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Hardware- und Nachrichten-Links des 26./27. August 2014

Im Fall der gefälschten nVidia-Grafikkarten gibt es neue Entwicklungen, wonach der betroffene Distributor "Kosatec" gegenüber Heise nunmehr Rechnungen vorgelegt hat, welche darlegen, daß die gefälschten Karten direkt vom niederländischen Grafikkarten-Hersteller Point of View bezogen wurden. Daraus sollte man jetzt zwar noch keine vorschnellen Schlüsse ziehen – aber nunmehr sind Point of View und auch nVidia final dazu aufgefordert, sich erschöpfend zu erklären. Zudem berichten Heise über Anzeichen, daß neben den ca. 300 gefälschten GeForce GTX 660 und ca. 100 gefälschten GeForce GTX 650, welche im Juli an Kosatec gingen, auch früher schon solcherart Karten in den Einzelhandel gelangt sind als auch in Komplettsystemen verbaut worden.

Daneben hält die Foren-Diskussion zum Thema auch noch weitere Verdachtsfälle auf andere Grafikkarten-Fälschungen parat: So eine seitens des Hongkonger Händlers "Tmart" angebotenen "GeForce GTX 650 Ti 2GB 384Bit DDR3" – mit (angeblich) GK106-Chip auf nur 600 MHz Takt, dafür aber sattem 384 Bit DDR Speicherinterface, an welchem dann aber wiederum nur 2 GB DDR3-Speicher hängen. Oder seitens des ebenfalls aus Hongkong heraus operierenden Händlers "Easy-Taobao", welcher eine "GTX680 independent 2G 2048M 384-bit" anbietet – mit angeblichem GK104-Chip, der jedoch nur 128 Shader-Einheiten auf 650 MHz Chiptakt aufweist und dann wieder am selben 384 Bit DDR Speicherinterface 2 GB DDR3-Speicher aufbietet. Dies passt bezüglich der technischen Daten in beiden Fällen natürlich vorn und hinten nicht zusammen – das Speicherinterface ist viel zu dick, die Speichermenge dafür unpassend, die Anzahl der Shader-Einheiten natürlich viel zu gering.

Aller Vermutung nach dürfte es sich beiderseits um eine Verklappung von Altbeständen irgendeiner LowCost-Lösung handeln, welche der realen GeForce GTX 650 Ti und vor allem der realen GeForce GTX 680 weit hinterhersegeln. Letztgenannte Karte kommt im übrigen in einem Karton mit dem vielversprechenden Aufdruck "Radeon nVidia HD/NV Series" daher – aber Kreativität bei ihren Produkt-Kopien und -Fälschungen war noch nie das Problem von fernöstlichen Geschäftemachern. Easy-Taobao hat im übrigen noch einige andere Granaten im Angebot, getarnt als GeForce GTX 780 oder GeForce GTX 770, beide natürlich ebenfalls offensichtliche Fälschungen auf Basis irgendeines LowCost-Grafikchips. Zur Krönung sitzen beide genannten Händler im selben Gebäude in Hongkong – und zwar sogar im selben Raum, was alle Fragen darüber, wie diese Firmen einzuordnen sind, beantworten dürften. Allerdings bestellt man sich (bei klarem Verstand) wohl kaum Hardware direkt aus Fernost – jedenfalls nicht dann, wenn es sich um "Schnäppchenangebote" handelt.

WinFuture berichten über den Hintergrund der kürzlichen Monopolvorwürfe gegen Microsoft in China: Dabei wird tatsächlich der alte Vorwurf der Kopplung des Windows-Betriebssystem mit Internet Explorer und Media Player neu vorgetragen – wobei dies nicht einmal zu Unrecht geschieht, denn im entsprechenden EU-Kartellverfahren hat Microsoft zwar ein wenig Kohle abgedrückt, ansonsten aber an seinem Verhalten grundsätzlich festgehalten. Andererseits erscheinen viele der derzeit gegen westliche IT-Firmen in China ergriffenen Maßnahme und Vorwürfe eher denn Teil eines generellen Konzepts zur Nationalisierung des chinesischen IT-Markts zu sein – welche also unabhängig davon ergriffen werden, ob an den konkreten Vorwürfen etwas dran ist bzw. ob man ein echtes Interesse an der Durchsetzung der dahinterstehenden gesetzlichen Bestimmungen hat.

