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Hardware- und Nachrichten-Links des 9./10. April 2016

Mit der (angeblichen) Massenauslieferung erster GP104-Grafikkarten erst im Juli kann man im übrigen wieder darüber nachdenken, ob der GP104-Chip nicht doch noch GDDR5X-Speicher bekommt – welcher wie bekannt ebenfalls ab dem dritten Quartal in die Auslieferung gehen soll. Bislang hat man dessen Terminlage als dafür zu knapp eingeschätzt, aber eventuell geht nVidia (und AMD?) hier auch einen Mittelweg und setzt bei der kleineren Chiplösung auf gewöhnlichen GDDR5 und nur bei der größeren Chiplösung auf GDDR5X. Damit würde man den gewünschten klaren Unterschied zwischen beiden Grafikkarten erreichen (ohne böse Überraschungen wie bei der GeForce GTX 970), könnte wohl auch launchen und ausliefern – nur würde die größere Chiplösung voraussichtlich am Anfang schwer lieferbar sein, was sich dann aber mit der Zeit erledigen dürfte. Die Frage im Hintergrund bleibt allerdings, ob die Grafikchip-Entwickler das Risiko eingehen, wichtige neue Produkte derart von der Verfügbarkeit neuer Speichertechnologien abhängig zu machen – normalerweise versucht man genau dies zu vermeiden.

Gemäß Netzpolitik hat der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine sehr progressive Haltung zu Links auf urheberechtlich geschütztes Material angebracht: Laut seiner Meinung, welcher die EuGH-Richter auch oftmals folgen, ist der reine Link noch keine Urheberrechtsverletzung – so lange damit nur das Auffinden des beanstandeten Inhalts erleichtert würde, jener aber auch so zu finden wäre. Eine solche Argumentation wurde von Internet-Nutzern schon vor nahezu 20 Jahren vorgebracht, von einem EU-Generalanwalt wäre dies jedoch neu – und die Rechteinhaber dürften darüber so tiefengeschockt sein, das aus dieser Ecke bislang noch keinerlei Stellungnahme hierzu gab. Ob jene Ansicht Rechtsnorm wird, bliebe natürlich den Ausgang des konkreten Verfahrens abzuwarten – da bleibt noch einige Zeit, um die entsprechenden Lobbyisten in Stellung zu bringen. Davon abgesehen sind mit dieser Aussage jedoch keine der typischen Filehoster-Direktlinks abgedeckt – weil hierbei eine andere Auffindbarkeit als genau über jene Direktlinks nicht gegeben ist.

In die völlig entgegengesetzte Richtung fährt man dagegen mittels eines Vorschlags der EU-Ratsspitze zur grenzüberschreitenden Portabilität von Inhaltsdiensten – welche nach der Berichterstattung von Heise eher auf ein Geoblocking 2.0 hinausläuft. Denn der einzigen Vorteil, denn man hierbei gegenüber dem Ist-Zustand erzielen will, liegt in der Mitnahmemöglichkeit seines nationalen Medienangebots in einen EU-Urlaub – nicht aber in der Zerschlagung der vielen nationalen Klein- und Kleinstmärkte in der EU zugunsten eines einheitlichen EU-Marktes für Medien-Konsumenten. Um sein nationales Medienangebot mit in andere EU-Länder mitnehmen zu können, denkt man im übrigen an eine umfangreiche Überwachungsinfrastruktur – die sicherstellen soll, das der brave EU-Bürger keinen Unsinn mit dem ihm gegebenen "Freiheiten" macht. Mit der ursprünglich einmal postulierten Abschaffung des Geoblockings und freier Fahrt der EU-Bürger zu allen Inhalten hat dies leider gar nichts mehr zu tun – in diesem Themengebiet waren die Urheberrechtslobbyisten augenscheinlich schon erfolgreich unterwegs.

