Die Systemanforderungen für die Spiele-Generation 2019/20

Sonntag, 9. Februar 2020
 / von Leonidas
 

Die Spiele-Generation 2019/20 hat bereits einige Höhepunkte hinter sich, neigt sich fast schon deren Ende zu – allerhöchste Eisenbahn also für eine neue Aufstellung zu den PC-Systemanforderungen für die in dieser Spielesaison erscheinenden PC-Titel. Hiermit sollen die PC-Systemanforderungen der verschiedenen einzelnen Spiele kumuliert bzw. in eine einzige Anforderung zusammengefasst werden. Ausgangspunkt hierfür sind zum einen die offiziellen PC-Systemanforderungen aller Spiele-Neuerscheinungen, im Fall der Hardware-Empfehlungen jedoch eher mehr die hierzu vorliegenden Spiel-bezogenen Performance-Reports, da selbige die wirklichen Performance-Anforderungen dann doch etwas akkurater wiedergeben. Der Orientierungsmaßstab lag dabei generell auf den höchsten vorgefundenen Anforderungen – mit der Ausnahme singulärer Spieletitel, welche völlig außerhalb des üblichen Anforderungsprofils liegen. Für die Spiele-Saison 2019/20 ergeben sich somit folgende kumulierte PC-Systemanforderungen, unterteilt in die bekannten Kategorien "Minimum" und "Empfehlung":

Mindestanforderungen Empfehlungen für flüssige fps auf bester Bildqualität
Betriebssystem Windows 10 64-Bit Windows 10 64-Bit
Hauptspeicher 8 GB 16 GB
Prozessor AMD Zen/Zen+ 4C (ohne SMT) auf ~4.0 GHz
AMD Zen2 4C (ohne SMT) auf ~3.5 GHz
Intel Sandy Bridge, Ivy Bridge & Haswell 4C (ohne HT) auf ~4.0 GHz
Intel Broadwell, Skylake, Kaby Lake & Coffee Lake 4C (ohne HT) auf ~3.5 GHz
AMD Zen/Zen+ 6C mit SMT auf ~4.0 GHz
AMD Zen2 6C mit SMT auf ~3.5 GHz
Intel Sandy Bridge, Ivy Bridge & Haswell 4C mit HT auf ~4.5 GHz
Intel Broadwell, Skylake & Kaby Lake 4C mit HT auf ~4.0 GHz
Intel Sandy Bridge, Ivy Bridge, Haswell & Coffee Lake 6C (ohne HT) auf ~3.5 GHz
SSD - unbedingt
Grafikkarte DirectX-12-Modell mit 3 GB Speicher
Radeon HD 7000 Serie: ab Radeon HD 7970
Radeon R200 Serie: ab Radeon R9 280X
Radeon R300 Serie: ab Radeon R9 380 4GB
Radeon RX400 Serie: ab Radeon RX 470
Radeon RX500/Vega Serie: ab Radeon RX 570
Radeon RX5000 Serie: ab Radeon RX 5500

GeForce 600 Serie: ab GeForce GTX 680 4GB
GeForce 700 Serie: ab GeForce GTX 770 4GB
GeForce 900 Serie: ab GeForce GTX 960 4GB
GeForce 10 Serie: ab GeForce GTX 1050 Ti
GeForce 16/20 Serie: ab GeForce GTX 1650
für FullHD: DirectX-12-Modell mit 6 GB Speicher
Radeon RX500/Vega Serie: ab Radeon RX Vega 56
Radeon RX5000 Serie: ab Radeon RX 5600

GeForce 900 Serie: ab GeForce GTX 980 Ti
GeForce 10 Serie: ab GeForce GTX 1070
GeForce 16/20 Serie: ab GeForce GTX 1660 Super

für WQHD: DirectX-12-Modell mit 8 GB Speicher
Radeon RX500/Vega Serie: ab Radeon VII
Radeon RX5000 Serie: ab Radeon RX 5700 XT

GeForce 10 Serie: ab GeForce GTX 1080 Ti
GeForce 16/20 Serie: ab GeForce RTX 2060 Super

für UltraHD: DirectX-12-Modell mit 8 GB Speicher
GeForce 16/20 Serie: ab GeForce RTX 2080 Ti

