IT-Business

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nVidia beendet das "GeForce Partner Program" (GPP)

Grafikchip-Entwickler nVidia hat mittels eines Blog-Eintrag die Einstellung des "GeForce Partner Programs" (GPP) verkündet. Als Grund hierfür gibt man an, besser nicht gegen (Zitat) "Gerüchte, Mutmaßungen und Unwahrheiten" ankämpfen zu wollen – welche GPP seit seinem Bekanntwerden sicherlich begleitet haben. Leider vergißt man an dieser Stelle zu erwähnen, das man all diese "Gerüchte, Mutmaßungen und Unwahrheiten" umgehend selber mit der Veröffentlichung der GPP-Vertragsbedingungen (notfalls an sensiblen Stellen geschwärzt) hätte wiederlegen können – sofern es denn etwas zu wiederlegen gab. Derjenige, der (als einziger) auf den Fakten-Informationen sitzt und jene partout nicht herausgeben will, muß sich über das Aufkommen von Gerüchten sicherlich nicht wundern. Und wer zudem den Schwanz einzieht, anstatt eine Sache geradezurücken, gibt indirekt zu verstehen, das die "Gerüchte, Mutmaßungen und Unwahrheiten" letztlich doch im Kern wahr gewesen waren.

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Intel Geschäftsergebnisse Q1/2018: Solider Jahresstart mit nach vorn marschierender Server-Sparte

Nach AMD hat nun auch Intel sein Quartalsergebnis für das erste Jahresquartal 2018 verkündet (PDF) – und dabei einen soliden und vom Erfolg von AMD auf den ersten Blick unberührten Jahresstart hingelegt. Logischerweise war das Quartalsergebnis etwas schlechter als das Jahresabschlußquartal 2017, insofern lohnt nur der Vergleich zum Vorjahreszeitraum, dem ersten Quartal 2017: Hierbei legte Intel mit 16,066 Mrd. Dollar Umsatz um +8,6% zu, erzielte dabei einen nominellen Gewinn von 4,454 Mrd. Dollar (+50,3%) sowie einen operativen Gewinn von 4,470 Mrd. Dollar (+24,2%). Im Fall des nominellen Gewinn wird der Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings durch seinerzeitige Einmaleffekte verzerrt, insofern ist der Vergleich des operativen Gewinns zielführender: Auch hierbei hat Intel klar zugelegt, erstmals erzielte man in einem ersten oder zweiten Quartal überhaupt über 4 Mrd. Dollar Quartalsgewinn (was bisher nur im dritten und vierten Quartal üblich war).

Q1/2017 Q2/2017 Q3/2017 Q4/2017 Q1/2018
Umsatz 14796 Mio. $ 14763 Mio. $ 16149 Mio. $ 17053 Mio. $ 16066 Mio. $
Gewinn 2964 Mio. $ 2808 Mio. $ 4516 Mio. $ -687 Mio. $ 4454 Mio. $
operativer Gewinn 3599 Mio. $ 3824 Mio. $ 5115 Mio. $ 5395 Mio. $ 4470 Mio. $
Für exakte Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.
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AMD Geschäftsergebnisse Q1/2018: Überzeugender Jahresstart bei AMD

Chipentwickler AMD hat seine Geschäftsergebnisse für das erste Jahresquartal 2018 verkündet. Mit 1647 Mio. Dollar Quartalsumsatz legt man dabei einen exzellenten Wert für ein erstes Jahresquartal hin, zuletzt war man im Jahr 2011 auf einem derart hohen Umsatz unterwegs. Vor allem aber hat man nunmehr drei starke Quartale in Folge hingelegt – was darauf hinzeigt, das AMD endlich wegkommt von früheren Umsatzgrößen in Höhe von 1,0 bis 1,2 Mrd. Dollar pro Quartal, hin in Richtung von konstant um die 1,5 Mrd. Dollar Quartalsumsatz (und mehr). Dies sieht man generell als gute Größe für AMD an – während dauerhaft niedrigere Quartalsumsätze eigentlich nicht zur Unternehmensgröße passen und daher immer das Risiko nach sich ziehen, AMDs Potentiale dauerhaft zu beschädigen. Auch die Gewinnzahlen zeigen darauf hin, das AMD derzeit endlich wieder konstant (etwas) Geld verdient – was vorher bekannterweise zumeist nicht der Fall war. Der springende Punkt dieser Quartalszahlen liegt also darin, das man die vergangenen (schlechten) Zeiten nunmehr anscheinend klar hinter sich lassen kann.

