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Wie interessant erscheint die GP104-basierte GeForce GTX 1080?

Normalerweise sollte man keine solcherart Bewertungen abfragen, so lange noch keine unabhängigen Produkttests vorliegen. Aber die GeForce GTX 1080 fordert dies natürlich geradezu heraus, mit einer Vielzahl an jetzt schon vorliegenden Informationen und gleichzeitig einem den ganzen Spaß bremsenden Preispunkt von 699$ zum Launchzeitpunkt. Gerade der Status als Produkt auf Basis des nur zweitbesten Pascal-Chips läßt es als fraglich erscheinen, das besonders viele Gamer (zu dieser Preislage) einsteigen wollen. Was nunmehr genauer mittels dieser Umfrage herauszufinden wäre ...

Prinzipiell nicht interessiert, insofern läßt mich auch die Diskussion über diese Karte kalt.
13% (402 Stimmen)
Prinzipiell nicht interessiert, verurteile allerdings den Versuch, die Preislagen generell anzuheben.
25% (798 Stimmen)
Prinzipiell interessiert, aber zu dieser Preislage wird das nix - ergo Abwarten auf bessere Preise.
32% (1021 Stimmen)
Prinzipiell interessiert, aber zu dieser Preislage lohnt eher der Blick zu GP100 & GP102.
11% (357 Stimmen)
Prinzipiell interessiert, aber der Performancegewinn gegenüber 980 Ti & Titan X ist sowieso zu gering.
8% (259 Stimmen)
Prinzipiell interessiert, die Preislage passt zur Mehrperformance - ergo doch eine gangbare Lösung.
10% (317 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 3154
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Die offiziellen Spezifikationen und eine Performance-Prognose zur GeForce GTX 1080

Die Angaben von nVidias offizieller Produkt-Webseite zur GeForce GTX 1080 sowie die seitens nVidia im Livestream geäußerten Performance-Angaben zu dieser Karte erlauben durchaus schon eine Aufstellung der (dato bekannten) offiziellen Spezifikationen sowie einer ersten Performance-Prognose zur GeForce GTX 1080. Die Spezifikationen sind bis auf Details schon recht vollständig, fehlend sind primär noch eine offizielle Angabe zur Chipfläche des verwendeten GP104-Chips (vermutet werden derzeit ~300mm²) sowie zur Anzahl der verbauten Raster-Engines, TMUs und ROPs bei der GeForce GTX 1080. Eine große offene Frage ist daneben noch die nach den real anliegenden Taktraten bei der GeForce GTX 1080 – die Antwort hierauf können dann aber nur die Hardwaretests zu dieser Karte offenbaren, die offiziellen Taktraten von 1607/1733/2500 MHz klingen auch so schon erst einmal hoch genug:

GeForce GTX 980 GeForce GTX 980 Ti GeForce GTX 1080
Chipbasis nVidia GM204, 5,2 Mrd. Transist. in 28nm auf 398mm² Chipfläche nVidia GM200, 8 Mrd. Transist. in 28nm auf 601mm² Chipfläche nVidia GP104, 7,2 Mrd. Transist. in 16nm auf ~300mm² Chipfläche
Architektur Maxwell 2, DirectX 12 Feature-Level 12_1 Pascal, DirectX 12 Feature-Level 12_1
Technik 4 Raster-Engines, 2048 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 64 ROPs, 256 Bit GDDR5-Interface 6 Raster-Engines, 2816 Shader-Einheiten, 176 TMUs, 96 ROPs, 384 Bit GDDR5-Interface 2560 Shader-Einheiten, 256 Bit GDDR5X-Interface
Taktraten 1126/1216/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: 1144 MHz)
1000/1075/3500 MHz
(Ø-Chiptakt: 1114 MHz)
1607/1733/2500 MHz
(Ø-Chiptakt: ?)
Speicherausbau 4 GB GDDR5 6 GB GDDR5 8 GB GDDR5X
Ref./Herst./OC // // //?
Stromstecker 2x 6pol. 1x 6pol. + 1x 8pol. 1x 8pol.
TDP 165W 250W 180W
Ausgänge DualLink DVI-I, HDMI 2.0 (kein HDCP 2.2), 3x DisplayPort 1.2 DualLink DVI-I, HDMI 2.0 (kein HDCP 2.2), 3x DisplayPort 1.2 DualLink DVI-D, HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.4
FullHD Perf.Index 600% 730% geschätzt ~900-950%
4K Perf.Index 77% 100% geschätzt ~125%
Listenpreis 499$ 649$ 699$  (Herstellerdesigns angeblich ab 599$, erhältlich zwei Wochen nach Launch)
Release 19. September 2014 31. Mai 2015 27. Mai 2016