Im Vergleich mit der letztjährigen Spiele-Generation hat sich hierbei vergleichsweise wenig bewegt: Der CPU- und RAM-Bereich ist faktisch identisch, allenfalls wurde die Auflistung um neu erschienene CPU-Generationen erweitert. Zwar gab es mit Detroit: Become Human einen ersten Spieletitel, welcher auf CPU-Seite aus dem bisher gültigen Anforderungs-Level auszubrechen versuchte – unterhalb von 6 CPU-Threads läuft das Spiel bemerkbar langsamer, was auch mittels Testberichten nachgewiesen wurde. Allerdings reicht es auch auf einem Vierkerner ohne HT/SMT immer noch für durchschnittlich knapp 30 fps aus, was zum Erfüllen der Minimum-Anforderungen genügen sollte. Zudem gilt hierbei natürlich auch der Punkt, das singuläre Ausnahmen gestattet sein müssen, ansonsten würden sich die hiermit aufgestellten allgemeinen PC-Systemanforderungen schnell auf ein unrealistisch hohes Niveau aufschwingen.

Bei den Grafikkarten fand hingegen eine gewisse Bewegung statt, welche allerdings unter der zuerst maßgeblichen FullHD-Auflösung allein im Bereich des Grafikkartenspeichers lag: Hierbei konnte aufgrund mehrerer offizieller PC-Systemanforderungen konstatiert werden, das die Zeit von 2-GB-Grafikkarten auch im Minimum nunmehr vorbei ist – und somit die neue Minimum-Ansetzung bei 3 GB Grafikkartenspeicher liegt. Sicherlich werden viele neue Spieletitel auch weiterhin noch mit 2-GB-Grafikkarten vernünftig laufen – aber diese Anforderungs-Aufstellung soll schließlich allgemeingültig sein, darf sich demzufolge nicht am Durchschnitt, sondern nur an den Spitzen-Anforderungen orientieren. Und diesbezüglich kommen für diese Spiele-Generation mit Wolfenstein: Youngblood, Control, Ghost Recon Breakpoint und Detroit: Become Human gleich mehrere neue Spieletitel zusammen, welche keine 2-GB-Grafikkarten als Minimum mehr akzeptieren. An der abgeforderten Grafikkarten-Performance ändert sich unter FullHD hingegen nichts, dies betrifft dann erst die höheren Auflösungen: Hierbei ziehen die rein in der Praxis zu beobachtenden Anforderungen teilweise deutlich gegenüber dem Stand vom letzten Jahr davon.

Spiele-Systemanforderungen 2018/19 Spiele-Systemanforderungen 2019/20
Betriebssystem Windows 10 64-Bit Windows 10 64-Bit  (unverändert)
CPU-Minimum AMD Zen/Zen+ 4C auf ~4.0 GHz oder Intel Broadwell bis Coffee Lake 4C auf ~3.5 GHz AMD Zen/Zen+ 4C auf ~4.0 GHz oder Intel Broadwell bis Coffee Lake 4C auf ~3.5 GHz
CPU-Empfehlung AMD Zen/Zen+ 6C+SMT auf ~4 GHz oder Intel Skylake & Kaby Lake 4C+HT auf ~4 GHz AMD Zen/Zen+ 6C+SMT auf ~4 GHz oder Intel Skylake & Kaby Lake 4C+HT auf ~4 GHz  (unverändert)
RAM-Minimum 8 GB 8 GB  (unverändert)
RAM-Empfehlung 16 GB + SSD 16 GB + SSD  (unverändert)
GPU-Minimum DirectX-12-Modell mit 2 GB á Radeon HD 7970 oder GeForce GTX 680 DirectX-12-Modell mit 3 GB á Radeon HD 7970 oder GeForce GTX 680 4GB
GPU-Empf.: FullHD DirectX-12-Modell mit 6 GB á Radeon RX Vega 56 oder GeForce GTX 1660 Ti DirectX-12-Modell mit 6 GB á Radeon RX 5600 oder GeForce GTX 1660 Super
GPU-Empf.: WQHD DirectX-12-Modell mit 8 GB á Radeon RX Vega 64 oder GeForce GTX 1080 DirectX-12-Modell mit 8 GB á Radeon RX 5700 XT oder GeForce RTX 2060 Super
GPU-Empf.: UltraHD DirectX-12-Modell mit 8 GB á Radeon VII oder GeForce GTX 1080 Ti DirectX-12-Modell mit 8 GB á GeForce GTX 2080 Ti

