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Erste 3DMark13-Werte zur GeForce GTX 1060 zeigen auf eine Performance sehr ähnlich wie bei der GeForce GTX 980

Seitens WCCF Tech zeigt man erste 3DMark13-FireStrike-Benchmarks zur kommenden nVidia GeForce GTX 1060 auf GP106-Basis, welche original wohl von XFastest stammen, dort aber inzwischen schon wieder gelöscht sind. Ob dies auf falsche Werte hinzeigt oder aber einfach auf Wunsch des Herstellers passierte, ist unklar – eine gewisse Unsicherheit bleibt in jedem Fall bestehen. Dabei zeigen die Benchmarks eigentlich nichts, was nicht zu erwarten wäre: Die GeForce GTX 1060 liegt im Schnitt der Graphics-Resultate um ca. 6% vor der Radeon RX 480 – gegenüber der neuen AMD-Karte ist dies kein großer Unterschied, aber gegenüber früherer nVidia-Hardware bedeutet dies eine Performance auf Augenhöhe mit der GeForce GTX 980:

Radeon RX 480 GeForce GTX 980 GeForce GTX 1060
Technik 4 Raster-Engines, 2304 Shader-Einheiten, 144 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface 4 Raster-Engines, 2048 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 64 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface 1280 Shader-Einheiten, 80 TMUs, 48 ROPs, 192 Bit GDDR5-Speicherinterface
Taktraten 8GB: 1120/1266/4000 MHz
(Ø-Chiptakt: 1209 MHz)
1126/1216/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: 1153 MHz)
1506/1709/4000 MHz
3DMark13 FireStrike (insg.) 11119, 10600 11698, 11391 11225
3DMark13 FireStrike (GPU) 12862, 12062 13303, 12686 13215
3DMark13 FireStrike Ultra (insg.) 2761, 2712 3118, 3108 3014
3DMark13 FireStrike Ultra (GPU) 2885, 2645 3019, 3008 2928
Benchmark-Quellen TweakPC & TweakTown WCCF Tech
FullHD Performance-Index 530% 600% gesch. ~590-610%

Der vergleichsweise geringe Abstand zwischen Radeon RX 480 und GeForce GTX 1060 erklärt sich aus der üblichen 3DMark-Stärke der AMD-Hardware. Der bessere Anhaltspunkt zur Performance-Einordnung der GeForce GTX 1060 ist wohl der Vergleich zur GeForce GTX 980 – in welchem die GeForce GTX 1060 ungefähr gleichstark herauskommt – vielleicht mit einer kleinen Tendenz, unter höheren Auflösungen etwas stärker zurückzufallen (unter anderen Benchmarks möglicherweise stärker als unter dem in dieser Frage eher unempfindlichen 3DMark13). Dies wäre natürlich über das kleinere Speicherinterface der GeForce GTX 1060 zu erklären, was auch der wieder einmal sehr hohe Speichertakt von 4000 MHz nicht wieder ausgleichen kann. Die GeForce GTX 980 liegt bekannterweise grob 10-15% vor der Radeon RX 480, im selben Rahmen sollte auch die GeForce GTX 1060 (als wohl glatter Ersatz dieser nun auslaufenden nVidia-Karte) herauskommt.

Die 3DMark13-Messungen wurden auf Taktraten von 1506/1709/4000 MHz aufgenommen, was dann wohl die Referenztaktraten der GeForce GTX 1060 sein sollen. Die Karte wird von GPU-Z (derzeit) als mit 1280 Shader-Einheiten an einem 192 Bit GDDR5-Speicherinterface ausgerüstet erkannt, was den bekannten Spezifikationen entspricht. Die Anzahl der ROPs wird mit 48 angegeben, was sich aufgrund des Speicherinterfaces ziemlich automatisch ergibt. Allein die Anzahl der Textureneinheiten (TMUs) wird mit 106 augenscheinlich falsch angegeben, es müssten – sofern nVidia nicht mit großen Änderungen an den Shader-Clustern überrascht – eigentlich 80 TMUs sein. GPU-Z errechnet solche Werte aber bei noch nicht releaster Hardware oftmals falsch, dies muß also letztlich überhaupt nichts sagen. Mehrere Anzeichen zeigen im übrigen darauf hin, das die GeForce GTX 1060 noch am heutigen 7. Juli um voraussichtlich 15 Uhr ihren offiziellen Launch haben wird.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 5./6. Juli 2016

Die für den Dienstag seitens AMD angekündige Wortmeldung zur Stromversorgungsproblematik bei der Radeon RX 480 ging dahingehend aus, das AMD für den Donnerstag einen Fix per Treiber angekündigt hat. Dabei soll explizit die Verteilung der Leistungsaufnahme verbessert werden – sprich, es wird wohl mehr Last auf dem extra Stromstecker geben und weniger Last auf dem Slot. Rein zusätzlich soll es im Treiber einen Kompatibilitätsmodus geben, bei welchem augenscheinlich der Stromverbrauch der Karte insgesamt auf durchschnittlich 150 Watt gedrosselt wird. Dies mag in Einzelfällen bei besonders störriger Hardware interessant sein, in der Praxis hat der kleine Bruch der PCI-Express-Spezifikationen keine große Bewandnis, wie inzwischen deutlich nachgewiesen werden konnte und wie es natürlich auch die Erfahrung aus früheren Fällen lehrt, wo Grafikkarten mehr Strom als TDP-gerecht gezogen haben. AMD hat sich natürlich trotzdem in die Nesseln gesetzt – und nebenbei ist es ganz erstaunlich, das die Marketing-Abteilung eines milliardenschweren Konzern nicht vorhersagen konnte, was die Presse über ihr Produkt schreiben wird. Hätte man diese Vorhersage betrieben (und wäre diese korrekt ausgefallen), wäre die gesamte Problematik schon vor dem Launch lösbar gewesen.