Zur Performance gibt es dato zwei Aussagen seitens nVidia: Zum einen eine generelle Performance-Einschätzung, welche die GeForce GTX 1080 in etwa um 22% vor der GeForce GTX Titan X sowie um 70% vor der GeForce GTX 980 sieht. Hierbei wird keine Auflösung angegeben, aber das ganze ist nicht bezogen auf nur einzelne Benchmarks, sondern soll wohl einen repräsentativen Querschnitt aufzeigen. Die recht hohe Skalierung zwischen GeForce GTX 980 und Titan X deutet allerdings auf die Benutzung der UltraHD-Auflösung für diese Aufstellung hin. Eine zweite Performance-Angabe findet sich auf der nVidia-Webseite und vergleicht die GeForce GTX 1080 in nur zwei Spielen mit der GeForce GTX 980, mit einem Performancevorteil von +72% zugunsten der neueren Karte. Da hierbei die Wertebasis jedoch (anzunehmen) deutlich geringer ist, stellt die erste Performance-Aussage die bisher beste Maßgabe dar, die Performance der GeForce GTX 1080 abzuschätzen.

Direkt hochgerechnet anhand des 4K Performance-Index, kommt dabei ein Wert von 127% (Vergleich zur GeForce GTX Titan X) bzw. 130% (Vergleich zur GeForce GTX 980) heraus. Rechnet man ein, das unabhängige Benchmarks das Bild üblicherweise noch einmal etwas anders sehen bzw. das sich die Hersteller ihre eigene Benchmarks (selbst unter ausschließlich eigenen Produkten) danach zurechtlegen, was jeweils promotet werden soll, kann man einen 4K Performance-Index für die GeForce GTX 1080 von (bewußt vorsichtig geschätzten) ~125% annehmen. Eventuell wird es auch etwas weniger, wenn nVidia mit seinen eigenen Benchmark-Aussagen die Performance der GeForce GTX 1080 als deutlich zu rosig dargestellt hat – aber solcherart Übertreibungen sind eher eine Sache der Vergangenheit bzw. von Hersteller-übergreifenden Vergleichen, was hier jedoch nicht zutrifft. nVidia weiss natürlich auch, das man an diesen angezeigten Werten später gemessen wird und das gröbere Praxisabweichungen demzufolge angemängelt würden.

Den FullHD Performance-Index der GeForce GTX 1080 wollen wir dagegen für den Augenblick besser nur grob mit ~900-950% abschätzen – hier ergibt sich noch einiger Spielraum in der Frage, wie gut die Karte mit der jeweils zur Verfügung stehenden CPU-Power skalieren kann. Potentiell gesehen kann das Performanceplus der GeForce GTX 1080 unter FullHD sogar größer ausfallen als unter UltraHD, da unter FullHD die gegenüber GeForce GTX 980 Ti & Titan X nicht höhere Speicherbandbreite eine unwichtigere Rolle spielen sollte. Allerdings laufen viele Spitzenmodelle derzeit unter FullHD schon mehr oder weniger in CPU-Limits, ist es dort (wesentlich) schwieriger, eine vorhandene Mehr-Rohpower auch wirklich auf die Straße zu bringen bzw. in mehr fps umzuwandeln. Die vorgenannte Schätzung geht hierbei einen gewissen Mittelweg und dürfte daher der Sache (aus derzeitiger Sicht) durchaus gerecht werden.

