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Hardware- und Nachrichten-Links des 8./9. August 2015

In unserem Forum wird über die ersten Erfolge beim Freischalten von AMD-Grafikchips diskutiert. Generell sollte das hierfür erschienene Tool "CUinfo" eigentlich nur dazu dienen, freischaltbare Shader-Cluster von Fiji-Grafikkarten zu entdecken – in der Praxis hat sich jedoch herausgestellt, daß auch vereinzelte Hawaii-Grafikkarten nur mit einem Software-Lock daherkommen und daher mit modfizierten BIOS ebenfalls freischaltbar sein sollten. Wirkliche Freischalttests von Hawaii-Grafikkarten sind bislang jedoch noch sehr selten – im Forum von Overclock.net ist es allerdings zwei Usern (No.1 & No.2) tatsächlich gelungen, eine Radeon R9 290 zu einer 290X freizuschalten. Freischaltbare Karten außerhalb von Hawaii- und Fiji-basierten Modellen sind zudem nach (kompletter) Lektüre des entsprechenden Forenthreads bei Overclock.net wirklich noch nicht aufgetaucht, der Freischaltspaß bezieht sich derzeit allein auf die Radeon R9 290 und die Radeon R9 Fury. Die Radeon R9 390, obwohl bezüglich des Hardware-Unterbaus gleich zur Radeon R9 290, konnte bislang nirgendwo als freischaltbar identifziert werden bzw. wurde auch nicht entsprechend freigeschaltet.

Dafür hat sich jedoch erwiesen, daß auch bei Fiji-Grafikkarten mit angeblich vollständigem Hardware-Lock trotzdem der Versuch einer Freischaltung lohnt – hier konnten oftmals wenigstens 3840 von maximal 4096 Shader-Einheiten freigeschaltet werden. Dies ist der momentan a häufigsten eingesetzte und auch erfolgreiche Freischaltversuch – die Variante, eine Radeon R9 Fury gleich auf die vollen 4096 Shader-Einheiten zu bringen, ist dagegen deutlich seltener. Der Performancegewinn beider Maßnahmen ist natürlich begrenzt (grob +3%) – und dies schon allein deswegen begründet, weil zwischen Radeon R9 Fury und Fury X selbst im Auslieferungszustand schon nur recht wenig Performance-Differenz liegen. Aber bei solchen Aktionen geht es dann meistens auch weniger um den wirklichen Performancegewinn als denn eher um den psychologischen Effekt, eine freigeschaltete Karte zu besitzen. Unterhalb von gewisser Erfahrung mit dem Flashen eines Grafikkarten-BIOS sollte man allerdings nicht anfangen, die Verfügbarkeit eines echten Hardware-Experten (zur Notrettung) wäre zudem anzuraten, da einige User es teilweise beim Flash-Versuch fertiggebracht haben, ihre Karte (glücklicherweise doch rettbar) totzuflashen.

Die ComputerBase hat sich verschiedene populäre Online-Spiele unter UltraHD angesehen. Hierzu hat man allerdings nicht die Online-Parts von aktuellen AAA-Titeln hinzugezogen, sondern sich auf lange laufenden reine Online-Spiele konzentriert, welche dafür allerdings in der Regel die viel größeren Nutzergemeinden haben: Counter-Strike: Global Offensive, Diablo 3, Dota 2, Heroes of the Storm, Leagues of Legends, Warframe, World of Tanks und World of WarCraft. Gemeinsam sind dieser Spieleklasse in aller Regel auch die meistens wesentlich niedrigen Hardware-Anforderungen – womit UltraHD mit Enthusiasten-Grafikkarten nirgendwo in fps-Problemen resultiert, meistens auch "einfache" HighEnd-Grafikkarten noch hochklassige Frameraten bieten und bessere Midrange-Modelle zumeist noch im gut spielbaren Bereich herauskommen. In der Summe der Dinge performen diese weniger anspruchsvollen Spiele nahezu genauso wie die ansonsten üblichen Benchmark-Titel – die Tendenzen der einzelnen Grafikkarten sind doch recht ähnlich gegenüber einem allgemeinen Performance-Vergleich von HighEnd- und Enthusiasten-Grafikkarten, vielleicht mit leichtem Vorteil der nVidia-Modelle bei diesen weniger anspruchsvollen Online-Spielen.