Nebenbei soll der neue Treiber aber auch diverse Performance-Optimierungen zugunsten der Radeon RX 480 mit sich bringen, die PC Games Hardware gibt eine Beta-Version des Crimson 16.7.1 mit einem Performanceplus von +3,6% gegenüber dem (originalen) Launchtreiber 16.6.2 an. Ob diese Performancedifferenz wirklich auf neue Optimierungen zurückzuführen ist, muß allerdings offen bleiben, denn der um den PCI-Express-Bandbreitenbug gefixte zweite Launchtreiber weist bereits teilweise eine ähnlich hohe Performancedifferenz zum originalen Launchtreiber 16.6.2 auf. In jedem Fall bedeutet dies für die Hardwaretester – bei Interesse an korrekten Resultaten – den faktischen Zwang zur generellen Performance-Neubetrachtung der Radeon RX 480 angesichts nunmehr gleich drei maßgeblichen Treiber-Veränderungen beim RX480-Treiber. Leider scheint die Fertigstellung jenes neuen RX480-Treibers zeitlich mit dem Launch der GeForce GTX 1060 zu kollidieren und es damit zumindest fraglich, on jener neue RX480-Treiber damit auch schon bei den kommenden Launchtests zur GeForce GTX 1060 eingesetzt werden kann.

VR-World setzten die wilde Behauptung in die Welt, der GP102-Chip für die nächste Titan-Grafikkarte von nVidia wäre nur ein GP100-Chip ohne NVLink-Feature. Dafür bräuchte man allerdings sicher nicht einen extra Chip auflegen, noch dazu wo der GP100-Chip (entgegen der Berichterstattung von VR-World) sehr wohl über PCI Express verfügt und damit technisch gesehen durchaus als Gamer-Grafikkarte nutzbar wäre. Angeblich haben VR-World aber bereits eine solche Pascal-basierte Titan-Grafikkarte in den Händen gehalten – und sich damit faktisch festgelegt, das man entweder wirklich etwas überraschendes zu sagen hat oder einfach nur Seemannsgarn spinnt. Besonders wahrscheinlich ist das ganze wie gesagt mitnichten: Einen extra Chip nur für das Herausschneiden von NVLink aufzulegen, wäre reichlich übertrieben – vor allem, wenn man bei dieser Aktion doch locker und leicht noch andere für den Gaming-Einsatz nicht benötigte Chipteile herausnehmen und somit die Diefläche erheblich herunterdrücken kann. Ob VR World Recht behalten, sollte man im übrigen ziemlich bald erfahren können, denn nach deren Angaben soll die "GeForce GTX Titan P" bereits zur Gamescom Mitte August vorgestellt oder zumindest angekündigt werden.

Bei TechPowerUp gibt es nun endlich die erste bestätigte & funktionierende Freischaltung einer Radeon RX 480 4GB zur 8-GB-Ausführung. Hierbei hat man Retail-Karte von Sapphire entsprechend umgeflasht, der Erfolg dessen wurde dann in einem kurzen Benchmark belegt – welcher die Karte auf Augenhöhe mit der Performance des regulären 8-GB-Modells sah. Hinweise auf weitere erfolgreiche Freischaltungen auf Nutzerseite sind unserem Forum zu entnehmen. Interessant hierbei insbesondere der Fall der XFX-Karte, welche sich nicht mit dem BIOS einer XFX Radeon RX 480 8GB umflashen ließ – erst der erneute Flash mit dem BIOS der AMD Radeon RX 480 8GB bewirkte, das die Karte wieder bootete und dann wie gewünscht als 8-GB-Version lief. Als Flash-Tool sollte man das gerade aktualisierte ATIFlash 2.74 benutzten, welches in der neuen Version dann auch die Polaris-Grafikchips unterstützt.

In jedem Fall ergibt sich über die weiteren Erfolgsberichte bei bislang keinen Negativberichten (und auch eines nur höchst geringen Risikos darauf) die Situation einer netten Dreingabe seitens AMD, wenn man zum Preis der 4-GB-Ausführung eben gleich die 8-GB-Ausführung erhält. Allerdings scheint der Spaß auch schon wieder vorbei zu sein, denn die Händlerangebote an entsprechenden Karten sind umgehend stark zurückgegangen – ein gewisser Hinweis darauf, das es von der Referenzausführung der Radeon RX 480 4GB wohl nur diese erste Charge geben wird, Nachlieferungen zu dieser Karte aber nunmehr eher unwahrscheinlich sind. Sicherlich wird es auch in Zukunft Radeon RX 480 Grafikkarten mit nur 4 GB Speicher geben – aber dann in Form von Herstellerdesigns, wo wirklich nur 4 GB Speicher physkalisch verbaut sind. Die glücklichen Besitzer jener ersten Charge an Radeon RX 480 4GB Karten können nunmehr ihre persönliche Karte mit hohen Erfolgsaussichten zur 8-GB-Version umflashen, ein Massenphänomen wird das ganze aber ziemlich sicher nicht werden.

Einer Meldung von Laptopmedia zufolge hat nVidia weitere Pascal-basierte Mobile-Chips in Vorbereitung – eine GeForce GTX 1060 mit 192 Bit Speicherinterface auf Basis des N17E-Chips sowie eine GeForce GTX 1050 Ti mit 128 Bit Speicherinterface auf Basis des N17P-Chips. Mit den Speicherinterfaces dürfte uns nVidia etwas in die Irre führen, denn gemäß früheren Informationen entspricht "N17E" dem GP104-Chip – womit "N17P" dann der GP106-Chip sein sollte. Interessant ist wieder einmal das Fehlen des "M"-Suffixes – so als ob nVidia seine Mobile-Lösungen nun gar nicht mehr explizit kennzeichnen wollte. Dies wäre ertragbar, wenn die Spezifikationen gleich zu denen der gleichnamigen Desktop-Lösung wären – was aber für das Mobile-Segment eher nicht zu erwarten ist, weder bei den Taktraten noch bei der Anzahl der freigeschalteten Hardware-Einheiten. Im Sinne eines bestmöglichen Überblicks zugunsten der Notebook-Käufer wäre dies schwer suboptimal und nVidia davon nur abzuraten. Andererseits ist in dieser Frage noch nicht alles in trockenen Tüchern, gibt es andere Meldungen, die dann wieder von Mobile-Lösungen mit "M"-Suffix sprechen. Terminlich dürfte nVidia versuchen, damit noch im Herbst herauszukommen, um rechtzeitig zur üblicherweise lukrativen Back-to-School-Saison wenigsten einen Anfang seiner neuen Mobile-Serie im Markt zu haben.

