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AMD hat bereits "Zen 2" und "Zen 3" auf der langfristigen Roadmap

In der Investoren-Besprechung zu AMDs Quartalszahlen hat AMD-CEO Lisa Su sich auch zur langfristigen Zen-Roadmap geäußert – welche zwei weitere Ausbaustufen der Zen-Architektur enthält, von AMD sogar in dieser Form als "Zen 2" sowie "Zen 3" direkt genannt ("we have a multi-generational roadmap that we are working on, including sort of the Zen 2 and the Zen 3 follow on"). Einen exakten Zeitplan dafür gab es leider nicht – so das nicht ganz klar ist, ob "Zen 2" nicht eventuell dasselbe ist, was mittels "Zen+" bereits auf früheren AMD-Roadmaps steht. Allerdings ist es durchaus wahrscheinlich, das man jene Frage in genau dieser Form auflösen kann – anfänglich hat AMD halt nur mit einer verbesserten Zen-Variante geplant, nach der sich abzeichnenden Schlagkraft der Zen-basierten Prozessoren soll es nunmehr (mindestens) zwei verbesserte Zen-Varianten geben.

Je nachdem wie gut die Zen-Architektur sich in der Praxis und vor allem in der mittleren Zukunft schlägt, könnte AMD jene natürlich auch über diesen Zeitpunkt hinaus weiterbenutzen – dies dürften dann allerdings Planungen sein, welche kaum mehr als Ideenstatus haben. Für den Augenblick ist es die wahrscheinlichste Annahme, das "Zen 2" in der 7nm-Fertigung im Jahr 2019 antritt, "Zen 3" dann 2-3 Jahre später in vermutlich wiederum einer neueren Fertigungstechnologie nachfolgen soll. Neben dem jeweils neuen Fertigungsverfahren sind zudem bei beiden Zen-Ausbaustufen gewisse Architektur-Verbesserungen und Tweaks zu erwarten, ähnlich wie dies AMD bei der vorherigenden Bulldozer-Architektur mittels der drei Ausbaustufen "Piledriver", "Steamroller" und "Excavator" bereits so praktiziert hatte.

Zen Zen 2 Zen 3
frühere Bezeichnung - wahrsch. "Zen+" -
Erscheinungsjahr Anfang 2017 geplant 2019 möglw. 2021/2022
Fertigungsverfahren 14nm 7nm möglw. 3.5nm
Codenamen CPU: Summit Ridge
APU: Raven Ridge
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Markennamen Desktop-CPU: Ryzen
Server-CPU: Naples
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Consumer-Sockel Sockel AM4 wahrsch. Sockel AM4 ?

Letztlich verfolgt Intel auch kein wirklich abweichendes System, dort bastelt man seit Jahren auch nur an eigentlichen Ausbaustufen der ursprünglichen Nehalem-Architektur herum – richtig abweichend von Nehalem sind die nachfolgenden "Sandy Bridge", "Ivy Bridge", "Haswell", "Broadwell", "Skylake" und "Kaby Lake" schließlich nicht. Intel war einfach nur marketingtechnisch cleverer, dem ganze immer einen eigenen Architektur-Namen mitzugeben – neue Architekture sind dies aber mitnichten, sondern nur neue Generationen. AMD sollte eventuell überlegen, selber auch den Sprung auf "Zen 2" und "Zen 3" marketingtechnisch ähnlich clever zu lösen, denn die Vermarktung als "neue Architektur" zieht einfach immer etwas besser als nur "neue Ausbaustufe".

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Hardware- und Nachrichten-Links des 2. Februar 2017

