Beim nächtlichen Live-Benchmarking von PC Perspective ist man positiverweise auch auf Zuschauer-Eingebungen eingegangen. Darunter war auch die Anfrage unseres Foren-Mitglieds "Digidi" nach der Verfügbarkeit von "Tile-based Rasterization" (TBR) mittels des aktuell verwendeten Treibers. Hierzu sollte PC Perspective einen Binning-Test ausführen, welchen RealWorld Technologies schon vor einiger Zeit für die ersten nVidia-Grafikkarten mit diesem Feature aufgezeigt haben. Mittels dieses Binning-Tests wird überprüft, wie der Rasterizer Dreiecke verarbeitet – gewöhnlich oder eben in Form von Tiles, und damit eben auch mit der Möglichkeit zur Erkennung letztlich gar nicht sichtbarer Bildausschnitte. In ersterem Fall ist dagegen für den Rasterizer nicht erkennbar, das sich die für diesen speziellen Test erzeugten Dreiecke größtenteils überdecken – es wird demzufolge (ineffektiverweise) die maximale Arbeit getan. Im Fall eines Tile-based Rasterizers sind jene Tiles nicht nur optisch zu erkennen, sondern erfolgt auch eine umgehende Erkennung der Sichtbarkeit – kommen am Ende also sich überlappende Dreiecke heraus (gut an den vielen verschiedenen Farben der jeweiligen Tiles zu sehen), je nachdem ob jene letztlich sichtbar sein werden oder nicht (hier nochmals besser erklärt).
Die Berichterstattung vom koreanischen Dr. Mola (maschinelle Übersetzung ins Englische) bringt auch eine Bestätigung dafür, was sich eigentlich schon mit den Kaby-Lake-Pentiums andeutete – Intel wird ab der Coffee-Lake-Generation sein komplettes Consumer-Portfolio in Bezug auf Anzahl der Rechenkerne und Verfügbarkeit von HyperThreading vollkommen neu gestalten. Dabei rückt faktisch alles eine Stufe nach unten – die Technik des bisherigen Core i7 (vier CPU-Kerne samt HyperThreading) wird man ab Coffee Lake dann beim Core i5 finden, die Technik des bisherigen Core i5 (vier CPU-Kerne ohne HyperThreading) dann beim Core i3. Beim früheren Core i3 ist Intel diesen Schritt bekannterweise schon innerhalb der Kaby-Lake-Generation gegangen, beim Celeron ändert sich nichts – und die neuen Core-i7-Prozessoren werden dann sogar durchgehend Sechskerner mit HyperThreading sein.
bisherige Preislage | bis Skylake | Kaby Lake | Coffee Lake | ||
---|---|---|---|---|---|
Core i7 | 303-339 Dollar | 4C +HT | 4C +HT | -> | 6C +HT |
Core i5 | 182-242 Dollar | 4C | 4C | -> | 4C +HT |
Core i3 | 117-168 Dollar | 2C +HT | 2C +HT | -> | 4C |
Pentium | 64-86 Dollar | 2C | 2C +HT | -> | 2C +HT |
Celeron | 42-52 Dollar | 2C | 2C | -> | 2C |
Als kleinen Teaser auf die in Arbeit befindliche Launch-Analyse zu Intels Core-X-Prozessoren wollen wir hiermit bereits die kumulierten & indizierten Benchmark-Resultate der Launchreviews zum besten geben. Die angetretenen Benchmarks unterteilen sich grob in die Betrachtung des Core i7-7740K von Kaby-Lake-X meistens gegen Core i7-7700K und Ryzen 7 1700, sowie in die Betrachtung des Core i9-7900X von Skylake-X meistens gegen Core i7-6900K, Core i7-6950X und Ryzen 7 1800X. Die beiden anderen Modelle von Skylake-X wurden hingegen leider nur singulär seitens AnandTech getestet – leider zu wenig, um im Rahmen einer Benchmark-Auswertung mit wesentlich besser belegten Daten verrechnet zu werden. Bezüglich der Benchmarks zu den vorgenannten Prozessoren-Modellen gibt es hingegen eher erfreuliches zu vermelden: Zwar gab es eine vergleichsweise geringe Anzahl an Launchreviews, jene haben allerdings oftmals recht breite Benchmark-Felder verwendet – was angesichts der immer noch großen Schwankungsbreite der Ergebnisse gerade bei der Anwendungs-Performance auch notwenig ist, um nach der Verrechnung dieser Werte solide Durchschnittswerte zu erhalten.
