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AMD kündigt die Polaris-10-basierte Radeon RX480 für 199 Dollar Listenpreis an

Unabhängig vom augenscheinlich weiterhin bestehenden NDA-Datum am 29. Juni 2016 hat AMD im Rahmen der Computex eine erste Grafikkarte der Polaris/Vega-Generation schon einmal angekündigt: Die "Radeon RX 480" basiert augenscheinlich auf Polaris 10 (die offiziellen Pressefotos tragen sogar die Notiz "Ellesmere" im Dateinamen) und kommt mit 36 Shader-Clustern auf über 5 TFlops Rechenleistung sowie einem 256 Bit GDDR5-Speicherinterface auf 256 GB/sec Speicherbandbreite daher. Letzteres ergibt im übrigen einen Speichertakt von sportlichen 4000 MHz – genauso viel wie bei der GeForce GTX 1070, welche allerdings für ein ganz anderes Preis- und Performance-Segment gedacht ist. Die angegebene Rechenleistung suggeriert dann 2304 Shader-Einheiten auf rund 1100 MHz Chiptakt (oder etwas mehr) – andere Auflösungen rechnen sich nicht, ergo kann man durchaus schon von dieser Ansetzung ausgehen.

AMD Radeon RX480 Spezifikationen
AMD Radeon RX480 Spezifikationen
AMD Radeon RX480 Referenzdesign
AMD Radeon RX480 Referenzdesign

Damit will AMD eine Performance zwischen GeForce GTX 970 (Perf.Index 520%) und GeForce GTX 980 (Perf.Index 600%) erreichen – auf AMD-Verhältnisse umgerechnet wäre dies zwischen Radeon R9 390 (Perf.Index 530%) und Radeon R9 Nano (Perf.Index 600%). Dies wird seitens AMD untermauert durch eine Performance-Angabe unter Ashes of the Singularity, wo ein CrossFire-Gespann aus zwei Radeon RX 480 etwas schneller als eine GeForce GTX 1080 sein soll (62,5 fps zu 58,7 fps). Besonders viel läßt sich aus diesem Benchmark aufgrund der gewissen Sonderstellung von Ashes of the Singularity sowie der für diesen Fall unbekannten CrossFire-Effizienz nicht herauslesen – aber dennoch, eine Überschlagsrechnung ergibt ein grobes Performance-Potential zwischen 520-580% im FullHD Performance-Index, passt also zu AMDs vorhergehenden Angaben.

Der Clou an der Radeon RX 480 liegt allerdings im Preispunkt und damit im Preis/Leistungs-Verhältnis: Die neuen AMD-Karte soll für 199 Dollar Listenpreis in den Handel gehen – da dürften nVidia die Ohren schlackern und es wird auch klarer, weshalb nVidia den Launch seiner zwei neuen GP104-basierten Grafikkarten so Knall auf Fall durchgezogen hat. Jene besetzen zwar viel höhere Performancegefilde, verlangen dafür aber auch klar höhere Preispunkte – vor allem aber Preispunkte in einem Bereich, wo es nur noch vergleichsweise wenig Käufer gibt. AMD hingegen bietet die Radeon RX 480 in einem totalen Sweetspot für den Massenmarkt an – noch günstig genug, um im Massenmarkt beachtet zu werden, aber potent genug, um dort die Verhältnisse total umzudrehen. Mit den 199 Dollar Listenpreis ist man ein Drittel günstiger als die langsamere (und beschnittene) GeForce GTX 970 sowie gleich um die Hälfte günstiger als die wohl nur minimal schnellere GeForce GTX 980. Zudem wird die ganze bisherige Mittelklasse-Riege um Radeon R9 380/X und GeForce GTX 960 komplett obsolet: Ähnliche Preislage, aber deutlich weniger Performance als die kommende Radeon RX 480 – da lohnt sich das Warten auf AMDs neues Angebot wirklich:

katastr. P/L-Verh. schlechtes P/L-Verh. mittleres P/L-Verh. gutes P/L-Verh. exzellentes P/L-Verh.
Enthusiast GeForce GTX 1080
960%, 660-790€
HighEnd GeForce GTX Titan X
780%, 1030-1000€
GeForce GTX 980 Ti
750%, 580-630€
Radeon R9 Fury X
670%, 610-680€
GeForce GTX 1070
800%, ~430-500€
Performance Radeon R9 Fury
620%, 420-500€
Radeon R9 Nano
600%, 480-530€
GeForce GTX 980
600%, 420-470€
Radeon R9 390X
570%, 370-410€
Radeon R9 390
530%, 310-340€
GeForce GTX 970
520%, 270-310€
Radeon RX 480
~500-600%, ~210-230€
Mainstream Radeon R9 380X
390%, 210-230€
Radeon R9 380 4GB
360%, 190-210€
GeForce GTX 960 4GB
340%, 190-210€

