Schon seit dem 22. August hat AMD ein neues "Spielebundle" aufgelegt, welches für eine ziemlich breite Hardware-Auswahl gilt: Ryzen 5 & 7 sowie Radeon RX 560, 570 & 580 sind mit dabei – die Zugabe beschränkt sich allerdings auf das "Champions Pack" für den Multiplayer-Shooter Quake Champions. Jenes regulär 30 Euro kostende Pack bietet ein paar Extras für das eigentlich als "free to play" konzipierte Spiel – mit allerdings dem entscheidenden Vorteil des Zugangs zur Early-Access-Version, welche seit demselben 22. August für die nächste Monate laufen wird. Zu beachten wäre daneben eine kleine Differenz beim Auslaufdatum dieser AMD-Aktion: Für die genannten Grafikkarten läuft jene nur bis spätestens 29. Oktober 2017, für die genannten Prozessoren allerdings bis spätestens 15. Februar 2018 (bzw. so lange der Vorrat an eingekauften Lizenzkeys hält, je nachdem was früher erreicht ist).
Tom's Hardware (via Videocardz) bringen erneut das Thema PCI Express 4.0 & 5.0 und dessen Terminlage auf – und versprechen per Überschrift die Markteinführung von PCI Express 4.0 noch im Jahr 2017. Laut der aktuellen PCI-SIG Roadmap wird dieses Jahr allerdings erst einmal nur die entgültige Finalisierung von PCI Express 4.0 sehen, während PCI Express 5.0 dann sogar schon im Jahr 2019 folgen soll. Vor allem wichtig ist hierbei der Punkt, das jene Zeitangaben keinesfalls auf eine Markteinführung hinzeigen – sondern allein auf die offizielle Verabschiedung der finalen Spezifikation, schließlich ist das PCI-SIG ein Standardisierungs-Gremium und kein Hardware-Hersteller. Natürlich liegen den Mitgliedern dieser Industrievereinigung alle Vorversionen der Spezifikation vor und ein Hardware-Hersteller könnte, sofern gewollt, bereits parallel seine eigene Entwicklung an entsprechenden PCI-Express-Controllern der jeweils neuesten Version vorantreiben und jene im Idealfall bereits mit der Präsentation der finalen Spezifikation spruchreif haben.
![]() PCI-SIG PCI Express Roadmap (August 2017) |
![]() PCI-SIG PCI Express 1.x bis 5.0 Bandbreiten |
Der Launch von AMD Radeon RX Vega Grafikkarten vor zwei Wochen sah nur den zeitgleichen Marktstart der 64er Ausführungen, die kleinere 56er Ausführung kommt wie angekündigt erst heute in den Einzelhandel. Mit den Einzelhandelspreisen der 64er Ausführungen hat sich AMD zwischenzeitlich einigen Ärger eingehandelt, denn die "nackten Karten" kamen nur in arg geringen Stückzahlen in den Handel, waren damit umgehend ausverkauft – und nachher gab es nur noch die teureren "Radeon Packs", an welchen die Einzelhändler mangels breiterer Verfügbarkeit und damit echtem Wettbewerb auch noch mitzuverdienen versuchen. Bei der Radeon RX Vega 56 scheint sich dieses Problematik nun leider (teilweise) zu wiederholen: Die Karten waren zwar kurz nach Verkaufsstart für Preislagen von 400-410 Euro u.a. bei Caseking und Alternate tatsächlich verfügbar – dies galt aber leider nur ein paar Minuten.