Q1/2017 Q2/2017 Q3/2017 Q4/2017 Q1/2018
Umsatz 984 Mio. $
(neu: 1178M)
1222 Mio. $
(neu: 1151M)
1643 Mio. $
(neu: 1584M)
1480 Mio. $
(neu: 1340M)
1647 Mio. $
Gewinn -73 Mio. $
(neu: -33M)
-16 Mio. $
(neu: -42M)
71 Mio. $
(neu: 61M)
61 Mio. $
(neu: -19M)
81 Mio. $
operativer Gewinn -29 Mio. $
(neu: 11M)
25 Mio. $
(neu: -1M)
126 Mio. $
(neu: 119M)
82 Mio. $
(neu: -2M)
120 Mio. $
Für exakte Vergleichswerte zu AMD, Intel & nVidia zurück bis ins Jahr 2006 bitte klicken.
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Grafikkarten-Straßenpreise fallen innerhalb von drei Wochen um -13%

Laut der (gewöhnlich in diesen Fragen erstklassig informierten) DigiTimes sind die Grafikkarten-Bestellungen bei den taiwanesischen Grafikkarten-Herstellern (beispielsweise Asus, ASRock, Gainward, Gigabyte, MSI und TUL/PowerColor haben ihren Sitz in Taiwan) im April um satte 40% eingebrochen, beginnend schlagartig mit dem Monatsstart. Der klare Hauptgrund ist die Zurückhaltung aus dem Mining-Business, von welchem augenscheinlich kaum noch Bestellungen eingehen. Demzufolge dürften die Distributoren und Einzelhändler über den Monat April zum ersten Mal seit einigen Monaten wieder klar mehr Ware zur Verfügung gehabt haben, als es überhaupt Nachfrage gab – was bedeutet, das normalerweise schon über den Lauf des Monats April der Preiskampf im Einzelhandel die Grafikkarten-Straßenpreise zum positiven hin beeinflußt haben sollte.

Anf. Dez. Anf. März Anf. April Ende April Diff. im April
Radeon RX 560 111 Euro 170 Euro 159 Euro ab 130 Euro -18,2%
Radeon RX 570 4GB 206 Euro 330 Euro 289 Euro ab 260 Euro -10,0%
Radeon RX 580 8GB 249 Euro 419 Euro 389 Euro ab 299 Euro -23,1%
Radeon RX Vega 56 549 Euro 779 Euro 659 Euro ab 620 Euro -5,9%
Radeon RX Vega 64 602 Euro 899 Euro 749 Euro ab 700 Euro -6,5%
GeForce GTX 1050 Ti 149 Euro 175 Euro 189 Euro ab 169 Euro -10,6%
GeForce GTX 1060 6GB 256 Euro 339 Euro 324 Euro ab 288 Euro -11,1%
GeForce GTX 1070 420 Euro 549 Euro 520 Euro ab 445 Euro -14,4%
GeForce GTX 1070 Ti 440 Euro 599 Euro 550 Euro ab 499 Euro -9,3%
GeForce GTX 1080 503 Euro 690 Euro 639 Euro ab 550 Euro -13,9%
GeForce GTX 1080 Ti 705 Euro 869 Euro 889 Euro ab 750 Euro -15,6%
Ältere Preisnotierungen kommend von der ComputerBase, alle Preisnotierungen bezogen allein auf lieferbare Angebote.
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nVidias "GeForce Partner Program" stößt auf Gegenwind bei Dell, HP & AMD

Nachdem es mit den entsprechenden Aktionen von MSI und von Asus nun nicht mehr wegdiskutierbar ist, formiert sich langsam aber sicher wenigstens ein gewisser Widerstand gegenüber nVidias "GeForce Partner Program". So kommt von HardOCP die Kunde, das die großen PC-Hersteller Dell und HP ihre Beteiligung an nVidias GPP wahrscheinlich abgelehnt haben. Gänzlich sicher wird sich dies nicht belegen lassen, da über GPP generell Stillschweigen zu wahren ist und Hersteller sich sowieso kaum zu nicht zustande gekommenden Deals äußern. Allerdings haben HardOCP wohl zumindest mit informierten Personen gesprochen zu haben, wobei der klare Widerwille von Dell & HP gegenüber nVidias GPP zum Ausdruck kam:

