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Erste Testberichte zeigen die Titan RTX mit bestenfalls +10% vor der GeForce RTX 2080 Ti FE

Zwei Testberichte offerieren erste Gaming-Benchmarks zur Titan RTX – der allerdings eher für den semiprofessionellen Einsatz gedachte neuen Titan-Karte auf Turing-Basis. Bei JayTwoCents hat man direkt nur gegen die GeForce RTX 2080 Ti verglichen und kam dabei auf durchgehend (gleichlautend in allen drei Auflösungen) 8-10% Performancedifferenz, was doch vergleichsweise viel ist. Denn bei Gamers Nexus gab es eine solche Performancedifferenz erst unter der UltraHD-Auflösung, die Abstände unter FullHD und WQHD sind dagegen dort deutlich geringer ausgefallen. Da beide Testberichte jeweils nur mit 4 bzw. 5 Benchmarks gearbeitet haben, sind beide Werte nicht gänzlich solide, ein wirklich belastbares Ergebnis dürfte sich erst unter einem größeren Testfeld ergeben. Für eine grundsätzliche Performance-Einschätzung der Titan RTX reicht es aber natürlich auch so: Die Karte ist im Schnitt bestenfalls +10% schneller als eine GeForce RTX 2080 Ti in der Founders-Edition-Ausführung.

2080Ti-FE Titan RTX 2080Ti-FE OC Titan RTX OC
FullHD @ JayTwoCents 100% 108,5% - -
FullHD @ Gamers Nexus 100% 103,1% 106,7% 105,5%
WQHD @ JayTwoCents 100% 109,7% - -
WQHD @ Gamers Nexus 100% 106,7% 111,3% 112,6%
UltraHD @ JayTwoCents 100% 108,2% - -
UltraHD @ Gamers Nexus 100% 109,7% ~114% 118,2%
basierend auf den Benchmarks von JayTwoCents und Gamers Nexus

Selbst dies ist allerdings schon ein überraschend gutes Ergebnis – immerhin hängen alle diese Grafikkarten direkt an ihrem Power-Limit, spielt die etwas dickere Hardware der Titan RTX in der Praxis kaum eine Rolle. Der eigentliche Performance-Bringer bei der Titan RTX ist auch hier das Power-Limit, welches mit 280 Watt um +7,7% höher ist als das Power-Limit der GeForce RTX 2080 Ti FE von 260 Watt. Hinzu kommt eine kleine Differenz bei der Speicherbandbreite sowie beim Level2-Cache, welche jeweils um +9,1% größer sind. Die geringere Anzahl an Recheneinheiten kann die GeForce RTX 2080 Ti hingegen problemlos über höhere Taktraten ausgleichen, welche über mehr Spielraum beim Power-Limit erreicht werden. Dies zeigt sich insbesondere bei den Overclocking-Benchmarks, welche Gamers Nexus dankenswerterweise angestellt haben: Unter maximierten Power-Limits nähern sich beide Karten an, sowohl bezüglich Stromverbrauch, Taktraten als auch der Performance.

Denn das maximale Power-Limit einer GeForce RTX 2080 Ti liegt bei 320 Watt (Herstellerdesigns bieten hierzu mehr), das einer Titan RTX auch "nur" bei 330 Watt. Damit erreicht die GeForce RTX 2080 Ti sogar leicht höhere Taktraten und einen groben Performance-Gleichstand unter FullHD und WQHD – nur unter der UltraHD-Auflösung lag die Titan RTX noch um ca. 3½ Prozent vorn. Dies ist sicherlich auch begünstigt durch den kleinen Vorteil bei der Speicherübertaktung, wo die Titan RTX einen um ca. +1,4% höheren Speichertakt erzielte – was aber natürlich eher spezifisch auf diese vorliegende Karte zutrifft und keinen allgemein gültigen Vorteil der Titan RTX darstellen wird. In der Summe der Dinge kann man somit durchaus sagen, das die GeForce RTX 2080 Ti FE unter Übertaktung ihren regulären Performance-Rückstand zur Titan RTX bis auf vielleicht 2 Prozentpunkte aufholen kann – was dann auch schon wieder im Bereich der üblichen Overclocking-Schwankung liegt.

Mittels gutklassiger Herstellerdesigns zur GeForce RTX 2080 Ti ist die Titan RTX damit in jedem Fall zu knacken – es braucht hierzu ja nur ein viel großzügigeres Power-Limit, schon kann die GeForce RTX 2080 Ti mit höheren Taktraten an der Titan RTX vorbeiziehen. Selbige Maßnahme würde natürlich auch der Titan RTX entscheidend weiterhelfen – erst mit einem höheren Power-Limit könnte diese Karte ihre größere Hardware wirklich ausspielen. Da es jedoch keine Herstellerdesigns zur Titan RTX gibt, bleibt hier nur der Weg über modifizierte BIOS-Versionen (heutzutage kaum noch möglich angesichts der nVidia-Zertifizierung) oder eben einen Hardware-Mod der Karte. Wer wirklich viel aus der Titan RTX herausholen will, kommt um letzteres kaum herum – wobei das Herumbasteln an einer 2700-Euro-Karte sicherlich niemals ein Volkssport werden wird. Aber wirklich sinnvoll ist die Titan RTX natürlich sowieso nicht aus Gamer-Sicht, denn selbst unter extremer Übertaktung wird die Karte niemals so viel Mehrperformance abwerfen, als das sich deren Mehrpreis in irgendeiner Form rechtfertigen läßt.

Titan Xp Titan V GeForce RTX 2080 Ti Titan RTX
Chipbasis nVidia GP102 nVidia GV100 nVidia TU102 nVidia TU102
Technik 6 Raster-Engines, 30 Shader-Cluster, 3840 Shader-Einheiten, 240 TMUs, 96 ROPs, 384 Bit GDDR5X-Interface, 3 MB Level2-Cache (Vollausbau) 6 Raster-Engines, 80 Shader-Cluster, 5120 Shader-Einheiten, 320 TMUs, 640 Tensor-Cores, 96 ROPs, 3072 Bit HBM2-Interface, 4.5 MB Level2-Cache (Salvage) 6 Raster-Engines, 68 Shader-Cluster, 4352 Shader-Einheiten, 272 TMUs, 68 RT-Cores, 544 Tensor-Cores, 88 ROPs, 5.5 MB Level2-Cache, 352 Bit GDDR6-Interface (Salvage) 6 Raster-Engines, 72 Shader-Cluster, 4608 Shader-Einheiten, 288 TMUs, 72 RT-Cores, 576 Tensor-Cores, 96 ROPs, 6 MB Level2-Cache, 384 Bit GDDR6-Interface (Vollausbau)
Taktraten 1404/1582/2850 MHz 1200/1455/850 MHz Ref: 1350/1545/3500 MHz
FE: 1350/1635/3500 MHz
1350/1770/3500 MHz
Speicherausbau 12 GB GDDR5X 12 GB HBM2 11 GB GDDR6 24 GB GDDR6
off. Verbrauch 250W (GCP) 250W (TDP) Ref: 250W   FE: 260W (GCP) 280W (TDP)
FHD Perf.Index 1250% ? Ref: 1380%   FE: 1420% ~1490%
4K Perf.Index 189% ~221% Ref: 228%   FE: 236% ~257%
Listenpreis 1200$/1299€ 2999$/3200€ Ref: 999$   FE: 1199$/1259€ 2499$/2699€
Release 6. April 2017 8. Dezember 2017 19. September 2018 3. Dezember 2018