Leider nur Fake sind die von WCCF Tech verbreiteten angeblichen Ryzen-Benchmarks unter Ashes of the Singularity – einmal abgesehen davon, das einzelne AotS-Benchmarks sich immer nur schwierigstmöglich vergleichen lassen, hier sowieso kein Informationsgewinn herausziehbar wäre. Aber am Ende ist das ganze nur ein kleiner Trollversuch, denn der betreffende Nutzer der AotS-Benchmarkdatenbank besitzt eigentlich einen Core i7-6900K (und keinen Ryzen-Prozessor). Zudem ist es auch sehr einfach, solcherart Fälschungen in dieser Benchmarkdatenbank zu erstellen, dies geht mit Boardmitteln aktueller Browser in Sekundenschnelle (Beispiel #1 und Beispiel #2). Leider bleibt es damit in der Frage der vorhandenen Ryzen-Benchmarks bei den AMD-eigenen Demos mit natürlich handverlesenen Werten sowie den Benchmarks eines Ryzen Engineering Samples seitens Canard PC – wobei letztere durchaus stimmig erscheinen, derzeit aber auch die einzige sinnvolle Datenquelle zur Ryzen-Performance darstellen. Jene sind dann auch der Ursprung der neuen Performance-Abschätzung zu Ryzen – welcher einfach nur eine Interpolation der Benchmarkwerte von Canard PC in Richtung der neuen Sample-Taktraten zu Grunde liegt.

Vorgestern schon verlinkt, wäre noch auf eine interessante Meldung der ComputerBase bezüglich der Server-Prozessoren von Intels Skylake-EP Xeon-Serie hinzuweisen: Jene sollen nun nicht mehr mit 256 kByte Level2-Cache pro CPU-Kern sowie 2,5 MB Level3-Cache pro CPU-Kern antreten – sondern gleich mit satten 1 MB Level2-Cache pro CPU-Kern bei gleichzeitig aber nur noch 1,375 MB Level3-Cache pro CPU-Kern. Die Cache-Menge pro CPU-Kern bleibt nominell ähnlich – vorausgesetzt natürlich, das die Cache-Struktur dann nicht mehr "inklusiv" ist, sprich die Daten des Level2-Caches nicht mehr ebenfalls noch im Level3-Cache vorliegen müssen. Am Ende gibt es also keine größere Caches, sondern letztlich schnellere – indem der Anteil des (deutlich) besser angebundenen Level2-Caches größer wird gegenüber dem Anteil des Level3-Caches. Für Intel ist dies eine sehr bedeutsame Änderung, denn an der Größe des Level2-Caches hat man seit der Nehalem-Architektur (ebenfalls 256 kByte pro CPU-Kern) nichts mehr getan. Hier sind durchaus verzögert einsetzende Auswirkungen bis zu den Consumer-Prozessoren zu erwarten – wobei jene nicht zwingend alle diese Änderungen mitmachen müssen, dies bliebe abzuwarten.

Eine erste Auswirkung auf den Consumer-Bereich steht dann jedoch schon bei den im Herbst 2017 zu erwartenden "Skylake-X" Prozessoren an: Bei jenen gibt es laut Intel-Unterlagen auch schon jenes neue Modell mit "nur" 1,375 MB Level3-Cache pro CPU-Kern – im Gegensatz zu Broadwell-E mit wie bekannt 2,5 MB Level3-Cache pro CPU-Kern. Demzufolge kann man mit hoher Sicherheit annehmen, das auch schon Skylake-X dann den vervierfachten Level2-Cache von 1 MB pro CPU-Kern mitbringen wird. Dieser bislang nicht beachtete Punkt zu Skylake-X könnte potentiell noch interessant werden, denn außerhalb von Server-Anwendungen sind vor allem Spiele dafür bekannt, gut auf große und schnell angebundene Caches zu reagieren. Wenn Intel dann auch noch die Taktratenkeule bei Skylake-X auspackt, könnten sich diese Enthusiasten-Prozessoren vielleicht sogar auch im Spielebereich wenigstens beachtbar von Intels regulären Consumer-Prozessoren (gegenüber deren gewöhnlich höheren Taktraten) absetzen.

Nochmals die ComputerBase berichtet über einen technischen Fortschritt bei LCD-Planels, welche mittels der Blauphasen-Technik nicht mehr wie bisher drei Subpixel zur Anzeige eines Pixels benötigen, sondern alle Farben aus einem einzigen Subpixel generieren können. Damit werden grob gesprochen aus früheren Subpixeln nunmehr echte Pixel – und die Pixeldichte steigt umgehend um den Faktor 3. Clou der Lösung ist, das hier nur eine andere Ansteuerung der Subpixel vonnöten ist, die höhere Pixeldichte faktisch schließlich schon da ist (und nicht erst in der Praxis erreicht werden muß). Sollte diese Blauphasen-Technik Produktionsreife erlangen können (ein Prototyp ist für 2018 geplant), sind bei den Fernsehern und Monitoren der kommenden Dekade erhebliche Pixeldichten-Verbesserungen möglich, ohne dafür die Kostenlage gleich extrem hochzutreiben zu müssen – eine spannende Entwicklung, auch wenn jene gerade erst einmal aus dem Forschungsstadium heraus ist.