Fudzilla vermelden ein Spielebundle für AMD-CPUs- & APUs – welches allerdings anscheinend derzeit nur in den USA angeboten wird, es gibt hierzu bislang noch keine deutschsprachigen Wortmeldungen. In den USA bietet AMD neuen Käufern seiner Desktop- und Mobile-Prozesssoren bei ausgewählten Modellen, Geräten und Händlern die bekannten Spielecoupons an, mittels welchem sich dann eines von bis zu 8 Spielen zum kostenlosen Download auswählen läßt. Die hierbei offerierte Spieleliste erinnert stark an die Titel von AMDs letztem Spielebundle für Grafikkarten – entweder entledigt sich AMD mit dieser Aktion noch überzähliger Spielelizenzen oder aber hat mit den entsprechenden Spielepublishern besonders gute Konditionen aushandeln können. In jedem Fall fehlt AMD zuletzt ein entsprechend schlagkräftiges Spielebundle im Grafikkarten-Geschäft – nachdem man dieses Feld in jüngerer Vergangenheit erfolgreich neu aufgerollt hatte, kommt nun erstaunlicherweise nichts mehr nach, obwohl nVidia nach wie vor seine eigenen Spielebundles auflegt.

Der Fall "Landesverrat" scheint mit der Einstellung der Ermittlungen pro Forma beendet – auch wenn für die einen die Konsequenzen mit der Abberufung des Generalbundesanwalts zu kurz kommen und die anderen sich noch an einer offenen Recherche zu den Hintergründen versuchen. Pro Forma endet die Affäre auch mit einem großartigen Sieg von Netzpolitik.org, denn letztlich sind die Verantwortlichen vergleichsweise schnell eingeknickt bzw. haben ein Bauernopfer präsentiert. Zugleich ist die Unterstützung für Netzpolitik.org nach anfänglichem Zögern der Mainstream-Presse sehr gut angelaufen und dürfte zudem auch durch den Popularitätsschub für die Webseite deren langfristiges wirtschaftliches Überleben sichern helfen. Trotzdem muß klar sein, daß Vater Staat im Sinne der Einschüchterung von Journalisten und Informanten durchaus einen Teilerfolg erringen konnte, da die wenigsten Internet-Magazine in derselben Preisklasse wie Netzpolitik.org unterwegs sind. Andere aktuelle Fälle zeigen zudem, daß sobald auch nur ein Fetzchen dafür passendes Gesetzeswerk existiert, einem Veröffentlichungsverbot von Leaks in Deutschland weiterhin Tür und Tor geöffnet sind.

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Wie ist der Ersteindruck zu Intels Skylake?

Alle Entscheidungsgrundlagen zur dieser Frage findet man in der Launch-Analyse zu Intels Skylake-Architektur sowie natürlich im entsprechenden Diskussions-Thread zum Launch.

Positiver Ersteindruck, bin aber schon mit gleichwertigem oder besserem eingedeckt.
5% (101 Stimmen)
Positiver Ersteindruck, könnte interessant werden für eine Neuanschaffung.
17% (316 Stimmen)
Positiver Ersteindruck, aber preislich außerhalb meiner Interessenlage.
3% (57 Stimmen)
Durchschnittlicher Ersteindruck, primär fehlt ein höheres Performance-Plus.
29% (544 Stimmen)
Durchschnittlicher Ersteindruck, primär stört die nicht bessere Overclocking-Eignung.
3% (50 Stimmen)
Durchschnittlicher Ersteindruck, primär aus anderem Grund.
1% (20 Stimmen)
Durchschnittlicher Ersteindruck, in der Summe der Eigenschaften kein klarer Fortschritt.
16% (295 Stimmen)
Negativer Ersteindruck, primär fehlt ein höheres Performance-Plus.
13% (252 Stimmen)
Negativer Ersteindruck, primär stört die nicht bessere Overclocking-Eignung.
1% (13 Stimmen)
Negativer Ersteindruck, primär aus anderem Grund.
1% (20 Stimmen)
Negativer Ersteindruck, in der Summe der Eigenschaften kein klarer Fortschritt.
12% (234 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 1902
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Performance-Überblick Intel-Prozessorenarchitekturen von Core 2 zu Skylake

