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Hardware- und Nachrichten-Links des 7./8. Februar 2017

Videocardz zeigen ein paar Micron-Dokumente zu GDDR6, welches der Speicherchip-Hersteller in Vorbereitung für eine Vorstellung zum Jahresende 2017 hat. Hierbei wird GDDR6 (zumindest anfänglich) mit einer Bandbreite von 10 Gbit/Pin/sec angegeben – dies ist dasselbe, was zu GDDR5X angegeben wurde und gerade einmal 25% mehr als bei GDDR5 (welches zugegebenermaßen als ausgereizt erscheint). Wie jene 10 GBit/Pin/sec erreicht werden, ist immer noch unbekannt – bei GDDR5 geht man (für 8 GBit/Pin/sec) mit 4000 MHz Speichertakt und einer DDR-Datenübertragung heran, bei GDDR5X (für 10 GBit/Pin/sec) sind es dagegen 2500 MHz Speichertakt auf einer QDR-Datenübertragung. Ob GDDR6 den Weg von GDDR5 weitergeht und einfach mit höheren Taktraten operiert, oder hingegen den sicherlich eleganteren Weg von GDDR5X einer QDR-Datenübertragung beschreitet, bleibt derzeit noch offen – genauso wie eventuell auch noch andere Wege hin zu einer höheren Bandbreite genutzt werden könnten. Die wirklich wichtige Frage hierzu lautet aber viel eher, was GDDR6 gegenüber GDDR5X denn besser machen will – GDDR5X fehlen eigentlich nur die angekündigten Taktratensteigerungen (wobei GDDR5X schon auf bis zu 3500 MHz erfolgreich getestet wurde), ansonsten ist diese Technologie griffig und hat noch einiges Potential. Aus dieser Warte heraus ist es durchaus denkbar, das GDDR6 am Ende als (weitgehend) nichts anderes als ein neuer Name für die höher getakteten Ausführungen von GDDR5X herauskommt.

Heise thematisieren das Problem der fehlenden "PlayReady 3.0" Treiber für die aktuellen Grafikkarten von AMD und nVidia, welche die 4K-Auflösung unter Netflix ermöglicht sollen. Polaris und Pascal beherrschen beiderseits HDMI 2.0 samt HDCP 2.2 – aber ohne einen Treiber für Microsofts DRM-Tool "PlayReady 3.0", mittels welchem HDCP 2.2 dann erst wirklich genutzt wird, geht es natürlich nicht vorwärts. Erstaunlich, das AMD und nVidia zuerst das Hardware-DRM verbauen, um sich dann beim Software-Part viel Monate lang Zeit zu lassen – aber natürlich ist "HDCP 2.2" derzeit schon ein übliches Checklisten-Feature, während auf das Vorhandensein des "PlayReady 3.0" Treibers kaum jemand kontrolliert. AMD hatte selbigen Treiber zum Polaris-Launch sowieso erst zu einem späteren Zeitpunkt versprochen, wollte sich aktuell gegenüber Heise aber nicht erneut äußern – während nVidia den passenden Treiber nun wenigstens für das erste Halbjahr 2017 verspricht (es fehlt angeblich noch ein Windows-10-Update samt nachfolgend der Netflix-Zertifizierung). Natürlich 100%ig spekulativ, aber dennoch überlegenswert wäre hierzu der Gedanke, das Intel möglicherweise höchst selbst (im Verbund mit Microsoft) hierbei ausbremst, um weiterhin auf diesem dato Exklusiv-Feature der Kaby-Lake-Prozessoren herumreiten zu können.

TechPowerUp belegen die (inzwischen gelöschte) Ryzen-Händlerlistung eines chinesischen Einzelhändlers per Screenshot. Technische Daten oder einen Namen gibt es dabei kaum (nur eine eher unrealistische Taktratennennung von 4.2 GHz), insofern macht auch die Preismarkierung von 1999 Yuan (~272 Euro) derzeit noch wenig Sinn. Interessant ist allenfalls die klare Aussage zum Liefertermin: Am 28. Februar 2017 soll es diesem chinesischen Einzelhändler gemäß losgehen mit Ryzen. Aufgrund der unsicheren anderen Angaben (vermutlich zu hoher Takt, dafür in jedem Fall zu niedriger Preis) muß diese Datumsangabe trotzdem mit einiger Vorsicht genommen werden – gerade Einzelhändler haben die Tendenz, im Vorfeld von innigst erwartetenden Launches gern einmal mit Fake-Ankündigungen aufzuwarten, nur um sich (ungerechtfertigten) Nutzerzulauf zu sichern. Diese Listung sieht sicherlich auch danach aus, wobei im Gegensatz dazu echte Vorablistungen meistens sogar mit überzogenen Preispunkten "glänzen", um die Vorbesteller bestmöglich abzuziehen. Dabei muß der 28. Februar 2017 nicht einmal falsch sein, wurde dieses Datum früher schon genannt – und liegt es auch zeitnah am zuletzt genannten 2. März 2017 als Ryzen-Launchdatum.