Die PC Games Hardware hat ein feines Special aufgelegt, welches sich der Frage widmet, wie sinnvoll Ultra-Grafikdetails in aktuellen Spielen wirklich sind. Hierzu wurden Framerate und Bildqualität verglichen – mit jeweils recht eindeutigem Ergebnis: Die Framerate ging beim Wechsel von der Ultra-Bildqualität auf die zweithöchste Bildqualität des jeweiligen Spiels um im Schnitt +33% nach oben – rechnet man nur jene beiden Spieletitel, wo die benutzte GeForce GTX 960 schon an ihre Grenzen gelangte, dann waren es sogar +50%. Die Verluste an Bildqualität waren dagegen marginal und sehr deutlich diesen hohen Performanceverlust nicht wert. Diese Tendenz gibt es schon seit einigen Jahren und dürfte letztlich in der Anforderung an die Spieleentwickler begründet sein, sowohl (mittelmäßige) Konsolen-Hardware als auch aktuelle HighEnd-Grafikkarten auszunutzen. Somit wird grundsätzlich für eine der aktuellen Konsolen programmiert und für den PC-Port dann einfach einige Grafikeffekte bis in die völlige Ineffizienz hochgedreht – der einfachste Weg, um ohne viel Arbeit auch HighEnd-Hardware auf dem PC knechten zu können und trotzdem noch eine bessere Optik zu bieten. Aber wenigstens ergibt sich somit die Möglichkeit für Käufer von Midrange-Grafikkarten, auch noch in ein paar Jahren mit gut von der Partie zu sein – wenn das Zurückdrehen auf die zweithöchste Bildqualitätsstufe einen derart hohen Effizienzgewinn bedeutet.

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Zwei neue Hinweise auf AMDs Vega-10-Chip

Nachdem AMDs Polaris-Portfolio mehr oder weniger steht, richtet sich das Augenmerk gerade der an echter HighEnd-Performance interessierten Nutzerschaft dann sicherlich teilweise schon wieder in Richtung der nachfolgenden Vega-Chips. Den Anfang hierzu sollte Vega 10 machen, womöglich sogar noch in diesem Jahr. Hierzu gibt es nunmehr zwei neue Hinweise, wenngleich beide ziemlich indirekt sind und damit noch keine Sicherheiten gegeben werden können. Als erstes berichtete die PC Games Hardware schon letzte Woche von einer auf einer AMD-Webseite beiläufig gelisteten "Radeon RX 490" (inzwischen dort wieder gelöscht). Interessanterweise lief diese Namensnennung im Rahmen einer Spielebundle-Übersichtsseite, welche terminlich bis auf den 31. Dezember 2016 festgesetzt war – und legt damit nahe, das jene Radeon RX 490 ergo vorher noch erscheinen sollte. Gemäß AMDs neuem Namensschema kann es sich hierbei kaum um eine Polaris-basierte Lösung handeln, denn dafür wäre ein breiteres Speicherinterface vonnöten.

Sofern AMD nicht den billigen Ausweg einer Polaris-10-basierten DualChip-Lösung wählt, wäre somit eigentlich von einer Grafikkarte auf Vega-10-Basis auszugehen – mit Termin noch im Jahr 2016 wohlgemerkt. Jene Namenswahl wurde im übrigen von uns schon so vorhergesagt, schließlich hat AMD im aktuellen Namensschema nicht mehr all zu viel Platz und soll dann wohl noch ein Vega-11-Chip nachfolgen (der dann aber wohl mit Sondernamen in Nachfolge der Nano/Fury-Karten in den Markt gehen dürfte). Ein wenig offen bleiben muß derzeit noch die Frage, wie AMD im aktuellen Namensschema noch eine Salvage-Version des Vega-10-Chip unterbringen will, denn eigentlich ist derzeit oberhalb der Radeon RX 480 nur noch ein einziger Platz frei. Der nächste indirekte Hinweis kommt dann wieder einmal aus der Zauba Import/Export-Datenbank, mittels welcher wieder einige neue AMD-Aktivitäten im abgelaufenen Monat Juni offengelegt werden konnten:

Die Testlieferung mit der Codenummer "C99301" ist dabei aufgrund des hohen Preispunkts von umgerechnet ~990 Euro (pro Stück) die interessante Position. Ähnliche Boards gingen schon einmal im Februar auf Reisen, seinerzeit noch mit einem Preispunkt von ~1500 Euro – aber AMD scheint ab den Juni-Lieferungen generell viel niedrigere Zollwerte anzusetzen, wie auch in der nachfolgenden Auflistungen aller bekannten AMD-Testlieferungen notiert. In jedem Fall waren Lieferungen mit der Codenummer "C99301" zu allen Zeitpunkten mit den höchsten Preispunkten ausgezeichnet, was man neben der hohen Codenummer durchaus als Hinweis auf Vega 10 verstehen kann – gerade nachdem sich Polaris 10 inzwischen als klare Midrange-Lösung herausgestellt hat. Eventuell hängt das ganze sogar mit dem kürzlich von AMD erreichten Vega-10-Meilenstein zusammen – welchen AMD am 23. Juni 2016 begangen hat, gerade einmal zwei Tage nach der genannten Testlieferung.

Code alter Zollw. neuer Zollw. Lieferungen mögl. Erklärung
D00001 ~420 Euro - 15 Stück zum 14. Januar 2016, 10 Stück zum 15. März 2016, 9 Stück zum 16. März 2016 unklar
C99301 ~1500 Euro ~990 Euro 2 Stück zum 1. Februar 2016, 6 Stück zum 21. Juni 2016 Vega 10
C98103 - ~130 Euro 5 Stück zum 23. Juni 2016 Radeon RX 470
C98101 ~650 Euro - 2 Stück zum 28. Dezember 2015, 48 Stück zum 30. Januar 2016, 4 Stück zum 16. Februar 2016 Radeon RX 470
C98002 - ~190 Euro 20 Stück zum 23. Juni 2016 Radeon RX 480
C98001 ~560 Euro ~190 Euro 7 Stück zum 1. Dezember 2015, 2 Stück zum 8. Januar 2016, 24 Stück zum 14. Januar 2016, 14 Stück zum 14. Juni 2016 Radeon RX 480
C95401 ~360 Euro - 8 Stück zum 12. Mai 2016 Radeon RX 460
C94402 ~840 Euro - 1 Stück zum 9. März 2016 unklar
C92401 ~240 Euro - 8 Stück zum 13. August 2015 vor Polaris/Vega
C91301 ~200 Euro - 30 Stück zum 6. Januar 2015 vor Polaris/Vega
Die kursiv notierten "Erklärungen" in der rechten Spalte sind reine Annahmen unsererseits.

