Bei der PC Games Hardware hat man sich die Performance der beiden neuen Bulldozer/Vishera-Prozzesoren FX-4350 & FX-6350 angesehen. Mit ihren etwas höheren Taktraten bietet der FX-4350 eine gegenüber dem FX-4300 um immerhin 7,3% höhere Anwendungs-Performance sowie eine um gleich 11,8% höhere Spieleunterstützungs-Performance auf, während der Leistungssprung beim FX-6350 gegenüber dem FX-6300 mit 3,1% bei der Anwendungs-Performance sowie 6,7% bei der Spieleunterstützungs-Performance deutlich kleiner ausfällt (Spieleunterstützungs-Performance = Benchmarks von Spielen auf niedriger Auflösung ohne Anti-Aliasing mit demzufolge primärer CPU-Limitierung). Damit rückt der FX-4350 als schnellster AMD-Vierkerner dem FX-6350 als schnellster AMD-Sechskerner speziell bei der Spieleunterstützungs-Performance schon sehr deutlich auf die Pelle – laut den PCGH-Benchmarks liegt der FX-6350 in diesem Feld gerade einmal noch um 1,8% vorn. Bei der Anwendungs-Performance sind die 6 Rechenkerne des FX-6350 natürlich deutlich im Vorteil – und da der Preispunkt gerade einmal um 10 Dollar aka derzeit ~9 Euro höher liegt, bekommt der FX-6350 trotzdem die Empfehlung ab.
Die PC Games Hardware berichtet über (mögliche) höhere Mainboard-Preise zum Haswell-Launch, basierend auf einer Ermittlung des Geizhals-Preisvergleichs. Dabei wurde anhand der Erstlistungen von diversen Haswell-Boards seitens ASRock eine durchschnittliche Preissteigerung von 16,7% ermittelt, was auf keinen Fall noch "Peanuts" darstellen. Durch eine besondere höherwertige Technik läßt sich dies auch kaum rechtfertigen, denn die Mainboards der 8er Serie werden nur etwas featurereicher als die Mainboards der 7er Serie ausfallen. Hinzu geht mit Haswell ein großer Teil der CPU-Spannungsversorgung auf das CPU-Trägermaterial selber über, dürften die Haswell-Mainboards somit in der Summe sogar entlastet werden. Vermutlich ist hier aber nur der typische Effekt von Launchpreisen bei den Haswell-Mainboards gegenüber den Preisen von im harten Konkurrenzkampf stehenden Angeboten nach einem ganzen Jahr Marktpräsenz bei den Ivy-Bridge-Mainboards zu sehen. Prinzipiell gesehen kommt Haswell inklusive der passenden Mainboards wohl zu den gleichen Launchpreisen wie Ivy Bridge in den Markt, ergibt sich nominell also keine Preisdifferenz.
Trotzdem wird es bei den Straßenpreise anfängliche Vorteile zugunsten von Ivy Bridge geben – dies war schließlich auch schon beim Ivy-Bridge-Launch zu beobachten, wo trotz der exakt gleichen Listenpreise die älteren Sandy-Bridge-CPUs und -Mainboards real oftmals etwas günstiger angeboten wurden. Letztlich sind die Listenpreise dafür auch nicht genau genug, ergeben erst die verschiedenen (unbekannten) Rabatte an die Distributoren den wahren Einkaufspreis dieser Prozessoren. In der Summe dürfte erneut ein System herauskommen, wo nach dem Haswell-Launch ein Ivy-Bridge-Grundsystem (aus CPU & Mainboard) trotz nominell gleichem Listenpreisen in etwa 10 Prozent günstiger ausfällt als ein gleich getaktetes Haswell-Grundsystem. Und da Haswell augenscheinlich nicht die großen Verbesserungen mit sich bringt, kann man wohl bedenkenlos auch weiterhin zu Ivy Bridge greifen – die große Zukunftsperspektive durch den neuen Sockel 1150 fehlt Haswell genauso, da Intel die nachfolgenden Broadwell-Prozessoren nicht in den Desktop-Bereich bringen wird.