Intel scheint ob Ryzen nun wirklich "die Muffe zu gehen", über unser Forum ist ein augenscheinlich zur Schulung von Intel-Mitarbeitern (möglicherweise auch nahestehenden Distributoren und OEMs) gedachtes Dokument mit Argumenten aufgetaucht, welche die Schulungsteilnehmer gegenüber Ryzen anbringen dürften/sollen. Leider ist möglicherweise auch nur das erste Blatt vorhanden, jenes bietet nur einen ersten Einblick – aber läßt durchaus schon den Tonfall der ganzen Angelegenheit erkennen. Jener Tonfall ist erfreulicherweise unaggressiv – wobei den Erstellern solcherart Marketingmaterial sicherlich klar sein dürfte, das ein zu aggressiver Tonfall insbesondere bei erfahrenen Mitarbeitern immer den Eindruck erwecken wird, das man sich nicht anders zu helfen weiß, ergo inhaltlich keine Pfeile mehr im Köcher hat. Die Aussagen des Dokuments sind somit kaum angreifbar, teilweise sogar regelrecht solide – allenfalls hätte man solche Sätze wie "zuerst zählt die Gesamtperformance des Prozessors (und nicht einzelne Features)" von Intel gern schon vor 10-15 Jahren gehört, als man im Wettbewerb mit AMDs absolut konkurrenzfähigen K7- und K8-Prozessoren keine Marketing-Schande ausgelassen hatte, um es AMD so schwer wie möglich zu machen.

Zu Intels Ryzen-Konter bringt die PC Games Hardware die wichtige Ergänzung, das Core i5-7640K & Core i7-7740K nicht schon demnächst erscheinen sollen, sondern erst im Rahmen von "Kaby-Lake-X" im Herst 2017. Dies wirft einiges um bezüglich der Einordnung dieser zwei Prozessoren – und ganz nebenbei deutet es auch an, wie schnell man heutzutage im Prozessoren-Bereich "kurzfristig" reagieren kann (mehr oder weniger gar nicht). Mittels des späten Release-Zeitpunkts erst im Herbst muß AMD nun erst einmal keine Sorge haben, das Core i5-7640K & Core i7-7740K als direkte Störfeuer für den anstehenden Ryzen-Launch antreten sollen. Auch die indirekte Preissenkung (kein besserer Preis, aber mehr Takt zum gleichen Preis) steht damit zur Disposition: Sicherlich könnte Intel bei Core i5-7640K & Core i7-7740K die Preise von Core i5-7600K & Core i7-7700K benutzen (schließlich passiert dies dann alles auf der klar teureren X299-Plattform) – aber eher wahrscheinlich sind doch etwas höhere Preise, Intel war eigentlich noch nie für wirkliche Preisoffensiven bekannt.

Kerne Taktraten unlocked TDP Sockel Listenpreis Launch
Core i7-7740K 4 +HT 4.3/? GHz 112W 2066 unbekannt vorausstl. Herbst 2017
Core i7-7700K 4 +HT 4.2/4.5 GHz 91W 1151 339$ 3. Januar 2017
Core i5-7640K 4 4.0/? GHz 112W 2066 unbekannt vorausstl. Herbst 2017
Core i5-7600K 4 3.8/4.2 GHz 91W 1151 242$ 3. Januar 2017

Die TDP jener beiden neuen Prozessoren wird damit dann auch nicht bei 100 Watt, sondern gleich bei 112 Watt liegen – so wie es schon letzten Sommer zu Kaby-Lake-X vermeldet worden war. Jene frühe Meldung deutet letztlich auch darauf hin, das es sich bei Core i5-7640K & Core i7-7740K im eigentlichen nicht um einen kurzfristigen Ryzen-Kontern handelt – dies wurde (auch von uns) aufgrund der Spezifikationen dieser Intel-CPUs samt zuerst unklarer Terminlage nur falsch geschlußfolgt. Intel dürfte jene Prozessoren hingegen wohl schon immer in dieser Form geplant haben. Damit läuft dann letztendlich alles doch wieder auf das kürzlich schon gesagte zu Intels Ryzen-Strategie hinaus: Intel wird wohl erst eimal gar nichts tun, sich das ganze anschauen – und erst im Rahmen sowieso schon geplanter neuer CPU-Generationen reagieren. Diese Reaktion wird dann primär in Richtung "mehr Technik für ähnliche Preise" gehen, keinesfalls in Richtung ernsthafter Preissenkungen.