Nicht unähnlich dem Performance-Vergleich der aktuellen HighEnd/Enthusiasten-Grafikkarten kann man aufgrund der vorliegenen Performance-Resultate nach dem Launch von Intels Skylake-Architektur auch einen entsprechenden Performance-Vergleich auf Prozessoren-Seite aufstellen. Interessant ist hierbei insbesondere ein (viel) größeres Bild, sprich das Blick zurück zu früheren Intel-Architekturen – resultierend aus dem Umstand, daß die Performancegewinne der neueren Intel-Architekturen zu gering sind und daher kaum jemand direkt von Haswell auf Skylake wechseln dürfte. Zugleich ermöglicht ein solcher Performance-Überblick auch, die Prozessoren aus verschiedenen Intel-Generationen zusätzlich auch auf ihren typischen Overclocking-Frequenzen zu listen – ein oft geforderter Vergleich, denn viele Nutzer wollen schlicht nur wissen, ob der "alte" Sandy-Bridge-Prozessor heutzutage wirklich schon geschlagen ist, wenn man selbigen unter guter Übertaktung laufen läßt.

Hierfür wurden die bekannten Pro-MHz-Gewinne in Zusammenhang mit den Takt- und Turbofrequenzen der jeweiligen Topmodelle (außerhalb von E-Prozessoren bzw. früher den XE-Modellen) gebracht – wobei hier und da noch ein paar Detailtweaks in die Rechnung einfloßen. Das Ergebnis ist damit keine Übersicht direkter Performance-Messungen, denn solche existieren in dieser Tiefe (bezogen auf das Alter mancher Prozessoren) und zudem der nötigen Benchmarkanzahl (zur Errechnung eines soliden Durchschnitts) leider nicht. Das allermeiste wurde aus bekannten Pro-MHz-Differenzen zwischen den einzelnen Intel-Architekturen interpoliert – und ist demzufolge in gewissem Maßstab fehleranfällig, 1-2 Prozentpunkte sollte man der Sache in jedem Fall Spielraum geben. Andererseits stimmen die Aussagen des nachfolgenden Performance-Überblicks grundsätzlich gesehen, wenn man jenen mit den (echten) Performance-Messungen zum Skylake-Launch vergleicht:

Auf den ersten Blick erkenntlich ist hier das, was derzeit allgemein bemängelt wird: Die Performance- und Overclocking-Gewinne sind bei den Intel-Architekturen zuletzt derart klein geworden, daß insbesondere übertaktete Prozessoren älterer Intel-Architekturen immer noch oben mitspielen können – nicht auf Spitzenplätzen, aber in Schlagdistanz zur Leistungsspitze. Nirgendwo besser ist dies bei den Vierkernern mit HyperThreading unter Overclocking zu sehen: Da erreicht Skylakes Core i7-6700K gerade einmal einen Performance-Index von 119% – und bis zurück zur Sandy-Bridge-Architektur liegen alle Vierkerner mit HyperThreading unter Übertaktung in einem Korridor von maximal 20 Prozentpunkten Differenz dazu. Die Sandy-Bridge-Architektur ist unter Übertaktung sogar so stark, daß man immer noch schneller oder zumindest gleich schnell war wie die neueren Intel-Architekturen ohne Übertaktung – erst mit Skylake hat Intel diese Regel durchbrochen, der Core i7-6700K ist auf Referenztakt schon (etwas) schneller als ein Core i7-2600K oder -2700K unter guter Übertaktung.