Die aus finanzieller Sicht größere Absurdität der Drosselpläne der Telekom führen Golem aus: Danach kann man davon ausgehen, daß die Telekom selber Traffic-Kosten von (angeblich) deutlich unter einem Eurocent pro Gigabyte hat – oder anders formuliert, daß selbst 300 GB Traffic Telekom-intern nur Kosten von unter 3 Euro aufwerfen sollten. Die harsche Drossel bei einfachem ADSL von nur 75 GB Inklusive-Traffic kann also kaum aus echten Kostengründen resultieren, da sind andere Kostenfaktoren wohl deutlich wichtiger als der reiner Traffic. Natürlich wird die Telekom die Mehreinnahmen von zugebuchten Datenpaketen oder auch einem höheren Festpreis bei einer "realen" Flatrate angesichts der vielen Millionen Telekom-Kunden gern mitnehmen – allerdings muß man damit dann auch die Verluste durch abwandernde Kunden wieder auffangen.
Über den wahrscheinlich eigentlichen Grund der Drosselpläne berichten nochmals Golem dann indirekt in einer weiteren Meldung, wonach die Telekom offen sei für Gespräche mit großen Inhaltsanbietern wie YouTube, um jene (wie die Telekom-eigenen Dienste) außerhalb des Drossel-Kontingents zu stellen. Genau in dieses Geschäft wollten die Internet Provider schon immer herein – nicht nur von ihren Kunden für die Weiterleitung von Datenpaketen bezahlt zu werden, sondern auch von den Inhalteanbietern. Hier kommt dann noch die besondere Note hinzu, daß jene Inhalteanbieter – sobald einmal "eingefangen", regelrecht erpressbar werden. Stellt man sich eine Zukunft vor, in welcher YouTube an die Telekom dafür zahlt, nicht gedrosselt zu werden – und in welcher dann der YouTube-Telekom-Vertrag ausläuft, weil man sich nicht auf einen Anschlußvertrag hat einigen können: Dies wäre für YouTube deutlich schmerzlicher als für die Telekom – womit YouTube bei eben diesen Anschlußverträgen finanziell erpressbar wird.
Sobald ein System etabliert würde, in welchem die großen Inhalteanbieter ganz regulär an die Internet Provider für die Weiterleitung ihrer Datenpakete zahlen, kann man die "freie" Struktur bei den Internet Providern auch auf ein Mindestmaß zurückfahren, welches es speziell den großen Inhalteanbietern faktisch unmöglich machen würde, ihr Geschäft auf diesen Minimal-Leitungen zu realisieren. Dahinter steht wohl nichts anders als die Erkenntnis der Internet Provider, daß die Internetnutzer aufgrund der Verbraucherschutzgesetzgebung viel zu einfach den Anbieter wechseln werden, wenn man die Preise zu stark erhöht – während die großen Inhalteanbieter auf die Internet Provider angewiesen sind und faktisch nur darauf warten, von diesen eingefangen und zu Zwangskunden gemacht zu werden. Die einzig mögliche Gegenmaßnahme seitens der Inhalteanbieter kann dabei nur "wehret den Anfängen" lauten – denn sobald man einmal im System drin ist, kommt man da nicht wieder heraus.
Die Drosselpläne der Telekom – wenngleich für Bestandskunden erst ab dem Jahr 2016 wirksam und erst ab dem Jahr 2018 dann durchgehend realisiert – beschäftigen derzeit Presse und Internet-Gemeinde. Derweil geht man allgemein davon aus, daß die anderen Internet-Provider eigentlich nur abwarten, bis sich der Rauch verzogen hat, um mit ähnlichen Regularien nachzuziehen – inbesondere bei Providern, die das Telekom-Nutz als reiner Wiederverkäufer benutzen, ein ziemlich logischer Schritt. Womit sich für den Internet-Nutzer – ganz unabhängig ob mit oder ohne Telekom-Anschluß – die Frage stellt: Könnte man mit der Drossel leben, könnte man mit einem gewissen Preisaufschlag leben – oder wäre dies ein umgehender Wechselgrund?