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Intel-Konter auf Ryzen mittels Core i5-7640K & Core i7-7740K geplant

Erneut von Canard PC (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) kommen hochinteressante Informationen zu einem möglicherweise schon demnächst anstehenden Ryzen-Konter seitens Intel. Danach hat Intel derzeit zwei weitere Kaby-Lake-basierter Vierkerner-Prozessoren in Vorbereitung, welche grob gesehen taktschnellere Varianten der bisherigen Spitzenmodelle Core i5-7600K und Core i7-7700K darstellen: Der Core i5-7640K soll mit 200 MHz mehr Basetakt antreten (Turbotakt noch unbekannt), hinzu soll hier (angeblich) sogar HyperThreading freigeschaltet werden. Allerdings haben Canard PC diese Aussage inzwischen schon wieder etwas aufgeweicht und erwarten noch weitere Bestätigungen – ehrlicherweise ist dies aber kaum vorstellbar, denn mittels HyperThreading würde der Core i5 praktisch zum Core i7, was Intel seiner Produkt-Differenzierung beraubt.

Hinzu kommt ein Core i7-7740K mit um nur 100 MHz höherem Basetakt, der Turbotakt ist hier ebenfalls noch unbekannt. Man kann zu diesem annehmen, das jener eine ähnliche Differenz zum Basetakt wie bei den jeweiligen Vorgängermodelle aufweist (Core i5-7600K: +400 MHz, Core i7-7700K: +300 MHz) – aber sicher ist diese Auslegung mitnichten, Intel könnte schließlich gerade den Turbomodus dazu benutzen, um noch etwas mehr Performance oben drauf zu legen, ohne dies jetzt aber schon offenlegen zu müssen. Denn richtig viel Mehrperformance haben beide neuen Kaby-Lake-Modelle nominell nicht zu bieten: Beim Core i5-7740K steigt der Basetakt um +5,3% an, beim Core i7-7740K nur um +2,4% – dies ist nichts, was einen echten Unterschied ausmachen sollte. Beiden neuen Kaby-Lake-CPUs gemeinsam ist dann noch die Erhöhung der TDP auf 100 Watt von vorher jeweils 91 Watt.

Kerne Taktraten unlocked TDP Listenpreis Launch
Core i7-7740K 4 +HT 4.3/? GHz 100W unbekannt unbekannt
Core i7-7700K 4 +HT 4.2/4.5 GHz 91W 339$ 3. Januar 2017
Core i5-7640K 4 4.0/? GHz 100W unbekannt unbekannt
Core i5-7600K 4 3.8/4.2 GHz 91W 242$ 3. Januar 2017

Die Frage ist, was Intel mit diesem arg geringfügigen Sprung anfangen will – denn selbst wenn die Turbotaktraten noch etwas höher liegen (wird schwer, weil es ab 4.7 GHz kritisch wird bei diesen Kaby-Lake-Dies), ergibt dies immer nur einen Performancesprung im klar einstelligen Prozentbereich. Dies ist nichts, was jetzt im eigentlichen Sinn die Bezeichnung "Ryzen-Konter" verdienen würde – es sei denn, Ryzen liegt nur minimal vorn und Intel reichen diese (grob) +5% durch die beiden neuen Kaby-Lake-Modelle, um wieder einen Gleichstand zu erzielen. Dies wäre natürlich eine einfache und nachvollziehbare Auslegung des ganzen Vorgangs. Denkbar wäre hingegen auch, das Intel hier einfach aus reinem Prinzip gegenschießt, egal wieviel man dadurch gewinnt – nur das man zeigt, daß man sich nicht kampflos ergibt.

In jedem Fall ist zu erwarten, das beiden neuen Kaby-Lake-Prozessoren die Preispunkte ihrer jeweiligen Vorgänger tragen, sprich 242 Dollar Listenpreis für den Core i5-7640K sowie 339 Dollar Listenpreis für den Core i7-7740K. Intel dürfte also schlicht die bisherigen Spitzenmodelle durch neue Spitzenmodelle ersetzen – es gibt (etwas) mehr Performance zum gleichen Preis, was einer indirekten Preissenkung gleichkommt. Eine direkte Preissenkung selber ist hingegen unwahrscheinlich (wenngleich nicht unmöglich), da Intel dann zumeist gezwungen wäre, auch die Preise der kleineren Prozessoren entsprechend anzupassen. Allenfalls setzt jener (gewisse) Taktratensprung bei Kaby Lake die Preislagen von Broadwell-E etwas unter Druck – aber jene sind sowieso ziemlich abgehoben, dies ändert sich nun nicht grundlegend. Die eigentliche spannende Frage wird sein, ob Core i5-7640K & Core i7-7740K für Intel ausreichen, um mit Ryzen (zumindest teilweise) konkurrieren zu können – oder ob das ganze eher denn Blendwerk darstellt, um eben auch etwas "neues" bieten zu können.