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Gefälschte nVidia-Grafikkarten im deutschen Einzelhandel

Heise berichten man über einen drastischen Fall von Hardware-Fälschung, welcher derzeit deutsche Grafikkarten-Käufer betrifft. Denn bei mehreren Einzelhändlern sollen "GTX650 4096MB Nvidia bulk" und "GTX660 4096MB Nvidia bulk" Karten eines nicht genauer spezifizierten Grafikkarten-Herstellers zu haben sein, welche dreist gefälscht wurden. Genauere Details liegen nur zur angeblichen GeForce GTX 660 vor, welche in originaler Form eine passable Grafikkarte des Performance-Bereichs auf Basis des GK106 Kepler-Chip mit 960 Shader-Einheiten an einem 192 Bit DDR Speicherinterface darstellt. Die von Heise dokumentierte gefälschte Karte basiert hingegen auf dem GF106/GF116 Fermi-Chip mit 144 Shader-Einheiten an einem 128 Bit DDR Speicherinterface. An jenes war zudem nur auf 533 MHz taktender DDR3-Speicher angeschlossen, womit die Speicherbandbreite der Karte nur unterirdische 17 GB/sec ergab – die meisten selbst der heutigen LowCost-Karten haben mehr.

Die gefälschte Karte wird gegenüber echten LowEnd-Angeboten etwas durch die gleich 144 (Fermi) Shader-Einheiten gerettet, aber wirklich mehr als die Performance typischer LowCost-Grafikkarte kommt hierbei nicht heraus – schon die GeForce GT 730 64-Bit GDDR5 bietet zum Preispunkt von 50 bis 60 Euro etwas mehr Performance als diese Hardware-Fälschung. An die Performance der originalen GeForce GTX 660 kommt die Hardware-Fälschung natürlich nicht im Ansatz heran, spielt bei einem Performance-Unterschied etwas mehr von Faktor 4 sogar in einer völlig anderen, um mehrere Dimensionen niedrigeren Liga. Sehr frech ist in diesem Zusammenhang der Preispunkt der Hardware-Fälschung von um 160 Euro – dies sind locker zwei Drittel mehr, als was die Karte gemäß ihrer Performance wirklich wert wäre.

originale GeForce GTX 660 gefälschte "GTX660 4096MB Nvidia bulk" originale GeForce GT 730 128-Bit originale GeForce GT 730 64-Bit GDDR5
Technik nVidia GK106, 28nm, Kepler-Architektur, DirectX 11.0, 960 Shader-Einheiten, 80 TMUs, 24 ROPs, 192 Bit DDR Speicherinterface, 980/1033/3000 MHz nVidia GF106/GF116, 40nm, Fermi-Architektur, DirectX 11.0, 144 Shader-Einheiten, 24 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Speicherinterface, 900/1800/533 MHz nVidia GF108, 40nm, Fermi-Architektur, DirectX 11.0, 96 Shader-Einheiten, 16 TMUs, 4 ROPs, 128 Bit DDR Speicherinterface, 700/1400/800-900 MHz, (exaktes Rebranding der GeForce GT 430) nVidia GK208, 28nm, Kepler-Architektur, DirectX 11.0, 384 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 8 ROPs, 64 Bit DDR Speicherinterface, 902/2500 MHz
3DMark13 Firestrike 4266 949 693 1490
3DC Perf.-Index 250% ~60% 45% ~80%
Preislage 140-160 Euro angeboten für 160 Euro 50-60 Euro 50-60 Euro

Wie es zu diese Hardware-Fälschung bzw. diesem Angebot bei deutschen Einzelhändlern kam, ist noch weitgehend im Ungewissen, weil alle Beteiligten den schwarzen Peter derzeit jeweils nur weiterschieben. Grundsätzlich gilt zu bedenken, daß solcherart direkte Hardware-Fälschungen – es wurde sogar das Karten-BIOS gefälscht, damit sich die Karte im System auch wirklich als "GeForce GTX 660" anmeldet – keine Grauzone ähnlich von unterhalb ihrer eigentlichen Hersteller-Spezifikationen verkauften Grafikkkarten darstellt, wie es in der Vergangenheit leider häufiger vorkam (frühere 3DC-Artikel zum Thema: August 2008, Dezember 2008 & November 2011). Der aktuell vorliegende Fall stellt in jedem Fall eine klare, sogar justizable Produktfälschung dar, womit man eher davon ausgehen kann, daß die Mehrheit der Beteiligten von Chip-Entwickler bis Einzelhändler hier ebenso hereingelegt wurden wie der Grafikkarten-Kunde.