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Neue Ryzen-Takraten ergeben aktualisiertes Ryzen-Portfolio samt neuer Performance-Abschätzung

Die schon erwähnte Meldung von Videocardz mit deren Richtigstellung zur Existenz von Ryzen-Sechskernern enthält auch eine Liste an aktuellen Ryzen-Samples – zwei Achtkerner und einen Sechskerner. Interessant sind hierbei vor allem die Taktraten, welche mit bis zu 3.6/4.0 GHz klar oberhalb der früherer Samples (3.15/3.5 GHz) liegen und damit andeuten, das dies durchaus schon die Release-Taktraten sein könnten. Im Fall des Falles dürfte AMD eher noch etwas höher hinausgehen, aber kaum unterhalb der genannten Taktraten landen. Noch höhere Taktraten wollen wir zu diesem Zeitpunkt aber (besser) nicht annehmen, und daher lieber mit diesen dargereichten Taktraten jener aktuellen Ryzen-Samples arbeiten:

Die ermittelten Taktraten dieser Ryzen-Samples passen halbwegs auf den in der Modellnummer angegebenen Basistakt, werden aber augenscheinlich nur entweder ungenau ausgemessen oder schwanken eventuell auch je nach Mainboard und der Genauigkeit des konkret anliegenden Bustakts. In allen Fällen scheinen in der Modellnummer jedoch die Taktraten für Basetakt und maximalen Turbo-Modus notiert zu sein, woraus sich die nominellen Taktraten dieser Prozessoren ergeben: Ein Sechskerner mit 3.3/3.7 GHz, ein Achtkerner mit 3.4/3.8 GHz und ein weiterer Achtkerner mit 3.6/4.0 GHz. Zusammengesetzt mit den zuletzt erworbenen "Halb-Informationen" zum Ryzen-Portfolio bzw. den technisch möglichen Ryzen-Modellen ergibt sich somit folgende aktualisierte Aufstellung des vermutlichen Ryzen-Portfolios:

Technik unlocked TDP Linie Intel-Kontrahent
Ryzen SKU #1 8 CPU-Kerne + SMT, 16 MB L3, 3.6/4.0 GHz 105W SR7 "Broadwell-E" Core i7-6900K (999$)
Ryzen SKU #2 8 CPU-Kerne + SMT, 16 MB L3, 3.4/3.8 GHz 95W SR7 "Broadwell-E" Core i7-6800K bzw. 6850K (412$ bzw. 587$)
Ryzen SKU #3 6 CPU-Kerne + SMT, 16 MB L3, 3.3/3.7 GHz 95W SR5 "Kaby Lake" Core i7-7700 bzw. 7700K (303$ bzw. 339$)
Ryzen SKU #4 4 CPU-Kerne + SMT, 8 MB L3 65W SR3 "Kaby Lake" Core i5-7400 bis 7600K (182$ bis 242$)
Ryzen SKU #5 4 CPU-Kerne, SMT deaktiviert, 8 MB L3 65W SR3 "Kaby Lake" Core i3-7100 bis 7350K (117$ bis 168$)
Alle Aussagen dieser Tabelle sind rein spekulativ.

Bei diesem würde allerhöchstens der vergleichsweise kleine Abstand zwischen den beiden Achtkerner überraschen – aber auch hierfür gibt es schon einen (spekulativen) Erklärungsansatz: Das Ryzen-Spitzenmodell könnte (vorerst) der einzige AMD-Prozessor mit aktivem "Extended Frequency Range" (EFR) sein, wo sich also der Prozessor vollautomatisch und anhand seiner aktuellen Temperaturwerte auch oberhalb der nominellen Turbo-Taktraten übertaktet. Bei entsprechend guter Kühlung kann dies dem Effekt einer ganz regulären Übertaktung (um immerhin einige hundert Megahertz) nahekommen – und AMD natürlich enorm weiterhelfen, um Benchmarks gerade im default-Zustand der Prozessoren zu gewinnen. Der vergleichsweise geringe Taktraten-Unterschied zwischen den beiden Achtkernern wäre in jedem Fall durch EFR sehr gut erklärbar – wie AMD dies letztlich handelt, bliebe natürlich abzuwarten.