Damit kommt die GeForce GTX 1080 natürlich rein nominell auf eine monströse Performance – nVidias Ansatz von "A new King" kommt nicht von ungefähr: Unter FullHD ist man klar schneller als selbst das DualChip-Monster Radeon R9 295X2 (FullHD Perf.Index ~840%), unter 4K kommt man wenigstens nahe an diese dran (4K Perf.Index ~130%). Alle SingleChip-Lösungen werden klar überboten, selbst die überteuerte und deswegen etwas aus dem Blickfeld geratene GeForce GTX Titan X (FullHD Perf.Index 760%, 4K Perf.Index 104%). Vor allem gegenüber der GeForce GTX 980 (FullHD Perf.Index 600%, 4K Perf.Index 77%) sind die (geschätzten) Zugewinne sehr stattlich: +50-60% unter FullHD bzw. +60% unter 4K. Selbst gegenüber einer stark ab Werk übertakteten Kartenversion wie der EVGA Classfied sind es noch +40% unter FullHD bzw. +35-40% unter 4K.

(geschätzte) Performancegewinne durch die GeForce GTX 1080
Taktraten FullHD 4K
GeForce GTX Titan X  (Referenz) 1000/1075/3500 MHz (Ø 1067 MHz) +20-25% +20%
GeForce GTX 980 Ti  (Referenz) 1000/1075/3500 MHz (Ø 1114 MHz) +25-30% +25%
GeForce GTX 980 Ti  (Zotac AMP! Extreme) 1253/1355/3500 MHz (Ø 1405 MHz) +15-20% +5-10%
GeForce GTX 980  (Referenz) 1126/1216/3500 MHz (Ø 1144 MHz) +50-60% +60%
GeForce GTX 980  (EVGA Classified) 1291/1391/3500 MHz (Ø 1418 MHz) +35-40% +40%
Radeon R9 Fury X  (Referenz) ≤1050/500 MHz (Ø 1050 MHz) +35-40% +25%

Kritischer wird es, wenn man gegenüber der GeForce GTX 980 Ti vergleicht, welche schließlich sogar denselben Preisbereich belegt, nachdem sich GeForce GTX 1070 & 1080 als ziemlich teure Angelegenheiten herausgestellt haben: Eine auf Referenz-Taktraten laufende GeForce GTX 980 Ti überbietet die GeForce GTX 1080 noch um +25-30% unter FullHD bzw. +25% unter 4K. Dies ist ein eigentlich klarer Abstand – aber es reicht sicherlich nicht aus, um Besitzer dieser Maxwell-Karten zum Umstieg zu bewegen – denn für einen regelrechten Grafikkarten-Wechsel ist dieser Performancegewinn zu klein. Dies wird noch deutlicher, wenn man sich eine der gut ab Werk übertakteten GeForce GTX 980 Ti Karten in Form der Zotac AMP! Extreme ansieht: Hier legt die GeForce GTX 1080 (schätzungsweise) nur noch um +15-20% unter FullHD bzw. +5-10% unter 4K zu. Wer eine GeForce GTX 980 Ti oder Titan X sein eigen nennt, welche auf Taktraten von ~1450 MHz rennt, hat wahrscheinlich heute schon die Performance einer GeForce GTX 1080 in der Hand.

Demzufolge sind die absoluten Grafikkarten-Enthusiasten auch leicht enttäuscht von der GeForce GTX 1080 – für diese bedeutet die neue nVidia-Karte keinen echten Zugewinn, selbst wenn jene rein technisch natürlich den allerersten Platz einnimmt. Aber für einen Grafikkarten-Wechsel zu Preispunkten (klar) oberhalb von 500 Euro muß man halt mehr Bumms mitbringen als nur +25% auf Referenz-Taktraten, was sich durch ab-Werk-Übertaktung und Overclocking auch noch reduzieren läßt. Aber sicherlich ist die GeForce GTX 1080 auf GP104-Basis als zweithöchstem Chip der Pascal-Generation auch nicht wirklich für absolute Grafikkarten-Enthusiasten gedacht – jene sollen später noch mit einer Gamer-Lösung auf GP100/GP102-Basis bedient werden. Problematisch an der GeForce GTX 1080 ist allerdings der sehr hohe Preispunkt, welcher die Karte nahezu automatisch ins Enthusiasten-Segment stellt, egal ob sich dies nun wirklich von der Technik rechtfertigen läßt. Gerade verglichen mit älteren HighEnd- und Enthusiasten-Lösungen sind die Performancegewinne natürlich erheblich bis extrem – gleichfalls leider aber auch der Preispunkt der GeForce GTX 1080.