Nachtrag vom 8. Februar 2017

Zu Intels Ryzen-Konter bringt die PC Games Hardware die wichtige Ergänzung, das Core i5-7640K & Core i7-7740K nicht schon demnächst erscheinen sollen, sondern erst im Rahmen von "Kaby-Lake-X" im Herst 2017. Dies wirft einiges um bezüglich der Einordnung dieser zwei Prozessoren – und ganz nebenbei deutet es auch an, wie schnell man heutzutage im Prozessoren-Bereich "kurzfristig" reagieren kann (mehr oder weniger gar nicht). Mittels des späten Release-Zeitpunkts erst im Herbst muß AMD nun erst einmal keine Sorge haben, das Core i5-7640K & Core i7-7740K als direkte Störfeuer für den anstehenden Ryzen-Launch antreten sollen. Auch die indirekte Preissenkung (kein besserer Preis, aber mehr Takt zum gleichen Preis) steht damit zur Disposition: Sicherlich könnte Intel bei Core i5-7640K & Core i7-7740K die Preise von Core i5-7600K & Core i7-7700K benutzen (schließlich passiert dies dann alles auf der klar teureren X299-Plattform) – aber eher wahrscheinlich sind doch etwas höhere Preise, Intel war eigentlich noch nie für wirkliche Preisoffensiven bekannt.

Kerne Taktraten unlocked TDP Sockel Listenpreis Launch
Core i7-7740K 4 +HT 4.3/? GHz 112W 2066 unbekannt vorausstl. Herbst 2017
Core i7-7700K 4 +HT 4.2/4.5 GHz 91W 1151 339$ 3. Januar 2017
Core i5-7640K 4 4.0/? GHz 112W 2066 unbekannt vorausstl. Herbst 2017
Core i5-7600K 4 3.8/4.2 GHz 91W 1151 242$ 3. Januar 2017

Die TDP jener beiden neuen Prozessoren wird damit dann auch nicht bei 100 Watt, sondern gleich bei 112 Watt liegen – so wie es schon letzten Sommer zu Kaby-Lake-X vermeldet worden war. Jene frühe Meldung deutet letztlich auch darauf hin, das es sich bei Core i5-7640K & Core i7-7740K im eigentlichen nicht um einen kurzfristigen Ryzen-Kontern handelt – dies wurde (auch von uns) aufgrund der Spezifikationen dieser Intel-CPUs samt zuerst unklarer Terminlage nur falsch geschlußfolgt. Intel dürfte jene Prozessoren hingegen wohl schon immer in dieser Form geplant haben. Damit läuft dann letztendlich alles doch wieder auf das kürzlich schon gesagte zu Intels Ryzen-Strategie hinaus: Intel wird wohl erst eimal gar nichts tun, sich das ganze anschauen – und erst im Rahmen sowieso schon geplanter neuer CPU-Generationen reagieren. Diese Reaktion wird dann primär in Richtung "mehr Technik für ähnliche Preise" gehen, keinesfalls in Richtung ernsthafter Preissenkungen.

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Hardware- und Nachrichten-Links des 6. Februar 2017

Golem berichten über die neuen Quadro-Grafikkarten seitens nVidia, bei welchen erstmals die Pascal-Grafikchips zum Einsatz kommen. Technisch interessant sind hierbei drei Modelle: Mit der "Quadro GP100" verbaut nVidia erstmals den GP100-Chip auf einer regelrechten Grafikkarte – selbst wenn jene üblicherweise keine Spiele darstellen soll. Allerdings gibt es weiterhin nicht die vollen 3840 Shader-Einheiten des GP100-Chips, sondern nur 3584 hiervon werden für diese Karte freigeschaltet. Dafür packt nVidia gleich 16 GB HBM2-Speicher (auf allerdings nur 700 MHz Speichertakt) auf diese Karte, dies wird aber auch mit einem deftigen Preispunkt von 7000 Euro garniert. Bei der GP102-basierten Quadro P6000 wird dann der zugrundeliegende Grafikchip jedoch voll ausgenutzt, sind also alle 3840 Shader-Einheiten aktiv. Der Speichertakt der verbauten gleich 24 GB GDDR5X ist mit 2250 MHz QDR allerdings etwas niedriger als bei der Titan X (2500 MHz QDR). Und letztlich wird der GP107-Chip mit maximal 640 Shader-Einheiten interessanterweise auch für Quadro-Lösungen mit nur 256 oder 384 freigeschalteten Shader-Einheiten verwendet. Für diesen Aufgabenzweck hatte man eigentlich den GP108-Chip erwartet – welcher damit entweder als gestrichen oder wenigstens als heftig verspätet klassifiziert werden muß.

