30

Hardware- und Nachrichten-Links des 30. September 2014

Videocardz zeigen eine "High Bandwidth Memory" Präsentation seitens Speicherchiphersteller Hynix, mittels welcher jener Werbung für diesen zukünfigen Grafikkarten-Speicher machen will. Die Präsentation ist vom Juli 2014 und gibt Ende 2014 als Marktstart für HBM an – aber dies ist natürlich nur der Zeitpunkt, wo Hynix liefern könnte, nicht der Zeitpunkt, wo entsprechend ausgerüstete Grafikkarten in den Markt kommen. Denn wie schon vor einiger Zeit an dieser Stelle dargelegt, bedingt HBM ein völlig neues Speicherinterface im Grafikchip – ergo wird es HBM auch nur bei neu designten Grafikchips geben, was dann üblicherweise seine Zeit braucht. Die Präsentation von Hynix sowie die Ausführungen von Videocardz sind im übrigen nicht wirklich klar bezüglich der eigentlichen Vorteile von HBM, auch hier ist unsere frühere Meldung zu empfehlen: Ein HBM-Interface verbraucht für die gleiche Speicherbandbreite einfach viel weniger Platz auf dem Grafikchip und spart auch noch maßgeblich an Strom – dies können durchaus 50 bis 80 Watt weniger sein, die man dann an anderer Stelle verbraten kann.

Zudem ergibt sich natürlich auch die Möglichkeit, mit demselben Flächenbedarf zukünftigen Grafikkarten-Generationen wesentlich mehr Speicherbandbreite zu spendieren als es derzeit üblich ist – dies wäre mit GDDR5-Speicher nur mit extrem platz- und stromfressenden Speicherinterfaces möglich, was dann irgendwo limitiert ist. HBM ist also nicht wirklich bezüglich der Speichersorte interessant, sondern eigentlich nur wegen der wesentlich effizienteren Interfaces. Der Speicher selber könnte zudem wegen seiner relativ niedrigen Taktraten (erste Ausbaustufe 500 MHz, derzeit sind Taktraten bis 1000 MHz in Arbeit) wohl auch nicht all zu teuer kommen, möglicherweise sogar günstiger ausfallen als GDDR5-Speicher, welcher immerhin Taktraten von bis zu 3500 MHz aufbringen muß. Speziell für die Grafikchip-Entwickler ist das ganze auch deswegen interessant, weil HBM natürlich nahe dem Grafikchip auf demselben Trägermaterial untergebracht wird, damit also im ganzen an die Grafikkarten-Hersteller geliefert wird und somit auch im ganzen durch die Bücher geht (aka den Wert der Grafikchips erhöht und damit ein Umsatzplus ergibt).

Die ComputerBase hat 19 LowCost-Grafikkarten von 20 bis 90 Euro einem Test unterzogen – darunter haufenweise selten getesteten Exemplare, womit sich dieser Artikel sehr gut dazu eignet, die Performance jener LowCost-Karten wenigstens einmal halbwegs solide einschätzen zu können. Als Bonus wurde zudem auch noch gegen ein paar aktuelle AMD-APUs verglichen, damit man sehen kann, welche der LowCost-Grafikkarten überhaupt deren Niveau schlägt. Und letztlich sind sogar ein paar ältere LowCost-Modelle zum Vergleich mit dabei – insofern ein überaus nützlicher Artikel. Natürlich sieht man dabei auch in einigen Fällen in echte Performance-Abgründe – beispielsweise die monströsen Differenzen zwischen DDR3- und GDDR5-Speicherbestückung wie bei der Radeon R7 250 (+65%) oder auch der GeForce GT 740 (+40%).

Die hierbei erzielten Performance-Unterschiede sind nunmehr sogar noch größer als bei den letzten entsprechenden Untersuchungen (von vor einigen Jahren) – man kann nunmehr klar sagen, daß die DDR3-Version einer Grafikkarte jene nicht einfach nur um eine Stufe abwertet, sondern fast völlig entwertet. Oder auch eine andere Faustregel: Die Performance der "schnellsten" DDR3-bestückten Grafikkarten wird auch von Spitzen-APUs erreicht. DDR3-Speicher auf Grafikkarten ist ergo inzwischen zu dem geworden, was früher DDR2-Speicher war – und solcherart Grafikkarten galten seinerzeit als sichere Performancebremsen. Lohnenswert ist DDR3-Speicher wohl nur noch dann, wenn die Gaming-Performance eigentlich keine Rolle spielt – was die Grafikkarten-Hersteller nicht davon abhalten wird, im LowCost-Segment solcherart "Schnäppchen" weiterhin in Hülle und Fülle anzubieten.

Bei der PC Games Hardware hat man mal wieder untersucht, welchen Performance-Unterschied verschiedene PCI-Express-Konfigurationen bei SLI-Systemen aufweisen. Heutzutage ist die CPU/Grafikkarten-Verbindung dank PCI Express 3.0 kein großes Thema mehr und nur unter CrossFire und SLI lassen sich hierbei noch Differenzen erzeugen. Jene sind mit 5,5% Performance-Unterschied zwischen einer x8/x8-Konfiguration und einer regulären x16/x16-Konfiguration aber auch nicht weltbewegend – zumindest lohnt es dafür kaum, sich den teuren Haswell-E-Prozessoren zuzuwenden. Das kleinste Haswell-E-Modell Core i7-5820K, welches Intel künstlich auf ein x16/x8-Konfiguration limitiert hat, kommt allerdings auch nicht besser weg, der Performance-Abstand zu x16/x16 beträgt auch noch 5,1%, gegenüber x8/x8 ist also so gut wie nichts gewonnen. Allerdings deuten diese 5%igen Performance-Unterschiede schon bei einer ZweiChip-Lösung an, daß es im Extrem-Bereich bei drei oder vier Grafikchips wohl deutlich mehr werden wird, dann die beiden größeren Haswell-E-Prozessoren aufgrund ihrer überlegenen Anzahl an PCI Express Lanes vorzuziehen sind.

Wie erwartet hat Microsoft sein nächstes Betriebssystem in einer "Technical Preview" gezeigt, welche allerdings einem noch sehr frühen Stand des Betriebssystem entspricht. Jenes wird sich im Verkauf "Windows 10" nennen und im kommenden Jahr erscheinen – das wird die Hardware-Hersteller nicht freuen, aber jene werden womöglich schon im Weihnachtsgeschäft Gutscheine für Windows 10 ihren Geräten beilegen, das Update von Windows 8 auf Windows 10 soll ohne Neuinstallation lösbar sein. Ob Windows 10 allerdings schon im Frühjahr 2015 erscheint, darf angesichts dessen, was laut Microsoft noch alles im Entwicklungsstadium ist, eher bezweifelt werden – und wenn Microsoft am Ende auch noch das ganze User-Feedback beachten will, erscheint ein Launchtermin im Sommer/Herbst 2015 als angeraten und demzufolge wahrscheinlicher. Wer sich das ganze selber anschauen will, dem wird Microsoft am 1. Oktober ab 18 Uhr deutscher Zeit eine Vorab-Version von Windows 10 zum Download zur Verfügung stellen.

Inhalt abgleichen