Eine wahrscheinliche Auflösung lautet, daß irgendein Großhändler sich von einem gut klingendem Angebot hat übertölpeln lassen, möglicherweise eines aus Fernost. Die Stichproben-Prüfung der Ware hat dann per Zufall oder aber Planung (möglicherweise waren die erste Charge ja sogar echte GeForce GTX 660 Karten) nichts ergeben, so daß das ganze dann letztlich im Einzelhandel landete und dem Endkunden verkauft wurde. Hier muß man einrechnen, daß die Groß- und Einzelhändler nicht jedes Stück Hardware wirklich einzeln prüfen können – schon gar nicht in Form einer Tiefenprüfung mit Benchmarks, denn erst nach einem Benchmark kann man sich sicher sein, das hier wirklich keine GeForce GTX 660 vorliegt.

Irgendeiner in der Lieferkette hat sich also von einem unseriösen Angebot hereinlegen lassen – wer das ist, wird wahrscheinlich derzeit nVidia versuchen aufzuklären, welche über diverse Produktnummern des Grafikchips möglicherweise dessen Weg über den Globus nachvollziehen können. Absolut null Punkte erwirbt sich nVidia jedoch über das derzeitige Schweigen zu diesem Fall – wenigstens eine Statusmeldung, daß man der Sache nachgeht, sollte das Mindestmaß sein. Für den Augenblick gilt in jedem Fall, alle Sensoren beim Kauf von GeForce GTX 650 & 660 Grafikkarte hochzufahren und solche Karten mittels Tools wie GPU-Z schnell mal auf den Zahn bezüglich der korrekten Hardware-Daten zu fühlen – jene Daten werden wie üblich immer in unserem aktuellen Grafikkarten-Marktüberblick notiert, sind aber auch ansonsten breit im Internet zu finden.

Nachtrag vom 27. August 2014

Im Fall der gefälschten nVidia-Grafikkarten gibt es neue Entwicklungen, wonach der betroffene Distributor "Kosatec" gegenüber Heise nunmehr Rechnungen vorgelegt hat, welche darlegen, daß die gefälschten Karten direkt vom niederländischen Grafikkarten-Hersteller Point of View bezogen wurden. Daraus sollte man jetzt zwar noch keine vorschnellen Schlüsse ziehen – aber nunmehr sind Point of View und auch nVidia final dazu aufgefordert, sich erschöpfend zu erklären. Zudem berichten Heise über Anzeichen, daß neben den ca. 300 gefälschten GeForce GTX 660 und ca. 100 gefälschten GeForce GTX 650, welche im Juli an Kosatec gingen, auch früher schon solcherart Karten in den Einzelhandel gelangt sind als auch in Komplettsystemen verbaut worden.

Nachtrag vom 28. August 2014

Im Fall der gefälschten nVidia-Grafikkarten hat man bei Heise weitere Händler-Listungen entdeckt, welche mit derselben Artikelnummer wie die gefälschte GeForce GTX 660 im europäischen Ausland angeboten werden. In einigen Fällen wird dabei wieder "Point of View" als Hersteller genannt – was den Druck auf den Hersteller, sich ordentlich zu erklären, eigentlich erhöhen sollte. Leider versucht es Point of View derzeit immer noch auf die autoritäre Art und hat von Heise unter Androhung rechtlicher Schritte gefordert, nicht mehr in diesem Zusammenhang erwähnt zu werden. Eine souveräne Krisenbewältigung sieht sicherlich anders aus, selbst wenn man sich derzeit noch nicht sicher sein kann, in wie weit Point of View tatsächlich Verantwortung in diesen Fall trägt. Normalerweise müsste man sich als großer Hersteller aus jeglichen halbseidenen Geschäften heraushalten, da ansonsten gewaltiger Ärger mit den (nur zwei vorhandenen) Grafikchip-Entwicklern droht, auf welche man letztlich angewiesen ist. Insofern würde es überraschen, wenn man sich bei Point of View bewußt dafür entschlossen hätte, an dieser Räuberposse mitzuwirken – aber auszuschließen ist in dieser Angelegenheit inzwischen gar nichts mehr.