PS zur Klarstellung: Die Option "würde weitere Datenpakete zubuchen" bedeutet, daß man Traffic-Pakete zubuchen würde, beispielsweise 50 GB Traffic mehr für X Euro. Das kann günstig sein, wenn man wenig verbraucht, wird aber in jedem Fall teuer, wenn man viel verbraucht. Dies scheint auch jene Option zu sein, welche die Telekom wahrscheinlich zuzüglich zu ihren Drossel-Flatrates anbieten wird. Die Option "würde einen Preisaufschlag für eine echte Flatrate akzeptieren" bedeutet hingegen einen einzelnen Preisaufschlag von X Euro, wonach es dann keinerlei Traffic-Beschränkungen mehr gibt. Ob eine solche Option angeboten wird, ist allerdings noch ungewiß.
Der Konkurrenzkampf ist im Gehäusemarkt schon so weit ausgeartet, dass ein modernes Gehäuse zahlreiche technische Anforderungen erfüllen muss, um akzeptiert zu werden, gleichzeitig aber so gut wie nichts mehr kosten darf. Diesem Konkurrenzdruck sieht sich auch Enermax entgegen und hat hierfür die Ostrog-Serie geschaffen, mit der man Boden gut machen will. Der Name Ostrog ist dafür auch passend gewählt, waren dies doch – wie uns Wikipedia verrät – befestigte Palisaden, mit denen das Zarentum Russland seinen Vormarsch sicherte und Tausende von Kilometern vorstoßen konnte. Ob Enermax mit seinem Ostrog ähnlich weit voranschreiten kann, muss sich noch zeigen. Eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Gehäuse – der günstige Preis – ist schon mal vorhanden.
Enermax bietet seinen Ostrog in zwei Grundversionen an. Einmal der einfache Ostrog, der bereits seit Mitte letzten Jahres im Handel zu finden ist und der wohl den weniger anspruchsvollen Anwender ansprechen soll. Und zum anderen der Ostrog Giant (alias Ostrog GT, alias ECA3280) der Anfang 2013 hinzu kam. Er ist dagegen ganz offensichtlich für anspruchsvollere Aufgaben gedacht, denn er ist breiter, höher, tiefer und in seiner auffälligeren Front lugen nun auch zwei dicke 140mm Lüfter hervor, die je nach Ausführung in blau oder rot beleuchtet sind ... zum Artikel.
Derzeit kursieren mal wieder Gerüchte, AMD stehe vor einer Übernahme – mit der besonderen Note, daß diesesmal Intel der Interessent sein soll. Dabei wird sogar die alte Gegenargumentation, daß Intel eine AMD-Übernahme aus wettbewerbsrechtlichen Gründen niemals zustande bekommen würde, mit Verweis auf den boomenden Markt der Prozessoren des Smartphone- und Tablet-Segments zurückgewiesen, wo AMD und Intel bislang noch keine größere Bedeutung haben. Trotzdem dürfte speziell diese Übernahmen in der Realität jedoch nicht funktionieren – nur weil Börsenanalysten einen Speicherchip nicht von einer Intel-CPU unterscheiden können, werden die Wettbewerbshüter nicht verkennen, daß eine Ehe von AMD und Intel den Markt der Prozessoren für Desktop und PCs in einen klassischen Monopol-Status lavieren würde.
Sofern die Wettbewerbsgesetze in den USA noch halbwegs so eingehalten werden wie anno dazumal (Zerschlagung von Standard Oil und Aufteilung von AT&T), wird Intel niemals ein Risiko eingehen, welches schließlich Maßnahmen von einer Oberaufsicht der Wettbewerbshüter über alle Geschäftsentscheidungen bis hin zu einer glatten Unternehmenszerschlagung ergeben kann. Eine Übernahme von AMD durch eine andere Firma ist dagegen jederzeit möglich – die Frage ist nur, wer sich AMD in der derzeit schlechten Unternehmensverfassung mit dem eher vagen Zukunftsausblick anlachen will. Zumindest läßt sich über solcherart Gerüchte herzlich diskutieren.