(geschätzte) Performancegewinne durch die GeForce GTX 1080
AMD HighEnd AMD Enthusiast nVidia HighEnd nVidia Enthusiast
Radeon R9 390X
FullHD: +55-65%   4K: +55%
Radeon R9 Fury X
FullHD: +35-40%   4K: +25%
GeForce GTX 980
FullHD: +50-60%   4K: +60%
GeForce GTX 980 Ti
FullHD: +25-30%   4K: +25%
Radeon R9 280X
FullHD: +130-145%   4K: +135%
Radeon R9 290X
FullHD: +75-85%   4K: +75%
GeForce GTX 770
FullHD: +135-150%
GeForce GTX 780 Ti
FullHD: +70-80%   4K: +85%
Radeon HD 7970 "GHz"
FullHD: +125-140%   4K: +130%
- GeForce GTX 680
FullHD: +150-165%
GeForce GTX Titan
FullHD: +85-100%   4K: +100%
Radeon HD 6970
FullHD: +310-330%
- GeForce GTX 580
FullHD: +220-240%
-
Radeon HD 5870
FullHD: +330-350%
- GeForce GTX 480
FullHD: +270-300%
-
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GeForce GTX 1070 & 1080 werden wohl eine vergleichsweise teure Angelegenheit

In der offiziellen Ankündigung zu GeForce GTX 1070 & 1080 hat nVidia gleich jeweils zwei Preise pro Grafikkarte genannt – einen MSRP (durchschnittlicher US-Verkaufspreis) und einen extra Preis für eine "Founders Edition", der jeweils deutlich höher liegt. Dies wurde bislang nicht weiter beachtet, weil der Zusammenhang hierzu noch unklar war. Mittels der nVidia-Pressemitteilung ergibt sich nunmehr allerdings eine Klarstellung zu diesem Sachverhalt – welche eher ungünstig für die Grafikkarten-Käufer aussieht. Denn danach handelt es sich bei der als hochtrabend als "Founders Edition" bezeichneten Karte schlicht um das Referenzdesign, welches nVidia in die Kameras gehalten hat. Der MSRP gilt dann für die Herstellerdesigns, ist aber nur eine Empfehlung an die Grafikkarten-Hersteller und dürfte wenn dann nur von einigen Herstellerdesigns wirklich erreicht werden. Bezeichnend hierzu ist die genaue Formulierung der Pressemitteilung, welche dies als "Herstellerdesigns startend ab XXX Dollar" beschreibt:

The NVIDIA GeForce GTX 1080 "Founders Edition" will be available on May 27 for $699. It will be available from ASUS, Colorful, EVGA, Gainward, Galaxy, Gigabyte, Innovision 3D, MSI, NVIDIA, Palit, PNY and Zotac. Custom boards from partners will vary by region and pricing is expected to start at $599. The NVIDIA GeForce GTX 1070 "Founders Edition" will be available on June 10 for $449. Custom boards from partners are expected to start at $379.

Zu beachten wäre bei dieser zweigleisigen Preisgestaltung aber vor allem der Punkt, das es zum jeweiligen Launch nur Referenzdesigns zu den jeweils hohen Preispunkten geben wird (erste Herstellerdesigns sind jeweils zwei Wochen nach Launch zu erwarten) – die GeForce GTX 1080 wird also mit 699 Dollar starten, die GeForce GTX 1070 mit 449 Dollar. Für den nur zweithöchsten Chip des kompletten Portfolios ist dies ein vergleichsweise sehr hoher Preis – zu früheren Zeiten traten im selben Zusammenhang die GeForce GTX 680 zu einem Listenpreis von 499$ und die GeForce GTX 980 zu einem Listenpreis von 549$ an, aber niemals gleich zu 699$. Und natürlich würde nVidia sicherlich nicht zum Mittel einer doppelten Preisauszeichnung greifen, wenn dies nicht letztlich irgendeine praktische Bedeutung haben würde – ansonsten hätte man den extra Preis für die sogenannte "Founders Edition" glatt weggelassen.

