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Hardware- und Nachrichten-Links des 12./13. August 2015

Fudzilla zeigen eine Präsentationsfolie zu AMDs NVLink-Gegenentwurf, mittels welchem AMD in Server-Umgebungen sehr breitbandige Chipverbindungen realisieren will. In dem Beispiel einer Server-APU soll die Verbindung zwischen CPU- und GPU-Teil mit 100 GB/sec realisiert werden – ausreichend dafür, daß die GPU einen wirklich vollen Zugriff auf CPU-Cache, Speicher und PCI-Express-Geräte hat. nVidia war an dieser Stelle der erste mit seinem NVLink, welches in der kommenden Pascal-Generation erstmals eingesetzt werden wird – allerdings wahrscheinlich nur in den Grafikkarten für professionelle Anwendungszwecke, denn im Consumer-Einsatz werden solch großvolumigen Anbindungen derzeit noch nicht benötigt. Da das Silizium aber überall dasselbe ist, steht auch der (viel) späteren Verwendung im Consumer-Bereich nicht entscheidendes im Wege – außer vielleicht dem Punkt der zwei konkurrierenden Standards, hinzu würde dann vielleicht sogar noch Intel mit eventuell einem eigenen Ansatz kommen.

Zudem kommen von Fudzilla "exklusive Details" zu AMDs Zen-Architektur – womit im konkreten die Verwendung eines HyperThreading-ähnlichen Simultaneous Multithreading (SMT) als auch der Verzicht auf eine gesharte Fließkomma-Einheit gemeint sind. Beide Informationen waren in dem Sinne gerüchtehalber schon bekannt oder zumindest stark vermutet worden – man könnte allerdings die Behauptung aufstellen, durch die Meldung von Fudzilla auf Basis ungenannter Industrie-Quellen wären diese Informationen nunmehr halbwegs abgesichert. Markerschütterend ist daran natürlich gar nichts, denn es war schon seit geraumer Zeit klar, daß die Zen-Architektur eher sehr konventiell und damit Intel-nah aufgebaut werden würde – nach dem Fehlschlag mit der sehr von Intel-Konzepten abweichenden Bulldozer-Architektur auch kein Wunder. Der entscheidende Punkt von Zen wird sowieso sein, daß es AMD hierbei mit Achtkernern gegen Intels Vierkerner versucht, man also selbst bei etwas zurückhängender IPC-Performance dennoch seine faire Chance bekommen wird – jedenfalls so lange Intel im "normalen" Consumer-Bereich nichts größeres als Vierkerner anbietet.

Golem zeigen eine Toshiba-Roadmap, nach welcher man mit 128-TB-SSDs im Jahr 2018 rechnet – herkömmliche Festplatten sollen zu diesen Zeitpunkt bei gerade einmal grob 20 TB Maximalkapazität stehen. Hiermit wird eine neue Entwicklung zementiert, bei welcher die SSDs erstmals ab diesem Jahr in der verfügbaren Maximalkapazität an herkömmlichen Festplatten vorbeigezogen sind – 16 TB zu 10 TB lautet der aktuelle Stand. Ob diese Entwicklung allerdings auch Auswirkungen der Preise der üblichen Consumer-Modelle haben wird, bliebe noch abzuwarten, denn die 16-TB-SSDs kosten ein glattes Vermögen und werden nur für professionelle Anwendungszwecke verwendet. Für reguläre Consumer-PCs gilt weiterhin der glatt umgedrehten Größenaspekt, daß übliche Festplatten mit 1-2 TB zu Preisen von unter 100 Euro daherkommen, übliche SSDs hingegen 240-512 GB groß sind und mit Preisen zwischen 100 bis 200 Euro für die deutlich kleiner Kapazität immer noch teuer sind. Normalerweise sollte der schnelle Größengewinn der SSDs über die kommenden Jahre auch die Preise der kleineren Modelle positiv beeinflußen können – aber dies ist nicht in Stein gemeißelt, jene supergroßen SSDs könnten aufgrund ihres gänzlich anderen Zielpublikums auch völlig andere Wege gehen.

