Das Hardware-Jahr 2024 ist vorbei – und lieferte ziemlich exakt das, was vorab prognostiziert wurde. Einzig AMDs RDNA4-Generation verschob sich vom Jahresende 2024 ins Jahr 2025 hinein – und reichert somit das Hardware-Jahr 2025 an, welches mit diesem Artikel vorgezeichnet werden soll. Markant für das Jahr 2025 sind sicherlich die drei neuen Grafikchip-Architekturen von AMD, Intel & nVidia, wobei Intel mit der Arc B580 bereits einen Frühstart zum Jahresende 2024 hingelegt hatte, weitere Teile der neuen Intel-Generation im Jahr 2025 folgen werden. Daneben sieht das Jahr 2025 im CPU-Bereich mittels Intels "Panther Lake" nur eine einzelne neue CPU-Architektur, allerdings werden AMD & Intel die zum Jahresende 2024 angefangenen neuen CPU-Generationen rund um "Zen 5" und "Core (Ultra) 200" ab dem Jahresstart 2025 mittels neuen Modellen und teilweise neuen Chips nochmals wesentlich erweitern ... zum Artikel.
| neue Architekturen | Herbst/Winter 2024 | Januar 2025 | Sommer 2025 | Herbst 2025 | irgendwann 2026 |
|---|---|---|---|---|---|
| AMD Prozessoren | Zen 5 | Zen 6 | |||
| AMD Grafikchips | RDNA4 | RDNA5 | |||
| nVidia Grafikchips | Blackwell | ||||
| nVidia Prozessoren | BlackHawk | ||||
| Intel Grafikchips | Battlemage | Celestial | |||
| Intel Prozessoren | Lunar Lake & Arrow Lake | Panther Lake | Nova Lake | ||
| Qualcomm Prozessoren | Snapdragon X2 | ||||
| Hinweis: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen | |||||
Die Nachricht des gestrigen Tages ist natürlich die In-Ruhestand-Setzung von Intels nunmehr vormaligen CEO Pat Gelsinger schon zum 1. Dezember, was Intel etwas lapidar erst am 2. Dezember mitteilte. Interimsmäßig geht es mit zwei Co-CEOs weiter, die Suche nach einem neuen Chef beginnt erst. Augenscheinlich hatte Pat Gelsinger zuletzt das Vertrauen des Intel-Verwaltungsrats verloren und kommt man mit dieser In-Ruhestand-Setzung einer direkten Entlassung vor. Genauere Details hierzu fehlen allerdings und dürfte Intel wohl auch niemals offiziell bekanntgeben. Die allgemeine Vermutung ist, dass der Intel-Verwaltungsrat hiermit auf die finanzielle Katastrophe der Geschäftsergebnisse des dritten Quartals samt dem mageren Ausblick auf die nachfolgende geschäftliche Entwicklung reagierte – sprich, es dürfte primär darum gehen, Intel so schnell wie möglich von den roten Zahlen wegzubekommen. Dafür ist ein Techniker wie Pat Gelsinger vielleicht weniger geeignet und dürften somit vorerst die Pfennigfuchser bei Intel übernehmen – denkbarerweise mit neuen Sparprogrammen.
Mittels einer Umfrage vom Monatsanfang wurde der Ersteindruck zu Intels "Arrow Lake" abgefragt – ein sicherlich schweres Brot für Intel nach den wenig erbaulichen Performance-Daten zur neuen Desktop-Generation. Und somit sind nur 7,3% positiver Ersteindruck zu 36,3% durchschnittlicher Ersteindruck samt immerhin 56,4% negativer Ersteindruck kein besonders überraschendes Ergebnis. Dies ist interessanterweise sogar etwas besser als beim Raptor Lake Refresh (3,4% positiv, 17,2% durchschnittlich, 79,4% negativ), allerdings trotzdem kein Vergleich mit dem originalen Raptor Lake (38,1% positiv, 42,7% durchschnittlich, 19,2% negativ) oder gar dem davorgehenden Alder Lake (45,4% positiv, 36,6% durchschnittlich, 18,0% negativ). Letzterer ist für Arrow Lake der am ehesten passende Vergleich als einer wirklich neuen Architektur, die Raptor Lakes waren schließlich beiderseits nur Architektur-gleiche Refreshs.