Besonders bemerkbar ist dies unter der UltraHD-Auflösung, wo derzeit allein nur noch eine GeForce RTX 2080 Ti notiert werden konnte – und selbst jene Grafikkarte schafft viele neue Spitzentitel in der Praxis nicht mehr mit 60 fps (auf höchster Bildqualität). Das RayTracing-Feature ist hierbei noch nicht einmal mit eingerechnet, da selbiges derzeit in den meisten Fällen viel zu hohe Anforderungen setzt, um mit heutigen Beschleunigern in deren üblichen Zielauflösungen schaffbar zu sein. Hierfür muß in der Praxis eine neue Klasse an Grafikkarten mit deutlich höherer RayTracing-Power her – welche eventuell dieses Jahr mittels AMDs Navi 2X sowie nVidias Ampere ansteht. Ebenfalls nicht eingerechnet wurde die von Red Dead Redemption 2 abgefragte (enorme) Hardware-Power, da jene klar oberhalb der ansonsten üblichen Anforderungen liegt und somit als "singuläres Ereignis" keinerlei Allgemeingültigkeit entwickeln kann. Allerdings zeigt jener Spieletitel schon an, wohin die PC-Anforderungen der nächsten Spiele-Generation gehen können.

In der Summe der Dinge ergibt sich für diese Spiele-Generation somit fast ein Nullwachstum auf der Anforderungs-Seite – jene gehen in den Hauptsache nur marginal und ansonsten nur in Nebenpunkten (die höheren Auflösungen) deutlich nach oben. Beim reinen Performance-Level der abgefragten CPUs und Grafikkarten in den offiziellen Kategorien "Minimum" und "Empfehlung" gibt es jedenfalls keinerlei Bewegung gegenüber dem Stand der Spiele-Generation 2018/19. Allenfalls kann man konstatieren, das die von durchschnittlichen Spieletiteln abgefragte Hardware-Power näher an die Maximal-Anforderungen gerückt ist – sprich, Spieletitel mit einer praktisch nachgemessenen Hardware-Anforderung unterhalb von GeForce GTX 1060 oder Radeon RX 480 (auf der FullHD-Auflösung) wurden schon ziemlich selten. Gleichfalls hat die Anzahl der Spieletitel zugenommen, welche in der Praxis auch wirklich Grafikkarten auf Höhe der hiermit getätigen Hardware-Empfehlung benötigen – sprich GeForce GTX 980 Ti, GeForce GTX 1070, GeForce GTX 1660 Super oder Radeon RX Vega 56, Radeon RX 5600 unter der FullHD-Auflösung.

Ein echter, sofort bemerkbarer Anforderungsschub sieht allerdings dennoch anders aus. Allenfalls kann man sagen, das die Spiele-Generation 2019/20 somit einen entsprechenden Anforderungsschub bei der nachfolgenden Spiele-Generation 2020/21 bestmöglich vorbereitet hat. Es verwundert zwar etwas, das es für die aktuelle Spiele-Generation nur zum nominellen Gleichstand gereicht hat, gerade weil kurz vor dem Erscheinen der jeweils nächsten Spiele-Generation üblicherweise die Hardwaranforderungen bereits zu steigen beginnen (die Spieleentwickler verlieren mit Blick auf die nächste Konsolen-Generation die Scheu vor steigenden Hardware-Anforderungen). Allerdings könnten die NextGen-Konsolen vielleicht auch zu spät im Jahr 2020 angesetzt sein und somit dieser zu erwartende Effekt sich nicht auf die aktuelle Spiele-Generation, sondern vielmehr erst auf die Spiele-Generation 2020/21 beziehen.

Damit ergibt die Spiele-Generation 2019/20 bezüglich deren Hardware-Anforderungen nur ein glattes Übergangsjahr – mit allerdings der klaren Aussicht, das dann zur Spiele-Generation 2020/21 der Knoten platzt und es im Zuge der anstehenden NextGen-Spielekonsolen für mehrere Jahre klar steigende Hardware-Anforderungen im PC-Bereich gibt. Mit der letzten Konsolen-Generation (Marktstart jeweils Ende 2013) gab es dann immerhin drei aufeinanderfolgende Jahre mit jeweils steigenden Hardware-Anforderungen, ausgehend vom Jahr des Konsolen-Launches wurden dabei die Grafikkarten-Anforderungen im Minimum sowie in der Empfehlung um jeweils um grob +140% (auf das 2,4fache) gesteigert. Bezogen auf die aktuell verfügbaren Grafikkarten würde eine ähnliche Steigerung bei der kommenden Konsolen-Generation im übrigen grob den Stand ergeben, das im Jahr 2023 eine GeForce RTX 2080 Ti nicht einmal mehr zur bestmöglichen Darstellung der FullHD-Auflösung ausreicht.