Große Unterschiede ergeben sich hier aber immer noch nicht – wer auf einem Intel-Prozessor ab der Sandy-Bridge-Generation unterwegs ist, braucht Skylake eigentlich nicht wirklich, der dadurch erreichbare Performancegewinn liegt zumeist in einem uninteressanten Bereich. Die einzigen wirklich beachtbaren Unterschiede ergeben sich zu Prozessoren der Nehalem- und Core-2-Architekturen – und natürlich zu AMDs FX-Prozessoren, welche vom (insgesamten, nicht taktnormierten) Leistungsniveau her grob zwischen Nehalem und Sandy Bridge rangieren. Diesen gegenüber hat Intel inzwischen erhebliche Performancevorteile erreicht – gerade gerechnet einmal auf den originalen Core 2 Quad Q6600, welcher auf Referenztaktraten von einem Core i7-6700K mit dem Faktor 3,5 überboten wird, unter Übertaktung (nur für den Core 2) immer noch um den Faktor 2,7. Gerade letzteres ist ein wichtiger Punkt, denn die Core-2-Prozessoren kamen lange Zeit dank deren riesiger Overclocking-Reserven noch gut mit – nun ist jedoch das Ende dieser Möglichkeiten erreicht, unter heutigen Anwendungen haben selbst auf 4 GHz laufende Core 2 Quad Prozessoren nur noch schlechte Karten.

In der Summe der Dinge läßt sich somit eine klare Empfehlung aussprechen: Alles ab einem Sandy-Bridge-Prozessor ist derzeit noch gut konkurrenzfähig und muß nicht wirklich ersetzt werden. Ob man es mit HyperThreading oder/und mit Übertaktung betrachtet, ändert nichts an dieer Einschätzung: In jeder einzelnen Wertung liegt Skylake weniger als 40% entfernt, unter Übertaktung sind es dann meist weniger als 20% Differenz – zu wenig für einen Umbau des kompletten Grundsystems aus CPU, Mainboard und Speicher. Klar ersatzfähig sind dagegen alle Systeme mit Core-2- oder Nehalem-Architektur – sowie alle AMD-Prozessoren außer dem FX-9590, welcher aufgrund seiner hohen Taktraten noch halbwegs auf Ivy-Bridge-Niveau kommt.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 5./6./7. August 2015

Notebookcheck berichten über eine kommende GeForce GTX 990M, welche zwar weiterhin auf Basis des GM204-Chips ins Notebook-Segment gehen soll, dafür aber eine variable TDP von 100 bis 200 Watt besitzen wird. Auch wird das ganze nicht mehr als (austauschbares) MXM-Modul angeboten, sondern muß direkt auf die Platine verlötet werden – was insgesamt gesehen nach Sonderlösung für wenige extraordinäre Spitzen-Notebooks schreit. Mittels der variablen TDP wäre im Zweifelsfall auch eine Performance wie bei der Desktop-Grafikkarte GeForce GTX 980 möglich, welche ihrerseits im Spieleeinsatz auf eine reale Stromaufnahme von 174 Watt kommt – zumindest wenn die Notebook-Kühlung auf ihrem begrenzten Platz eine solch hohe Verlustleistung auch sicher abtransportieren kann. Passend hierzu vermeldet die PC Games Hardware zukünftige Mobile-Prozessoren auf Skylake-Basis mit freiem Multiplikator, womit dann auch heftiges CPU-Overclocking im Notebook möglich wäre. Beide Möglichkeiten zusammen in einem Notebook dürften (technologisch) hochinteressant werden, dafür aber womöglich sogar ein (besser externes) Netzteil der 400-Watt-Klasse bedingen.