PCWorld zeigen die neuen Zahlen seitens Mercury Research zu den weltweiten Marktanteilen bei x86-Prozessoren, was wie bekannt derzeit nur AMD wie Intel betrifft und ARM-basierte Anbieter wie Apple & Qualcomm prinzipbedingt ausschließt. Hierbei konnte nach einer Phase der nur zähen Veränderungen endlich wieder einmal ein großer Zugewinn zugunsten von AMD vermeldet werden: Deren Stückzahlen-Marktanteil an x86 Desktop-Prozessoren ging um satte 5,7 Prozentpunkte auf nunmehr 28,7% AMD-Marktanteil in diesem Segment hinauf. Gerade wenn man einrechnet, dass AMD die Marke von 17% das erste Mal bereits im Jahr 2019 erreicht hatte und dass es danach nur noch sehr mühsame Zugewinne gab, welche selten über die Marke von 20% hinausgingen, kann man dies durchaus als Durchbruch für AMD bezeichnen – welcher somit auch den Weg aufmacht zu wirklich interessanten Marktanteilszahlen.
| Absatz | Q3/2023 | Q4/2023 | Q1/2024 | Q2/2024 | Q3/2024 |
|---|---|---|---|---|---|
| x86 Desktop | 19,2% vs 80,8% | 19,8% vs 80,2% | 23,9% vs 76,1% | 23,0% vs 77,0% | 28,7% vs 71,3% |
| x86 Mobile | 19,5% vs 80,5% | 20,3% vs 79,7% | 19,3% vs 80,7% | 20,3% vs 79,7% | 22,3% vs 77,7% |
| x86 Client | 19,4% vs 80,6% | 20,2% vs 79,8% | 20,6% vs 79,4% | 21,1% vs 78,9% | 23,9% vs 76,1% |
| x86 Server | 23,3% vs 76,7% | 23,1% vs 76,9% | 23,6% vs 76,4% | 24,1% vs 75,9% | 24,2% vs 75,8% |
| x86 Overall (exkl.) | 19,7% vs 80,3% | 20,4% vs 79,6% | 20,8% vs 79,2% | 21,1% vs 79,2% | ? |
| x86 Overall (inkl.) | 30,7% vs 69,3% | 28,6% vs 71,4% | 26,1% vs 73,9% | 24,6% vs 75,4% | ? |
| Stückzahlen-Marktanteile! AMD-Marktanteil in rot, Intel-Marktanteil in blau Quelle aller Zahlen: Mercury Research (±0,1PP) | |||||
Mittels "Arrow Lake" bringt Intel nach immerhin drei Jahre Wartezeit mal wieder eine richtige neue CPU-Architektur für Desktop-Bedürfnisse heraus – nachdem "Raptor Lake" wie bekannt eigentlich nur einen Refresh von "Alder Lake" darstellt. Der Zeitpunkt könnte für Intel nicht passender sein, um zum einen die Raptor-Lake-Generation mit ihrer nominell zwar gelösten, aber dennoch unglückseligen Stabilitäts-Problematik aus dem Markt zu nehmen, zugleich könnte Intel natürlich auch angesichts der aktuellen geschäftlichen Schieflage mal wieder einen Treffer gebrauchen. Wie anhand der Launch-Reviews natürlich schon bekannt, hat dies nicht wirklich geklappt, in Teilen ist Arrow Lake sogar langsamer als die vorherigen Intel-Prozessoren ausgefallen. Mittels dieser Launch-Analyse sollen wie üblich die aufgelaufenen Performance- und Stromverbrauchs-Werte zusammengefasst und ausgewertet werden, verbunden mit der Hoffnung, dass sich irgendwo doch noch Ansatzpunkte pro Arrow Lake finden lassen ... zum Artikel.
Mittels "Arrow Lake" bringt Intel nach drei Jahren endlich wieder eine (wirklich) neue Prozessoren-Architektur ins Desktop-Segment, nachdem "Raptor Lake" und dessen Refresh technologisch letztlich nur auf "Alder Lake" basieren. Währenddessen ging bei Intel die Entwicklung eher im Mobile-Segment weiter: "Meteor Lake" brachte erstmals Tile-basierte Prozessoren, das jüngst nachgefolgte "Lunar Lake" zudem erhebliche Verbesserungen an der Architektur von P- und E-Kernen. Arrow Lake nunmehr basiert auf denselben CPU-Kernen wie Lunar Lake, was durchaus gute Voraussetzungen für die neue Intel-Generation für den Desktop ergibt. Jene muß allerdings auch den Verzicht auf HyperThreading sowie etwas niedrigere Spitzen-Taktraten ausgleichen, allerdings langt Intel (positiverweise) bei den Powerlimits nicht mehr ganz so harsch zu wie noch bei Raptor Lake.
