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Umfrage-Auswertung: Welche Bedeutung hat Overclocking beim Grafikkarten-Neukauf noch?

Eine der im Launch-Sturm des letzten Herbst untergegangene, nichtsdestotrotz hiermit doch noch ausgewertete Umfrage fragte nach der Bedeutung von Übertaktung beim Grafikkarten-Neukauf. Jenes hat augenscheinlich gegenüber früheren Jahren einiges an Reiz verloren, denn wirklich nach gut zum Übertakten geeignete Grafikkarten suchen nur 6,8% der Umfrage-Teilnehmer. Für allerdings weitere 41,0% sind Übertaktungs-Reserven oder auch Übertaktung ab Werk ein Pluspunkt – natürlich nicht allein entscheidend, aber dennoch beachtbar. Ein größeres Interesse an Übertaktung ist somit weiterhin vorhanden, nur die Fraktion derjenigen, welche Übertaktungs-Fähigkeiten bei der Auswahl des konkreten Kaufobjekts als entscheidend betrachten, ist ziemlich gering. Dies zeigte sich in der Vergangenheit schon regelmäßig in den Ersteindrucks-Umfrage nach Grafikkarten-Launches, wo eine schwache Übertaktungseignung nur noch für eine kleine Minderheit der primäre Störfaktor war.

Allerdings gibt es laut dieser Umfrage auch eine große Gruppe an Grafikkarten-Käufern, welche Übertaktungs-Reserven oder auch Übertaktung ab Werk kaum interessieren: Für 28,8% der Umfrage-Teilnehmer ist dies ein reines Mitnahme-Feature, für 23,4% gar komplett nicht interessant bei der Kaufentscheidung. Dies mag sicherlich auch daran hängen, dass die Übertaktungseignung der meisten neuen Grafikkarten eben nur noch gering ausgeprägt ist, somit eine Übertaktung nicht mehr denselben Effekt bringt wie anno dazumal – und somit in der Gewichtung der verschiedenen Grafikkarten-Eigenschaften heutzutage (klar) zurückstecken muß. Für die Grafikkarten-Hersteller schwindet damit natürlich auch ein bislang in Hersteller-Kreisen sehr beliebtes Abgrenzung-Merkmal – wobei im genauen "nur" dessen Wirkmacht schwindet, die Grafikkarten-Hersteller das Spiel allerdings trotzdem weiterspielen, als hätte sich nichts geändert.

Und so werden heutzutage "Overclocking-Edition" unters Volk geworfen, welche in der Praxis +3% Mehrperformance bringen, manchmal auch noch weniger. Zudem bieten ab-Werk-Übertaktungen zumeist um so geringere weitere Übertaktungsreserven an – deren einziger Vorteil liegt somit darin, dass die Werksübertaktung selber über die Garantie abgedeckt ist. Natürlich können die Grafikkarten-Hersteller hierbei auch nur das anzapfen, was die Chip-Entwickler ermöglichen. Und jene bringen über dynamische Boost-Systeme sowie Limits bei Stromverbrauch und Temperature ihre Grafikchips schon standardmäßig nahe an das (übliche) Limit des Siliziums. Der Rest, welcher zum Übertakten übrig bleibt, ist somit heutzutage Technik-bedingt limitiert, reicht meistens nicht einmal mehr für +10% Mehrperformance gegenüber der Referenz-Taktung. Noch schaut fast die Hälfte der Grafikkarten-Käufer (beim 3DCenter) weiterhin auf die Übertaktungseignung – doch sollte die vorbeschriebene Tendenz anhalten, dürfte sich dieser Stimmenanteil zukünftig weiter reduzieren.