Natürlich muß AMD jetzt auch noch entsprechend der eigenen Ankündigungen liefern: Die Karten müssen am 29. Juni in entsprechenden Launchreviews umfassend beleuchtet werden, der Handel sollte am selben Tag mit dem Verkauf starten und dann sollte sich natürlich auch die genannte Preislage in der Realität von Straßenpreise bestätigen lassen. Unklar ist beispielsweise noch, ob die genannten 199 Dollar sich auf die 4-GB- oder die 8-GB-Ausführung der Radeon RX 480 beziehen. Auch sollte die Dollar/Euro-Umrechnung nicht mit so heftigen Aufschlägen wie derzeit bei den neuen nVidia-Grafikkarten zu beobachten stattfinden – denn auch in Euroland gilt: Verkaufspsychologisch muß der Preis gut aussehen, darf also niemals in Richtung 250 Euro gehen, wenn man das angepeilte Marktsegment nicht verlassen will. Macht AMD hier alles richtig, hat man etwas an der Hand, was richtiggehend Marktanteile verspricht – selbst wenn der eingefleischte Enthusiast (verständlicherweise) ein wenig die Nase rümpft und nach schnellerem schreit.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 30./31. Mai 2016

So interessant auch die GeForce GTX 1070 geworden ist, mit dem Launch selber hat sich nVidia keine Sympathien erarbeitet: Zu kurzfristig angesetzt, mit dem (lange vorher bekannten) Broadwell-E-Launch und auch noch dem Auftakt zur Computex kollidierend, hat man von den Hardware-Redakteuren einfach zu viel abverlangt. Daher fehlen beim 1070er Launch auch die Tests einiger bedeutsamer Quellen, wie von AnandTech, Computerbase, TechPowerUp und Hardware.fr. Andere Testredaktionen lieferten dann nur arg abgespeckte Tests ab, wie beispielsweise bei Toms' Hardware (aber auch anderen) zu sehen. Inzwischen ist natürlich klar, wieso nVidia sich zu so einem Hauruck-Vorgehen entschlossen hat – AMDs Polaris-Ansatz ist derart kostengünstiger, das man einfach vorher ein gutes Presseecho mitnehmen wollte, ehe dann die Konzentration vieler Grafikkarten-Käufer in Richtung Polaris-Hardware geht. Dennoch muß kritisiert werden, das somit zu wenige Informationen für eine die Angelegenheit wirklich erschöpfend behandelnde Launch-Analyse zur Verfügung standen. Bei aller Liebe zu möglichst vielen Testberichten (und damit einer großen Menge an auswertbaren Benchmarks) sollten die Hersteller darauf achten, das diejenigen Hardwareredaktionen mit den tiefgehenden Testberichten jederzeit primär beliefert werden.

Ein anderer Punkt, der sich aus dem Launch der GeForce GTX 1070 ergeben hat, sind die geringfügigen Veränderungen im 3DCenter Performance-Index bei GeForce GTX 980 Ti und Titan X: Bei letzterer Karte verschob sich der 4K Performance-Index nur minimal von vorher 104% auf nunmehr 105% – eine eher optische Korrektur, welche die konkreten Abstände der GeForce GTX Titan X gegenüber den naheliegenden GeForce GTX 980 Ti (100%) und GeForce GTX 1070 (107%) besser aufzeigen soll. Unter dem FullHD Performance-Index gab es hingegen größere Veränderungen: Die GeForce GTX 980 Ti ging von vorher 730% auf nunmehr 750% hoch, die GeForce GTX Titan X von vorher 760% auf nunmehr 780%. Der Wert der GeForce GTX 1080 von 960% sowie die Werte von Radeon R9 Fury X (670%) und GeForce GTX 970/980 (520% bzw. 600%) blieben unverändert – es gab hierbei also keinen allgemeinen Performanceboost, sondern nur eine gewisse Korrektur bei diesen beiden früheren Enthusiasten-Lösungen.