Nachtrag vom 29. August 2014

Im Fall der gefälschten nVidia-Grafikkarten haben Heise nun eine Bestätigung seitens Point of View vorliegen, daß die bewußten Karten von diesem Hersteller stammen (wieso man vorher sogar Rechtsmittel androhte, um nicht in diesem Fall genannt zu werden, wird wohl das Geheimnis von PoV bleiben). Point of View sagte weiterhin aus, daß man nun intern überprüfen werde, wie es zu solchen Lieferungen kommen konnte – hoffentlich bleibt dies nicht nur eine Floskel, gegenüber dieser Möglichkeit sollte insbesondere Chipentwickler nVidia nach allen Kräften Druck ausüben. Es dürfte natürlich irgendwie darauf hinauslaufen, das jemand beim PoV-Einkauf in China geschlammpt hat und sich gefälschte Chips hat andrehen lassen – in China ist da sehr vieles möglich. Dabei muß das europäische Marketing und der Vertrieb nicht einmal eingeweiht gewesen sein – diese Möglichkeit läßt das Statement eines Ex-Mitarbeiters von PoV in unserem Forum absolut offen. Schön ist die Angelegenheit für Point of View in keinem Fall, es wird wohl auf eine gewisse Ausmistungsaktion und eine Überarbeitung der innerbetrieblichen Abläufe bei Point of View hinauslaufen.

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Offizielle Listenpreise zu den Haswell-E Prozessoren: Der Core i7-5820K kommt für 389 Dollar

Videocardz zeigen die vollständige für den kommenden Launch von Haswell-E gedachte Intel-Präsentation, welche auch die offiziellen Listenpreise enthält: Keine Überraschungen gibt es dabei bei den beiden Top-Modellen, welche wie bei Ivy Bridge E mit 999$ bzw. 583$ in der Intel-Preisliste stehen werden. Das kleinste Modell ist dagegen – wie gerüchteweise früher schon vermeldet – etwas teuer als bei Ivy Bridge E: Kostet dort der Core i7-4820K seine 310 Dollar, sollen es nun für den Core i7-5820K gleich 389 Dollar Listenpreis sein – was im übrigen nahe unserer letzten Schätzung von "ca. 390$" liegt. Der höhere Listenpreis des kleinsten E-Modells erklärt sich durch den Sprung vom Vierkerner auf einen Sechskerner und dürfte trotzdem für Interesse sorgen, da Intel hiermit erstmals einen Sechskern-Prozessor für unter 400 Dollar/Euro anbietet.

Intel Haswell-E Launch-Präsentation (Slide 4)
Intel Haswell-E Launch-Präsentation (Slide 4)
Intel Haswell-E Launch-Präsentation (Slide 6)
Intel Haswell-E Launch-Präsentation (Slide 6)

Die restlichen Daten zu den einzelnen Haswell-E Modellen wurden durch die offiziellen Intel-Dokumente nochmals bestätigt, hier gab es sowieso keine offenen Fragen mehr. Die in der Fachpresse die letzte Woche teilweise mit einigem Erstaunen vermeldeten "nur" 28 PCI Express Lanes für den vorgenannten Core i7-5820K waren vorab schon bekanntgewesen – hierbei handelt es sich um eine kleine Einschränkung seitens Intel, damit dieser Core i7-5820K nicht zu viel Interesse anzieht. Für ein nicht auf extremste Perfektion getrimmtes CrossFire/SLI-System reicht es aber trotzdem, schließlich ist hier immerhin PCI Express 3.0 am Start, was auch auf nur 8 PCI Express Lanes (bei maximal zwei Grafikkarten) problemlos nahe der Maximal-Performance kommt. Launchtermin für Haswell-E ist bekanntlich der freitägliche 29. August, der genaue Launch-Zeitpunkt liegt auf 18 Uhr deutscher Zeit.

