Hardware Unboxed haben auf Twitter ein Statement herausgegeben, wonach der bekannte YouTube-Channel (dessen Tests oftmals auch in Schriftform beim TechSpot erscheinen) von nVidia mit der weiteren Belieferung von Testsamples an "Founders Edition" Grafikkarten ausgeschlossen wurde. Zukünftig müsste man sich damit rein bei den Grafikkarten-Herstellern umsehen, womit man aber in den meisten Fällen nicht zum weltweiten Launchtermin mit einem Review spruchreif wäre, weil am jeweiligen Launchtag bei nVidia üblicherweise nur Tests der jeweiligen Founders Edition veröffentlich werden dürfen. Hintergrund des ganzen ist, dass nVidia nicht zufrieden ist mit der Test-Zielrichtung von Hardware Unboxed primär zugunsten von Rasterizer-Performance – anstatt der RayTracing-Performance. Sehr harsch ist insbesondere die letzte Aussage, wonach nVidia bei Änderung dieser Test-Zielrichtung über eine Wiederaufnahme der Sample-Lieferungen nachdenken könnte.
Nvidia have officially decided to ban us from receiving GeForce Founders Edition GPU review samples.
Their reasoning is that we are focusing on rasterization instead of ray tracing.
They have said they will revisit this "should your editorial direction change".
Quelle: Hardware Unboxed @ Twitter am 10. Dezember 2020
Von Jon Peddie Research kommen die Marktanteile im Markt von Grafikchips für Desktop-Grafikkarten (Add-in Board = AIB) des abgelaufenen dritten Quartals 2020. Selbiges sah die Markteinführung von nVidias Ampere-Generation sowie gleichzeitig das Auslaufen erster Teile des bisherigen Turing-Portfolios. Dies führte teilweise zur Situation, dass es im Einzelhandel gar kein nVidia-Angebot in gewissen Preisbereichen mehr gab, weil die Turing-Beschleuniger schon nicht mehr verfügbar waren und die Nachlieferungen der Ampere-Beschleuniger wie bekannt zu gering ausfielen, um dem (hohen) Bedarf gerecht zu werden. Wohl aus diesem Grund heraus gewinnt AMD in der Quartalsabrechnung sogar einen Prozentpunkt Marktanteil hinzu – obwohl AMD hierfür (im dritten Quartal) wirklich nichts berichtenswertes getan hat.
| AiB-Grafikchips | Q3/2019 | Q4/2019 | Q1/2020 | Q2/2020 | Q3/2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| AMD | 27,1% | 31,1% | 30,8% | 22% | 23% |
| nVidia | 72,9% | 68,9% | 69,2% | 78% | 77% |
| Quelle: Jon Peddie Research | |||||
Grafikchip-Entwickler nVidia hat seine Geschäftszahlen für das (sinnbildliche) dritte Jahresquartal 2020 vorgelegt, welches bei nVidia zum Finanzjahr 2021 gehört und abweichend vom Kalenderverlauf von August bis Oktober 2020 geht. In diesem Zeitrahmen fällt somit der Ampere-Launch, gleichzeitig aber auch die Nachlieferschwierigkeiten rund um Ampere-Grafikkarten – dass sich jetzt nun langsam etwas Aufhellung an dieser Front ergibt, können diese Geschäftszahlen aber eigentlich noch nicht abbilden. Um so erstaunlicher ist, dass nVidia erneut überaus satte Geschäftsrekorde in allen Disziplinen aufgestellt hat: Der Umsatz liegt mit 4,7 Mrd. Dollar erstmals (deutlich) oberhalb der 4-Mrd-Marke, dies ist gegenüber dem Vorquartal ein Zugewinn von +22% sowie gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Zugewinn von gleich +57%. Interessanterweise liegt nVidia mit diesen Ergebnissen somit nur noch 44 Millionen Dollar unterhalb des Gesamtergebnisses des Jahres 2018 als bisherigem Rekordjahr – womit für das Gesamtjahr 2020 logischerweise ein neuer, satter Umsatzrekord ansteht.