Nochmals Golem berichten über einen erneuten Tiefschlag von Lenovo gegenüber seinen Nutzern: Ein im BIOS abgelegtes Windows-Programm, welches in der Lage ist, sich ohne jedes Nutzerzutun in eine vollkommen frische Windows-Installation einzuklinken. Die Herangehensweise entspricht also komplett dem eines bösartigen Rootkits – von Lenovo dann dazu genutzt, um System- und Standortinformationen zu sammeln und dem Hersteller zu übermitteln. Der Wettstreit darüber, was idiotischer ist – ein solches System zu etablieren oder es dann für einen solch lächerlichen Zweck zu nutzen – ist dabei noch nicht ganz entschieden. Auch verdient sich hierbei Microsoft seinen Anteil am "Ruhm", denn es ist eine Funktion von Windows 8, die das ganze erst möglich macht – mittels "Windows Platform Binary Table" (WPBT) wird das Nachladen von im BIOS abgelegten Code realisiert (Microsoft-Dokumentation zu WPBT).

Daß man hierbei eine extreme Sicherheitslücke aufmacht, die in erster Linie Internet-Kriminelle für sich ausnutzen werden, hat man dabei (zum wievielten Male?) nicht bedacht – garniert mit dem Verweis auf die Microsoft-Vorgaben für "sicheren Code" bei der WPBT-Funktionalität, an welche sich die Internet-Kriminellen auch ganz sicher halten werden. Sicherlich gibt es sinnvolle Anwendungszwecke für eine solche Funktionalität (nicht löschbare Antidiebstahl-Software), die hierfür aufgebaute Sicherheitslücke scheint aber ein ein arg schlechter Tausch aus Sicht der IT-Sicherheit zu sein. Es wäre nebenbei interessant zu erfahren, ob es wirksame Nutzer-Gegenmaßnahmen zu WPBT gibt: Beispielsweise eine Deaktivierung der Funktionalität im Mainboard-BIOS (gibt es bei neueren BIOS-Versionen von Lenovo) oder in Windows selber (leider komplett unbekannt). Die einzig sichere Alternative sollte Microsoft in jedem Fall weniger gefallen: Linux wird diesen im BIOS abgelegten Programmcode in jedem Fall nicht ausführen.

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Umfrage-Auswertung: Welches PC-Betriebssystem ist im Einsatz?

Die Umfrage in der Woche direkt zum Release von Windows 10 beschäftigte sich (natürlich) mit der Betriebssystem-Verteilung noch eben vor dem Launch des neuen Microsoft-Betriebssystems. Nichtsdestotrotz gab es hierbei schon 5,4% Nutzer von Windows 10, welche sich dann aus Teilnehmern des Insider-Programms requirieren dürften. Windows 7 kam hingegen im 3DCenter zu diesem Stand von Ende Juli auf 54,8% – was sogar ziemlich zum allgemeinen Stand dieses Betriebssystems bei der weltweit installierten Basis entspricht. Dafür kam Windows 8/8.1 im 3DCenter gleich auf 27,1%, hier steht die weltweit installierte Basis bei bestenfalls knapp 20 Prozent. Windows XP mit 2,8% und besonders Windows Vista mit nur 0,8% landeten weit abgeschlagen auf den letzten Plätzen, wohingegen Linux mit gleich 7,7% erstaunlich stark präsent war.

Sehr interessant ist die Nebenfrage nach der Wechselabsicht auf Windows 10 in "absehbarer Zeit" – was man aufgrund des zeitlich limitierten Kostenlos-Umstiegsprogramms mit einer Zeitspanne von maximal einem Jahr bemessen kann. Sollten alle jene Nutzer, welche derzeit ihre Wechselabsicht kundgetan haben, dies tatsächlich in eben absehbarer Zeit umsetzen, würde sich in nur einem Jahr die Betriebssystem-Verteilung im 3DCenter enorm verändern: Windows 10 würde mit ~53% klar in die Poleposition gehen – und damit in vergleichsweise kurzer Zeit sogar dem aktuellen Wert von Windows 7 (54,8%) nahekommen. Windows 8/8.1 würde hingegen extrem stark auf ~5% zurückfallen, während Windows 7 mit ~30% ebenfalls stark nachlassen müsste, allerdings immer noch eine respektable Position erringen könnte.