| Marktstart | Karte | Pack | Straßenpr. | Verfügbarkeit | |
|---|---|---|---|---|---|
| Radeon RX Vega 56 | 28. Aug. | 399$ | 499$ | 510€ | ✗ gelistet, aber nicht verfügbar |
| Radeon RX Vega 64 | 14. Aug. | 499$ | 599$ | 650-660€ | ✓ lieferbar nur als Pack |
| Radeon RX Vega 64 "Limited Edition" | 14. Aug. | - | 599$ | - | ✗ keine Angebote |
| Radeon RX Vega 64 "Liquid Cooled" | 14. Aug. | - | 699$ | 760-800€ | ✗ gelistet als Pack, aber nicht verfügbar |
| Pack-Inhalt: kostenlose Spiele "Prey (2016)" und "Sniper Elite 4", 100-Euro-Rabattcoupon beim Erwerb eines Ryzen 7 1700X/1800X Prozessors zusammen mit einem von drei ausgesuchten X370-Mainboards | |||||
Nachdem AMD die Hardware-Gemeinde über ein Jahr lang bezüglich seiner neuen Grafikchip-Architektur "Vega" angespitzt hatte und man mittels der Profi-Lösung Radeon Vega Frontier Edition zuletzt noch eine zweimonatige Ehrenrunde drehte, war es nun am letzten Montag so weit – AMD hat mittels "Radeon RX Vega 56" und "Radeon RX Vega 64" die ersten Vega-basierten Spiele-Beschleuniger auf den Markt gebracht. Der Launch wurde von (zahlreichen) Launchreviews begleitet, welche jede Menge Aussagen zur Grafikchip-Architektur, den Grafikboards selber, deren Performance, Stromverbrauch, Geräuschentwicklung und Overclocking-Eignung in die Welt gesetzt haben. Die Aufgabe dieser Launch-Analyse wird es nachfolgend sein, insbesondere das angefallene Zahlenmaterial zur Performance sowie zum Stromverbrauch zu ordnen und auszuwerten – so das am Ende eine möglichst solide Performance-Aussage (auf Basis von ~3280 Einzel-Benchmarks) getroffen werden kann ... zum Artikel.
| GTX 1070 | GTX 1080 | GTX 1080 Ti | Vega 56 | Vega 64 | Vega 64 "LC" | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| FullHD-Performance | 84,4% | 100% | 119,1% | 86,2% | 94,1% | ~101% |
| WQHD-Performance | 81,9% | 100% | 125,9% | 86,2% | 97,1% | ~105% |
| UltraHD-Performance | 81,3% | 100% | 131,2% | 86,6% | 98,0% | ~106% |
| Spiele-Verbrauch | 145W | 174W | 236W | 226W | 291W | ~340W |
| FullHD Performance-Index | 800% | 960% | 1150% | 820% | 900% | 970% |
| 4K Performance-Index | 107% | 132% | 175% | 114% | 129% | 139% |
| Listenpreis | 379$ | 499$ | 699$ | 399$ | 499$ | 699$ |
| Straßenpreis | 430-470€ | 500-560€ | 690-750€ | - | 650-670€ | 780-800€ |
Lange, lange musste gewartet werden, zuletzt gab es mit der Radeon Vega Frontier Edition sogar noch eine zweimonatige Ehrenrunde zu absolvieren – und nun ist endlich AMDs neue Grafikchip-Generation "Vega" auch in Form von Gamer-Grafikkarten und damit der "Radeon RX Vega 56" und "Radeon RX Vega 64" verfügbar. Zu den in drei grundsätzlichen Varianten antretenden neuen Gamer-Grafikkarten ist über die letzten Wochen viel geschrieben und spekuliert worden, nun kann endlich Klarheit geschaffen werden, wo AMD mit dieser neuen Chip-Generation steht. Demzufolge versuchen derzeit mehrere dutzende Launchreviews herauszuarbeiten, wo die genauen Differenzen bei Preis, Performance, Features und anderen Kernpunkten liegen, die Diskussion zum Launch in unserem Forum läuft derweilen schon an, während unsere bekannte Launch-Analyse zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle erscheinen und den Launch dann abschließen wird.