Chipentwickler AMD hat (nach Intel) seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2020 vorgelegt, welche einen massiven Sprung in allen Kategorien einhergehenden mit einem neuen absoluten Umsatzrekord zeigen. Jener kletterte auf gleich 2,8 Mrd. Dollar, was für AMD eine ganz neue Sphäre ist, wo man bislang erst einmalig knapp über 2 Mrd Dollar Quartalsumsatz erreichte (im vierten Quartal 2019) und in den Zeiten des tiefsten geschäftlichen Tals der Jahre 2015 und 2016 der durchschnittliche Quartalsumsatz nur minimal oberhalb der Marke von 1,0 Mrd. Dollar lag. AMD hat sich damit also endlich einmal von den üblicherweise durchschnittlichen Geschäftszahlen nach der Übernahme von ATI anno 2006 wegbewegen können. Als (alleiniger) Anbieter gleich dreier Technologie-Kategorien (Prozessoren, Grafikkarten & Spielekonsolen-SoCs) sollte dies auch eigentlich "normal" sein, der harte Wettbewerb gegen Nahezu-Monopolisten und teilweise auch AMDs schwache eigene Produkte haben dies jedoch lange verhindert – bis sich jetzt endlich auch der geschäftliche Erfolg für AMD einstellt.
Chipentwickler Intel hat seine Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal 2020 vorgelegt – welche leicht besser als von Intel vorab erwartet ausgefallen sind, dennoch erstmals einen beachtbaren Rückgang der Intel-Geschäftstätigkeit aufzeigen. So musste Intel durchgehend bei Umsatz, nominellen und operativem Gewinn abgeben – sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahreszeitraum. Bei den Umsatzzahlen ist dies noch weniger deutlich, hier verliert Intel "nur" -7% zum Vorquartal sowie -4% zum Vorjahreszeitraum. Beim nominellen Gewinn wird Intel allerdings mit -16% bzw. -29% stärker gebeutelt, die Zahlen zum operativen Gewinn sehen mit -11% bzw. -22% prinzipiell ähnlich aus. Rein von dieser Zahlenstruktur ausgehend sieht es ganz danach aus, als hätte Intel zwar nicht schlecht verkauft, musste dafür aber hohe Rabatte geben und konnte somit nur noch bemerkbar geringere Gewinne einfahren – üblicherweise ein klares Anzeichen eines stärker werdenden Wettbewerbs.
nVidia hat den zuletzt häufiger kolportierten Kauf des britischen Chipentwicklers ARM nunmehr offiziell bestätigt, der Kaufpreis liegt (erfolgsabhängig) zwischen 33,5 bis 38,5 Mrd. Dollar für 90% der ARM-Aktien (10% der Aktien sowie die "ARM IoT Services Group" verbleiben beim bisherigen Eigner "SoftBank"). Hiervon zahlt nVidia allerdings nur 12 Mrd. Dollar in bar, der Rest wird in nVidia-Aktien beglichen – womit nVidia eine gute Möglichkeit bekommt, die sprudelnden Gewinne der letzten Jahre sinnvoll "loszuwerden", ohne sich dabei jedoch finanziell gänzlich zu übernehmen. Diese Übernahme wird maßgeblich durch nVidias hohe Aktienkurse der letzten Zeit begünstigt, nachdem nVidia derzeit einen Unternehmenswert von knapp 300 Mrd. Dollar aufweist (sogar deutlich mehr als Intel). Insbesondere die Begleichung von mehr als der Hälfte des Kaufpreises in Aktien kommt nVidia somit derzeit sehr günstig.
Die Marktbeobachter von Jon Peddie Research berichten über den Grafikkarten-Markt im zweiten Quartal 2020, welcher erhebliche Verschiebungen bei den Marktanteilen unter zugleich einer (teilweise) enormen Zunahme der Grafikkarten-Absätze gesehen hat. Jene Absätze legten gegenüber dem Vorquartal um +6,6% und gegenüber dem Vorjahreszeitraum aber gleich um +36,7% zu – letztlich der gleiche Effekt, welcher schon mit dem Mindfactory Grafikkarten Retail-Verkaufsreport Q2/2020 beschrieben wird. Profitieren konnte hiervon allerdings eigentlich nur nVidia, welche ihren Marktanteil gegenüber dem Vorquartal um gleich ca. 9 Prozentpunkte steigern konnten. Während das Marktanteils-Verhältnis zwischen AMD und nVidia im ersten Quartal 2020 mit 31:69% (angesichts der Gesamtsituation) noch halbwegs annehmlich aussah, wurden im zweiten Quartal 2020 mit 22:78% wieder einmal Zahlen erzielt, welche nVidia als klaren Dominator des Markts an Desktop-Grafikkarten sehen.