Die Wechselabsichten sind hierbei sehr ungleich verteilt: Während Nutzer von Windows 7 nur zu 45% auf Windows 10 wechseln wollen, streben unter Windows 8/8.1 gleich satte 82% diesen Schritt an. Offensichtlich kommen die Nutzer von Windows 8/8.1 mit den Änderungen von Windows 10 eher zurecht, während bei den Nutzern von Windows 7 die Meinungen zu Windows 10 glatt geteilt sind. In der Summe der Dinge wird dies dennoch ausreichend sein, um Windows 10 zumindest im 3DCenter in relativ kurzer Zeit zur neuen Nummer 1 und potentiell sogar Inhaber der absoluten Mehrheitt zu machen – ein Stand, welchen Windows Vista und Windows 8/8.1 (bei weitem) niemals erreicht haben.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 11. August 2015

Videocardz zeigen Verpackung & Bilder einer PNY GeForce GTX 950, zusätzlich wurden erste Händlerlistungen einer Asus Strix GTX 950 entdeckt. Jene enthalten mit zwischen 240-280 Euro einen definitiven Platzhalterpreis, die GeForce GTX 950 wird im Handel natürlich unterhalb der Preislage der GeForce GTX 960 (ab 190 Euro) für wahrscheinlich ab 160 Euro antreten. Die grundsätzlichen Kartenspezifikationen dürften nach den letzten Leaks mit 768 Shader- und 48 Textureneinheiten samt 32 ROPs an einem 128 Bit DDR Speicherinterface klar sein, vakant sind allein die konkreten Taktraten bzw. vor allem der real anliegende Boosttakt. Die GeForce GTX 950 dürfte bei der Performance wohl irgendwo zwischen Radeon R7 370 und (der später erscheinenden) Radeon R9 370X herauskommen, der konkrete Performancepunkt hängt an den jeweiligen Taktraten. Gegenüber den vorgenannten AMD-Angeboten wird die GeForce GTX 950 zudem ihren Hardware-Support für DirectX 12.1 anbringen können – und trifft hier auf einen wunden Punkt bei AMD, denn die 370er Lösungen auf Basis des Pitcairn-Chips sind die einzigen des neuen Radeon R300/Fury Portfolios ohne Hardware-Support für DirectX 12 (nur Software-Support bei 370 & 370X).

Eine interessante Anekdote, notiert in aktuellen CPU-Überblick der PC Games Hardware: Wie bekannt setzt FarCry 4 nicht nur Vierkern-Prozessoren voraus (was viele aktuelle Spiele derart handhaben), sondern startet sogar unterhab von Prozessoren mit vier Threads gar nicht erst – jetzt einmal unabhängig des in den Weiten des Internets angebotenen "DualCore-Fixes" für FarCry 4, welcher allerdings nicht vom Spieleentwickler selber kommt. Interessant ist, daß die originale Sperre dabei nicht die Anzahl der physikalischen CPU-Rechenkerne, sondern nur die Anzahl der logischen CPU-Rechenkerne abfragt. Die oftmals nicht großartig beachteten Core-i3-Prozessoren von Intel können das Spiel dann also doch noch starten – nicht aber die Core-2-Duo-Prozessoren aus vergangenen Zeiten. In der Zukunft sind mehr solcherart Einschränkungen zu erwarten, doch vermutlich werden die konkreten Sperren dann ähnlich ausgeführt werden wie bei FarCry 4 – mittels der Abfrage der logischen und nicht der physikalischen CPU-Rechenkerne.

Auffallend ist den letzten Tagen und der letzte Zeit die Zunahme von neuen IT-Sicherheitslücken – und dabei geht es weniger um die ständig auftauchenden kleinen Fehler, sondern eher um die großen, markerschütternden Lücken sowie das Auftauchen neuer Themenfelder zur IT-Sicherheit bei Autos, medizinischen Geräten und anderem. Nicht mehr erstaunlich ist, daß es hierbei oftmals nur um die Ausnutzung lange vorher bekannter konzeptioneller Schwächen handelt, welche nun aber erst wirklich ausgenutzt und damit offensichtlich werden. Daß dies überhaupt möglich wurde, stellt also eher nur ein Armutszeugnis für die Gerätehersteller von Smartphones, Tablets, Autos, medizinischen Geräten, etc. dar, welche der IT-Sicherheit keine ausreichende Beachtung gegeben haben. Oder haben die Hersteller eventuell auch nur einfach festgestellt, daß man sich in diesem Punkt Einsparungen erlauben kann, da die Käufer die Produkte am Ende dennoch lemmingsgleich erstehen?!