Die Telepolis berichtet über ein wenig beachtetes, dafür aber umso bedeutsameres Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Auch kleinere Grundrechtseingriffe bedürfen einer plausiblen Begründung. Im konkreten Fall ging es nur um eine schlichte Ausweiskontrolle von eine Demonstration filmenden Bürgern – um so besser aber, denn damit ist klar, das auch der allerkleinste und (scheinbar) unerheblichste Grundrechtseingriff nicht auf Basis von Vermutungen oder ähnlichen Gefühlslagen stattfinden darf – sondern wie gesagt plausibel zu begründen ist. Gleichfalls hat das Gericht entschieden, daß das bloße Filmen einer Demonstration keinen Anlaß dafür gibt, automatisch eine spätere Persönlichkeitsrechtsverletzung durch eine mögliche Veröffentlichung der Aufnahmen anzunehmen (weil viele Aufnahmen nur zur Sicherheit angefertigt werden, außerdem könnten Veröffentlichungsgehmigungen auch später noch eingeholt werden). Beide Richtersprüche stärken die Praxis des Demonstrationsrecht – bei welchem nunmehr eben zu Sicherungszwecken Aufnahmen angefertigt werden dürfen und man dabei nicht fürchten muß, von der Obrigkeit mit "Identitätsfeststellungsmaßnahmen" drangsaliert zu werden (zumindest sofern sich die Polizeiorgane in der Praxis an diesen höchstrichterlichen Spruch halten).

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Die Entwicklung der Grafikkarten-Preise 1999-2015

In unserem Forum läuft gerade eine interessante Diskussion ab, welcher mit der These startet, das die Preise für Gaming-geeignete Hardware über die Zeit eher angezogen haben – insbesondere dann, wenn man etwas richtig ordentliches haben will, spricht "State of the Art". Nicht jeder Diskussionsteilnehmer ist dabei dieser Ansicht – es gibt da viele Meinungen, geäußerte Fakten und Ansatzpunkte. Um die Diskussion besser mit Daten zu unterstützen, haben wir einfach einmal eine Übersicht der historischen Preisentwicklung bei Grafikkarten seit dem Jahr 1999 erstellt. Erfasst wurden hierbei Listenpreisen in Dollar – letzteres natürlich um den Dollar/Euro-Schwankungen über die Zeit zu begegnen.

Dabei haben wir uns auf die jeweils neu herausgekommenen Topmodelle beider Grafikchip-Entwickler konzentriert. Jede andere Herangehensweise (Midrange-Modelle, zweitbestes Modell, "sinnvollstes" Modell) wäre zum einen höchst subjektiv und zum anderen bei den weiter zurückliegenden Grafikkarten teilweise gar nicht mehr ermittelbar, da über die Jahre so einiges Detailwissen verlorengegangen ist bzw. vor allem das "Gefühl" für diese früheren Grafikkarten-Generationen inzwischen weitgehend weg ist. Die Herangehensweise über das jeweilige Topmodell ist sicherlich bei weitem nicht optimal, aber ergibt wenigstens einen objektiven Ansatz ohne subjektive Beeinflussungen (Klick öffnet Diagramm im Großformat):

Das herausgekommene Diagramm ist trotz dieser Beschränkung durchaus interessant: So ist die langfristige Preiserhöhung bei Grafikkarten ziemlich klar sichtbar. Allerdings ist der größte Teil hiervon schon zu "Urzeiten" passiert: Schon mit der GeForce2 Ultra von August 2000 gab es erstmals einen Listenpreis von 499 Dollar. Selbst die aktuellen Grafikkartenpreise sind – bis auf die Übertreibungen durch die Titan-Modelle – früher schon einmal dagewesen: Die GeForce 7800 GTX 512MB von November 2005 kam erstmals mit einem Listenpreis von 649 Dollar, erhöht dann durch die GeForce 8800 Ultra von Mai 2007 auf erstmals einen Listenpreis von 699 Dollar.