Beim chinesischen Expreview (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) ist ein Vorabtest zu einer "PowerColor Devil Radeon R9 370X 2GB" aufgetaucht – auf Basis derselben Karte im übrigen, welche für die kürzlichen GPU-Z-Screenshots benutzt wurde. Da nun auch die Verpackung gezeigt wurde, erscheint (für den Augenblick) als klar, daß AMD die Karte tatsächlich als "Radeon R9 370X" und damit Teil der "R9"-Serie in den Handel gehen läßt – im Gegensatz zur Chip-gleichen Radeon R7 370, welche unter dem "R7"-Siegel läuft. Die wenigen getätigten 3DMark-Benchmarks haben aufgrund der recht starken ab-Werk-Übertaktung der benutzten PowerColor-Karte leider kaum eine Aussagekraft. Offen bleibt daher weiterhin, zu welchen Referenz-Taktraten die Radeon R9 370X daherkommt: Die 1180 MHz Chiptakt der getesteten PowerColor-Karte erscheinen diesbezüglich als sehr hoch (gegenüber dem default-Chiptakt der Radeon R9 290X von 1050 MHz) – andererseits gab es auch bei der Radeon R9 270X schon derart hohe ab-Werk-Übertaktungen, könnten am Ende Radeon R9 270X und 370X sogar taktgleich herauskommen.

Nochmals Expreview (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) zeigen einen GPU-Z-Screenshot zur GeForce GTX 950, welcher die bisher schon bekannten Spezifikationen zur nächsten Mainstream-Lösung von nVidia bestätigt: 768 Shader-Einheiten und 32 ROPs an einem 128 Bit DDR Speicherinterface. GPU-Z liest zwar fälschlicherwese 64 Textureneinheiten aus, aber angesichts der Verwendung des bekannten GM206-Chips werden es nur 48 TMUs sein können. Die Taktraten wurden übertüncht, anhand der von GPU-Z errechneten Rohleistungen sollten es 1200/3500 MHz gewesen sein – wobei nicht klar ist, ob dies der nVidia-default oder aber der Wert einer Herstellerkarte sein soll. Auf 1200 MHz wären dies etwas mehr Chiptakt als bei der GeForce GTX 960, welche offiziell mit 1127/1178/3500 MHz antritt, allerdings in der Praxis gern mit weit höheren Boosttaktraten operiert. Ob dies bei der GeForce GTX 950 ähnlich läuft, wird man sehen müssen – die Karte soll schon am 17. August offiziell vorgestellt werden.

Gemäß WinFuture planen die Hersteller von Flashspeicher-Chips derzeit nicht, unterhalb der 15nm-Fertigung zu gehen, teilweise wurden entsprechende Projekte sogar abgebrochen. Dem weiteren Fortschritt bei Flashspeichern und den darauf basierenden SSDs wird dies allerdings nicht behindern, jener geht derzeit über 3D-Flashspeicher mit mehreren Silizium-Layern nahezu ungebremst weiter. Trotzdem darf man diese Meldung als deutlichen Hinweis darauf ansehen, daß die Chipfertigungs-Technologie an ihre Grenzen stößt – und zwar zuerst aus wirtschaftlicher Sicht, weniger aus technologischer Sicht. Dies äußert sich dann zuerst bei solcherart Produkten wie eben Flashspeichern, die einzeln gesehen nichts kosten dürfen – während der Stückpreis von CPUs und GPUs viel höher liegt, so daß sich die hohen Investitionen in neue Fertigungsanlagen für jene noch lohnen. Irgendwann kann aber auch für diese Chips der Punkt kommen, daß neue Fertigungsverfahren nicht mehr wirtschaftlich sind, obwohl sie technologisch durchaus realisierbar wären. Zumindest Silizium-basierte Chips gehen sichtbar dem Ende des erreichbaren Fortschritts entgegen – mit noch einigem Platz für zukünftige Verbesserungen sicherlich, aber keiner wirklich langfristigen Roadmap. Gebraucht wird daher in absehbarer Zukunft irgendein Chipfertigungs-Quantensprung, welcher vor allem der Wirtschaftlichkeit zugute kommen muß.