Launchpreis-Entwicklung mit den letzten Grafikkarten-Generationen
AMD HighEnd AMD Enthusiast nVidia HighEnd nVidia Enthusiast
? ? GeForce GTX 1080 – 699$ ?
Radeon R9 390X – 429$ Radeon R9 Fury X – 649$ GeForce GTX 980 – 549$ GeForce GTX 980 Ti – 649$
Radeon R9 280X – 299$ Radeon R9 290X – 549$ GeForce GTX 770 – 399$ GeForce GTX 780 Ti – 699$
Radeon HD 7970 – 549$ - GeForce GTX 680 – 499$ GeForce GTX Titan – 999$
Radeon HD 6970 – 399$ - GeForce GTX 580 – 499$ -
Radeon HD 5870 – 399$ - GeForce GTX 480 – 499$ -

Es bleibt natürlich trotzdem abzuwarten, wie sich die Preise der Herstellerdesigns letztlich entwickeln werden, gewisse Preisabschläge gegenüber dem Preis des Referenzmodells sind hierbei sicherlich zu erwarten. Allerdings werden gute Herstellerdesigns in aller Regel sogar als hochwertiger als die Referenzdesigns angesehen – insofern sind diese hohen Preise für die Referenzdesigns geradezu eine Drohung, das es eventuell (für ab Werk übertaktete Karten im Eigendesign) nochmals teurer werden könnte. Natürlich wird letztlich der Wettbewerb die endgültige Preissituation herbeiführen – aber für den Augenblick sieht es ganz danach aus, als wollte nVidia sich seine hervorragende Marktstellung erneut in (besonders hell) klingender Münze auszahlen lassen.

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nVidia kündigt die GeForce GTX 1080 für den 27. Mai sowie die GeForce GTX 1070 für den 10. Juni an

Grafikchip-Entwickler hat mit seinem Livestream von der Dreamhack-Konferenz die GeForce GTX 1080 offiziell für einen Launch am 27. Mai 2016 angekündigt, die GeForce GTX 1070 hingegen für den 10. Juni 2016. Zudem sind die Produktseiten zur GeForce GTX 1080 online gegangen, zur GeForce GTX 1070 fehlt noch eine entsprechende nVidia-Webseite. Damit klären sich viele Sachen, welche vorher nur gut vermutet werden konnten, aber eben bei weitem nicht sicher waren. So kommt der GP104-Chip (16nm-Fertigung bei 7,2 Milliarden Transistoren) in der Tat mit 2560 Shader-Einheiten an einem 256 Bit GDDR5X-Speicherinterface daher. Jenes Speicherinterface sorgt mittels der Verwendung von auf 2500 MHz QDR laufendem GDDR5X-Speicher für knapp dieselbe Speicherbandbreite, welche bei GeForce GTX 980 Ti & Titan X (3500 MHz @ 384 Bit GDDR5-Interface) anliegen – aufgrund des eher zaghaften Speichertakts allerdings nicht für noch mehr Speicherbandbreite.

nVidia GP104-Livestream (Bild 2 – GeForce GTX 1080)
nVidia GP104-Livestream (Bild 2 – GeForce GTX 1080)
nVidia GP104-Livestream (Bild 3 – GeForce GTX 1070)
nVidia GP104-Livestream (Bild 3 – GeForce GTX 1070)

Für mehr Rechenpower sorgen dann die 2560 Shader-Einheiten, was zwar etwas unterhalb des Niveaus des GM200-Chips von 3072 Shader-Einheiten rangiert, was dann aber mittels sehr hoher Taktraten ausgeglichen wird: Die Referenz-Taktraten der GeForce GTX 1080 lauten auf 1607/1733/2500 MHz – und wie üblich dürften die real anliegenden Boosttaktraten sogar höher ausfallen. So kann es durchaus sein, das der kürzliche 3DMark-Benchmarkwert der GeForce GTX 1080 bei 1886 MHz Boosttakt nicht auf Basis einer Übertaktung zustande kam, sondern dem Gebrauchsalltag der Karte entspricht. nVidia selbst gibt an, das sich die Karte auf Chiptaktraten von über 2000 MHz übertakten läßt – in einem Epic-Demo lief eine GeForce GTX 1080 gar unter Luftkühlung bei satten 2114 MHz Chiptakt. Der GP104-Chip und der ganze nVidia-Ansatz bei Pascal ist also grundsätzlich auf (sehr) hohe Taktbarkeit ausgerichtet.