Als besonderen Effekt müssen die Europäer noch den Dollar/Euro-Kurs beachten, welcher ganz grob betrachtet zwischen 2003 und 2014 auf einem eher hohen Niveau von 1,25 Dollar/Euro und mehr stand – und dabei in den Jahren 2007 bis 2013 meistens auf noch deutlich höherem Niveau bis zu einem Spitzenwert von 1,60 Dollar/Euro im Jahr 2008. Insbesondere der schnelle Abfall des Dollar/Euro-Kurses ab dem Jahr 2014 läßt alle aktuellen Hardware-Preise in Euroland dann natürlich teuer erscheinen, als jene real in Dollarpreisen wirklich sind. Ansonsten darf die weitere Diskussion gern unserem Forum überlassen bleiben, vorstehendes Diagramm soll primär nur dazu dienen, mit handfesten Daten diskutieren zu können.

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Zu welchem System geht die langfristige Tendenz der Windows-Gamer?

Mit Windows 10 treibt Microsoft die Umwandlung der früher so freien Gaming-Plattform in eine Konsolen-nahe Umgebung deutlich voran. Gleichzeitig existieren auch reichlich grundsätzliche Bedenken gegenüber Windows 10 und Microsofts diesbezüglichen Zukunftsplänen. Grund genug also, auch aus Gamer-Sicht über eventuelle Alternativen nachzudenken, die dann mittel- und langfristig in Angriff genommen werden könnten. Damit ergibt sich direkt schon die Fragestellung dieser Umfrage: Wo sieht sich der Windows-10-Nutzer bezüglich Gaming in der langfristigen Zukunft? Weiterhin bei Windows – oder bei Spielekonsolen, bei Linux oder gar bei einer dritten Lösung?

bleibe bei Windows, sehe auch keinerlei Wechselbedarf
43% (1192 Stimmen)
bleibe wahrscheinlich bei Windows, trotz teilweise Wechselbedarf
12% (326 Stimmen)
möglicherweise in Richtung Konsole
2% (61 Stimmen)
ganz sicher in Richtung Konsole
2% (43 Stimmen)
möglicherweise in Richtung Linux
22% (600 Stimmen)
ganz sicher in Richtung Linux
14% (380 Stimmen)
hoffentlich ergibt sich noch eine dritte Lösung
7% (183 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 2785
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Hardware- und Nachrichten-Links des 8. April 2016

Die DigiTimes bringt nun auch noch eine Meldung, wonach nVidia den Launch der ersten Gamer-Lösungen der Pascal-Generation zur Computex Anfang Juni angesetzt hätte – diesesmal aber präzisiert um die Information, wonach deren Massenauslieferung erst Anfang Juli starten soll. Die konkrete Formulierung sieht so aus, als wäre die eigentliche Quelle irgendwo in der Nähe von Börsenanalysten zu verorten – was dem ganzen sogar einige Glaubwürdigkeit verleiht. Zudem sieht es damit aber auch nach einem Paperlaunch des GP104-Chips zur Computex aus, denn ohne Not wird man die Massenauslieferung erst im Juli sicherlich nicht erwähnt haben. Entweder kann nVidia im Juni nur sehr eingeschränkte GP104-Kontingente liefern – oder aber es kommt hier zu einem klaren zeitlichen Unterschied zwischen Launch und realer Auslieferung. Wie schon erwähnt, ist zu diesem Termin der GP104-Chip zu erwarten, welcher als Nachfolger des GM204-Chips von GeForce GTX 970 & 980 allerdings eine Performance in Richtung des GM200-Chips von GeForce GTX 980 Ti & Titan X aufbieten sollte.