Anwendungs-Perf. | 7700K | 7740K | 1700 | 1800X | 6900K | 6950X | 7900X |
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Technik | Kaby Lake, 4C+HT, 4.2/4.5 GHz | Kaby-Lake-X, 4C+HT, 4.3/4.5 GHz | Zen, 8C+SMT, 3.0/3.7/3.75 GHz | Zen, 8C+SMT, 3.6/4.0/4.1 GHz | Broadwell-E, 8C+HT, 3.2/3.7/4.0 GHz | Broadwell-E, 10C+HT, 3.4/3.6/4.0 GHz | Skylake-X, 10C+HT, 3.3/4.3/4.5 GHz |
Tom's Hardware (20 Tests) | 88,1% | - | - | 100% | 96,7% | 99,3% | 120,5% |
AnandTech (23 Tests) | - | 87,9% | 88,7% | 100% | 102,6% | 113,8% | 128,0% |
Guru3D (11 Tests) | ~67% | - | 88,3% | 100% | ~91% | 111,5% | 135,0% |
Hardware Canucks (16 Tests) | 73,8% | 71,9% | 88,2% | 100% | 98,4% | 109,0% | - |
Hot Hardware (9 Tests) | 83,5% | 87,4% | 89,0% | 100% | 101,9% | 123,4% | 148,9% |
LanOC (10 Tests) | 95,6% | 84,8% | 86,4% | 100% | 108,4% | - | 126,0% |
PC Perspective (12 Tests) | 87,1% | - | 89,7% | 100% | 107,1% | 120,4% | 137,7% |
PCWorld (9 Tests) | 67,1% | - | - | 100% | 116,5% | 146,0% | 145,2% |
The Tech Report (15 Tests) | 84,3% | - | - | 100% | - | 122,3% | 141,4% |
Vortez Hardware (10 Tests) | 83,9% | 82,5% | 89,4% | 100% | 105,9% | 129,7% | - |
Hardware.info (15 Tests) | 76,3% | 77,2% | 88,5% | 100% | 111,7% | 125,5% | 133,6% |
Performance-Schnitt * | 80,9% | 80,8% | 88,5% | 100% | 102,9% | 116,4% | 132,7% |
Listenpreis | 339$ | 339$ | 329$ | 499$ | 1089$ | 1723$ | 989$ |
* die fehlenden Werte wurden aus den vorhandenen Werten interpoliert sowie der finale Performance-Schnitt zugunsten der umfangreicheren Reviews gewichtet |
Wir legen hiermit nach längerer Zeit mal wieder eine neue eigenerstellte Grafikchip-Roadmap auf, welche das bisherige Portfolio von AMD und nVidia sowie deren jeweiligen Zukunftsaussichten für die nächste Zeit beleuchten soll. Die Abbildung des Ist-Zustands sowie der jüngeren und mittleren Vergangenheit hilft dabei regelmäßig, das kommende besser einzuordnen bzw. die grundsätzlichen Strategien der Grafikchip-Entwickler zu verstehen. Alle Angaben zu den kommenden Grafikchips von AMD (Vega) und nVidia (Volta) sind aber natürlich rein spekulativ und werden nur in seltenen Fällen bereits über bekanntes oder gar bestätigtes Wissen gestützt.
Als kleinen Teaser zur kommenden Launch-Analyse zu Radeon RX 570 & 580 soll hiermit schon einmal die Benchmark-Auswertung zu diesem Launch offengelegt werden. Die Performance-Ermittlung war ohne das Vorhandensein von Referenzdesigns nicht ganz so einfach, weil sich die Werte der verschiedenen werksübertakteten Herstellerdesigns natürlich schlecht zum Verrechnen bzw. zur Bildung eines allgemeinen Performance-Index' eignen. In einigen Testberichten hat man allerdings dankenswerterweise neben den originalen Herstellerdesigns auch auf Referenz-Taktraten heruntergetaktete Radeon RX 570 & 580 Grafikkarten in die Benchmarks geschickt. Ob hier in jedem Fall das höhere Power-Limit der Herstellerdesigns ebenfalls mit heruntergesetzt wurde, ist (leider) unbekannt – spielt jedoch im Fall dieser Grafikkarten, welche ihre Referenz-Taktraten nahezu perfekt halten sollten (Radeon RX 570: real 1244 MHz bei ≤1244 MHz, Radeon RX 580: real ~1330 MHz bei ≤1340 MHz, eine Abweichung von nur 0,7%), glücklicherweise keine beachtenswerte Rolle. In anderen Fällen haben wir bei geringen Werksübertaktungen versucht, deren Effekt entsprechend herauszurechnen, solcherart Testberichte wurden dann aber von etwaigen Gewichtungen ausgeschlossen.
Die Frage der Spiele-Performance führt einen natürlich in zutiefst diskussionsträchtige Gewässer – die einen wollen hierbei Benchmarks unter Spiele-typisch hohen Auflösungen sehen, die anderen Benchmarks unter besonders niedrigen Auflösungen, um eine möglichst starke CPU-Limitierung zu erreichen. Wir neigen wie bekannt an dieser Stelle eher zu letzterer Auffassung – vor allem, weil Benchmarks unter FullHD (und höher) im Idealfall eigentlich sowieso nur eine Grafikkarten-Limitierung aufzeigen können. Viele Launchreviews erreichen unter den verbreiteten FullHD-Benchmarks einfach nur gähnende Langeweile – wenn alle Benchmark-Balken bis auf kleinere Abweichungen gleich lang sind, dann springt da kein richtiger Informationgsgewinn heraus. Und dies trifft sogar auf jene wenigen Tests zu, wo auch unter FullHD noch gewisse Unterschiede herauskamen. Dies liegt dann an einer unrealistischen CPU/GPU-Paarung wie einer Mittelklasse-CPU mit einer GeForce GTX 1080 Ti – bei welcher die Grafikkarte derart schnell ist, das jene unter FullHD doch noch eine teilweise CPU-Limitierung erreicht.