Der Spiegel berichtet über neue Sicherheitslücken von Android: Eingescannte Fingerabdrücke können mangels wirksamer Verschlüsselung durch beliebige Apps ausgelesen und kopiert werden, womit dann natürlich auch das Überlisten solcherart "Sicherheitsmaßnahmen" grundsätzlich ermöglicht wird. Im eigentlichen weist dieser Vorfall aber auch nur darauf hin, das biometrische Maßnahmen ein Irrweg in Sicherheitsfragen sind – die dafür benötigten "Passwörter" tragen wir jederzeit öffentlich und nahezu unbemerkt abgreifbar mit uns herum. Das ganze konnte als Idee nur funktionieren, weil es in früheren Jahren eher unwahrscheinlich war, unbemerkt Fingerabdruck-Scans oder gar Gesichtsscans anzufertigen – einfach ein paar Jahre in die Zukunft gedacht wird klar, daß die Sicherheit solcherart Informationen eine blanke Illusion darstellt. Für den normalen Anwendungszweck ist womöglich das gute alte Passwort die immer noch beste Sicherheitsmaßnahme – sofern natürlich mit entsprechender Stärke gewählt.

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Neuer Artikel: Launch-Analyse Intel Skylake

Mit dem 5. August 2015 stellt Intel endlich wieder einmal eine neue CPU-Architektur vor, welche auch dem Desktop-User zugute kommt: Skylake. Nach dem faktischen Rückzug der Broadwell-Architektur auf Nischen- und Mobile-Bedürfnisse ist dies nach der immerhin schon zwei Jahre alten Haswell-Architektur endlich wieder einmal etwas neues für den geneigten Desktop-User. Neben der neuen CPU-Architektur bietet Intel auch eine neue Generation an integrierter Grafiklösungen an, zudem kommt Skylake mit einem neuen, eigenen Ökosystem aus neuem Sockel, neuen Mainboard-Chipsätzen und neuem Speicher in Form von DDR4 daher. Wir werden uns nachfolgend ansehen, wo die technischen Änderungen von Skylake liegen und wie die verschiedenen Hardwaretests die Performance der vorgestellten zwei K-Modelle von Skylake bewertet haben ... zum Artikel.

Pro-MHz-Gewinn höchste Taktraten üblicher OC-Takt
Core 2   (2007, 65nm) - 2.66 GHz ~3.2 GHz
Core 2 Refresh   (2008, 45nm) +9% 3.0 GHz ~4.0 GHz
Nehalem   (2008, 45nm) +31% 3.2/3.46 GHz ~3.8 GHz
Sandy Bridge   (2011, 32nm) +15% 3.5/3.9 GHz ~4.5 GHz
Ivy Bridge   (2012, 22nm) +6% 3.5/3.9 GHz ~4.5 GHz
Haswell   (2013, 22nm) +8% 3.5/3.9 GHz ~4.3 GHz
Haswell-Refresh   (2014, 22nm) - 4.0/4.4 GHz ~4.7 GHz
Broadwell   (2015, 14nm) ~5% 3.3/3.7 GHz ~4.2 GHz
Skylake   (2015, 14nm) +8% (zu Haswell) 4.0/4.2 GHz ~4.6 GHz
Um einen fairen Vergleich mit der heutigen Situation zu gewährleisten, wo die Enthusiasten-Modelle in die "E-Architekturen" ausgegliedert sind, wurden bei der Angabe zur höchsten Taktrate bei Core 2 und Nehalem nur Prozessoren-Modelle des Mainstream-Bereichs mit Preispunkten bis maximal 500 Euro berücksichtigt. Zudem wurden überall natürlich allein auf die Werte von Vierkern-Modellen gesetzt (auch beim Pro-MHz-Gewinn, welcher für MultiThreading gedacht ist).
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Die Systemanforderungen zu Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

Spieleentwickler und -publisher Konami hat die PC-Systemanforderungen für das auf den 1. September vorgezogene "Metal Gear Solid V: The Phantom Pain" bekanntgegeben. Wie heutzutage üblich werden ein 64bittiges Windows sowie eine DirectX-11-Grafikkarte zwingend vorgeschrieben. Zudem betont das Spiel die Nutzung von Vierkern-Prozessoren und Grafikkarten mit mindestens 2 GB Speicher sogar als Mindestanforderung. Zwar dürfte sich das Spiel auch unterhalb dieser Hardware starten lassen, aber einen wirklich flüssigen Spielgenuß sollte man dann nicht erwarten können.