Basierend auf diesen neuen Sample-Taktraten und ausgehend von den früheren Workstation-Benchmarks eines Ryzen Engineering Samples (mit 3.15/3.5 GHz) seitens Canard PC haben wir nachfolgend noch eine aktualisierte Schätzung der Ryzen-Performance auf diesen neuen Taktraten erstellt. Hierbei handelt es sich natürlich um eine sicherlich fehlbare Ausarbeitung – es geht nur darum, die grundsätzliche Richtung aufzuzeigen, welche sich aus diesen früheren Benchmarks samt der neuen Taktraten ergibt. Zudem konnten bei dieser Schätzung gleich zwei Effekte nicht mit eingerechnet werden (abgesehen von eventuell anderen Taktraten der finalen Ryzen-Modelle): Erstens einmal ist das Benchmark-Set derzeit natürlich ohne jede Zen-Optimierungen unterwegs – doch unter manchen Benchmarks könnte Ryzen mit entsprechenden Optimierungen durchaus noch einiges hinzugewinnen. Und zweitens ist der mögliche Effekt des vorgenannten EFR-Features natürlich noch nicht enthalten, da derzeit vollkommen unkalkulierbar.

In gewissem Sinne handelt es sich hierbei also eher um Mindestwerte, welche AMD auf diesen Taktraten ziemlich sicher erreichen dürfte. Und aus dieser Warte betrachtet sind die wenigen Prozentpunkte Differenz, welche Ryzen hier und da noch von den Intel-Kontrahenten trennt, wirklich nicht die Welt und könnten in der Praxis schnell überwunden werden. Abzuwarten bleibt natürlich, wie sich Ryzen unter anderen Benchmark-Sets schlägt, die von Canard PC seinerzeit angesetzten Tests waren ja klar Workstation-lastig. Unter regulären Anwendungs-Benchmarks und auch unter Spielen sollten die vielen CPU-Kerne weniger durchschlagen, diese Erfahrung gibt es schließlich auch bei Broadwell-E. All dies bleibt allerdings üblicherweise im Rahmen von wenigen Prozentpunkten Differenz – und ist sicherlich nichts, was bei einer vergleichbaren Grundperformance unter hoher Last irgendwie den Ausschlag geben sollte.

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Ryzen-Modelle: Vom Einkerner bis Siebenkerner mit verschiedensten Cache-Größen ist (technisch) alles machbar

Die kürzliche Meldung über ein (angebliches) Ryzen-Portfolio ganz ohne Sechskerner hat für einigen Widerspruch gesorgt, Videocardz fassen das ganze gut zusammen. Darunter ist auch eine Meldung der finnischen Webseite iO-Tech, wonach deren Quellen die Möglichkeit zur Deaktivierung auch nur einzelner Ryzen-Kerne definitiv bestätigen – somit wären nicht nur Sechskerner, sondern eben auch alle anderen krummen Varianten möglich. Sehr interessant ist, wie AMD beispielsweise einen Sechskerner (üblicherweise) erzeugen will: Es werden nicht in einem der beiden Vierkern-Module (CCX) gleich zwei CPU-Rechenkerne deaktiviert, sondern es wird in jedem der beiden Vierkern-Module jeweils ein CPU-Kern deaktiviert. Die Richtlinie hierfür ist, das beide Vierkern-Module jeweils gleich aussehen sollen – dies gilt genauso für die 8 MB Level-Cache jedes Vierkern-Moduls, welche man entweder ganz oder zur Hälfte deaktivieren kann. Daraus würde sich regulär die Möglichkeit zu folgenden Ryzen-Modellen ergeben: 2C, 4C, 6C und 8C jeweils mit 0 MB, 8 MB oder 16 MB Level3-Cache.