Gleichzeitig kann sicherlich gesagt werden, dass Intel nach Monaten mit Stabilitäts-Problemen bei Raptor Lake sowie dem damit einhergehenden Perfomance-Verlust (primär durch die Forcierung der "Intel Default Settings", kaum durch die Microcode-Patches) nunmehr durchaus auch mal wieder etwas positives bringen sollte. AMD hat es Intel zudem vergleichsweise einfach gemacht mit der nun keineswegs berauschenden Zen-5-Generation. Dennoch waren die letzten Anzeichen doch eher negativ gegenüber Arrow Lake eingestellt. Ob andere Hardwaretester dies über andere Ergebnissen widerlegen können, eventuell doch Ansatz-Punkte für Arrow Lake finden, ist den heutigen Launch-Reviews zu Arrow Lake zu entnehmen, kann in unserem Forum diskutiert werden und wird nachfolgend natürlich noch in einer Launch-Analyse an dieser Stelle behandelt werden.
| Kerne | P-Takt | E-Takt | L2+L3 | iGPU | PBP/MTP | Liste | Release | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core Ultra 9 285K | 8P+16E/24T | 3.7/5.7 GHz | 3.2/4.6 GHz | 40+36 MB | 4 Xe @ ≤2.0 GHz | 125/250W | $589 | 24. Okt. 2024 |
| Core Ultra 7 265K | 8P+12E/20T | 3.9/5.5 GHz | 3.3/4.6 GHz | 36+30 MB | 4 Xe @ ≤2.0 GHz | 125/250W | $394 | 24. Okt. 2024 |
| Core Ultra 7 265KF | 8P+12E/20T | 3.9/5.5 GHz | 3.3/4.6 GHz | 36+30 MB | deaktiviert | 125/250W | $379 | 24. Okt. 2024 |
| Core Ultra 5 245K | 6P+8E/14T | 4.2/5.2 GHz | 3.6/4.6 GHz | 26+24 MB | 4 Xe @ ≤1.9 GHz | 125/159W | $309 | 24. Okt. 2024 |
| Core Ultra 5 245KF | 6P+8E/14T | 4.2/5.2 GHz | 3.6/4.6 GHz | 26+24 MB | deaktiviert | 125/159W | $294 | 24. Okt. 2024 |
Zwei Tage vor der offiziellen Vorstellung von "Arrow Lake" sind augenscheinlich originale Intel-Folien aus der entsprechenden Präsentations-Mappe ins Internet entfleucht. Die Twitter HXL sowie Wxnod mit drei Tweets – No.1, No.2 & No.3 – zeigen die interessanten Folien, welche einige Vergleich des Core Ultra 9 285K von "Arrow Lake" gegenüber dem Core i9-14900K von "Raptor Lake" sowie Ryzen 9 9950X von "Zen 5" enthalten. Intel betont dabei den hohen IPC-Zugewinn der neuen CPU-Kerne von Arrow Lake (Lion Cove für die P-Kerne sowie Skymont für die E-Kerne) – was sich allerdings nicht wirklich in bedeutsamer Mehrperformance niederschlägt. Denn in der Spiele-Performance gibt sich Intel selber nur ein "on par" gegenüber Ryzen 9 9950X sowie dem eigenen Core i9-14900K. Benchmarks zur Anwendungs-Performance fehlen derzeit noch, jene gegenüber dem Ryzen 9 7950X3D sind hingegen wenig wertbar, da selbige ein erwartbares Ergebnis zeigen bzw. jenes X3D-Modell in diesem Feld bekanntlich nicht seine Stärke hat.