AMD hat im Zuge der Vorstellung zweier neuer Bulldozer/Vishera-Prozessoren samt einiger Preissenkungen bei den bisherigen Bulldozer/Vishera-Modellen auch die Preise anderer AMD-Prozessoren gesenkt, meistens bei den kleineren Llano- und Trinity-basierten APUs. Der Planet 3DNow! hat alle diese Preissenkungen notiert, wobei nur die Hälfte des Portfolios eine Preissenkung abbekam, welche dann üblicherweise im Rahmen von 10 bis 15 Prozent lag. Besondere Schmankerl sind leider nicht dabei – wenn man ein APU-basiertes System auflegen ist, war AMD auch vorher schon erste Wahl, für Systeme des Enthusiasten-Bereichs fehlt AMD dagegen nach wie vor die grundsätzliche Performance und läßt sich dies auch kaum mit Preissenkungen egalisieren.
Die PC Games Hardware berichtet über einen auf 7 GHz übertakteten Haswell-Prozessor – im genauen wurde dabei das kommende Top-Modell Core i7-4770K auf 7012 MHz Takt gebracht. Dabei wurde die Haswell-Möglichkeit der Grundtakt-Übertaktung nicht genutzt, sondern vielmehr sogar der Grundtakt von 100 MHz auf 91 MHz gesenkt, um dann mit dem Multiplikator x77 arbeiten zu können. So oder so geht Haswell damit in Takt-Regionen, die eher der 22nm-Fertigung entsprechen, welche aber bei Ivy Bridge selten erreicht wurden – hier limitiert vor allem der (vergleichsweise) niedrige maximale Multiplikator von x63. Allerdings scheint auch dieses Taktergebnis unter Zuhilfenahme extremer Kühlmethoden wie flüssigem Stickstoff erreichen worden zu sein – die eigentliche Frage zum Haswell-Overclocking lautet allerdings, ob die "Übertaktung für den Hausgebrauch" mehr ergibt als von Sandy Bridge (~4.5 GHz) und Ivy Bridge (zwischen 4.5 und 5 GHz) her gewohnt.
Wie u.a. der Spiegel berichtet, hat der Bundesrat die Bestandsdatenauskunft passieren lassen, das Gesetz kann also demnächst in Kraft treten. Nachdem die Bestandsdatenauskunft im Bundestag die Stimmen von CDU/CSU & FPD als auch der SPD hinter sich hatte, war aus dem Bundesrat sowieso kein Störfeuer zu erwarten gewesen, selbst wenn dies einige Optimisten bis zuletzt gehofft hatten. Die eigentliche Frage ist, wie schnell die passende Verfassungsbeschwerde kommt: Denn trotz anderslautender Politikermeldungen ist die neue Regelung teilweise deutlich invasiver als die alte Regelung – welche ironischerweise ausgerechnet wegen Bedenken des Verfassungsgerichts neu gestaltet werden musste. Daß die neue Regelung vor dem Verfassungsgericht Bestand haben soll, ist absolut nicht zu sehen – so daß eher nur die Frage interessiert, wie schnell die neue Regelung von diesem wieder gekippt wird.
Fudzilla bringen neue Releasetermine für den Start der GeForce 700 Serie ins Spiel: Danach soll die GeForce GTX 780 am 23. Mai den Anfang machen, gefolgt von der GeForce GTX 770 am 30. Mai (beiderseits um 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit). Dies erscheint deutlich plausibler als die bisher genannte Releaseabfolge, welche die GeForce GTX 770 zur Mitte des Mai und die GeForce GTX 780 dann erst nachfolgend zum Ende des Mai sah. Zur GeForce GTX 760 Ti, welche bisher für die Computex Anfang Juni notiert war, wurde nichts neues gesagt, demzufolge sollte es bei diesem Termin bleiben.