Wenn man derart vorging, dann war dies allerdings nur arg kurzfristig gedacht, denn gerade Smartphones & Tablets verlieren mittels der zuletzt aufgetauchten schweren Sicherheitslücken – und vor allem des damit augenscheinlich werdenden Update-Problems unter Android – massiv an Kreditwürdigkeit, sofern es um die Frage eines potentiellen PC-Ersatzes geht. Wenn man Smartphones & Tablets aber noch nicht einmal die Verwaltung von wichtigen eMail-Accounts anvertrauen kann (diejenigen, mittels welchen bei Paypal, Serverhostern und anderen entscheidenden Diensten deren Passwörter ausgetauscht werden können), beschränkt sich der Nutzerwert dieser Geräte schnell auf diejenige von besserer Unterhaltungselektronik. Dies mag für viele Anwender ausreichend sein – andere hingegen sollte ihre Geräte-Strategie grundsätzlich überdenken. Im dienstlichen Einsatz mit unter Umständen schützenswerten dienstlichen Geheimnissen muß die Rolle von Smartphones & Tablets in jedem Fall elementar überdacht werden.

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nVidia-Geschäftsergebnisse Q2/2015: Teilweiser Rückschritt bei jedoch weiterhin hohem Niveau

Grafikchip-Entwickler nVidia hat seine Geschäftsergebnisse für das (grobe) zweite Kalenderquartal vorgelegt, welches bei nVidia das zweite Finanzquartal des Geschäftsjahres 2016 bildet und vom 27. April bis 26. Juli 2015 läuft. In diesem Zeitraum lief das nVidia-Geschäft nicht ganz so rund wie im ersten Kalenderquartal 2015: Der Umsatz fiel fast identisch zum Vorquartal aus, lag allerdings wenigstens noch um 4,5% höher gegenüber dem Vorjahr. Angesichts dessen, daß nVidia zuletzt immer wieder Spitzenwerte bei den Umsätzen erwirtschaft hat, kann dies auf ein Verweilen auf hohem Niveau eingeschätzt werden – angesichts der allgemeinen Schwäche des PC-Markts im ersten Halbjahr 2015 also ein regelrecht gutes Ergebnis. Die eigentlichen Probleme lagen dieses Quartal bei den Gewinnen: Nominelle und operative Gewinne fielen zwischen 55-80% gegenüber Vorquartal und Vorjahr auf ein Niveau nur eher knapp oberhalb der schwarzen Null.

Q2/2014 Q3/2014 Q4/2014 Q1/2015 Q2/2015
Umsatz 1103 Mio. $ 1225 Mio. $ 1251 Mio. $ 1151 Mio. $ 1153 Mio. $
Gewinn 128 Mio. $ 173 Mio. $ 193 Mio. $ 134 Mio. $ 26 Mio. $
operativer Gewinn 163 Mio. $ 213 Mio. $ 231 Mio. $ 176 Mio. $ 76 Mio. $
Für Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.

Angesichts der weiterhin hohen Umsätze und jetzt keinem offensichtlichen Preiskampf am Grafikkarten-Markt sind hierfür allerdings eher Einmalbelastungen hauptverantwortlich zu machen. nVidia nennt hierzu die Auflösung der Modem-Sparte, Gerichtskosten aus den Rechtsstreitigkeiten mit Qualcomm & Samsung sowie die fiskalisch bereits eingerechnete Rückrufaktion des Shield-Tablets wegen Brandgefahr. Womöglich kommen auch gewisse Rücknahmekosten im Zuge der GTX970-Affäre hinzu – dies würde nVidia aber natürlich niemals offen zugeben. Einen wenigstens erwähnenswerten geschäftlichen Rückschlag hat nVidia durch diese Affäre jedoch keineswegs erlitten, ansonsten könnte man dies auch an den Umsatzzahlen ablesen. Damit könnte es durchaus sein, daß die schwachen Gewinnzahlen dieses Geschäftsquartal ein einmaliger Ausrutscher bleiben – ein gewisser Einfluß auf die Jahresendzahlen wird sich dennoch ergeben, dafür ist diese Scharte dann doch zu groß.