Allerdings liegt jener Richtlinie zur gleichmäßigen Deaktivierung bei beiden Vierkern-Modulen eben keinerlei Zwang zugrunde, wären technisch gesehen auch Ryzen-Modelle mit 1C, 3C, 5C und 7C machbar und wahrscheinlich genauso auch die Cache-Größen 4 MB und 12 MB generell verwendbar. Diese "krummen" Konfiguationen dürfte AMD allerdings zu vermeiden versuchen, da dies eine ungleiche Last auf jedem Vierkern-Modul ergibt – bei beispielsweise nur 12 MB Level3-Cache hat das eine Vierkern-Modul nur 4 MB Level3-Cache zur Verfügung und das andere dann aber 8 MB Level3-Cache, was letzteres Vierkern-Modul natürlich (etwas) bevorteilt. In der Praxis sind sowieso maximal nur Ryzen-Varianten mit 4C, 6C und 8C sowie 8 MB oder 16 MB Level3-Cache zu erwarten. Dies bedeutet auch, das ein Ryzen-Sechskerner normalerweise gleich mit den vollen 16 MB Level3-Cache antreten sollte.

technisch mögliche Ryzen-Modelle
technisch mögliche, aber nicht sinnvolle (ungleichförmige) Modelle 1C+0MB
1C+4MB
1C+8MB
2C+4MB
2C+12MB
3C+0MB
3C+4MB
3C+8MB
3C+12MB
3C+16MB
5C+0MB
5C+4MB
5C+8MB
5C+12MB
5C+16MB
4C+4MB
4C+12MB
6C+4MB
6C+12MB
7C+0MB
7C+4MB
7C+8MB
7C+12MB
7C+16MB
8C+4MB
8C+12MB
sinnvolle (gleichförmige), aber nicht im Markt zu erwartende Modelle 2C+0MB
2C+8MB
2C+16MB
4C+0MB
4C+16MB
6C+0MB
6C+8MB
8C+0MB
8C+8MB
im Markt zu erwartende Modelle 4C+8MB 6C+16MB 8C+16MB

Die Frage, ob AMD einen Sechskerner bei Bedarf erstellen könnte, wäre damit wohl entschieden – und zur Frage, ob AMD dies auch so tut, fügen Videocardz dann noch eine neue Liste an Engineering Samples an, welche auch explizit einen Sechskerner enthält. Die hierbei angegebenen Taktraten von 3.3/3.7 GHz sehen auch nicht gerade nach tiefem Vorserien-Status aus, sondern schon eher nahe an den finalen Produkten liegend. Für den Augenblick erscheint das kürzlich seitens Canard PC genannte Ryzen-Portfolio weiterhin die stimmigste Lösung zu sein – unabhängig davon, das die Quelle dieser Information nicht verifiziert ist sowie AMD sich natürlich noch jederzeit umentscheiden könnte.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 1. Februar 2017

Zum (möglichen) Ryzen-Portfolio haben sich zwei Fragestellungen ergeben: Erstens geht es um den Zweck der gleich zwei Achtkern-Modelle – und jener dürfte wohl schlicht darin liegen, zuerst ein möglichst hochgetaktetes Ryzen-Spitzenmodell zum Gewinnen von Benchmarks zu haben, zum anderen aber auch ein eher "normales" Achtkern-Modell zu einem gangbaren Preis anbieten zu können. Sicherlich gibt es hier den beachtbaren Einwand, das dies aufgrund des freigeschalteten Overclockings bei allen Ryzen-CPUs am Ende doch keinen Unterschied macht – aber die initialen Launch-Benchmarks und damit die erste große Performancebewertung der Fachmagazine und der interessierten CPU-Enthusiasten basiert nun einmal primär auf den Messungen mit dem default-Takt. Sehr viel von dem, wie Ryzen letztlich bewertet werden wird, hängt von diesen Messungen allein des Ryzen-Spitzenmodells ab – ergo macht es für AMD durchaus Sinn, neben einem "normalen" Achtkerner letztlich noch ein taktstärkeres Modell aufzubieten, welches dann sicherlich mehrheitlich nur zum Zweck dieser bestmöglichen Präsentation am Launchtag existiert.