Laut Canard PC soll Intel über AMDs Ryzen ziemlich besorgt sein und gleichzeitig Schwierigkeiten bei den eigenen CPU-Zukunftsprojekten haben. Hierbei soll es um Samples neuer Intel-CPUs gehen, welche seitens Intel (angeblich) mit der Klassifizierung "Katastrophe" belegt wurden – ohne auszuführen, um welche zukünftige Intel-Generation es sich hierbei handelt. Im Sample-Status bei Intel sollten in jedem Fall die kommenden Enthusiasten-Prozessoren von Kaby-Lake-X & Skylake-X sein, hinzu könnte ein früher Sample-Status bei der Ende 2017 erscheinenden Cannon-Lake-Generation sowie bei der Anfang 2018 erscheinenden Coffee-Lake-Generation bereits vorliegen. Die höchste Chance auf etwaige Probleme (welche vor allem "katastrophal" sein sollen), liegt natürlich bei Cannon Lake, da Intel hierbei erstmals die 10nm-Fertigung einsetzt und Intel zuletzt schon immer Probleme bei einem Wechsel des Prozeßnodes hatte. Derzeit ist das ganze natürlich nur spekulativ – und es gibt auch noch keine Anzeichen für eine Änderung der Intel-Roadmap, insofern muß das ganze eventuell auch noch nicht ganz so dramatisch sein.

Im übrigen ist die maschinellen Übersetzung schlecht genug, um im dümmsten Fall hier auch einen direkten Intel-Konter auf Ryzen herauszulesen. Vermutlich wollten Canard PC dies aber nicht sagen, selbiges wäre auch ziemlich unwahrscheinlich – regelrecht neue CPU-Generationen kann niemand aus dem Hut zaubern, jene brauchen üblicherweise viele Monate (bis Jahre) der Vorbereitung. Maximal möglich wäre ein neues Modell bestehend auf einem bekannten Stück Silizium – dies ist eine Restchance, die immer existiert, gerade weil die Vorbereitung eines reinen neuen Modells nur wenige Wochen erfordert. Aber wie gesagt wollten Canard PC dies aller Vermutung nach gar nicht sagen – und auch die Aussage, wonach ein "Sample" zu Canard PC auf dem Weg ist, bezieht sich vermutlich nur auf Ryzen und nicht auf einen (hypothetischen) Intel-Konter. Hierzu gibt es eine indirekte Bestätigung aus unserem Forum, denn auch bei anderen Hardwaretest-Webseiten ist ein (offizielles) Ryzen-Testsample nunmehr auf dem Weg.

Aber wenn wir diesem Gedanken an einen Intel-Konter auf Ryzen einmal grundsätzlich nachgehen wollen: Grundsätzlich ist Intel auch jetzt schon zu überzeugenden Kontern in der Lage – man müsste nur die Taktraten der bestehenden CPUs hochjagen und deren Preise absenken. Letztere Methode deutet schon das eigentliche Problem an: Es geht kaum ohne dabei selber etwas zu verlieren – meistens die bisher gerade bei Intel übermäßig sprudelnden Gewinne. Schneller zu sein als AMD ist für Intel keine Kunst – dieselben (oder bessere) Preis/Leistungs-Verhältnisse zu bieten, will allerdings wohlüberlegt sein: Schließlich senkt man die Preise ja nicht nur für diese CPU-Käufer, welche sich eventuell für Ryzen entschieden hätte – sondern auch für alle diese CPU-Käufer, welche sowieso auch weiterhin Intel kaufen würden. Gerade Intel kann auf dem CPU-Markt durch eine Preissenkung keine Marktanteile mehr hinzugewinnen (gibt ja kaum andere Angebote), würde aber durch eine Preissenkung massiv die eigenen Gewinnmarge herunterdrücken.