Kerne Taktraten L3 Speicher PCI Express TDP Listenpreis
Core i7-5960X 8 + HT 3.0/3.5 GHz 20 MB DDR4/2133 2x16 + 1x8 (oder 5x8) 140W 999$
Core i7-5930K 6 + HT 3.5/3.7 GHz 15 MB DDR4/2133 2x16 + 1x8 (oder 5x8) 140W 583$
Core i7-5820K 6 + HT 3.3/3.6 GHz 15 MB DDR4/2133 1x16 + 1x8 + 1x4 140W 389$
Alle Haswell-E Prozessoren laufen im Sockel 2011-v3, welcher inkompatibel zum originalen Sockel 2011 ist und neue Mainboards mit dem X99-Chipsatz bedingt.
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Hardware- und Nachrichten-Links des 25. August 2014

Wie Fudzilla berichten, will Auftragsfertiger TSMC seinen 16nm-Prozeß schon im ersten Quartal 2015 zur Massenfertigung bringen und dann innerhalb des zweiten Quartals 2015 sogar schon 50.000 16nm-Wafer pro Monat auflegen. Allerdings ist nicht klar, welcher von TSMCs 16nm-Fertigungsverfahren damit gemeint sind: Der Standard 16nm-Prozeß oder die verbesserten Prozesse 16FF sowie 16FF+. Letztere dürften in der Praxis doch etwas später kommen und vor allem für größere Chips – wie bei Grafikchips oder AMDs Mainstream-APUs – wesentlich interessanter sein. Wahrscheinlich kann man sich in der Frage, wann erste 16nm-Grafikchips auftauchen werden, eher an nVidias Angaben zum (geplanten) Erscheinungstermin des GP100-Chips halten: Jener wurde für Anfang 2016 genannt – womit kleinere 16nm-Grafikchips durchaus schon im Winter 2015 auftauchen könnten, aber sicherlich nicht wesentlich früher.

Die PC Games Hardware berichtet über die Systemanforderungen von Civilization: Beyond Earth, welche erstaunlich handzahm ausfallen. Andererseits ist es bei Strategietiteln öfters so, daß für die eigentliche Grafik-Darstellung kein besonders leistungsfähiger Rechner vonnöten ist, bei der Berechnung der jeweiligen Runden im fortgeschrittenen Spiel sich aber jedes Stück PC-Power mehr vollkommen bezahlt macht. Speziell bei der rundenbasierten Strategie von Civilization dürfte die Mantle-Unterstützung des Spiels wahrscheinlich keinen großen Unterschied ausmachen, da jene nur die Grafikdarstellung beschleunigen kann, nicht aber die für die Rundenberechnung benötigte Zeit.

Laut WinFuture wird das staatlich geförderte chinesische PC-Betriebssystem schon im Oktober für den Desktop-Einsatz zur Verfügung stehen, eine Mobile-Variante soll folgen. Damit will China sowohl hohe Lizenzkosten sparen – fast alle Software in China ist bisher raubkopiert, was aber je moderner die Software ist, um so schwieriger wird – und sich zum anderen IT-technisch unabhängiger von westlichen Entwicklungen machen. Die Ideen hierzu existierten sicherlich schon vor dem vom Edward Snowden angestoßenem NSA-Skanal, werden dadurch aber noch verständlicher, denn nicht ganz unbegründet fürchtet sich China vor IT-Spionage mittels westlicher IT-Produkte, wenn beispielsweise US-Hersteller durch geheime Anordnungen dazu von der US-Regierung ganz legal gezwungen werden können. Dies dürfte ironischerweise bei chinesischer Software nicht gänzlich anders sein – so daß leider umgedreht kaum die Option besteht, dem chinesischem PC-Betriebssystem im Westen eine Chance zu geben.