Insofern deutet einiges darauf hin, das AMDs Vega-Chip dann doch noch dieses Jahr spruchreif wird und als Radeon RX 490 in den Markt kommt. Von Vega 10 sind gemäß früheren Informationen 4096 Shader-Einheiten und die Nutzung von HBM2-Speicher zu erwarten – wenn man so will, ein Fiji-Chip auf die 14/16nm-Fertigung umgesetzt. Der Vega-10-Auftragsfertiger ist dabei immer noch nicht gänzlich sicher – es hält sich diesbezüglich hartnäckig das Gerücht, das AMD die Vega-Serie dann doch wieder bei TSMC fertigen lassen würde. Gänzlich abwegig ist dies nicht, denn während Polaris 11 & 10 bei GlobalFoundries für die benötigten Waferabnahmemengen sorgen, machen Vega 10 & 11 bei angenommen TSMC volumentechnisch das Kraut auch nicht mehr fett, würde dies AMD jedoch Zugriff auf die augenscheinlich zugkräftigere 16nm-Fertigung von TSMC geben. GlobalFoundries 14nm-Fertigung als Samsung-Lizenzprodukt mag für SoCs gut geeignet sein, aber im Bereich ernsthafter Grafikchips fehlt jedoch augenscheinlich die Fähigkeit, hohe Taktraten gehen zu können – und setzt man jene dennoch ein, geht die Verbrauchseffizienz flöten, wie bei der Radeon RX 480 zu sehen.

Und selbiges kann sich AMD bei den nachfolgenden Vega-Chips nicht mehr leisten, denn jene gehen wie üblich in Grenzbereiche bezüglich der Stromversorgung – und dann drohen dort harte Limits, da kann man nicht einfach irgendwie noch mehr verbrauchen. Im Gegenzug wird AMD jedoch regelrecht jedes Megahertz Mehrtakt benötigen, welchem man habhaft werden kann – denn Hardware-technisch gleicht Vega 10 wohl dem Fiji-Chip – und jener wird vom GP104-Chip auf nVidia-Seite jetzt schon um +32% bis +43% überrundet. Da es mit der höheren Effizienz der vierten GCN-Iteration bekannterweise nicht weit her ist, ist AMD faktisch zwingend auf das Erreichen von massiv höheren Taktraten bei Vega 10 angewiesen, wenn sich dieser Grafikchip wirklich mit nVidias GP104 anlegen wollte. Aufgrund der vielen Unsicherheiten zu Vega 10 ist eine Prognose zum Ausgang dieses Zweikampfs zum jetzigen Zeitpunkt wohl noch ziemlich vermessen – aber das dies kein einfaches Brot werden wird für AMD, dies kann man sicherlich schon jetzt absehen.

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Erste Chargen der Radeon RX 480 4GB werden mit gleich 8 GB Speicher ausgeliefert

Nach den (teilweise) freischaltbaren Radeon R9 290 und Radeon R9 Fury hat AMD bei der Radeon RX 480 wieder einmal eine kleine Überraschung zugunsten der Hardware-Käufer zu bieten: Die erste Charge der 4-GB-Version dieser Karte wird mit 8 GB physikalisch verbautem Speicher ausgeliefert (wovon per BIOS nur 4 GB freigeschaltet sind). Bestätigen können dies Tweakers (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) sowie Hardwareluxx jeweils auf Basis von Usermeldungen im eigenem Forum sowie WCCF Tech auf Basis eigener Recherche. Verbaut werden bei diesen Karten generell 8 Stück GDDR5-Speicherchips mit jeweils 1 GB Speicherkapazität – obwohl für die gewünschte Speichermenge von 4 GB natürlich Speicherchips mit jeweils 0,5 GB Speicherkapazität ausreichend wären.

Interessanterweise hat es aber noch keiner gewagt, die Karte auf 8 GB Speichernutzung umzuflashen – entweder fehlen hierzu noch die entsprechenden BIOS-Versionen oder aber es existiert eine gewisse Risiko-Aversion angesichts der neu erworbenen Hardware. Auf den Pressesamples muß das Umflashen jedenfalls problemlos funktionieren, da AMD den Hardwaretestern zum Launch sogar ein entsprechendes BIOS zum Flashen einer 8-GB-Karte auf eine 4-GB-Version mitgegeben hat. Ob man auch das umgedrehte BIOS offiziell zur Verfügung gestellt hat, ist unbekannt – aber notfalls dürften hierfür ja BIOS-Dumps das originale 8-GB-BIOS sichern helfen. Bei TechPowerUP kann man jedenfalls jetzt schon die BIOSe zum Referenzdesign der Radeon RX 480 8GB seitens AMD und Sapphire downloaden. Und da die derzeit ausgelieferten Radeon RX 480 4GB Karten allesamt reinrassige AMD-Referenzdesigns mit nur einem anderen Herstelleraufkleber sind, sollten der Flashvorgang eigentlich mit sehr geringem Risiko funktionieren können. Aber wie gesagt gibt es derzeit – trotz dieser eigentlich guten Ausgangslage mit hoher Chance auf erfolgreichen Flash – noch keine Berichte über entsprechende Freischaltungen der Radeon RX 480 4GB zur Radeon RX 480 8GB.

Jene physikalische Speicherbestückung von gleich 8 GB Speicher bei der Radeon RX 480 4GB ist natürlich arg ungewöhnlich und dürfte wohl dem Druck geschuldet sein, möglichst schnell und unkompliziert auch eine 4-GB-Version der Karte ausliefern zu können. Möglicherweise waren die passenden 0,5-GB-Speicherchips noch nicht lieferbar – möglicherweise wollte AMD aber auch bewußt wieder einmal eine solche Art an "Easteregg" bieten. In jedem Fall dürfte der Spaß (wie üblich) von zeitlich begrenzter Natur sein, denn natürlich kostet AMD diese Kartenversion somit genauso viel wie eine 8-GB-Ausführung, zu allerdings dem Verkaufspreis der 4-GB-Ausführung (die Grafikkartenhersteller dürften intern den niedrigeren Einkaufspreis an AMD zahlen). Sprich: Über kurz oder lang dürfte die Radeon RX 480 4GB dann auch tatsächlich nur 4 GB Speicher physikalisch tragen, womit alle Freischaltversuche zum Scheitern verurteilt sind sowie unter Umständen sogar im Karten-Tod enden. So lange es allerdings noch keine Berichte über erfolgreiche Freischaltungen gibt, bleibt dieses "Easteregg" erst einmal noch graue Theorie (bzw. sogar unnützer Ballast auf den betreffenden Grafikkarten).