| AiB-Grafikchips | Q2/2019 | Q3/2019 | Q4/2019 | Q1/2020 | Q2/2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| AMD | 32,1% | 27,1% | 31,1% | 30,8% | 22% |
| nVidia | 67,9% | 72,9% | 68,9% | 69,2% | 78% |
| Quelle: Jon Peddie Research | |||||
Nach Intel und AMD hat nun auch Grafikchip-Entwickler nVidia seine Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt, welches bei nVidia im Geschäftskalender wie bekannt um einen Monat zeitversetzt stattfindet (Mai bis Juli) und zudem fiskalisch schon zum Geschäftsjahr 2021 gehört. In diesem Zeitraum von Mai bis Juli 2020 gab es bei nVidia zwei bedeutsame Entwicklungen, welche sich auch beide in den Geschäftszahlen wiederfinden lassen: So wurde mit dem Quartalsanfang die Übernahme des Netzwerksausrüsters "Mellanox" realisiert, welcher zuletzt für ca. 400 Mio. Dollar Quartalsumsatz stand und bei nVidia nunmehr deren Datacenter-Sparte verstärkt – welche auch prompt um 611 Mio. Dollar gegenüber dem letzten Quartal zulegte. In nVidias Kern-Geschäft mit GeForce-Grafikkarten dürfte es hingegen den Effekt der Nachbestellungen aufgrund des "Lockdown-Booms" in diesem Frühjahr gegeben haben, gefolgt offenbar direkt von den Lagerbereinigungen zur Vorbereitung der nachfolgenden Ampere-Generation, so dass nVidia auch in der GeForce-Sparte um erkleckliche 341 Mio. Dollar gegenüber dem letzten Quartal zulegen konnte.
Tom's Hardware haben basierend auf Ausarbeitungen der Marktforscher von Mercury Research neues zu den Marktanteile im weltweiten Prozessoren-Markt bekanntgegeben. Genannt wurden hierbei wiederum nur die AMD-Marktanteile – doch da die ganzen anderen x86-Hersteller (VIA, Thatic & Zhaoxin) vermutlich noch keinerlei beachtbare Stückzahlen liefern können, dürfte sich hiermit mit einer Fehlerquote von bestenfalls -0,1 Prozentpunkt auch auf den jeweiligen Intel-Marktanteil schließen lassen. Wie üblich gilt bei dieser Stückzahlen-Statistik allein der x86-Prozessoren, dass IoT-, Embedded- & SemiCustom-Prozessoren nicht mit gezählt wurden – womit primär Kleinst-"Prozessoren" sowie Spielekonsolen-SoCs ausgeschlossen werden. Dabei konnte AMD in allen Sparten zulegen, inzwischen zeigt sich im langfristigen Verlauf aber um so deutlicher, dass große Marktanteils-Zugewinne im weltweiten Prozessoren-Markt augenscheinlich nicht so schnell zu realisieren sind.
Nach Intel hat auch AMD seine Geschäftsergebnisse für das abgelaufene zweite Jahresquartal vorlegt, welche AMD auf einem weiterhin guten Kurs sehen. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum legte AMD um +26% beim Umsatz, +349% beim nominellen Gewinn sowie +193% beim operativen Gewinn vor allem auf der Ertragsseite erheblich zu. Im Vergleich zum direkten Vorquartal ging es dagegen beim Umsatz nur um +8% nach oben, während der nominelle Gewinn leicht um -3% sowie der operative Gewinn ebenfalls leicht um -2% zurückgingen. Der aktuelle Geschäftsverlauf ist damit etwas günstiger als bei Intel, wo das zweite Quartel (untypischerweise) unterhalb des ersten Quartals lag. Allerdings hat sich AMD mit seinem zweiten Quartal auch nicht übernommen, ergo dürften hier bei AMD (wie auch bei Intel) eher größere Effekte am wirken sein, welche die ansonsten übliche saisonale Verbesserung zwischen ersten und zweiten Quartal beeinflussen.