Gut möglich, das nVidia mit diesem früheren Launch (bei späterer Auslieferung) bewußt AMD den Wind aus den Segeln mit deren Polaris/Vega-Generation nehmen will. Allerdings werden sich die entsprechenden Produkte im eigentlichen gar nicht wirklich berühren: Der GP104-Chip ist im HighEnd-Segment zu Hause, die von AMD dieses Jahr zu erwartenden Chips Polaris 11 & Polaris 10 sind hingegen Mainstream- und Performance-Produkte. Im allerbesten Fall berühren sich die kleinste GP104-Lösung sowie die größte Polaris-10-Lösung, dies ist aber nicht gegeben. AMDs Vorteil wird in jedem Fall darin liegen, in den kleineren Preissegmenten eine gewisse Zeit ein Alleinstellungsmerkmal (als einzige verfügbare 14/16nm-Angebote) zu haben – und jene kleineren Preissegmente sind für die OEM-Hersteller maßgeblich, wo AMD eben angreifen will (und muß). nVidia wird dagegen vorerst wiederum die schnellsten Beschleuniger der 14/16nm-Generation bieten – was aber etwas abgewertet wird durch den Punkt, das sowohl von AMD als auch nVidia die eigentlichen "Topdogs" der 14/16nm-Generation nicht vor dem Jahreswechsel 2016/17 zu erwarten sind und damit die echten Grafik-Enthusiasten voraussichtlich auf genau diese warten werden.

Laut Bits 'n' Chips hat AMD derzeit bereits Zen-Testsysteme an seine (engeren) Partner ausgeliefert. Jene sollen eine Achtkern-CPU des A0-Steppings auf Taktraten von 3.0 GHz mit deaktiviertem TurboMode beinhalten. Aus dieser für "Engineering Samples" vergleichsweise hohen Taktrate (die ersten Bulldozer-ES liefen mit 2.8 GHz, Intel-ES laufen gern mit 2.2 bis 2.4 GHz) schließen Bits 'n' Chips auf relativ hohe finale Taktraten von 3.7-3.8 GHz Basetakt sowie 4.1-4.2 GHz Turbotakt. Dies würde Zen in die Position bringen, mit den aktuellen Intel-Prozessoren auf Basis ähnlicher Taktraten konkurrieren zu können – aufgrund des recht breiten Achtkern-Designs von Zen war immer zu befürchten, das sich hierbei eventuell Nachteile bei der Taktrate ergeben könnten. Sicher sind diese Auslegungen natürlich noch nicht, die finalen Zen-Taktraten dürfte AMD sowieso erst einige Wochen vor Launch festlegen, sprich nicht vor Herbst. Die herumschwirrenden Zen-Testsysteme dürften aber in der Zwischenzeit vielleicht für den einen oder anderen Leak an Benchmark-Ergebnisse oder Hardware-Details sorgen können.

Gemäß WinFuture hat Linux-Schöpfer Linus Torvalds den "Kampf um den Desktop" für Linux noch lange nicht aufgegeben – und sieht Linux auf diesem Feld nunmehr eher denn eine Zermürbungs- als denn eine Eroberungsstrategie fahren. An dieser Stelle darf dann aber doch der Punkt eingeworfen werden, das vor einer realistischen Zustandsanalyse auch keine sinnvolle Gewinnstrategie aufgestellt werden kann – und das die Torvalds-Strategie eher denn so aussieht, als wüsste man nicht wirklich weiter und könnte sich vor allem nicht erklären, wieso Linux nicht auch auf dem Desktop zünden will. Dabei ist die Erklärung ziemlich einfach wie auch trivial: Auf dem Desktop bilden nun einmal die Gamer jene kritische Masse, welche eine Hard- oder Softwareentwicklung vorantreiben oder scheitern lassen können. Der Normalmarkt folgt diesen Vorgaben in aller Regel, trotz das die Gamer nur einen Teil des gesamten PC-Markts darstellen. Hieran erklärt sich, wieso MacOS eher abgebaut hat (nachdem das Apple-Betriebssystem gerade in den USA noch lange Zeit zweistellige Marktanteile hielt) und auch, wieso Linux auf dem Desktop nie in die Spur kam – ohne gleichwertige Gaming-Fähigkeit haben diese Betriebssysteme keinerlei Chance auf dem breiten Gamer-Markt, sind regelrecht außerhalb jeder Diskussion.