Nachtrag vom 6. Juli 2016

Bei TechPowerUp gibt es nun endlich die erste bestätigte & funktionierende Freischaltung einer Radeon RX 480 4GB zur 8-GB-Ausführung. Hierbei hat man Retail-Karte von Sapphire entsprechend umgeflasht, der Erfolg dessen wurde dann in einem kurzen Benchmark belegt – welcher die Karte auf Augenhöhe mit der Performance des regulären 8-GB-Modells sah. Hinweise auf weitere erfolgreiche Freischaltungen auf Nutzerseite sind unserem Forum zu entnehmen. Interessant hierbei insbesondere der Fall der XFX-Karte, welche sich nicht mit dem BIOS einer XFX Radeon RX 480 8GB umflashen ließ – erst der erneute Flash mit dem BIOS der AMD Radeon RX 480 8GB bewirkte, das die Karte wieder bootete und dann wie gewünscht als 8-GB-Version lief. Als Flash-Tool sollte man das gerade aktualisierte ATIFlash 2.74 benutzten, welches in der neuen Version dann auch die Polaris-Grafikchips unterstützt.

In jedem Fall ergibt sich über die weiteren Erfolgsberichte bei bislang keinen Negativberichten (und auch eines nur höchst geringen Risikos darauf) die Situation einer netten Dreingabe seitens AMD, wenn man zum Preis der 4-GB-Ausführung eben gleich die 8-GB-Ausführung erhält. Allerdings scheint der Spaß auch schon wieder vorbei zu sein, denn die Händlerangebote an entsprechenden Karten sind umgehend stark zurückgegangen – ein gewisser Hinweis darauf, das es von der Referenzausführung der Radeon RX 480 4GB wohl nur diese erste Charge geben wird, Nachlieferungen zu dieser Karte aber nunmehr eher unwahrscheinlich sind. Sicherlich wird es auch in Zukunft Radeon RX 480 Grafikkarten mit nur 4 GB Speicher geben – aber dann in Form von Herstellerdesigns, wo wirklich nur 4 GB Speicher physkalisch verbaut sind. Die glücklichen Besitzer jener ersten Charge an Radeon RX 480 4GB Karten können nunmehr ihre persönliche Karte mit hohen Erfolgsaussichten zur 8-GB-Version umflashen, ein Massenphänomen wird das ganze aber ziemlich sicher nicht werden.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 4. Juli 2016

Videocardz bringen in zwei Meldungen – No.1 & No.2 – die neuesten Gerüchte und Informationsfetzen zur GeForce GTX 1060. Interessant hieran ist der komplette Verzicht auf einen SLI-Konnektor im Referenzdesign der Karte – ob Herstellerdesigns jenen wieder tragen werden, bleibt noch offen. Eine solche Karte im SLI zu betreiben, ist sicherlich sowieso nicht sinnvoll, da es hierfür schließlich Ersatz im SingleChip-Bereich (in Form der GeForce GTX 1080) gibt. Daneben dürfte eine GeForce GTX 1060 SLI aber vor allem auch nVidias Hochpreispolitik bloßstellen, wenn zwei solcher Karten etwas schneller und gleichzeitig bemerkbar preisgünstiger als eine einzelne GeForce GTX 1080 sind. Sollte sich der Ausschluß der GeForce GTX 1060 von SLI auch bei den Herstellerdesigns durchsetzen, dürfte dies natürlich die Spieleentwickler kaum dazu ermuntern, besonders viel Arbeit in den Support von MultiChip-Lösungen zu stecken – womit sich in absehbarer Zeit das Thema SLI und CrossFire außerhalb von Spezialfällen wie VR wohl generell erledigen könnte. AMD bietet hingegen weiterhin CrossFire-Support sogar hinunter bis zur Radeon RX 460 an – hat aber natürlich nicht die aktuelle Marktmacht von nVidia.

Daneben wurden nochmals die beiden Kartenversionen mit 3 GB und 6 GB Speicher thematisiert – wobei erneut darauf bestanden wurde, das jene abweichende Chipbezeichnungen (GP106-300 und GP106-400) tragen sollen, welche allerdings üblicherweise auf einen echten Hardware-Unterschied hinweisen (welcher dato ungewiß wie unbekannt ist). Für den Augenblick scheint ohnehin erst einmal nur die 6-GB-Variante in den Markt zu kommen – und leider anfänglich wieder nur als "Founders Edition", was zu einer Midrange-Lösung wie der GeForce GTX 1060 nicht so wirklich passen will. Ob mit diesem Kartenlayout wirklich die notwendigen Preispunkte erreichbar sind, um sich mit AMDs Radeon RX 480 anzulegen – trotz einer eventuellen Mehrperformance der GeForce GTX 1060 im Rahmen von 10-15% – bliebe demzufolge zu bezweifeln bzw. abzuwarten. Die genannte Mehrperformance ist natürlich in keinem Preisbereich verkehrt – aber eventuell viel weniger entscheidend, wenn die GeForce GTX 1060 einen Preispunkt aufwerfen sollte, welcher von der hauptsächlichen Zielgruppe dieser klaren Midrange-Grafikkarte nicht mehr unterstützt wird.