Insofern ist das für Intel eine einfache Kalkulation: Bis zu einem gewissen Anteil an Marktverlust macht es für Intel wirtschaftlich gesehen absolut Sinn, kurzfristig gar nichts zu tun – den Verlust an Marktanteil also zu schlucken, dafür aber die eigene Gewinnmarge oben zu behalten. Nur wenn AMD den CPU-Markt plötzlich im Sturm nehmen sollte, wären Intel-Preissenkungen notwenig – aber das ist kaum zu erwarten, dafür ist der gesamte CPU-Markt doch zu träge. Und mittelfristig hat Intel mit den vorgenannten neuen CPU-Generationen neue Eisen im Feuer, mit welchen man AMD eher von der technischen als der preislichen Seite unter Druck setzen könnte. Aber selbst wenn: Preissenkungen mit der Einführungen von neuen CPU-Generation sind verkaufspsychologisch doch eher positiv besetzt, während dies bei Preissenkungen für bereits im Markt stehende Produkte genau anders herum ist. So gesehen spricht nicht gerade viel für Preissenkungen bei Intel im Zuge des Ryzen-Launches. Denkbar wären hingegen eventuell neue CPU-Modelle, um sich bei der Performance besser darzustellen – aber eigentlich hat Intel jene wirklich schnelleren Prozessoren ja auch jetzt schon mittels den Spitzenmodellen von Broadwell-E im Angebot.

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AMD Geschäftsergebnisse Q4/2016: Auf niedrigem Niveau irgendwie bis Zen durchgehalten

Noch nachzutragen sind AMDs neue Geschäftsergebnisse für das abgelaufende vierte Quartal 2016 sowie das Gesamtjahr 2016. Im vierten Jahresquartal hat AMD beim Umsatz die passablen Zahlen des dritten Quartals nicht wiederholen können, der Quartalsumsatz fiel von 1307 Mill. Dollar auf nur noch 1106 Mill. Dollar. Dies hatte AMD allerdings vorab bereits so prognostiziert, da speziell im dritten Jahresquartal die Bestellungen der Konsolenhersteller für das Weihnachtsgeschäfts geschäftswirksam wurden. Die Verlustzahlen konnten hingegen ordentlich reduziert werden – wobei auch dies zu erwarten war, denn die hohen Verlustzahlen des dritten Quartals basierten primär auf Einmaleffekten. Während damit das vierte Jahresquartal nicht wirklich gut zum dritten Jahresquartal vergleichbar ist, bietet sich der Vergleich zum Vorjahreszeitraum durchaus an: Hierbei konnte AMD beim Umsatz um +15,4% zulegen, den nominellen Verlust glatt halbieren und den operativen Verlust nahezu ausgleichen.

Q4/2015 Q1/2016 Q2/2016 Q3/2016 Q4/2016
Umsatz 958 Mio. $ 832 Mio. $ 1027 Mio. $ 1307 Mio. $ 1106 Mio. $
Gewinn -102 Mio. $ -109 Mio. $ 69 Mio. $ -406 Mio. $ -51 Mio. $
operativer Gewinn -49 Mio. $ -68 Mio. $ -8 Mio. $ -293 Mio. $ -3 Mio. $
Für exakte Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.

Einen nach wie vor starken Anteil daran hat die SemiCustom-Sparte, welche im vierten Quartal für 506 Mill. Dollar Umsatz stand – ohne jene Sparte hätte AMD sich ziemlich sicher über die letzte Jahre nicht als Unternehmen halten können. (Leicht) positive Ergebnisse kommen zudem überraschenderweise von der CPU/GPU-Sparte, welche mit 600 Mill. Dollar Quartalsumsatz klar stärker war als im dritten Quartal (472 Mill. Dollar). Eine genauere Erklärung hierfür gibt es nicht, aber es steht zu vermuten an, daß das Grafikchip-Geschäft bei AMD gar nicht einmal so schlecht läuft – an großartigen Verkäufen von CPUs und APUs kann es schließlich kaum liegen.

Speziell über den Einfluß der SemiCustom-Sparte hat AMD im Gesamtjahr 2016 seinen Umsatz leicht um +7,0% steigern können und liegt damit wenigstens wieder über der 4-Mrd-$-Marke. Von früheren Umsatzhöhen ist man damit allerdings weit entfernt, AMD lag schon im Jahr 2007 bei über 6 Mrd. Dollar Jahresumsatz. Die Verlustzahlen konnten im Jahr 2016 leicht gesenkt werden, Profitabilität kann AMD allerdings mit dem bisherigen Produktprogramm samt der vorhandenen Marktstellung nicht erreichen. Somit ist die eigentliche positive Nachricht zu diesen Zahlen, das AMD es erfolgreich verstanden hat, sich bis kurz vor den Zen-Release irgendwie durchzuhangeln. Nun hängt das weitere Wohl & Wehe von AMD an eben dieser Zen-Architektur – wobei man allgemein wenigstens von einem gewisse Erfolg ausgeht, welcher AMD also wieder zurück zu besseren Umsatz- und Gewinnzahlen bringen sollte.