| Chip | Cluster | Taktraten | Speicher | Kühlung | TBP (ASIC) | Listenpreis | Bundlepreis | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Radeon RX Vega 64 "Liquid Cooled" | Vega 10 XTX | 64 | 1406/1677/945 MHz | 8 GB HBM2 | AiO | 345W (265W) | - | 699$ |
| Radeon RX Vega 64 "Limited Edition" | Vega 10 XT | 64 | 1247/1546/945 MHz | 8 GB HBM2 | Luft | 295W (220W) | - | 599$ |
| Radeon RX Vega 64 | Vega 10 XT | 64 | 1247/1546/945 MHz | 8 GB HBM2 | Luft | 295W (220W) | 499$ | 599$ |
| Radeon RX Vega 56 | Vega 10 XL | 56 | 1156/1471/800 MHz | 8 GB HBM2 | Luft | 210W (165W) | 399$ | 499$ |
Videocardz haben auf Basis neuer Eintragungen in der Futuremark-Benchmarkdatendank eine Reihe neuer 3DMark13-Werte zur Radeon RX Vega 64 veröffentlicht. Jene Benchmarks dürften aufgrund des Zeitpunktes dann schon mit den an die Hardwaretest-Webseiten versandten finalen Testsamples samt dem Launchtreiber entstanden sein – sollten also jene Performance wiedergeben, welche die Launchreviews am Montag letztlich vermelden werden. Einige Werte entstanden auch offensichtlich unter Übertaktung, bei anderen muß man annehmen, das nur der default-Takt anlag – ganz klar ist dies jedoch nicht, da der 3DMark13 nur den maximalen im Treiber eingestellten Chiptakt meldet, nicht jedoch den real anliegenden Chiptakt. Im Durchschnit jener Werte auf ≤1630 MHz Chiptakt ergaben sich die folgenden Ergebnisse unter dem 3DMark13 (allesamt reine GPU-Scores):
| 1070 | 1080 | 1080Ti | Fury X | Vega FE | Vega 64 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3DMark13 FireStrike (GPU, FullHD) | 17804 | 21609 | 28136 | 16520 | 21355 | 22310 |
| 3DMark13 FireStrike Extreme (GPU, WQHD) | 8430 | 10294 | 13632 | 7794 | 9728 | 10675 |
| 3DMark13 FireStrike Ultra (GPU, UltraHD) | 4160 | 5005 | 6731 | 3954 | 4871 | 5463 |
| 3DMark13 TimeSpy (GPU, WQHD) | 5765 | 7153 | 9445 | 5244 | 6688 | 7018 |
| Quellen (Durchschnitt der Werte) | GN, Hardware.fr, KitGuru, PCPer, SweClockers & TweakTown | PCPer & GN | Videocardz | |||
Ein Thread unseres Forums beschäftigt sich mit der Frage, was AMDs Vega-Feature "Rapid Packed Math" genau bedeutet, was es bewirkt, wieviel es bringt und ob andere Grafikbeschleuniger ähnliches aufbieten können. Prinzipell verbirgt sich hinter "Rapid Packed Math" schlicht die Fähigkeit, FP16- und INT16-Berechnung doppelt so schnell ausführen zu können wie die ansonsten üblichen FP32-Berechnungen – sprich in der Zeit einer FP32-Berechnung alternativ auch zwei FP16- oder INT16-Berechnungen erledigen zu können. Eine reine FP16/INT16-Fähigkeit ist dagegen etwas anderes, dies bedeutet nur den grundsätzlichen Support dieser Rechenoperation – ohne aber einen größeren Performancegewinn (anstatt einer FP32-Berechnung kann eine FP16/INT16-Berechnung in exakt derselben Zeit durchgeführt werden). Mittels "Rapid Packed Math" kann man also rein theoretisch doppelt so viele Shader-Operationen durchführen wie gewöhnlich, die nominelle Rechenleistung also glatt verdoppeln. In der Praxis von PC-Spielen kommt es natürlich nirgendwo auch nur annähern zu einer Verdopplung – denn erstens kann FP16/INT16 ohne sichtbare Bildqualitätsverluste immer nur für gewisse Bildteile verwendet werden.
Bei TweakTown sind erste halb-unabhängige Benchmarks zur Radeon RX Vega 56 veröffentlicht worden, der 399-Dollar-Lösung von AMD in Konkurrenz zur (nahezu gleichpreisigen) GeForce GTX 1070. Jene Benchmarks haben TweakTown allerdings nicht selbst aufgestellt, vielmehr stammen jene von einer "Quelle aus der Industrie", was üblicherweise einen der Grafikkarten-Hersteller bedeuten dürfte. Aufgrund dieser Ausgangssituation bleibt auf dem ganzen eine erhebliche Unsicherheit liegen, müssen sich diese Ergebnisse ganz klar noch andersweitig bestätigen – schon allein deswegen, weil jene die Radeon RX Vega 56 um starke +19,5% vor der GeForce GTX 1070 unter der WQHD-Auflösung sehen. Natürlich können nur 4 Spiele-Tests kein vollständiges Bild wiedergeben, am Ende könnte es sich hierbei sogar noch um ausgesuchte Zahlen mit den BestCases handeln, ergibt ein breiter angelegtes Benchmarkfeld eventuell einen deutlich anderen Durchschnittswert.