Weiterhin ein generelles Problem bei nVidia ist die hohe Abhängigkeit vom Grafikchip-Geschäft für Consumer-Grafikkarten. Hier stieg der Umsatz weiterhin auf nunmehr 959 Millionen Dollar an (weit mehr als doppelt so viel, wie AMD mit all seinen Consumer-Prozessoren und -Grafikchips zusammen erwirtschaftet), als besondere Umsatzträger konnten sich dabei gerade die HighEnd-Grafikchips hervortun. Leicht rückläufig war hingegen das Geschäft mit professionellen Grafikchips sowie erneut die Tegra-Sparte, welche nunmehr bei nur noch 128 Millionen Dollar Quartalsumsatz herauskam. nVidia ist damit erneut in der unkomfortablen Situation angekommen, daß das Kerngeschäft satte 83% des Gesamtumsatzes ausmacht – der vor einiger Zeit mal gefasste Plan zum Aufbau eines zweiten geschäftlichen Standbeins konnte ergo immer noch nicht erfolgreich umgesetzt werden.

Für die nähere Zukunft ist bei nVidia ein Weiterlaufen auf diesem Niveau zu erwarten, eventuell auch ein gewisser Anzug der Geschäfte nach der Veröffentlichung von Windows 10 sowie dem kommenden Release weiterer Mainstream-Lösungen im Rahmen der GeForce 900 Serie. Die ganz großen Impulse wird es dieses Jahr allerdings nicht mehr geben können, denn jene wurden mittels GeForce GTX 960, 970 und 980 bereits gesetzt, welche die meisten umsatzträchtigen Preisbereiche abdecken. nVidias guter Stand im Markt wird jedoch auch weiterhin für hohe Umsätze mit der Maxwell-Generation in den nächsten Quartalen sorgen, ehe dann Anfang 2016 der Fokus langsam auf die nachfolgende Pascal-Generation umschwenken wird. Mit Pascal wird nVidia sich dann auch wieder stärker im professionellen Segment positionieren können, welches mittels Maxwell (wegen der schwachen DoublePrecision-Leistung) nur unzureichend bedient wird. Wie es hingegen bei Tegra weitergeht, ist nach dem weitgehenden Rückzug aus dem Endkunden-Geschäft noch völlig offen – nVidia macht einen Großteil seines Tegra-Umsatzes inzwischen bei Autoelektronik-Systemen, wo der weitere Geschäftsverlauf von außen nur schwer zu beurteilen ist.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 10. August 2015

Noch erstaunlich wenig neues hört man derzeit zur Radeon R9 Nano – der dritten Grafikkarte auf Basis des Fiji-Grafikchips, welche noch im August antreten soll. Normalerweise müsste es jetzt nun langsam entsprechende Leaks geben – seit einer Meldung von Anfang Juli über die ungefähren Hardware-Spezifikationen ward aber nichts mehr neues gehört. Es bleibt zu hoffen, daß AMD die Radeon R9 Nano nicht erneut in derart homöopathischen Dosen zu den Hardwaretestern und in den Handel schickt wie es bei Radeon R9 Fury & Fury X zu sehen war. Für den Augenblick der am ehesten absehbare kommende Hardware-Launch ist daher derjenige zur GeForce GTX 950, welcher am 17. August über die Bühne gehen soll. Kurz darauf sollte dann auch AMDs Konter in Form der Radeon R9 370X nachfolgen, zu einem derzeit allerdings noch nicht genauer spezifizierten Termin. Und am 1. September wird Intel dann das komplette Skylake-Lineup für den Desktop-Einsatz offiziell vorstellen, wobei die Vierkerner direkt in den Handel gehen und die Zweikerner zum Monatsende des Septembers nachgeliefert werden sollen. Für einen Sommermonat wird im August daher erstaunlich viel los sein – wohl vorangetrieben durch den Release von Windows 10, von welchem sich die Hardware- und PC-Hersteller neuen Auftrieb und größeres Interesse für ihre neuen Produkte erwarten.