Und zweitens steht die Frage im Raum, ob AMD nicht anstatt von Sechskernern mit SMT auch einen Achtkerner ohne SMT auflegen könnte – beide Modellen sollten in etwa dieselbe Performance auf die Waage bringen. Allerdings hat der Achtkerner ohne SMT für AMD den Nachteil, das jener kaum als echte Salvage-Lösung durchgeht – sprich, das hierfür kaum Dies mit einem fehlerhaften Transistor verwendet werden können. Die Chance, das ein Chipfehler nur in den paar für SMT (exklusiv) verwendeten Transistoren liegt, ist eher minimal (bei Intels HyperThreading sind dies faktisch nur ein paar zusätzliche Register), dies steigert die Produktionsausbeute somit kaum. Die Chance, das ein Chipfehler im Bereich eines kompletten CPU-Kerns liegt, ist hingegen vergleichsweise hoch, ein solches Dies können sich nach Deaktivierung des entsprechenden CPU-Kerns problemlos weiterbenutzen lassen – als Vierkerner oder Sechskerner. Der Vergleich zwischen Sechskernern mit SMT oder Achtkerner ohne SMT ergibt für AMD also schlicht Kostenvorteile bzw. eine bessere Produktionsausbeute, wenn man den Sechskerner mit SMT vorzieht.

Auf Reddit gibt es ein paar Notizen zu einem der Meetings zu lesen, welche AMD derzeit mit seinen Mainboard- und OEM-Partner abhält. Hier wurde erst einmal die im zweiten Halbjahr antretende Raven-Ridge-APU als 4C/8T charakterisiert – sprich, AMD wird bei diesem extra Stück Silizium weder SMT herausoperieren noch eventuell für den Verkauf deaktivieren. Prinzipiell gesehen geht Raven Ridge damit durchaus in Konkurrenz zu Summit Ridge (Ryzen), wo 4C/8T-Varianten mehr oder weniger sicher und selbst 4C/4T-Varianten im Gespräch sind. Prinzipiell sollte dies für AMD aber keinen Beinbruch darstellen – mit Ryzen bedient man halt jene Bedürfnisse, wo sowieso eine extra Grafikkarte zum Einsatz kommt, mit Raven Ridge dann alle Bedürfnisse, wo es auf die integrierte Grafik ankommt. Langfristig gesehen könnte AMD die 4C-Varianten von Ryzen zugunsten von Raven Ridge auslaufen lassen – oder aber in der Praxis finden beide eine Koexistenz, dies kommt vor allem auf die konkreten Performance-Werte und jeweiligen Preispunkte an.

Die viel wichtigere Information aus diesem AMD-Meeting ist jedoch zweifelsohne diejenige, das es Windows-7-Treiber für Ryzen geben wird – und dieser Windows-7-Support seitens AMD sogar auf alle Sockel-AM4-Chips ausgedehnt wird, sprich auch für Raven Ridge gelten sollte. Auch wenn die Windows-7-Nutzer unter den Enthusiasten inzwischen in der Minderheit sind, erzielt AMD hiermit reichlich Pluspunkten und schließt nicht gleich 30% der potentiellen Kundschaft nur wegen eines zusätzlichen Treibers aus. AMD kann es sich natürlich viel weniger leisten, in dieser Frage den großkotzigen Weg der nahezu-Monopolisten zu gehen – einmal abgesehen von der beachbaren Stärke der AMD-Prozessoren in Märkten wie China (und anderen Schwellen- und Entwicklungsländern), wo wiederum Windows 7 nach wie vor die klare Nummer 1 ist. Irgendwelche Sorgen für nicht mehr unterstützte Features nur wegen Windows 7 muß man sich im übrigen weniger machen – heutzutage versuchen die CPUs das alles möglichst selber zu regeln, da der Betriebssystem-Support seitens Microsoft bekannt wankelmütig ist. Sofern es einen soliden Treiber für den Mainboard-Chipsatz gibt, sollten mehr oder weniger alle wichtigen Ryzen-Funktionalitäten auch unter Windows 7 zur Verfügung stehen – 1:0 für AMD schon vor dem Ryzen-Launch.