Off the record conversations suggest that both of these companies think that NVIDIA GPP is unethical, and likely illegal as it pertains to anti-competition laws here in the United States. The bottom line is that Dell and HP are very much upset with NVIDIA over GPP, and Dell and HP look to be digging in for a fight.
Quelle:  HardOCP

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Asus verschiebt alle seine AMD-Grafikkarten unter den neuen Markennamen "AREZ"

Grafikkarten-Hersteller Asus hat nunmehr mittels offizieller Pressemitteilung die vorher schon gerüchteweise bekannte Vorstellung seines neuen Markenamens "AREZ" bestätigt, unter welchem man zukünftig alle AMD-basierten Grafikkarten verkaufen wird. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen Namen, welcher nur einzelnen Produkten zugeordnet wird, sondern einen vollständig neuen Markennamen – bei welchem dann also auch der Herstellername "Asus" in den Hintergrund tritt. Entsprechende Grafikkarten werden dann sich dann also offiziell "AREZ Dual Radeon RX 580 OC" und nicht mehr "ASUS Dual Radeon RX 580 OC" nennen – der Name "Asus" verschwindet bei Arez-Grafikkarten weitgehend von Produktseiten, dem Karton und dem Produkt selber. Als eigentlicher Hersteller wird aber natürlich weiterhin Asus genannt werden, "AREZ" ist somit nur eine (weitere) Verkaufsmarke von Asus.

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MSI entfernt AMD-Grafikkarten aus seinem "GAMING"-Brand

nVidias umstrittenes "GeForce Partner Program" beinhaltet als eine der Hauptforderungen an die Grafikkarten-Hersteller den Verzicht auf AMD-Grafikkarten unter demselben für Gaming-Produkte benutzten Brandnamen, wie jenen nVidia-Grafikkarten nutzen. Da die Grafikkarten-Hersteller üblicherweise nur einen dieser Gaming-Brandnamen pflegen, bedeutet dies faktisch den Ausschluß von AMD-Grafikkarten aus der jeweils besten Vermarktungsschiene der einzelnen Grafikkarten-Hersteller. Die Auswirkungen sind sicherlich bei weitem nicht so drastisch wie ein totales Verkaufsverbot von AMD-Grafikkarten, aber dennoch eine gewisse (und vor allem klar ersichtliche) Wettbewerbsverzerrung. Bislang war dies natürlich erst einmal nur eine Behauptung seitens HardOCP (wobei nVidia diese Behauptung spielend einfach hätte wiederlegen können, was jedoch nicht passiert ist) – doch nun gibt es augenscheinlich ein erstes klares Resultat: Bei Grafikkarten-Hersteller MSI wurden alle AMD-Grafikkarten, die bisher MSIs Gaming-Brandnamen "GAMING" trugen, aus eben diesem Programm entfernt. Auf der englischsprachigen MSI-Webseite wurde dies bereits umgesetzt, die deutschsprachigen MSI-Webseite zeigt hingegen noch den alten Stand an:

MSI Produkt-Portfolio an Radeon RX 580 Grafikkarten (US-Webseite)
MSI Produkt-Portfolio an Radeon RX 580 Grafikkarten (US-Webseite)
MSI Produkt-Portfolio an Radeon RX 580 Grafikkarten (DE-Webseite)
MSI Produkt-Portfolio an Radeon RX 580 Grafikkarten (DE-Webseite)
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Umfrage-Auswertung: Zu welchem System geht die langfristige Tendenz der Windows-Gamer (2018)?

Mit einer Umfrage von Mitte Februar wurde (erneut) die Frage nach der langfristige System-Tendenz der Windows-Gamer gestellt: Das Verweilen bei Windows 10, der Umstieg auf Linux oder der Gang zu den Spielekonsolen sind hierbei die hauptsächlichen Handlungs-Möglichkeiten. Hierzu gab es (erneut) klare Mehrheiten zugunsten von Windows 10, aber eben auch eine weiterhin beachtbare Minderheit, welche dessen Dominanz in Frage stellt: Denn immerhin 13,4% der Umfrage-Teilnehmer wollen sicher von Windows 10 weggehen, weitere 29,5% sehen dies zumindest als mögliche Option an. Selbst im Windows-Lager sind nicht alle zufrieden: Immerhin 13,5% der Umfrage-Teilnehmer tragen sich mit einem Wechsel-Gedanken, selbst wenn die realistische Einschätzung derzeit auf einen weiteren Verbleib bei Windows 10 lautet.