Im Vorgriff auf unsere kommende Launch-Analyse zu AMDs Ryzen 5 wollen wir hiermit schon einmal ein erstes greifbares Ergebnis veröffentlichen – die gesammelten Benchmarkwerte zur Anwendungs-Performance von Ryzen 5 sowie den jeweiligen Intel-Kontrahenten. Gemäß der technischen Ausgangslage sind zum Performancevergleich von Ryzen 5 gegenüber Intel alle deren Vierkern-Modelle ohne HyperThreading passend (aufgrund der reinen Taktraten-Differenzen lassen sich eventuell fehlende Intel-Werte in diesem Fall auch ziemlich einfach interpolieren). Technisch nicht verkehrt ist die Hinzunahme des Core i3-7350K als vom Listenpreis her passender Kontrahent zum Ryzen 5 1400, selbst wenn dieser zu seinem (deutschen) Straßenpreisen derzeit nicht günstiger zu bekommen ist als ein Core i5-7400. Als Anschlußpunkt zum Quervergleich mit den schnelleren CPUs kann die Performance des Core i7-7600K dienen, jener Prozessor wurde auch bei der Benchmark-Auswertung zu Ryzen 7 mit beachtet. Die Auswertung der vorliegenden Benchmarks konzentriert sich dann natürlich auf jene Ryzen-Launchreviews mit einer möglichst breiten Beteiligung der vorgenannten, zu Ryzen 5 passenden Intel-CPUs.
An HT4Us Nachtest der Ryzen-7-Prozessoren ebenfalls bislang wenig beachtet ist die Simulation eines Ryzen 5 1600X Prozessors, welchen AMD offiziell erst am 11. April 2017 in den Handel schicken will. Es gibt zwar auch noch andere Simulations-Versuche, bislang jedoch noch keine wirklich gut ausgeführten: Für den Ryzen 5 1600X bedient man sich des Ryzen 7 1800X aufgrund der gleichen Taktraten, XFR-Limit, Cache-Größen & TDP – und limitiert dann schlicht per Mainboard-BIOS die Anzahl an aktiven CPU-Kernen von 8 auf 6 herunter. Andere Ryzen-Prozessoren sind hingegen wegen deren abweichender Taktraten und der geringeren TDP schwieriger zu simulieren – man kann zwar rein technisch deren Spezifikationen erreichen, bekommt dafür dann aber größere Ungewißheiten bzw. eine größere Spielbreite, ob sich die simulierten Modelle auch wirklich wie die jeweils "echten" Prozessoren verhalten.
Als letzten Teaser für die kommenden (leider späte) Launch-Analyse zu AMDs Ryzen soll es hiermit einen Überblick zu den am Launchtag erzielten Overclocking-Ergebnissen zu Ryzen geben. Jene richtet sich ausschließlich an den unter normalen Kühlmaßnahmen (Luft oder Standard-Wassserkühlung) erreichten und natürlich stabilen OC-Resultaten aus. Leider gab es von den beiden kleineren Ryzen-Modellen Ryzen 7 1700 & 1700X nur recht wenige entsprechende Resultate, allerdings ist die grobe Tendenz auch so mittels der vielen Resultate zum Ryzen 7 1800X sichtbar. Die von AMD angesetzte default-Spannung der Ryzen-Achtkerner wollte keiner der Testberichte wirklich ganz konkret notieren – doch augenscheinlich laufen jene mit ~1.2V los, können sich aber unter Last auch bis zu ~1.35V genehmigen.
Als weiteren Teaser zur kommenden AMD Ryzen Launch-Analyse gibt es nachfolgend die aufgelaufenen (sinnvollen) Spiele-Benchmarks zu Ryzen und der Intel-Konkurrenz im Überblick. Viel ist es leider nicht geworden, da sich die meisten Hardwaretester leider an GPU-limitierten Spiele-Benchmarks unter FullHD (und noch höheren Auflösungen) aufgehalten haben. Aufzuzeigen, das unter wirklich Grafikkarten-limitierten Szenarien Ryzen absolut gleichwertig herauskommt, ist natürlich auch wichtig – aber dafür reicht faktisch ein einzelner Benchmark aus, danach könnte man sich interessanteren Themen zuwenden. So beispielsweise der Spiele-Performance unter niedrigeren Auflösungen, wo dann die CPU viel stärker ins Spiel kommt – gerade wenn man mit einer Titan X (Pascal) die Grafikkarten-Limitierung sehr weit oben ansetzt.