SweClockers (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) bringen hingegen eine neue Theorie zur Ausgestaltung dieser GeForce 700 Serie an den Start: Danach soll die GK110-basierte GeForce 780 nicht mit 5 GB Speicher an einem 320 Bit DDR Speicherinterface antreten, sondern mit 3 GB Speicher an einem 384 Bit DDR Speicherinterface. Dies wäre ein interessanter Zug, welcher die GeForce GTX 780 deutlicher von der GeForce GTX Titan distanziert – natürlich nur, wenn es weiterhin bei den bisher bekannte 2304 Shader-Einheiten bleibt. Gleichfalls soll dann die GK104-basierte GeForce GTX 770 nicht mehr wie bisher mit gleich 4 GB Speicher, sondern nur mit "gewöhnlichen" 2 GB antreten.
| GeForce GTX 760 Ti | GeForce GTX 770 | GeForce GTX 780 | |
|---|---|---|---|
| Chipbasis | GK104-225 | GK104-425 | GK110 |
| Technik lt. BSN | wahrscheinlich 1344 Shader-Einheiten, 112 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface, 2 GB GDDR5 | 1536 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface, 4 GB GDDR5 | 2304 Shader-Einheiten, 192 TMUs, 40 ROPs, 320 Bit DDR Interface, 837/876/3000 MHz, 5 GB GDDR5 |
| Technik lt. SweClockers | wahrscheinlich 1344 Shader-Einheiten, 112 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface, 2 GB GDDR5 | 1536 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface, 2 GB GDDR5 | 2304 Shader-Einheiten, 192 TMUs, 48 ROPs, 384 Bit DDR Interface, 3 GB GDDR5 |
| nVidia-Prognose | +20-23% gegenüber der GeForce GTX 660 Ti | +20-25% gegenüber der GeForce GTX 670 | +30% gegenüber der GeForce GTX 680 |
| 3DC-Prognose | +15% gegenüber der GeForce GTX 660 Ti = auf Augenhöhe mit der GeForce GTX 670 | +10% gegenüber der GeForce GTX 670 = auf Augenhöhe mit der GeForce GTX 680 | +15% gegenüber der GeForce GTX 680 = zwischen GeForce GTX 680 und Titan |
| preisliche Prognose | ~350 Euro | ~450 Euro | ~550 Euro |
| Release-Termin | Computex Anfang Juni | 30. Mai | 23. Mai |
An der grundsätzlichen Performance dieser Karten dürfte dies nichts ändern, allenfalls würde die GeForce GTX 770 etwas unattraktiver werden – während 3 GB oder 5 GB für das Zielgebiet der GeForce GTX 780 ziemlich egal sein dürfte. Bleibt die Frage nach dem Preispunkt dieser neuen GeForce 700 Karten übrig: Abweichend von einigen Spekulationen, die GeForce GTX 780 könnte einen Preispunkt in der Nähe der GeForce GTX Titan haben, gehen wir davon aus, daß es sich nVidia nicht leisten kann, eine Karte wie die GeForce GTX 780 mit einem "gewöhnlichen" Namen und einer vermutlichen Performance kaum oberhalb der Radeon HD 7970 "GHz Edition" mit einem Monsterpreis in den Markt zu werfen. So etwas geht nur bei einem klar über allem anderen liegenden Produkt wie eben der GeForce GTX Titan.
Natürlich wird nVidia im Rahmen der Einführung der GeForce 700 Serie versuchen, wenigstens die Einstiegspreise wieder etwas anzuheben. Letztlich ist schließlich die Erfahrung der letzten Grafikkarten-Generationen, daß eine gleiche Performance mit neuem Namen zu einem durchaus höheren Preis verkauft werden kann, man darf es dabei nur nicht gänzlich übertreiben. nVidia dürfte sich also schlicht an den aktuellen Straßenpreisen der GeForce 600 Serie orientieren und die GeForce 700 Serie dann leicht oberhalb dessen ansetzen: Die GeForce GTX 760 Ti, welche ungefähr im Performancefeld der GeForce GTX 670 liegt, also für rund 350 Euro, und die GeForce GTX 770, welche ungefähr im Performancefeld der GeForce GTX 680 liegt, also für rund 450 Euro.