Erstaunlich ist hieran vor allem, das diese Erkenntnis noch so wenig durchgedrungen ist – sicherlich resultierend aus einem teilweisen Standesdünkel von alteingesessenen Linux-Masterminds, die mit so etwas infantilem wie "Gaming" nichts zu tun haben wollen. Aber inzwischen grenzt es fast an Realitätsverweigerung, diesen Punkt nicht sehen zu wollen. Dabei hat Linux die anderen Stolpersteine von einst wie ein ausreichendes Software-Angebot sowie eine einfache Bedienung auch für Normalbürger längst genommen – und ist damit für Normalbürger ohne Gaming-Anspruch längst nutzbar. Doch die kritische Masse baut sich auch für Linux erst nach der Eroberung der Gamer-Szene auf – welche wie gesagt die für den Desktop-Markt notwendigen Multiplikatoren stellt. Zum Glück ergeben sich hierbei in Zukunft gewisse interessante Ansätze mittels SteamOS und Vulkan – besser wäre es allerdings, wenn die Linux-Masterminds das eigentliche Problem realisieren, benennen und dann selber angehen würden.

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nVidias Pascal-Chips GP106 bei ~205mm² und GP104 bei ~294mm² Chipfläche?

Bei Hardware.fr (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) hat man sich nochmals mit dem auf der GTC16 gezeigten neuen Sample der Autoelektronik-Lösung "Drive PX2" beschäftigt. Dabei ging es speziell um die Chipfläche des dort zu sehenden Chips – welche natürlch auch Aufschlüsse darüber geben kann, welcher Pascal-Chip da verbaut wurde. Die bisherigen groben Schätzungen gingen von ~250mm² aus, bei Hardware.fr hat man dies aber genauer versucht herauszufinden und kam auf eine Chipfläche von ~205mm². Da alle diese Messungen zum einen natürlich nur aus verzerrter Perspektive stattfinden konnten und zudem nicht offizieller Natur sind, ist da immer noch ein gewisser Spielraum einzukalulieren – aber wesentlich mehr als plus/minus 15mm² sollte es kaum sein.

Dies deutet dann natürlich nochmals auf den GP106-Chip hin, denn so klein kann man sich den GP104-Chip kaum vorstellen. Zu selbigen kommt aus dem Chiphell-Forum ein (angeblicher) Dieshot, welcher schon ziemlich hochwertig ist und auf eine Chipfläche von ~294mm² hindeutet (die Webseite ist elendig schlecht zu erreichen, weswegen der Dieshot hier gespiegelt wurde). Auch hierwird der Spielraum nicht größer als plus/minus 15mm² sein, da der Dieshot wie gesagt ziemlich gut ist – bei dieser Meldung ist eher die Frage, ob der Chip auch wirklich nVidia zuzuordnen ist bzw. inwiefern das ganze eine Fake-Wahrscheinlichkeit hat. Andererseits sind die fernöstlichen Foren für dieser Art Leak-Informationen bekannt, das kann also durchaus passen – und würde am Ende sogar ein recht stimmiges Gesamtbild ergeben, vergleicht man die Chipflächen der nVidia-Generationen Kepler, Maxwell und Pascal:

Fermi Kepler Maxwell Pascal
Fertigung 40nm 28nm 28nm 16nm
(rein) HPC - - - GP100
610mm², 15,3 Mrd. Transist., 3840 SE @ 4096 Bit HBM2
Enthusiast GF100
526mm², 3,04 Mrd. Transist., 512 SE @ 384 Bit GDDR5
GK110
551mm², 7,08 Mrd. Transist., 2880 SE @ 384 Bit GDDR5
GM200
601mm², 8 Mrd. Transist., 3072 SE @ 384 Bit GDDR5
GP102
spekulativ: ~500mm², ~12 Mrd. Transist., ~4500 SE @ 384 Bit GDDR5X
HighEnd GF104
332mm², 1,95 Mrd. Transist., 384 SE @ 256 Bit GDDR5
GK104
294mm², 3,54 Mrd. Transist., 1536 SE @ 256 Bit GDDR5
GM204
398mm², 5,2 Mrd. Transist., 2048 SE @ 256 Bit GDDR5
GP104
angeblich: ~294mm², spekulativ: ~7,5 Mrd. Transist., ~2500 SE @ 256 Bit GDDR5
Performance GF106
238mm², 1,17 Mrd. Transist., 192 SE @ 192 Bit GDDR5
GK106
214mm², 2,54 Mrd. Transist., 960 SE @ 192 Bit GDDR5
GM206
227mm², 2,94 Mrd. Transist., 1024 SE @ 128 Bit GDDR5
GP106
angeblich: ~205mm², spekulativ: ~5 Mrd. Transist., ~1500 SE @ 128 Bit GDDR5
Mainstream GF108
114mm², 0,58 Mrd. Transist., 96 SE @ 128 Bit GDDR5
GK107
118mm², 1,3 Mrd. Transist., 384 SE @ 128 Bit GDDR5
GM107
148mm², 1,87 Mrd. Transist., 640 SE @ 128 Bit GDDR5
GP107
spekulativ: ~120mm², ~3 Mrd. Transist., ~800 SE @ 128 Bit GDDR5
LowCost GF119
79mm², 0,29 Mrd. Transist., 48 SE @ 64 Bit DDR3
GK208
87mm², ~1 Mrd. Transist., 384 SE @ 64 Bit GDDR5
GM108
~85mm², ~1 Mrd. Transist., 384 SE @ 64 Bit DDR3
GP108
spekulativ: ~85mm², ~2 Mrd. Transist., ~600 SE @ 64 Bit GDDR5

Alle Angaben zu den weiteren Pascal-Chips GP102, GP107 und GP108 sind derzeit natürlich rein spekulativ – wie auch die Angaben zur Anzahl der Transistoren und Hardware-Einheiten bei GP104 und GP106. Derzeit liegen allein Angaben zur Chipfläche von GP104 und GP106 vor, der Rest muß sich aus dieser (geringen) Datengrundlage ergeben – und ist dementsprechend einigermaßen fehleranfällig. Zudem sagt die Anzahl der notierenden (eventuellen) Shader-Einheiten noch nichts über die sich daraus ergebende Performance aus, da hierbei natürlich auch die anliegenden Taktraten mit in die Rechnung gehören – und wenn die Pascal-Generation wie beim GP100-Chip durchgehend mit klar höheren Taktraten antritt, dann wird dies einen erheblichen Einfluß auf die endgültige Performance haben.

Allerdings ist ein was auch klar: Mit kleineren Chipflächen gegenüber den direkten Vorgängern wird es schwierig, eine glatte Performance-Verdopplung zu erreichen. Dies sollte man von der Pascal-Generation nach allem bisher bekannten Wissen (auch zum GP100-Chip) besser nicht annehmen, realistisch sind eher Performanceverbesserungen im Rahmen von +50-70%. Nach langen Jahren der 28nm-Technik wird dies sicherlich auch gern mitgenommen werden – und vielleicht bleibt den Grafikchip-Entwicklern ja auch noch die Zeit (vor der nachfolgenden 10nm-Fertigung), die derzeit antretende 14/16nm-Generation noch richtig auszuoptimieren, so daß sich die immer mit einem neuen Fertigungsverfahren angestrebte glatte Performanceverdopplung dann später noch ergibt.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 7. April 2016

Die gestern mit dem GP100 Dieshot verbreiteten Aussagen waren dann leider doch nur scherzhaft gemeint: Weder hat nVidia auf der GTC16 kaputte GP100-Dies als Schlüsselanhänger verteilt (hatte es bei früheren Grafikchips aber teilweise so gegeben), noch gab es eine nVidia-Aussage zu einer (angeblichen) Produktionsausbeute von nur 5 funktionierenden GP100-Dies auf einem Wafer á 90 Dies. Diese Ausbeute wäre auch zu unterirdisch und würde eher dem einer "Riskfertigung" entsprechen – die derzeit anlaufende Massenfertigung sollte bei einer Ausbeute von schon 30% und besser liegen, was dann im Laufe des Jahres in Richtung 50% zu steigern wäre. Eine solche nahezu perfekte Chipproduktion wie mit der 28nm-Fertigung ist innerhalb der 14/16nm-Fertigung natürlich noch lange nicht möglich, was auch einer der großen Kostentreiber der neuen Grafikchip-Generation von AMD und nVidia darstellt. Die Auswirkungen auf den GP100-Chip dürften sich allerdings in Grenzen halten, da jener explizit für HPC-Bedürfnisse kreiiert wurde und daher auf völlig anderen Abgabepreisen unterwegs sein wird.