Dennoch verbleibt der GP104-Chip in HighEnd-Segment und ist (noch) keine Enthusiasten-Lösung. Zwar wird damit die Performance der GM200-basierten GeForce GTX 980 Ti & Titan X geschlagen werden, aber es handelt sich weiterhin um den eigentlichen Nachfolger des GP104-Chips von GeForce GTX 970 & 980. Dafür spricht auch die 180 Watt TDP der GeForce GTX 1080 sowie deren Preispunkt von 599 Dollar, die GeForce GTX 1070 liegt in dieser Frage bei 379 Dollar (für ~27% weniger Rechenleistung und nur gewöhnlichem GDDR5-Speicher). Dies ist immer noch etwas höher als seinerzeit zum Launch von GeForce GTX 970 & 980 (Launchpreise 329$ und 549$, letzteres später gesenkt auf 499$), aber dennoch noch unterhalb der Preise der GM200-basierten Grafikkarten von 649$ und 999$. Trotzdem handelt es sich bei den 599$ um den höchsten Preis, welchen nVidia jemals für eine Grafikkarte auf Basis des nur zweitschnellsten Chips einer Generation genommen hat – eine gewisse Preisentwicklung nach oben hin muß also doch konstatiert werden.

Bei der Performance will man dafür aber eben auch GeForce GTX 980 Ti & Titan X schlagen – laut diverser (ungenauer) nVidia-Angaben soll die GeForce GTX 1080 um ca. 22% vor der GeForce GTX Titan X herauskommen, andere Angaben sprechen von +72% zur GeForce GTX 980. Dies geht in Richtung einer Performance-Wertung von ~127% bzw. ~132% in unserem 4K Performance-Index, wobei die niedrigere Angabe von beiden natürlich die eher realistische für ein größeres Benchmark-Feld darstellt. Grob kann man also von einem 4K Performance-Index der GeForce GTX 1080 von ~125% ausgehen, dies sind ~25% mehr als bei der GeForce GTX 980 Ti (auf deren Referenztaktung). Für Enthusiasten dürfte der Sprung zu klein sein, denn gut übertaktete GeForce GTX 980 Ti Karten erreichen diese Performance heute schon – aber für die Enthusiasten hat nVidia schließlich auch noch einen weiteren, mächtigeren Grafikchip am Start – entweder den GP100 oder den GP102. Die GeForce GTX 1080 ist als Ablösung der GeForce GTX 980 schon einmal ganz griffig bei grob 60-70% Performanceplus. Etwas störend ist sicherlich der höhere Preispunkt (immerhin 20% mehr), welcher diesen Performanceeffekt doch schmälert. Aber vermutlich dürfte sich dies dann nach dem Release von GP100/GP102-Lösungen für Gamer-Bedürfnisse auf 499$ reduzieren lassen – worauf man allerdings noch bis zum Jahr 2017 warten muß.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 5./6. Mai 2016

Nachdem der Countdown der allerhöchstwahrscheinlich nVidia zuzuordnenden Webseite Order of 10 am Freitag um 19 Uhr deutscher Zeit ausläuft, bleibt immer noch offen, was genau danach passiert – womöglich werden nur weitere Inhalte auf dieser Webseite offengelegt. All zu viel darf man sich nicht erwarten, denn wenn dann dürfte nVidia mehr erst in einem Livestream von der Dreamhack sagen, welcher allerdings erst um 3 Uhr morgens in der Nacht zwischen Freitag und Sonnabend startet. Die Optimisten erwarten hierbei die Offenlegung der kompletten Pascal-basierten GeForce-Serie, die Pessimisten sehen kaum mehr als einen lauen Teaser zum weiterhin offiziell zur Computex erwartenden Launch von GeForce GTX 1070 & 1080. Wenigstens läßt sich zu diesen beiden Grafikkarten nunmehr das Referenz-Kühlerdesign bestätigen, nachdem Videocardz eine nVidia-Webseite gefunden haben, welche eben jenes Kühlerdesign als Hintergrundbild benutzt. Zur Computex sind wie bekannt erst einmal nur Referenzdesigns seitens der Grafikkartenhersteller zu erwarten, welche allerdings schon zwei Wochen später dann auch Eigendesigns an den Start bringen wollen. Als weiteres Appetithäppchen weist unser Forum zudem darauf hin, das die zur GeForce GTX 1080 vermeldeten hohen Taktraten auch durchaus auf Auslesefehlern basieren können – auch andere Benchmarks lesen nämlich manchmal nur den allerhöchsten im Treiber hinterlegten Boosttakt aus, nicht aber die real anliegende Taktrate.

