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Hardware- und Nachrichten-Links des 23. Juli 2014

Die ComputerBase zeigt weitere Forschungsarbeiten AMDs zum Thema "stacked Memory" (Update: wurde zuerst im 3DCenter-Forum ausgegraben), welches bei AMD früher oder später kommen wird – ganz egal, ob es bei der 2015er Carrizo-APU eben noch nicht so weit ist. Ganz allgemein betrachtet ist die Fertigung von HBM ("High-Bandwidth Stacked Memory") wohl auch noch ein ganzes Stück entfernt vom kostengünstigen Einsatz auf einer Mainstream-APU – da muß noch einige Zeit vergehen, ehe die Produktionskosten zum erzielbaren Endkundenpreis passen. Das ganze erscheint eher als ein Thema des Jahres 2016 und später – wo AMD unter anderem eine neue "NextGen CPU-Architektur" für HighEnd-Bedürfnisse bringen wird, zu den AMD-Plänen für Mainstream-APUs des Jahres 2016 ist leider noch nichts bekannt. Langfristig wird sowieso nichts um die nähere und schnellere Anbindung von Speicher an CPUs herumführen – wobei AMDs APUs wegen ihrer (relativ) leistungsfähigen integrierten Grafik aus diesem Konzept natürlich gleich doppelten Nutzen ziehen können.

Für die nähere Zukunft muß AMD wie bekannt mit dem Leben, was man hat bzw. was noch in der Pipeline steckt – viel ist das nicht, vor allem fehlen entscheidende Impulse vor dem Jahr 2016. Solcherart Mißstände auszugleichen, ist dann üblicherweise der Job des Marketings – dies kann gutgehen wie im Fall von AMDs recht populären Spielebundles, oder auch schiefgehen wie im aktuellen Fall von AMDs indirekter Ankündigung eines "12-Core-Prozessors". Laut dem Planet 3DNow! wird sich darunter aber auch nur eine gewöhnliche Kaveri-APU verbergen – bei welchen AMD laut neueren Folien die Shader-Cluster der integrierten Grafiklösung jeweils als "Cores" zählt und damit im Fall von Kaveri auf "12 Cores" (4 CPU-Rechenkerne samt 8 Shader-Clustern) kommt. Zur Beschäftigung (und Begeisterung) des Marketings würde wir ja vorschlagen, bei der nachfolgenden Carrizo-APU die Shader-Cluster auf 32 Shader-Einheiten pro Cluster umzubauen – dies ergibt zwar nicht mehr insgesamte Shader-Einheiten (512), aber die doppelte Anzahl an Shader-Clustern (16) und damit dann einen "20 Cores" Prozessor.

Gemäß Golem hat Microsoft erneut Pläne bekräftigt, künftig nur noch ein Windows führen zu wollen – und nicht mehr das reguläre Windows zuzüglich Windows RT und Windows Phone. Wirklich neu sind diese Pläne nicht, ähnliche Gedanken & Gerüchte wurden schon seit einiger Zeit geäußert – nun aber ist es offizielle Zukunftsvision bei Microsoft. Ob man sich damit allerdings wirklich einen Gefallen tut, das auf völlig anderer Hardware laufende Windows RT und Windows Phone nun plötzlich beim regulären Windows einzuordnen, steht auf einem Blatt. Ideal aus Programmierer- und Anwendersicht wäre natürlich eine umfassende Hardware-Unabhängigkeit von Windows – ob Microsoft so weit gehen will, ist unbekannt und damit ziemlich vakant. Wahrscheinlich geht es bei dem ganzen Namens-Wirrwarr eher nur darum, die Marke "Windows" besser auszunutzen und jegliche Marken-Verwaschungen durch frühere Namenszusätze zu unterbinden. Ob reale Software-Veränderungen oder vielleicht sogar echte Verbesserungen mit diesem Marketing-Spiel verbunden sind, ist derzeit leider ebenso unbekannt.