Heise berichten mal wieder etwas über die Vulkan Grafik-Schnittstelle in Konkurrenz zu Microsofts DirectX 12, welche OpenGL-Entwickler Khronos derzeit in Entwicklung hat. Die Spezifizierung von Vulkan soll dabei bis Jahresende 2015 abgeschlossen sein – womit man durchaus später als DirectX 12 herauskommt, denn jene neue Microsoft-Schnittstelle ist faktisch seit mindestens einem halben Jahr fest spezifiziert, auch wenn Microsoft mit allen detaillierten Verlautbarungen auf das Release von Windows 10 gewartet hat. Ähnlich wie DirectX 12 wird Vulkan verschiedene Feature-Level besitzen, je nachdem wie modern die vorliegende Hardware ist – um ähnlich wie DirectX 12 möglichst viele aktuelle und (maßvoll) zurückliegende Hardware mitzunehmen. AMD, Intel und nVidia dürften nach Finalisierung von Vulkan entsprechende Windows-Treiber anbieten, da jene Hersteller zu den offiziellen Vulkan-Unterstützern gehören. Offen bleibt noch die Frage, wie schnell es auch leistungsfähige Vulkan-Treiber für Linux und SteamOS geben wird – beim indirekten Vulkan-Vorgänger OpenGL klaffen hierbei Anspruch und Wirklichkeit oftmals weit auseinander.

In der neuesten Intel Prozessoren-Preisliste (PDF) stehen die beiden derzeit vorgestellten Skylake-Prozessoren Core i5-6600K und Core i7-6700K abweichend von Intels Angaben zum Skylake-Launch mit den exakten Preisen von deren Haswell-Vorgänger da: Offiziell notiert wurden somit US-Listenpreise von 242 Dollar für den Core i5-6600K (wie beim Core i5-4690K) sowie 339 Dollar für den Core i7-6700K (wie beim Core i7-4790K). Zum Launch hatte Intel noch Preise von 243 bzw. 350 Dollar für die Skylake-Modelle genannt, was eine etwas seltsame Informationspolitik bei einem von so vielen Augen begleitetem Produktlaunch darstellt. Bezüglich der Produktbetrachtung ändern diese geringfügigen Preisdifferenzen natürlich nichts – Skylake ist schließlich sowieso besser als alle bisherigen Intel-Prozessoren desselben Preisbereichs, nur der dabei erreichte eher geringe Fortschritt scheint die meisten Nutzer zu stören bzw. von einem schnellen Upgrade abzuhalten.

In der Frage von unter Windows 10 wegen älterer Kopierschutzsysteme nicht laufender Spiele verweist die PC Games Hardware auf Aussagen aus einem neuen Microsoft-Interview, welche allerdings wenig hoffnungsvoll klingen: Da Microsoft die Arbeit dieser Kopierschutzsysteme unter Windows 10 aus Gründen der Betriebssystem-Sicherheit unterbunden hat, wird es da sicherlich keinen einfachen Weg zur Lösung geben. Die einzige rein technisch realistische Möglichkeit wäre es, wenn der Rechteinhaber hierzu einen Spielpatch in Auftrag gibt – was aber praktisch unrealistisch bei teilweise zehn Jahre alten Titeln ist. Eventuell kann GoG.com hier über seine Arbeit mehr bewirken – und ansonsten müssen halt wieder die guten alten NoCD-Patches ausgepackt werden, welche in den Filesharing-Netzwerken immer noch für viele (selbst ältere) Spiele schlummern. Ein gewisses Restrisiko, Schadsoftware aufzusitzen, muß dabei leider einkalkuliert werden – womit der ehrliche und sicherheitsbewußte Nutzer wieder einmal der Gelackmeierte ist.

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Die Systemanforderungen zu Mad Max

Spielepublisher "Square Enix" hat die PC-Systemanforderungen für das am 1. September erscheinende OpenWorld-Actionspiel "Mad Max" des schwedischen Entwicklers "Avalanche Studios" bekanntgegeben. Als echte Mindestanforderungen, welche also nicht unterboten werden dürfen, wurden ein 64-Bit-Windows sowie eine DirectX-11-Grafikkarte notiert – zudem will man mindestens gleich 6 GB Hauptspeicher haben und kommt auch ansonsten mit recht knackigen Hardware-Anforderungen daher.