| AMD Radeon HD 7000 | nVidia GeForce 600 | nVidia GeForce 700 |
|---|---|---|
| GeForce GTX Titan Perf.Index 480%, 930-950 Euro |
||
| GeForce GTX 780 Perf.Index ~420-440%, ~550 Euro |
||
| Radeon HD 7970 "GHz Edition" Perf.Index 390%, 370-400 Euro |
||
| Radeon HD 7970 Perf.Index 350%, 330-350 Euro |
GeForce GTX 680 Perf.Index 360%, 420-440 Euro |
GeForce GTX 770 Perf.Index ~360-380%, ~450 Euro |
| Radeon HD 7950 "Boost Edition" Perf.Index 320%, 260-280 Euro |
GeForce GTX 670 Perf.Index 330%, 320-340 Euro |
GeForce GTX 760 Ti Perf.Index ~330-340%, ~350 Euro |
| Radeon HD 7870 "Boost Edition" Perf.Index 290%, 185-210 Euro |
GeForce GTX 660 Ti Perf.Index 280%, 240-260 Euro |
|
Nur für die GeForce GTX 780 existiert kein preisliches Äquivalent aus der GeForce 600 Serie – aber es gilt bei dieser Karte wie gesagt der Punkt, daß sie eine "Normalausführung" ist und daher keinen Titan-Preis tragen sollte. Auch angesichts des zu erwartenden eher geringfügigen Performancevorteils gegenüber der Radeon HD 7970 "GHz Edition" ist von der GeForce GTX 780 ein Einführungspreis von rund 550 Euro zu erwarten – viel mehr nimmt der Markt einfach nicht an, die Karte hat schon zu diesem Preis ein gegenüber der Radeon HD 7970 "GHz Edition" sagenhaft schlechteres Preis/Leistungs-Verhältnis. Je nachdem wieviel stärker die GeForce 700 Karten gegenüber ihren GeForce 600 Vorgängern ausfallen, sind auch jeweils 50 Euro höhere Preise möglich – noch mehr ist angesichts der starken Konkurrenz der aktuellen AMD-Angebote dann jedoch arg unwahrscheinlich.
Nachtrag vom 6. Mai 2013
Für etwas Aufregung sorgt derzeit eine Fudzilla-Meldung zu den Hardware-Daten von GeForce GTX 760 Ti, 770 & 780, welche letzterer abweichend vom bisherigen Kenntnisstand ein Speicherinterface von nur 256 Bit DDR Breite zusprechen. Da auch laut Fudzilla die GeForce GTX 780 jedoch GK110-basiert sein soll, kann es sich hierbei genauso gut um einen einfachen Schreibfehler handeln – wenngleich selbst auch ein 256 Bit DDR Speicherinterface bei der GeForce GTX 780 zum Zwecke des klaren Hardware-Unterschieds zur GeForce GTX Titan nützlich sein könnte. Daneben bestätigen Fudzilla im übrigen unsere letzten Prognosen, welche die GeForce GTX 760 Ti auf Augenhöhe mit der GeForce GTX 670 und die GeForce GTX 770 auf Augenhöhe bzw. bis zu 5% schneller gegenüber der GeForce GTX 680 sehen.
Zur Anfang Juni anstehenden Haswell Prozessoren-Architektur hat Intel nun einige Details zu den einzelnen verbauten Grafiklösungen bekanntgegeben, welche erstmals bei Intel sogar DirectX 11.1 beherrschen werden. Hierbei wurde insbesondere aufgedröselt, was für verschiedene Modelle Intel anbieten wird und wie deren Verkaufsnamen lauten. Dabei hat sich Intel mit den Grafiklösungen "Iris 5100" (GT3) und "Iris Pro 5200" (GT3e = mit eDRAM) teilweise völlig abweichende Namen ausgedacht, welche der Markt erst einmal annehmen muß. So wie Intel bezüglich der damit erreichbaren Grafikleistung auf die Werbetrommel haut, bestehen jedoch alle Chancen – verspricht Intel doch im Intel-internen Vergleich mit der Ivy-Bridge-Grafik gleich wieder die "nahezu 3fache Performance".