Heise berichten über einen durch die Kino.to-Schließung in Österreich aufgeworfenen Rechtsstreit zwischen Rechteinhabern und Internet-Providern, zu welchem der österreichische Oberste Gerichtshof (OGH) nunmehr derart entschieden hat, als daß die Rechteinhaber von den Internet-Providern die prüfungslose Sperre von (angeblich) die Urheberrechte verletzenden Internetangeboten verlangen dürfen. Eine Ausnahme gibt es nur für Informations-Angebote, sprich es lassen sich Nachrichten-Webseiten wohl nicht wegen eines kleinen Urheberrechtsverstoßes aus dem Netz kicken – im Fall von Kino.to & Co. soll dies in Österreich nun aber ganz einfach sein: Eine einfache Behauptung des (vermeintlichen) Rechteinhabers reicht und die Internet-Provider haben ohne weitere Prüfung oder/und einen Gerichtsbeschluß zu sperren. Ein solch weitreichendes Urteil öffnet natürlich Mißbrauch Tür & Tor – die Österreicher dürfen sich in Zukunft auf ein durchzensiertes Internet freuen. Wieso den Richtern des immerhin höchsten österreichischen Gerichts nicht die Idee gekommen ist, daß eine Behauptung entweder eine Überprüfung oder aber wenigstens eine Garantie benötigt, ehe jene kurzerhand in wirtschaftlich bedeutsame Rechtsfolgen umgesetzt wird, wird wohl auf Ewig das Geheimnis des OGH bleiben.

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Umfrage-Auswertung: Wie stark ist das Interesse an HighEnd-Grafikkarten mit Wasserkühlung?

Eine Umfrage von Anfang Juli ging der Frage nach, wie hoch das Interesse an mit Wasserkühlung ausgerüsteten Grafikkarten im HighEnd-Bereich entwickelt ist. Wasserkühlung wird wohl niemals eine völlig ungeteilte Zustimmung des Marktes finden, insofern sind die bei dieser Umfrage erzielten Werte doch schon sehr ermutigend zugunsten der Wasserkühlungs-Idee. Sicherlich stimmten gleich 40,0% dagegen, sich jemals eine Grafikkarten mit Wasserkühlung zuzulegen und auch 12,0% würde sich nur notgedrungen eine solche kaufen. Dies bedeutet aber im Umkehrschluß auch, daß immerhin 48,0% des HighEnd-Markts kein Problem mit Wasserkühlung hat und es dann letztlich nur noch um die konkrete Ausführung geht: Mehrpreis, Performancegewinn und Sinnhaftigkeit im Einzelfall.

Unter den grundsätzlich der Wasserkühlung zugeneigten Umfrage-Teilnehmern gibt es zwei starke gegensätzliche Pole: Jene 32,9% (15,8% aller Umfrage-Teilnehmer), welche Wasserkühlung nur dann nehmen würden, wenn deren Mehrpreis eher nur geringfügig ausfällt – und jene 21,6% (10,4% aller Umfrage-Teilnehmer), welche generell nur noch mit Wasserkühlung kaufen. In letzterer Gruppe scheint es im übrigen eine starke Tendenz zum Eigenbau zu geben, da die Menge jener Nutzer, welche ausschließlich Grafikkarten mit Wasserkühlung ab Werk benutzen, sehr viel kleiner ist als die Menge jener Nutzer, welche sowohl ab Werk als auch auf Eigenbau setzen. In der Mitte zwischen diesen beiden Polen stehen dann jene 45,5% (21,8% aller Umfrage-Teilnehmer), welche der Wasserkühlungs-Idee prinzipiell offen gegenüberstehen und jeweils im Einzelfall entscheiden. Hier ist doch einiges Potential für die Grafikkarten- und Zubehör-Hersteller zu sehen – und es ist zu hoffen, daß jene diese Umfrage-Ergebnisse aufmerksam studieren.

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