Die "restlichen" 14/16nm-Grafikchips müssen dann aber entsprechend wirtschaftlich daherkommen, weitere Preiserhöhungen bei Grafikkarten sind einfach nicht machbar bzw. würden dann die Absatzmengen entsprechend limitieren. Demzufolge geht unser Forum inzwischen breit davon aus, das die Chipgrößen der restlichen 14/16nm-Generation eher kleiner als gleich groß zur 28nm-Generation ausfallen wird – weil bei gleich großen oder größeren Chips deren Teuerung zu stark aus- und damit auffallen würde. So schätzt man den GP104-Chip als Nachfolger des GK104-Chips mit aber einem Performance-Level wie beim GM200-Chip (601mm²) als deutlich kleiner als den GK104-Chip (398mm²) ein – bei bestenfalls 300-350mm² Chipfläche, teilweise geht man von sogar unter 300mm² Chipfläche aus. Die restlichen Pascal-Chips GP106 und GP106 würden dann nochmals entsprechend kleiner ausfallen – so, wie es schließlich aber auch schon zu AMDs Polaris/Vega-Generation anzunehmen ist.

Die spannendeste Frage zu den kleineren Pascal-Chips ist wohl, wie nVidia hierbei das GP100-Design abspeckt, damit pro Chipfläche mehr Shader-Einheiten möglich werden. Durch das Entfernen der ganzen Profi-Features um NVLink, Mixed Precision und große Caches wie Registerfiles dürfte da einiges möglich sein – bis hin zu bestenfalls 50% mehr Shader-Einheiten pro Chipfläche gegenüber dem GP100-Chip oder auch rund dem Doppelten an Shader-Einheiten pro Chipfläche gegenüber der 28nm-Generation. Ob nVidia hiervon etwas liegenläßt, um die vergleichsweise hohen Taktraten des GP100-Designs bei den kleineren Pascal-Chips ebenfalls zu bieten, bliebe noch abzuwarten, ist jedoch sehr gut möglich. Direkt vergleichbar mit den kommenden Polaris/Vega-Chips werden die Pascal-Designs kaum sein, da AMD augenscheinlich auf recht viele Shader-Einheiten samt durchschnittlicher Taktrate setzt, nVidia hingegen auf etwas weniger Shader-Einheiten samt recht hoher Taktrate.

Währenddessen berichten Videocardz basierend auf (nicht öffentlich einsehbarer) Meldungen seitens Hardware Battle über einige Releasetermine kommender AMD-Grafikkarten: So soll die DualChip-Lösung Radeon Pro Duo am 26. April ihren offiziellen Launch haben – dann hoffentlich mit entsprechenden Benchmarks samt sofortiger Lieferfähigkeit, gewartet wurde auf diese Karte nunmehr inzwischen lange genug. Die Polaris-10-basierten Radeon R9 490 & 490X sollen dann im Juni nachfolgen – womit AMD sein Pulver für dieses Jahr verschossen hätte, die schnelleren Vega-basierten Grafikkarten wird es wie bekannt nicht vor Anfang 2017 geben. Dabei erstaunt ein wenig der gewählte Grafikkartenname, denn der zugrundeliegende Polaris-10-Chip wird schon seine Mühe haben, die Performance der Radeon R9 390X zu überbieten – angesichts der neuen Chip-Generation unter einer neuen Fertigung wäre eine zurückhaltendere Namenswahl eher angebracht. Allerdings ist nicht sicher, ob wirklich eine Information zugunsten dieser Namenswahl vorliegt – oder ob dies nur eine Annahme seitens Hardware Battle darstellt.

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