Die Umfrage der letzten Woche beschäftigte sich mit dem Ersteindruck zu AMDs neuen FX-Prozessoren auf Bulldozer/Vishera-Basis mit Piledriver-Rechenkernen. Die grundsätzliche Aussage der Umfrageergebnisse ist dabei einfach erläutert: Die Vishera-Prozessoren erzeugen einen mehrheitlich durchschnittlichen Eindruck – mit zudem beachtbaren Anteilen an positiven und negativen Stimmen, insgesamt ergibt sich also ein sehr breit verteiltes Stimmfeld.
Prozessorenentwickler AMD senkt mit den neuesten Preislisten die Listenpreise der eigenen LowCost-Prozessoren für die Sockel FM1 (Llano-basierte Modelle) und AM3 (K10.5-basierte Modelle) sowie für ein einzelnes Trinity-basiertes Modell im Sockel FM2 teilweise deutlich ab. Dies kündigt natürlich auch das Auslaufen dieser Prozessoren an, AMD wird die Produktion dieser Prozessoren über kurz oder lang einstellen und sich allein auf die neueren Architekturen Trinity und Bulldozer/Vishera konzentrieren.
Nach reihenweise positiven Produktnachrichten seitens AMD in der letzten Zeit tritt eine neue AMD Prozessoren-Roadmap für das Jahr 2013, welche von Donanim Haber entdeckt wurde, gehörig auf die Bremse: Bis auf die Kabini-Prozessoren mit Jaguar-Rechenkernen in Ablösung der Bobcat-Prozessoren ist im kommenden Jahr kein bedeutsamer Fortschritt bei AMD zu erwarten.
Prozessoren- und Grafikchipentwickler AMD hat gestern Abend bekanntgegeben, im Prozessorenfeld zukünftig auch abseits der bekannten x86-Gefilde wirken zu wollen: Ab dem Jahr 2014 will man im Microserver-Bereich mit eigenen Prozessoren basierend auf der ARMv8-Architektur präsent sein. Ein Lizenzabkommen mit ARM besteht zwar schon seit dem Jahr 2011, wurde von AMD aber bislang nur in Richtung (zukünftiger) TrustedComputing-Module auf ARM-Basis genutzt – nun will AMD jedoch echte ARM-Prozessoren auflegen, welche wie gesagt im Microserver-Segment mitspielen sollen. AMD will hierbei insbesondere die hohe Energieeffizienz der ARM-Architektur ausnutzen, welche sich hervorragend für jenen Anwendungszweck eignet.
Die Launch-Analyse zu AMDs Vishera-Prozessoren enthält zwar schon eine entsprechende Performance- und Preisübersicht im Vergleich zu Intels Ivy-Bridge-basierten Core i3, i5 & i7 Prozessoren, allerdings ist deren Darstellungsform eher weitläufig, womit der schnelle Überblick etwas verlorengehen kann. Dies läßt sich wohl besser lösen und daher dürfte die nachfolgende Übersicht klarer erkennen lassen, wo die Stärken und Schwächen der einzelnen Prozessoren liegen (Anmerkungen: die Vollast-Stromverbrauchswerte beziehen sich auf das gesamte PC-System, alle Performance- und Stromverbrauchswerte wurden aus sechs Testberichten gemittelt):
Als AMD im Oktober 2011 die ursprüngliche Bulldozer-Prozessorenarchitektur an den Start brachte, waren die Hoffnungen groß, daß AMD mit dieser endlich wieder Anschluß an Intel finden würde – nachdem man in der Zeit davor die eigentlich sehr erfolgreiche K7/K8/K10-Architektur lange Zeit gemolken hatte, mit den letzten Ausbaustufen (K10- und K10.5-Modelle aka Phenom-Prozessoren) dann jedoch deutlich gegenüber Intels in Hintertreffen geraten war. Bulldozer konnte letztes Jahr die Erwartungen jedoch nicht erfüllen: Die Prozessoren hatten eine viel zu niedrige Pro-MHz-Leistung, was auch durch die gebotenen ansprechenden Taktraten nicht mehr ausgeglichen werden konnte.
Abschließend zu unseren Trinity-Betrachtungen gibt es nun auch noch eine neue Performance- und Preis-Übersicht für den Bereich der LowCost- und Mainstream-Prozessoren unter Beteiligung der Prozessoren-Modelle von AMD Llano & Trinity sowie Intel Core i3 und Pentium G aus der Sandy-Bridge- und Ivy-Bridge-Architektur. Hierbei wurden nun insbesondere die neuen Trinity- und Ivy-Bridge-Modelle eingepflegt, welche in den letzten diesbezüglichen Auflistungen noch fehlten (weil seinerzeit noch nicht veröffentlicht). Damit ergibt sich ein solider Marktüberblick für dieses Preissegment, dessen Prozessoren üblicherweise für günstige Office/HomeOffice-Rechner sowie einfache Spielerechner Verwendung finden:
Gemäß der chinesischen VR-Zone wird AMD die zum 23. Oktober zu erwartenden neuen FX-Prozessoren auf Basis der Piledriver-Rechenkerne mit recht günstigen Preispunkten ins Rennen schicken: Das Spitzenmodell FX-8350 soll für nur 199 Dollar Listenpreis angesetzt werden, was klar niedriger liegt als die 245 Dollar Listenpreis des FX-8150 zum seinerzeitigen Launch der originalen Bulldozer-Prozessoren.
Nachzureichen zur AMD Trinity (Desktop) Launch-Analyse ist noch eine aktualisierte Performance-Einordnung der derzeit erhältlichen integrierten Desktop-Grafiklösung AMD Llano & Trinity sowie Intel Sandy Bridge & Ivy Bridge. Jene Performance-Einordnung wurde gegenüber früheren ähnlichen Einordnungen komplett neu gestaltet: Die schnellste Llano-Grafiklösung Radeon HD 6550D samt DDR3/1600-Speicher wurde nunmehr auf 100% festgesetzt und alle anderen Werte diesem Maßstab angepasst. Zudem wurde aus den jüngsten Testberichten zum Thema alle verfügbaren neueren Benchmarks zu Neuermittlung bzw.
AMDs Trinity-Prozessorenarchitektur ist unsererseits schon recht positiv bewertet worden, wobei insbesondere die für integrierte Verhältnisse hohe Performance der in Trinity integrierten Radeon-Grafiklösung gefallen konnte (und von Intel derzeit bei weitem nicht erreichbar ist). Eine hohe Performance von integrierter Grafik ist aber immer auch abhängig vom eingesetzten Speicher – gut für Trinity, daß dieser Prozessor offiziell gleich mit DDR3/1866 gepaart werden darf, was Trinity mehr Speicherbandbreite für die integrierte Grafiklösung verschafft.