Stromverbrauch und Energieeffizienz nicht gut aussehen und Intel somit auf maximal 8 CPU-Kerne limitiert ist. Dies dürfte für eine gutklassige Prozessoren-Serie mit mutmaßlicher Gaming-Neigung reichen, kann AMD allerdings nicht in der vollen Breite der CPU-Ansprüche unter Druck setzen.

Intel zweite neue Prozessoren-Generation des Jahres "Alder Lake" tritt dagegen irgendwann im Herbst 2021 an und bringt eine Hybrid-Architektur mit 8 (großen) "Golden Cove" CPU-Kernen samt 8 (kleinen) "Gracemont" CPU-Kernen unter der 10nm-Fertigung daher. Damit hätte Intel sowohl die Probleme "Kern-Anzahl" als auch "Fertigung" gelöst – nur wie gut sich eine Hybrid-Architektur unter der heutigen Software-Landschaft schlägt, ist dann die große Frage. Daneben wird Alder Lake mit dem Support von DDR5-Speicher und PCI Express 5.0 aber auch in anderen Dingen vorangehen, zumindest viel neue Technologie wird Intel also (endlich) mal wieder aufbieten. Ebenfalls auf Basis jener "Golden Cove" CPU-Kerne und der 10nm-Fertigung will Intel zudem zum Jahresende 2021 mittels "Sapphire Rapids" eine neue Server-Generation mit bis zu 56 CPU-Kernen auflegen. Basierend darauf darf man unter "Sapphire Rapids-X" auch eine neue Serie an HEDT-Prozessoren erwarten, wobei derzeit unklar ist, mit welchen Hardware-Daten und zu welchem Zeitpunkt jene antritt. Da Intel vermutlich die Server-Variante vorzieht, dürfte jene neue HEDT-Serie wohl eher erst im Jahr 2022 antreten. Andere neue HEDT-Prozessoren sind seitens Intel im übrigen nicht geplant, beim (Anfang 2021 zu erwartenden) "Ice Lake-SP" verzichtet man augenscheinlich auf eine HEDT-Auskopplung.

Die dritte neue Intel-Architektur des Jahres tritt dann im Grafikchip-Bereich an, wo die Xe-Grafik endlich das Feld echter Grafikkarten erreichen wird. Das eigentliche Xe-Erstlingswerks "DG1" darf man hingegen eher als Teaser betrachten, da nur im OEM-Bereich verbaut sowie der Leistungsklasse (klares) "LowCost" zuzuordnen. Wie hoch hinaus es mit DG2 auf Basis der "Xe-HPG" Architektur unter der 6nm-Fertigung von TSMC geht, läßt sich derzeit nur höchst schwer abschätzen, da die Erfahrungswerte fehlen, wie Intel-Grafikchips auf dieser hohen Anzahl an Hardware-Einheiten skalieren. Die beste Maßgabe liefert vielleicht noch eine gerüchteweise Aussage, wonach DG2-512 nahe an der Performance der GeForce RTX 2080 Super dran wäre. Dies ist aus heutiger Sicht (grob) das Performance-Level von GeForce RTX 3060 Ti und Radeon RX 6700 XT, womit die viel größere DG2-960 dann durchaus in den Leistungsbereich von Radeon RX 6800 XT und GeForce RTX 3080 vorstoßen könnte – sofern jene nur einmalig genannte Spitzenlösung tatsächlich realisiert wird. Hier wird man sich schlicht überraschen lassen müssen, mit welcher Hardware, welcher Performance und zu welchem Preispunkt Intel daherkommt. Genauso in der Schwebe ist noch, inwiefern der nur gerüchteweise genannte Veröffentlichungstermin vom zweiten Quartal 2021 tatsächlich haltbar ist.

Hardware Speicher Status Release
DG2-960 960 EU (7680 FP32) ? Gerücht irgendwann ab Q2/2021
DG2-512 512 EU (4096 FP32) @ 256 Bit 8/16 GB GDDR6 Gerücht irgendwann ab Q2/2021
DG2-384 384 EU (3072 FP32) @ 192 Bit 6/12 GB GDDR6 Gerücht irgendwann ab Q2/2021
DG2-256 256 EU (2048 FP32) @ 128 Bit 4/8 GB GDDR6 Gerücht irgendwann ab Q2/2021
DG2-128 128 EU (1024 FP32) @ 64 Bit 4 GB GDDR6 Gerücht irgendwann ab Q2/2021
DG2-96 96 EU (768 FP32) @ 64 Bit 4 GB GDDR6 Gerücht irgendwann ab Q2/2021
Anmerkung: Hardware-Daten zu noch nicht veröffentlichten Grafikkarten basieren weitgehend auf Gerüchten & Annahmen

Das Hardware-Jahr 2021 wird somit sicherlich nicht uninteressant, zumindest bei der Anzahl der herauskommenden Produkte dürfte einiges geboten werden. Im Gegensatz zu 2020, wo insbesondere im zweiten Halbjahr jede Menge neue Hardware veröffentlicht wurde, dürfte selbiges im Jahr 2021 auf das erste Halbjahr zutreffen. Im Endeffekt bringt das erste Halbjahr 2021 somit die Erfüllung der mittels der neuen Hardware-Architekturen von 2020 gemachten Versprechungen: Jene werden im ersten Halbjahr 2021 zu kompletten Portfolios ausgebreitet – und wenn dann auch die Liefersituation im Griff ist, dürfte im Sommer 2021 ein dichtes Angebot an technologisch neuwertigen Lösungen über alle Preis- und Performance-Bereiche hinweg existieren. Das zweite Halbjahr 2021 wird seitens AMD & Intel dann vermutlich "nur" diverse Refresh-Generationen bringen, während Intel mit gänzlich neuen Architekturen versuchen wird, im Prozessoren-Bereich verlorenen Boden gutzumachen – und im Grafikkarten-Bereich nach über zwei Dekaden Abwesenheit einen Neueinstieg wagt.

IT-Messen & -Konferenzen 2021 online/real Themen
11.-14. Januar 2021 Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas rein online Ryzen 5000 U/H, Tiger Lake-H, Mobile-Ampere
unklar GPU Technology Conference (GTC) in San Jose unklar
1.-5. Juni 2021 Computex in Taipei reale Messe
15.-17. Juni 2021 Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles reale Messe
28. Juni – 1. Juli 2021 Mobile World Congress (MWC) in Barcelona reale Messe
19.-23. Juli Game Developers Conference (GDC) in San Francisco reale Messe
1.-5. August 2021 SIGGRAPH in Washington rein online
August 2021 Hot Chips (HC33) unklar
25.-29. August 2021 Gamescom in Köln reale Messe
3.-7. September 2021 Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin reale Messe