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Die Grafikchip- und Grafikkarten-Marktanteile im vierten Quartal 2017

Seitens der Marktforscher von Jon Peddie Research liegen neue Zahlen zu den Grafikchip-Marktanteilen im abgelaufenen vierten Quartal 2017 vor. Vom konkurrierenden Marktforschungs-Institut Mercury Research fehlen dessen Zahlen leider, werden eventuell nachgereicht, können damit derzeit aber noch nicht mit betrachtet werden. Im Markt aller PC-Grafikchips inklusive integrierter Lösungen hat sich wie üblich wenig bewegt: Gegenüber dem Vorquartal legte AMD etwas zu, Intel marginal und nVidia verlor etwas – um ironischerweise fast kommagenau auf den Stand vom Vorjahresquartal herauszukommen. AMD hat in dieser Insgesamt-Statistik zuletzt etwas gewonnen durch den Effekt des Cryptomining-Booms, für welche Aufgabe sich AMDs Desktop-Grafikkarten besonders gut eignen. Aber selbst diese im Desktop-Segment (wie nachfolgend noch zu sehen) beachtbaren Marktverschiebungen ergeben bei der Insgesamt-Statistik nur eher kleine Ausschläge – und vor allem kein Wandel des Gesamtbildes, welches nach wie vor Intel klar den Markt mit konstant über 65% Marktanteil dominieren sieht.

Q4/2016 Q1/2017 Q2/2017 Q3/2017 Q4/2017
AMD 14,4%
13,3%
13,1%
13,4%
13,2%
13,2%
13,0%
13,0%
14,2%
 
Intel 68,1%
70,4%
71,1%
70,5%
70,6%
70,3%
67,8%
70,1%
68,1%
 
nVidia 17,5%
16,2%
15,8%
16,0%
16,3%
16,4%
19,3%
16,9%
17,5%
 
Quellen: Jon Peddie Research (schwarz) & Mercury Research (blau)
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nVidias "GeForce Partner Program" drängt Grafikkarten-Hersteller zur nVidia-Exklusivität

HardOCP bringen die Kunde über nVidias "GeForce Partner Program" (GPP) – ein am 1. März bekanntgegebenes neues Marketing-Programm für nVidias Grafikkarten-Partner, welches allerdings mit seinen nur den Grafikkarten-Herstellern selber zugänglichen (geheimen) Bedingungen wohl deutlich über reine Marketing-Maßnahmen hinausgeht. Das Programm ist augenscheinlich eher dafür gedacht, die Grafikkarten-Hersteller enger an nVidia zu binden, beispielsweise durch Marketingvergünstigungen, Spiele-Bundles und Ingenieurshilfe – sie aber gleichzeitig auch damit zu bedrohen, den Status als "Launch-Partner" zu verlieren, beim Launch neuer Grafikkarten also nur noch untergeordnet bedient zu werden. Insgesamt will nVidia mit dem Prinzip "Zuckerbrot & Peitsche" wohl vor allem bislang zweigleisig fahrende Grafikkarten-Hersteller von ihrem "Irrweg" wegbekommen. Hierzu zwingt man laut HardOCP die GPP-Teilnehmer, unter ihrem Gaming-Brandnamen nur noch nVidia-Produkte zu verkaufen – was ziemlich heftig in die Wahlfreiheit der Grafikkarten-Hersteller eingreift.

The crux of the issue with NVIDIA GPP comes down to a single requirement in order to be part of GPP. In order to have access to the GPP program, its partners must have its "Gaming Brand Aligned Exclusively With GeForce." I have read documents with this requirement spelled out on it.

If it chooses not to be part of GPP, it will lose the benefits of GPP which include: high-effort engineering engagements -- early tech engagement -- launch partner status -- game bundling -- sales rebate programs -- social media and PR support -- marketing reports -- Marketing Development Funds (MDF).
Quelle:  HardOCP

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