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Der gestrige Tag brachte den Launch & Marktstart von "Lunar Lake" mit sich, nachdem diese Mobile-Prozessoren zum Monatsanfang vorgestellt wurden. Auch wenn es dies für Mobile-Launches bislang weniger üblich war, stellten sich bei Lunar Lake pünktlich zum offiziellen Termin über ein Dutzend entsprechender Artikel ein, davon auch eine gute Handvoll aus deutschen Landen. Leider ist das Launch-Prozedere noch nicht so ausgefeilt wie bei Desktop-Prozessoren: Zum einen wurde zu 90% immer nur dasselbe Asus-Notebook getestet, welches zudem – ohne großen Namens- bzw. Nummerunterschied – mit zwei unterschiedlichen Lunar-Lake-Prozessoren bestückt sein kann. Zum anderen haben sich die Hardwaretester sicherlich nicht mit Ruhm bekleckert in der Frage der Herausarbeitung der auf dem konkret benutzten Notebook anliegenden Powerlimits. Richtig gemacht haben es allein Notebookcheck, welche für das bewußte Asus-Notebook mit der "258V" Prozessoren-Variante alle Powerlimits unter allen Verbrauchs-Modi exakt aufschlüsselten.
| Notebook | Prozessor | Kerne | P-Takt | E-Takt | default | PL1/PL2 bei diesem Notebook |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Asus Zenbook S14 UX5406 | Core Ultra 9 288V | 4P+4LPE/8T | 3.3/5.1 GHz | 3.3/3.7 GHz | 30/37W | exakte Angabe fehlt |
| Asus Zenbook S14 UX5406 | Core Ultra 7 258V | 4P+4LPE/8T | 2.2/4.8 GHz | 2.2/3.7 GHz | 17/37W | 17/37W ("Standard"-Mode) |
| Dell XPS 13 9350 | Core Ultra 7 258V | 4P+4LPE/8T | 2.2/4.8 GHz | 2.2/3.7 GHz | 17/37W | Angabe fehlt |
| Lenovo Slim 7i Aura Edition | Core Ultra 7 258V | 4P+4LPE/8T | 2.2/4.8 GHz | 2.2/3.7 GHz | 17/37W | Angabe fehlt |
Mit verschiedenen Gerüchten aus fernöstlicher Quelle ergibt sich eine aktualisierte Aussicht auf die mittel- und langfristige Zukunft bei Intel nach den nunmehr in Monatsfrist anstehenden Arrow-Lake-Prozessoren. So übersetzt und dokumentiert Twitterer Harukaze5719 @ Aussagen der Leaker 'Panzerlied' und 'wjm47196' im chinesischen Chiphell-Forum: So soll die Spiele-Performance von Arrow Lake-S angeblich nicht berauschend sein, trotz ansonsten guter Benchmark-Ergebnisse. Letzteres scheint dann wohl auf die Anwendungs-Performance gemünzt zu sein – und in der Tat liegen zur Spiele-Performance von Arrow Lake derzeit noch keine beachtbaren Leaks vor. Hoffentlich bleibt dies ein sich nicht bestätigendes Gerücht, Intel könnte derzeit wirklich mal einen Treffer gebrauchen. Zum anderen soll Intel im Zuge augenscheinlich größerer Roadmap-Revisionen den Refresh von "Arrow Lake" gestrichen haben, hinter welchem sich gemäß früheren Gerüchten ein zusätzliches "8P+32"-Die verborgen hatte.
1. ARL-S Refresh Canceled
2. ARL-S is good bench result, suck in game.
3. Ultra 9 285K, R23 is 47K+
Quelle: Harukaze5719 @ X am 23. September 2024
Mittels einer Umfrage von Ende Juli wurde der Frage nachgegangen, wie weit verbreitet die Instabilitäts-Problem von "Raptor Lake" unter 3DCenter-Lesern tatsächlich sind – sprich, es sollte eine Quantifizierung dieser Problematik erfolgen. Hierfür wurde auch im 3DCenter-Forum eine gleichlautende Umfrage zur Kontrolle der Umfrage-Ergebnisse der Hauptseite angesetzt, welche dann allerdings nur für registrierte Forums-Teilnehmer offenstand. Und in der Tat unterscheiden sich die Ergebnisse beider Umfragen doch recht erheblich: Steht das Verhältnis von stabil zu instabil bei der Umfrage von der 3DCenter-Hauptseite auf 57:43%, sind es bei der Forums-Umfrage dann immerhin 78:22%. Wie man sieht, können Umfragen immer auch einigermaßen verfälscht werden, je nachdem wie frei jene gestaltet sind und ob es ein Thema ist, welches die Gemüter hochkochen läßt.