Interessant ist, daß die westlichen Betriebssystem-Hersteller – insbesondere Google und Microsoft – hierbei nicht eine gewisse Gefahr für ihre Pfründe sehen. Insbesondere Microsoft hat nun bisher auf dem chinesichem Markt sehr unterdurchschnittliche Einkünfte erzielt, konnte aber (gerade dadurch) auf erhebliche Geschäftsteigerungen in der Zukunft hoffen, wenn es eines Tages gelingen sollte, die ganzen illegalen in legale Lizenzen zu überführen. Die Existenz eines chinesischen PC-Betriebssystems wird diesen Zukunftsmarkt für Microsoft jedoch abwürgen, bevor jener erst richtig entsteht. Zusammen mit einer starken Position von China bei SoC-Prozessoren sowie kommenden chinesischen PC-Prozessoren und weiteren Server-Prozessoren ist China derzeit fest dabei, sich komplett unabhängig von westlicher IT-Technik zu machen. Die jüngsten Kartellverfahren gegen westliche IT-Hersteller in China gehen in eine ganz ähnliche Richtung.

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Aufrüst-Strategie: Neue CPU auf altem Mainboard - oder immer Neukauf von CPU & Mainboard?

Bei dieser Frage geht es darum, ob man für neue Prozessoren versucht, dasselbe Mainboard weiterzuverwenden – also nur aufzurüsten – oder aber stattdessen das Grundsystem aus CPU & Mainboards jeweils komplett neu ersteht, wenn ein CPU-Wechsel fällig wird. Gefragt wird konkret nach der Aufrüst-Strategie, welche man beim Kauf des originalen Systems im Hinterkopf hat: Kauft man so, daß eine spätere Aufrüstung (nur der CPU) möglich und geplant ist – oder kauft man eigentlich immer das Grundsystem aus CPU & Mainboard neu und kümmert sich nicht um mögliche Aufrüstpfade?

Versuche mindestens eine CPU pro Mainboard aufzurüsten, dies konnte bisher auch oft erreicht werden.
25% (563 Stimmen)
Versuche mindestens eine CPU pro Mainboard aufzurüsten, dies klappt aber eher selten.
18% (417 Stimmen)
Habe die Idee des Aufrüstens aufgegeben, weil dies in der Praxis zu selten funktioniert.
32% (725 Stimmen)
Kaufe generell zu einer neuen CPU auch ein neues Mainboard, ohne jeder Zielsetzung einer Aufrüstung.
26% (592 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 2297
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Hardware- und Nachrichten-Links des 23./24. August 2014

Nachzutragen zu AMDs Livestream zu 30 Jahren Grafikchip-Geschichte bei ATi & AMD (Bilder und chronologische Notizen bei der PC Games Hardware sowie bei Videocardz, das komplette Video bei YouTube) wäre noch, daß AMD innerhalb dessen auch die neuen FX-Prozessoren erwähnt und damit offiziell bestätigt hat. Allerdings wurden hierbei nur die Produktnamen "FX-8370E" sowie "FX-8370" bestätigt, jedoch keine weiteren Details offenbart – und damit auch die teilweise widersprüchlichen derzeit durchs Internet schwirrenden Spezifikationen nicht aufgeklärt. Damit wird man auf den 1. September warten müssen, wenn diese neuen FX-Prozessoren (zusammen mit dem FX-8320E samt einigen Preissenkungen) offiziell vorgestellt werden und es hoffentlich auch einige Testberichte gibt, welche die Frage angehen, wieviel der Achtkerner FX-8370E mit nur 95 Watt TDP zu leisten imstande ist.

Daneben hat AMD in seinem Livestream auch ein neues "Never Settle: Space Edition" Spielebundle angekündigt, welches zum Launch der Radeon R9 285 am 2. September aktiv werden wird. Hierbei kommen Space Run, Alien: Isolation, Habitat und Star Citizen hinzu, wobei die beiden letztgenannten Spiele allerdings erst nächstes Jahr herauskommen werden. Im Fall von Star Citizen scheint es zudem nicht das Spiel selber kostenlos obendrauf zu geben, sondern nur kostenlose Schiffe im Spiel selber. Dies bleibt die genauen Bedingungen von AMDs neuem Spielebundle abzuwarten, welche auch klären werden, mit welchen Grafikkarten man Zugriff auf welche Spiele haben wird. Interessant ist, daß aktuelle Besitzer eines noch nicht verbrauchten Silber- oder Gold-Keys aus einem vorherigen Spielebundle eine Upgrade-Möglichkeit auf das neue Spielebundle bekommen sollen.