In diesem Zusammenhang sei auch auf die Ergebnisse unserer letzten Umfrage verwiesen, welche die allergrößte Käufergruppe klar bei unter 300 Euro sieht – und dies im Rahmen des 3DCenters, im Massenmarkt dürfte dieselbe Umfrage eine klar tiefpreisiger angesetzte Käuferorientierung ergeben. Setzt sich nVidia mit der GeForce GTX 1060 also auf den falschen Preispunkt, hilft auch alle Mehrperformance und der übliche nVidia-Bonus nicht mehr weiter. Unserer Meinung nach wird man sowohl in Dollar- als auch Euroland unter der psychologisch wichtigen Marke von 300 Dollar/Euro bleiben müssen – auch wenn dies gerade in Euroland angesichts des aktuellen Wechselkurses nicht gerade einfach ist. Wo das ganze letztlich landet, könnte am Ende schneller bekannt werden als gedacht, denn die polnische Webseite PurePC (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) hat schon ein wohl offizielles nVidia-Testsample der GeForce GTX 1060 erhalten. Jene Wortmeldung ist vom Abend des Sonntags (3. Juli), ergo könnte der kolportierte Launchtermin vom 7. Juli (Donnerstag) sogar noch wirklich wahr werden. Im Fall des Falles darf man den Launch dann zeitlich auf 15 Uhr deutscher Zeit liegend annehmen.

Zum Fall des Bruchs der PCI-Express-Spezifikationen durch die Radeon RX 480 kommt aus unserem Forum ein schönes Video vom Netzteil-Experten des Forums, anddill, in welchem versucht wird, den PCI-Express-Slot vorsätzlich zu überlasten. Bei einer Belastung mit der doppelten als der zulässigen Last (~10 Ampere anstatt 5,5 Ampere ±8%, ab 10:11 im Video) passiert im PCI-Express-Slot aber noch absolut gar nichts. Die durch den Slot selber erzeugte Verlustleistung bei dieser doppelten Last liegt immer noch zuverlässig unter einem Watt – und dies bei einer bewußt nachlässigen Versuchsaufbau mit uraltem Mainboard und nicht gänzlich perfekt sitzender Steckkarte. Abrauchende PCI-Express-Slots dürften also in den Bereich der Mythen zu verweisen sein, jene Slots sind selbst bei doppelter Belastung augenscheinlich noch lange nicht in grenzwertigen Bereichen. Nachdenkenswert im übrigen die Schlußworte des Videos, wo anddill darauf hinweist, das auch bei anderen Grafikkarten Brüche der PCI-Express-Spezifikation existieren, wenn da teilweise mehr über den 6poligen Stromstecker (spezifiziert für 75 Watt) oder den 8poligen Stromstecker (spezifiziert für 150 Watt) gejagt wird – wie bekannt bis dato folgenlos, da die Technik weitaus mehr aushällt.

Im Fall der Radeon RX 480 liegt somit im eigentlichen nur eine andere Art dieses "beliebten" Bruchs der PCI-Express-Spezifikation vor – aber weil das ganze seinen Neuheitswert hat, bekommt AMD dafür nunmehr extra viel Beachtung wie auch Kritik. Technisch gesehen ist AMDs Lösung wohl als halbwegs solide einzuschätzen, ohne beachtbar höhere Risiken für die Hardware selber oder die Komponenten-Kompatibilität. Den Mehrbedarf über den extra Stromstecker zu beziehen, wäre allerdings nochmals besser gewesen, da diese Methode zum einen weitaus besser erprobt ist und zum anderen selbst uralte Stromstecker dies liefern können, während das Risiko der Radeon RX 480 in älteren bzw. gerade billigen älteren Mainboards etwas ansteigt. Echte Schäden sind wie bewiesen nirgendwo zu erwarten, aber zu Abschaltungen könnte es in der Paarung "altes/schwaches Mainboard mit Radeon RX 480" in Einzelfällen durchaus kommen. Noch besser wäre natürlich gewesen, AMD wäre der ganzen Problematik dadurch aus dem Weg gegangen, sich einfach an die Spezifikationen zu halten und für ein Power-Limit von 170 Watt auch die entsprechenden Stromstecker zu verbauen – eben 2x 6polig oder 1x 8polig.

Unsere gestrige Darstellung zur Speicherspezifikation von 0,5 GB großen GDDR5-Speicherchips war leider falsch: Die von AMD derzeit für die Radeon RX 480 benutzten Samsung-Speicherchips sind sowohl in der Größe von 0,5 GB als auch in der Größe von 1 GB mit Taktraten von bis zu 4000 MHz gelistet – bei den 1-GB-Chips geht es sogar bis auf 4500 MHz hinauf. Natürlich bedeutet Listung nicht Verfügbarkeit, aber sobald großer Bedarf da ist, kommt die Verfügbarkeit bei diesen vergleichsweise einfach herzustellenden Chips üblicherweise recht fix in Gang. Das AMD für die 4-GB-Ausführung der Radeon RX 480 einen niedriger getakteten Speicher ansetzt, muß also doch einen anderen Grund haben als die Verfügbarkeit entsprechender Speicherchips. Möglicherweise war man sich vorab bei AMD darüber im klaren, das die kleinere Karte aufgrund des gleichen Power-Limits automatisch auf höhere Boosttaktraten kommt (wenn grob 14 Watt Stromverbrauch freiwerden) und damit ein gleicher Speichertakt die 4-GB-Karte sogar hätte schneller als die 8-GB-Karte ausfallen lassen – ein Punkt, der sicherlich den Käufern gefallen hätte, aber verkaufstaktisch unklug wäre, weil AMD sicherlich zuerst die 8-GB-Version verkaufen will.

Golem berichten über einen neuen Schildbürgerstreich bei der Produktbenennung von Intel-Prozessoren: Mit der Kaby-Lake-Generation wird es keine Core M5 und Core M7 Modelle mehr geben, jene werden dann den Core i5 und i7 Modellen zugeschlagen – einzig der Core M3 bleibt als letztere Rest der Core-M-Serie bestehen. Sicherlich wertet dies einige Modelle auf, macht die Core-M-Serie damit aber auch nominell schwächer, weil jene dann nur noch aus LowEnd-Modellen besteht und die leistungsstarken Modelle sich im übrigen Prozessoren-Angebot verstecken. Jenes wird damit nochmals undurchsichtiger, wenn unter Core i5 & i7 Prozessoren-Modelle von 3 Watt TDP bis 95 Watt TDP zusammengefasst werden – welche natürlich grob voneinander abweichende Performance-Punkte haben. Allerdings dürfte die gewisse Endkundenverwirrung durchaus einkalkuliert sein, denn ein informierter Endkunde kauft bewusster und ist demzufolge weniger empfänglich für aufgeschwatzte Angebote, welche der eigentlichen Kaufzielsetzung gar nicht entsprechen. In einem Prozessoren-Markt mit echtem Wettbewerb wäre dies sicherlich nicht so einfach möglich, in einem Markt mit richtig beinhartem Wettbewerb nahezu unmöglich zu realisieren – aber wie zu sehen sind wir davon leider weit entfernt.