Grundlage hierfür dürfte wohl sein, das bei deren primärer Index-Festsetzung vor gut einem Jahr zum einen ein schlechterer CPU-Unterbau als heute zur Verfügung stand, zum anderen seinerzeit auch noch die ganzen schlauchenden Benchmark-Titel der Spielesaison 2015/16 fehlten. Damit konnten diese Karten seinerzeit gerade unter der FullHD-Auflösung nicht ihr ganzes Potential aufzeigen, liefen wohl schlicht zu oft in CPU-Limits (durch zu geringe Grafikanforderung und/oder zu schwache CPUs). Dies passiert bei Enthusiasten-Grafikkarten unter der FullHD-Auflösung inzwischen fast regelmäßig, womit unser Performance-Index dann entsprechend darauf angepasst werden muß – wie hiermit geschehen. Die Index-Werte der anderen Karten stimmen derzeit wohl noch (wie gesagt keine Verschiebung bei Radeon R9 Fury X und GeForce GTX 970/980) – aber hierzu wird es in den nächsten Wochen sicherlich umfangreich neue Performancewerte geben, kann man damit dann auch die Performance aller kleineren Karten nochmals neu bewerten.

Die PC Games Hardware vermeldet nunmehr (etwas) genauere Daten zum kürzlich schon erwähnten neuen Asus Gaming-Notebook mit einer Grafiklösung auf Performance-Niveau oberhalb der GeForce GTX 1080. Das Asus GX800 bleibt beim bewährten 17-Zoll-Format (Update: doch 18,4 Zoll), verwendet einen Skylake-Vierkerner auf immerhin 4.4 GHz Takt und setzt bei der Grafiklösung auf ein "aktuelles nVidia-SLI", wobei jeder der beiden Grafikkarten für 150 Watt TDP ausgelegt ist. Eine echte Beantwortung der Frage, was da nun verbaut ist, stellt dies immer noch nicht da – aber zumindest wäre erst einmal die These wiederlegt, es könnte sich um eine AMD-Grafiklösung handeln. Zur von Asus geteaserten Performance würde eventuell eine (auf etwas niedrigeren Mobile-Taktraten) laufende GeForce GTX 1070 im SLI-Verbund passen, alternativ aber auch eine auf etwas höheren Taktraten als regulär laufende GeForce GTX 980/Notebook im SLI-Verbund. Generell betrachtet ist die Verwendung von SLI aber eher zu kritisieren, da SLI & CrossFire auf einem eher absteigenden Ast zu sehen sind – und man am Ende eine ähnliche Performance auch mit einer einzelnen GeForce GTX 1080 auf Desktop-Taktraten und möglichst freiem Power-Limit in diesem wassergekühlten Notebook hätte erreichen können.

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Neuer Artikel: Launch-Analyse nVidia GeForce GTX 1070

Mit der GeForce GTX 1070 stellt nVidia in der Nacht vom 29. auf 30. Mai (Launchdatum in den USA ist damit der 29. Mai, in Mitteleuropa dagegen schon der 30. Mai) seine zweite Grafikkarte auf Basis des GP104-Chips aus der Pascal-Architektur vor. Mit der GeForce GTX 1070 will man nach der Hochpreis-Karte GeForce GTX 1080 ein klar niedrigeres Preissegment besetzen, auch wenn es mit 379 Dollar Listenpreis für die (nachfolgenden) Herstellerdesigns und damit zu erwartende Straßenpreise im Bereich von 430 bis 500 Euro erneut nicht wirklich kostengünstig wird. Unsere Launch-Analyse wird nachfolgend beleuchten, was die einzelnen Launchtests bezüglich Hardware-Daten, realen Taktraten, Overclocking-Eignung, Stromaufnahme, Lautstärke und natürlich zur Performance dieser neuen nVidia-Karte zu sagen haben, sowie nachfolgend (auf Basis möglichst vieler Testresultate) eine generelle Performance-Einordnung der GeForce GTX 1070 vornehmen ... zum Artikel

Fury X 970 980 980 Ti Titan X 1070 1080
gemittelte FullHD-Performance 83,5% 64,1% 75,4% 93,3% 97,1% 100% 119,0%
gemittelte WQHD-Performance 88,3% 61,5% 73,4% 93,6% 97,6% 100% 122,6%
gemittelte UltraHD-Performance 93,2% 59,1% 72,1% 93,7% 98,7% 100% 123,6%
3DC FullHD Performance-Index 670% 520% 600% 750% 780% 800% 960%
3DC 4K Performance-Index 100% 64% 77% 100% 105% 107% 132%
Straßenpreis 610-680€ 270-310€ 420-470€ 580-630€ 1030-1100€ zu erwarten für 430-500€ 660-790€
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Launch von Broadwell-E: Erste Testberichte gehen online

Mit dem Start der Computex bringt Intel seine lange erwarteten Broadwell-E Prozessoren an den Start. Basierend auf demselben Sockel 2011v3 samt demselben X99 Mainboard-Chipsatz wie beim vorhergehenden Haswell-E ist Broadwell-E ein klassischer Refresh – zu minimal höherer IPC, minimal höherem Takt, besserer Overclocking-Eignung basierend auf der neueren 14nm-Fertigung und natürlich erstmals einem Zehnkern-Prozessor im Consumer-Bereich. Nach dem gestrigen Launch der GeForce GTX 1070 kommt damit der nächste Schub an entsprechenden Testberichten, welche Broadwell-E auf den Zahn fühlen sollen. Auch wenn es aufgrund der hohen Preislagen natürlich immer nur einen gewissen Teil der User interessiert, gibt es natürlich einen (P)Review-Thread in unserem Forum sowie eine nachfolgende Launch-Analyse an dieser Stelle (allerdings erst nachdem die Arbeiten an der Launch-Analyse zur GeForce GTX 1070 abgeschlossen sind).