Umsatz Gewinn operativer Gewinn
2007 6,01 Mrd. $ -3,38 Mrd. $ -2,87 Mrd. $
2008 5,76 Mrd. $ -3,11 Mrd. $ -1,51 Mrd. $
2009 5,40 Mrd. $ 0,30 Mrd. $ 0,66 Mrd. $
2010 6,50 Mrd. $ 0,47 Mrd. $ 0,85 Mrd. $
2011 6,57 Mrd. $ 0,49 Mrd. $ 0,37 Mrd. $
2012 5,43 Mrd. $ -1,18 Mrd. $ -1,06 Mrd. $
2013 5,30 Mrd. $ -0,08 Mrd. $ 0,10 Mrd. $
2014 5,51 Mrd. $ -0,40 Mrd. $ -0,13 Mrd. $
2015 3,99 Mrd. $ -0,66 Mrd. $ -0,48 Mrd. $
2016 4,27 Mrd. $ -0,50 Mrd. $ -0,37 Mrd. $
Für exakte Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.
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Hardware- und Nachrichten-Links des 4./5. Februar 2017

SemiWiki sprechen (aus ihrer Sichtweise) über den nun wieder aufkommenden Wettstreit von AMD vs. Intel im Prozessoren-Markt – gewürzt mit reichlich Zweifel, ob AMD hierbei der große Coup gelingen kann. Zumindest teilweise basiert das ganze allerdings auf der Fehleinschätzung, zwischen dem Zen-Tapeout gegen (Ende) 2015 und dem Ryzen-Marktstart (Anfang) 2017 würde ein zu großer Zeitraum liegen. Aber dies sind eben keine zwei Jahre, sondern im allerbesten Fall nur anderthalb Jahre. Dies mag immer noch ein sehr langer Zeitraum sein, aber CPUs benötigen diese Vorlaufzeiten, insbesondere wenn man eine grundlegend neue Architektur auflegt. Bei Intel ist dies am ehesten noch mit der seinerzeitigen Nehalem-Architektur zu vergleichen, welche im November 2008 in den Markt kam, deren Tapeout aber auch schon mindestens 14 Monate vorher stattfand. Intel benötigt für seine aktuellen Prozessoren-Generationen regelmäßig auch nahezu ein Jahr von Tapeout bis Marktstart – und hierbei handelte es sich zuletzt immer nur um Refresh-Generationen mit eher geringen Verbesserungen und dies oftmals auch auf demselben bekannten Fertigungsverfahren. In jedem Fall liegt wohl kein größerer Wert darin, AMD aus solchen Spitzfindigkeiten heraus einen Strick zu drehen: Das Produkt kommt, wird zum Erscheinungstermin bewertet werden – und ab diesem Zeitpunkt sind alle Mühen der Vorgeschichte als obsolet anzusehen, zählt nur noch der erreichte Ist-Stand.

Interessant an dem SemiWiki-Artikel ist daneben, das hierbei die Prozeßnodes der verschiedenen Halbleiterfertiger allesamt mit einer Zusatzinformation versehen wurden, welche diese Prozeßnodes in einer normalisierten Zählung abbildet. Hierbei werden also keine Informationen abgegeben, wie klein die gefertigten Strukturen wirklich sind (weil man sich dann darauf einigen müsste, welche der vielen möglichen Elemente man als Maßstab nimmt) – sondern nur, wie stark der jeweilige Prozeß von seinem Marketingnamen abweicht. Beispielsweise GlobalFoundries' & Samsungs 14nm-Fertigung wird als "16.6nm" (in einer anderen Rechnung mit "15.6nm") bewertet – Intels 14nm-Fertigung hingegen als "13.4nm" (in einer anderen Rechnung mit "12.5nm"). Dahinter steckt eine ausgeklügelte Formel, welche schon Anfang 2016 aufgestellt und Ende 2016 nochmals aktualisiert wurde (zusammengefasst in dieser PDF-Datei). Die Formel selber können wir schwerlich bewerten (und es gibt auch gleich zwei davon mit leicht unterschiedlichen Resultaten), aber das herauskommende Endergebnis passt ganz gut in die Erwartungshaltung herein – und macht die echten Differenzen zwischend den verschiedenen Prozeßnodes klarer:

14/16nm 10nm 7nm 5nm
GlobalFoundries 15.6nm (ausgelassen) 7.6nm 5.3nm
Intel 12.5nm 8.7nm 5.7nm ?
Samsung 15.6nm 11.1nm 7.0nm 5.3nm
TSMC 17.2nm 10.2nm 8.7nm 5.7nm
Quelle: Ausarbeitung von SemiWiki (basierend auf der neuen 2017er Formel)

Gut zu sehen, das Intel von der Prozeßtechnologie her weiterhin klar führend ist – beispielsweise wird deren 7nm-Prozeß so feine Strukturen bieten wie die 5nm-Nodes der anderen drei großen Halbleiterfertiger. Dafür gerät Intel aber auch mit seinen Terminlagen in Schiefstand – so erwartet man Intels 7nm-Prozeß inzwischen erst dann, wenn die anderen Halbleiterfertiger mit dem 5nm-Prozeß spruchreif werden, der technologische Vorteil Intels wäre damit dahin. TSMC geht hingegen den exakt umgekehrte Weg und bietet grundsätzlich die dicksten Strukturen an – kann dafür aber auch eine aggressive Termin-Roadmap vorlegen und ist derzeit drauf und dran, bei jedem neuen Node immer der erste zu sein. Da zudem TSMC sich auf die Fahne schreiben kann, gegenüber Samsungs 14nm-Prozeß trotz dickerer Strukturen bestanden zu haben bzw. eben auch nVidias (relativ zu Smartphone-SoCs) stromhungrige Pascal-Grafikchips gefertigt zu haben, dürfte der Nachteil TSMCs bei der Packdichte mehr als ausgeglichen erscheinen. Abzuwarten bleibt natürlich noch, wie Samsung hier langfristig mitspielt, deren Roadmap geht augenscheinlich eher in Richtung kleinerer Packdichten – und mit der Fertigung von nVidias GP107-Chip hat Samsung nun auch den Einstieg in das Geschäft mit (echten) PC-Chips gefunden.

Bei Tom's Hardware hat man eine Intel 600p NVMe-SSD mit 256GB und einer offiziellen Belastbarkeit von 144 TB bewußt versucht so schnell wie möglich in den Totalausfall zu treiben. Im Gegensatz zu einem ähnlichen Test beim Tech Report konnte diese offizielle Belastbarkeitsgrenze allerdings nicht erreicht werden, bei knapp 106 geschriebenen TeraByte stieg die Intel-SSD aus (war aber wenigstens noch lesbar, um die Daten zu retten). Allerdings haben Tom's Hardware im Gegensatz zum Tech Report auch durchgängig auf einen reinen 4K-Workload gesetzt, selbst der offizielle Test des Speicherstandardisierungs-Gremiums JEDEC ist nicht so harsch angelegt. Trotzdem zeigt dieser neue Test auf die wichtige Thematik hin, nicht den früheren Test des Tech Reports als allgemeingültige Aussage zu nehmen – seinerzeit erreichten diverse SSDs den Totalausfall erst bei 700-1100 TB. Vermutlich liegt es im Bereich der individuellen SSD, ob jene nur ihre Spezifikation (knapp) erfüllt oder aber eben wie beim Tech Report deutlich länger durchhält. Für extrem übermäßige Belastungen sind SSDs sicherlich nicht gemacht – aber solche treten auch nur bei arg seltenen Workloads auf, dies ist für den Normalanwender kaum erreichbar.

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Welche ist die persönlich interessanteste Ryzen-Ausführung?

Sicherlich gibt es derzeit noch keinerlei sichere Informationen zum kommenden Ryzen-Portfolio, nichtsdestotrotz dürften alle Interessenten schon halbwegs genau wissen, in welche Richtung ihr persönliches Interesse geht: Vierkerner, Sechskerner oder Achtkerner, mit SMT oder ohne – dies sind die zumindest technisch vorhandenen Wahlmöglichkeiten. Jene werden dann natürlich entsprechende Preispunkte ergeben, welche derzeit zwar noch nicht bekannt sind, aber im Sinne dieser Umfrage auch schon mit bedacht werden sollten.

Achtkerner mit SMT (sehr hoher Preispunkt)
40% (1002 Stimmen)
Achtkerner ohne SMT (hoher Preispunkt)
11% (278 Stimmen)
Sechskerner mit SMT (hoher Preispunkt)
28% (706 Stimmen)
Sechskerner ohne SMT (mittlerer Preispunkt)
8% (201 Stimmen)
Vierkerner mit SMT (mittlerer Preispunkt)
11% (280 Stimmen)
Vierkerner ohne SMT (niedriger Preispunkt)
1% (28 Stimmen)
Gesamte Stimmen: 2495
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