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Spezifikations-Update zu AMDs Radeon RX 460 & 470

Mit dem Launch der Radeon RX 480 gab es auch ein paar neue Informationen zu den Spezifikationen der nachfolgenden kleineren Polaris-Karten Radeon RX 460 und 470. Zur kleineren Polaris-11-basierten Radeon RX 460 hat AMD hierbei schon die genauen Hardware-Spezifikationen samt einem Blockdiagramm offengelegt – was fehlt, sind nur noch die konkreten Taktraten. Danach wird die Radeon RX 460 augenscheinlich im Vollausbau des Polaris-11-Chips (früher von AMD schon mit 16 Shader-Clustern beschrieben) mit 1024 Shader-Einheiten an einem 128 Bit GDDR5-Speicherinterface daherkommen. Sinngemäß handelt es sich damit bei Polaris 11 um eine leicht aufgebohrte Bonaire-Neuauflage, dort standen 896 Shader-Einheiten an einem 128 Bit GDDR5-Speicherinterface zur Verfügung, gleich ist beiden Grafikchips die Verwendung von zwei Raster-Engines (wichtiger Unterschied zum vorhergehenden Cape-Verde-Chip). Der Vergleich mit dem Pitcairn-Chip wird dagegen schwierig, da jener nicht nur 20% mehr Shader-Einheiten, sondern auch ein doppelt so breites Speicherinterface zur Verfügung hat.

Je nach anliegenden Taktraten könnte sich Polaris 11 sicherlich dennoch mit kleineren Pitcairn-Varianten anlegen – einmal abgesehen allerdings davon, das Polaris 11 dafür nicht gebaut wurde. Jener Grafikchip wurde ganz extrem für Mobile-Bedürfnisse entwickelt – dafür wurde sogar eine mit 146m² vergleichsweise große Chipfläche in Kauf genommen, nur um den Polaris-11-Chip besonders flach zu bekommen (bei 1,5mm Chiphöhe, Bonaire ist dagegen 1,9mm hoch). Die – offiziell noch nicht bestätigte – Chipfläche erstaunt dennoch, denn somit packt AMD zwischen Polaris 11 und 10 in ca. 59% mehr Chipfläche mehr als die doppelte Anzahl an Recheneinheiten sowie ein doppelt so breites Speicherinterface hinein. Zwar skalieren Grafikchips (aufgrund fixer Einheiten wie Video-Einheit, Display-Engine und PCI-Express-Interface) niemals perfekt mit der Einheitenanzahl, aber die hier vorliegende Skalierung erscheint eher als besonders schlecht (oder hat ihren Hintergrund in dem besonders flachen Chip).

Mit den früher vermeldeten (wenngleich unbestätigten) Taktraten von 1000/3500 MHz ist sicherlich nicht viel Staat zu machen – AMDs Augenmerk liegt bei der Radeon RX 460 jedoch nicht auf einer großen Performance-Offenbarung, sondern einer soliden Grafikkarten klar unter 75 Watt Realverbrauch und damit ohne extra Stromstecker. Ein normgerechter Stromverbrauch auf dem PCI-Express-Slot ist dafür dann sogar mehr als obligatorisch – denn eine Karte wie die Radeon RX 460 wandert gern auch einmal in ältere oder/und leistungsschwache PCs, wo man nicht auf Mainboards mit besonders großen Reserven setzen kann. Die dem PCI-Express-Slot zugeschriebenen maximal 75 Watt Stromverbrauch sind im übrigen auch nur eine eher grobe Angabe: Real sind es bis zu 5,5 Ampere auf der 12V-Schiene ±8% (=66W ±8%, ergibt maximal 71,3W) – zuzüglich ein paar Watt aus der 3,3V-Schiene, woraus sich jedoch gewöhnlich der Grafikchip sowie die Speicherchips selber nicht speisen können.

AMD Radeon RX 460 Spezifikationen
AMD Radeon RX 460 Spezifikationen
AMD Radeon RX 470 Spezifikationen
AMD Radeon RX 470 Spezifikationen

Zur Radeon RX 470 gibt es bei der ComputerBase dagegen die Information zu lesen, das diese Grafikkarte mit 2048 Shader-Einheiten an jedoch dem vollen 256 Bit breiten Speicherinterface antreten wird. Dies liegt im Rahmen der Erwartungen – welche für diese Salvage-Lösung dann auch den Gang unter 150 Watt realen Stromverbrauch annehmen. Der Grafkchip soll auf der Radeon RX 470 schon einmal 25 Watt weniger verbrauchen, was AMD für eine besonders niedrige offizielle Verbrauchsangabe von nur 110 Watt TBP ausnutzt – aber auch das real anliegende Power-Limit sollte damit im höchstmöglichen Fall bei 145 Watt liegen (realistisch eher bei 130-140 Watt). Dies hängt natürlich auch an den konkreten Taktraten, welche sich gemäß früheren Informationen auf 1266/3850 MHz belaufen sollen – aber in dieser Frage ist noch nichts gänzlich sicher, AMD könnte hier sicherlich noch kurz vor Launch nachjustizieren. Wie die Radeon RX 480 soll die RX 470 mit Speicherbestückungen von 4 und 8 GB erscheinen, die RX 460 im übrigen mit Speicherbestückungen von 2 und 4 GB:

Radeon RX 460 Radeon RX 470 Radeon RX 480
Chipbasis AMD Polaris 11 AMD Polaris 10
Fertigung ? Mrd. Transistoren in 14nm auf 146mm² Chipfläche bei GlobalFoundries 5,7 Mrd. Transistoren in 14nm auf 232mm² Chipfläche bei GlobalFoundries
Architektur GCN4, DirectX 12 Feature-Level 12_0
Technik 2 Raster-Engines, 1024 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit GDDR5-Interface, 1 MB Level2-Cache 4 Raster-Engines, 2048 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface, 2 MB Level2-Cache 4 Raster-Engines, 2304 Shader-Einheiten, 144 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface, 2 MB Level2-Cache
Taktraten angbl. 1000/3500 MHz angbl. 1266/3850 MHz 4GB: 1120/1266/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: ? MHz)
8GB: 1120/1266/4000 MHz
(Ø-Chiptakt: 1209 MHz)
Speicherausbau 2/4 GDDR5 4/8 GB GDDR5 4/8 GB GDDR5
off. Verbrauch ≤75W TBP 110W TBP 150W TBP
Power-Limit ? ? 170W (max. +50%)
FHD Perf.Index gesch. ~230-250% gesch. ~470-480% 530%
Listenpreis 2GB: vermlt. 99-109$
4GB: vermlt. 119-129$
4GB: vermlt. 159-169$
8GB: vermlt. 199-209$
4GB: 199$
8GB: 239$

Bezüglich der Performance der Radeon RX 470 kann man sich zum einen an die AMD-eigenen Benchmarks halten, welche einen Performance-Index von ~480% für die Radeon RX 470 ergeben würden. Zum existieren noch früheren 3DMark11-Messungen, welche auf eine Performance-Differenz von -10,5% zwischen Radeon RX 470 & 480 hindeuten und damit einen Performance-Index von ~470% ergeben würden. In genau dieses Feld kann man die Radeon RX 470 damit derzeit einordnen – bei einem FullHD Performance-Index von ~470-480%, was in etwa das Niveau der Radeon R9 290 (Perf.Index 480%) ist bzw. minimal darunter wäre. Das Hauptaugenmerk bei der Radeon RX 470 dürfte allerdings sowieso auf dem Vergleich mit den im gleichen Preissegment liegenden Radeon R9 380 (Perf.Index 360%) und GeForce GTX 960 (Perf.Index 340%) liegen – wobei die Radeon RX 470 jene 28nm-Karten mit fliegenden Fahnen besiegen sollte.

Die frühere Performance-Prognose zur Radeon RX 460 kann bei dieser Gelegenheit auch einmal neu überdacht werden: Denn obwohl die vorliegenden 3DMark11-Werte auf eine Performance ziemlich exakt wie bei der Radeon R7 360 hindeuten, ist durch den Launch der Radeon RX 480 klar, das alle Vorabmessungen mit dem 3DMark 11/13 eine um 5-10% zu gute Performance der Radeon RX 480 prognostiziert haben. Bezogen auf die Radeon RX 460 ergibt dies eine Zurückstufung von deren Performance-Prognose auf einen FullHD Performance-Index von ~230-250%. Dies ist dann nur noch knapp oberhalb der Performance der besten Bonaire-basierten Grafikkarten (Radeon R7 260X bei Perf.Index 200%) und ziemlich im Feld der kleineren Pitcairn-basierten Lösungen (Radeon HD 7850 bei Perf.Index 225% sowie Radeon R7 245 bei Perf.Index 245%). Gegenüber allen diesen Karten wird die Radeon RX 460 allerdings einen deutlich niedrigeren Stromverbrauch mitbringen, welcher bei den schnelleren Bonaire-Varianten sowie bei allen Pitcairn-Lösungen durchgehend bei 100 Watt und mehr lag.

Nachtrag vom 10. Juli 2016

Ein noch vakanter Punkt betrifft die Anzahl der bei der Radeon RX 460 freigeschalteten Shader-Einheiten. Der zugrundeliegende Polaris-11-Chip hat 16 Shader-Cluster aka 1024 Shader-Einheiten – doch die Radeon RX 460 beschreibt AMD in dem einen Dokument als mit 16 Shader-Clustern ausgerüstet (die hierbei angesetzte Fußnote erklärt nur, das ein Shader-Cluster aus 64 Shader-Einheiten besteht), in dem anderen Dokument hingegen als mit nur 14 Shader-Clustern ausgerüstet. Aller Vermutung nach stimmt aber wohl die zweite Angabe – dies würde auch besser zu eher mauen Performance der Radeon RX 460 bestenfalls auf Niveau der Radeon R7 370 passen. Die von AMD angegebenen 2 TeraFlops Rechenleistung sind in jedem Fall auch mit nur 896 Shader-Einheiten (in 14 Shader-Clustern) erreichbar, dafür muß einfach nur ein Chiptakt von 1116 MHz anliegen. Angesichts der Taktraten der Radeon RX 480 erscheint dies als absolut machbar, auch das TDP-Limit der Radeon RX 460 (von unter 75 Watt) dürfte mit diesen Taktraten nicht in Gefahr sein. Sicher ist diese Auflösung jedoch mitnichten, die gleiche Rechenleistung läßt sich letztlich auch mit 1024 Shader-Einheiten (in 16 Shader-Clustern) und einem Chiptakt von 977 MHz erreichen.

Nachtrag vom 12. Juli 2016

Videocardz zeigen nochmals neue Spezifikations-Folien zu Radeon RX 460 & 470 – welche zwar das gleiche Datum tragen wie die bereits bekannten Folien, dennoch aber leicht anders aussehen. Die jeweils gezeigten Informationen sind allerdings nicht abweichend, sondern bestätigen damit nur den bisher bekannten Stand: Die Radeon RX 470 kommt mit 2048 Shader-Einheiten an einem 256 Bit GDDR5-Interface und per default 4 GB Speicher (die Grafikkarten-Hersteller werden sicherlich auch 8-GB-Versionen auflegen), die Radeon RX 460 nun doch nur mit 896 Shader-Einheiten an einem 128 Bit GDDR5-Interface und per default nur 2 GB Speicher (hier sind ebenfalls auch 4-GB-Versionen zu erwarten). Leider gibt es zu beiden Karten noch keine Launchtermine – Videocardz gehen von einem Launch der Radeon RX 470 zum Ende Juli aus, mit einer Marktverfügbarkeit aber erst Anfang August. Angesichts dessen, das AMD sich die ganze Zeit sehr sicher war, gleich monatelang vor nVidia herauszukommen, ist dies doch eine unerwartet zähe Anlaufphase für Polaris-basierte Grafikkarten.

AMD Radeon RX 460 Spezifikationen (2)
AMD Radeon RX 460 Spezifikationen (2)
AMD Radeon RX 470 Spezifikationen (2)
AMD Radeon RX 470 Spezifikationen (2)
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