Davon abgesehen diskutiert unser Forum schon darüber, wie es nach dem GP104-Chip bei nVidia weitergehen mag: Zur Auswahl stehen hierbei natürlich der GP100-Chip dann doch im Gaming-Einsatz – oder halt der GP102 als reiner Gaming-Chip neben dem dann reinen HPC-Chip GP100. Auch wenn nVidia ein solches Vorgehen (zwei Spitzenchips, einer davon rein für HPC) bislang noch nie praktizierte und zum GP102 nicht mehr als eine frühere Treibereintragung existiert, geht die Tendenz inzwischen stark in Richtung dieser zweiten Lösung. Und auch jene unterteilt sich noch in mehrere Unterlösungen, welche sich um die Zielrichtung des GP102-Chips drehen: Der GP102 nur als kostengünstigere Lösung mit zum GP100 ähnlicher Performance, aber geringerer Chipfläche durch Verzicht auf die Profi-Features – oder gar mit mehr Gaming-Power durch Ausnutzung einer ähnlich großen Chipfläche zugunsten von mehr Shader-Einheiten? Letzteres würde den Enthusiasten freuen und ist nebenbei auch der Weg, welche nVidia beim GM200-Chip ging – und gegen erstere Variante spricht zudem, das eine gleiche Performance wie beim GP100 letztlich ja auch über den GP100-Chip selber erreichbar ist. Dessen höherer Kostenpunkt könnte sich über die Massenfertigung egalisieren, wenn der GP100 eben auch für Gaming-Zwecke verwendet würde.

Da es aber eben doch zwei getrennte Lösungen in diesem Bereich geben soll, ist es für uns derzeit die wahrscheinlichste Auflösung, das nVidia beim GP102 eine höhere Gaming-Performance anstrebt, als mit dem GP100 möglich wäre – dies ist jedenfalls der beste Beweggrund, einen extra Chip aufzulegen. Da nVidia das GP100-Design vorsätzlich mit Profi-Feature zugekleistert hat, kann im Fall eines reinen Gaming-Chips (GP102) sehr viel hiervon wegfallen, womit auch genügend Platz frei würde für mehr Shader-Einheiten trotz gleicher oder sogar leicht kleinerer Chipfläche. Die Frage ist nur, mit wievielen Shader-Einheiten (oberhalb des GP100-Niveaus von maximal 3840 Shader-Einheiten) uns nVidia beglücken will – unsere letzte Schätzung zum GP102-Chip ging von bis zu 4608 Shader-Einheiten auf nur ~500mm² Chipfläche aus. Hier wäre sogar Platz für noch mehr, wenn man das Fertigungslimit von ~650mm² ausnutzen wollte – was nVidia in der teuren 16nm-Fertigung sicherlich nicht ausreizen wird, aber etwas mehr als 500mm² sind dennoch im Rahmen der Möglichkeiten. Eventuell gibt ja die Anzahl der Shader-Einheiten beim GP104-Chip einen gewissen Hinweis zum GP102-Chip – denn mehr als das Doppelte der Hardware-Möglichkeiten des GP104 sind vom GP102 sicherlich nicht anzunehmen.

Die Jubelmeldungen von Auftragsfertiger TSMC zur 10nm-Fertigung kommen nicht ganz von ungefähr, denn laut der DigiTimes beginnt man dort nun mit dem Tape-Out des Apple A11-SoCs in eben jener 10nm-Fertigung. Hiermit ist offensichtlich noch nicht der Abschluß des Tape-Out-Vorgangs gemeint (eigentlich bezeichnet "Tape-Out" jenen Zeitpunkt, wo ein erstes funktionsfähiges Silizium zum Chipdesigner zurückgeliefert werden kann), sondern vielmehr den Anfang dieser Aufgabe – was aber in Bezug auf die 10nm-Fertigungstechnologie auch bedeutet, das sich TSMC bei dieser schon so weit sieht. DigiTimes nennen dann auch den weiteren Ablauf: Produktionszertifizierung im Q4/2016, Sampleproduktion im Q1/2017, Kleinserienproduktion im Q2/2017 und Massenfertigung im Q3/2017. Letztlich kann man für die alles entscheidende Frage, wann TSMCs 10nm-Fertigung spruchreif für "echte" CPUs & GPUs ist, sich schlicht den Ablauf bei der 16nm-Generation ins Gedächtnis rufen: Erste 16nm-SoCs wurden bei TSMC seit Mitte 2015 produziert, kaufbare Serienprodukte gab es im Herbst 2015 – und erste (auf kaufbaren Grafikkarten befindliche) 16nm-Grafikchips wird es dennoch erst im Sommer 2016 geben. Für die 10nm-Fertigung könnte derselbe Ablauf gelten – nur alles um zwei Jahre verschoben.