| Haswell GT1 | Haswell GT2 | Haswell GT3 | Haswell GT3e | |
|---|---|---|---|---|
| Modellnamen | HD Graphics | HD Graphics 4200, 4400 & 4600 | HD Graphics 5000 & Iris 5100 | Iris Pro 5200 |
| Einsatzort | Celeron- und Pentium-Bereich | wahrscheinlich quer über das ganze Portfolio | nur in Ultrabooks sowie in einigen QuadCore Notebooks und den speziellen QuadCore Desktops der R-Serie | |
| Technik | abgespeckte Haswell GT2 | Haswell GT2 im Vollausbau | Haswell GT3 im Vollausbau, aber ohne eDRAM | Haswell GT3 mit zusätzlichem eDRAM |
| Ausführungseinh. | wahrscheinlich 8-12 | 20 | 40 | 40 |
| eDRAM | - | - | - | 128 MB an einem 512 Bit DDR Interface |
| regulärer Speicherzugriff | über das CPU-Speicherinterface von 128 Bit DDR, aber natürlich geshart mit der CPU, auf DDR3/1600-Speicher (800 MHz Speichertakt) | |||
| Leistungsprognose Intel | GeForce GT 620/520 (Perf.Index ~30%) |
GeForce GT 630/440 DDR3 (Perf.Index 50%) |
Radeon HD 6670 DDR3 (Perf.Index 70%) |
GeForce GT 640 (Perf.Index 75%) |
| 3DC Leistungsprognose | Radeon HD 5450 (Perf.Index ~15%) |
GeForce GT 620/520 (Perf.Index ~30%) |
GeForce GT 430 (Perf.Index 45%) |
GeForce GT 630/440 DDR3 (Perf.Index 50%) |
Gehässigerweise könnte man hier erwidern, daß 3mal von "0" immer noch "0" bleibt – sprich, und um auf dem Teppich zu bleiben, daß selbst eine extreme Performanceverbesserung aus einem De-Schleuniger keinen beachtbare Grafiklösung macht. Die Intel-Grafik kommt von einfach von einem derart niedrigen Niveau, auf daß selbst eine Beschleunigung um den Faktor 3 noch nicht einmal den Sprung ins LowCost-Segment erlaubt – sondern maximal den Sprung ins LowEnd-Segment, also dort wo sich die LowCost-Modelle vergegangener Generationen tummeln.
Hinzu kommt – wie kürzlich schon tabellarisch dagelegt – daß Intel mit seinen Performanceangaben doch deutlich übertreibt bzw. extreme Rosinenpickerei betreibt, wo schnell mal eine Performance von nahezu dem Doppelten versprochen wird, wie sie denn gegenüber aktuellen Desktop-Grafikkarten wirklich haltbar wäre. In der aktuellen Präsentation vergleicht Intel seine integrierte Haswell-Grafik glücklicherweise nicht mit Desktop-Grafikchips – was dann hoffentlich die Launch-Artikel zu Haswell am 4. Juni (auf unparteiischer Basis) nachholen werden.
Dabei ist von der Haswell-Grafik durchaus einiges zu erwarten, erhöht Intel die Anzahl der Ausführungseinheiten schließlich von 16 auf maximal 40 durchaus massiv (Faktor 2,5) und bietet bei den Spitzenmodellen zusätzlich einen eingebetteten Speicher (eDRAM) auf, welcher mit 128 MB zwar nicht besonders groß ausfällt, dafür jedoch mit 512 Bit DDR sehr breit angebunden ist. Damit wird sich einiges reißen lassen, trotz daß der normale Speicherzugriff weiterhin über das (nur 128 Bit DDR breite) Speicherinterface der Haswell-CPU läuft und mit (offiziell) maximal 800 MHz Speichertakt natürlich keine Wunderdinge ermöglichen kann. Etwas mehr als das Doppelte gegenüber der besten Ivy-Bridge-Grafik kann man allerdings durchaus annehmen, wobei der Effekt des eDRAM natürlich mit Spannung erwartet wird.