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nVidia gibt GeForce GTX 1070 & 1080 entweder "For Honor" oder "Ghost Recon: Wildlands" bei - aber nur über "GeForce Experience"

Grafikkarten-Entwickler nVidia hat für die GeForce GTX 1070 & 1080 in Desktop- und Notebook-Version ein neues Spielebundle aufgelegt, welches mit eines der beiden Titel "For Honor" und "Ghost Recon: Wildlands" doch sehr gehaltvoll aussieht – inhaltlich sicherlich eines der besten Spielebundles der letzten Zeit. Doch man ahnt es fast, daß dies dann natürlich einen Haken haben muß: Erstmals kann man die Gutscheine nicht mehr auf einer speziellen nVidia-Webseite in Download-Codes umwandeln, sondern muß dies zwingend über nVidias "GeForce Experience" Tool erledigen. Damit dürfte sich nVidia keine Freunde machen, denn nVidias eigentliches Anliegen des Zwangs zu "GeForce Experience" ist hierbei klar erkennbar. nVidia hatte früher schon einmal einen halben Versuch zur Puschung von "GeForce Experience" unternommen mittels der Ankündigung, die immer wieder frischen Game-Ready-Treiber nur noch über dieses Tool auszuliefern (und per Download nur noch jedes Quartal einen neuen Treiber) – eine Ankündigung, die wegen des klaren Protests dagegen letztlich nie in die Tat umgesetzt wurde.

Augscheinlich scheint nVidia aus diesem Fall nicht gelernt zu haben, das in solchen Situationen dann oftmals der Nutzwert des jeweiligen Tools in den Hintergrund tritt und die Anwender schlicht nicht dem auferlegten Zwang folgen wollen – oder wenigstens nur widerwillig zur Erlangung der kostenlosen Spiele-Dreingaben. Ob dies langfristig eine gute Strategie zur Kundengewinnung darstellt, darf doch arg bezweifelt werden – und meist kommen solche Aktionen sowieso nur, wenn man sich (viel) zu sicher der eigenen Stellung wähnt oder aber wenn man die eigenen Felle bereits wegschwimmen sieht (auf nVidia trifft derzeit sicherlich eher ersteres zu). nVidia sollte an dieser Stelle besser seine Prioritäten prüfen – das Annerven der eigenen (zahlenden) Kundschaft gehört da sicherlich nicht dazu. Das ganze ist sicherlich noch nicht in der Kategorie von "Treiber nur über GFE", aber dennoch ein ausreichend großes Ärgernis ("GFE-Affäre #2" ?), um alle mühsam wieder aufgebauten Sympathien erneut zu zerstören.

Wie üblich bei Spielebundle-Aktionen gilt auch hier, daß der genannten Hardware – gekauft bei einem an der Aktion teilnehmenden Händler – entsprechende Gutscheine beiliegen. Abweichend von früheren Spielebundle-Aktionen kann der Gutschein dann aber nur in nVidias "GeForce Experience" Tool in einen Download-Coden umgewandelt werden, welcher zum Herunterladen des Spiels bei dessen Publisher berechtigt. Bei der Hardware-Bestellung ist auf das Vorhandensein eines entsprechenden nVidia-Gutscheins in der Angebotsbeschreibung zu kontrollieren, da nicht jeder Händler an dieser Aktion teilnimmt und selbst bei den teilnehmenden Händlern nicht jedes Produktangebot Teil dieser Aktion sein muß.

Aktionszeitraum Inhalt des Spielebundles
GeForce GTX 1070 & 1080
Notebooks mit GeForce GTX 1070 & 1080
31. Januar 2017 bis spätestens 28. März 2017 eines von zwei Spielen: "For Honor" oder "Ghost Recon: Wildlands" (Einlösung per GeForce Experience)
GeForce GTX 1050, 1050 Ti & 1060
Notebooks mit GeForce GTX 1050, 1050 Ti & 1060
6. Dezember 2016 bis spätestens 30. Januar 2017 eines der drei Spiele "Maize", "Redout" & "Raw Data"  (Einlöse-Webseite)
Radeon RX 470 22. November 2016 bis spätestens 22. Februar 2017 Spiel "Hitman (2016)"  (Einlöse-Webseite)
Radeon RX 480 + Core i5-6600K 22. November 2016 bis spätestens 15. Januar 2017 Spiele "Doom (2016)" & "Civilization VI"  (Einlöse-Webseite)
Radeon RX 480 15. November 2016 bis spätestens 15. Januar 2017 Spiel "Civilization VI"  (Einlöse-Webseite)
AM3-Mainboard 27. Oktober 2016 bis spätestens 27. Januar 2017 Spiel "Doom (2016)"  (Einlöse-Webseite)
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