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Weitere Benchmarks zum Core i7-6850K klaren das Bild zu Broadwell-E auf

In Ergänzung der bisherigen Benchmarks zum Core i7-6850K aus Intels Broadwell-E-Portfolio kommen aus dem Overclock.net-Forum noch zwei weitere Benchmarks derselben Quelle. Hierbei wurden im Cinebench R11.5 sowie im HWBot-Prime-Benchmarks jeweils knapp oberhalb 7% Performancegewinn vermessen – was einen guten Mittelwert gegenüber den bisherigen Benchmarks (+2%, +10% und +15%) darstellt. In der Summe der bisherigen Benchmarks ergibt sich somit ein Performancegewinn von gemittelt +8,3% zugunsten von Broadwell-E – unter Übertaktung wohlgemerkt. Denn nach wie vor gilt als hauptsächliche Erklärung für diesen (unerwartet hohen) Performancegewinn seitens Broadwell-E unter gleichen nominellen Taktraten, das Broadwell-E diese hohen Taktraten in der Praxis besser halten kann, sprich seltener (oder gar nicht) auf seinen Basistakt zurückgehen muß. Das jener Basistakt in diesem Vergleich zudem um 300 MHz höher liegt (verglichen wurde das kleinere Sechskern-Modell von Haswell-E mit dem größeren Sechskern-Modell von Broadwell-E), lenkt zudem diesen Vergleich ganz automatisch zugunsten von Broadwell-E – seriöser wäre der Vergleich Core i7-6850K (3.6/3.8 GHz) gegen Core i7-5930K (3.5/3.7 GHz) gewesen, nicht gegen den Core i7-5820K (3.3/3.6 GHz).

Core i7-5820K Core i7-6850K Differenz
Technik Haswell-E, 6C+HT, 15 MB L3-Cache, regulär 3.3/3.6 GHz, 140W TDP Broadwell-E, 6C+HT, 15 MB L3-Cache, regulär 3.6/3.8 GHz, 140W TDP -
Taktraten beiderseits auf 4.2 GHz laufend -
3DMark13 FS-E (Physics) 16598 19065 +14,9%
Cinebench R11.5 13,40 14,37 +7,2%
Cinebench R15 1191 1311 +10,1%
HWBot Prime 7046,95 7558,04 +7,3%
SuperPI 32M 518,886 sec 507,854 sec +2,2%

Dies hat dann zwei Auswirkungen: Unter weniger CPU-fordernden Benchmarks aus dem Anwendungs- und Spielebereich dürfte sich der Performancegewinn von Broadwell-E eher dem 2prozentigen IPC-Gewinn annähern, welchen SuperPI aufzeigt. Und gleichzeitig dürften die Prozessoren unübertaktet wohl auch unter stark CPU-lastigen Benchmarks näher zusammenrücken – das Problem in diesem Vergleich war primär, daß das benutzte Haswell-E-Modell mit 4.2 GHz Takt schon eher am Ende war (und daher auch eher zum Drosseln unter hohen CPU-Lasten neigt). Dies bedeutet, das unübertaktet Broadwell-E wahrscheinlich keinerlei beachtbaren Sprung bringt, schließlich gibt es kaum Mehrtakt und nur in einem einzigen Fall mehr CPU-Rechenkerne (Core i7-6950K mit 10 CPU-Rechenkernen). Die Unterschiede werden dann erst unter Übertaktung zu Tage treten: Broadwell-E erscheint sowohl taktfreudiger als kann auch diese hohen Taktraten besser unter starker Last halten, damit also unter Übertaktung (selbst auf gleichem nominellen Takt) die besseren Benchmark-Ergebnisse erzielen. Genaueres hierzu dürften dann sicherlich die entsprechenden Testberichte zu Broadwell-E aufzeigen, welche ab der Computex zu erwarten sind.

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