Auf Prozessoren-Seite soll es minimal ein Phenom II X4 965 (4C, 3.4 GHz) oder ein Core i5-650 (2C+HT, 3.2/3.46 GHz) sein – wobei der Intel-Prozessor trotz der i5-Kennzeichnung nur ein Zweikerner ist, beide Prozessoren allerdings dennoch in etwa dieselbe Performance bieten. Jene Performance-Klassifizierung läßt wahrscheinlich viele halbwegs moderne Mittelklasse-Prozessoren noch mitkommen, ergibt noch einige Chancen für gut getaktete Core 2 Quad Prozessoren, dürfte aber alle Core 2 Duo Prozessoren u.ä. dann doch ausschließen. Bei den Empfehlungen geht es sogar bis auf einen FX-8350 (8C, 4.0/4.2 GHz) oder einen Core i7-3770 (4C+HT, 3.4/3.9 GHz) hinauf – wobei in dieser Frage das Intel-Modell doch einigermaßen stärker einzuschätzen ist. Aber zumindest klar wird, daß das Spiel hierbei echte Spitzen-Hardware haben will.

Auf Grafikkarten-Seite soll es minimal eine Radeon HD 7870 (Perf.Index 260%) oder eine GeForce GTX 660 Ti (Perf.Index 280%) sein – im übrigen explizit mit der Forderung nach mindestens 2 GB Grafikkartenspeicher versehen. Für die minimale Grafkkarten-Ausrüstung sind dies schon ziemlich gehobene Anforderungen, welche beispielsweise fast automatisch alle Hardware aus zurückliegenden Generationen (unterhalb der Radeon HD 7000 bzw. GeForce 600 Serien) aus reinen Performance-Gründen ausschließen. Bei den Empfehlungen will man dagegen eine Radeon HD 7970 (Perf.Index 350%) oder eine GeForce GTX 760 (Perf.Index 310%) sehen, garniert mit der Forderung nach mindestens 3 GB Grafikkartenspeicher. Dies irritiert in doppeltem Maße, denn die GeForce GTX 760 ist zum einen nicht wesentlich schneller als die GeForce GTX 660 Ti der Minimum-Anforderungen und zum anderen per default nur mit 2 GB Speicher erhältlich – aller Vermutung nach ist hier die Publisher-Angabe auf nVidia-Seite nicht zielführend, das eher passende Modell wäre eine GeForce GTX 680 4GB (Perf.Index 360%).

minimale Anforderungen empfohlene Anforderungen
Betriebssystem Windows Vista, 7, 8, 8.1 & 10 64-Bit  (Windows 10 nicht offiziell erwähnt)
Prozessor AMD Phenom II X4 965 (4C, 3.4 GHz)
Intel Core i5-650 (2C+HT, 3.2/3.46 GHz)
AMD FX-8350 (8C, 4.0/4.2 GHz)
Intel Core i7-3770 (4C+HT, 3.4/3.9 GHz)
RAM 6 GB 8 GB
DirectX DirectX 11.0
Grafikkarte AMD Radeon HD 7870
nVidia GeForce GTX 660 Ti
AMD Radeon HD 7970
nVidia GeForce GTX 760
VRAM 2 GB 3 GB
HDD 32 GB freier Festplattenspeicherplatz
Dienste keine
Speichermengen sowie Anzahl an CPU-Rechenkernen werden in aller Regel nicht zwingend vorausgesetzt

In jedem Fall ist die Differenz zwischen Minimum und Empfehlung auf Grafikkarten-Seite mit grob +30% erstaunlich niedrig – eigentlich klar zu niedrig, sofern das Spiel nicht primär CPU-limitiert herauskommen sollte. Gut möglich daher, daß eine der beiden Angaben nicht korrekt ist – daß also entweder die Minimum-Angaben zu hoch gegriffen sind oder aber die Empfehlungen (deutlich) zu niedrig notiert wurden. Letzteres ist ein durchaus beliebter Marketing-Trick der Spielepublisher, um potentielle Käufer nicht durch zu hohe Systemanforderungen vom Kauf abzuschrecken. Daher dürften hier die Tests der bekannten Hardwaretest-Webseiten besonders interessant werden, welche dann zeigen müssen, welche Grafik-Hardware wirklich für "Mad Max" vonnöten ist.

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