| GeForce GTX 1070 | Radeon RX Vega 56 | |
|---|---|---|
| Battlefield 1 @ WQHD (Ultra) | 72,2 fps | 95,4 fps (+32%) |
| Call of Duty: Infinite Warfare @ WQHD (High) | 92,1 fps | 99,9 fps (+8%) |
| Civilization 6 @ WQHD (Ultra & 4xMSAA) | 72,2 fps | 85,1 fps (+18%) |
| Doom (2016) @ WQHD (Ultra & 8xTSAA) | 84,6 fps | 101,2 fps (+20%) |
| Benchmark-Durchschnitt | 100% | 119,5% |
| Listenpreis | 379$ | 399$ |
| basierend auf den seitens TweakTown verbreiteten Benchmarks | ||
Innerhalb der AMD-Unterlagen zur Vorstellung der Radeon RX Vega Serie finden sich auch ein paar AMD-eigene Benchmarks zu dieser Karte. In den eigentlichen Präsentationsfolien wurden jene Messungen nur eher kurz angeschnitten, aber in den abschließenden Endnoten zu diesen Präsentationsfolien (Folien 51 & 52) finden sich komplette Benchmarks-Sets der Radeon RX Vega 64 gegen GeForce GTX 980 Ti, GeForce GTX 1080 und Radeon R9 Fury X – welche wir hiermit auswerten wollen, selbst wenn es sich um Hersteller-eigene Benchmarks handelt, welche demzufolge natürlich immer mit einer gewissen Skepsis zu betrachten sind. AMD ist dabei jeder echten Nachvollziehbarkeit dieser Benchmark-Werte clever aus dem Weg gegangen, indem man nur Minimum-Frameraten nannte – allerdings keine konventionellen (aka kaum nutzbaren) Minimum-fps, sondern sogenannte "99% minimum FPS", worunter sich ein Durchschnitt der 1% niedrigsten Frametimes des Benchmark-Durchlaufs verbergen. Dies stellt eine durchaus solide Angaben zu "echten" Minimum-fps dar – nichtsdestotrotz kann man je nach Spiel, Setting und Auflösung das wahre Performancepotential einer Grafikkarte damit durchaus auch etwas verstecken.
| 980 Ti | 1080 | Fury X | RX Vega 64 | |
|---|---|---|---|---|
| Kartenversion | Asus Strix | Referenz | Referenz | Referenz |
| Minimum-fps (niedrigste 1%) in 9 Spielen @ UWQHD (3440x1440) | 71,9% | 100% | 84,4% | 105,7% |
| Minimum-fps (niedrigste 1%) in 11 Spielen @ UltraHD (3840x2160) | 87,7% | 100% | 88,5% | 110,0% |
| basierend auf den AMD-eigenen Benchmarks zur Vorstellung der Radeon RX Vega Serie | ||||
Gamers Nexus haben mit AMD über den Umstand gesprochen, das AMD bei der Vega-Vorstellung keinerlei Worte mehr zu "CrossFire" verloren hat – im klaren Gegensatz zur seinerzeitigen Polaris-Vorstellung, als man das ganze sogar noch recht stark betonte. AMD gab auf Nachfrage dann zu, sowohl Marketing-Bemühungen als auch Treiber-Arbeit vom Thema "CrossFire" deutlich weggeschichtet zu haben – platt gesagt läßt man das Thema auf sich beruhen. Der reine Hardware-Support bleibt zwar bestehen, aber man wird daran laut AMD keine Freude haben, wenn der Support seitens der Spieleentwickler und vom Treiberentwickler (AMD) ausbleibt. Im Endeffekt bedeutet dies einen klaren Abgesang auf CrossFire im Spiele-Einsatz, man überläßt das ganze ab sofort schlicht seinem Schicksal. Sicherlich könnte speziell unter DirectX 12 noch etwas passieren, da dort schließlich sowieso die Spieleentwickler den MultiGPU-Support selber übernehmen müssen – aber an dieser Front passiert derzeit in der Praxis leider gar nichts (AotS als Ausnahme, welche die Regel bestätigt), hier könnte also nur noch ein "Wunder" bzw. eine völlig unerwartete Entwicklung etwas ändern.