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Die Systemanforderungen zu Umbrella Corps

Auf Steam werden die offiziellen Systemanforderungen für den am 21. Juni zu erwartenden Online-Shooter "Umbrella Corps" aus dem Resident-Evil-Universum genannt. Das Spiel von Entwickler & Publisher Capcom basiert auf der Unity-Engine und kommt allgemein betrachtet mit eher durchschnittlichen Hardware-Anforderungen daher. Wie üblich muß es dabei ein 64bittiges Windows-Betriebssystem ab Windows 7 sein, eine DirectX-11-Grafiklösung wird genauso üblich wie zwingend vorausgesetzt. Beim Hauptspeicher will man minimal 4 GB sehen, die Empfehlung lautet dagegen auf 6 GB.

Auf Prozessoren-Seite will dann minimal einen Intel Core i3-4160 (2C+HT, 3.6 GHz) haben – eine sicherlich erfüllbare Anforderung, welche auch noch viele andere Prozessoren mitkommen lassen sollte: AMDs leistungsstärkste APUs, alle FX-Prozessoren sowie natürlich alles im Bereich besserer Intel-Prozessoren. Ob auch noch echte Altmodelle wie schnelle Phenom- oder Core-2-Quad-Prozessoren hier mitspielen können, ist dagegen ungewiß – leistungstechnisch würde dies vielleicht passen, aber viele moderne Engines berücksichtigen diese Prozessoren nicht mehr, so daß jene unter neueren Spieletiteln oftmals unterdurchschnittlich schlecht laufen. Die Empfehlung geht dann mit einem Core i7-4790 (4C+HT, 3.6/4.0 GHz) ziemlich hoch hinaus, wobei die Taktrate original nur mit 3.2 GHz angegeben wurde – nicht auszuschließen also, das hier eigentlich ein Core i5-4460 (4C, 3.2/3.4 GHz) oder ein Core i7-4790S (4C+HT, 3.2/4.0) gemeint ist. Jeder moderne Intel-Vierkerner dürfte diese Anforderung jedoch schaffen oder jener zumindest nahekommen – bei AMDs FX-Prozessoren gilt dies hingegen nur für die schnellsten Achtkern-Modelle.

minimale Anforderungen empfohlene Anforderungen
Betriebssystem Windows 7, 8.1 & 10 64-Bit
Prozessor Intel Core i3-4160 (2C+HT, 3.6 GHz) Intel Core i7-4790 (4C+HT, 3.6/4.0 GHz)
RAM 4 GB 6 GB
DirectX DirectX 11
Grafikkarte nVidia GeForce GTX 460 nVidia GeForce GTX 760
VRAM keine Angabe
HDD 13 GB freier Festplattenplatz
Dienste keine Dienste benötigt
Anmerkung: Speichermengen sowie Anzahl an CPU-Rechenkernen werden in aller Regel nicht zwingend vorausgesetzt

Auf Grafikkarten-Seite will man minimal nur eine nVidia GeForce GTX 460 (Perf.Index 160%) sehen – das ist aus heutiger Sicht keine echte Anforderung mehr, sondern inzwischen schon regelrechtes LowCost-Niveau. Jede moderne und auch viele zurückliegende Grafikkarten werden hier also mitspielen können. Die Empfehlung lautet hingegen auf eine nVidia GeForce GTX 760 (Perf.Index 310%), bei AMD wäre dies in etwa mit einer Radeon R9 270X (Perf.Index 300%) gleichzusetzen. Dies ist ein kräftiger Sprung, verlangt aber dennoch nur bessere Mainstream-Power – was die Mehrzahl der heutigen Gamer-PC bieten können. Hier sind gleichzeitig auch noch gute Reserven für Supersampling/Downsampling oder den Sprung auf die UltraHD-Auflösung zu sehen. Ganz augenscheinlich ist das Spiel darauf konzipiert, mit seinen Hardware-Anforderungen nur möglichst wenig Spieler auszuschließen – für ein mehr oder weniger reines Multiplayer-Erlebnis eine durchaus sinnvolle Ansetzung.

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