Breit vermeldet und diskutiert wird derzeit eine Studie von PCR, wonach immerhin 92% aller weltweiten PC-Spieleverkäufe derzeit schon auf digitalem Vertriebsweg ablaufen, demzufolge nur noch 8% als übliches Box-Produkt ausgeliefert werden. Allerdings bezieht sich diese Zahl allein auf Stückzahlen – und nicht auf Umsätze, was für erhebliche Differenzen sorgen kann: So gab man für Großbritannien eine Aufteilung von 54% digitaler Umsätze zu 46% konventioneller Umsätze an. Diese Zahl sieht deutlich anders aus – und dennoch: Der Weg des PCs zum digitalen Spieleverkauf ist klar erkennbar, zudem werden hiermit auch die ansonsten vermeldeten Zahlen von rein physikalisch verkauften Spielen (entscheidend) geradegerückt. Wer jetzt noch Umsatz- oder Stückzahlen-Verkäufe von Spielen ohne digitale Verkäufe vorrechnet, der läßt nicht einfach einen Teil aus, sondern der läßt sogar den größeren Teil aus. Mal schauen wie lange es dauert, bis diese Erkenntnis zu den bekannten Marktanalysten vordringt, welche es sich mangels exakter Daten häufig einfach machen und nur Verkaufszahlen ohne digitale Verkäufe vermelden. (Foren-Diskussion zum Thema)

Von Video Game Tourism sowie Polygamia kommen interessante Artikel, welche sich mit der (wirklichen) Unabhängigkeit der Spiele-Presse in der heutigen Zeit beschäftigen. Nicht gänzlich zu Unrecht wird die Spiele-Presse von den meisten Lesern traditionell nicht als wirklich unabhängig eingeordnet, interessanterweise gilt dieses Urteil jedoch eher selten auch für Blogs & YouTuber – welche daraufhin allerdings von den Marketing-Abteilungen der Spiele-Publisher um so eifriger umschwärmt werden und im Sinne der Steigerung ihrer eigenen Bedeutung teilweise sogar begierig auf solcherart Angebote eingehen. Da es in diesem Feld sehr viel semi-professionellen Journalismus gibt, welcher größtenteils von erklärten Fans ausgerichtet wird, ist eine gewisse Vermischung zwar nie gänzlich zu verhindern, aber es scheint fast so, als wäre das ganze System schon wieder einmal gründlich durch das Publisher-Marketing okkupiert worden. Unter Umständen könnten somit sogar die altehrwürdigen Printmagazine noch unabhängiger und objektiver sein, obwohl jene eigentlich das schlechtere Image aufweisen.

Der Tech Report schlägt in eine nicht unähnliche Kerbe mit dem Hinweis auf ein Browser-Plugin für Firefox und Chrome, welches "Advertorials" erkennen und dem Leser kenntlichmachen kann. Advertorials sind schlicht Texte in Form einer Nachricht oder eines Tests, welche nicht von den eigentlichen Seitenbetreibern stammen, sondern aus der Hersteller-Industrie selber (oder einer damit beauftragten Marketingfirma). Advertorials werden faktisch benutzt, um eigentliche Hersteller-Werbung als Teil des eigentlichen redaktionellen Angebots verschleiern zu können – weswegen Advertorials in Deutschland presserechtlich auch als Werbung gelten und als solche auch so gekennzeichnet werden müssen. Im englischsprachigen Raum ist die Situation rechtlich bei weitem nicht so klar, wogegen nunmehr dieses Browser-Plugin "AdDetector" helfen soll. Scheinbar ist es aber bis dato nur auf englischsprachige Publikationen ausgerichtet – nichtsdetotrotz kann man die Sache im Auge behalten, ob sich jene in Zukunft eventuell weiterentwickelt oder aber andere, ähnlich gedachte Projekte für den deutschsprachigen Raum auftauchen sollten.

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