Bei den Prozessoren-Anforderungen verzichtet man komplett auf Angaben zu möglichen AMD-Prozessoren und nennt als Minimum allein einen Core i5-4460 – einen recht modernen Intel-Vierkerner aus immerhin der Haswell-Generation. Gilt diese Mindestanforderung auch in der Praxis, werden damit eine Vielzahl älterer Intel-Prozessoren sowieo auch die allermeisten AMD-Prozessoren ausgeschlossen. Als Empfehlung wird hingegen ein Core i7-4790 notiert – nahezu ein Spitzenmodell mit vier Rechenkernen samt HyperThreading. Beide Angaben deuten auf einigen CPU-Hunger des Spiels hin, sowieso sogar auf eine Ausnutzung von HyperThreading trotz vier physikalischen Rechenkernen – was in der Praxis noch zu belegen sein wird.

Bei den Grafikkarten-Anforderungen verzichtet man (in diesem Fall unverständlicherweise) erneut auf AMD-Angaben – möglicherweise auch als Teil des Deals mit nVidia zu deren aktuellen Spielebundle. Anwender-unfreundlich bleibt das Weglassen dieser wichtigen Angaben aber trotzdem, solcherart wettbewerbsverhindernde Maßnahmen sollten niemals Teil eines Deals über Spielebundles sein. Als Minimum wird eine GeForce GTX 650 (Perf.Index 170%) mit 2 GB Speicher genannt – auf AMD-Seite sollte hier eine Radeon HD 7790 (Perf.Index 185%), Radeon R7 260X (Perf.Index 200%) oder Radeon R7 360 (Perf.Index 185%) pro Forma gleichwertig sein. Empfohlen wird hingegen eine GeForce GTX 760 (Perf.Index 310%) – auf AMD-Seite sollte hierfür eine Radeon HD 7950 (Perf.Index 300%), Radeon R9 280 (Perf.Index 330%) oder Radeon R9 380 (Perf.Index 350%) genügen.

minimale Anforderungen empfohlene Anforderungen
Betriebssystem Windows Vista, 7, 8, 8.1 & 10 64-Bit  (Windows Vista & 10 nicht offiziell erwähnt)
Prozessor ?
Intel Core i5-4460 (4C, 3.2/3.4 GHz)
?
Intel Core i7-4790 (4C+HT, 3.6/4.0 GHz)
RAM 4 GB 8 GB
DirectX DirectX 11.0
Grafikkarte ?
nVidia GeForce GTX 650
?
nVidia GeForce GTX 760
VRAM 2 GB (schon als Minimum)
HDD 28 GB freier Festplattenspeicherplatz
Dienste keine
Speichermengen sowie Anzahl an CPU-Rechenkernen werden in aller Regel nicht zwingend vorausgesetzt

In der Summe der Dinge erscheint "Metal Gear Solid V: The Phantom Pain" als typisches NextGen-Spiel mit durchaus hohen, wenngleich nicht übertriebenen Hardware-Anforderungen – Vierkerner und eine 2-GB-Grafikkarte als Minimum haben schon etwas für sich. Zudem deutet der große Sprung zwischen Minimum und Empfehlung bei den Grafikkarten-Anforderungen (+82%) auf ein Spiel hin, welches gut mit der zur Verfügung stehenden Grafikkartenpower skaliert – was dann auch bedeuten mag, daß Nutzer höherer Auflösungen oder von Downsampling Anti-Aliaing ganz schnell noch mehr Grafikkartenpower benötigen werden. Diese Reserven mögen bei heutigen Enthusiasten-Grafikkarten – ausgehend von "nur" einer GeForce GTX 760 als Empfehlung – wohl vorhanden sein, genaueres müssen dann die (sicherlich kommenden) Performancetests zum Spiel ergeben.

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